Mittwoch, 27. August 2014

[Kurz und knapp] Emma Goodwyn: Tod im Tower (John Mackenzies erster Fall)

In den letzten Wochen hatte ich relativ viele Zahnarzttermine und dementsprechend einen großen Bedarf an "Wartezimmerlektüre". "Tod im Tower" war perfekt für die Wartezeit beim Zahnarzt - atmosphärisch geschrieben, sympathische Charaktere und der Fall war zwar jetzt nicht superspannend, aber unterhaltsam geschrieben. Mit John Mackenzie hat die Autorin Emma Goodwyn eine reizvolle Figur geschaffen. Der ehemalige Armeepsychologe ist seit neustem Mitglied der königlichen Wachtruppe des Towers und als der Beefeater eines Abends seinen Dienst antritt, vermissen kurz darauf seine Kollegen eine Besucherin der Schlüsselzeremonie.

Als wenig später die Leiche der jungen Dame gefunden wird, steht schnell fest, dass als Mörder nur einer der Besucher oder ein Kollege von John in Frage kommt. Neben den Ermittlungen der Polizei (unter der Führung von Johns verhasstem Cousin Simon Whittington) soll John auf Anweisung seines Vorgesetzten nach möglichen Verdächtigen suchen. Seine Erfahrungen als Psychologe, so Johns Vorgesetzter, sollte ihm dabei von Vorteil sein und dabei helfen den Täter einzugrenzen.

"Tod im Tower" ist kein besonders spannender Krimi, die Lösung ist recht vorhersehbar, die Schreibweise eher schlicht und die Figuren sind nicht besonders komplex dargestellt. Trotzdem habe ich mich von dem Roman wunderbar unterhalten (und vom Zahnarzttermin abgelenkt) gefühlt. Es gibt viele nette kleinen Szenen, sei es zwischen den verschiedenen Figuren oder rund um die Orte, an denen John sich aufhält. John selber ist ein netter und hilfsbereiter Familienmensch, die Arbeit im Tower wird atmosphärisch beschrieben (wobei ich nicht beurteilen kann wie realistisch die Darstellung ist) und obwohl ich das Buch bei 30 Grad Außentemperatur gelesen habe, habe ich die Vorweihnachtsstimmung der Geschichte genossen.

Ich bin jetzt nicht so hingerissen von dem Roman, dass ich mir sofort die Fortsetzungen besorgen muss, bereue die Zeit, die ich mit dem Buch verbracht habe, aber definitiv nicht. Es war einfach mal wieder eine unterhaltsame, wenn auch wenig aufsehenerregende Lektüre. Manchmal reicht es eben, wenn ein Buch nur "ganz nett" ist.

Samstag, 16. August 2014

[Challenge] Zurück in die Vergangenheit

Elena hatte schon im vergangenen Jahr die "Zurück in die Vergangenheit"-Challenge gestartet und diese nun um ein Jahr verlängert. Beim ersten Mal war ich schon sehr versucht, aber da meine gelesenen Bücher (immer noch) in Umzugskartons stecken und es nicht gerade leicht ist, an sie heranzukommen, habe ich den Gedanken wieder verworfen. Inzwischen denke ich aber, dass ich dann eben auf die Bibliothek zurückgreife oder vielleicht mal einen Titel auf Englisch lese - einen Trixie-Belden-Band habe ich zum Beispiel noch auf dem SuB liegen, damit könnte ich ja anfangen. 


Die Challenge läuft vom 15. August 2014 bis zum 14. August 2015. Die Regeln kann man detailliert HIER nachlesen, wichtig finde ich vor allem folgende Punkte:
Ziel ist es, Bücher aus verstaubten Winkeln hervorzukramen und in nostalgischen Erinnerungen an Kindheit und Jugend zu schwelgen. Wer denkt nicht gern an Klassiker wie “Die kleine Hexe” von Otfried Preußler, “Pippi Langstrumpf” von Astrid Lindgren oder “Die unendliche Geschichte” von Michael Ende zurück? Daneben hat fast jeder seine eigenen Lieblingsbücher aus dieser Zeit, die zwar nie die breiten Massen erobert haben, aber dennoch unvergessen sind. Im Rahmen dieser Challenge sollen diese Bücher, die man in aller Regel schon ewig nicht mehr gelesen hat, nun noch einmal eine Chance bekommen, uns zu verzaubern.
Regeln gibt es praktisch keine. Es sollten einfach Bücher sein, die Ihr in den letzten Jahren nicht gelesen habt. Eine Mindestzahl ist nicht vorgeschrieben, schön wäre es jedoch dennoch, wenn Ihr mehr als ein Buch lest. Damit das jeweilige Buch im Rahmen der Challenge zählt, verfasst Ihr nach dem Lesen eine kleine Rezension. Wenn Ihr in dieser beispielsweise erwähnt, wieso es eins Euer Lieblingsbücher ist oder was für Erinnerungen daran hängen, wäre das natürlich besonders toll.
Ihr werdet also auf meinem Blog in den kommenden zwölf Monaten hin und wieder einen meiner alten Schätze wiederfinden - vermutlich inklusive einer vollkommen subjektiven und immer noch hingerissenen Meinung. Außerdem werde ich die gelesenen und besprochenen Titel wie immer auf meiner Challenge-Seite auflisten.

