Mittwoch, 26. August 2009

Lois McMaster Bujold: Die magischen Messer 1+2

Lois McMaster Bujold ist vor allem für ihre humorvolle Science-Fiction-Reihe um Miles Vorkosigan bekannt geworden. Ihre „Die magischen Messer“-Serie geht in eine ganz andere Richtung. Hier bekommt man eine interessante Mischung aus Fantasy- und Liebesgeschichte geboten.

Im erste Teil, „Die Klingen des Lichts“, läuft die junge Fawn vom Hof ihrer Eltern weg. Unverhofft schwanger und sicher, dass der werdende Vater nicht zu seinem Kind stehen wird, hofft sie, dass man ihr in der Stadt abnehmen wird, dass sie eine Witwe ist. So könnte Fawn doch noch eine Anstellung bekommen und ein einigermaßen ehrbares Leben führen.

Aber unterwegs begegnet sie einem Landzehrer, einem unheimlichen und tödlichen Geschöpf, vor dem sie von einem Seenläufer gerettet wird. Die Seenläufer sind der normalen Landbevölkerung unheimlich. Magie sollen sie einsetzen, Leichenfresserei und ähnlich schlimme Taten werden ihnen nachgesagt – allerdings sind sie auch die einzige Waffe gegen die Landzehrer, deren Zahl immer größer wird.

Nach diesem Kampf entspinnt sich zwischen der wehrhaften, aber häufig naiven Fawn und dem abgebrühten Dag eine wunderschöne Liebesgeschichte. Ihre wachsenden Gefühle sorgen dafür, dass beide sich mit den Vorurteilen auseinandersetzen müssen, die sie von kein auf gehegt haben.

Im zweiten Teil, „Der magische Dolch“, geht die Geschichte von Fawn und Dag weiter und man erfährt eine Menge über die ungewöhnlichen Seenläufer und ihr Leben. Abgesehen davon, dass die Autorin mit diesen Büchern eine reizvolle fantastische Welt beschreibt, liebe ich den wunderbaren Humor von Lois McMaster Bujold.

Vor allem sind diese Bücher für Leser geeignet, die sich auch auf eine wenig actionreiche Erzählweise einlassen könne. Die großen Kämpfe kommen eher zu Beginn der Romane und dann konzentriert sich die Handlung auf kleine Szenen, die die Charaktere und ihr Leben darstellen. Aber die große Gewichtung auf die Liebesgeschichte ist eh eher für romantisch veranlagte Leser gedacht, als für diejenigen, die große Kämpfe und eine Heldensaga suchen. Mir, die ich sowohl Fantasy, als auch Liebesgeschichten gerne mag, haben die Bücher sehr gut gefallen – und sie gehören zu den wenigen, die in den letzten Monaten in meinen festen Bestand gewandert sind, weil ich sicher bin, dass ich sie immer wieder lesen mag.

Dienstag, 25. August 2009

Nora Roberts

Wenn mich jemand spontan auf Nora Roberts anspricht, dann sage ich immer, dass ich die Autorin wirklich gerne lese. Aber nur einen kurzen Moment später fange ich an diese Aussage einzuschränken. Ich mag einen Großteil ihrer Liebesromane, kann aber mit den Titeln, die sie als J.D.Robb geschrieben hat, nichts anfangen. Und auch bei den romantischen Geschichten gibt es riesengroße Qualitätsabstufungen.

Vor einiger Zeit habe ich in der Bibliothek ein Buch in die Finger bekommen, in der ein Mann aus der Zukunft mit seinem Raumschiff in einer einsamen Bergregion abstürzte und sich prompt in die junge Frau verliebte, die ihn aus dem Wrack gerettet hat. Ne, das war sogar für mich, die ich ja sonst gerne mal fantastische Geschichten lese, zu billig gemacht.

Einiger ihrer Trilogien hingegen kann ich immer wieder lesen. Die Sturm-Bücher („Töchter des Feuers“, „Töchter des Windes“, „Töchter der See“) gehört dazu, wobei mir besonders der erste Band mit all den stimmungsvollen Beschreibung über die Glasbläserei der Hauptfigur Maggie zusagt. Eine andere Reihe, die ich sehr schön finde, besteht aus „Im Licht der Sterne“, „ Im Licht der Sonne“ und „Im Licht des Mondes“, aber diese Romane darf ich nicht lesen, wenn ich in ungnädiger Stimmung bin. Denn wenn ich schlecht gelaunt bin, dann ärgere ich mich nur darüber, dass Nell Channing, die Hauptfigur des ersten Bandes, innerhalb eines Tages ein Zuhause, einen Job und eine Freundin findet – ein bisschen mehr Realismus schadet auch einem Liebesroman nicht.

Die Garten-Eden-Trilogie hingegen kann ich in fast jeder Stimmung lesen, auch wenn ich dann auf einmal das unerklärliche Bedürfnis nach einen Stückchen Erde und der Gelegenheit ein paar Blumen zu pflanzen verspüre. Denn bei den drei Hauptfiguren habe ich immer das Gefühl, dass sie in ihrem Leben nur etwas erreicht haben, weil sie auch hart dafür arbeiten mussten. Und die Beschreibungen von der Arbeit mit den Pflanzen sind wunderschön.

