Sonntag, 22. Mai 2016

Peter Englund: Verwüstung - Eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges

Über "Verwüstung - Eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges" von Peter Englund bin ich durch Birthes begeisterte Rezension zu dem Titel gestolpert. Es hat dann gut ein Jahr gedauert, bis ich das Buch in der Bibliothek ausleihen und lesen konnte, aber das Warten hat sich definitiv gelohnt. Der Dreißigjährige Krieg war in meinem Geschichtsunterricht nicht viel mehr als eine Randnotiz, die mit dem Prager Fenstersturz eingeleitet und wenige Sätze später mit dem Westfälischen Frieden beendet wurde. Hätte ich nicht als Jugendliche "In dreihundert Jahren vielleicht" von Tilman Röhrig gelesen, hätte ich wohl in den vergangenen Jahren Schwierigkeiten gehabt, diesen Krieg auch nur grob zeitlich einzuordnen. Jahreszahlen in geschichtlichen Zusammenhängen liegen mir wirklich nicht.

Mit so wenig Vorwissen fand ich es sehr spannend, diesen dicken Schinken (848 Seiten inklusive Anhänge) zu lesen und mehr über den Dreißigjährigen Krieg zu lernen. Dabei macht Peter Englund es dem Leser recht leicht, indem er nicht nur über den Krieg (bzw. diese vielen Kriege, die rückblickend als Dreißigjähriger Krieg bezeichnet wurden) - natürlich mit schwedischen Schwerpunkt - schreibt, sondern auch immer wieder vom Leben und dem Glauben (sowohl im religiösen als auch im "wissenschaftlichen" Sinn) der Menschen erzählt und skurrile, spannende oder faszinierende Begebenheiten aus dieser Zeit in den Text einflicht. Einen roten Faden in diesem Buch bildet das Leben des Erik Jönsson, dessen Tagebücher und Skizzen auch immer wieder vom (militärischen) Alltag zu dieser Zeit zeugen.

Trotz des großen Umfangs und all dieser Informationen, die das Buch beinhaltet, lässt es sich wirklich gut lesen. Peter Englunds Sprache hat mir persönlich sehr zugesagt und ich mochte die - manchmal vielleicht etwas flapsig formulierten - knackigen Beschreibungen der verschiedenen Charaktere. Obwohl wirklich viele Parteien und Personen in diesem Krieg eine Rolle spielen, hatte ich keine Probleme, die verschiedenen Gruppen und Personen auseinanderzuhalten und mich an frühere Erwähnungen zu erinnern. Auch die ausführlichen Schlachtbeschreibungen, die Birthe nicht so gefallen haben, fand ich spannend, weil man wirklich gut verfolgen konnte, welche Aspekte den Ausgang einer Schlacht beeinflussten, welche politischen Einflüsse dazukamen und wie sich die Art und Weise, in der eine Schlacht geführt wurde, im Laufe der Zeit (oder je nach Befehlshaber) verändert hat. Allerdings fand ich die kleine Schrift und die relativ wenigen Absätze sehr anstrengend, und sobald ich etwas müde wurde, hatte ich das Gefühl, dass meine Augen keinen Halt in der Textmasse mehr finden.

Was mich bei diesem Buch - ebenso wie beim Lesen von Mary Roberts Rinehards "Kings, Queens and Pawns - An American Woman at the Front" (das ich auch endlich mal beenden sollte) - wieder sehr beschäftigt hat, ist, wie wenig sich die Menschheit doch in all der Zeit verändert hat. Bei Mary Roberts Rinehard sind es immer wieder die in der Rückschau sehr naiv anmutenden Aussagen der Autorin, dass die Welt doch aus den Ereignissen des Ersten Weltkriegs lernen muss, wie sinnlos und wie menschenverachtend Krieg doch sei, während mich bei "Verwüstung" vor allem die Passagen rund um die Beweggründe der diversen Parteien beschäftigt haben. Es gab so viele Momente in diesen drei Jahrzehnten, zu denen man den Krieg hätte beenden können, aber eben auch so viele Parteien, die mit einem Gewinn daraus hervorgehen wollten, dass keine den ersten Schritt machen oder gar einen Verlust erleiden wollte. Das alles ist leider heute immer noch erschreckend aktuell, obwohl die vergangenen Jahrhunderte doch gezeigt haben, dass eine solche Haltung weder für die Menschen noch für Wirtschaft und Politik langfristig von Nutzen ist.

