Montag, 28. Juli 2014

Juli-Katzen

Während der heißen Tage in den letzten Wochen wäre es theoretisch relativ einfach gewesen die Katzen zu fotografieren, denn keine von ihnen wollte sich groß bewegen. Doch da wir spätestens ab 11 Uhr vormittags die Rollläden runterlassen, damit die Sonne nicht so in die Wohnung knallt, ist es eigentlich zu dunkel, um die Samtpfoten abzulichten. Ich habe trotzdem das eine oder andere Foto gemacht, das ich euch zeigen mag.

Baltimore

Christie ist schon mal versandfertig ;)


Logan und Baltimore - vollkommen erschöpft

Die beiden alten Coon-Herren leiden unter den warmen Temperaturen mindestens ebenso sehr wie ich und haben in den letzten Wochen (wieder mal) radikal abgenommen. So gut kann ich die beiden Kater den Winter über gar nicht füttern, dass sie den Sommer mit einem "normalen" Gewicht überstehen. Das finde ich jedes Jahr wieder beängstigend ...

Samstag, 26. Juli 2014

Dorothy Gilman: The Amazing Mrs. Pollifax (Hörbuch)

Nachdem ich im Juni solchen Spaß mit "The Unexpected Mrs. Pollifax" hatte, musste ich mir in diesem Monat gleich das zweite Hörbuch rund um diese ungewöhnliche "Hobbyagentin" besorgen. Seitdem Mrs. Pollifax aufgrund einer kleinen Verwechslung ihren ersten Auftrag von Mr. Carstairs bekommen hat, ist einige Zeit vergangen. Inzwischen lebt sie ganz zufrieden mit all den Verpflichtungen, die eine aktive Rentnerin so umtreibt, vom Gartenclub bist zum Kunstverein - wobei man die wöchentlichen Karatestunden, die Emily Pollifax inzwischen belegt hat, nicht unterschlagen sollte.

Von der CIA hat sie seit ihrem kleinen Kurierauftrag nicht mehr gehört, bis eines Vormittags das Telefon bei ihr klingelt und sie gefragt wird, ob sie innerhalb von zwanzig Minuten abreisebereit sein könne. Auch dieses Mal sucht Mr.Carstairs eine vertrauenswürdige und zuverlässige Person, die in Agentenkreisen unbekannt ist. So reist Mrs. Pollifax Hals über Kopf von ihrem gemütlichen Vorortleben in New Jersey nach Istanbul, um sich in einer Hotellobby mit einer kommunistischen Agentin zu treffen, die anscheinend überlaufen will. Damit Emily nicht wieder spurlos verschwindet und weil schon einer von Carstairs' Männern um Leben gekommen ist, bekommt die rüstige Rentnerin einen Aufpasser zur Seite gestellt, doch viel hilft das natürlich nicht.

So sieht sich Mrs. Pollifax wenige Stunden nach ihrer Ankunft in Istanbul von der Polizei befragt, von Unbekannten mit Waffen bedroht und überhaupt in großen Schwierigkeiten, die ihr allen möglichen Einfallsreichtum abverlangen. Zum Glück neigt diese ungewöhnliche Agentin dazu, immer wieder unerwartete Freundschaften zu schließen und so bekommt sie regelmäßig Hilfe von Menschen, von denen man das nicht hätte erwarten können. Viel mehr will ich über den Inhalt gar nicht sagen, denn dann würde ich zu viele amüsante Wendungen vorweg nehmen.

Abgesehen davon, dass ich ein wenig das Kartendeck vermisst habe, das Mrs. Pollifax in ihrem ersten Abenteuer stets begleitete, habe ich mich wieder großartig mit dieser Geschichte amüsiert. Es ist schon wieder ein paar Jahre her, dass ich die Romanvorlage gelesen habe, und obwohl ich mich an viele Details noch erinnerte (oh, dieser Hubschrauberflug oder das "love in"! :D), gab es immer wieder Momente, in denen mich die Ereignisse überrascht haben weil ich bestimmte Elemente nicht mehr parat hatte. Dorothy Gilman versteht es eine witzige Agentengeschichte zu erzählen, ohne dabei die schrecklichen oder bedrohlichen Momente zu vergessen. Dazu kommen noch einige wunderbar sympathische Charaktere, ein angenehmes 70er-Jahre-Feeling und Mrs. Pollifax angenehmer vorurteilsfreier Umgang mit anderen Menschen.