Meine letzten Bücher von Nora Roberts waren „Grün ist die Hoffnung“, der erste Teil einer Vampirtrilogie von ihr, und „Abendstern“, eine Reihe, die wie eine Mischung aus ihren McKade-Heftromanen und der „Three Sister Trilogy“ wirkt. Mir hat „Abendstern“ ganz gut gefallen. Es ist vorhersehbar, aber nett zu lesen, und bestimmt halte ich in Zukunft die Augen nach den weiteren Bänden auf.

Aber „Grün ist die Hoffnung“ gibt mir wieder das Gefühl, dass die Autorin nicht so recht wusste, was sie tat. Ein Magier, ein Vampir, eine Hexe, eine Kriegerin, ein Gestaltwandler und eine Gelehrte gemischt mit etwas Romantik, den Mythen, die es um die blutsaugenden Untoten gibt, und einem Spritzer Arthussaga – und schon bekommt man einen Roman, der bei mir den Eindruck erweckt hat, dass zuviel manchmal einfach nicht genug ist. Hätte sich die Autorin auf eine Idee beschränkt und diese dafür stimmig ausgearbeitet, dann hätte das ein lustiges Buch werden können. Aber so fühlt man sich in eine Parodie zwischen „Buffy“ und Keltenkitsch geworfen, die zwar locker zu lesen ist, aber einfach nicht zu überzeugen weiß. Ob ich mir davon noch die zwei Folgebände antue, bezweifel ich doch sehr.

Aber trotzdem werde ich wohl weiterhin sagen, dass ich Nora Roberts gerne lese und im nächsten Moment meine Aussage einschränken – und ich werde weiterhin hoffen, dass ich wieder einmal einen Roman von ihr finde, der mich so sehr berührt, dass ich ihn immer wieder gerne lese.

Mittwoch, 19. August 2009

Cynthia Voigt: Jackaroo

Der Roman „Unter der Maske Jackaroo“ hatte mich schon nachhaltig beeindruckt, als ich ihn vor vielen Jahren in der Bibliothek ausgeliehen hatte. Inzwischen habe ich die Neuauflage „Jackaroo“ – und kann das Buch heute noch genauso genießen wie als Teenager.

Das Leben der Wirtstochter Gwen ist von Hunger und Armut geprägt, die Adeligen beuten das Land aus und niemand kann etwas dagegen unternehmen. Doch immer häufiger geht das Gerücht von einem Kämpfer um, der gegen die Unterdrückung der Lords angeht. Gwen glaubt nicht an diesen „Jackaroo“, niemand hat je sein Gesicht gesehen und die Wirtstochter ist sich sicher, dass kein Mensch allein all diese Heldentaten begangen haben kann. Doch dann kommt der Tag, an dem Gwen in einer abgelegenen Hütte Jackaroos Maske, Schwert und Mantel findet – und selber in die Identität des Kämpfers für Gerechtigkeit schlüpft.

Angelehnt an den Robin-Hood-Mythos erzählt Cynthia Voigt eine wunderbar bewegende Geschichte von einem eigentlich ganz normalen Mädchen, das seinen Teil dazu beträgt, dass die Welt ein kleines bisschen besser wird. Jeder kann die Maske des Jackaroo anlegen, um das Leben für alle Menschen besser zu machen – und Gwen gehört eben zu denjenigen, die diesen Schritt tun. Die Autorin schreibt so schön, dass man mit der Hauptfigur zusammen die Abenteuer des Jackaroo erlebt. Mit jedem neuen Erlebnis wird Gwen selbstbewusster und ist immer weniger bereit sich ihrem Schicksal als Mädchen zu fügen, einen Mann zu heiraten und die Willkür der Herrschenden einfach hinzunehmen. Am Ende legt man das Buch aus der Hand und hat nicht nur ein paar spannende Stunden mit Gwen verbracht, sondern fühlt sich selber ein kleines bisschen mehr in der Lage seinen eigenen Weg zu finden. ;-)

Dienstag, 18. August 2009

Frühchenstricken

Eine der einfachsten Arten mich sozial zu engagieren, besteht für mich darin, zusammen mit einer Katze auf dem Sofa zu sitzen und während ein Hörbuch oder der Fernseher läuft zu stricken. Es gibt eine private Initiative (www.frühchenstricken.de), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Krankenhäuser mit gestrickten Sachen für Frühgeborene zu versorgen. Diese Babys sind in der Regel zu winzig für normale Babysachen, benötigen aber besonders viel Schutz und Wärme – und für die Eltern ist es angeblich auch eine Erleichterung, wenn ihre Kinder nicht so bloß daliegen, sondern mit liebevoll gestrickter Kleidung versorgt werden.

Für so ein paar winziger Söckchen oder eine kleine Mütze benötigt man nur ein paar Gramm Sockengarn und schnell gestrickt sind die Sachen auch. So habe ich nach langer Zeit endlich eine Verwendung für meine Wollreste gefunden, das Stricken macht Spaß – und es ist ein schönes Gefühl, wenn mal wieder ein fest gepackter Karton mit lauter Miniaturkleidungstücken auf den Weg geht.

