Montag, 24. November 2014

Dorothy Gilman: Mrs. Pollifax on the China Station (Hörbuch)

In diesem Monat habe ich mir meine Mrs. Pollifax für besonders unangenehme Arbeiten aufgehoben und die nicht ganz so schlimmen Tätigkeiten entweder ohne Ablenkung oder mit Stephen Kings "Der Anschlag" auf den Ohren verbracht. Trotz der längeren Pausen und der nicht so schönen Beschäftigung nebenbei, habe ich "Mrs. Pollifax on the China Station" von Dorothy Gilman wieder sehr genossen. Dieses Mal wird die rüstige Rentnerin von ihrem Auftraggeber Mr. Carstairs nach China geschickt, wobei von Anfang an feststeht, dass ihre Aufgabe nicht ganz ungefährlich ist und dass sie - unter anderem - mit dem Job beauftragt wurde, weil sie spontan handeln kann, auf andere Menschen vertrauenserweckend wirkt und bewiesen hat, dass sie bei Folter (!) nicht so schnell einbricht.

Obwohl Mrs. Pollifax auch auf dieser Reise mit einer geführten Reisegruppe unterwegs ist, so wie schon in "Mrs. Pollifax on Safari", erwarten sie deutlich größere Herausforderungen. Erst einmal soll sie mit einem anderen - ihr unbekannten - CIA-Mitarbeiter zusammenarbeiten, dann reisen sie nach China, wo sie als westliche Touristen ständig unter Beobachtung stehen, und zuletzt besteht ihr Auftrag darin, dass sie einen chinesischen Ingenieur aus einem Arbeitslager befreien sollen, wo er seit Jahren gefangen gehalten wurde. All die Unwägbarkeiten machen Emily Pollifax verhältnismäßig unsicher, doch trotzdem versucht sie die Reise nach China zu genießen und so viel Kultur wie möglich zu sehen.

Eigentlich beginnt die Geschichte für den Hörer ganz harmlos. Gemeinsam mit Mrs. Pollifax kann man darüber grübeln, welcher mitreisende Person wohl ebenfalls von der CIA ist, während man die unterschiedlichen Figuren immer besser kennenlernt. Und Emiliys erste Begegnung mit Einheimischen, die nicht tagtäglich mit Ausländern zu tun haben, sind auch ganz wunderbar beschrieben, ebenso ihre Begeisterung für die Geschichte und Kultur. Doch dann wird die Frage immer drängender, wie wohl der zu befreiende Ingenieur aus dem Arbeitslager rausgeholt werden kann - und wer wohl das Gepäck von Mrs. Pollifax durchsucht hat ...

"Mrs. Pollifax on the China Station" ist trotz vieler amüsanter und liebenswerter Momente nicht ganz so leicht geschrieben wie die vorhergehenden "Mrs. Pollifax"-Geschichten. Emily vermisst den Mann, den sie bei ihrem Abenteuer in Afrika kennengelernt hat und muss feststellen, dass es für sie nicht mehr so einfach ist ihr Leben zu riskieren, wenn es doch einen so wichtigen Menschen in ihrem Leben gibt. Auch fühlt sie sich lange Zeit allein auf ihrer Reise, da die Identität ihres Kollegen erst spät gelüftet wird. Was das Lokalkolorit angeht, so gibt es viele atmosphärische Szenen, doch vor allem konzentriert sich die Autorin dabei auf die lange Historie des Landes und weniger auf aktuelle Ereignisse - vielleicht, weil um 1980 zwar viel in China passierte, aber sich nur wenig davon gut in einem Roman darstellen lässt.

Aber auch so mag ich die Geschichten rund um Mrs. Pollifax und freue mich weiterhin darüber, dass ich noch einige Hörbücher mit ihr vor mir habe. Über die Sprecherin Barbara Rosenblat muss ich inzwischen ja wohl nichts mehr sagen - ich mag ihre Stimme und ich mag ihre Art die verschiedenen Figuren darzustellen.