Wenn ihr ebenfalls Lust bekommen haben solltet, dann bin ich sicher, dass Elena sich über weitere Teilnehmer freuen würde. Anmelden kann man sich HIER in den Kommentaren.

Freitag, 15. August 2014

Dies und Das (7)

Als Bibendum am Montag ankam, teilte sie uns mit, dass meine Schwiegereltern dringend eine Salzlieferung benötigen würden. Seitdem wir vor einigen Jahren in Göttingen gewohnt haben, sind wir auf das dortige Siedesalz geeicht und haben die Schwiegereltern gleich angesteckt. Also haben wir - da unser eigener Salzvorrat ebenfalls zur Neige geht - eine Expresslieferung bestellt, von der Bibendum dann die Hälfte mitnehmen sollte, um sie an die Schwiegereltern weiterzureichen.

Mittwoch kam das Paket an - nur waren wir zu dem Zeitpunkt noch mit absolut köstlichen Leckereien in einem Café beschäftigt. Da anscheinend kein Nachbar da war, der mein Paket hätte entgegennehmen können, gab es eine Benachrichtigung mit der Mitteilung, dass wir am Donnerstag (ab 12 Uhr!) unser Paket in der Filiale abholen könnten.

Donnerstag sind wir also direkt nach meinem Zahnarzttermin und einem ebenfalls köstlichem Frühstück in einem anderen Café zur Filiale gefahren. Während ich im Auto wartete, versuchten mein Mann und Bibendum, unsere 20 Kilo Salz abzuholen. Leider vergeblich, denn angeblich wäre der Lieferwagen mit den Paketen noch nicht da gewesen. Es war ja auch erst halb eins ...

Freitag fuhren Bibendum und mein Mann wieder los, während ich Pizzateig knetete (und kurz darauf den Küchenschrank von Motten befreite Oo). Es dauerte überraschend lange, bis die beiden von ihrer Paketabholungsrunde wiederkamen - ohne Paket. Nach einem ausführlichen Telefonat mit dem "Kundenservice" stellte sich dann heraus, dass unsere Salzlieferung wohl am Mittwoch (oder Donnerstag) von jemandem in der Postfiliale auf den falschen Stapel gelegt wurden, so dass unser Paket dann irgendwann von DHL abgeholt und wieder zurück ins Paketzentrum gebracht wurde. Vermutlich ist das Paket gerade auf dem Weg zurück zur Saline ... wo mein Mann dann auch gleich angerufen hat, um klarzustellen, dass wir immer noch unser Salz haben wollen und nicht wir diejenigen waren, die das Paket zurückgeschickt haben. Mal abgesehen davon, dass das Ganze schon so ärgerlich wäre, klappt es nun natürlich nicht mit einer rechtzeitigen Zustellung, damit Bibendum bei ihrer Abfahrt das Salz mit in den Norden nehmen kann.

Da es regelmäßig mit den Postfilialen (der alten und der aktuellen) solche Probleme gibt, sind solche Erlebnisse für mich dann doch wieder ein Grund, um selbst für die ärgerlichsten Nachbarn immer wieder die Pakete anzunehmen.

