Dienstag, 21. Mai 2013

Tanya Huff: The Complete Keeper Chronicles

"The Complete Keeper Chronicles" von Tanya Huff war mein Mai-Buch für meine persönliche English-Challenge. Genauer gesagt waren es drei Romane in einem Sammelband. Wenn jemand von euch nach meiner Rezension auf die Trilogie neugierig geworden sein sollte, dann gebe ich euch einen dringenden Rat: Lest nicht die Inhaltsangabe von Band 2 und 3, denn dann fangt ihr euch böse Spoiler ein! "The Complete Keeper Chronicles" beinhaltet die Bände "Summon the Keeper", "The Second Summoning" und "Long Hot Summoning". Während der erste Teil sich vor allem um Claire Hansen dreht, spielt bei den anderen beiden Romanen ihre kleinen Schwester Diana eine größere Rolle.

Doch erst einmal zu "Summon the Keeper": Claire Hansen ist ein Keeper, was bedeutet, dass sie dafür verantwortlich ist, Löcher im "Gewebe" der Welt zu stopfen. Diese Löcher entstehen zum Beispiel durch besonders böse Taten und können nicht nur das Gleichgewicht der Welt stören, sondern auch dem Bösen Zugang zu unserer Realität verschaffen. Um diese Löcher zu stopfen, muss Claire Magie anwenden, und das tut sie dort, wohin sie gerufen wird. Seit sie die Schule abgeschlossen hat - was vor zehn Jahren war -, lebt sie aus dem Koffer und reist mit ihrem Kater Austin zu den Punkten, an denen sie gebraucht wird.

In "Summon the Keeper" zieht sie der Ruf nach Kingston. Doch bevor sie den genauen Punkt findet, an dem sie eingreifen soll, landet sie zur Übernachtung in einem vernachlässigtem Hotel. Und als Claire am nächsten Morgen aufwacht, muss sie feststellen, dass sie von nun an für das "Elysian Fields Guest House" verantwortlich ist, inklusive Dean, dem "Mädchen für alles", einem unvermietbaren Zimmer mit einer Dame im Dornröschenschlaf und einem der gefährlichsten Kellerräume, die sich ein Keeper nur vorstellen kann. Zum Glück ist der ewig hungrige Austin jederzeit bereit, ihr mit Ratschlägen und frechen Bemerkungen beizustehen.

Tanya Huff meint im Vorwort, dass ihr Versuch, einen witzigen Roman zu schreiben, für sie extrem heraufordernd war, aber meiner Meinung nach ist ihr das wirklich gut gelungen. Trotz des einen oder anderen eher billigen Witzes und einiger vorhersehbarer Wendungen habe ich mich sehr gut beim Lesen amüsiert. Und das nicht nur beim ersten Band der Trilogie, sondern auch bei den weiteren beiden Teilen, obwohl da einige Elemente schon vertraut waren und Austins Humor auf Dauer etwas sehr bauch- und überlegenheitsbewusstseinsgesteuert ist.

Ich mochte die Charaktere, und sogar für die Hölle (*g*) habe ich im Laufe der Geschichte so etwas wie Sympathie empfunden. Doch vor allem - und da muss ich zugeben, dass ich das in "The Second Summoning" und in "Long Hot Summoning" etwas vermisst habe - das Hotel hat mich schnell gefangen genommen. Im "Elysian Fields Guest House" wird einfach alles möglich, und neben der einzigartigen Atmosphäre und der guten Küche tragen auch die verschiedenen Gäste zu einem entspannten Aufenthalt (oder eben ein paar verflixt unterhaltsamen Lesestunden) bei. Wer amüsante Urban-Fantasy mit sympathischen Charakteren, vielen Katzenmomenten und ungewöhnlichen Bösewichten mag, der kann mit "The Complete Keeper Chronicles" eigentlich nur dann etwas falsch machen, wenn er damit Probleme hat, sehr, sehr schwere Bücher längere Zeit in der Hand zu halten.