Sonntag, 23. November 2014

Und was ist mit den Kommentaren?

In diesem November gab es einige Posts zum Thema "Bloggen". Melanie hat sich zum Beispiel Gedanken über das spontane oder geplante Veröffentlichen von Blogbeiträgen gemacht oder über das Rezensieren von Fortsetzungen. Tina von reading tidbits hat sich hingegen gefragt, "Wie oft bin ich verpflichtet zu bloggen?", und Annett schreibt über Verrisse. Grundsätzlich finde ich all diese Gedanken und Anregungen rund ums (Buch-)Bloggen gut und spannend, aber bei all diesen Beiträgen fehlt mir das Thema Kommentare.

In meiner Twitter-Timeline haben ein paar Leute vor einiger Zeit festgestellt, dass sie ja in gewisser Weise auch selbst Schuld sind, wenn sie wenige Reaktionen auf ihre Blogbeiträge bekommen, sie würden ja auch nie bei anderen Blogs kommentieren. Letztendlich wurde daraus eine Kommentar-Challenge, von der ich nicht beurteilen kann, ob sie am Ende etwas gebracht hat. Ich bekomme eher die Tweets mit, die sich darum drehen, dass jemand den Überblick über die abgegebenen Kommentare verloren hat oder mal wieder kommentieren müsste, um da noch einigermaßen erfolgreich abzuschneiden.

Ich hingegen frage mich vor allem, warum das Kommentieren und das Reagieren auf Kommentare für manche Blogger so eine Herausforderung zu sein scheint. Zugegeben, ich bin ein schrecklich kommunikativer Mensch, aber sind wir Blogger das nicht in gewisser Weise alle? Schließlich bloggen wir, um uns über Bücher und andere Themen auszutauschen. Zu diesem Austausch gehört meiner Meinung nach auch eine - mehr oder weniger - zeitnahe Reaktion auf Kommentare, die zu den eigenen Beiträgen abgegeben werden, ebenso wie die zeitnahe Freischaltung von Kommentaren, die moderiert werden. Natürlich kann nicht jeder Blogger jeden Tag Zeit für sein Hobby aufwenden, aber ich erwarte schon, dass das jemand innerhalb einer Woche auf die Reihe bekommt. Es würde mir häufig schon reichen, wenn es nur eine "Entschuldigung, ich bin im Stress und schreibe später ausführlicher"-Bemerkung ist, aber als kommentierender Leser möchte ich gern ab und an das Gefühl haben, wahrgenommen worden zu sein. Nicht immer unbedingt bei jedem Kommentar, manchmal hinterlässt man ja auch nur ein "hallo, ich war da und habe deine Meinung gelesen", auf das nicht leicht zureagieren ist. Aber spätestens bei einem Beitrag, der zu einer Diskussion anregen soll, hätte ich schon gern irgendwann ein Lebenszeichen der Person, die den Post veröffentlicht hat.

Werde ich als Kommentator oft genug von einem Blogger ignoriert, dann fliegt der betreffende Blog aus meinem FeedReader, weil ich es zu frustrierend finde, immer wieder Kommunikationsbereitschaft zu zeigen und nur auf Stillschweigen zu treffen. Ebenso unangenehm finde ich es, wenn ein Blog kein Kommentar-Abo für einzelne Beiträge anbietet, denn ohne eine solche Benachrichtigungsfunktion kann nur sehr schlecht ein Austausch zustandekommen. Ich erinnere mich vielleicht noch ein oder zwei Tage lang daran, dass ich da kommentiert habe und dass ich ja mal nach einer Antwort schauen könnte, aber da ich erst einmal den Blog im FeedReader suchen, ihn aufrufen und ihn dann nach dem entsprechenden Beitrag und einer eventuellen Reaktion durchwühlen muss, bleibt es oft bei dem Gedanken ...