Wie schon beim ersten Teil (und bei "Crocodile on the Sandbank") sagte mir die Lesung durch Barbara Rosenblat sehr zu. Ihre Mrs. Pollifax klingt alt, aber nicht gebrechlich, und auch wenn ich nicht beurteilen kann, ob ihre Art Akzenten dazustellen wirklich so ganz korrekt ist, so sorgt es für eine angemessene Atmosphäre. Es hat wirklich Spaß gemacht zuzuhören. Bei diesem Hörspiel habe ich mal wieder gemerkt wie viel leichter mir meine Arbeit (die letzten Stunden Tapetenkratzen mit der Flurtapete) von der Hand geht, wenn ich ein gutes Hörbuch auf den Ohren habe und wie viel eher ich das Ganze um einen Tag verschiebe, wenn ich auf mein Hörbuch - sei es wegen des Sprechers oder der Geschichte an sich - nicht ganz so viel Lust habe.

Donnerstag, 24. Juli 2014

SuB-Zuwachs im Juli



Jim Butcher: Side Jobs

Um das Buch bin ich schon lange herum geschlichen. Eine Sammlung von Kurzgeschichten, die von Sachen erzählen, die Harry Dresden "vor und zwischen" den Romanen passieren. Bislang kann ich nur drei der darin enthaltenen Geschichten lesen, weil ich für die anderen mehr Harry-Dresden-Romane kennen müsste ... ;)


Rob Thomas: Veronica Mars - The Tousand Dollar Tan Line

Ein Veronica-Mars-Roman - darauf bin ich während der letzten "7 Days - 7 Books"-Aktion gekommen, weil eine der anderen Teilnehmerinnen das Buch las. Es hat allerdings etwas gedauert bis ich mir das Buch wirklich bestellt habe. Umso mehr freue ich mich jetzt darauf. :)


Juliet Blackwell: A Vision in Velvet

Band 6 der Witchcraft-Mysteries rund um die Hexe und Vintage-Ladenbesitzerin Lily Ivory. Dieses Mal stolpert Lily über einen toten Antiquitätenhändler und bekommt ein Kleidungsstück in die Hände, das vielleicht aus der Zeit der Hexenverbrennungen in Neuengland stammt. Den Roman habe ich gleich angefangen, nachdem ihn mir der Fahrradkurier in die Hand gedrückt hat. Wie immer war es unterhaltsam Lily bei der Suche nach dem Mörder zu begleiten - ich mag die Reihe wirklich sehr.


Jennifer Estep: Venom (Elemental Assassin #3)

Reihenfortsetzung, nachdem ich im Juli den zweiten Band gelesen habe und nun unbedingt wissen will, wie es mit der neuen Polizistin in der Stadt läuft. ;)


A.C.H. Smith: The Dark Crystal

Nachdem ich mit Labyrinth ja schon so einige Kindheitserinnerungen auffrischen konnte, durfte auch die gerade erschienene Ausgabe von "The Dark Crystal" bei mir einziehen. Der Film ist mir zwar nicht ganz so präsent wie "Labyrinth" (ich könnte die DVD mal wieder schauen :D), aber auch hier erzählt Jim Henson eine fantastische Geschichte voller bezaubernder Elemente und toller Figuren - mal schauen, wie das Ganze dann als Roman so wirkt. :)

Ach ja, dieses Mal sind die Zeichnungen von Brian Froud nicht am Ende angefügt worden, sondern inmitten des Textes zu finden, was ich doch deutlich hübscher finde.




Mittwoch, 23. Juli 2014

Kelly Meade: Black Rook (Cornerstone Run Trilogy 1)

Ich mag von Kelly Meding die Dreg-City-Bücher rund um Evy Stone sehr gern, weil die Protagonistin eine coole, starke Frau mit jeder Menge Rückgrad ist, die keine Hemmungen hat, in andere Leute Hintern zu treten, wenn es notwendig ist. Dazu kommen eine actionreiche Handlung, eine gut ausgedachte UF-Welt und die Tatsache, dass die Romane keine nennenswerte Liebesgeschichte enthalten. Also genau die Art Geschichte, die ich wirklich gern lese. Als die Autorin dann von ihrer neuen Trilogie (romantische Urban Fantasy, veröffentlicht unter dem Pseudonym Kelly Meade) berichtete, war ich überraschenderweise neugierig, obwohl ich ja eigentlich momentan so gar keine Lust mehr auf Liebesgeschichten, Werwölfe und ähnliche Elemente habe.