Montag, 20. Mai 2013

Lucy Maud Montgomery: Anne auf Green Gables

"Anne auf Green Gables" von Lucy Maud Montgomery ist für mich mal wieder ein Re-Read und wurde von mir für die "100 Bücher"-Challenge gelesen. Das erste Mal habe ich die Anne-Geschichten als Teenager gelesen, als ich die Bücher von zwei Freundinnen geliehen bekommen hatte. In den folgenden Jahren habe ich die zwar immer mal wieder gelesen, aber da ich die Romane nicht selber hatte, ist das letzte Mal so lange her, dass ich mich nur noch an die Charaktere erinnern konnte und an fast keine Details. Umso schöner war es jetzt, die ganzen kleinen und großen Abenteuer und Katastrophen von Anne noch einmal so erleben zu können, als würde ich die Geschichte zum ersten Mal lesen.

Doch erst einmal zum Inhalt: Auf der Farm Green Gables leben die beiden älteren Geschwister Marilla und Matthew Cuthbert, die eines Tages beschließen, einen zehnjährigen Jungen zu adoptieren, der Matthew bei der Farmarbeit zur Hand gehen kann. Doch statt eines kleinen Jungen wartet eines Tages die rothaarige und fantasiebegabte Anne Shirley auf dem Bahnhof darauf, dass sie abgeholt wird. Ist Marilla anfangs noch wild entschlossen, das Missverständnis aufzuklären und das unerwünschte Mädchen wieder zurück ins Waisenhaus zu schicken, so verfällt auch diese spröde Frau schnell dem sonnigen und plappernden Wesen von Anne.

So engagiert Matthew einen Jungen aus dem Ort für die Farmarbeit und verbringt die folgenden Jahre damit, Anne zu verwöhnen, wenn Marilla bei ihrer Erziehung mal wieder zu streng und sachlich vorgeht. Dabei stellt das rothaarige Mädchen mit all seinen Einfällen das Leben der beiden Geschwister gründlich auf den Kopf - und wenn nicht ihre Fantasie sie in Schwierigkeiten bringt, dann passieren ihr immer wieder Missgeschicke, die sie zutiefst unglücklich machen, weil sie es doch nur gut gemeint hat. So serviert sie ihrer besten Freundin statt des selbstgemachten Johannisbeersafts von Marilla den ebenfalls selbstgebrauten Johannisbeerwein oder verwechselt beim Kuchenbacken aus Versehen die Zutaten ... So klein und banal diese Szenen zu sein scheinen, so amüsant werden sie von der Autorin erzählt.

Große, dramatische Ereignisse gibt es kaum, aber viele kleine Momente, die für die junge Anne manchmal das Ende der Welt zu sein scheinen. Aber natürlich erlebt das Waisenmädchen bei den Cuthberts auch viele schöne und unvergessliche Stunden, übersteht abenteuerliche Ereignisse mit ihren Freundinnen oder heimelige und liebevolle Momente auf Green Gables. Mir hat es so viel Spaß gemacht, Annes Aufwachsen auf Green Gables zu verfolgen, dass ich prompt für knapp 2 Euro das Gesamtwerk der Autorin für den Kindle runtergeladen habe und mich frage, warum ich gerade diese Kinderbücher nie nachgekauft habe. Wenn ich endlich mal all die anderen Lesevorhaben für diesen Monat erledigt habe, werde ich wohl nach Avonlea zurückkehren, wieder in Annes Welt abtauchen und herausfinden, wie der neue Nachbar reagiert, wenn er erfährt, dass sie aus Versehen seine Jerseykuh verkauft hat.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Dies und Das (03)

Wer sich gewundert hat, dass es von mir gerade entweder gar kein Lebenszeichen gibt oder nur einen ganzen Schwung Rezensionen, dem muss ich gestehen: Ich bin zur Zeit so richtig in Nörgellaune und wollte die eigentlich nicht mit euch teilen. Auf der anderen Seite könnte so ein Dies-und-Das-(Jammer-)Post vielleicht mal die Luft reinigen und dafür sorgen, dass ich auch mal wieder andere Dinge auf die Reihe bekomme. ;)