Davon abgesehen war die Woche aber bislang einfach nur sehr, sehr schön. Nette Gesellschaft, viel zu lachen und so viele tolle neue Restaurant- und Café-Neuentdeckungen. :D

Nachtrag: Kaum jammere ich auf dem Blog über ein verirrtes Paket, da klingelt eine Stunde später der Paketbote und bringt uns 20 Kilo Salz. Anscheinend hatte doch noch jemand im "Zielpaketzentrum" aufgepasst und unser Paket für heute wieder zu den Lieferungen sortiert - ich vermute sogar, dass es der Paketbote selber war, der dafür gesorgt hat, dass da doch noch was richtig lief. Inzwischen kennen wir uns ja ... :)

Donnerstag, 14. August 2014

[Kulinarisches] Oreo-Käsekuchen

Diesen Oreo-Käsekuchen habe ich Sonntag gebacken, weil sich Bibendum den als Geburtstagskuchen gewünscht hatte. Der Vorteil an dem Kuchen ist, dass er auch nach zwei, drei Tagen immer noch sehr lecker schmeckt - genau genommen schmeckt er umso besser, je besser er durchgezogen ist - und dass man das Rezept leicht auf die Hälfte oder ein Viertel der Menge runterrechnen kann, um eine kleinere Portion zu backen. Theoretisch könnte man den Kuchen auch als Muffins backen und einen Teil davon einfrieren, das verträgt er gut. Allerdings müsste man dann die Backzeit anpassen und den Kuchen bzw. die Muffins beim Backen im Auge behalten.



Zutaten für eine ca. 20x30 cm große Form:

36 Oreo-Kekse (schon von der Cremefüllung befreit)
4 EL Butter
800 g Frischkäse
225 g Zucker
1/2 TL gemahlene Vanille
4 große Eier

Zu Beginn den Ofen auf 160 Grad (Umluft) vorheizen. Bei meiner Glasform ist es nicht nötig, zu buttern, aber im Zweifelsfall würde ich zu dem Zeitpunkt auch die Form ausfetten. Dann 24 Oreo-Kekse zerkrümeln, indem man sie in eine Tüte gibt, diese fest verschließt und dann energisch mit einem Topfboden oder Nudelholz bearbeitet. Danach die 4 Esslöffel Butter in einem Topf schmelzen und - nach einer kurzen Abkühlungzeit - die Butter mit den Kekskrümeln in einer Schüssel vermischen, bis die Kekskrümel fettig glänzen. Die noch immer krümelige Masse wird dann in die Form gegeben, gleichmäßig verteilt und etwas angedrückt.

Dann in einer großen Schüssel den Frischkäse mit dem Zucker und der Vanille verrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist. Dann die Eier einzeln mit einem Handrührgerät unter die Frischkäsemasse rühren. Dabei darauf achten, dass sich die Eier wirklich vollständig mit der Frischkäsecreme vermischt haben, bevor das nächste Ei zugegeben wird. Nun die restlichen Kekse grob mit den Händen zerbrechen und vorsichtig unter die Frischkäsemasse rühren, dann das Ganze in die Form füllen.

Den Kuchen 35 bis 40 Minuten backen, bis die Ränder fest sind. Die Mitte des Kuchens muss noch etwas wabbelig sein, wenn er aus dem Ofen genommen wird. Den Kuchen vollständig in der Form abkühlen lassen und dann in den Kühlschrank stellen. Im Kühlschrank hält er sich einige Tage, außerdem lässt er sich so gut in kleine Stücke schneiden und servieren.

Montag, 11. August 2014

Und mit diesem Oreo-Käsekuchen ...




... beginnt eine gemütliche und genußreiche Woche mit Bibendum!
Vor dem nächsten Montag wird es wohl nicht gerade viele Lebenszeichen von mir geben. ;)

Donnerstag, 7. August 2014

Leseeindrücke im Juni und Juli (2)

"Später Frost" von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson war mir in diesem Beitrag ins Auge gefallen. Ich habe ja oft genug mein Problem mit skandinavischen Krimis, aber das hier klang gut genug, um mal einen Versuch zu wagen. Am Ende kann ich sagen, dass sich der Roman für mich gelohnt hat, dass man aber meiner Meinung nach auch etwas Durchhaltevermögen dafür benötigt. Am Anfang fühlte ich mich total erschlagen von der Masse an neuen Personen, von individuellen Befindlichkeiten und einem schrecklichen Mordschauplatz, der nicht gerade viele Hinweise auf den Täter liefert.

