Montag, 29. März 2010

Simone Buchholz: Revolverherz

Da demnächst der zweite Teil (mit dem schönen Titel „Knastpralinen“) um die Staatsanwältin Chas Riley bei mir eintreffen wird, dachte ich, dass es an der Zeit sei „Revolverherz“ mal auf meinem Blog vorzustellen. Ich muss gestehen, dass mich das Cover mit der auffälligen Leuchtreklame doch eine Weile vom Lesen abgehalten hat, obwohl mich ein Hamburg-Krimi, der auf dem Kiez spielt, schon sehr reizte.

Aber sehr viel Krimihandlung darf man sich von diesem Roman nicht erwarten, denn vor allem dreht sich das Buch um Chastity „Chas“ Riley – und natürlich um den Hamburger Stadtteil St. Pauli. Als innerhalb kürzester Zeit drei tote Frauen auf dem Kiez gefunden werden, wird Chas mit den Ermittlungen in diesen Fällen beauftragt. Zusammen mit dem Hauptkommissar Faller versucht die junge Frau mehr über die Opfer herauszufinden und zu klären, welche Umstände dafür gesorgt haben, dass sie in das Visier eines Serientäters gelangen konnten.

Dabei hat Chas eigentlich gerade so viel mit ihrem eigenen Gefühlschaos zu tun, dass sie nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf den Fall richten kann. Wie es sich für eine etwas klischeebelastete Krimihauptfigur gehört, hatte auch diese Staatsanwältin keine einfache Jugend. Schon als Kleinkind wurde sie von ihrer Mutter verlassen und an ihrem zwanzigsten Geburtstag fand sie die Leiche ihres Vaters. Der hatte freundlicherweise beschlossen, dass dies der perfekte Tag für einen Selbstmord sei. So vorbelastet hat die gute Chas so einige Bindungsängste – was natürlich nicht besser wird, als sie feststellt, dass sie sich in den deutlich jüngeren Nachbarn „Klatsche“(zu diesem Namen verkneife ich mir lieber einen ausführlichen Kommentar) verliebt hat. Aber auch ein durch ihrer Freundin Carla vermitteltes Date mit einem eher unterkühlten Theaterintendanten bringt weitere Aufregung in Chastitys Leben.

Wenn man jetzt mal guckt, wieviel ich zum Krimi und wieviel ich über die Hauptfigur geschrieben habe, dann bekommt man schon ein ungefähres Gefühl über die Gewichtung in diesem Roman. Wer also reine Krimihandlung haben möchte, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Oh, ebenso alle Personen, die es nicht mögen, wenn etwas in der Ich-Perspektive geschrieben wurde! Denn genau aus dieser Sicht erlebt man die ganze Geschichte – und somit auch hautnah Chas gesamtes Seelenleben mit allen Höhen (eher spärlich vorhanden) und Tiefen (in großen Mengen).

Es gibt wirklich viel, was mich an der Handlung gestört hat. So wusste ich schon beim ersten Erscheinen des Täter, dass dieser der Mörders ist. Auch sucht man den Realismus bei diesen „Ermittlungen“ wohl eher mit der Lupe – zumindest gehe ich stark davon aus, dass eine Staatsanwältin mit dieser Arbeitshaltung, die nur ab und an mal für ein paar Minuten in ihrem Büro auftaucht und sich dafür den restlichen Tag eher treiben lässt, schnell gefeuert würde. Auch ihre „besondere Fähigkeit“ sich in die Psyche des Täters hineinzuversetzen hat mir nur ein müdes Gähnen abgerungen. Sorry, aber ich habe einfach schon zu viele (und zum Teil erschreckend schlechte) amerikanische Profiler-Serien gesehen.

Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt, warum ich überhaupt den zweiten Band lesen werde? Es ist so, dass man jeder Seite anmerkt, dass die Autorin sich in St. Pauli verliebt hat und dieses Buch ist eine einzige Liebeserklärung an diesen Stadtteil. Hier kommen auf einmal Details, die mich fasziniert haben und das Bedürfnis weckten, mit diesem Roman in der Hand ein paar Tage in Hamburg zu verbringen und zu gucken, wie die beschriebenen Ecken wirklich aussehen. Von der eher konservativen Wohngegend über die einschlägigen Viertel bis zum Hafen wird man in dieser Geschichte geführt und empfindet – dank dieser liebevollen Darstellungen – eine gewisse Zuneigung zu diesem Teil der Stadt.

Da sich diese Liebe zu St. Pauli durch das ganze Buch zieht, konnte ich die eher belanglose Krimihandlung ein wenig zur Seite drängen und mich auf diesen Part konzentrieren. So gesehen übte „Revolverherz“ einen gewissen Reiz auf mich aus. Und während ich sonst mit allzu blumigen Beschreibungen nur wenig anfangen kann, empfand ich einige der ungewöhnlichen Vergleich der Autorin als sehr stimmungsvoll. Ebenso wie die Dialoge, die für meinen Geschmack gerade genug Dialekt aufwiesen, um atmosphärisch zu sein, ohne dass die Lesbarkeit darunter litt. So bin ich gespannt, wie Simone Buchholz die zweite Geschichte um Chas Riley angelegt hat und hoffe ein wenig, dass auch dieses Buch eine Liebeserklärung an St. Pauli sein wird - und vielleicht trotzdem etwas mehr Realismus aufzuweisen hat.

Freitag, 26. März 2010

Kerstin Gier: Saphirblau

Nach „Rubinrot“ ist „Saphirblau“ der zweite Band der „Liebe geht durch alle Zeiten“-Trilogie von Kerstin Gier. Ich war ja anfangs etwas skeptisch, da ich mit den ganzen hochgejubelten Büchern in letzter Zeit regelmäßig auf die Nase gefallen bin oder zumindest konnte ich die Begeisterung nur selten ohne Einschränkungen teilen. ;) Aber „Rubinrot“ hat mir wirklich gefallen, da es eine Geschichte mit einem ungewöhnlichen Ansatz und sympathischen Figuren mit erfrischendem Humor erzählt. So habe ich mich natürlich auch gleich nach dem Lesen des ersten Bandes auf in der Bibliothek auf die Vormerkliste für „Saphirblau“ setzen lassen (und freue mich außerdem noch darüber, dass diese Buch auch für Karis YA-Book-Challenge gezählt werden kann >g<).

„Saphirblau“ setzt direkt an die Handlung von „Rubinrot“ an. Gerade mal ein paar Tage ist es her, dass Gwendolyn herausfand, dass sie das Zeitreise-Gen ihrer Familie geerbt hat und nun überschlagen sich die Ereignisse für sie. Nur mühsam kann sich das Mädchen daran gewöhnen, dass sie nun jede Tag vorsichtshalber für ein paar Stunden in die Vergangenheit zu springen hat – und von der Idee, dass sie in dieser Zeit in einem düsteren Kellerraum in dem Gebäude der Wächter ihre Hausaufgaben machen kann, ist sie auch nicht begeistert.

Doch vor allem hier Verhältnis zu Gideon hält Gwen auf Trab. Der junge Zeitreisende küsst sie in dem einen Moment leidenschaftlich, nur um sie kurz darauf wieder von sich zu stoßen. Gwendolyn hat keine Ahnung, wie sie mit so einem Verhalten umgehen soll – und nur langsam kommt sie dahinter, dass sie zwar in Gideon Gefühle weckt, er sich aber noch nicht dazu durchringen kann, ihr zu vertrauen. Denn innerhalb der Gruppe der Zeitreisenden scheint es einen Verräter zu geben, der verhindern will, dass Gideon auch die letzten Blutproben für den geheimnisvollen Chronografen sammeln kann, um damit die Aufgabe des Grafen von Saint Germain zu erfüllen.