Letzte Woche Dienstag kam dann "Black Rook", der erste Band der Cornerstone-Run-Trilogy, als eBook raus und ich dachte gegen Mittag, dass ich das Buch doch eben runterladen könnte, damit ich es am Mittwoch im Wartezimmer des Arztes lesen könnte. Dann dachte ich, ich könnte mal eben das erste Kapitel anlesen, während ich frühstücke ... nach Mitternacht habe ich die letzte Seite umgeblättert, nachdem ich den Roman in einem Rutsch durchgelesen habe. Dabei kann ich nicht mal sagen, dass die Geschichte so etwas besonderes gewesen wäre, ich mochte nur nicht aufhören zu lesen. :D

Ich glaube, es sind die vielen Kleinigkeiten, die dafür sorgen, dass sich dieser Roman in meinen Augen von vielen ähnlichen so angenehm unterscheidet. Die Handlung dreht sich um Brynn, die zu den Magi (Zauberern) gehört und die eine Vision hatte, in der ein Loup Garou mit blutigen Händen über der Leiche ihres Vaters steht. Fest davon überzeugt, dass dieser Unbekannte ihren Vater ermorden wird, recherchiert Brynn online bis sie die Identität des Mannes herausgefunden hat und macht sich dann auf den Weg, um herauszufinden wie sie den Mord verhindern kann. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft in Cornerstone, einem Zufluchtsort der Loup Garou, muss Brynn feststellen, dass der potenzielle Mörder, Rook McQueen, nicht nur überraschend sympathisch (und natürlich attraktiv) ist, sondern anscheinend auch keinerlei Grund hätte, ihren Vater zu töten.

Dadurch, dass die Autorin ihre Welt so aufgebaut hat, dass die verschiedenen magischen Parteien (Magi, Loups Garous und Vampire) normalerweise keinen Kontakt zueinander haben, müssen sich Brynn und Rook im Laufe der Zeit gegenseitig viel erklären, was dem Leser die Möglichkeit gibt nach und nach die unterschiedlichen Gesetzmäßigkeiten kennenzulernen. Brynn ist als Magus eine Enttäuschung für ihren Vater und wird von diesem nicht gerade respektvoll behandelt, aber statt sich deswegen benachteiligt zu fühlen geht die junge Frau recht stoisch damit um. Für sie steht fest, dass sie in einer Welt, in der Abstammung und magische Fähigkeiten das Wichtigste sind, eben nur "zweite Wahl" ist, aber das hindert sie nicht daran selbstbewusst zu sein, aktiv zu werden und sich auf ihre Weise als "nützlich" zu erweisen. Ich mochte Brynn sehr, eben weil sie zwar eine eher schüchterne und nicht gerade lebenserfahrene Person ist, aber Rückgrad und Mut hat und in gewisser Weise ein unabhängiger Geist ist.

Das macht sich auch in der Liebesgeschichte bemerkbar. Denn obwohl Brynn und Rook sich auf den ersten Blick (für beide überraschend) voneinander angezogen fühlen, so bedeutet dies nicht, dass sie nun automatisch ein Paar werden müssen. Genau genommen gehen beide davon aus, dass sie aufgrund ihrer so unterschiedlichen Herkunft keine Zukunft haben - und selbst wenn die Herkunft keine Rolle spielen würde, so gibt es noch so viele andere Faktoren zu beachten, dass es am Ende für beide eine bewusste und wohlüberlegte Entscheidung ist, ob sie eine Beziehung eingehen oder nicht. Mir hat es sehr gefallen, dass Kelly Meade nicht auf die "mein innerer Wolf will sie, alles andere ist irrelevant"-Schiene aufgesprungen ist. :D