Dafür fand ich Ingrid Nyström, die zu Beginn des Buches zur Hauptkommissarin befördert wird, sehr sympathisch und stimmig. Eine angenehm normale Polizistin, deren drei Kinder aus dem Haus und zum Teil verheiratet sind, und deren Mann Verständnis für ihren Beruf hat. Auch innerhalb des Teams herrscht grundsätzlich - trotz der einen oder anderen Stichelei - ein angenehmer und respektvolles Miteinander, was gut zu lesen war. Einzig mit der zweiten Protagonistin, Stina Forss, hatte ich ein paar Probleme, weil ich viele ihrer Handlungen überzogen und unverständlich fand - was sich aber gegen Ende der Geschichte nicht schön, aber doch stimmig klärt.

Der Fall an sich war leider überfrachtet und arg konstruiert, aber letztendlich nicht uninteressant. Insgesamt denke ich, dass ich dem zweiten Krimi rund um Ingrid Nyström und Stina Forss eine Chance geben werde, um zu schauen, ob die beiden Autoren die Reihe genauso weiterschreiben wie mit dem Debütroman begonnen oder ob es da noch Entwicklungen geben wird, die den nächsten Band für mich besser oder schlimmer machen. Beides ist möglich, obwohl ich am Ende - trotz all meiner Kritikpunkte - erst einmal damit zufrieden war, wie sich "Später Frost" entwickelt hatte.

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Auf Frances Hardinge und ihren Roman "Die Herrin der Worte" bin ich über Birthe gestoßen, die einen anderen Titel der Autorin rezensiert hatte. So nett ich den Anfang fand, als ich ihn vor ein paar Wochen angelesen hatte, so war mir auch klar, dass ich für das Buch aufgrund der Sprache etwas mehr Aufmerksamkeit benötige als für ein "normales" Kinder- und Jugendbuch. Letztendlich habe ich den Roman aber dann doch erst in den zwei Tagen vor Ablauf der Leihfrist gelesen - und muss gestehen, dass diese intensive Auseinandersetzung mit der Erzählweise, den Figuren und der Geschichte gar nicht so schlecht war.

Frances Hardinge hat wirklich eine ungewöhnliche und sehr schöne Art mit Sprache und Wörtern umzugehen, die gerade bei einem Roman, in dem es um die Schönheit und Macht vonWörtern, um Gefühle weckende Geschichten und um verbotene Schriften geht, sehr gut zur Geltung kommt. Einzig die Ergüsse der Figur des Wortmeister Clent waren mir manchmal etwas zu viel, da er - seinem Charakter entsprechend - sehr lang, blumig und fantasiereich spricht, wenn man ihn zu Wort kommen lässt. Mosca hingegen, die zwölfjährige Hauptfigur, hat mir sehr gut gefallen. Sie ist in vieler Hinsicht naiv und unerfahren, aber sie hat einen eigenständigen und starken Verstand und entwickelt sich im Laufe der Geschichte sehr schön weiter. Die Handlung an sich hat mich in vielen Teilen an die Westmark-Trilogie von Lloyd Alexander erinnert, die ich seit Jahren immer wieder gern lese.

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"Rotwild" von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson habe ich nur wenige Tage nach dem oben erwähnten Titel "Später Frost" gelesen. Auch beim zweiten Band des Autorenteams rund um die beiden Polizistinnen Ingrid Nyström und Stina Forss konnten mich ein Großteil der Charaktere und ihr Umgang miteinander überzeugen. Der Fall hingegen war mir auch dieses Mal wieder viel zu konstruiert. Zwar habe ich bei beiden Romanen etwas über deutsche und schwedische Geschichte gelernt, was mir so zuvor nicht bewusst war (mehr möchte ich nicht ins Detail gehen, weil ich dann die Auflösung des jeweiligen Falls verraten müsste), aber das reicht mir nicht, wenn der Kriminalfall an sich mich nicht überzeugen kann. Auch empfinde ich Stina Forss als Störfaktor in der Geschichte, auch wenn sie aufgrund ihrer Verbindungen und etwas radikaleren Art hier und da an Informationen herankommt, die ihre Kollegen so nicht bekommen hätten. Ich muss zugeben, dass die Romane nicht ohne Reiz sind, aber ich glaube nicht, dass ich die Reihe weiterverfolgen werde.