Wirklich viele neue Erkenntnisse hat dieser zweite Band der Trilogie nicht gebracht, kritisch betrachtet dient „Saphirblau“ als Bindeglied zwischen dem Auftakt und dem Abschluss von „Liebe geht durch alle Zeiten, ohne die Handlung groß weiter zu bringen. Doch Kerstin Gier hat diesen Roman dazu genutzt, um das Verhältnis zwischen Gwen und Gideon weiter auszubauen, mehr Details über die Gesellschaft der Wächter und ihre Gegenspieler zu verraten und neue Charaktere einzuführen. Einer davon ist der kleine Wasserspeierdämon Xemerius, der sich als erstaunlich nützlich für Gwen erweist.

Was den kleinen Wasserspeier angeht, so bin ich nicht so absolut hingerissen von dem Kerlchen, wie so manch anderer Leser das zu sein scheint. Aber immerhin dienen die Informationen, die er für Gwen besorgt, dem Fortgang der Handlung – und dafür bin ich dem Dämonchen doch sehr dankbar. ;) So hat mir auch „Saphirblau“ wie schon der erste Teil der Trilogie einen amüsanten und unterhaltsamen Nachmittag beschwert, ohne besonderen Tiefgang, aber mit lustigen Szenen im historischen London, der Erkenntnis, dass Gwen mir ein bisschen unheimlich ist, wenn sie zuviel Punsch getrunken hat >g< und einer Erklärung dafür, was Lucy und Paul bewogen hat, die Gesellschaft der Wächter zu hintergehen, indem sie den ursprünglichen Chronografen stahlen. Kurz gesagt, es war eine nettes Leserlebnis und ich freue mich auf den dritten Teil, auch wenn ich auch den wohl erst wieder aus der Bibliothek ausleihen werde.

Donnerstag, 25. März 2010

Ariana Franklin: Die Teufelshaube

„Die Teufelshaube“ ist Ariana Franklins zweiter Roman um Adelia Aguilar, eine Sizilianerin, die an einer der modernsten Schulen ihrer Zeit Medizin studiert hat und nun in England lebt. All das wäre nicht so besonders, wenn die Geschichten rund um diese energische Frau nicht zur Regentschaft Heinrich II. spielen würden. Im rückständigen England ist es nicht nur absolut unvorstellbar, dass eine Frau als Ärztin arbeitet (mal davon abgesehen, dass es hier so etwas wie eine fundierte Ausbildung in diesem Bereich gar nicht gibt), sondern die Tatsache, dass Adelia sich auch noch auf die Untersuchung von Verstorbenen spezialisiert hat, wäre ein Grund sie als Hexe hinzurichten. Achja, man kann „Die Teufelshaube“ auch ohne Vorwissen aus „Die Totenleserin“ verstehen, aber ich persönlich würde doch empfehlen die Bücher der Reihe nach zu lesen.

Bei „Die Totenleserin“ habe ich mich wirklich gut amüsiert. Adelia war in dem Buch eine toughe Frau, die mit den Sitten in England nur schlecht zurechtkam. Allein die Tatsache, dass sie ihren Begleiter Mansur (ein Sarazene) als Arzt ausgeben musste, damit sie seine Assistentin spielen konnte, ging ihr gehörig gegen den Strich. Aber sie war nun einmal vom sizilianischen König losgeschickt worden, um zusammen mit dem königlichen Ermittler Simon für Heinrich II. eine Reihe von Kindsmorden aufzuklären. Tja, die Sache hat sie dann so gut gemacht, dass Heinrich sie nicht wieder gehen lassen wollte – und nun sitzt Adelia in England fest und versucht sich in „Die Teufelshaube“ irgendwie mit der Situation zu arrangieren.

Natürlich bekommt sie zu Beginn des Buches wieder einen Auftrag aufs Auge gedrückt, dieses Mal geht es um einen erfolgreichen Mordanschlag auf Rosamund Clifford, die Geliebte Heinrich II. und die einzige Frau, mit die Königin sich nicht abfinden kann. Nur wenn es Adelia gelingt nachzuweisen, wer diese Frau vergiftet hat – und vor allem, dass dies nicht im Auftrag der Königin geschah – lässt sich ein Bürgerkrieg in England vermeiden. Doch die Medizinerin ist erstaunlich wenig an diesem Fall interessiert. Gerade erst ist sie Mutter geworden (natürlich ohne einen passenden Ehemann dabei, wie es sich für eine anständige Frau gehören würde) und nun kreisen all ihre Gedanken um ihr Kind.

Tja, und das ist das große Problem an diesem Buch! Im ersten Band war Adelia eine unglaublich neugierige Wissenschaftlerin, die sich in einem Problem verbeißen konnte ohne dabei auf ihre Umgebung – oder gar auf Gefahren für ihr eigenes Leben – zu achten. Nun aber lässt sie sich schon von jeder Kleinigkeit einschüchtern, ist trotzig und passiv und eigentlich nur daran interessiert, wie sie ihren Hintern aus dieser Sache wieder rausbekommt.

Hier bastelt Ariana Franklin zwar auch die eine oder andere stimmungsvolle „Familienszene“ ein, aber überzeugend entwickelt sie Adelia so nicht weiter. Wirklich aktiv ist die Medizinerin nicht an der Lösung des Problems beteiligt, wirkt statt dessen wie ein hilfloses Püppchen, das nach Belieben der verschiedenen Parteien positioniert wird. Ohne die wunderbar kauzigen Nebenfiguren, wie ihre alte Freundin Gyltha oder der Sarazene Mansur (der hier allerdings auch keine so große Rolle spielt) und ein paar wunderbar moderne Nonnen, hätte ich die Geschichtewohl noch lustloser zu Ende gelesen.

Dabei hat die Grundgeschichte wieder sehr viel Potenzial und man kann einfach nicht übersehen wie gründlich die Autorin all die Details recherchiert hat. Das Lebensgefühl der Menschen kommt hervorragend beim Leser an. Die Abhängigkeit der Bevölkerung von der Willkür der Adeligen, das Leben in einem Nonnenklostern, die Hintergründe zu Eheschließungen und anderen Verbindungen, all das ist wirklich gut beschrieben – und die eher moderne Sprache sorgt für eine gute Lesbarkeit. Aber bei all den Details fehlt diesem historischen Kriminalroman einfach eine packende Geschichte.

Ich fand zwar die Intrigen interessant und wieder hatte ich das Gefühl all die verschiedenen Adeligen etwas besser einsortieren zu können – und zu verstehen in welchem Verhältnis sie zueinander stehen und welcher Anlass welchen (Bürger-)Krieg ausgelöst hat, aber der Kriminalfall war mir einfach egal. Nach dem doch deutlich spannenderen Roman „Die Totenleserin“ hatte ich mir wirklich mehr von der Autorin erhofft – und bin letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass mir ein Sachbuch über diese Zeit wohl mehr Vergnügen bereitet hätte als diese Geschichte.

Dienstag, 23. März 2010

Julia Quinn: Wie bezaubert man einen Viscount?

Ich hatte ja schon erzählt, dass ich nach dem Genuss von „Wie erobert man einen Duke?“ der Versuchung nicht widerstehen konnte und mir auch noch die folgenden beiden Bände „Wie bezaubert man einen Viscount?“ und „Wie verführt man einen Lord?“ gekauft habe (und ja, „Penelopes pikantes Geheimnis“ ist auch inzwischen – und natürlich ganz zufällig! – in meinen Besitz gelangt). Da mir der erste Teil rund Daphne Bridgerton so viel Spaß gemacht hat und mich an die amüsanten Romane von Georgette Heyer erinnerte, habe ich „Wie bezaubert man einen Viscount?“ auch gleich verschlungen.

Das Buch handelt von Daphnes ältestem Bruder Anthony und Kate, die gerade zusammen mit ihrer jüngeren Schwester in die Gesellschaft eingeführt wird. Üblich ist es nicht, dass zwei Schwestern gleichzeitig das gesellschaftliche Parkett betreten, aber die verwitwete Mutter hat einfach nicht genug Geld, um eine zweite Saison in London zu finanzieren. So hoffen alle, dass die wunderschöne und liebenswerte Edwina einen Mann erobern wird, der in der Lage ist ihre Familie in eine gesicherte finanzielle Situation zu versetzen.