Montag, 17. August 2009

Emily Wu: Feder im Sturm

„Feder im Sturm – Meine Kindheit in China“ (oder wie es im englischen noch etwas gelungener untertitelt wird: „A Childhood lost in Chaos“) ist ein biografischer Roman von Yimao (Emily) Wu, die während Maos Kulturrevolution aufgewachsen ist.

Ich lese sehr gern so persönliche Berichte über geschichtliche Ereignisse, denn das lässt sie für mich greifbarer und erlebbarer werden. Und da die Kulturrevolution vor meiner Geburt stattfand, hatte (und habe) ich in diesem Bereich doch eine erschreckende Wissenslücke. Natürlich bin ich grob darüber informiert, was Mao damit bezweckte und welche Folgen diese für China hatte, aber die genaueren Zusammenhänge und Daten für eine detaillierter zeitliche Zuordnung haben mir lange Zeit gefehlt.

Durch Yimaos Augen erlebt der Leser von „Feder im Sturm“ die vorhergehenden Hungerwinter in China mit und wie ihr Vater Jahre in einem Straflager verbrachte, weil er in Amerika studiert hatte. Als er endlich wieder als Professor an einer Universität arbeiten darf, ist er schnell beliebt bei seinen Studenten, denen er die englische Literatur näher bringt. Doch kurz darauf verwandeln sich diese netten Studenten in einen unberechenbaren Mob, der verwüstend und mordend durch die Straßen zieht. Genauso wie für die junge Yimao gibt es für den Leser so viele Geschehnisse, die mit dem Verstand nicht nachvollziehbar sind. Die Gewalt, die von diesen gebildeten Menschen ausgeht, die Ächtung von Kultur, Literatur und den Traditionen, sind ohne das Wissen um die vorhergehende Propaganda kaum zu verstehen.

Die Familie Wu wird später auf’s Land verbannt, wo sie weiterhin der Willkür andere Menschen ausgesetzt ist. Für Yimao bedeuten diese politischen Wendungen der Verlust der Kindheit – und dabei hatte es ein Mädchen in dieser Zeit in China eh schon nicht einfach. Ich weiß gar nicht, was mich mehr entsetzt hat: Die politischen Vorgänge oder die privaten Umstände für die Frauen. Was die Politik angeht und die Morde und Misshandlungen, die im Namen des Regimes verübt wurden, so möchte man doch immer glauben, dass soetwas nie wieder irgendwo auf der Welt möglich sein kann (was leider durch die Geschichtsschreibung widerlegt wird). Aber dass selbst in einem so intellektuellen und aufgeklärten Haushalt wie der Familie Wu so ein großer Unterschied zwischen den Söhnen und der Tochter gemacht wird, ist für mich fast genauso unbegreiflich.

„Feder im Sturm“ ist auf jeden Fall ein faszinierender, informativer und mitreißender Roman über eine Kindheit in China während der Kulturrevolution – und es wird bestimmt nicht das letzte Buch gewesen sein, dass ich zu diesem Thema lesen werde.

Sonntag, 16. August 2009

Thomas Kastura: Das dunkle Erbe

„Das dunkle Erbe“ ist schon der zweite Roman des Autors um den Kölner Hauptkommissar Klemens Raupach. Während man im ersten Krimi „Der vierte Mörder“ die Geschichte sowohl aus der Perspektive der Ermittler, als auch aus der des Verbrechers verfolgen konnte, beginnt dieses Buch in einem Verhörraum.

Hier wird der Mediziner Bernhard Schwan von Raupach verhört, weil er unter Verdacht steht seine Frau und seine Geliebte – und vermutlich auch seine Kollegin Eva von Barth ermordet zu haben. Je mehr sich der Hauptkommissar mit dem vermutlichen Mörder unterhält, desto weniger weiß er, ob dieser schuldig ist oder nicht.

Währenddessen geschehen verschiedene Vorfälle, die die Vermutung aufkommen lassen, dass die alte Kölner Jugendstil-Villa, in der Bernhard Schwan und Eva von Barth ihre Praxis unterhalten, ein Geheimnis verbirgt. Die amerikanische Journalistin Sharon Springman schnüffelt in der Vergangenheit der Vorbesitzer herum und Klemens Raupach Kollegin Heide wird schwer verletzt, als sie Sharon beobachtet wie diese in die Villa einbricht.

Thomas Kastura gehört zu den Autoren auf deren Erzählweise ich mich immer erst einmal einlassen muss. Während „Der vierte Mörder“ einen faszinierenden Auftakt hatte, bei dem man aus der Sicht des Täters in die Geschichte eingeführt wurde, und die Handlung dann gemächlich weiterging, beginnt „Das dunkle Erbe“ wenig aufregend. Der vermutlicher Mörder ist in Haft, Klemens Raupach hat alle Zeit der Welt, um ihn zu einem Geständnis zu bewegen und die weiteren Ermittlungen scheinen erst einmal nur dazu da zu sein, um den Fall für die Staatsanwaltschaft wasserfest abzuschließen.