Fehlende Reaktionen oder ein nicht vorhandenes Kommentar-Abonnement sind also die beiden Sachen, die mich vom Kommentieren abhalten. Sonst aber finde ich, dass das Kommentieren zum Bloggen ebenso dazugehört wie das Schreiben von Blogbeiträgen. Ich bemühe mich, mindestens einmal am Tag meinen FeedReader zu leeren und dabei auch einen Kommentar bei den Beiträgen zu hinterlassen, zu denen mir spontan etwas einfällt. Das alles kostet mich nur ein paar Minuten (wenn ich nicht gerade ausnahmsweise zu einem komplexeren Thema endlos meine Meinung äußere, was meist bedeutet, dass ich den Beitrag "aufgehoben" habe, bis ich Ruhe dafür finde :D ) - weniger Zeit, als die meisten Leute in meiner Timeline pro Stunde bei Twitter verbringen, um über ihre schlechte Laune oder die fehlende Motivation für diese oder jene Tätigkeit zu schwatzen oder ihr Essen zu präsentieren. ;) Diese 140 Zeichen für einen Tweet sind so schnell geschrieben - und würden doch oft genug schon für einen Kommentar ausreichen.

Ähnlich halte ich es mit den Kommentaren, die auf  meinem Blog landen. Bekomme ich per Mail die Nachricht, dass da ein Kommentar geschrieben wurde, wird der eben mit einem Klick freigeschaltet und kurz beantwortet. Nur selten unterhalten wir uns über so komplexe Themen, dass es mich mehr als ein oder zwei Minuten kostet, um auf ein "ich teile deine Meinung" oder "klingt nach einem interessanten Buch" zu reagieren. Manchmal entstehen so spannende, interessante oder auch nur alberne Unterhaltungen, die für mich einen großen Reiz des Bloggens ausmachen. Denn auch wenn ich das Bloggen für mich betreibe, so ist es doch der Austausch mit den Bloglesern, der für Buchtipps, neue Ideen und frische Motivation in stressigen Zeiten sorgt. Deshalb bemühe ich mich auch selbst in Phasen, in denen ich richtig viel um die Ohren habe, spätestens innerhalb von 24 Stunden auf einen Kommentar zu antworten - ohne, dass mir das Druck bereiten würde, denn es gibt einfach keinen Tag, an dem ich nicht ein paar Minuten Pause mache, in denen ich dann eben auch das Netbook in Reichweite habe.

Natürlich gibt es trotzdem mal Wochen, in denen dieses "normalerweise" auch bei mir nicht funktioniert. Aber da dieses Hobby "Bloggen" inzwischen einfach zu meinem Alltag gehört, kommen die an Kommentaren armen Zeiten eigentlich nicht ganz so häufig vor.

Ich weiß nicht, ob ich unter meinen "stillen" Mitlesern Leute habe, für die das Kommentieren auch problematisch ist. Wenn ja, dann fände ich es spannend zu erfahren, warum es ihnen so schwer fällt, (regelmäßig) eine Meinung zu einem gelesenen Beitrag zu hinterlassen.

Ansonsten bin ich sehr dankbar für die Blogger (und Nichtblogger!), die ebenso wie ich gern regelmäßig kommunizieren und seit Jahren immer wieder bei mir vorbeischauen und mit mir über Bücher und all die anderen Dinge schwatzen, über die ich schreibe.

Freitag, 21. November 2014

Caroline Stevermer: Magic Below Stairs

Kiya hat mich vor kurzem unabsichtlich - über einen Link in den Kommentaren - auf "Magic Below Stairs" von Caroline Stevermer aufmerksam gemacht und ich habe den (viel zu kurzen) Roman auch schon gelesen. Caroline Stevermer ist mir von den "Cecelia and Kate"-Romanen bekannt, die sie zusammen mit Patricia C. Wrede geschrieben hat, und als ich mitbekam, dass "Magic Below Stairs" in der selben Welt spielt, musste ich das Buch einfach haben - auch wenn die Geschichte sich an ein jüngeres Publikum (10 bis 12 Jahre) richtet als die "Cecelia and Kate"-Bücher.