Ob Kate hingegen einen potenziellen Ehemann von ihren Vorzügen überzeugen kann, ist fraglich – und so konzentriert auch sie sich darauf, ihre Schwester so weit wie möglich zur Seite zu stehen. Und ihre Aufgabe erstreckt sich, nach Ansicht der energischen jungen Dame auch darauf, unerwünschte Bewerber um Edwinas Hand zu vergraulen. So auch Anthony Bridgerton, der nicht nur einen Ruf als Schürzenjäger hat, sondern auch unumwunden zugibt, dass Edwina ihm eigentlich recht gleichgültig ist – von der Tatsache abgesehen, dass sie einfach eine passende Ehefrau für einen Mann seiner Position abgeben würde.

Was Anthony allerdings verschweigt, ist die Tatsache, dass der junge Mann seit dem überraschenden Tod seines Vaters vor einigen Jahren nicht nur davon überzeugt ist, dass er selber auch früh sterben wird, sondern auch, dass er keine Ehe führen will, in der sich die Partner so sehr lieben, wie seine Eltern es taten. So richtig überzeugend fand ich Anthonys gesamte Argumentation nicht, eigentlich schien er viel zu vernünftig zu sein, um sich auf solche Ideen zu versteifen, aber nun gut, die Autorin benötigte halt eine konfliktfördernde Grundvoraussetzung.

Natürlich verlieben sich Kate und Anthony auf den ersten Blick in einander – und wollen es beide nicht wahrhaben. Für sie ist er der Schurke, den sie von ihrer Schwester fernhalten muss, während Kate für den Viscount eine viel zu große Versuchung darstellt, da er doch eine Vernunftehe eingehen will. Nachdem sie aber auf einem Ball – vollkommen unverschuldet natürlich – in eine pikante Situation geraten sind, müssen sie heiraten und sich miteinander arrangieren.

Ich muss zugeben, dass der Teil der Handlung rund um Kate, die ihre Schwester beschützen will, mich sehr an Georgette Heyer erinnerte – und mir schon gefallen hat, auch wenn Julia Quinn diesen Part der Geschichte recht flüchtig abgehandelt hat. Und auch mit Anthonys seltsamen Überzeugungen konnte ich gut leben, da der Roman einfach wunderbar unterhaltsam geschrieben ist. Ich mag die amüsanten Dialoge, ich mag die verschiedenen Charaktere und ich liebe die Familie Bridgerton! So war es für mich überhaupt kein Problem eventuell störende Elemente zu ignorieren und mich einfach nur in dieses Buch fallen zu lassen.

Die schwachen Grundvoraussetzungen vergiss man beim Lesen einfach, wenn man verfolgt, wie die beiden Protagonisten mal bissig, mal doppeldeutig miteinander diskutieren, wenn man miterlebt, wie Kates Hund mal wieder für eine gesellschaftliche Katastrophe verantwortlich ist oder wie die Bridgertons zusammen Kricket spielen. Hier kommen die verschiedenen Charaktere ebenso schön zum Tragen, wie die Fähigkeit der Autorin kurzweilige Dialoge zu schreiben, die einem ein beständiges Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Wenn man bereit ist den inneren Kritiker mal abzuschalten, dann bekommt man mit „Wie bezaubert man einen Viscount?“ einfach ein Buch mit Wohlfühlfaktor präsentiert.

Montag, 22. März 2010

Bettina Belitz: Splitterherz


Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom platten Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen. Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je vorstellen könnte. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht – und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.

Bei dieser Rezi beschränke ich mich mal für die Inhaltsangabe auf den Klapptentext – das gibt mir mehr Raum, um über mein Leseerlebnis zu schreiben. ;)

In letzter Zeit überkommt mich ja immer wieder das Gefühl für bestimmte Geschichten einfach zu alt zu sein. So auch bei Splitterherz … Ellie hat mir auf den ersten 200-300 Seiten das Lesen gründlich vermiest und ich musste mich schon überwinden, um die erste Hälfte des Buches hinter mich zu bringe. Ich kann damit leben, dass eine Hauptfigur ständig heult und sich nicht immer vernünftig verhält, aber dieses Mädchen ist mir wirklich auf die Nerven gegangen und ich musste mir nach einer Pause immer eine Ruck geben, um nicht auf einen anderen Roman auszuweichen.

Okay, es ist wirklich nicht schön, ein Jahr vor dem Abitur die Schule zu wechseln, und es ist nicht schön, seinen Freundeskreis verlassen zu müssen, aber muss sich Ellie deshalb so kindisch verhalten? Vor allem ist ja doch recht schnell klargestellt worden, dass ihre allerbesten Freundinnen auch nicht gerade die Menschen waren, die sie glücklich machten, und dass sie sich ständig verstellen musste, um überhaupt ihre Anerkennung zu erhalten. Einzig die Hoffnung, dass hinter diesem irrationalen Benehmen mehr steckt, als anfangs zu sehen ist, hat mich bei der Stange gehalten. Wobei mich auch hier die von der Autorin gelieferten Hintergründe nicht wirklich befriedigt haben. Okay, Ellie hat einen Grund, warum sie ständig heult und warum es ihr schwer fällt mit andere Menschen Umgang zu haben, aber mir fehlte eine richtige und greifbare Erklärung für diese Fähigkeit.

Dann der Teil, der sich um Colin dreht. Ganz ehrlich, im Prinzip ist die Handlung nun nicht so viel anders aufgebaut als in einer der unzähligen romantischen Vampirgeschichten, die seit ein paar Jahren den Buchmarkt überschwemmen. Aber ich muss zugeben, dass ich die Figur des Colin mochte – und ich mag die Idee, die hinter seinem Charakter steckt. Ich verkneife mir jetzt mal einen Spoiler, denn ich habe mich wirklich geärgert, dass einige Rezensionen schon verraten, was Colin ist! So ist mir doch eine Menge Spannung verloren gegangen und ich habe während des Lesens darauf gewartet, dass dieser Punkt in der Geschichte endlich angesprochen wird.

Aber sich mit Colin auf einen kaum genutzten Mythenbereich zu stützen, damit hat sich Bettina Belitz meine Anerkennung verdient. Ich finde, dass sie diese Grundidee wirklich reizvoll ausgebaut hat – und siehe da, die zweite Hälfte des Buches, hat mir dann auch deutlich besser gefallen! :) Ellie war lange nicht mehr so wehleidig (na ja, sie hatte auch nicht mehr so wirklich viel mit ihren Mitschülern zu tun), dafür war sie damit beschäftigt hinter Colins Geheimnis zu kommen und herauszufinden, warum ihr Vater so ein Problem damit hat, dass sie sich mit Colin trifft. Am Ende gibt es noch einige „Action“ mit spannenden und amüsanten Momenten – und auch wenn ich mit dem Schluss so wie er jetzt ist sehr zufrieden bin, so hat mich die zweite Hälfte mit der Geschichte so sehr versöhnt, dass ich auch Lust auf eine (gut gemachte!) Fortsetzung hätte.

Insgesamt hätte diesem Roman meiner Meinung nach eine kräftige Straffung geholfen und Ellie hätte nicht ganz so ausführlich (und jämmerlich) aufgebaut werden müssen. Dafür gibt es ein paar andere Charaktere (vor allem Colin), die ich interessant oder amüsant fand. Auch ist mir aufgefallen, dass die Autorin mit ihrem Erzählstil sehr schön Stimmungen herbeirufen kann. Ihr Wald ist mal bedrohlich, mal sonnig und wunderschön. Wenn sie ein Gewitter beschreibt, dann kann ich es vor mir sehen – und vor allem die Szenen, in denen wirklich viel los war, haben mir richtig gut gefallen. Mehr davon und weniger Gefühlsduselei – und ich hätte mich mit dem Anfang nicht so schwer getan!