Diese ruhige Erzählweise erlaubt es dem Autor das Privatleben seiner Figuren anzureißen und ihnen so mehr Profil zu verleihen und liebevolle Beschreibungen von Köln zu liefern. Er hat ein Händchen für stimmungsvolle Szenen, so dass ein Teetrinken mit der Nachbarin der verschwundenen Ärztin voller schöner Details, voller Erinnerungen und Stimmungseindrücke steckt.

Doch leicht fällt es mir anfangs nicht, mich bei einem Kriminalroman so weit zurückzunehmen, dass ich mich auf diese langsame Art einstellen kann. So habe ich auch bei „Das dunkle Erbe“ immer wieder das Buch in die Hand genommen und nach wenigen Seiten wieder zur Seite gelegt. Doch als ich erst einmal in der Geschichte drin war, haben mich die liebenswerten und erstaunlich realistischen Charaktere in ihren Bann gezogen. Auch wenn das Rätsel um die schöne alte Villa für den Leser recht schnell durchschaut war, so sorgen die kleinen Szenen und Stimmungen dafür, dass ich nach dem Zuschlagen des Buches am Liebsten gleich einen nächsten Band in die Hand nehmen würde, weil es letztendlich so schön zu lesen war.

Freitag, 14. August 2009

Von Katzen und ihren Eigenarten

Das Leben mit Katzen kann wunderschön sein - und manchmal auch sehr nervenaufreibend.

Bei vier Wohnungskatzen gibt es die eine oder andere Eigenart, die einem das Leben nicht gerade erleichtert. Unsere Grautigerdame ist so neugierig, dass sie wirklich überall hineinkrabbelt. So muss man gut aufpassen, wenn man mal eben einen Karton auf den Dachboden oder in den Keller bringen will oder eine Reisetasche packt.



Einmal ist es wirklich schon passiert, dass sich das Madamchen in einer Tasche versteckte, die dann von mir gründlich geschlossen wurde. So wollte ich meine Sachen bis zum nächsten Morgen katzensicher bereitstellen, bevor ich abreise. Als aber unsere Katze auch zur Fütterungszeit nicht wieder auftauchte, ging die Suche los. Sie ist auch nicht gerade eine gesprächige Katze und hatte lieber meinen Pyjama als alternative Toilette genutzt, als sich lauthals bemerkbar zu machen. So durfte ich dann meine Tasche auspacken, die Waschmaschine anwerfen - und meinen Rucksack für den nächsten Tag packen.

Gelernt hat Madamchen daraus nichts, sie steckt immer noch überall ihre Nase rein und wird regelmäßig irgendwie eingesperrt, wo sie eigentlich nichts zu suchen hätte.

Donnerstag, 13. August 2009

Patricia C. Wrede: Die Drachenprinzessin (Dealing with Dragons)

Eine Prinzessin zu sein, ist manchmal gar nicht so leicht - vor allem, wenn man den Erwartungen der Familie nicht entspricht. Und Cimorene entspricht den Vorstellungen ihrer königlichen Eltern so gar nicht: Sie ist weder blond, noch niedlich, noch interessiert sie sich für's Tanzen und Sticken oder gar für die Prinzen der Nachbarländer.

Immer wieder bringt sie die Berater und das Personal ihres Vaters dazu, ihr Dinge beizubringen, die sich für eine Prinzessin nicht gehören. Als sie Fechtunterricht nimmt, wird dieser schnell von ihren Eltern beendet, und so ergeht es ihr auch, als sie Kochen, Zaubern und etwas über Staatskunst lernen will. Letztendlich sind ihre Eltern so verzweifelt über eine so unprinzessinenhafte Tochter, dass sie sie so schnell wie möglich verheiraten wollen (und wenn man den potenziellen Bräutigam mit dem halben Königreich bestechen muss).

Doch als Cimorene hinter den Plan ihrer Eltern kommt, läuft sie weg und beschließt eine Drachenprinzessin zu werden. Bei den Drachen zu leben ist vollkommen akzeptabel für eine Prinzessin - auch wenn man normalerweise dafür entweder von seinem Volk geopfert oder von einem Drachen entführt werden muss. So ist es für Cimorene auch nicht so ganz leicht einen Drachen zu finden, der bereit ist eine so energische Prinzessin aufzunehmen. Doch die Drachendame Kazul ist beeindruckt von Cimorenes Unternehmungsgeist und so beginnt die Prinzessin glücklich das Leben in der Drachenhöhle zu organisieren.

Mit dem Ordnen der Bibliothek und der Schatzkammer und dem Aufräumen und Putzen der Höhle ist Cimorene gut ausgelastet und kochen muss sie für die Drachendame auch noch. Da ist es mehr als hinderlich, dass ständig Prinzen und Ritter vorbeikommen und sie vor Kazul retten wollen. Und auch die Zauberer, die versuchen sich zu dem Gebiet der Drachen Zugang zu verschaffen, werden der Prinzessin schnell lästig.