Protagonist von "Magic Below Stairs" ist Frederick, den der Leser kennenlernt, als er gerade in einem Waisenhaus eine Strafarbeit verrichten muss. Allerdings es ist Frederick unmöglich die Erbsen und Bohnen, die der Waisenhausleiter in der Küche verteilt hat, aufzusammeln, bevor er mitten in der Nacht erschöpft einschläft. Doch als er am nächsten Morgen aufwacht, findet der Junge die Hülsenfrüchte ordentlich in Schüsseln und den Fußboden blitzeblank vor - und muss sich fragen, ob der grüngekleidete kleine Mann, von dem er geträumt hatte, vielleicht doch real war. In den folgenden Monaten darf der Junge dem Koch des Waisenhauses zur Hand gehen und lernt das eine oder andere Nützliche von dem freundlichen Mann.

Mit elf Jahren wird Frederick dann als Laufjunge im Haushalt von Lord Schofield (jupp, Kates Ehemann) aufgenommen, weil er das Glück hat, dass ihm die Uniform des vorherigen Laufburschen perfekt passt. Wieder ergibt sich so die Gelegenheit für den Jungen ganz viel neues Wissen zu sammeln, während er seinen diversen Aufgaben nachgeht. Viel passiert eigentlich gar nicht in dieser Zeit, aber langweilig wird das Buch trotzdem nicht. Caroline Stevermer erzählt von den vielen kleinen Begebenheiten, die Fredericks neues Leben ausmachen, und beschreibt dabei wunderbar nachvollziehbar die Reaktionen des Jungen auf die neuen Lebensumstände, seine Pflichten und die Menschen um ihn herum. Ich habe zum Beispiel mit glänzenden Augen dagesessen, als Frederick herausfand, dass er als Dienstbote im herrschaftlichen Haushalt frisches Brot zu essen bekommt. Auch mochte ich es von all den kleinen Aufgaben zu lesen, die zu seinem Alltag gehören, und von den Gedanken, die er sich zu den verschiedenen Leuten macht.

Natürlich bleibt Fredericks Leben nicht so geruhsam - schließlich sind Kate und ihr Mann nicht gerade dafür berühmt, dass ihr Alltag langweilig verläuft, was natürlich auch Auswirkungen auf ihr Personal hat. So findet der Junge im Laufe der Zeit eine gute Freundin, einen unerwarteten Verbündeten und sogar eine überraschende Chance für sein zukünftiges Leben, während er mit den Auswirkungen einer magischen Auseinandersetzung konfrontiert wird. Ich habe die heimelige Atmosphäre im Haus der Schofields ebenso genossen wie den Humor, der sich durch das ganze Buch zieht. Frederick ist mir, ebenso wie verschiedene andere Mitglieder des Haushalts, sehr ans Herz gewachsen und ich fand es wunderbar auf diese Weise noch einmal in diese Welt zurückzukehren (auch wenn ich Cecelia etwas vermisst habe).

Mittwoch, 19. November 2014

Kelly Meade: Gray Bishop (Cornerstone Run Trilogy 2)

Manche Romane finde ich sehr schwer zu rezensieren, weil Verstand und Gefühl da eher getrennte Wege gehen. Mein Verstand sagt mir, dass die "Cornerstone Run Trilogy" von Kelly Meade (Kelly Meding) ja "nur" eine unterhaltsame romantische Urban-Fantasy-Geschichte ist, mein Gefühl hingegen ist einfach nur hingerissen, weil ich nach dem Lesen des zweiten Teils, "Gray Bishop", genauso emotional ausgelaugt war, wie schon nach dem Lesen von "Black Rook".