Und dann noch die Loups Garous! In dieser Trilogie gibt es kleine Orte, die vollkommen in der Hand eines Rudels sind und in denen keine oder nur sehr wenige eingeweihte Menschen leben. Diese Orte sind in der Regel geprägt von der Persönlichkeit ihres Alphas, in Cornerstone ist das Thomas McGueen, der Vater von Rook, Knight und Bishop. Normalerweise fallen mir die Eltern der Hauptfiguren nicht so ins Auge, aber bei Thomas McQueen ist das anders, denn bei ihm zeigt sich am Besten inwieweit sich Kelly Meades Werwölfe von den anderer Autoren unterscheiden. Thomas McQueen ist eindeutig derjenige, der die Regeln in der Stadt aufstellt und dafür sorgt, dass sie eingehalten werden. Auf der anderen Seite ist er einfach ein netter Kerl, der gut überlegt, bevor er Entscheidungen fällt, und der jedem erst einmal eine Chance gibt, bevor er über ihn urteilt. Bei ihm zeigt sich keine Aggressivität oder gar Imponiergehabe, er ist ein ruhiger Mann und liebevoller Vater und ihm ist wichtig, dass sich die Personen in seiner Umgebung frei entscheiden können (auch wenn es natürlich wichtige Regeln beim Zusammenleben von Werwölfen gibt, die trotzdem beachtet werden müssen).

Bei so einem Vater ist es kein Wunder, dass auch Rook ein eher ruhige Mann ist. Sein Traum war es Musiker zu werden und die Musik spielt auch weiterhin eine wichtige Rolle für ihn. Doch nun ist er zurück in Cornerstone und muss sich mit der Frage auseinandersetzen, was er in Zukunft aus seinem Leben macht. Hier kommt ein weiterer Aspekt zum Tragen, den die Autorin sich für ihre Werwolf-Variante überlegt hat: Die Wölfe haben je nach Fellfarbe, unterschiedliche Fähigkeiten und Aufgaben in ihrem Rudel. Und da Rook ein schwarzer Wolf ist, könnte er der Nachfolger seines Vaters als Rudelführer werden, obwohl er nicht der älteste Sohn des Alpha ist und sein Bruder Bishop von klein auf für die Aufgabe ausgebildet wurde. Denn obwohl Bishop hervorragend für die Rolle des Rudelführers geeignet wäre, ist er "nur" ein grauer Wolf. Diese in der Luft hängende Entscheidung bietet der Autorin einige Möglichkeiten, um Rooks Persönlichkeit zu beleuchten und mir gefiel sehr gut, was sie daraus (und aus dem schwarzen Wolf) gemacht hat.

Natürlich spielt die Liebesgeschichte eine große Rolle in "Black Rook", aber der Rest der Handlung kommt auch nicht zu kurz. Während Brynn herauszufinden versucht, wer ihren Vater töten will, müssen die Loups Garous damit fertig werden, dass Unbekannte ein befreundetes Rudel ausgelöscht haben. Hier blitzt etwas von der Härte durch, die ich bei den Dreg-City-Romanen so gemocht habe. Es gibt viele Tote, gnadenlose Gegner und schwere Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Die eine oder andere Wendung war zwar nicht so ganz überraschend, aber so gut präsentiert, dass ich das Ganze trotzdem spannend fand. Ich bin schon neugierig darauf, wie es damit weitergeht.

Montag, 21. Juli 2014

Reihenlesen

Während ich das Ganze hier geschrieben habe, ist mir aufgefallen, wie viel Fantasy ich wieder lese, und das ist toll! Ich war so viele Jahre lang so unglücklich mit der Auswahl an fantastischen Romanen, dass ich in dem Genre nur meine alten Schätze wiedergelesen und nichts Neues entdeckt habe. Das hat sich in den letzten Jahren definitiv geändert, und ich habe so viele neue Autoren und unterhaltsame Reihen für mich entdecken können. :) 

In den letzten Tagen habe ich ein bisschen über meine Art, Reihen zu lesen, nachgedacht. Dabei habe ich festgestellt, dass ich gern Reihen für mich entdecke, bei denen schon einige Teile veröffentlicht wurden. Zumindest dann, wenn es sich um Romane handelt, die nicht so intensiv durch die Buchblogs besprochen wurden, dass ich schon vor dem ersten Anlesen übersättigt bin.