Montag, 16. Mai 2016

Vom Dreißigjährigen Krieg und To-do-Listen

Schon wieder über eine Woche her, seitdem ich das letzte Mal einen Blogpost geschrieben habe. Irgendwie sind meine To-do-Listen gerade länger als meine Tage und ich habe ständig das Gefühl, all meinen Verpflichtungen und Vorhaben hinterherzurennen. Wenn ich mich dann hinsetze und mir etwas Lesezeit gönne, verbringe ich diese Zeit mit "Verwüstung" von Peter Englund - wobei ich zugeben muss, dass ich mich gerade in meiner Nachmittagspause regelmäßig dabei ertappe, wie mir das Buch aus den Händen rutscht, während ich ein Nickerchen einlege. *g*

Eigentlich ist "Verwüstung" gut geschrieben und ich lerne eine Menge über den Dreißigjährigen Krieg, aber es ist eben kein Buch, in dem man mal eben ein bisschen liest. Auch merke ich mal wieder, dass ich für Sachbücher einfach Ruhe benötige, so dass ich diesen dicken Schinken abends und an den Tagen, an denen mein Mann frei hat, gar nicht erst in die Hand nehmen muss. Jetzt aber habe ich nur noch drei Tage, um "Verwüstung" zu lesen. Ab Freitag hat mein Mann wieder Urlaub, ab Dienstag haben wir Besuch und spätestens am Mittwoch muss das Buch wieder zurück zur Bibliothek. Ich werde also versuchen, in den kommenden drei Tagen neben Garten, Arbeit, Haushalt und Kranken-Kater-Verwöhnen so viel Lesezeit wie möglich herauszuschlagen, damit ich "Verwüstung" noch rechtzeitig beendet bekomme.

Sonst habe ich gar nicht so viel auf meiner To-do-Liste ... Nur noch ein Sauerteigbrot-Rezept, das ich unbedingt ausprobieren muss. Wobei es mich ein wenig irritiert, dass ich dafür 15 g gekochte Kartoffeln benötige. *g* Dann nähe ich noch an den Ersatzüberzügen für die beiden Sofas ... und ich habe einen ganzen Haufen Kanthölzer im Keller, aus denen irgendwann eine Bank für den Balkon werden soll. Dafür muss ich sie nur erst einmal hobeln und schleifen und sägen und zusammenschrauben und mehrfach lackieren ... Eine Rankhilfe für meine Gurke wollte ich auch noch bauen, wobei ich wirklich hoffe, dass es in den kommenden Monaten auf meinem Balkon für die Gurke warm genug ist. Außerdem stört es mich zur Zeit sehr, dass die Wohnzimmerwände dank der vielen erlegten Kleidermotten dringend gestrichen werden müssten. Aber das kann definitiv warten, bis der Besuch wieder abgereist ist. Wenn ich aber dann schon mal alles zum Streichen rauskrame, könnte ich eigentlich auch noch das kleine Zimmer ausräumen und schon mal weiß grundieren. Das will ich in diesem Jahr ja auch noch streichen und endlich ein paar Schränke dafür bauen ...

Wenn das so weiter geht, dann wird es auch den Rest des Monats noch ungewöhnlich ruhig hier auf den Blog bleiben. Aber solche Phasen kennt ihr ja von mir schon. ;)

Sonntag, 8. Mai 2016

Dies und Das (5)

Gestern habe ich viele Stunden am Laptop gearbeitet. Halb saß ich, halb lag ich dabei auf dem Sofa. Der Rücken tat weh, die Schultern waren verspannt und ich hätte verflixt gern ab und an einen Schluck getrunken. Aber trotzdem habe ich an meiner Situation nichts geändert, denn Baltimore lag auf meiner Schulter. Stundenlang lag er da und hat geschlafen, manchmal sogar etwas geschnarcht, und wenn ich doch mal zu unruhig für seinen Geschmack wurde, ist er aufgewacht und hat sich von mir schnurrend den Kopf kraulen lassen.