Während im ersten Teil der Serie die Urban-Fantasy-Welt inklusive Magi, Loups Garouxs und Vampire ausführlich vorgestellt wurde, konzentriert sich die Autorin in "Gray Bishop" mehr auf den Ort Cornerstone und darauf wie die unterschiedlichen Werwolf-Gemeinschaften mit der Bedrohung durch die Hybriden umgehen. Dabei stehen dieses Mal Bishop McQueen (grauer Wolf, sowie ältester Sohn und potenzieller Nachfolger des Cornerstone-Alphas) und Jillian Raynolds (schwarze Wölfin und Tochter des Springwell-Alphas) im Mittelpunkt der Geschichte. Ich muss gestehen, dass ich es ein bisschen vermisste habe, die Perspektive von Rook und Brynn zu teilen, vor allem, da man als Leser ziemlich viele Szenen aus Knights Sicht (der dritte der drei McQueen-Brüder) mitbekommt, aber da ich Bishop und Jillian auch sehr sympathisch fand, ist das nun ein winziger Wermutstropfen.

Nach den Ereignissen im ersten Band muss sich die Bevölkerung von Cornerstone erst einmal wieder sammeln. Das Rudel hat einige größere Verluste einstecken müssen und die Flüchtlinge, die dank der Angriffe der unheimlichen Hybriden nicht zurück in ihre Heimatorte können, müssen einen Platz in der Gemeinschaft finden. Dabei ist den Loups Garouxs durchaus bewusst, dass sie sich um die unberechenbaren Schwestern kümmern müssen, weshalb die Alphas beschließen, dass Bishop und Jillian eine Falle für die Hybriden errichten sollen. Bishop und Jillian hingegen haben neben ihrer Sorge um das Wohlergehen ihres Rudels genügend private Probleme.

Bishop muss sich zwar inzwischen keine Gedanken mehr darüber machen, dass ihm sein kleiner Bruder Rook den Platz als Nachfolger ihres Vaters streitig machen könnte, aber trotzdem hat er das Bedürfnis zu beweisen, dass er die Position des Cornerstone-Alphas nach dem Rücktritt von Thomas McQueen ausfüllen kann, obwohl er "nur" ein grauer Wolf ist. Außerdem macht er sich große Sorgen um seinen Bruder Knight, der sich seit seiner Gefangennahme durch die Hybriden stark verändert hat, und kämpft mit seinen Gefühlen für Jillian Raynolds.

Jillian hingegen trauert immer noch um ihren vor zwei Jahren umgekommenen Mann und den zeitgleich erlittenen Verlust ihres ungeborenen Kindes. Ihr ist bewusst, dass sie für diese Trauer nicht mehr viel Zeit hat, denn gerade in einer solch gefährlichen Situation ist es notwendig einen Mann zu finden, der als Nachfolger ihres Vaters die Führung des Springwell-Rudels übernehmen kann. Obwohl sich Bishop und Jillian zueinander hingezogen fühlen (das ist wieder diese "mein Wolf erkennt den anderen als den Partner fürs Leben"-Sache *g*), kann sich keiner von ihnen vorstellen die Verpflichtungen gegenüber dem jeweiligen Rudel zugunsten dieser Zuneigung zu vernachlässigen.

So wie schon Rook ist auch Bishop ein wunderbarer Held, er ist stark, pflichtbewusst, aber auch fürsorglich und ein Familienmensch ... äh ... Familien-Loup-Garoux. ;) Aber noch mehr als die Männer haben es mir Kelly Meads weibliche Hauptfiguren (nicht nur in dieser Serie) angetan. Jillian ist zwar "nur" eine Frau und kommt somit nicht als Nachfolgerin ihres Vaters in Frage - dafür steht fest, dass sie den zukünftigen Alpha des Springwell-Rudels heiraten muss -, aber sie ist stark, selbstbewusst und führt ganz selbstverständlich den Teil der Springwell-Loups-Garouxs an, die das Cornerstone-Rudel unterstützen. Eben weil die beiden Protagonisten ihre Prioritäten so setzen, dass das Wohl des Rudels höher gewertet wird als ihre persönlichen Gefühle, machen sie kein großes Drama daraus, dass sie nicht zusammenkommen können. Sie gehen zum Großteil recht rational und "erwachsen" mit ihren Emotionen um und das hat mir sehr gut gefallen.