Die Rachel-Morgan-Romane oder auch die Harry-Dresden-Serie gehört zum Beispiel dazu. Beide Reihen habe ich für mich entdeckt, als schon einige Titel davon auf dem Markt waren. Und das gibt mir die Möglichkeit, mir ab und an gleich mehrere Bände davon zu Geburtstag oder Weihnachten zu wünschen oder sie gleich selbst zu kaufen und dann eine intensive Leserunde damit einzulegen. Aktuell hat mich zum Beispiel Harry Dresden wieder im Griff und ich finde es toll, dass ich nach "White Night" (Samstagabend angefangen, Sonntagabend beendet) heute zu "Small Favor" greifen kann. Und wenn ich dann noch nicht genug davon habe - was wahrscheinlich ist -, dann liegt da auch noch "Turn Coat" auf dem SuB.

Bei den "Elemental Assassin"-Romanen hingegen reicht es, wenn ich mir ab und an einen neuen Band gönne, denn Jennifer Estep wiederholt immer so viel vom vorherigen Geschehen, dass ich da aufpassen muss, dass ich die Bücher nicht zu schnell hintereinander lese. Trotzdem finde ich es angenehm, wenn ich nach dem Lesen eines Romans die Bestellung des nächsten Bandes tätigen kann, nur um die Gewissheit zu haben, dass er da ist, wenn ich weiterlesen will.

Schwieriger wird es für mich mit den Reihen, bei denen ich auf dem aktuellen Stand bin, wie bei den Krimis von Deborah Crombie, den Witchcraft Mysteries oder den Serien von Seanan McGuire. Den aktuellen Band der Witchcraft Mysteries hatte ich vorbestellt, gleich nach Eintreffen gelesen und mich gut dabei amüsiert. Aber ich habe nun kein Problem damit, dass ich wieder ein Jahr warten muss, bis der nächsten Teil erscheint. Bei dieser Serie habe ich Geduld, weil sie halt nett ist und ich sie zwar weiter verfolgen will, aber nicht so begeistert bin wie von den beiden anderen Beispielen.

Bei den Deborah-Crombie-Krimis und Seanan McGuires Büchern hingegen merke ich, dass ich mir die aktuellen Bände immer etwas aufhebe, obwohl ich mich so darauf gefreut habe. Aber eigentlich ist das auch der Punkt: Ich habe mich darauf gefreut und bin so erleichtert, dass endlich der nächste Band da ist, dass ich die Vorstellung, wieder ein Jahr warten zu müssen, nicht so prickelnd finde. Also lasse ich mir Zeit mit dem Lesen und versuche so, die Wartezeit etwas zu verkürzen. Während ich inzwischen anfange, mich auf die Veröffentlichung des nächsten October-Daye-Bandes zu freuen, der im September veröffentlicht wird, denke ich, dass es so langsam Zeit wird, den Teil aus dem letzten Herbst zu lesen und herauszufinden, wie es October so ergangen ist.

Ich merke auch, dass es mir wichtig ist, dass ich mich - ungefähr zumindest - auf eine regelmäßige Veröffentlichung verlassen kann. Bei den Tamora-Pierce-Romanen ist es für mich nämlich viel schwieriger, endlich mit dem Lesen anzufangen, obwohl ich da inzwischen auch einige auf dem SuB gesammelt habe. Aber die Autorin hat in den letzten Jahren so wenig veröffentlicht und sich überhaupt nicht mehr an angekündigte Termine gehalten (inzwischen gibt es auch keine Aussagen mehr darüber, wann etwas erscheinen soll), dass ich die Reihenfortsetzungen einfach erst mal auf den SuB lege und etwas verdränge, weil ich es frustrierend finde, regelmäßig nach Veröffentlichungsdaten zu recherchieren und doch keine verlässlichen Informationen zu bekommen.

Irgendwie finde ich es ganz spannend, mir Gedanken darüber zu machen, warum ich welche Reihenfortsetzung zu welchem Zeitpunkt lese (mal abgesehen davon, dass ich einfach manchmal auf bestimmte Genres keine Lust habe, obwohl ich mich auf einen Roman sehr gefreut habe). Und nun wäre ich doch neugierig, wie es bei euch damit ist:

Lest ihr jede Fortsetzung sofort? Findet ihr es frustrierend, eine seit Längerem laufende Reihe neu zu entdecken und zu wissen, dass ihr euch noch ganz viele Bände zulegen "müsst"? Wartet ihr grundsätzlich mit dem Lesen der Fortsetzungen, bis ihr einige Teile gesammelt habt, um dann intensiv die Serie weiterlesen zu können? Oder könnt ihr bei euch keine Regelmäßigkeiten feststellen, wenn es ums Reihenlesen geht?