Patricia C. Wrede hat mit der "Drachenprinzessin" eine ganz wunderbare Geschichte geschrieben, die junge und alte Leser erfreut. Die amüsante Sicht der Autorin auf die klassische Märchenwelt und Cimorenes energische Art ihr Leben gegen die Traditionen aufzubauen sind mehr als unterhaltsam. Immer wieder stolpert man über kleine Szenen, die in sich so stimmig sind, dass man sich fragt, warum es nicht noch viel mehr Bücher gibt, die Geschichten außerhalb der Klischees zeigen.

Eine so vernünftige und emanzipierte Prinzessin ist nicht nur sympathischer als ein "Fräulein in Nöten", sondern es macht auch deutlich mehr Spaß ihre Abenteuer bei den Drachen und im Zauberwald zu verfolgen. So ist es kein Wunder, dass ich dieses Buch (und die Fortsetzungen) mindestens einmal im Jahr lese und mich immer wieder an der schlagfertigen Cimorene und all den anderen liebenswerten Charakteren erfreue.

Dienstag, 11. August 2009

Katharina Hagena, Der Geschmack von Apfelkernen

Als ihre Großmutter stirbt erbt Iris das Haus, das für sie mit so vielen Kindheiterinnerungen verbunden ist. Hier hat sie mit den anderen Familienmitglieder jeden Sommer verbracht und zusammen mit ihrer Kusine Rosmarie und deren Freudin Mira fantasievolle Spiele gespielt. Noch überlegt die Bibliothekarin, ob sie das Erbe annimmt, doch je mehr sie sich auf das alte Haus einlässt, je mehr sie über die Vergangenheit ihrer Großmutter Bertha erfährt, desto mehr fühlt sie sich mit dem Hof und ihrer Familie verbunden.

Zu Beginn zieht einen die Autorin in ein schon fast unwirklich erscheinendes Umfeld. Der kleine Ort, der alte Hof und die Fülle an wunderbaren Kindheitserinnerungen wirken beinah magisch auf den Leser. Katharina Hagena beschreibt so lebhaft die Szenen, die sich in den vergangenen Jahren dort zugetragen haben, dass man regelrecht das Gefühl hat, den Duft von Apfelblüten, von Gras im Sonnenschein und üppig blühenden Blumenbeeten in der Nase zu haben.

Auch die Erinnerung an Rosemaries Tod und der langsam aufkommende Verdacht, dass der Großvater den Frauen in seiner Familie das Leben arg schwer gemacht hat, kann an der wunderbaren Atmosphäre dieses Buches erst einmal nichts ändern. Doch an manchen Stellen werden die Beschreibungen so gewollt poetisch, dass es nur schwer zu akzeptieren ist und auch die Geschichte schwächelt gegen Ende.

Iris ist so begierig darauf, mehr über ihre Großmutter zu erfahren. Doch als sie endlich jemanden gefunden hat, der ihr auf ihre Fragen antwortet, verliert sie sich lieber in Tagträumen. Stellt sich vor wie es hätte sein können, ohne dem alten Herren, der nur schweren Herzens seine Erinnungen für sie öffnet, wirklich zuzuhören. Auch der ungemein harmonische Schluss wirkt, als ob die Autorin auf halber Strecke nicht mehr gewußt hätte, wohin ihre Handlung gehen sollte, und sich dann dachte, dass ein Happy-End immer zieht.

Max, der Bruder von Mira, war Iris in ihrer Kindheit keinerlei Beachtung wert, doch nun entspinnt sich eine leise Liebesgeschichte zwischen den beiden. Und diese ersten zarten Anfänge wirken soviel stimmiger und romantischer als der letzte Abschnitt, der dem Leser mit dem Holzhammer beibringt, wie glücklich Iris doch Jahre später auf dem Hof der Familie geworden ist.

Nach einem überaus vielversprechenden Anfang hat mich das Buch letztendlich doch enttäuscht. Sehr schade, denn die ersten Seiten hatte mir so gut gefallen ...

Montag, 10. August 2009

Amulya Malladi: 100 Arten eine Mango zu essen

Die siebenzwanzigjährige Priya Rao ging vor vielen Jahren von Indien nach Amerika, um dort zu studieren. Inzwischen hat sie sich in dem fremden Land ein gutes Leben aufgebaut, arbeitet in der IT-Branche und es gibt auch einen Mann, in den sie sich verliebt hat. Doch von Nick, den sie heiraten will, hat sie ihrer Familie nichts erzählt. Priya ist sich darüber im klaren wie traditionsbewußt ihre Familie ist - und wie sehr ihre Eltern damit rechnen, dass sie standesgemäß heiraten wird. Zum ersten Mal seit vielen Jahren reist die junge Frau nun wieder in ihre Heimat und schnell wird ihr bewußt, wie weit sie sich von dem Leben ihrer Eltern entfernt hat.

Sie ist nicht mehr das kleine Mädchen, das dem Großvater zuhört, wenn er seine Geschichten erzählt. Während sich die ganze Familie zum traditionellen Mangokochen bei den Großeltern versammelt, löst Priyas Haltung gegenüber den Vorgängen in ihrem Umkreis so einige offenen Aussprachen aus. Sie kann nicht mitansehen, wie ihre Tante regelrecht zu einer dritten Schwangerschaft gezwungen wird, damit endlich der ersehnte Sohn geboren wird. Und auch der verächtliche Umgang mit derjenigen von ihren Tanten, die seit zehn Jahren erfolglos auf dem Heiratsmarkt gehandelt wird, erbost die emanzipierte junge Frau.