Shandy

Einer der Punkte, über die ich gerade recht viel jammern könnte, ist unser Kater Shandy. Wie so viele ältere Kater mit einer Vorgeschichte zum Thema Harnsteinerkrankungen hat der blöde Kerl angefangen, zu markieren. Früher hat er sich auch schon mal danebenbenommen, wenn er krank war oder wenn es viel Stress gab (und dazu gehörte für ihn auch, dass ich ausnahmsweise mal abends unterwegs war), aber das hielt sich in erträglichen Grenzen und passierte nur ein paar Mal im Jahr. Seitdem aber die beiden jungen Kater von unserem Nachbarn Freigang haben, ist es schlimmer geworden - und so richtig heftig, seitdem es Frühling ist. Inzwischen wird von uns jedes Zimmer kontrolliert, wenn wir mal für einige Minuten draußen waren, und richtig lustig kann es sein, wenn der Kater "allein" gelassen wird, ohne dass ein Mensch in der Wohnung ist. Es ist zwar in den letzten Tagen wieder ein kleines bisschen besser geworden, aber so ganz trauen wir dem Kerlchen nicht. Immerhin kann er jetzt nicht mehr den Fernseher erwischen, denn der trägt nun ein hübschen Mützchen, wenn wir nicht im Raum sind.


(Bevor jetzt die Frage aufkommt, warum wir einen Kater behalten, der sich so benimmt und damit auch schon einiges an Sachschaden angerichtet hat: Shandy gehört seit über 13 Jahren zur Familie, markieren ist - leider - ein vollkommen natürliches Verhalten für Kater, auch wenn es bei kastrierten Tieren deutlich seltener vorkommt, und ich setze kein Familienmitglied vor die Tür (egal, ob tierisch oder menschlich), nur weil es anstrengend wird.)


5hF

Dem einen oder anderen wird es schon aufgefallen sein: Es gab in den letzten Wochen keine hässlichen Fotos mehr (bzw. keine Posts für die "5 hässlichen Fotos". Erst einmal gehe ich gerade nur ungern aus dem Haus, wenn ich davon ausgehen muss, dass bei der Heimkehr wieder eine duftende Pfütze auf mich wartet, dann muss ich im Garten so einiges aufholen (wenn das Wetter nicht gerade zu nass dafür ist) und seit ein paar Wochen ärgern mich diverse Wehwechen und rauben mir gerade zusätzlich die Motivation. Wenn ich nicht deutlich weitere Strecken gehen will, dann kann ich eigentlich nur jeden Tag die gleiche Handvoll Straßen fotografieren, und trotz der frühlingshaften Veränderungen habe ich gerade das Gefühl, dass ich alle einigermaßen interessanten Motive (jaja, davon gab es auch nicht gerade viele) schon diverse Male abgelichtet habe. Ich habe das Ganze zwar "hässlich" genannt, aber nicht "unfassbar langweilig".


Die Wehwechen

Ich habe gerade so richtig die Nase voll davon, erkältet zu sein oder Kreislaufprobleme zu haben, weil das Wetter mal wieder innerhalb einer Woche von unter zehn bis um die fünfundzwanzig Grad alles zu bieten hat. Mit dem Muskelkater von der Gartenarbeit kann ich normalerweise auch besser leben als momentan, aber auf den Heuschnupfen, mit dem ich seit unserem Umzug in diese Stadt zu kämpfen habe, könnte ich ebenso verzichten wie auf allergische Reaktionen aufgrund von Insektenstichen. Dass ich aufgrund des Wetters nur hier und da aktiv werden kann und deshalb mit der Arbeit nicht hinterherkomme, hilft auch nicht - vor allem, da nun auch noch mein Rücken streikt. Das macht mich nur noch quengeliger, auch wenn ich deswegen endlich mal wieder meinen schrägen Vogel in Betrieb genommen habe.