Samstag, 19. Juli 2014

Dies und Das (6)

37 Grad ... mein Auto zeigte mir um elf Uhr 37 Grad an! Ich verstecke mich dann mal für den Rest des Tages hinter heruntergelassenen Rollläden und halte mich an meiner Wasserflasche fest. (Für diejenigen, die mich persönlich kennen: Ja, bei dem Wetter trinke sogar ich Wasser statt Tee. ;) )

Eigentlich wollten wir heute ins Kino gehen und "Wenn der Wind sich hebt" sehen, aber bei der Hitze haben wir den Kinobesuch um eine Woche verschoben. Im Kino selbst ist es zwar klimatisiert, aber der Weg dahin ist mir bei dem Wetter zu anstrengend und auf das ebenfalls geplante Essengehen habe ich bei den Temperaturen auch keine so große Lust.

Stattdessen haben wir heute Vormittag - nach einem sehr frühen und schnellen Wochenendeinkauf - den Optiker aus der Nachbarschaft unsicher gemacht. Am Mittwoch war ich beim Augenarzt und durfte mir so unangenehme Worte anhören wie "Altersweitsichtigkeit" und "Gleitsichtbrille" - der charmante Optiker war heute dann etwas irritiert wegen meines Brillenwunsches, weil er meinte, dass ich dafür doch zu jung sei. Ich gebe zu, das tut dann doch ganz gut, auch wenn es vermutlich nur eine "ich bin nett zur Kundin"-Aussage war. ;)

Eine Gleitsichtbrille wird es dann doch nicht, die wäre nicht so ideal, um am Bildschirm zu arbeiten, aber eine Fernsichtbrille brauche ich, wenn ich weiter Auto fahren will. Ich werde also in Zukunft mit zwei Brillen jonglieren und muss zugeben, dass ich mich sehr über meine neue Brille freue. Ich habe ein hübsches Gestell gefunden, das mir gut steht, und ich habe noch nie zuvor so einen angenehmen Optikerbesuch erlebt. Gute und ausführliche Beratung, mehrere hübsche Gestelle zur Auswahl, die mir alle ziemlich gut standen, und mir wurde nicht vorgeschrieben, wie ich meine Brille zu tragen hätte. Stattdessen wurde gefragt, wie und warum ich meine Brille so auf der Nase sitzen habe, wie ich sie nun mal trage - und nun wird die Brille an meine Trageweise angepasst. Doch, das war fein und ich freu mich jetzt schon darauf, die neue Brille in der nächsten Woche abholen zu können.

Ansonsten werde ich wohl meine volle To-do-Liste etwas zusammenstreichen und bei den angekündigten heißen (und schwülen) Tagen etwas mehr Zeit als geplant auf dem Sofa verbringen und lesen. Überhaupt habe ich in den letzten Tagen erstaunlich viel gelesen und eigentlich würde ich auch gern über einen Großteil der gelesenen Bücher schreiben, aber irgendwie reicht die Konzentration immer nur für den ersten Absatz einer Rezi und ein paar Stichworte. Mal schauen, ob sich das in den nächsten Tagen ändert. Wenn nicht, dann gibt es am Ende des Monats vermutlich einen schrecklich langen Beitrag mit "Leseeindrücken".

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende - und holt euch keinen Sonnenbrand! ;)

Samstag, 12. Juli 2014

Laurel Corona: Die Geigenspielerin

Durch Birthe und ihre Besprechung bin ich auf "Die Geigenspielerin" von Laurel Corona aufmerksam geworden und hatte den Roman in der Bibliothek vorgemerkt, weil sie so begeistert von und so zufrieden mit dem Buch war. Als ich den Roman dann vor ein paar Wochen endlich in der Hand hatte, habe ich das erste Kapitel gelesen, in dem beschrieben wird wie die beiden Schwestern Maddalena und Chiaretta von ihrer Mutter in die Ospedale della Piéta gebracht werden. Das las sich so weit ganz nett, hatte mich aber nicht so weit gepackt, dass ich sofort weiterlesen musste.