Amulya Malladi, die selber eine im Ausland lebende Inderin ist, gelingt es ganz hervorragend die Spannungen zwischen den Traditionen und dem modernen Leben aufzuzeigen. Obwohl einige ihrer Charakter ziemlich rassistisch denken und handeln, habe ich die verschiedenen Figuren schnell lieb gewonnen. Keiner von ihnen meint es böse, all diese menschenverachtende Aussagen zeugen eher von Unwissen und einen umgesunden Verhaften an alten Regeln.

Denn als Priya ihre Familie dazu zwingt mal über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, und ihnen aufzeigt, wie sehr sie ihre Lieben durch ihr Verhalten verletzten, sind sie in der Lage zaghaft ihr Denken zu verändern. Dabei bleiben sie immer noch fehlerhafte, dickköpfige - und doch liebenswerte - Personen, die sich eben schwer durch Argumente überzeugen lassen.

Mir hat dieser Roman auf überaus unterhaltsame Weise die Augen für einen kleinen Teil Indiens geöffnet. Gerade diese Gradwanderung zwischen dem Erhalt der altvertrauten Traditionen und dem notwendigen Umdenken, um in einer modernen Welt zu bestehen, ist sehr schön dargestellt. Und neben dem informativen Teil gibt es unglaublich viele kleine humorvolle Szenen, die das Lesen zu einem Vergnügen machen.

Samstag, 8. August 2009

Ella Theiss: Die Spucke des Teufels

Das Jahr 1755 ist ziemlich ereignisreich für Lisbeth, die kürzlich verwitwete Wirtin des Gasthauses zum Ochsen. Erst musste sie ihren recht alten Mann begraben - und kaum ist er unter der Erde, stehen auch schon preußische Gardisten vor der Tür.

Während ein Major ihr gewaltig nachstellt, steht Lisbeth vor der Aufgabe seinen Soldaten aus den ungenießbaren Tartüffeln jeden Tag eine neue Mahlzeit kochen zu müssen. Doch auch der benachbarte Pachtmüller ist an der hübschen Witwe interessiert, diese kümmert sich aber lieber um zwei Waisenkinder, statt ihm ihre Gunst zu schenken.

Ella Theiss gelingt es hervorragend einem das Gefühl zu vermitteln in eine andere Zeit zu reisen. Leicht hatte es das gewöhnliche Volk zu dieser Zeit nicht, Kriege erschütterten das Land und jeder Winter kostet viele Menschenleben. Durch Zwang und Gewalt versucht Friedrich II. die Kartoffel in seinem Herrschaftsgebiet populär zu machen. Doch solange die Menschen nur wissen, dass viele Teile diese Pflanze giftig sind - und sie keine Ahnung haben, wie sie diese neue Frucht - die sogar von den meisten Tieren verschmäht wird - zubereiten sollen, hat er mit seinen Bemühungen wenig Erfolg.

Lisbeth versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen - und ist doch trotz ihrer eigentlich recht guten Position als Wirtin, so vielen Dingen hilflos ausgeliefert. Aber nicht nur aus ihrer Perspektive wird die Geschichte erzählt, auch der fahrende Händler Jost, der Müller und ein paar Personen mehr kommen zu Wort. Das ist auch der Punkt, der bei mir verhindert hat, dass ich so richtig in das Buch abtauchen konnte.

Immer wieder gibt es so Passagen, die eine distanzierte Sicht auf Lisbeth zeigen. Während ich anfangs mit der Witwe und ihrem Schicksal mitgelitten habe, schlug meine Teilnahme schnell um in eine Art historisches Interesse. Lisbeth hat ein Geheimnis und auch wenn die Menschen in ihrer Umgebung davon keine Ahnung haben, so gibt es für den Leser eigentlich keine große Überraschungen mehr.

Obwohl die Handlung (trotz vieler Höhen und Tiefen) nicht so mitreißend ist wie sie hätte sein können, so ist die geschilderte Zeit in all ihren Details faszinierend und die Charaktere sind zum großen Teil liebenwerte Figuren, deren Leben man gerne eine Weile lang verfolgt.

Freitag, 7. August 2009

August-SUB (Stapel ungelesener Bücher)

A (5)
Gilbert Adair: Mord auf fforkes Manor – Eine Art Kriminalroman
Eric Ambler: Topkapi
Robert Asprin: Des Dämons fette Beute
Robert Asprin: Ein Dämon schafft noch keine Ordnung
Robert Asprin: Als Dämon brauchst du nie Kredit

B (8)
Sina Beerwald: Die Goldschmiedin
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alan Bennett: Die souveräne Leserin
Ruth Berger: Gretchen – Ein Frankfurter Kriminalfall
Dörthe Binkert: Weit übers Meer
Mechtild Borrmann: Mitten in der Stadt
Simon Brett: Ein Toter kommt selten allein
Simone Buchholz: Revolverherz – Ein Hamburgkrimi