Da ich Spoiler vermeiden möchte, kann ich leider nicht auf weitere Details eingehen, aber ich kann verraten, dass ich beim Lesen sehr viel geschmunzelt habe, weil es trotz der bedrohlichen Situation, in der die Wölfe schweben, zu einigen amüsanten Momenten kam. Außerdem habe ich so getrauert und gelitten (und geheult ;) ), als es zu einem erneuten Kampf gegen die Hybriden kam und dabei Figuren starben, die mir sehr ans Herz gewachsen waren. Und dann gab es da noch einen potenziellen Gegenspieler von Bishop, der mir - trotz eines recht kleinen Auftritts - sehr an die Nieren ging, weil der vermeintliche Feind doch eigentlich ein wirklich sympathischer Kerl war. Alles in allem habe ich "Gray Bishop" wirklich genossen, ich fand es toll, dass dieser Roman nicht nur ein typischer "mittlerer Teil" war und ich freu mich jetzt schon auf den Abschluss der Reihe, der Anfang 2015 veröffentlicht wird.

Montag, 17. November 2014

Sofa-Katzen im November

Als Erstes sollte ich wohl erwähnen, dass wir noch nicht heizen und dass ich deshalb nachmittags zum Schreiben häufig mit dem Netbook unter einer Decke auf dem Sofa verschwinde. Christie findet die Wärme, die ich dabei abgebe, ganz toll und sorgt in der Regel dafür, dass sie auch (oft genug ganz allein) davon profitiert - was mir viele Gelegenheiten gibt, um unsere kleine Kampfkatze zu fotografieren.


Christie hängt auf meinen Knien - und mag definitiv nicht von der Kamera gestört werden. :D


Christie hat sich mal wieder zwischen mich und die Sofalehne gequetscht. 


Manchmal duldet sie auch eine weitere Wärmequelle an ihrer Seite ...


... oder sogar zwei. Was dann für mich der Zeitpunkt ist, an dem ich gern mal wieder frei atmen würde.

Samstag, 15. November 2014

Arianas Adventslesen ...

... oder genauer gesagt Arianas "Advent, Advent ... Vorweihnachts-Lesewochen". Ich zitiere mal einen Teil von Arianas Ankündigungsbeitrag:

Wie sieht die Aktion konkret aus?

Wie schon im letzten Jahr entscheidet jede(r) Mitleser(in) für sich, wie er/sie die Adventswochen gestalten möchte, ob er/sie sich konkrete Ziele setzt oder einfach nur bewusst Zeit zur Entspannung und Besinnung einplant. Schließlich kann man die “staade Zeit” auf so viele verschiedene Arten interpretieren, da soll wirklich jede(r) für sich festlegen, wie die persönlichen Vorweihnachts-Lesewochen aussehen sollen. Allerdings wäre es schön, wenn ihr irgendeinen Bezug zur Advents- und Weihnachtszeit herstellen könntet – das ist ja immerhin der Grundgedanke der Aktion.

***

Im Moment habe ich noch keine konkrete Lektüre im Sinn, möchte mir aber schon etwas Adventliches oder Weihnachtliches für diese Zeit zum Lesen raussuchen. Oder vielleicht besorge ich mir in der Bibliothek eine Märchensammlung und stöbere da mal wieder durch - ich habe schon viel zu lange keine Märchen mehr gelesen. Und dann gibt es da ja noch den "Krampus" auf meinem SuB und das eBook-Angebot auf meinem Kindle, mit dem ich wieder jedes Wochenende eine weihnachtliche Kurzgeschichte lesen könnte. :D Auf jeden Fall wird es an jedem Adventssonntag einen Post von mir geben, in dem ich über das (in der Woche) Gelesene plaudern werde. Die Beiträge werden nicht so ausführlich wie beim Herbstlesen - zumindest gehe ich davon aus *g* -, aber ich freu mich schon auf die Möglichkeit zum Austauschen mit den anderen Teilnehmern.