Einige Tage später war ich dann in der richtigen Stimmung für einen historischen Roman und nachdem ich mich erst einmal auf die ruhige Erzählweise und Venedig Anfang des 18. Jahrhundert eingelassen hatte, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Nicht, weil die Geschichte so spannend war, sondern eher weil ich es so genossen habe die beiden Schwestern auf ihrem Weg zu begleiten, weil ich die Sprache mochte und sogar mit den ausführlichen und bildhaften Beschreibungen zum Thema Musik etwas anfangen konnte, obwohl Musik - vor allem klassische Musik - eine relativ geringe Rolle in meinem Leben spielt.

Die Ospedale della Piéta ist ein von Nonnen geführtes Waisenhaus und eine der vier großen Musikschulen Venedigs. So lernen auch Maddalena und Chiaretta, als sie dafür alt genug sind, singen und ein Instrument spielen. Während Chiaretta recht schnell als begabte Sängerin erkannt wird, zeigt ihre ältere Schwester Maddalena anfangs wenig Talent für die Musik und es sieht so aus, als ob sie vor allem mit dem Klöppeln zum Auskommen der Piéta beitragen und sich langfristig eine kleine Mitgift erarbeiten kann. Doch dann entdeckt das Mädchen die Geige für sich und entwickelt eine ungewöhnliche Leidenschaft für dieses Instrument.

Mir hat es sehr gut gefallen wie Laurel Corona die Piéta mit all ihren Regeln beschrieben hat, wie gezeigt wird, dass dieses Waisenhaus das für den Unterhalt dringend benötigte Geld mit dem musikalischen Können ihrer Schützlinge verdient oder auch einen - nicht gerade geringen - Brautpreis verlangt, wenn jemand eine ihrer begabten Musikerinnen heiraten möchte. Doch vor allem fand ich es großartig, dass die verschiedenen Charaktere (und zwar nicht nur Maddalena und Chiaretta) angenehm realistisch gestaltet wurden, mit Stärken und Schwächen, mit Wünschen und dem Wissen darum, dass manche Dinge eben in ihrer Welt nicht einfach erreichbar sind. Und obwohl ihnen manche Träume verwehrt bleiben, so gehen sie recht pragmatisch damit um und suchen ihr Glück in den Sachen, die greifbar sind. Das gibt dem ganzen Roman eine wunderschöne Stimmung, die ich als regelrecht wohltuend beim Lesen empfunden habe.

Auch die Sicht auf Vivaldi, der von der Piéta als Lehrer engagiert wurde und für die Musikerinnen und Sängerinnen Stücke komponierte, ist in gewisser Weise bodenständig. Er wird zwar als musikalisches Genie beschrieben, aber eben auch als ein Mann, der nicht glücklich ist mit seinem Priesteramt, und der als Berufsmusiker und Komponist auf die Gnade seiner Gönner und Kunden angewiesen war. Ich muss gestehen, dass ich beim Lesen immer wieder Pausen gemacht habe, um mir die erwähnten Musikstücke anzuhören, dass ich aber nicht immer (vielleicht aufgrund der Qualität der Aufnahmen) nachvollziehen konnte, was nun die Besonderheit des jeweiligen Stücks ausmachte. Beschrieben fand ich die Musik zum Teil ansprechender als beim direkten Hören. ;)

Birthe erwähnt in ihrer Rezension auch noch den von Laurel Corona in ihren Roman eingebauten Umgang mit der Liebe- und ich kann ihr da nur in jeder Beziehung zustimmen. Ich fand es sehr schön mitzuerleben wie nah sich die beiden Schwestern sind, obwohl sie aufgrund ihrer gegensätzlichen Charaktere nicht immer nachvollziehen können, was die andere bewegt. Auch was die Beziehungen zu anderen Menschen angeht, hat Laurel Corona ihren Figuren eine angenehme und wie ich finde realistische Offenheit verpasst. Es gibt nicht die eine große Liebe, ohne die das Leben keinen Sinn mehr hat (was ich wirklich nicht mehr lesen kann), sondern die Autorin lässt ihre Figuren viele verschieden Facetten von Liebe erleben, neben all den anderen Dingen, die eben das Leben ausmachen.

"Die Geigenspielerin" ist ein eher ruhiger und flüssig zu lesender Roman, ohne große Höhen und Tiefen, ohne großes Drama, aber dafür voller interessanter und trotzdem angenehm realistisch geschilderter Charaktere, voller Freude an der Musik, vor der tollen Kulisse des Venedigs des 18. Jahrhunderts - für mich ein richtiges Wohlfühlbuch, das mir angenehme Lesestunden bereitet hat.