Freitag, 19. März 2010

„Buch & Brot“-Stöckchen

Ich gebe zu, das ist nicht gerade der perfekte Titel, aber ich mag die B&B-Kombination einfach. ;)

In letzter Zeit bin ich immer wieder über Blogs gestolpert, in denen sowohl von Büchern als auch vom Essen berichtet wurde, außerdem habe ich bei einigen Leuten auf die Frage „Liest du beim Kochen?“ ein verwundertes „Wie soll das denn gehen?“ als Reaktion gelesen - und so kam mir der Gedanke zu diesem kleinen Stöckchen. Wer mag, kann es gerne mitnehmen (ich würde mich freuen, wenn ihr dann einen Link bei den Kommentaren hinterlassen würdet)!

1. Liest du beim Kochen?
Das hängt immer davon ab, was ich koche. Aber wenn ein Essen nur im Backofen gart oder ich darauf warte, dass ein Topf mit Wasser anfängt zu kochen, nutze ich die Zeit und stecke meine Nase in ein Buch. Es gibt sogar einige Gerichte (z.B. Risotto oder Bratkartoffeln), bei denen ich mit dem Roman (allerdings nur Bibliotheksbücher *rotwerd*) in der Hand neben dem Herd stehe, weil ich sonst nicht die Geduld für die perfekte Zubereitung aufbringe.

2. Liest du beim Essen?
Als Kind musste man mir mein Buch schon gewaltsam vor dem Setzen an den Tisch wegnehmen (es blieb aber auf jeden Fall in Greifweite), vor allem beim alltäglichen Essen mit der Familie. Wenn ich heute allein eine Mahlzeit zu mir nehme, dann neige ich zu einfachen Gerichten, bei denen man nur eine Hand zum Essen braucht, damit ich in der anderen meine aktuelle Lektüre halten kann. Oft nutze ich diese Zeiten, um in ein neues Buch reinzulesen und zu gucken, ob ich darauf gerade Lust habe. In Gesellschaft hingegen genieße ich dann doch viel lieber die Gespräche und hebe mir meinen Roman dann für einen anderen Zeitpunkt auf.

3. Gefallen dir Bücher, in denen viel über Essen und Kochen geschrieben wird?
Ja, in der Regel tun sie das. Es gab eine Zeit, in der ich unglaublich viele Krimis gelesen habe, deren Hauptfiguren Köchinnen waren. Aber auch sonst finde ich es schön, wenn ich in einem Roman gut geschriebene Szenen finde, die in Küchen spielen. Allerdings gilt das auch für die Erwähnung von (Kunst-)Handwerk, Textilkunst und ähnlichen Dingen, mit denen ich etwas Positives assoziiere und die zur Atmosphäre einer Geschichte beitragen können.

4. Hast du schon mal ein Rezept ausprobiert, das du in einem Roman gefunden hast?
Oh ja, mehrere sogar! Vor allem habe ich schon eine Menge Keksrezepte getestet, die ich in Büchern gefunden habe. Aber auch Nudelgerichte, Muffins, Aufläufe und andere Dinge aus Romanen habe ich schon nachgekocht – und in der Regel hat es ziemlich gut geschmeckt. Vor allem dienten dabei die schon erwähnten Krimis als Ideenquelle, wobei ich besonders viele Rezepte von Diane Mott Davidson fest in meine Sammlung aufgenommen habe.

5. Sammelst du Kochbücher – und kannst du abschätzen, wie viele du davon hast?
Ich sammle definitiv keine Kochbücher, auch wenn ich immer wieder neugierig auf neue Rezepte bin. Aber da ich nicht nur Vegetarierin, sondern auch gegen viele Zutaten allergisch bin, ist es immer wieder zu ärgerlich, wenn ich aus einem dicken Kochbuch gerade mal eine Handvoll Rezepte ohne allzu große Änderungen ausprobieren kann. Trotzdem haben ein paar Kochbücher ihren festen Platz in meiner Küche gefunden – unter anderem eins, in dem der richtige Umgang mit Fleisch erklärt wird. Da finde ich immer wieder Hilfe, wenn ich mich mal wieder an einem besonderen Essen für meinen Mann versuche, für den ich eben nicht nur vegetarisch kochen will. Wie wenig Relevanz diese Kochbücher aber für mich haben, zeigt schon die Tatsache, dass ich sie seit einem halben Jahr in einer der Küchenumzugskisten habe und keine Notwendigkeit sehe, sie eilig auszupacken. Die wichtigsten Rezepte habe ich eh nicht aus Kochbüchern, sondern selbst ausgedacht oder in Romanen oder Online-Foren gefunden und dann handschriftlich in eine Kladde eingetragen.

Wie viele Kochbücher ich habe, kann ich momentan nicht beantworten. Ich habe vor dem Umzug kräftig ausgemistet – und erinnere mich nicht mehr genau, was nun bleiben durfte. Aber mein amerikanisches Muffin-Backbuch habe ich behalten, genauso wie das Kochbuch von Sarah Wiener!

6. Kochen oder Backen – was machst du lieber?
Ich glaube, ich backe lieber, da ich das nur zu besonderen Anlässen mache oder um ein neues Rezept auszuprobieren. Auch Kochen kann eine Menge Spaß machen, aber in der Regel ist es eher eine tägliche Verpflichtung. Und ich mag es gar nicht, wenn ich gezwungen bin, mir für jeden Tag etwas Leckeres auszudenken! Das führt dazu, dass ich – wenn ich alleine lebe – das Kochen lieber ein paar Tage ausfallen lasse oder mich von Tiefkühl-Pizza ernähre.

7. Welche Richtung bevorzugst du beim Kochen (italienisch, asiatisch, gutbürgerlich oder andere Richtungen)?
In der Beziehung bin ich für alles offen, auch wenn ich wohl in erster Linie italienisch „inspiriert“ koche. In der gutbürgerlichen deutschen Küche wird einfach zu viel auf Fleisch gesetzt, als dass ich mich damit anfreunden könnte, und auch in der asiatischen Küche werden sehr viele Zutaten verwendet, die ich häufig nicht vertrage. Oder man benötigt für ein Gericht so viele neue Gewürze, dass ich davor eher zurückscheue, solange ich nicht abschätzen kann, ob ich die auch für andere Experimente verwenden kann.

8. Gehörst du zu den Leuten, die beim Lesen etwas zu Knabbern oder ein bestimmtes Getränk in Reichweite haben?
Die Frage kann ich mit einem überzeugten „Nein“ beantworten. Obwohl ich in all den Jahren das Essen neben dem Lesen perfektioniert habe und sogar Spaghetti mit Tomatensauce ohne Buchgefährdung vertilgen kann, ist es in der Regel eher so, dass ich das Essen und Trinken über das Lesen vergesse. Das führt dann nicht selten dazu, dass ich nach der letzten Buchseite wie eine Verdurstende an meinem Glas hänge …

9. Möchtest du noch etwas zum Thema „Bücher und Essen“ erzählen? Dann her mit deiner Antwort, denn ich bin neugierig! :)

Donnerstag, 18. März 2010

SuB-Nachschub im März

Heute klingelte mal wieder der Paketbote mit Lesenachschub – und schon kann ich das befriedigende Gefühl vergessen, das in mir aufkam, als ich feststellte, dass ich gerade das letzte Buch mit einem 2010-Veröffentlichungsdatum in Arbeit habe. ;)


Hörbücher:
Susan Elisabeth Phillips: Aus Versehen verliebt (gelesen von Tanja Fornaro)
Jane Austen: Verstand und Gefühl (gelesen von Eva Mattes)
@Natira: Guck mal!

Bücher:
Barbara Demick: Die Kinogänger von Chongjin
Yasemine Galenorn: Vampirliebe (Schwestern des Mondes 6)
Michelle Harrison: Elfenseele – Zwischen den Nebeln
Thomas Plischke: Die Zombies
Laura Whitcomb: Silberlicht

Bevor jetzt einer von euch denkt, ich wollte mich über die neuen Bücher beschweren, da ich doch gerade so schön dabei war den SuB abzubauen. Nein, ganz und gar nicht! Allerdings hatte ich vorgestern (mal wieder >g<) der Versuchung nachgegeben und mir zwei neue Titel gekauft. So durfte mir der Paketbote gleich noch ein zweites Päckchen überreichen:
Meine neu entdeckte Leidenschaft für Julia Quinn dürfte in den letzten Tagen ja unübersehbar gewesen sein. So muss „Penelope pikantes Geheimnis“ als Belohnung herhalten und darf erst gelesen werden, wenn ich endlich mein aktuelles SuB-Losverfahren-Buch („Das starke Geschlecht“) bewältigt habe. Irgendwie habe ich zu dem Roman gerade so gar keine Lust, aber Kari gibt mir langsam das Gefühl, dass es Zeit wird, das Buch zu lesen. ;)

An dem neuen Krimi von Deborah Crombie konnte ich auch nicht vorbeigehen, dafür liebe ich diese Geschichten einfach schon zu lange. Allerdings könnte es schon sein, dass der Band noch etwas auf dem Stapel liegen bleibt. Nun habe ich ihn ja und kann auf den einen Nachmittag warten, an dem ich in ihrem London versinken will.

Was das andere Buchpaket angeht: Auf die Hörbücher freue ich mich jetzt schon, allerdings habe ich mir nach dem Hobbit (ich muss endlich mal Zeit für die letzten beiden CDs finden) schon Raymond Chandler als nächstes Hörerlebnis vorgenommen. Mal gucken, in welcher Stimmung ich dann so bin. :)

Bei der Galenorn rechne ich nicht mit großen Überraschungen, ich mag die Serie und freu mich auf die Fortsetzung,. Auf „Elfenseele – Zwischen den Nebeln“ bin ich sehr gespannt, der erste Teil hatte mir gut gefallen, und nun geht es im Reich der Elfen mit einer Figur weiter, die schon aus dem ersten Band bekannt ist. „Die Zombies“ sehe ich ebenso wie „Silberlicht“ ein wenig als Experiment an, mal gucken, ob mir diese Variation gefällt. Vor allem bei den Zombies bin ich sehr neugierig! Mein Mann beschwerte sich vor einiger Zeit, dass es so viele Vampir-Bücher gibt und sich niemand mit Zombies beschäftigt und irgendwie hatte er ja recht – tja, so konnte ich an diesem Titel auf jeden Fall nicht mehr vorbeigehen. >g<

Zuletzt ist da noch „Die Kinogänger von Chongjin“, eine nordkoreanische Liebesgeschichte. Über Nordkorea weiß ich deutlich weniger als über Japan und China – und bin wirklich gespannt auf dieses Buch. Die Autorin ist eine amerikanische Journalistin, die sich aus beruflichen Gründen viel mit Nordkorea beschäftigt hat und so hoffe ich auf ein einigermaßen realistisches Bild dieses Landes.

Bruce Coville: Die Einhorn-Chroniken 2

Hatte der Loewe-Verlag im ersten Band der deutschen Veröffentlichung dem Leser zwei amerikanische Romane präsentiert, so bekommt man mit „Die Einhorn-Chroniken 2 – Das Geheimnis des Flüsteres“ die deutsche Version des dritten Teils von Bruce Coville geboten. Wie man dem Nachwort entnehmen kann, hat der Autor acht Jahre gebraucht, um diese Fortsetzung zu schreiben – und überraschenderweise habe ich keinen Bruch zwischen den ersten beiden Geschichten und dieser bemerken können.

Für den Leser schließt die Handlung ziemlich direkt an „Das Tor zwischen den Welten“ an. Caras Großmutter ist gerade erst die Königin der Einhörner geworden und die Bedrohung durch die Jäger, die versuchen die magische Welt Kirin zu erreichen, um die Einhörner zu vernichten, besteht immer noch. So bekommt Cara den Auftrag zusammen mit einer Gruppe aus drei Einhörnern, dem Zwerg Grimwald und dem lustige Skijum in das Tal der Zentauren zu reisen. Der Anführer der Zentauren könnte nämlich ein paar Informationen über den geheimnisvollen Flüsterer haben, der laut einer (leider verstümmelten) Prophezeiung, die sich in den Chroniken der Einhörner befand, für die magischen Geschöpfe eine noch größere Bedrohung darstellt, als es die Jäger sind.

Auch Caras Vater Ian Hunter, der sich inzwischen vollständig von den Jägern und seiner Ahnenfrau Beloved abgewendet hat, ist mit einer wichtigen Mission unterwegs. Während er seiner Tätigkeit als Jäger nachging, hatte Beloved die Seele seiner Frau Martha in das Regenbogengefängnis gesperrt. Doch nun hat Ian von seiner Tochter einen Rubin überreicht bekommen, der als Schlüssel zu diesem übernatürlichen Gefängnis dient – und endlich besteht die Hoffnung, dass es ihm gelingen könnte, seine Frau zu befreien.

Bruce Coville entwickelt die Geschichte genauso märchenhaft weiter, wie sie in „Das Tor zwischen den Welten“ begann. Wunderschöne magische Momente und schreckliche Gefahren werden hier zu einer spannenden und überaus unterhaltsamen Handlung verwoben. Ganz ehrlich, ich mag diese Bücher wirklich gerne! Allerdings gibt es schon ein paar Stellen, die in Anbetracht der Altersempfehlung des Verlages (ab 10 Jahren) ganz schön heftig sind. Die Einhörner werden von den Delfern angegriffen und werden nicht nur schwer verletzt, sondern es gibt auch einen Toten. Auch ein Überfall dieser unheimlichen Rasse auf das Haus der Erdzauberin M’Gama endet für einen der sympathischen Charaktere tödlich.

Doch trotz – oder vielleicht gerade wegen dieser düsteren – Momente, habe ich diesen Roman richtig genossen. Die Handlung ist spannend und voller magischer Details, die einen an klassische Märchen erinnern und einem doch ganz neu und anders vorkommen. Bruce Covilles Erzählstil ist so einfach, wie es sich für ein Kinderbuch gehört, und für mich deshalb auch besonders eindringlich. Seine Charaktere habe ich wirklich ins Herz geschlossen und leide regelrecht mit, wenn wieder einer vor ihnen vor einer schwierigen Entscheidung steht. Dem Autor gelingt es ganz großartig mit Gegensätzen zu spielen, so dass es kein einfaches gut und böse, kein richtig oder falsch in dieser Geschichte gibt. Ich bin auf jeden Fall schon sehr neugierig darauf, wie es mit Cara und der magischen Welt Kirin weitergeht, - und das liegt nicht nur an dem gemeinen Cliffhanger am Ende dieses Bandes.

Mittwoch, 17. März 2010

Jeffery Deaver: Die Menschenleserin

„Die Menschenleserin“ ist der erste Roman, der Kathryn Dance zur Hauptfigur hat. Die Ermittlerin wurde von Jeffery Deaver schon in „Der gehetzte Uhrmacher“ eingeführt und bildete dort einen angenehmen Gegenpol zu dem extrem rational angelegten Wissenschaftler Lincoln Rhyme. Schwerpunkt von Kathryn Dance ist die Kinesik, also das Lesen und Deuten von Körpersprache, und in diesem Bereich ist sie eine anerkannte Expertin. Deshalb bekommt sie auch den Auftrag den hochintelligenten Daniel Pell zu verhören. Dieser hatte vor acht Jahren auf einen Streich eine ganze Familie ausgelöscht – und nur die neunjährige Tochter überlebte diesen Gewaltakt.

Nun kommen neue Beweise ans Licht, die vermuten lassen, dass Daniel Pell auch in andere Mordfälle verwickelt sein könnte. Doch bevor Kathryn den Verbrecher genau studieren kann, gelingt es diesem die Sicherheitsbeamten zu überrumpeln und zu flüchten. Der Ablauf dieser Flucht zeigt, dass der Mörder einen Komplizen gehabt haben muss, der den Ausbruch im Detail vorbereitet hat. Während die Polizei ihr Glück mit Straßensperren versucht, sammelt Kathryn Dance jede Information über Daniel Pells Persönlichkeit, die sie finden kann, und spürt auch die Frauen auf, die früher mit dem charismatischen Verbrecher eine Art Familie gebildet haben.

Für mich ist ein Krimi, der sich darum dreht, dass ein Spezialist sich in die Denkweise eines bestimmten Täters hineinversetzen muss, einfach ein vertrautes Leseerlebnis. Ich weiß ungefähr, was mich bei einem solchen Buch erwartet – und auch wenn es kaum etwas neues zu entdecken gibt, lese ich solche Geschichte immer wieder gern. In „Die Menschenleserin“ konzentriert sich der Autor sehr auf die Arbeitsweise von Kathryn Dance, was zwar recht interessant ist, aber sich auch schnell anfühlt, als ob Jeffery Deaver seitenweise aus einem Lehrbuch zu dem Thema zitieren würde.

Hier habe ich das Gefühl, dass er sich noch sehr umstellen muss, damit er von seiner ersten Reihe rund um Lincoln Rhyme und den Beschreibungen seiner forensischen Arbeit wirklich stimmig auf Kathryn Dance umschwenkt. Während Lincoln sehr sachlich ist und seine Tätigkeit auch viel Raum für ausführliche Erklärungen zur wissenschaftlichen Seite eines Falles bietet, ist Kathryn deutlich emotionaler – und sie muss in ihrem Sachgebiet wesentlich variablere Faktoren berücksichtigen, um zu einem „richtigen“ Ergebnis zu kommen.

Doch trotz der vielen Erklärungen zum Thema Kinesik (die mir zum Teil auch etwas zu simpel daherkamen) entwickelt sich eine spannende Geschichte. Jeffery Deaver erzählt seine Handlung aus verschiedenen Perspektiven, die es dem Leser ermöglichen sich seine eigenen Gedanken zu den verschiedenen Taten und dem eigentlich Hergang zu machen. Auch hat mir Kathryn Dance recht gut gefallen. Die Ermittlerin ist Witwe, hat zwei Kinder und liebevolle Eltern und einen engen Freundeskreis, so dass ihr Umfeld recht harmonisch und „normal“ wirkt. Allerdings hat der Autor so einige privaten Entwicklungen für sie angedeutet, die mir noch nicht so ganz behagen. Aber noch bin ich bereit einfach abzuwarten, was im zweiten Band dieser Reihe davon wirklich umgesetzt wird – und wie der Autor diese Handlungsstränge dann weiterführt.

Achja, beim Lesen dieses Buches ist mir mal wieder aufgefallen, dass ich doch erstaunlich viel über amerikanische Serientäter, Sekten und große Mordfälle weiß. So gibt es hier sehr viele Anspielungen auf Charles Manson, wobei ich die mitgelieferten Erklärungen zu dem Thema eigentlich nicht benötigt hätte. Sollte mir das nun zu denken geben? Oder ist das nur die natürliche Folge davon, dass ich in den letzten zwanzig Jahren einfach verflixt viele Krimis gelesen habe?

Dienstag, 16. März 2010

Robert Asprin & Jody Lynn Nye: Als Dämon brauchst du nie Kredit

„Als Dämon brauchst du nie Kredit“ ist schon der fünfzehnte Roman aus Robert Asprins Dämonen-Reihe und der dritte Teil, der in Zusammenarbeit mit Jody Lynn Nye entstanden ist. Ich habe diese Bücher vor vielen Jahren für mich entdeckt als humorvolle Fantasy noch relativ neu auf dem deutschen Buchmarkt war und Terry Pratchett noch nicht den Weg in die hiesigen Buchhandlungen geschafft hatte.

Robert Asprins amüsanter Umgang mit den Fantasyklischees hat mich fasziniert und ich habe die verschiedenen Charaktere dieser Reihe wirklich ins Herz geschlossen. Der unfähige Skeeve, der gerade mal zwei Zauber beherrscht, als er zum größten Magier seines Reiches erwählt wird, Aahz, der Dämon aus der Welt Perv, der trotzdem kein „Perverser“, sondern selbstverständlich ein „Perfekter“ ist und all die anderen verrückten Gestalten haben es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Doch vor allem die wunderbare Situationskomik und die sich rasant entwickelnde Handlung hat dafür gesorgt, dass ich dieser Reihe über all die Jahre hinweg treu geblieben bin.

Dann aber kam eine Zeit, in der Robert Asprin unter solch einer heftigen Schreibblockade litt, dass keine weiteren Geschichten aus seiner Feder flossen. Traurig, aber für mich als Leser akzeptabel. Ein Autor ist schließlich nur ein Mensch und mit Zwang kann man keine solch hinreißenden Handlungen aufs Papier bringen. Aber er war – wie Robert Asprin selber im Nachwort erwähnt - immer noch vertraglich verpflichtet weitere Dämonen-Bände abzuliefern und so kam es zur Zusammenarbeit mit Jody Lynn Nye. Auch wenn schon die letzten Dämonenbücher nicht mehr ganz so lustig waren wie die Anfänge, so beginnt mit dieser Zusammenarbeit für mich das Ende diese witzigen Geschichten.

„Als Dämon brauchst du nie Kredit“ spielt zum größten Teil auf einer Welt, die ein einziges großes Einkaufszentrum (genauer gesagt: eine amerikanische Mall) ist. Als Aahz von Geldeintreibern in die Ecke gedrängt wird, findet er heraus, dass ein Betrüger mit der Identität seines Freundes Skeeve Kreditkartenbetrug begangen hat – und so muss er natürlich sofort loseilen und den Betrüger zur Strecke bringen. Mit von der Partie sind der hochintelligente Troll Chumley und Massha, die inzwischen nicht nur Skeeves Posten als Hofzauberer übernommen hat, sondern auch eine Einkaufsexpertin ist und Aahz durch die Schwierigkeiten einer solchen Welt helfen muss.

Was folgt hat nichts mehr mit den rasanten und amüsanten Geschichten zu tun, die früher für die Dämonen-Reihe standen. Die Magie kommt deutlich zu kurz oder dient nur noch dazu Dinge aus unserer modernen Welt (wie Kreditkartensysteme, Diebstahlsicherungen usw.) nachzuahmen. Aahz, Chumley und Massha stolpern die ganze Handlung hindurch nur mehr oder weniger hilflos hinter einer Ermittlerin hinterher, die ihrerseits schon seit Monaten den Kreditkartenbetrügern auf der Spur ist. Und dann hat es mich massiv gestört, dass in diesem Buch seitenweise vom Shopping berichtet wird!

So bietet dieser Roman keine amüsante und absurde Geschichte, die mich am Ende mit Lachtränen in den Augen zurücklässt, sondern nur endlose Beschreibungen einer glitzernden Einkaufswelt, in der allerlei (mehr oder wenig magische) Wunderdinge zu kaufen sind, die vielleicht den Träumen einer Kaufsüchtigen entsprungen sind, aber mich persönlich überhaupt nicht gereizt haben. Ich vermisse den ursprünglichen Humor der Serie und bin mir sicher, dass Robert Asprin zu diesem Buch nur seinen Namen hergegeben, aber keine Ideen beigesteuert hat. Und Jody Lynn Nye fehlt einfach das gewisse Etwas, dass eine Autorin benötigt, um den Leser mit ihren amüsanten Einfällen zu verzaubern.

Wer jetzt spontan einen Blick auf meinen SuB wirft, wird sehen, dass ich da auch noch die letzten beiden Geschichten liegen habe, die der Dämonen-Reihe zugeordnet werden. Da ich mir sicher bin, dass auch diese Bücher mich enttäuschen werden, wird es etwas Überwindung kostet, damit ich mir diese Romane endlich einmal vornehme. Trotzdem werde ich sie wohl lesen und weiterhin hoffen, irgendwo zwischen all den Seiten einen Funken von Robert Asprin hinreißendem Humor zu entdecken. Und wenn mir das nicht gelingt, dann bleiben mir ja immer noch die alten Bücher aus dieser Reihe und die wunderbaren (ersten beiden) Bände rund um die Chaos-Kompanie.

Samstag, 13. März 2010

Regenbogen-Lesen: Der erste Regenbogen!


Als Katrin und Nina die Idee mit dem Regenbogen-Lesen aufbrachten, guckte ich in mein Bücherregal und fühlte mich erschlagen von all den schwarzen, weißen und dunkelblauen Romanen, die sich da tummelten. Ich war mir ganz sicher, dass ich niemals einen Regenbogen zusammenbekommen würde, denn ich wollte dafür nicht extra neue Titel anschaffen!

Nach dem read-a-thon fiel mir allerdings auf, dass ich dank der Liebesromane von Nora Roberts und mit "Die souveräne Leserin" schon ein schönes Stück vom Regenbogen geschafft hatte. Und nachdem ich die letzten Tage noch "Die Schattenkämpferin 1" gelesen habe, kann ich nun stolz meinen ersten Regenbogen präsentieren!



Ich bin gespannt, ob ich im Laufe des Jahres noch weitere zusammengelesen bekomme ...

Mittwoch, 10. März 2010

Der Versuchung erlegen - SuB-Zuwachs

Wie vor ein paar Tagen schon geschrieben, hatte mir "Wie erobert man einen Duke?" gut gefallen und mich sehr an die Bücher von Georgette Heyer erinnert.

Nun ist es so, dass ich die Romane von Georgette Heyer schon seit über ... äh ... zwanzig Jahren immer wieder gern lese und meine Sammlung so vollständig wie möglich ist. Diese Einschränkung muss ich leider machen, da ich mich weigere für eine total zerlesene Ausgabe ein Vermögen zu bezahlen, nur um die letzten fehlenden Titel zu bekommen.

Da Georgette Heyer mir keinen weiteren Nachschub an schönen Regency-Romanen produzieren kann, konnte ich mich nach der Lektüre von "Wie erobert man einen Duke?" nicht zurückhalten und habe gleich zwei weitere Romane aus dieser Reihe bestellt.


Gestern kamen "Wie bezaubert man einen Viscount?" und "Wie verführt man einen Lord?" bei mir an - und ich muss zugeben, dass der erste Neuzugang auch schon wieder gelesen ist. Schrecklich, dass so ein Band nur für einen Abend reicht ... Aber immerhin wandert so nur ein neuer Titel auf meinen SuB. ;)

Montag, 8. März 2010

Gilbert Adair: Mord auf ffolkes Manor

Irgendwie erwische ich momentan ziemlich viele Bücher, die nicht eindeutig einem Genre zuzuordnen sind – so auch „Mord auf ffolkes Manor“, welches im Untertitel als „eine Art Kriminalroman“ bezeichnet wird. Das Buch soll vom Autor als eine amüsante Hommage an die klassischen britischen Kriminalgeschichten gedacht sein und so verwundert es nicht, dass immer wieder auf Agatha Christie und John Dickson Carr verwiesen wird. Übrigens zwei Autoren, deren Geschichten ich wirklich schätze.

So hatte ich von „Mord auf ffolkes Manor“ auch eine Menge erwartet, ganz im Stil eines Agatha-Christie-Romans findet sich der Leser in einem Herrenhaus auf dem Land wieder. Eine Gruppe Personen wurde über die Feiertage vom Schnee von der Außenwelt abgeschnitten, als in diesem kleinen Kreis ein Mord in einem geschlossenen Raum passiert. Doch zum Glück kann aus dem Ort ein pensionierter Polizist herbeigeholt werden, der die Aufklärung des Falles mit Hilfe der übereifrigen Kriminalautorin Evaden Mount in Angriff nimmt.

Schnell steht fest, dass keiner der Anwesenden den verstorbenen Raymond Gentry leiden konnte. Der Mann war von der Tochter des Hauses überraschend zu dieser Veranstaltung mitgebracht worden und hatte es geschafft innerhalb weniger Stunden alle Gäste gegen sich aufzubringen. Über jeden wusste er ein kleines hässliches Geheimnis, und spielte in jedem Gespräch unübersehbar darauf an. So brachte er nicht nur die Gastgeber, sondern auch den örtlichen Geistlichen und den Dorfarzt – zwei ansonsten sehr harmlose und freundliche Männer – gegen sich auf.

Es ist unübersehbar, dass Gilbert Adair seine Vorbilder kennt: Evaden Mount erinnert an Agatha Christies Figur Ariadne Oliver und das gesamte Umfeld weckte sentimentale Gefühle beim Lesen. Und doch fehlt diesem Roman einfach die Kunstfertigkeit, die eine Geschichte von John Dickson Carr oder Agatha Christie ausmacht. Die Figuren wirken flach und leblos und ihre Motive sind einfach nur belanglos und die Dialoge sind schrecklich! Es gibt keinen Austausch zwischen den Figuren, sondern jede Aussage entwickelt sich zu einem endlosen Monolog, bei dem ich mich jedes Mal fragte, warum ich mir das jetzt antun muss.

Der Mord im verschlossenen Raum ist überhaupt nicht Thema dieses Buches und während John Dickson Carr mich mit seinen Geschichten dazu bringt mitzudenken und mich mit dem rätselhaften Fall auseinander zu setzen, fühlte ich mich hier nicht mal dazu animiert mir über das wahrscheinlichste Motiv Gedanken zu machen. Ein Agatha-Christie-Roman hingegen ist nicht nur unterhaltsam und amüsant, sondern auch eine treffende Milieustudie, eine liebevolle, aber auch beinah unbarmherzige Untersuchung der verschiedenen Charaktere – und genau das fehlt bei „Mord auf ffolkes Manor“.

Letztendlich ertappte ich mich die ganze Zeit bei dem Wunsch dieses Buch aus der Hand zu legen und mich kopfüber in meine Kisten zu stürzen, um mir einen meiner Lieblings-Krimiklassiker zu suchen, mit dem ich meine Lesestunden vergnüglicher verbringen könnte. So wandert dieses Buch in nächster Zeit zu einem anderen Besitzer, der hoffentlich mehr Freude damit hat. Und ich verkneife mir zukünftig einen Blick auf weitere Titel von Gilbert Adair zugunsten spannenderer Wohlfühl-Lektüre aus der Feder einer wirklich großen Autorin wie Agatha Christie, deren Romane ich immer wieder genießen kann.

Sonntag, 7. März 2010

Julia Quinn: Wie erobert man einen Duke?

Nach einer Woche, in der ich zu krank zum Lesen war (was für ein ekelhaftes Gefühl!), hatte ich gestern Lust auf etwas leichte Unterhaltung und habe zu „Wie erobert man einen Duke?“ von Julia Quinn gegriffen. Dieser Roman ist der erste in einer ganzen Reihe, die sich um die Familie Bridgerton dreht, und stellt die Vierte der acht Bridgerton-Nachkommen (Anthony, Benedict, Colin, Daphne, Eloise, Francesca, Gregory, Hyacinth) in den Mittelpunkt.

Daphne ist die älteste Tochter der Familie und verbringt im Jahr 1813 schon ihre zweite Saison in London. Die hübsche junge Frau ist nicht gerade der Mittelpunkt der Gesellschaft, sondern wird von den sie umgebenden Männern eher als netter Kumpel als als begehrenswerte Geliebte gesehen. Trotzdem gab es schon Bewerber um ihre Hand, die sie aber allesamt abgelehnt hat. Denn Daphne ist zwar nicht so blauäugig, dass sie auf eine Liebesheirat hofft, aber sie wünscht sich doch eine Zukunft mit einem Mann, den sie mögen und akzeptieren kann – und der dem Alter nach nicht ihr Vater sein könnte!

Da scheint eine Absprache mit Simon Basset, Duke of Hastings, die perfekte Lösung für Daphne zu bieten. Der attraktive junge Mann will den heiratswilligen Töchtern der Gesellschaft (und ihren wesentlich aggressiveren Müttern) deutlich machen, dass er nicht auf der Suche nach einer Frau ist und trotzdem am gesellschaftlichen Leben seiner alten Schulfreunde teilhaben können. So verabredet er mit Daphne, dass sie so tun, als ob sie aneinander interessiert wären. Er wäre so sicher vor den Avancen anderer Damen, die ihn damit in festen Händen vermuten, während Daphne – durch die Tatsache, dass ein Mann sich für sie interessiert – für die anderen Junggesellen deutlich attraktiver würde. Anfangs scheint der Plan der beiden sogar aufzugehen, doch dann entwickelt Daphne für den freundlichen Duke intensivere Gefühle und auch Simon ist von der Frau an seiner Seite bezaubert – doch eine Ehe kann und will der junge Mann trotz all seiner Verliebtheit nicht in Erwägung ziehen.

„Wie erobert man einen Duke?“ gehört zu einer ganzen Reihe von Liebesromanen, die mir Irina empfohlen hat – und die Geschichte war perfekt für einen Samstag, an dem ich einfach nur etwas schöne und entspannende Unterhaltung gesucht habe. Ich liebe ja die Geschichten von Georgette Heyer und so musste es sich auch dieser Regency-Roman gefallen lassen, dass ich ihn mit den Werken einer meiner Lieblingsautorinnen verglichen habe.

Julia Quinn schreibt deutlich direkter als Georgette Heyer es je getan hätte, was auch kein Wunder ist, wenn man überlegt, dass die eine Autorin gerade mal vier Jahre alt war, als die andere im Alter von 72 Jahren verstarb. Aber die Grundstimmung, der Humor und das Gefühl in eine andere Zeit eintauchen zu können, sind bei beiden Autorinnen sehr ähnlich. Die Dialoge von Georgette Heyer finde ich noch amüsanter, aber dafür bekommt man bei Julia Quinn eine Innensicht der Charaktere geboten, die ich sehr genossen habe. Es wird Julia Quinn zwar nicht gelingen Georgette Heyer von meinem ersten Platz unter den Regency-Roman-Autorinnen zu stoßen, aber mir haben die sympathischen Figuren, die unterhaltsame Geschichte und die Darstellung der Zeit so gut gefallen, dass ich Lust auf weitere Romane der Autorin bekommen habe.

Montag, 1. März 2010

März-SuB

Und wieder beginnt ein neuer Monat, mal gucken, was der März für meinen SuB so bringen wird ...

A (3)
Robert Asprin: Des Dämons fette Beute
Robert Asprin: Ein Dämon schafft noch keine Ordnung
Jane Austen: Mansfield Park

B (9)
Sina Beerwald: Die Goldschmiedin
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Ruth Berger: Gretchen – Ein Frankfurter Kriminalfall
Jacques Bonnet: Meine vielseitigen Geliebten
Marie Brennan: Doppelgänger
Marie Brennan: Hexenkrieger
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud
Simon Brett: Ein Toter kommt selten allein

C (9)
Trueman Capote: Frühstück bei Tiffany
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt
Stephen Cole: Aztec Code
Stephen Cole: Bloodline
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
James Collins: Zauberberg für Anfänger
Colin Cotterill: Dr. Siri und seine Toten
Bruce Coville: Das Geheimnis des Flüsterers (Die Einhorn-Chroniken 2)
Debora Crombie: Wenn die Wahrheit stirbt

D (6)
Barbara Demick: Die Kinogänger von Chongjin
Friedrich Dönhoff: Savoy Blues – Ein Fall für Sebastian Fink
Doris Dörrie: Kirschblüten Hanami
Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Rebecca Drake: Still sollst du sterben

F (13)
Jennifer Fallon: Kind der Magie (Das Dämonenkind 1)
Jennifer Fallon: Kind der Götter (Das Dämonenkind 2)
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 1 – Der letzte Paladin
Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 2 – Die flüsternde Stadt
Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 3 – Der brennende Berg
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Earlene Fowler: Tödliche Schatten
Karen Joy Fowler: Der Jane Austen Club
Peter Freund: Laura und das Siegel des Mondes
Luca di Fulvio: Die Rache des Dionysos

G (6)
Yasmine Galenorn: Katzenkrallen (Töchter des Mondes 5)
Yasmine Galenorn: Vampirliebe (Schwestern des Mondes 6)
Francois Gantheret: Das Gedächtnis des Wassers
Michele Giuttari: Rachefeuer
Thomas Görden: Der Mönch und die Jüdin
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (5)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Michelle Harrison: Elfenseele – Zwischen den Nebeln
Frederik Hetmann: Zeitenwende
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Rachel Hore: Der Garten der Erinnerung

I (1)
Greg Iles: Leises Gift

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (7)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah
Hans Werner Kettenbach: Das starke Geschlecht
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (2)
Marc Levy: All die ungesagten Worte
Michaela Link: Der Spiegel der Kaiserin

M (10)
Christoph Marzi: Lyra
James McGee: Die Totensammler
Seanan McGuire: October Daye - Winterfluch
Kelly Meding: In drei Tagen bist du wieder tot
Kai Meyer: Hex
Kai Meyer: Die Sturmkönige 1 – Dschinnland
Kai Meyer: Die Sturmkönige 2 – Wunschkrieg
Kai Meyer: Die Sturmkönige 3 - Glutsand
Boris Meyn: Die Schattenflotte
Thomas B. Morgenstern: Der Milchkontrolleur

N (3)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Elle Newmark: Der Granatapfeldieb
Jenny-Mai Nuyen: Nijura – Das Erbe der Elfenkrone

P (7)
Bernd Perplies: Tarean 3 – Ritter des Ersten Lichts
Renata Petry: Hilgensee
Thomas Plischke: Die Zombies
Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
T.A. Pratt: Hexenzorn

Q (4)
Julia Quinn: Wie erobert man einen Duke?
Julia Quinn: Wie bezaubert man einen Viscount?
Julia Quinn: Wie verführt man einen Lord?
Julia Quinn: Penelopes pikantes Geheimnis

R (10)
Irene Radford: Der letzte Kriegsmagier (Die Historie des Drachen-Nimbus 2)
Irene Radford: Der abtrünnige Drache (Die Historie des Drachen-Nimbus 3)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
John Maddox Roberts: Die Feinde des Imperators – Ein Krimi aus dem Alten Rom
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Brian Ruckley: Winterwende (Die Welt aus Blut und Eis 1)

S (12)
Régis de Sá Moreira: Das geheime Leben der Bücher
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Peter Schwindt: Morland 2 - Die Blume des Bösen
Emma Smith: Der Ruf der Ferne
Ernst Soler: Staub im Paradies
Veronica Stallwood: Böses Spiel in Oxford
Helle Stangerup: Der Brautmaler
Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (11)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher – Die Stadt der Regenfresser
Kerstin Tomiak: Drachenwind
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 1 – Das Erbe der Drachen
Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 3 – Der Fluch des Assassinen
Aino Trosell: Eine grenzenlose Liebe
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

W (6)
Winifred Watson: Miss Pettigrews großer Tag
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Laura Whitcomb: Silberlicht
Valerie Wilson Wesley: Remember Cecilia Jones – Ein Fall für Tamara Hayle
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Cornell Woolrich: Der schwarze Engel

X (1)
Xinran: Gerettete Worte


126 Titel gesamt

(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind neu hinzugekommen)