Baltimore im Oktober 2015
Diese Nähe hatten wir in den letzten Tagen vermisst, denn da musste Baltimore beim Tierarzt bleiben. Auch wenn es ihm dort relativ gut geht und er dort auch verwöhnt wird, so war die Behandlung für ihn anstrengend und die beiden Kater, mit denen er sich im Pflegeraum angeblich stundenlang unterhalten hat, haben ihn wohl auch davon abgehalten sich richtig auszuruhen.

Als er Freitagmittag bei uns aus dem Transportkorb gehoben wurde, war er so müde und wackelig, dass ich schon befürchtete, der Tierarzt hätte recht, als er meinte, dass wir uns vielleicht in einer Woche schon wiedersehen würden. Denn auch wenn seine Verdauungsprobleme in den letzten Tagen deutlich gefährlicher für Baltimore waren als der Tumor, so wächst dieser gerade in alarmierender Schnelligkeit. Doch nachdem der Kater einen ganzen Tag wieder in vertrauter Umgebung verbracht hat, sah er schon wieder ganz anders aus. Auch hatte er keine Hemmungen, mich in der Nacht im 2-Stunden-Takt zu wecken, um zu schauen, ob es schon Zeit für sein Morgenleckeli sei. Er ist natürlich alt und er ist nicht gesund, aber er hat sich von dem Tierarztaufenthalt erstaunlich schnell wieder erholt.

Vielleicht sind es wirklich nur ein paar Tage, die wir noch mit Baltimore haben. Aber das hatten wir auch schon vor einem Jahr gedacht, als der Tumor bei ihm entdeckt wurde. Baltimore selber scheint noch ganz zufrieden mit seinem Leben zu sein. Er frisst wie ein Scheunendrescher, genießt die Nähe, bettelt jeden Menschen, der in die Küche geht, um Leckerli an und schläft stundenlang in der Sonne. Uns bleibt nur, seinen Zustand ebenso gelassen zu sehen wie er (auch wenn das verflixt schwer fällt) und uns über jeden weiteren gemeinsamen Tag zu freuen.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Peter Falk: Just One More Thing - Stories from my Life

Nachdem Natira uns schon vor einiger Zeit die komplette "Columbo"-Box geliehen hat, gab es kurz darauf noch "Just One More Thing - Stories from my Life" als Leihgabe. Das Buch ist keine Biografie des Schauspielers, sondern eine Ansammlung von Anekdoten, die in seiner Schulzeit beginnen, sich aber natürlich vor allem auf seine Zeit als Schauspieler beziehen. Ich habe all diese kleinen Geschichten sehr gern gelesen und hatte dabei die ganze Zeit seine Stimme im Ohr. Es war faszinierend zu sehen, wie viele Elemente die Figur des Columbo mit Peter Falk gemeinsam hat - und welche Unterschiede es zwischen diesen beiden Charakteren gibt.

Doch noch spannender fand ich all die Dinge, die der Schauspieler zum Beispiel über die Phase in seinem Leben schrieb, in der er keine Ahnung hatte, was er mit seinem Leben anfangen sollte, und deshalb die abwegigsten Jobs annahm. So hat er als Schiffskoch gearbeitet, Steine in Jugoslawien geschleppt und viele andere Sachen gemacht. Schon allein die Überschriften zu den einzelnen Geschichten haben mich häufig schmunzeln lassen, wie "i have never been arrested in the united states but i have been arrested in ...". Lustig fand ich häufig auch die Beweggründe, die er für einige seiner Entscheidungen anführt, oder all die kleinen und größeren Begebenheiten, die an Filmsets passiert sind und die einen kleinen persönlichen Einblick in das Business oder in den Charakter eines Schauspielers bieten.

Ich habe beim Lesen häufig kichernd dagesessen, während mein Mann mich warnte, dass ich ihm nichts vorlesen oder erzählen dürfte, weil er das Buch auch noch lesen möchte - und ich muss zugeben, dass der Drang doch recht groß war, nur eben eine kurze Geschichte nachzuerzählen. Eigentlich ist das Buch perfekt, wenn man zwischendurch eine amüsante kleine Auszeit benötigt, denn die einzelnen Passagen sind recht kurz und unabhängig voneinander zu lesen. Obwohl ich schon die Reihenfolge einhalten würde, da man manche Sachen besser einschätzen kann, wenn man schon weiß, welches Verhältnis Peter Falk zu einer bestimmten Person hatte oder auf welchem Weg er zum Beispiel zur Schauspielerei oder zur Malerei gefunden hat.