Donnerstag, 13. November 2014

Thomas Finn: Schwarze Tränen

"Schwarze Tränen" von Thomas Finn gehört auch zu den Büchern, auf die ich total neugierig war, die aber trotzdem monatelang auf dem SuB lagen. Vor allem schreckte mich der Faust-Bezug (der mich eigentlich erst auf den Roman aufmerksam gemacht hatte) von einem spontanen lesen ab. Nun habe ich die Geschichte endlich gelesen und befürchte, dass es mir mit Thomas Finn langsam ebenso geht wie mit Kai Meyer. Dessen Romane finde ich eigentlich immer ganz unterhaltsam, aber seine Charaktere liegen mir nicht. Sie berühren mich einfach nicht, ihr Schicksal ist mir egal - und somit bin ich beim Lesen erschreckend wenig neugierig auf den weiteren Verlauf der Handlung, obwohl ich die Geschichte so gerne mögen würde, weil ich die Grundidee wirklich gut finde. Bei den "Chroniken der Nebelkriege" von Thomas Finn und der Serie rund um "Die Wächter von Astaria" ging mir das nicht so mit den Figuren, bei "Weißer Schrecken" schon (wobei mir da auch die Auflösung ganz am Ende nicht so zusagte) - vielleicht sollte ich bei dem Autor bei den Jugendbüchern bleiben?

Bei "Schwarze Tränen" begleitet man Lukas Faust, Nachfahre des berühmten Doktor Johannes Faust, bei einer abenteuerlichen Reise. Eigentlich war er nur nach Staufen gekommen, um seine Exfreundin zu stellen, die sich mitsamt seinen - nicht ganz redlich erworbenen - Ersparnissen aus dem Staub gemacht hatte. Doch als er Sylvia endlich findet, muss er feststellen, dass sie keine normale junge Frau, sondern ein höllischer Sukkubus ist. Außerdem hat sie ihn gezielt nach Staufen gelockt, was letztendlich dazu führt, dass ihm einige Zauberer auf den Fersen sind und dass Mephisto - selbstverständlich in der Gestalt eines schwarzen Pudels - ihm nicht mehr von der Seite weicht.

Ich mochte eigentlich die Art und Weise, in der Thomas Finn die Geschichte vom Doktor Faust mit den diversen Sagengestalten, berüchtigten Orten und historischen Figuren vermischte und daraus einen modernen fantastischen Roman strickte. Und da Lukas Faust anfangs keine Ahnung von all den übernatürlichen Wesen und Artefakten hat, bekommt er  - ebenso wie der Leser - eine gründliche Einführung in die verschiedenen verwendeten Elemente. Stellenweise war mir das schon ein bisschen viel und sorgte dann für etwas Langeweile beim Lesen, auch wenn es grundsätzlich nicht geschadet hat, dass ich so mein Wissen um deutsche Sagen und Legenden auffrischen konnte.

Neben Lukas (erfolgloser Zauberkünstler und ebenso erfolgloser kleiner Gauner), Mephisto (Teufel in Pudelgestalt) spielen auch noch Abraham (Gelehrter, der vor vielen Jahrhunderten einen Höllenpakt eingegangen ist) und Millepertia (Kräuterkundige, die ebenfalls vor einigen hundert Jahren auf den Teufel hereingefallen ist) eine große Rollen in der Handlung. Dummerweise fand ich den einen oder anderen Charakter zwar interessant, aber keinen von ihnen wirklich sympathisch und die Suche nach weiteren Teufelstränen zog sich auch immer wieder etwas hin. Erst auf den letzten gut 100 Seiten hat Thomas Finn mich mit seiner Geschichte so weit gepackt, dass ich mich gut unterhalten fühlte (und erschreckenderweise hatte die Gothic-Band inklusive Teufelsgeiger dank all der Klischee-erfüllenden Witze eine Menge damit zu tun), aber das hat leider nicht gereicht, dass ich am Ende zufrieden mit dem Roman war.