Mittwoch, 6. August 2014

Leseeindrücke im Juni und Juli (1)

"Unholy Magic" und "City of Ghosts" von Stacia Kane hatte ich - ebenso wie "Unholy Ghosts"- von Hermia ausgeliehen und im Juni gelesen. Beide Bücher sind nicht gerade perfekt, wenn man etwas unkonzentriert ist, und an den Slang habe ich mich bis zur letzten Seite nicht richtig gewöhnen können, auch wenn er sehr gut zum Setting passt. ;) Aber die Romane haben mir Spaß gemacht und ich finde die Welt, die Stacia Kane für diese Urban-Fantasy-Reihe erdacht hat, wirklich toll. Auch die Protagonisten mag ich und die Fälle, die Chess Putnam lösen muss, finde ich ebenfalls reizvoll. In Band 2+3 fand ich sie auch "professioneller" in Bezug auf ihre Drogensucht, das hatte ich ja beim ersten Teil nicht so stimmig gefunden.

Allerdings gibt es hier auch ein paar Kritikpunkte von meiner Seite. So finde ich es nach drei Bänden schon etwas schade, wenn sie mit einem offiziellen Auftrag der Kirche und gleichzeitig mit einem "privaten" Fall beschäftigt ist, dass beide unweigerlich am Ende zusammenhängen. Das nimmt der Handlung doch einiges an Spannung. Ebenso fand ich in allen drei Teilen wichtige Elemente der Auflösung der jeweiligen Fälle sehr vorhersehbar - vor allem durch die Verwendung altbekannter Klischees oder das Ignorieren von Erkenntnissen aus den vorherigen Bänden. Trotzdem habe ich es genossen mich insgesamt drei Romane lang mit dieser wirklich ungewöhnlichen Welt und der ebenso ungewöhnlichen Protagonistin beschäftigen zu können. :)

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Ich weiß nicht mehr, auf welchem Blog ich über "Der ungeladene Gast" von Sadie Jones gestolpert bin, aber es klang nach einer reizvollen und mysteriösen Geschichte, so dass ich den Roman in der Bibliothek vorgemerkt habe. Gelesen habe ich das Buch dann an einem Tag und muss zugeben, dass mir die Handlung ohne den mysteriösen Teil deutlich besser gefallen hätte. Am Anfang bekommt man das Haus "Sterne" und die im Jahr 1912 darin lebende Familie Torrington vorgestellt.

Emerald Torrington hat an diesem Tag Geburtstag, ihr Stiefvater reist trotzdem nach London, um Geld zum Erhalt des Anwesens aufzutreiben, und die - viel zu wenigen - Angestellten versuchen irgendwie alles für die Abendgesellschaft und die Gäste, die erwartet werden, vorzubereiten. Die zum Teil etwas exzentrischen Torringtons, der Stress, der mit dem Besuch einhergeht, und das Aufeinanderprallen der verschiedenen Charaktere am Abend  - das Alles hätte genügend Stoff für einen amüsante und spannenden Roman geboten. Aber Sadie Jones fügt noch ein weiteres Element hinzu, in dem sie in der Nähe ein Zugunglück geschehen lässt, dass nicht nur eine Gruppe gestrandeter Reisender nach "Sterne" bringt, sondern auch einen Mann aus der Vergangenheit von Charlotte Torrington, Emeralds Mutter.

Die Passagen rund um diesen ungeladenen Gast und die Reisenden sind sehr atmosphärisch geschrieben, aber wirklich gefallen haben sie mir nicht. Die Auflösung fand ich vorhersehbar und hätte es nicht das Pony am Ende gegeben (mehr will ich wegen Spoilergefahr nicht schreiben), hätte ich das Buch sehr unzufrieden zugeschlagen. Die Idee an sich und den Schreibstil kann ich anerkennen, aber mir persönlich hätte die Geschichte schlichter besser gefallen.

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"A Vision in Velvet" von Juliet Blackwell ist schon der sechste Band der Witchcraft-Mystery-Serie. Dieses Mal dreht sich die Geschichte rund um einen Baum, unter dem jemand ermordet wurde, und das Verschwinden von Lilys Vertrautem Oscar. Ich fand es besonders niedlich zu lesen, wie Lilys magische Freunde ihr die ganze Zeit erzählen, dass Oscar verloren ist und dass sie sich einen neuen Vertrauten zulegen soll, während gleichzeitig ihre "normalen" Freunde, die nichts von Oscars wahrer Identität ahnen, einen riesigen Aufstand machen, um das verloren gegangene Hängebauchschwein wiederzufinden. Es bleibt dabei, dass ich die Reihe inklusive Krimianteil, Humor und Charakterentwicklungs sehr mag und ich freu mich jetzt schon darauf irgendwann einen weiteren Band zu lesen.