Diese Wärmflasche habe ich vor ungefähr 20 Jahren geschenkt bekommen und sie hat mich schon durch so manche kalte Nacht und diverse Rückenprobleme gebracht.


Der Garten

Das Wetter lässt in diesem Jahr alles wirklich großartig wachsen - vor allem den Rasen, die Hecke und das Unkraut. Bei dauerndem Regen lassen sich aber all diese Bereiche nicht so wirklich gut in Schuss halten, und das geht mir sehr auf die Nerven. Vor allem die Ecke mit der verflixten Haselnuss ist schon wieder voll bewuchert, und ich werde dieses Gestrüpp wohl nie gekillt bekommen. Ich komme ja nicht mal mit der Spitzhacke weit genug in den Boden, um zumindest einen Teil der kleineren Wurzeln ausgraben zu können. Und während meine Osterglocken und Krokusse dieses Jahr nicht wiederkommen wollten, wuchert es von der Seite der Nachbarin, die seit zwei Jahren keinen Handgriff in ihrem Garten gemacht hat, fröhlich über den Zaun. Insgesamt finde ich die ganze Situation schrecklich frustrierend. Da ist es auch nicht hilfreich, wenn mir Freunde und Familie gerade ständig erzählen, wie toll so ein Garten sei und wie viel man aus meinem Stückchen machen könnte. Komischerweise will trotzdem keiner herkommen und den Kampf mit Unkraut und Haselnuss aufnehmen, dabei biete ich Rundum-Verpflegung und nette Gesellschaft bei der Gartenarbeit ... Solange ich weiter allein für das "grüne Erbe" meiner Vormieter verantwortlich bin, müssen sie also auch in Zukunft damit leben, dass man mich auf den Garten lieber nicht anspricht.


Update:

So sah der Beitrag gestern Abend aus und dann fehlten nur noch die Fotos, die ich heute morgen machen wollte. Und weil ich den Beitrag schon geschrieben hatte, veröffentliche ich ihn auch, obwohl ich mich heute Morgen gar nicht so nörgelig fühle. ;) Die Schmerzmittel schlagen inzwischen so weit an, dass ich mich - vorsichtig - fast normal bewegen kann. Der heutige Tierarztbesuch hat unserer Christie Erleichterung verschafft (die hoffentlich anhalten wird!), nachdem Madame in den letzten Tagen ... äh ... Verdauungsprobleme hatte und trotz Stress am Morgen und meiner Abwesenheit gab es keine Überraschungen in der Wohnung nach meiner Heimkehr.

Dass die wohnungshütende Nachbarstochter bei ihrem wöchentlichen Besuch gerade mal wieder alle unsere Mülltonnen bis zum Rand gefüllt hat, so dass wir Anwohner schon wieder unseren Müll bis zur nächsten Leerung stapeln müssen, ignoriere ich jetzt mal. Stattdessen klammere ich mich an folgende Tatsache:

Jammer-Posts helfen immer wieder zuverlässig gegen schlechte Laune!

Dienstag, 14. Mai 2013

SuB-Zuwachs im Mai (2)

Irgendwie kommen bei mir gerade mehr Manga/Comics an als Bücher, aber das ist vermutlich auch gar nicht schlecht, wenn ich mir so meinen SuB-Stand so angucke.

Am Samstag war wieder der Gratis-Comic-Tag und in diesem Jahr bin ich nicht in die Stadt gefahren, um mich gemeinsam mit meinem Mann durch die Menschenmassen zu kämpfen. Stattdessen profitiere ich nun von einem netten Angebot und habe heute einen kompletten Satz der GCT-Hefte bekommen:


Außerdem gab es einen Roman, der hoffentlich nicht zu lange auf dem SuB bleiben wird, nachdem ich so viele begeisterte Rezensionen dazu gelesen haben, und zwei Comics, wobei ich "Monster Allergy" schon kenne und mag. ;)


Da ich seit gestern Abend höllische Rückenschmerzen habe und deshalb heute nicht am Schreibtisch arbeiten  oder andere dringende Sachen erledigen kann, wandere ich jetzt zurück aufs Sofa, packe mir meine heiße Wärmflasche auf die schmerzende Stelle und stöbere quer durch das Angebot des Gratis-Comic-Tags.