Das größte Problem ist eigentlich, dass mich die Kürze der Geschichten häufig verlockte, "nur noch eine weitere" zu lesen - und dann kam ich doch erst wieder nach Mitternacht ins Bett. Außerdem habe ich beim Lesen ständig das Bedürfnis gehabt, einen der erwähnten Filme (noch) einmal zu sehen, um mir bestimmte Szenen oder Schauspieler noch einmal bewusst anzuschauen - oder einfach, um Peter Falk als Schauspieler noch einmal genießen zu können. Erstaunlich viele der erwähnten Filme kenne ich zwar, aber da es in den letzten Jahren kaum noch einen davon im Fernsehen gab - früher waren da immerhin die dritten Programme noch eine zuverlässige Quelle für Wiederholungen - sind meine Erinnerungen oft nur noch sehr vage. So habe ich das Buch wirklich genossen, fürchte aber, dass meine DVD-Wunschliste dadurch spontan explodiert ist. Es gibt allerdings Schlimmeres, als eine Sammlung alter Filme zu besitzen ... ;)

Dienstag, 3. Mai 2016

SuB-trahiert (3): April

Eigentlich hatte ich mir für den April vorgenommen, dass ich mir mal ein paar Reihenfortsetzungen anschaue, die schon einige Zeit auf meinem SuB ruhen. Doch wie es mit meinen Vorhaben so ist, habe ich zwar hoffnungsvoll mit den Aaronovitch-Titeln angefangen, mich dann aber ablenken lassen. ;)


1. Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho (Peter Grant 2)

"Schwarzer Mond über Soho" hatte ich schon einmal angefangen. Das war kurz nachdem ich das erste Buch von Ben Aaronovitch um den jungen Polizisten Peter Grant gelesen hatte und irgendwie war es der falsche Zeitpunkt für den Roman. Später hatte ich den Titel noch einmal aus dem Regal gezogen und hatte dann das Gefühl, ich könnte mich an zu wenig erinnern, um den zweiten Teil der Peter-Grant-Romane zu lesen. Also habe ich mir in diesem Monat "Die Flüsse von London" noch einmal gelesen und mir direkt im Anschluss "Schwarzer Mond über Soho" vorgenommen. Wenn man beide Romane so direkt hintereinander liest, gibt es die eine oder andere Eigenheit des Protagonisten, die einem schon etwas auf die Nerven geht. Vor allem ist mir sein Verhältnis zu Frauen aufgestoßen, denn ich habe das Gefühl, dass er sie nur in zwei Kategorien einteilt "mächtige/mütterliche Frauen" und "Wie bekomme ich sie ins Bett?" - wobei er sich mit den letzteren auch nicht gerade besondere Mühe gibt, um sein Ziel zu erreichen. Davon abgesehen mag ich all die bizarren und fantastischen Einfälle des Autors, seine Sicht auf London (mitsamt seinen - wenn auch etwas zu gehäuften - spöttischen Bemerkungen) und kann verstehen, warum er nicht widerstehen kann, wenn es darum geht sein gesammeltes skurriles Wissen über die Stadt, ihre Geschichte und ihre Bewohner in die Geschichte einzubauen. Das lässt die eigentlich Handlung zur Nebensache werden, sorgt aber trotzdem für unterhaltsame Lesestunden. Oh, und es gefällt mir, dass Ben Aaronovitch jedem seiner Romane einen Schwerpunkt gibt, auch wenn diese zwischen all den Abschweifungen manchmal etwas verloren gehen. ;)