C (4)
Timothy Carter: Dämonenhunger
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
James Collins: Zauberberg für Anfänger

D (6)
Jeffrey Deaver: Die Menschenleserin
Friedrich Dönhoff: Savoy Blues – Ein Fall für Sebastian Fink
Doris Dörrie: Kirschblüten Hanami
Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Rebecca Drake: Still sollst du sterben

E (2)
Horst Eckert: Königsallee
Chris Ewan: Amsterdam

F (12)
Jennifer Fallon: Kind der Magie (Das Dämonenkind 1)
Jennifer Fallon: Kind der Götter (Das Dämonenkind 2)
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 1 – Der letzte Paladin
Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 2 – Die flüsternde Stadt
Fortunato: Die Spur der Drachen
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Rina Frank: Als Gott die Großmutter holte
Peter Freund: Laura und das Siegel des Mondes
Luca di Fulvio: Die Rache des Dionysos

G (4)
Francois Gantheret: Das Gedächtnis des Wassers
Michele Giuttari: Rachefeuer
Thomas Görden: Der Mönch und die Jüdin
Sandra Grimm: Der Tod kam durch die Hintertür

H (6)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Frederik Hetmann: Zeitenwende
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Robin Hobb: Im Bann der Magie (Nevare 2)
Andreas Hoppert: Der Thule-Code
Rachel Hore: Der Garten der Erinnerung

I (1)
Greg Iles: Leises Gift

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (6)
Kari Kaci: Die Schwebebalken-Prinzessin
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Thomas Kastura: Das dunkle Erbe
Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah
Hans Werner Kettenbach: Das starke Geschlecht

L (2)
Jason Lethcoe: Benjamin Piff und das Vermächtnis des Zaubers
Michaela Link: Der Spiegel der Kaiserin

M (7)
Jenny Mai-Nuyen: Nijura – Das Erbe der Elfenkrone
James McGee: Die Totensammler
Kai Meyer: Hex
Kai Meyer: Die Sturmkönige 1 – Dschinnland
Kai Meyer: Die Sturmkönige 2 – Wunschkrieg
Boris Meyn: Die Schattenflotte
Thomas B. Morgenstern: Der Milchkontrolleur

N (1)
Elle Newmark: Der Granatapfeldieb

P (4)
Renata Petry: Hilgensee
Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)

R (10)
Irene Radford: Der letzte Kriegsmagier (Die Historie des Drachen-Nimbus 2)
Irene Radford: Der abtrünnige Drache (Die Historie des Drachen-Nimbus 3)
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
John Maddox Roberts: Die Feinde des Imperators – Ein Krimi aus dem Alten Rom
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Laura Joh Rowland: Der Kirschblütenmord
Brian Ruckley: Winterwende (Die Welt aus Blut und Eis 1)

S (8)
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Ernst Soler: Staub im Paradies
Veronica Stallwood: Böses Spiel in Oxford
Helle Stangerup: Der Brautmaler
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: Das Stirnmal des Königs
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (8)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Ella Theiss: Die Spucke des Teufels
Thomas Thiemeyer: Nebra
Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 1 – Das Erbe der Drachen
Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 3 – Der Fluch des Assassinen
Aino Trosell: Eine grenzenlose Liebe
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

W (4)
Valerie Wilson Wesley: Remember Cecilia Jones – Ein Fall für Tamara Hayle
Klaus Wolfertstetter: Mister Unsichtbar
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Cornell Woolrich: Der schwarze Engel

X (1)
Xinran: Die namenlosen Töchter

(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen!)

Genau hundert Titel, die im August auf meinem "Stapel ungelesener Bücher" ruhen. Das hatte ich auch noch nie ...

Donnerstag, 6. August 2009

Tania Krätschmar: Seerosensommer


Man nehme:

1 Flasche eisgekühlten Champagner
2 zarte Kristallgläser
1 Frau
1 Mann
1 Sommer
1 See
1 Vollmond
30 Frösche

Alle Zutaten vorsichtig mischen und sich diskret entfernen.


Nach dem Tod ihres Mannes ist Josephine gezwungen sich ein neues Leben aufzubauen. Fern von Berlin, wo er als Sternekoch großes Ansehen genoss, will sie in einem alten Haus an einem See voller Seerosen ein kleines Restaurant eröffnen.

Ist sie anfangs noch davon überzeugt, dass sie von nun an nur für ihr Restaurant "Seerose" und ihre beiden Kinder da sein wird, entwickelt sie doch erstaunlich schnell Gefühle für den Ingenieur Severin. Und auch der zurückhaltende Mann ist vom ersten Augenblick an von der jungen Witwe hingerissen.

Während Severin noch versucht mehr über die schöne Frau herauszufinden, die ihn so fasziniert, ist Josephine hin und her gerissen zwischen ihrer Trauer um Johann und dem Gefühl, dass sie sich so schnell gar nicht neu verlieben dürfte, - und dem Herzflattern, dass der schweigsame und zuverlässige Severin in ihr auslöst. Beide lieben den Seerosensee, an dem Josephines Restaurant steht - und als dieses Idylle von einem skrupellosen Mann bedroht wird, kämpfen sie zusammen gegen die Zerstörung dieses friedlichen Stückchens Natur.

Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich vergleichbare Geschichten, wie sie in "Seerosensommer" beschrieben werden, schon im Heftromanformat gelesen - und da waren sie fundierter ausgearbeitet. Aber dafür bietet Tania Krätschmar neben einer etwas kitschigen und vorhersehbaren Handlung ein paar nette Details, die dieses Buch zu einer wunderbaren Sommerlektüre machen.

Liebevoll beschreibt die Autorin die Landschaft an der die "Seerose" liegt und weckt so das Verlangen einmal ein paar Tage in einer so heilen und friedlichen Naturidylle zu erleben. Man kann sich richtig gut vorstellen, wie es wäre am Abend mit einem Glas Wein auf der Terrasse zu sitzen und auf den See zu schauen. Vor jedem Kapitel gibt es ein kleines "Rezept", so wie das oben zitierte, welches entweder zum Nachkochen einläd oder "nur" den Boden bereitet für die folgende Handlung (wie z.B. bei dem JVA-Hackbraten). Ihre Charaktere sind sympathische Personen, mit denen man gern befreunden wäre, auch wenn Severins Eifersucht und Josephines Unentschlossenheit manchmal ein wenig zu Ungeduld beim Leser führen.

Sogar der Bösewicht ist stimmig beschrieben - ihm nimmt man es ohne weiteres ab, dass ihm der Ort seiner Kindheit egal ist und er in dem bezaubernden Seerosensee nur eine Chance wittert, um Geld zu verdienen.

Wer also nicht mehr als einen leichten und unterhaltsamen Liebesroman erwartet und sich an der wunderschön beschriebenen Landschaft erfreuen kann, der wird mit "Seerosensommer" ein paar schöne Stunden erleben. Das Buch ist einfach hervorragend geeignet, um an einem warmen Sommerabend gelesen zu werden.

Mittwoch, 5. August 2009

Ricarda Martin: Tochter der Schuld

Alaynes Leben wird von einem Moment auf den anderen auf den Kopf gestellt: Ihre Tocher eröffnet ihr erst im letzten Moment, dass sie demnächst im Ausland studieren will, ihre geliebte Großmutter erleidet einen Schlaganfall und ihr Mann Michael betrügt sie mit ihrer besten Freundin.

Um zu überlegen, wie es in Zukunft weitergehen soll, flüchtet Alayne in das Cottage ihrer Großmutter Edith, wo sie nicht nur auf dem Dachboden sehr alte und sehr edle Kinderkleidung mit einem Wappen findet, sondern auch die Nachricht bekommt, dass in dem ehemaligen Wirtshaus der Großmutter während des Abriss eine Leiche gefunden wurde.

Edith erzählt Alayne daraufhin von dem Küchenmädchen Edwina und ihrer unstandesgemäßen Liebe zu dem jüngsten Sohn eines alten Adelsgeschlechts ...

Auch wenn der Part um Alayne ein ganz stimmungsvoller Anfang für dieses Buch ist, so ist es Ricarda Martin erst nach fast hundert Seiten gelungen mich richtig in die Geschichte zu ziehen. Der Teil, in dem es um Edwina, ihre unglückliche Liebe und die Intrigen des Lords gegen die Beziehung zwischen dem Küchenmädchen und seinem Bruder geht, ist wirklich spannend und flüssig geschrieben. Der Autorin ist es so schön gelungen die Atmosphäre in dem Herrensitz vor dem Zweiten Weltkrieg einzufangen, dass man gleich richtig in der Geschichte drin ist.

Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man den Roman in einem Rutsch runterlesen kann, obwohl die einzelnen Elemente jedem vertraut sein dürften, der schon mal eine Familiensaga gelesen hat. Ein wenig enttäuschend ist dann wieder das schwache Ende, wenn der Erzählstrang zurück in die Gegenwart und zu Alayne springt. Hier bekommt man das Gefühl, dass die Autorin diesen Part irgendwie abschließen wollte - und natürlich brauchte es ihrer Ansicht nach ein HappyEnd, damit man das Buch in dem Wissen zuklappen kann, dass auch für Alayne noch ein schöner Lebensabend anbrechen wird.

Trotzdem ein schönes und unterhaltsames Buch, das mir sehr gut gefallen hat!

Von Büchern und Katzen

Ich weiß nicht, ob mich mein Eindruck da täuscht, aber erstaunlich viele Menschen, die begeistert lesen, lieben Katzen. Und es gibt nichts schöneres als im Winter auf dem Sofa zu sitzen, schnurrende Katzen auf dem Schoß zu haben und die Nase in ein Buch zu stecken.

Bücher sind etwas Wundervolles, man muss nur sie nur aufschlagen und verschwindet für Stunden in einer anderen Realität. Und je mehr mich ein Autor emotional anspricht, desto intensiver kann ich einen Roman genießen ...

Je intensiver das Leseerlebnis war, desto größer ist mein Bedürfnis nach der Lektüre darüber zu reden. Und genau dazu wird in Zukunft dieser Blog herhalten müssen!