Montag, 6. Mai 2013

Dies und Das (02): Internationale Anti-Diät-Tag

Heute ist schon wieder der 6. Mai und somit auch der "Internationale Anti-Diät-Tag". Dieser Tag wurde von der britischen Autorin Mary Evans Young ins Leben gerufen, um Schönheitsideale zu hinterfragen, über die Gefahren von Diäten (und denen von Essstörungen, die häufig mit einem falschen Körpergefühl verbundenen sind) aufzuklären und gegen Diskriminierung aufgrund des Gewichts eines Menschen vorzugehen. Für mich persönlich ist dieser Tag einer der Punkte im Jahr, an denen ich mich wieder mehr darum bemühe, mein Essen bewusster zu genießen

Seit dem letzten "Internationalen Anti-Diät-Tag" bin ich über eine Menge Blogartikel gestolpert, die dazu aufrufen, dicke Frauen (eigentlich natürlich dicke Menschen, aber Männer scheinen da weniger Probleme zu haben als Frauen oder reden vielleicht auch nur weniger darüber) so zu akzeptieren, wie sie sind, und nicht wegen ihres Gewichts vorzuverurteilen. Und vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber ich habe das Gefühl, dass ich immer häufiger auch auf Blogs stoße, in denen dicke Menschen ganz wunderbar selbstbewusst über Mode bloggen, gegen Vorurteile anschreiben oder einfach mal ihren Frust über ein Umfeld, das bestimmen will, was "schön" und "gesund" ist,  loslassen.

Der aktuellste Artikel, über den ich in den letzten Wochen gestolpert bin, ist "Ich bin ein Einhorn, verdammt noch mal" von The Restless Hedonist, und da kommt gut zum Ausdruck, wie Tag für Tag immer wieder das eigene Aussehen und das eigene Gewicht verteidigt werden muss gegen Vorurteile, abfällige Äußerungen und die Vorstellungen der Modeindustrie davon, wie sich dicke Menschen zu kleiden haben. ;) Dabei muss man nur einmal die Artikel dieser Bloggerin überfliegen und Ragen beim Tanzen zusehen, um nicht nur zu bemerken, wie kraftvoll und gesund ein dicker Mensch sein kann, sondern auch, um einige Denkanstöße zu dem Thema zu bekommen.

Und weil ich den Artikel schon am Sonntag geschrieben habe und ein Beitrag ohne Fotos ja schrecklich langweilig aussieht, gibt es hier noch ein paar Bilder vom gestrigen Essen. ;)

Sonntagsfrühstück

Sonntagsnachmittag mit Kakao und Kuchen

Abends Rote-Linsen-Paprikasuppe

Und ein kleine Nachtisch :)

Samstag, 4. Mai 2013

Die Frau in Weiß vs. The Woman in White

Für den Mai hatte ich mir für die "Bücher, die man gelesen haben muss"-Challenge "Die Frau in Weiß" von Wilkie Collins vorgenommen. Dieser viktorianische Schriftsteller gilt als Begründer der "Mystery Thriller" und auf das Genre habe ich zur Zeit eh gerade Lust. ;)

Pünktlich lieferte mir die Stadtbibliothek "Die Frau in Weiß" in der ungekürzten Fischer-Klassik-Ausgabe (Fischer Verlag, Oktober 2009), die von Arno Schmidt übersetzt wurde, und dann las ich die ersten Seiten. Und las sie noch einmal ... und noch einmal ... Dann griff ich zu meinem Reader und guckte, ob ich nicht kurzfristig zum Vergleich eine englische Variante davon finden würde. Zum Glück war das kein Problem und schon konnte ich die beiden Versionen einander gegenüberstellen.