2. Ben Aaronovitch: Ein Wispern unter Baker Street (Peter Grant 3)

Es wird wirklich Zeit, dass ich endlich Materialien für den Regalbau besorge, denn immer wieder stolpere ich beim Durchsichten (und Verstauen) meiner Buchstapel über Titel, die ich ganz vergessen - und aus irgendeinem Grund nicht in die SuB-Liste eingetragen - hatte. Jetzt macht es auch keinen Sinn mehr diesen Roman nachzutragen. Immerhin bin ich froh, dass ich über ihn gestolpert bin, bevor ich darüber nachgedacht habe, ob ich mir weitere Bücher von dem Autor zulege oder nicht. Auch "Ein Wispern unter Baker Street" hat mich gut unterhalten. Ich mochte all die Informationen rund um den U-Bahn-Bau (und die Kanalisation) und es gefällt mir, das Lesley wieder da ist. Da ich einen Großteil des Buches gelesen habe, während mein Mann im selben Raum war, ist mir aufgefallen, wie viele Stellen es bei Aaronovitch gibt, die amüsant und zitierbar sind, ohne dass man auch nur irgendetwas über die Handlung wissen muss. ;)

Oh, und bevor sich nun jemand fragt, ob ich weitere Bücher von Ben Aaronovitch kaufen werde: Nein, es reicht mir definitiv, wenn ich die Fortsetzungen aus der Bibliothek ausleihen kann, weshalb die nächsten Bände auch schon vorgemerkt sind.


3. Melissa Fairchild: Das Geheimnis des Brückenorakels 2 - Weltenwanderer

Bei "Weltenwanderer" stand ich lange Zeit vor dem Regal und fragte mich, wie dieses Buch da hineingelangt ist. Inzwischen habe ich mir meine alten Notizen durchgesehen und festgestellt, dass ich den ersten Teil der Reihe 2009 gelesen habe - und dass er mir gut gefallen hatte, auch wenn ich so gut wie gar keine Erinnerungen mehr daran habe. Blöderweise ist der Roman in den Tiefen meiner Kistensammlung verschwunden, so dass ich den ersten Band nicht noch einmal lesen konnte, bevor ich die Fortsetzung jetzt vom SuB befreite. Ich vermute, dass mich das auch damals bei Erscheinen des Titels davon abgehalten hat, ihn relativ zeitnah zu lesen. Ohne besonders viel Vorwissen aus dem ersten Band ist "Weltenwanderer" nur ein nettes fantastisches Jugendbuch, das keine besonderen Höhen aufzuweisen hat und bei dem ich mich regelmäßig über das unbedachte Verhalten des Protagonisten geärgert habe. Obwohl ihm bewusst ist, dass Krieg zwischen den beiden Parteien des Feenreichs herrscht, dass die Ambitionen seines "Stiefvaters" auch die Welt der Menschen bedroht und dass er eine Schlüsselfigur in dem Ganzen ist, rennt er ständig ohne Plan von einer Gefahr in die nächste. Eigentlich überlebt er all die Ereignisse nur, weil es immer wieder jemanden gibt, der ihn rausholt - und oft genug stirbt der jeweilige Retter kurz darauf. Die Autorin verwendet ein paar nette Einfälle auf den Weltenbau, aber letztendlich ist die Geschichte nicht so besonders, dass ich das Buch behalten müsste. Ab damit in den Bücherschrank!


4. Celine Kiernan: Schattenpfade Moorehawk-Trilogie 1)

Ich habe keine Ahnung, wie dieses Buch in meinem Regal gelandet ist. Ganz eventuell habe ich den Titel mal irgendwo gewonnen, aber ich bin mir wirklich nicht sicher. So oder so, es wurde Zeit, dass ich den Roman mal in Angriff nehme. Protagonistin ist die fünfzehnjährige Wynter, die fünf Jahre mit ihrem Vater und Meister auf Wanderschaft war und in der Zeit ihre Ausbildung zur Tischlerin gemacht hat. Als sie endlich heimkehrt, findet sie das vertraute Königreich vollkommen verändert vor - und muss sich nun entscheiden, ob sie sich den neuen Bedingungen anpasst oder einen Weg findet, um ihre Freunde und ihren Vater vor den Plänen des Königs zu beschützen. Anfangs fand ich die Geschichte ziemlich verwirrend, denn man bekommt aus Wynters Sicht mit, dass sich einiges verändert hat (es ist verboten mit Geistern und Katzen zu sprechen - letztere wurden sogar auf Anweisung des Königs getötet), der Prinz ist verschwunden und stattdessen versucht der König seinen älteren Bastard Razi als Thronerben einzusetzen. Während Wynter sich große Sorgen um Razi, seinen Freund Christopher und ihren - aufgrund der langen Reise - erkrankten Vater macht, beobachtet sie mit Schrecken, wie sich Rassismus (gegen Muslime) verbreitet, wie in der Bevölkerung die schrecklichsten Gerüchte den Umlauf machen und wie der - früher ungewöhnlich gütige - König jedem in seiner Reichweite seinen Willen aufzwingt. Dabei schreckt der König auch nicht davor zurück frühere menschenrechtliche Errungenschaften seiner Herrschaft zurückzunehmen oder seinen eigenen Sohn zu misshandeln. Da Wynter durch die Ereignisse nur einen sehr kleinen Spielraum hat, bekommt man es als Leser auch nur mit wenigen Protagonisten zu tun - und die wachsen einem zum Großteil schnell ans Herz. Das war es dann auch, was mich am Ende sehr für die Geschichte eingenommen hat. Ich habe gelitten, wenn Razi entgegen all seiner Neigungen grausam und kämpferisch sein muss, ich war verzweifelt, wenn ich vom drastischen Verfall des Vaters las und ich fühlte mich von dem charmanten Christopher um den kleinen Finger gewickelt und hätte gern mehr über ihn erfahren. Und nun stehe ich da und überlege, ob ich es so gut sein lasse oder mir langfristig noch die beiden Fortsetzungen besorge. Noch gibt es einige folierte HC-Ausgaben bei Drittanbietern zu bekommen ...

Sonntag, 1. Mai 2016

Mai-SuB 2016

Der April war definitiv ein guter Lesemonat, auch wenn ich mir eigentlich mehr Zeit für den Garten gewünscht hätte. Aber dafür waren die letzten Wochen definitiv sehr aprilig und das ist doch auch mal schön. *g* Insgesamt habe ich 13 Bücher, 1 Kurzgeschichte, 3 Manga und 1 Comic gelesen und habe mich dabei gut unterhalten gefühlt. (Und trotz der ausgefallenen Gartenstunden habe ich keine Ahnung, wo ich die Zeit dafür hergenommen habe. *g*)

Für den Mai habe ich mir vorgenommen, dass ich endlich "Verwüstung" beende - so lange sitze ich an dem Buch zwar noch nicht, aber ich möchte den dicken Schinken ungern noch einmal verlängern. Dafür nimmt er einfach zu viel Platz auf meinem Wohnzimmertisch ein. ;) Ansonsten versuche ich - mal wieder - ein paar Leihgaben zu lesen, bevor die Besitzerin (hoffentlich) Ende des Monats vorbeischaut. Es ist ja immer schön, wenn wir den Rücktransport per Post (und die häufig damit verbundenen neuen Macken an Büchern und DVD-Boxen) vermeiden können.


Deutscher SuB:
  1. Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
  2. Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
  3. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  4. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  5. Brom: Krampus
  6. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  7. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  8. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  9. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  10. Tove Jansson: Winter im Mumintal
  11. Tove Jansson: Geschichten aus dem Mumintal
  12. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  13. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  14. Bernd Perplies: Magierdämmerung - In den Abgrund
  15. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  16. Silvia Roth: Querschläger
  17. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  18. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  19. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  20. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  21. Charles den Tex: Die Zelle
  22. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  23. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  24. Xinran: Gerettete Wort
  25. Xinran: Wolkentöchter
  26. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

26 Titel auf dem SuB


Englischer SuB:
  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Deborah Blake: Wickedly Wonderful (Baba Yaga #2)
  3. Deborah Blake: Wickedly Powerful (Baba Yaga #3)
  4. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent
  5. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  6. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  7. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  8. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  9. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  10. Lynn Kurland: Star of the Morning
  11. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  12. Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
  13. Cindy Pon: Serpentine
  14. Philip Reeve: Larklight
  15. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  16. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  17. Holly Webb: Emily Feather and the Chest of Charms (Emily Feather #3)
  18. Holly Webb: Emily Feather and the Starlit Staircase (Emily Feather #4)
  19. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child

17 Titel auf dem englischen SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)