Um den Unterschied für euch deutlich zu machen, zitiere ich hier mal den Anfang der ersten Passage, die von der Hauptfigur Walter Hartright erzählt wird:
"Es war der letzte Tag im Juli. Der endlose heiße Sommer begann sich seinem Ende zu nähern; und wir, müde Pilgrime auf Londons Pflaster, fingen an, von Wolkenschatten über weiten Kornfeldern zu träumen oder frischen Herbstbrisen am Meeresstrand.
     Was speziell mein bescheidenes Selbst anbelangt, so hinterließ mich der scheidende Sommer körperlich in nicht gerade erfreulicher, geistig in lustloser und finanziell in ausgesprochen dürftiger Verfassung. Ich hatte während des vergangenen Jahres meine beruflichen Möglichkeiten nicht so sorgfältig wie sonst ausgeschöpft; eine Unbesonnenheit, infolge derer sich mir die Aussicht eröffnete, den Herbst fein sparsam und abwechselnd in dem kleinen Landhäuschen meiner Mutter in Hampstead und meiner eigenen Stadtwohnung zu verbringen."

(Wilkie Collins: "Die Frau in Weiß", Fischer Verlag 2009, S. 10)
"It was the last day of July. The long hot summer was drawing to a close; and we, the weary pilgrims of the London pavements, were beginning to think of the cloud-shadows of the cornfields, and the autumn breezes on the sea-shore.
     For my own poor part, the fading summer left me out of health, spirits, and, if the truth must be told, out of money as well. During the past year I had not managed my professional resources as carefully as usual; and my extravagance now limited me to the prospect of spending the autumn economically between my mother's cottage at Hampstead and my own chambers in town."

(Wilkie Collins: "The Woman in White", Public-Domain-Kindle-Ausgabe)
Ich denke gar nicht mal, dass der Übersetzer Arno Schmidt seine Sache schlecht gemacht hat (wenn man von dem Wort "Pilgrime" absieht). Und ich finde es auch fies, dass Übersetzer immer nur erwähnt werden, wenn man unzufrieden mit einem Text ist. ;) Aber in der Übersetzung wirkt dieser Text so viel pompöser - und somit für mich auch weniger flüssig lesbar - als im Englischen. Für manche Erzählweisen scheint das Deutsche, vor allem, wenn man es im direkten Vergleich sieht, einfach nicht gemacht zu sein. Vor allem der zweite Satz wirkt für mich im Englischen viel sympathischer und runder oder habt ihr das Gefühl, dass ich mich da anstelle?

Nach diesem Vergleich werde ich auf jeden Fall auf Englisch weiterlesen, auch wenn ich für die 685 Seiten wohl eine Weile brauchen werde. Im Zweifelsfall kann ich im Mai für die Challenge ja noch eines der vielen Kinderbücher einschieben, schließlich hat mir die Bibliothek auch "Anne auf Green Gables" ausleihen können. ;)

Freitag, 3. Mai 2013

SuB-Zuwachs im Mai

Der Mai ist gerade mal zwei Tage alt und bei mir kommt der erste SuB-Zuwachs für diesen Monat an.


Will Hill: Department 19 - Die Wiederkehr
(Da mir der erste Teil gut gefallen hatte, musste die Fortsetzung auch bei mir einziehen.)

Lissa Evans: Stuart Horten - Acht Münzen und eine magische Werkstatt
Lissa Evans: Stuart Horten - Sieben Rätsel und ein magischer Stern
(Caroline trägt die Schuld an diesen beiden Büchern und Kiya ist auch nicht ganz unschuldig!)

Ein paar Manga gab es auch wieder für mich und wenn ich mir den Stapel so angucke, dann sollte ich mal einen Manga-SuB-Abbau-Monat einlegen.



Für den Karton, in dem mein Lesefutternachschub ankam, hat Christie auch schon eine neue Verwendung gefunden: