Samstag, 31. Juli 2010

Orange Katze bzw. Kindheitserinnerung gesucht!

Oder genauer gesagt: Ich suche ein Buch, an das ich mich nur noch ganz vage erinnere – es hatte allerdings eine orange Katze auf dem Cover, die auch eine wichtige Rolle in der Geschichte spielte. Vielleicht hat einer von euch eine Idee welchen Titel dieser Roman haben könnte oder von welchem Autor es stammen könnte.

Seit vielen Jahren muss ich immer wieder an dieses Buch denken – und das Lesen von „Die geheime Sammlung“ hat es mir nur noch lebhafter wieder in Erinnerung gerufen. Wenn ich mich richtig erinnere, dann spielt die Geschichte in England – vermutlich noch während der Kolonialzeit, aber das ist eher geraten.

Hauptfigur dieser Geschichte ist eine Junge – da bin ich mir fast sicher >g< – und ständig kommt eine orange Katze vor. Der Junge wohnt recht unbeaufsichtigt in einem großen Haus und sieht eines Tages in einem Spiegel ein Mädchen. Das Mädchen wird (von einem bösen Zauberer?) gefangen gehalten und natürlich versucht der Junge sie zu befreien. Dazu muss er verschiedenen silberne Gegenstände finden unter anderem einen Teekessel und einen silbernen Fisch (der übrigens von der Katze gefressen wurde, weshalb es ihr möglich ist in den Welten vor und hinter dem Spiegel zu sein).

Wenn ich da nichts durcheinanderbringe – ich habe als Kind eine ganze Menge fantastischer Jugendbücher gelesen – , dann bekommen die beiden unter anderem Hilfe von den vier Winden und anderen übernatürlichen Gestalten.

Einzig an das Ende erinnere ich mich noch ganz gut: Der Vater des Jungen kommt nach langer Zeit wieder nach Hause zurück und eröffnet seinem Sohn, dass er (in Indien, wenn ich mich recht erinnere) wieder geheiratet hat. Und als er dem Jungen seine neue Frau und deren Tochter vorstellt, stellt sich heraus, dass seine neue Schwester das Mädchen aus der Spiegelwelt ist.

Wenn also einer von euch eine Idee hat, was für ein Buch das sein könnte, dann wäre ich über einen Kommentar sehr dankbar! Ich hatte den Roman als Kind ein paar Mal aus der Bibliothek ausgeliehen – und da ich mich heute noch mit einem guten Gefühl daran erinnere, würde ich zu gern schauen, ob ich die Geschichte irgendwie gebraucht auftreiben könnte. Aber dafür benötige ich halt einen Titel, einen Autorennamen oder sonst etwas greifbares.

Freitag, 30. Juli 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 13+14)


Nachdem Joannas Sekretärin Mary im zwölften Kapitel dafür gesorgt hat, dass ihre Chefin (trotz Kater aufgrund der mit ihrer Freundin Orla durchzechten Nächte) ausnahmsweise mal an die Arbeit geht, durften wir erleben, wie Tom darüber aufgeklärt wurde, dass seine Mutter Agnes ihr Vermögen nicht nur ihm, sondern auch noch den eventuellen Nachfahren des wegen Mordes verdächtigten Harry Sweeney hinterlassen hatte. Trotz des Schocks erweist sich Tom als Gentleman und verabschiedet sich am Ende von Joanna mit einem Handkuss, der unsere Staranwältin regelrecht aus den Puschen haut. :D

Kapitel 13

Das dreizehnte Kapitel beinhaltet gleich wieder eine Überraschung für uns Leser, denn Joanna arbeitet! Jawoll! Ohne Kater, ohne Zwang von außen, sitzt sie in ihrem Büro und redet mit einem neuen Mandanten!

Dr. Gary Culhane ist ein richtig netter junge Mann – Arzt, Mitte dreißig, mit blondem Haar und einem sympathischen Lächeln (hm, ich glaube, die Autorin hat vergessen seine Körpergröße anzugeben, aber wir wollen heute ja nicht so kleinlich sein!). Sein Hund Bruce (Wer bitte nennt seinen Hund Bruce?) hat angeblich ganze Fleischbrocken aus dem Arm seiner Nachbarin gebissen, aber das will Gary nicht glauben, denn Bruce tut keiner Fliege etwas zu Leibe. Leider kann der gute Doktor nicht als Augenzeuge herhalten, denn er war am fraglichen Tag leider nicht da.

Doch laut des Doktors Aussage würde sein zehn Jahre alter Boxer eher vor den Nachbarn Angst haben, als ihnen etwas tun. Vor allem, da Mr. Byrne das Tier immer beschimpft – ebenso wie er seine Frau Ellen übrigens. Also, der gute Nachbar beschimpft seine Frau, nicht die Frau beschimpft den Hund – um mal unmissverständlich zu sein.

Angeblich hat Ellen Byrne den Hund streichen wollen, als dieser sie angriff (unglaubwürdig, da sie dem Hund immer aus dem Weg geht), und nach dem Arztbesuch (Bisswunden wurden festgestellt und eine Tetanusspritze verpasst) stand Mr. Byrne vor Garys Tür und verlangte Schmerzensgeld, als dieser aber nicht zahlen wollte, kam es dann zur Anzeige und nun droht dem „guten alten Brucie“ die Einschläferung. Dabei würde Gary alles tun, um seinen langjährigen Gefährten vor diesem Schicksal zu bewahren.

Da vor Gericht wohl Aussage gegen Aussage steht, will Joanna mehr über die Byrnes erfahren – und Gary gibt bereitwillig Auskunft:

- Wenn Jackie Byrne nicht zuhause ist, ist alles ruhig.
- Wenn Jackie allerdings daheim ist, dann brüllt er, wirft mit Sachen und man hört seine Frau ständig weinen.
- Wenn das Ehepaar dann am nächsten Tag vor die Tür tritt, dann wirken sie wie Turteltauben.
- Als Gary (darf ich daran erinnern, dass er Arzt ist?) mal bei einem der richtig lauten Abende klingelte und Ellen seine Hilfe angeboten hatte, wurde er von Jackie abgewiesen.
- Am nächsten Tag drohten beide damit, dass sie ihn anzeigen würden, wenn er sich noch einmal einmischen würde.
- Seitdem macht er Musik oder den Fernseher an, wenn es im Nachbarhaus wieder rund geht.

Ich will jetzt lieber nichts zum Verhalten dieses netten Onkel Doktors sagen … neee wirklich nicht … das würde sonst sehr lang werden … Aber ihr könnt euch bestimmt denken, was mir auf der Zunge liegt!

Nach dem Gespräch kocht Joanna Tee für sich und Mary und denkt darüber nach, dass es für Brucie gar nicht gut aussieht – oh, und dass sie ja noch mehr über Harry Sweeney herausfinden müsste. Als gewiefte Anwältin bedeutet das für Jo, dass sie zum Telefonhörer greift und Orla anruft …

Immerhin klatschen die beiden Damen nicht allzu lange, sondern Jo bittet Orla, dass diese ihre Beziehungen zur Polizei nutzt, um herauszufinden, wer wohl für Joanna Ermittlungen anstellen könnte. Natürlich verspricht die rasende Reporterin, dass sie sich gleich mit ihrem Freund Jim McHale in Verbindung setzen wird.

Ist es nicht erschütternd, dass es in Irland anscheinend keine Anwälte gibt, die wissen, wer private Ermittlungen durchführt – oder zumindest einen Blick in ein Branchenbuch werfen können? Immerhin ist so langsam mal ein Profi in Sicht – und es hat nur (gefühlte) Wochen gedauert!


Perspektivwechsel: Kapitel 14 wird aus der Sicht von Maura Sweeney erzählt


Da Harry hier noch lebt, können wir davon ausgehen, dass wir uns im Jahr 1970 befinden. Eigentlich ist dieses Kapitel so … gelungen …, dass ich es euch komplett zitieren müsste, aber die Handlung lässt sich doch deutlich kürzer zusammenfassen.

- Harry kündigt an, dass er mit seiner Frau Maura reden muss.
- Maura ahnt schon, dass heute der Tag gekommen ist, an dem er ihr endlich erzählt, dass er sich in eine anderer Frau verliebt hat.
- Er ist überrascht, wie gefasst sie das Ganze aufnimmt – aber er weiß ja im Gegensatz zum Leser auch nicht, dass sie an dem Trennungsschmerz fast zerbricht.
- Oh, und das sie das schon seit langer Zeit kommen sah, denn schließlich hatten sie sich schon lange auseinander gelebt.
- Er will ihr das Haus und die Versicherungspolicen überschreiben, damit sie damit – und ihrem Angestelltengehalt – ausgesorgt hat.
- Maura würde sich nun am Liebsten ihrem Mann an den Hals werfen und ihn anflehen bei ihr zu bleiben, aber „sie hatte immer gewusst, dass sie nicht die Art von Frau war, die einen Mann wie ihn auf Dauer halten konnte“.
- Harry weiß noch nicht, dass Maura weiß, wer die andere Frau ist – erzählt ihr aber, dass die Neue auch verheiratet ist.
- Während Maura sich noch fragt, wie Ivan der Schreckliche auf die Nachricht reagieren will, dass sein größter Feind sich mit seiner Frau davon macht, erzählt Harry seiner Frau, dass er auszuwandern gedenkt – und vorher noch all seine Sachen in Ordnung bringen will.
- In diesem Moment wird Maura klar, dass ihr Traum von einem Kind nun endgültig vorbei ist. Dabei hatte sie doch immer eines adoptieren wollen! Blöderweise hatte sie das nie Harry erzählt, sodass sie nun nicht mal ein Kind hat, um sich über den Verlust ihres Mannes zu trösten. (Diesen Gedankengängen will ich wirklich nicht weiter folgen!)
- So meint Maura zu Harry nur, dass Colette (für diejenigen, die die spannende Details der vorhergehenden Kapitel schon vergessen haben: das war Mauras Schwester) darüber am Boden zerstört sein wird.
- Was nicht schön ist, denn schließlich machen sich Maura und Harry schon so Sorgen um Colette, da diese ein Verhältnis mit (Ivan) Kilmartin hat.
- Immerhin verspricht Harry, dass er Colette wegen Ivan noch einmal ins Gewissen reden wird, denn auch wenn sie in den Schrecklichen verliebt ist und ihr das süße Leben mit seiner Kohle gefällt, muss ihr doch bewusst sein, dass dieses Verhältnis zu nichts führen wird.

Und so endet dieses Kapitel mit Mauras Fazit, dass ihre Schwester nicht die einzige Frau in der Familie ist, die sich in den falschen Mann verliebt hat, denn schließlich fühlt sie immer noch was für Harry, der nun mit Agnes zu neuen Ufern aufbrechen will.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Polly Shulman: Die geheime Sammlung

„Die geheime Sammlung“ ist ein ganz wunderbares, märchenhaftes – und auch ein wenig altmodisches – Buch von Polly Shulman. Hauptfigur ist Elizabeth, eine Schülerin, die nicht gerade glücklich mit ihrem Leben ist. Vor einigen Jahren starb ihre Mutter, und auch wenn das Mädchen sie sehr vermisst hatte, so hat sie sich in der Zeit danach sehr mit ihrem Vater verbunden gefühlt. Doch inzwischen hat ihr Vater neu geheiratet und so muss Elizabeth nicht nur seine Aufmerksamkeit vermissen, die nun der neuen Frau gilt, sondern auch zugunsten ihrer beiden Stiefschwestern auf viele Dinge verzichten.

Unter anderem bedeutete die Heirat ihres Vaters, dass Elizabeth nun auf eine neue Schule gehen muss. Und da ihre Schwestern beide studieren, musste sie ihren geliebten Ballettunterricht aufgeben, da für diesen kein Geld mehr da war. Außerdem ist ihre beste Freundin gerade nach Kalifornien gezogen – und nun fühlt sich Elizabeth im verschneiten New York ziemlich allein. Einzig der Unterricht bei Mr. Mauskopf, ihrem Lehrer für europäische Geschichte, macht ihr noch Spaß – und so gefällt es ihr sogar, dass sie über die Weihnachtsferien für seinen Unterricht einen Aufsatz über die Gebrüder Grimm schreiben muss.

Der Lehrer ist es auch, der ihr im neuen Jahr einen Nebenjob vermittelt. Dank Mr. Mauskopfs Empfehlung bekommt Elizabeth eine Stelle als „Page“ im „Repositorium der Verleihbaren Schätze“. Das ist eine ungewöhnliche „Bibliothek“, in der die Nutzer die seltsamsten Gegenstände ausleihen können. In den Archiven dieses Gebäudes finden sich Kostbarkeiten, die früher berühmte Persönlichkeiten gehört haben, ungewöhnliche Werkzeuge, wertvolle Teppiche und andere Dinge, von denen ein normaler Mensch kaum zu träumen wagt.

Elizabeth bekommt aber schnell mit, dass sich hinter den Mauern des Repositoriums mehr verbirgt als nur diese kostbaren Gegenstände. Während ihr auf der einen Seite Gerüchte zugetragen werden, die behaupten, dass ein unheimlicher Vogel die Besucher des Repositoriums beobachtet, Gegenstände stielt und auch schon Angestellte entführt hat, bekommt sie auf der anderen Seite hinweise auf geheime Sammlungen, zu denen nur wenige Menschen in dem Repositorium Zugang haben.

Eine dieser Sammlungen beinhaltet magische (und nichtmagische) Schätze aus den Märchen der Gebrüder Grimm, in anderen werden Erfindungen und Gegenstände aufgewahrt, die aus den Romanen der Autorn H.G. Wells oder William Gibson stammen könnten. Doch kaum bekommt Elizabeth offiziell Zugang zu der grimmschen Sammlung, da erfährt sie auch schon, dass wirklich einige der Kostbarkeiten gestohlen wurden.

Neben den Hintergründen des fantastischen „Repositorium der Verleihbaren Schätze“ beschäftig sich Elizabeth auch viel mit ihren neuen Kollegen. Gleich an ihrem ersten Tag hat sie zu ihrer großen Freude feststellen können, dass der beliebte Marc Merritt von ihrer Schule ebenfalls als „Page“ dort arbeitet – und auch mit Aaron, Anjali (und Anjalis jüngerer Schwester Jaya) freundet sich das Mädchen schnell an. Natürlich schwärmt auch Elizabeth für Marc – und benimmt sich deshalb im Laufe des Buches manchmal etwas dümmer, als man es von ihr erwarten sollte, aber alles in allem hat Polly Shulman die verschiedenen Beziehungen sehr schön in die Geschichte eingearbeitet.

Die gesamte Handlung wird aus Elizabeths Perspektive erzählt, und die Schülerin ist – wie es sich für eine klassische Märchenfigur gehört ;) – ein wirklich nettes, verantwortungsbewusstes und fürsorgliches Mädchen. Überhaupt haben mir all die Anspielungen auf Märchenelemente, -charaktere und –gegenstände ganz wunderbar gefallen. Hier und da plätschert die Handlung objektiv gesehen vielleicht etwas dahin, aber beim Lesen fällt das überhaupt nicht auf, weil man sich an all den kleinen Szenen und fantastischen Einfällen der Autorin erfreuen kann.

Zwei Sachen hingegen sind nicht ganz so schön gelungen: Einmal gibt es eine unübersehbare Unstimmigkeit in der Handlung (die man durch das Streichen des Wörtchens „gestern“ locker hätte beheben können), als sich Mr. Mauskopf im Januar in einem Gespräch mit Elizabeth auf eine Szene bezieht, die sich vor den Weihnachtsferien zugetragen hatte – von der er meint, dass er das „gestern“ gesehen hätte. Nicht schlimm, aber irgendwie bleibt es hängen und hat mich geärgert.

Das andere sind die vielen Zeitsprünge in der Handlung, die man leicht mit einer Leerzeile hätte kenntlich machen können. Da aber der Sprung im Text nur durch einen Absatz kenntlich gemacht wird, muss man sich als Leser erst einmal neu orientieren, wenn man feststellt, dass sich zwischen dem aktuellen Satz und dem davor Ort und Zeit geändert haben. Vielleicht fand man ja die vielen kleinen Abschnitte nicht so schön oder wollte Seiten sparen, aber übersichtlicher – und somit auch angenehmer – wäre es schon gewesen, wenn man diese Sprünge deutlicher gemacht hätte.

Doch beide Punkte sind nun keine so gravierenden Fehler, dass sie mir das Lesevergnügen verleiden konnten. Und Spaß hat mir Elizabeths Geschichte wirklich gemacht. Hier bekommt man vielleicht – im Vergleich zu manch anderem Jugendfantasybuch – keine herzergreifende Liebesgeschichte, keine rasanten Actionsszenen oder kniffelige Herausforderungen für die Charaktere präsentiert, aber dafür wirklich sympathische Figuren, lustige und fantasievolle Einfälle, leise und angenehm realistisch wirkende Beziehungen und viele kleine Momente, die einfach dafür sorgen, dass man sich in der Geschichte wohlfühlt.

Für mich hat dieser Roman etwas angenehm Altmodisches, das mich an viele Jugendbücher erinnert, die ich während meiner Kindheit gelesen habe (uiui, das klingt, als hätte ich das Rentenalter schon erreicht). Das „Repositorium der Verleihbaren Schätze“ hat meine Fantasie angeregt und ein bisschen hoffe ich, dass der Autorin noch einmal eine Idee für ein Roman kommt, der mit diesem wundersamen Ort verbunden ist. „Die geheime Sammlung“ wird auf jeden Fall in mein Regal wandern und in den nächsten Jahren immer mal wieder gelesen werden.

Montag, 26. Juli 2010

Wohnzimmerrenovierung – eine endlose Geschichte

Montag
Ich hab die Kerzenständer und den Kratzbaum aus dem Wohnzimmer geräumt, Bücherregal Nr. 1 vor das Bücherregal Nr.2 geschoben, die beiden Sofas, den Sofatisch, den Telefontisch und die Stehlampe in eine Ecke geschoben. Dann wurden die Katzen aus dem Wohnzimmer gescheucht, der Farbeimer und alle anderen Sachen zum Streichen aus dem Rumpelz… äh, der zukünftigen Bibliothek geholt und los ging es mit dem Streichen. Wie ich es am Wochenende geplant hatte, konnte ich die Wände vom Bücherregal bis zum Fenster in einem schönen strahlenden Weiß streichen. Die Fußleisten benötigten zwar drei Schichten, aber trotzdem war alles so weit fertig, dass ich die Möbel wieder zurückräumen, die Katzen wieder ins Wohnzimmer lassen und duschen konnte, bevor mein Mann nach Hause kam.


An verschiedenen Stellen der Wände fand ich übrigens noch die Kunstwerke des Vormietertöchterchens ... (durch den Blitz leider nur schlecht zu erkennen)

Dienstag
Damit ihr nicht denkt, dass ich verschollen bin, habe ich morgens schnell einen Blogbeitrag zusammengeschustert und eingestellt. Dann habe ich die beiden Bücherregale auf die andere Seite des Zimmers geschoben, die kleinen Regale mit den Videospielen und DVDs ausgeräumt und in den Flur (der bald gar nicht mehr begehbar ist) gezogen, die Sofas und den Tisch enger zusammengeschoben und wieder den Farbeimer und die restlichen Sachen ins Wohnzimmer geschleppt. Dieses Mal waren die Katzen nur mit einem Haufen Leckerli aus dem Zimmer zu locken, aber nachdem sie endlich draußen waren, habe ich mich auf die Wandflächen zwischen Fenster und Büroschrank gestürzt. Was eine gute Planung erforderte, denn ich konnte erst dann den Bereich am Büroschrank streichen, wenn meine ersten Flächen so weit trocken waren, dass ich den Schrank, den Schreibtisch und den Fernseher gefahrlos dahin schieben konnte. Klappte aber alles – abgesehen davon, dass ich doch noch die Fußleiste hinter dem Schreibtisch doch noch für den nächsten Tag übrig lassen musste.


Und so sah die Fußleiste aus - deutlich erkennbar ist der liebevolle Farbauftrag unserer Vormieter, ebenso wie der graue Schleier, der durch die Tapetenkleisterreste entstanden ist ...

Mittwoch
Heute konnte ich es eigentlich schön langsam angehen lassen, da ich nur die Fußleiste und die kleine Fläche hinter dem Büroschrank und dem Schreibtisch (die inzwischen beide an die gestern gestrichene Wand zwischen Fenster und Büroschrankecke gewandert waren) vor mir hatte. Aber die Fußleiste erforderte dann doch zwei Schichten, bevor sie strahlend weiß war – und da der Anschluss orange werden sollte, musste ich geduldig warten, bis die Farbe so weit trocken war, dass ich mit Klebeband und Acryl eine saubere Kante anlegen konnte. Währenddessen habe ich dann doch noch spontan beschlossen, dass ich den nicht zu reinigen Rollladenkasten in schmutzigem weiß im Vergleich zu den strahlend weißen Wänden ganz schön scheußlich fand – und dass ich natürlich noch eine Runde den Pinsel schwingen musste, um ihn ebenfalls zu streichen. Die orange Farbe war dann eine ganz schöne Enttäuschung – nicht von dem Farbton her, der mir immer noch sehr gut gefällt, sondern aufgrund der miesen Baumarktqualität. Inzwischen bezweifle ich, dass drei Schichten Farbe reichen werden, damit die ganze Sache deckt. Obwohl die Konsistenz mit der Profifarbe vergleichbar ist, ist die Pigmentierung wirklich erschütternd. Die erste Schicht sieht aus, als ob ich die Wand mit Wasserfarbe bearbeitet hätte. Wenn also einer von euch eine Renovierung planen sollte, dann fahrt zum nächsten Maler und fragt ihn, ob er euch seine Profifarbe verkauft. Der Qualitätsunterschied ist jegliche Preisdifferenz wert!


Böse Baumarktfarbe - in einem schön leuchtenden Ton!

Irgendwie hatte ich das ganz verdrängt, als ich den kleinen Eimer orange gekauft habe – vielleicht weil ich schon seit Jahren keine Baumarktfarbe mehr verstrichen habe. Immerhin kann ich jetzt verstehen, warum unsere Vormieter an einigen Ecken des Wohnzimmers ihre gelbe Wandfarbe so „lieblos“ verteilt haben. Was ich allerdings nicht verstehen will, ist, dass sie nicht in der Lage waren nach dem Streichen die (untere) Fußbodenleisten zu säubern. Nach einigen Jahren lassen sich die gelben Farbflecken nämlich nicht mehr entfernen, ohne dass ich demnächst mal zu Schleifpapier, Scheuerschwamm und Lösemittel greifen muss. Ich weiß schon, warum ich diese Aktion nach dem Einzug auf die Zeit nach meiner eigenen Renovierung vertagt hatte. ;)


Einmal ein Gesamteindruck vom Zustand der Ecke vor dem Streichen

Donnerstag
So langsam bin ich doch etwas unmotiviert, vor allem da der Regen eigentlich dazu einläd mal die Nase vor die Tür zu strecken und zu gucken, ob der Garten noch lebt. Naja, oder eine Runde auf dem Sofa zu muckeln und ein bisschen zu lesen. *g* Eigentlich sollte die orange Farbe ja zwischen jedem Streichvorgang vier Stunden trocknen, aber so geduldig war ich dann doch nicht. Wenn die Farbe trocken ist, dann streiche ich auch! Und so habe ich zwischen 9 und 16 Uhr drei Farbschichten aufgetragen. Im Moment sieht es eigentlich gar nicht so schlecht aus, abgesehen von der Ritze in der Ecke, die schon von unseren Vormieter nicht richtig gestrichen wurde und deshalb einen helleren Unterton hatte als die restliche Wand. Leider bietet der verregnete Nachmittag nicht die beste Sicht auf die Farbflächen. Wer hätte gedacht, dass eine Winterkatze sich mal strahlendes Sonnenlicht herbeiwünschen würde?

Tja, und der Ende des Tages zeigte: Ich darf Freitag noch einmal die Farbrolle schwingen!


Aber die Kante sah schon gut aus, nur die Fläche war noch immer streifig ...

Freitag
Wenn ich heute wenigstens mit der guten Farbe weitermachen dürfte, dann ginge ja alles, aber noch eine Schicht Baumarkt-orange vor mir zu haben, macht mich müde und sorgt dafür, dass ich bis zur Mittagszeit vor dem PC hänge, zur Bibliothek wandere und mich so gar nicht zum Streichen aufraffen konnte … Doch dann ging es los mit der fünften orangen Farbschicht! Immerhin hatten mein Mann und ich gestern Abend beschlossen, dass nach spätestens sechs Schichten Schluss ist und wir dann einfach mit dem Ergebnis leben müssen! Inzwischen kann ich sagen, dass nach sechs Schichten die „hübschen“ Zeichnungen des Vormietertöchterchens nicht mehr durch die Farbe „schimmern“ – und der Farbauftrag lässt sich mit der Farbe wohl nicht besser hinbekommen. Manchmal frage ich mich, warum ich das so perfekt haben will, wenn ich doch davon ausgehen kann, dass bei vier Katzen nach ein paar Wochen wieder genügend Kratzer an der Wand zu sehen sind …


Warum sieht die Kante auf dem Foto so schief aus? Dabei ist sie wunderbar gerade geworden! :)

Samstag
Eigentlich wollte ich an diesem Tag mit meinem Mann nur noch zwei Möbel zusammenbauen, Löcher in die Wände bohren, alles an den richtigen Platz schieben, katzensicher anbringen, einen Kalender aufhängen – und am Ende des Samstags sagen: „Alles fertig! Das war eine anstrengende, aber lohnende Woche!“ Stattdessen öffneten wir einen Büroschrank-Bausatz, packten alle Teile aus, sortieren alle Schräubchen und Dübel und was sonst noch dazugehört und musste feststellen, dass vier wichtige Elemente fehlen!


Christie immerhin war mit ihrem neuen Liegeplatz sehr zufrieden ...

Leider müssen wir aber den Büroschrank als erstes in die Ecke schieben und dann erst können wir den Rest der Arbeitsecke einrichten, Löcher bohren, eine Katzenbrücke anbringen usw. Und erst wenn die Arbeitsecke eingerichtet ist, dann ist gegenüber genug Platz, um die kleinen DVD/Spiele-Regale zusammenzuschrauben und an die Wand zu dübeln, und erst danach hätten wir den Raum, um auch noch das letzte Möbel zusammenzusetzen und den Fernseher, den DVD-Player und die Konsolen darin zu verstauen …

Theoretisch hätten wir natürlich noch den Weg zum schwedischen Möbelhaus auf uns nehmen können. Aber wir waren beide verflixt müde, genervt und hatten beim besten Willen keine Lust uns am Samstagmittag auf die Autobahn und dann auch noch in das Getümmel beim Möbelriesen zu stürzen. Also werde ich in den nächsten Tagen mit der Aufbauanleitung in der Hand dort aufschlagen und die fehlenden Teile einfordern müssen … Aber nicht heute (Montag), denn gerade warte ich auf den Techniker, der herausfinden soll, warum wir in der Nacht von Freitag auf Samstag auf einmal keinen Kontakt zur Außenwelt mehr hatten. Weder Fernsehen, noch Internet, noch Telefon gingen und auch wenn das wieder funktioniert, so will unsere Anbieter doch wissen, warum es überhaupt ausfallen konnte …


... und hat den Tag entspannt ausklingen lassen (wenn auch nicht mehr auf dem Kartonstapel, denn der war ja inzwischen ausgeräumt, da das unsere Büroschrank werden sollte)

Vorläufiges Renovierungsfazit:

- Eine bepinkelte Wäschewanne, da das Ausgesperrtsein und die Renovierungsunruhe mal wieder zu viel für Shandy waren (immerhin lässt sich so eine Folge innerhalb einer Stunde dank Waschmaschine wieder in Ordnung bringen).
- Kaputte Knie, die sich darüber beschweren, dass sie einige Tage lang ständig auf die Leiter und wieder runterkrabbeln mussten.
- Niemals wieder wird in meinem Haushalt Farbe aus dem Baumarkt gekauft!
- Oh, und auch Renovierungsaktionen können bei mir natürlich nicht ohne „Lektüre“ erledigt werden. Also gab es zur Unterhaltung folgende Hörbücher „Verstand und Gefühl“ (ca. 775 Minuten), „Die kleine Hexe“ (ca. 118 Minuten) und „John Sinclair 47: Die Werwolf-Sippe (Teil 1/2)“ (ca. 47 Minuten)

Freitag, 23. Juli 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 12)


Das elfte Kapitel lässt sich zum Glück schnell zusammenfassen: Der Leser erlebt aus Catherines Sicht 1. wie Agnes herausfindet, dass Ivan der Schreckliche sie betrügt und 2. wie Agens Harry Sweeney (und seine Frau) kennenlernt und sich in ihn (zum Glück nicht in sie, das wäre im katholischen Irland der 70er Jahre wohl wirklich schlimm gewesen) verliebt.

Kapitel 12

Der Anfang dieses Kapitels bestätigt all das, was wir nach dem Telefonat zwischen Orla und Joanna am Ende des zehnten befürchtet hatten:

Unsere „Staranwältin“ beginnt den Morgen mit (durch einen Kater ausgelösten) Kopfschmerzen, dabei steht endlich der Besuch von Tom Kilmartin an, der nun doch mal das gesamte Testament seiner Mutter zu hören bekommen soll. Ganz ehrlich, ich habe das Gefühl, dass seit Agnes Tod schon Monate vergangen sind – und das liegt bestimmt nicht daran, dass sich die Geschichte auf dem Blog nun schon über zwei Monate hinzieht. ;)

Zum Glück steht Joanna mit Mary eine tatkräftige Mutter … äh … Sekretärin zur Seite.
Also staucht die gute Mary Joanna liebevoll zusammen, versorgt sie mit einer Tablette, besteht darauf, dass unsere Anwältin die drei potenziellen neuen Mandaten von Freitag anruft und macht ihr klar, dass sie es sich nicht leisten kann rumzujammern, wenn die Kanzlei laufen soll und schickt sie ins Café nebenan, um zu frühstücken.

Recht so, Mary! Du bekommst deine Arbeitgeberin noch dazu, dass sie auch mal arbeitet!

Nebenbei bekommen wir noch die Information geliefert, dass Mary nach der Trennung von ihrem Leo auch „einiges weggeschluckt“ hatte. Na, wenn das nicht mal rosige Aussichten für die Kanzlei verspricht: Die eine säuft ihrer Freundin zuliebe, die andere, wenn sie Kummer hat …

Nachdem Joanna von ihrem Frühstück gestärkt wieder in der Kanzlei ist, schickt Mary die Chefin ins Büro und tut selber so, als ob sie mit einem Mandaten telefonieren würde als Tom eintritt. Nachdem sie den Besucher angekündigt hat (natürlich mit einem persönlichen Gang zu Joanna, um ihr gleich auch noch mitteilen zu können, dass Tom „ein attraktives Etwas“ ist), geht das wichtige Gespräch zwischen Joanna und ihrem Jugendfreund los.

- Beide sind sich einig, dass Agnes immer stark wirken wollte, aber auch ihre weichen Seiten hatte ...
- … und dass dies wohl der Kern ihrer Freundschaft mit Catherine war.
- Außerdem erzählt Joanna, dass Catherine unerklärlich unruhig ist (als ob sie merken würde, dass mit Agnes was passiert ist), …
- … dabei ist sie so vergesslich, dass Jo Angst hat, dass ihre Mutter sie bald nicht mehr erkennen könnte.
- Tom bringt nun das Gespräch auf das Testament und fragt scherzhaft, ob seine Mutter alles einem Kloster in Hindustan vermacht hätte, denn irgendwas scheint da ja in der Luft zu liegen.
- Daraufhin klärt Joanna Tom endlich über die Klausel mit den „Nachkommen von Ivan Kilmartin und Harry Sweeney“ auf und der arme Tom ist so verwirrt, dass er keinen Ton mehr herausbekommt.
- Immerhin kann ihn Jo ein wenig damit trösten, dass ihm ja sein Elternhaus sicher sei, auch wenn die finanzielle Angelegenheit sich etwas hinziehen könnte, bis man herausfindet, ob Harry denn überhaupt Nachkommen gehabt hatte.
- Vor allem erschüttert es Tom, dass er noch nie zuvor von Harry gehört hatte, obwohl dieser Mensch seiner Mutter ja so wichtig war – da beruhigen ihn Joannas „neusten Erkenntnisse“ über Harrys Verhaftung, die Mordanklage und seinen Selbstmord überraschenderweise auch nicht so ganz.


„Ich verstehe das alles überhaupt nicht“, sagte er schließlich. „Meine Mutter hat diesen Mann nie erwähnt, und doch hat sie ihm Woche für Woche Blumen aufs Grab legen lassen. Außerdem hat er sich selbst gerichtet. Das scheint doch seine Schuld zu beweisen, oder? Und nun sollen seine Kinder ihr Vermögen erben?“ Seine Stimme zitterte. „Es ist nicht so, dass ich ihnen das missgönne. Wie ich schon gesagt habe, verdiene ich gut, und Mutter besaß mehr Vermögen als genug. Das reicht für alle. Aber …“ Er führte den Satz nicht zu Ende.
Mary beherrschte die Kunst des perfekten Timings wie keine zweite, denn in ebendiesem Augenblick kam sie mit zwei Tassen Tee und ein paar köstlichen Keksen herein. „Alles in Ordnung?“, fragte sie und war Tom ein strahlendes Lächeln zu, bevor sie aus dem Zimmer tänzelte.
„Ich verstehe, dass du schockiert bist, Tom“, meinte Joanna sanft. „Es ist nicht leicht, erfahren zu müssen, dass die eigene Mutter im Testament Personen bedacht hat, die man nicht einmal kennt.“


Nun, ich gestehe Tom ein gewisses Maß an Irritation zu, aber Marys Timing würde ich nicht gerade loben. Und ihr Taktgefühl auch nicht, wenn sie in so einer Situation strahlt und tänzelt. Aber immerhin bringt sie „köstliche Kekse“ – und versuchte am Morgen Joanna zu erziehen – , da kann man ihr ja fast alles verzeihen.

Joanna versucht Tom noch damit zu trösten, dass seine Mutter ihnen ja in den nächsten Tagen alles erzählen wollte, woraufhin er ihre Hand ergreift, was diese „verräterisch kribbeln lässt“. Außerdem erklärt sich Tom bereit, dass er mal Agnes Unterlagen und Papas Arbeitszimmer durchwühlt, um vielleicht ein paar Informationen über Harry und seine Nachkommen zu finden.


Da sie offensichtlich nichts mehr zu besprechen hatten, standen beide auf.
„Danke für alles, Jo“, meinte Tom, nahm Joannas Hand und führte sie an die Lippen.
Joanna spürte, wie das Begehren in ihr aufflammte. „Kein Problem, Tom“, gab sie zurück und hoffte, dass ihre Stimme sie nicht verriet.


Nun, die Szenen könnte ich mir romantischer vorstellen, aber wenn „das Begehren aufflammt“, dann scheint ja schon mal alles auf dem richtigen Wege zu sein …

Zum Schluss würde Joanna sich am Liebsten übergeben – immer noch der Kater, nicht, dass einer von euch jetzt denkt, es läge an Tom und seinen Lippen! – und Mary denkt darüber nach, dass Jo und ihr „Mandant“ ja so offensichtlich scharf auf einander sind.

Hach, das sind die Aufgaben einer guten Sekretärin: Die Chefin erziehen, tänzeln und sich Gedanken über das Liebesleben von Anwältin und Klienten machen! Wenn das ausreicht, dann sollte ich vielleicht doch über einen Berufswechsel nachdenken!

Donnerstag, 22. Juli 2010

Stöckchen: Katzen

Bei Sylvia und Natira habe ich dieses Stöckchen gefunden und konnte nicht daran vorbeigehen. ;)

1) Wann hast du dein Diplom im Dosen- und Türöffnen gemacht?

Wenn diese Frage so verstanden werden soll, ab wann ich für meine erste Katze verantwortlich war: Das müsste so 1980 gewesen sein. Nicki war zwar der Familienkater, aber ich war diejenige, die sagte, wann er zum Tierarzt musste, und ich war diejenige, die die Entscheidung treffen musste, als er nach einem Unfall mit einem Auto eingeschläfert wurde …

2) Was schätzt du, wie oft du am Tag aufstehst, nur um einer mauzenden Katze die Tür zu öffnen?

Aufstehen muss ich in der Regel gar nicht, da unsere vier reine Wohnungskatzen sind – und nur Shandy wird zweimal am Tag in „Einzelhaft“ gefüttert und bekommt nach dem Fressen die Tür geöffnet. Aber manchmal schließt Shandy die Wohnzimmertür vor der Nase der anderen Katzen – und Logan sagt dann lauthals Bescheid, dass er nicht reinkommt.

3) Was war das Peinlichste, was du jemals deiner Katze zuliebe getan hast?

Zu dieser Frage fällt mir einfach nichts ein. Vielleicht müsste die von jemandem beantwortet werden, der mich und meine Katzen persönlich kennt. ;)

4) Wie viel Zeit verwendest du darauf, im Supermarkt Katzenfutter zu kaufen?

Nicht besonders viel. Erst einmal gibt es bei uns nur wenig Fertigfutter und dann weiß ich ja, was ich haben will und packe es ohne großen Zeitaufwand ein. Wenn es allerdings um das frische Fleisch geht, dann kann das schon mal etwas dauern, da der Tierfutterladen an den Frischfleischtagen immer sehr gut besucht ist und ich manchmal umdisponieren muss, wenn eine Sorte schon ausverkauft ist.

5) Wie viel Mühe machst du dir mit dem Futter? Kochst du auch mal selbst für die Katze?

Ich koche nicht für die Katzen. Je nachdem welche Fleischsorte wir gerade verfüttern, benötige ich zwischen 1 und 1,5 Stunden pro Woche, um die Sachen zu portionieren und einzufrieren. Beim Füttern werden dann nur noch die aufgetauten Fleischportionen auf die einzelnen Näpfe verteilt.

6) Bringst du Abwechslung in die Marken und Sorten?

Abwechslung beim Fleisch: Ja, soweit es geht, abhängig davon, was die Monster gerade mal wieder gut fressen und ob ich mal wieder aufpassen muss, dass nicht zuviel Knochenstückchen oder so im Futter sind.

Bei Fertigfutter bleibe ich lieber bei einer erprobten Marke, auch wenn ich da bei jeder Mahlzeit eine andere Sorte verfüttere. Jeder Markenwechsel kann im schlimmsten Fall zu Durchfall, Erbrechen und anderen Nebenwirkungen führen, die ich lieber vermeiden will.

7) Schläft deine Katze im Bett? Wenn ja: Wieviel Platz bleibt für dich? Darfst du dich bewegen?

Zum Glück schlafen selten alle vier mit im Bett, auch wenn das schon mal vorkommen kann. In der Regel bleiben nur die Maine-Coon-Kater die ganze Nacht über bei uns, wobei wir uns inzwischen ganz gut arrangiert haben. Nur manchmal gibt es Phasen, in denen Logan darauf besteht bei einem von uns auf dem Kopf – oder Kopfkissen – zu schlafen, was arg lästig ist. Im Schlaf mache ich leider mehr Platz, als für mich gut ist und wache deshalb nicht selten etwas verspannt auf. Aber trotzdem habe ich keine Hemmungen mich zu bewegen, so dass es auch schon mal passieren kann, dass einer der Kater unter meinem Bein eingequetscht wird. Shandy hingegen schläft, wenn er im Bett bleibt, auf meiner Hüfte und läuft dann bei jeder Umdrehung mit.

8) Was war das Schlimmste/Ekligste, was dir deine Katze je angeschleppt hat (platzend vor Stolz)?

Hm, das ekelhafteste Beutestück brachte mir mein dritter Kater Felix vor vielen Jahren. Damals hatten wir einen Nachbarn, der seine Hühner noch selber geschlachtet hat – und Felix brachte eines Tages im Sommer durch die offene Terrassentür einen Hühnerkopf mit in die Wohnung!

9) Du bist verliebt. Unsterblich. In einen absolut wunderbaren Menschen. Er sagt: “Die Katze oder Ich!” Wer geht?

Jemand, der mich vor ein solches Ultimatum stellen würde, wäre kein „absolut wunderbarer Mensch“. Wenn jemand mit Katzen nicht zusammenleben will, dann ist das ja in Ordnung, dann muss man eben einen Kompromiss finden, aber so eine Aussage wäre definitiv ein Grund für mich die Beziehung sofort zu beenden. Zum Glück stellt sich die Frage gar nicht, denn mein Mann ist inzwischen auf seine Weise genauso vernarrt in die Biester wie ich es bin.

10) Kaufst du deiner Katze Spielzeug? Wo und was?

Ja, natürlich! Wo immer mir etwas über den Weg läuft, was für alle vier geeignet zu sein scheint. Also nichts, was Baltimore fressen oder Shandy zerbeißen würde. Es müsste robust genug sein, um Logan zu überleben, und ansprechend für Christie. Natürlich gibt es auch Spielzeuge, die nur für eine Katze gekauft wurden, aber trotzdem müssen diese Teile in diesem Haushalt überleben.

11) Bemerkst du die Katzenhaare auf deinen Klamotten noch?

Ohja! Und ich fluche regelmäßig darüber, vor allem seitdem die Coon-Kater bei uns eingezogen sind. Wir haben zuhause nur noch alte Klamotten an, die nicht nur verhaart sind, sondern auch das eine oder andere Loch von den Katzenkrallen aufweisen, da beim Schmusen schon mal was passieren kann. Das ist etwas peinlich, wenn es überraschend an der Tür klingelt, aber damit müssen Besucher leben können. Und die Sachen für „draußen“ werden immer direkt weggehängt, damit sich keine Katze daran reiben und ihre Spuren hinterlassen kann. Was natürlich so nie funktioniert und dazu führt, dass wohl jeder – trotz Kleiderbürste, Klebebandattacken und ähnliche Enthaarungsversuche – sehen kann, dass wir mit Katzen leben. Irgendwann hätte ich gern einen Wäschetrockner, das ist nämlich das wirksamste Mittel gegen die lästigen Haare …

Blog-Award

Gleich aus zwei Richtungen hat mich ein Award getroffen:

Ganz vielen lieben Dank an Evi und Seychella!

Mit dem Award ist die Frage „Was magst du am liebsten an deinem Blog?“ verbunden und spontan kam mir als Antwort eines in den Sinn: „Meine Besucher!“

Klar ist es toll, dass das hier mein kleinen Blog ist, auf dem ich über Bücher, Katzen und andere Dinge, die mich beschäftigen, schreiben kann. Und auch wenn ich das am Anfang nur für mich getan habe, so weiß ich nicht, ob ich ohne meine Besucher, die mir immer wieder so liebe Kommentare hinterlassen, noch bloggen würde. Vielleicht hätte ich nach ein paar Monaten beschlossen, dass ich all dies doch genauso gut weiterhin abends mit meinem Mann oder Freunden teilen könnte, statt es öffentlich zu präsentieren. Stattdessen habe ich ein paar Stammleser gefunden, über deren regelmäßigen Reaktionen auf meine Blogbeiträge ich mich immer sehr freue und die mich wiederum täglich mit ihren Beiträgen unterhalten.

Außerdem soll man zehn weitere Blogs für diesen Award nominieren. Doch da meine potenziellen „Opfer“ alle schon mit diesem Award bedacht wurden, fische ich mal einen recht unbekannten Blog aus meinem Feed-Reader.

Bücherwurms Buchblog

steckt noch in den Kinderschuhen und braucht vielleicht noch ein bisschen Zuspruch, damit er wächst und gedeiht. ;)

Nachtrag: Auch Natira war so lieb und hat meinem Blog den Award überreicht. Dankeschön!

Dienstag, 20. Juli 2010

Francisco González Ledesma: Der Tod wohnt nebenan

„Der Tod wohnt nebenan“ wurde von mir als erste Station der „Weltreise“-Challenge von Natira ausgewählt und führte mich nach Barcelona. Dort hatte der Nachbarschaftsvereins des Viertels eine Feier in einem Abrisshaus geplant. Denn mit diesem Haus würde endgültig die Vergangenheit verschwinden und so sollte man sich noch ein letztes Mal zusammenfinden, um Abschied zu nehmen. Doch vor den schön geschmückten Tischen, die sich unter den Speisen und Getränken regelrecht verbiegen, liegt die Leiche eines Mannes.

Seine Identität ist kein Rätsel, denn er ist den Leuten in der Nachbarschaft bekannt, auch wenn er schon seit vielen Jahren nicht mehr hier wohnt. Omedes war ein kleiner Schläger und Ganove und hat eines Tages mit einem Komplizen eine Bank überfallen. Dabei wurde nicht nur ein Wachmann, sondern auch eine Geisel getötet – besonders tragisch war dabei, dass die Geisel ein gerade mal dreijähriger Junge war. Als der Gauner nun ermordet aufgefunden wird, steht für jeden fest, dass der Vater des getöteten Jungen sich für die inzwischen dreißig Jahre zurückliegende Ermordung seines Kindes gerächt hat. Auch Inspector Méndez geht davon aus, nun muss es ihm nur noch gelingen, David Miralles die Tat nachzuweisen. Und zwar bevor dieser auch noch Omedes Komplizen aufstöbern und töten kann. Oder von diesem ermordet wird, damit Miralles seine Rache nicht vollenden kann.

Was wie ein sehr reizvoller Krimi beginnt, ist eigentlich eher eine Hommage an die katalanische (nicht spanische) Gesellschaft, und zwar an eine Gesellschaft, die aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre zu verschwinden scheint. Inspector Méndez und die Menschen, denen er während seiner Ermittlungen begegnet, trauern der alten Zeit hinterher. Dabei ist ihnen allen bewusst, dass diese Vergangenheit auch ihre Schattenseiten hatte – kein Wunder, wenn man überlegt, dass all diese Menschen während des Franco-Regimes aufgewachsen sind.

Es ist nicht gerade unüblich, dass ein Krimi die gesellschaftskritische Sicht des Autors widerspiegelt, aber Francisco González Ledesma macht das „In der Tod wohnt nebenan“ so plakativ, dass es für mich doch sehr gewöhnungsbedürftig war. Ich bevorzuge dann doch eher die subtile Erzählweise eines Raymond Chandler oder Ross Macdonald. Francisco González Ledesma hingegen neigt zu blumigen Formulierungen, Übertreibungen und Wiederholungen, an die ich mich erst einmal gewöhnen musste – was mir nicht so leicht gefallen ist. Aber so geht es mir häufig mit Autoren, die aus dem spanischen, französischen oder italienischen Sprachraum kommen.

Ein weiteres Problem ergab sich beim Lesen dieses Romans dadurch, dass „Der Tod wohnt nebenan“ schon der neunte Band der „Inspector Méndez“-Reihe ist – aber das erste Buch des Autors, das in Deutschland veröffentlicht wurde. So hatte ich ganz oft das Gefühl, dass mir Hintergründe zu den Personen fehlen, dass der Autor eigentlich Namen oder Beschreibungen hätte liefern müssen und dass ich anfangs eher hilflos auf den ungewöhnlichen Inspector und sein Umfeld losgelassen werde. All das regelt sich im Laufe des Romans, doch wäre der Einstieg in die Geschichte für mich vermutlich deutlich leichter geworden, wenn ich die ersten acht Bücher um diesen Polizisten schon gekannt hätte.

Insgesamt war es für mich schon ein interessantes Buch. Ich habe noch nicht sehr viele katalanische Krimis gelesen und die Anzahl der spanischen Autoren, die mir bislang durch ihre Bücher begegnet sind, kann ich an einer Hand abzählen. So bot mir „Der Tod wohnt nebenan“ – nachdem ich mich an die Erzählweise gewöhnt hatte – einen spannenden und eher melancholischen Einblick in die katalanische Gesellschaft (wenn auch nur durch die Augen dieses einen Autors), eine Vielzahl ungewöhnlicher Charaktere und eine anfangs eher plätschernden, aber letztendlich doch noch reizvolle Kriminalgeschichte.

Freitag, 16. Juli 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 11)


Das neunte Kapitel brachte nicht gerade viele neue Erkenntnisse. Joannas Mutter Catherine ist ein verwirrtes Wesen, fühlt aber intuitiv, dass etwas nicht in Ordnung ist und hütet ein paar Geheimnisse. Außerdem wird erklärt, dass Agnes für Joannas Ausbildung aufkam …

Im zehnte Kapitel hingegen wurde Agnes beerdigt (zu diesem Anlass taucht eine geheimnisvolle Frau auf, die anscheinend alle Rätsel lösen könnte) und Orla konnte Joanna endlich mit ein paar Informationen über Harry Sweeney versorgen. Außerdem beschließen die Freundinnen, dass sie die nächsten Abende mit dem Aufreißen von Männern und dem damit verbundenem Saufen verbringen wollen.

Perspektivwechsel: Kapitel 11 wird aus der Sicht von Catherine erzählt

Den nächsten Abschnitt in dieser unglaublich spannenden Geschichte beginnt die Autorin mit dem Satz „An jenem Tag hatte Catherine Agnes zum ersten Mal weinen sehen.“ – leider wird der Leser nicht darüber aufgeklärt, an welchem Tag dies nun genau geschah, sodass man nur raten kann, wieviel Zeit zwischen der Hochzeit und den folgenden Erkenntnissen der weinenden Agnes vergangen ist. Denn Agnes hat heimlich (was sie natürlich sonst niemals tun würde, aber dieses Mal wurde sie von ihre Instinkt geleitet) ein Telefongespräch ihres Mannes belauscht. Deshalb weiß sie nun, dass Ivan sie nur wegen des Geldes und seiner Karriere in der Firma des Schwiegervaters geheiratet hat. Außerdem erfahren wir, dass der schreckliche Ivan dieses Telefonat mit einer anderen Frau geführt hat, der er – da in Irland die Scheidung verboten ist und er sie nicht heiraten kann, obwohl sie doch die Liebe seines Lebens ist – ein kleines Appartement und finanzielle Rundumversorgung versprochen hatte.

Immerhin beschleicht Agnes nun auch der Verdacht, dass all diese seltsamen Anrufe von den verwirrten Frauen, die sie seit der Hochzeit erhalten hatte – und von denen sie immer glaubte, dass sich die Damen verwählt hätten *hüstel* - darauf hindeuten, dass Ivan schon mehr als ein Verhältnis nebenbei gehabt hat.

Hach, ist das Mädel nicht wirklich schlau? Nach all den Frauen, die anscheinend nicht in der Lage waren, die richtige Telefonnummer zu wählen, benötigt es nur ein belauschtes Gespräch, damit sie der Verdacht beschleicht, dass Ivan der Schreckliche herumhuren könnte.

Catherine rät der Freundin erst einmal den Mund zu halten, bis sie weiß, was sie als nächstes tun sollen. Doch Agnes sieht nicht gerade rosig in die Zukunft:

1. In Irland gibt es keine Scheidung.
2. Papa hält Ivan für den Größten …
3. … und den perfekten Ersatzsohn, seitdem sein eigener Sohn Joseph vor ihm nach Australien geflohen ist.
4. Vermutlich würde Daddy den Schwerenöter sogar bewundern, denn Männer sind nun mal so.

Catherine wirft ein: „Dabei sind sie beide fleißige Kirchgänger.“

Ähm, ja, das bedeutet natürlich automatisch, dass jemand einen tadellosen Charakter hat … und so … *argh*

Da sie so eine gute Freundin ist, reibt Catherine Agnes noch unter die Nase, dass sie ja von Anfang an nicht von Ivan begeistert war, damit die betrogene Ehefrau gleich eine Gelegenheit hat, ihre Reue auszudrücken. Aber immerhin hofft Cats, dass Agnes einen Weg finden wird, um doch noch glücklich zu werden.

Und siehe da, Agnes lernt ein paar Monate später auf einem Wohltätigkeitsball den Gewerkschafter Harry Sweeney kennen und beide „fühlten sich sofort zueinander hingezogen“.

(Bitte alle mal die Hände heben, die von dieser Wendung jetzt auch total überrascht sind!)

Dabei war die Situation nicht so einfach, denn Harry war der böse Gewerkschafter, der dafür gesorgt hatte, dass Ivan der Schreckliche nun seine Arbeiter besser bezahlen musst. Oh, und Harry war in Gesellschaft seiner Ehefrau Maura, aber das macht ja nichts, denn:


„Oh Cats, er ist so nett! Wir haben uns den ganzen Abend unterhalten“, erzählte Agnes am nächsten Tag ihrer Freundin. „Er ist so selbstironisch und hat so viel Humor. Ich kann gar nicht glauben, dass er der üble Zeitgenosse sein soll, von dem Ivan mir schon seit Monaten die schlimmsten Dinge erzählt.“
„Die Menschen sind selten so, wie Ivan sie schildert“, meinte Catherine trocken.
„Und er hat so tolle braune Augen“, schwärmte Agnes. (Oh, und einen Wuschelkopf, wie mir gerade dank der Orla-Informationen aus dem vorherigen Kapitel wieder einfällt. Den wollen wir doch nicht unterschlagen! ;) ) „Ich hatte immer das Gefühl, einfach dahinzuschmelzen, wenn ich ihn ansah. Oh Cats, ich mag ihn wirklich gerne!“
„Aber er ist doch verheiratet …“
„Ja, Maura, seine Frau, war ganz still den Abend über. Sie sprach fast kein Wort.“


Was hätte sie auch tun sollen? Cheerleader spielen, weil ihr Mann sich so gut amüsiert?

Den Rest dieses teeniehaften Dialogs will ich euch ersparen. Kurz gesagt:
Agnes ist verknallt, will sich das aber nicht eingestehen, denn schließlich können Männer und Frauen ja auch Freunde sein.
Außerdem trifft sie Harry nächste Woche bei einer anderen Veranstaltung (ohne seine Frau und er will dafür sorgen, dass sie an einem Tisch sitzen werden).
Catherine hingegen findet es zwar schön, dass Agnes wieder glücklich ist, hat aber auch ganz böse Vorahnungen, weil doch die beiden verheiratet sind … und Agnes so naiv ist … und sich das Ganze ja auch nicht gehört und so …

Zum Schluss gibt es noch den schönsten Satz des gekürzten Dialogs als Beispiel für den umwerfenden Witz, über den die Autorin verfügt. Ich möchte aber betonen, dass ich für etwaige Verletzungen aufgrund von Köpfen, die gegen Tische oder Wände geknallt werden, Trunkenheit wegen der Beruhigungsalkoholika oder sonstiger „ausgleichender“ Drogen nicht verantwortlich gemacht werden kann. ;)


„Weißt du, was er gesagt hat, als wir uns vorgestellt wurden? ‚Ich glaube nicht, dass ich zu den Favoriten Ihres Mannes zähle!’ Das war so schalkhaft, dass ich gleich lachen musste.“

Mittwoch, 14. Juli 2010

Juli-SuB-Nachschub Nummer 3

„Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünscht …“ wurde mir gerade von einer ansonsten sehr netten Person unter die Nase gerieben. Denn nachdem ich von Mitte April bis Anfang Juli kein einziges Buchpaket bekommen hatte, klingelte gerade eben schon wieder der Paketbote!

Ich muss gestehen, dass er mich gestern schon heimsuchte, da allerdings nicht so überraschend, da mir mein Onlinedealer schon verraten hatte, dass der neuste Julia-Quinn-Roman schon losgeschickt worden sei.


Aber heute hatte ich ihn wirklich nicht erwartet und war eigentlich fest davon ausgegangen, dass diesen Monat kein einziges neues Buch ins Haus flattern würde! Aber irgendwie scheint es da jemand gerade ganz besonders gut mit mir zu meinen und sorgt nun dafür, dass ich all die „Füllsachen“ aus dem SuB-Regal räumen muss, damit die ganze Neuzugänge noch Platz finden.


Ich will mich wirklich nicht beschweren, aber darf ich jetzt bitte erst mal wieder etwas Zeit zum Lesen finden, bevor der Paketbote das nächste Mal klingelt? ;)

Dienstag, 13. Juli 2010

Juli-Neuzugänge: Die zweite Runde

Nachdem ich im Mai und Juni so schrecklich darben musste, hat mich der Paketbote gestern schon zum zweiten Mal in diesem Monat mit einem Buchpaket beglückt. Dieser Karton war deutlich kleiner als bei der Sendung vom 2. Juli, aber trotzdem erwartete mich wieder eine interessante Mischung! Der SuB wächst also so langsam wieder an und ich freu mich schon darauf die kommenden heißen Nächte mit einem Buch vor der Nase zu verbringen, da an Schlafen bei dem Wetter eh nicht zu denken ist.


Buchzuwachs:
Jens Lossau/Jens Schumacher: Der Elbenschlächter
Victoria Laurie: M.J. Holliday: Geisterjägerin - Rendezvous um Mitternacht
Jackie Kessler & Caitlin Kittredge: Schatten und Licht – Das Ikarus Projekt
Dick & Felix Francis: Abgebrüht
Agnes Desarthe: Mein hungriges Herz
Lynsay Sands: Wer will schon einen Vampir?
Lynsay Sands: Ein Vampir und Gentleman
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River
Jane Austen: Anne Elliot (Neuübersetzung)
Richelle Mead: Dark Swan - Sturmtochter

Und für die Ohren:
Sergej Lukianenko: Trix Solier – Zauberlehrling voller Fehl und Tadel
Michael Ende: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
Ottfried Preußler: Die kleine Hexe


Neugierig bin ich eigentlich auf alle Titel, aber ganz besonders auf „Abgebrüht“. Ich habe die Dick-Francis-Krimis jahrelang geliebt, aber nach dem Tod seiner Frau (die angeblich einen nicht geringen Anteil an den Romanen hatte) war die Qualität nicht mehr die gleiche. Nun bin ich gespannt, ob Dick Francis mit seinem Sohn zusammen wieder das alte Niveau erreicht!

Oh, und wie ihr sehen könnt, wage ich mich mit „Mein hungriges Herz“ wieder an einen Roman, der rund um ein Café spielen soll. Mal gucken, ob der Klappentext dieses Mal wieder so irreführend ist, wie er es bei „Café Eden“ war.

Montag, 12. Juli 2010

Isabel Abedi: Imago

Nachdem mir „Whisper“ ja so gar nicht zugesagt hatte, haben mir mehrere Leute „Imago“ und „Isola“ von der Autorin ans Herz gelegt – und da „Imago“ bei der Bibliothek vormerkbar war, habe ich beschlossen, dass ich dem Buch eine Chance geben. Anfangs hat mich die Namensgebung der Hauptfigur Wanja etwas irritiert. Denn für mich ist dieser Name eindeutlich ein Männername und so musste ich doch etwas umdenken, um in „Wanja“ ein zwölfjähriges Mädchen mit dunklen Locken und runden Augen zu entdecken.

Wanja lebt mit ihrer Mutter Jo und dem alten dicken Kater Schröder zusammen. Wer ihr Vater ist, weiß Wanja nicht, denn ihre Mutter hat sich schon immer geweigert über ihn zu reden. Auch von Flora, der besten Freundin von Jo, und ihrer Großmutter bekommt das Mädchen keine Informationen – abgesehen davon, dass ihre Großmutter ihr immer wieder „Ganz wie der Vater“ vorwirft, wenn Wanja mal wieder etwas falsch gemacht hat.

Doch eines Tages erhält Wanja eine geheimnisvolle Einladung zu der Ausstellung „Vaterbilder“ – und mit ihr finden sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Jugendliche in der Kunsthalle ein, um diese geheime Ausstellung zu besuchen. Die „Vaterbilder“ bieten den Kindern die Möglichkeit durch ein Bild, das ihnen besonders zusagt, in eine andere Welt zu treten. Für Wanja ist dies die Welt Imago, wo sie auf den zauberhaften Zirkus Anima und den freundlichen Trapezkünstler Taro trifft. Doch das Mädchen betritt diese Welt nicht allein, denn auch Mischa, ein Junge von ihrer Schule, wird von dem Zirkus angezogen.

Mischa gilt an der Schule als Außenseiter – und vor allem Wanjas Freundinnen lästern gern über sein abgerissenes Aussehen und seine Problemfamilie. Doch das Mädchen fühlt sich von dem Jungen angezogen, es scheint sie mehr zu verbinden, als nur ihre gemeinsamen Erlebnisse während der Besuche der „Vaterbilder“. Für die beiden werden die Figuren, die sie im Zirkus Anima kennengelernt haben immer wichtiger – und vor allem Taro scheint einen Platz in ihrem Leben auszufüllen, der sonst eine schmerzliche Leere hinterlässt. Doch nicht alles in diesem fantastischen Land ist wunderschön, denn ein riesiger schwarzer Vogel bedroht Taro und seine Freunde.

Ich muss zugeben, dass ich anfangs noch etwas skeptisch war, da ich das Gefühl hatte, ich wüsste genau, worauf die Handlung hinausläuft (womit ich auch richtig lag *g*). Aber Isabel Abedi hat ihre Geschichte sehr schön erzählt und mir haben nicht nur der Zirkus Anima gut gefallen, sondern auch die Passagen, die in der realen Welt spielen und in denen sich Wanja mit ihren Alltagsproblemen rumschlagen muss. Denn zwischen den einzelnen Besuchen der „Vaterbilder“ liegen oft Wochen und in denen muss sich Wanja nicht nur Gedanken, um das Schicksal von Taro und den anderen aus dem Zirkus machen, sondern sich auch mit Schulproblemen, ihrer (für mich nervigen) Mutter und ihren Freundinnen auseinandersetzen.

Aber ich muss auch sagen, dass mich die Handlung lange Zeit nicht richtig gepackt hat. „Imago“ ist nett und es hat Spaß gemacht das Buch zu lesen, aber wenn man es mir weggenommen hätte, dann wäre es auch okay gewesen. Ich war nicht allzu neugierig auf das Ende, sondern habe lieber einzelne Szenen genossen oder die Stimmung, die sie in mir hervorgerufen haben. Erst am Schluss war ich gespannt darauf, wie Isabel Abedi die Geschichte abschließen würde. Insgesamt habe ich also nicht das Gefühl, dass ich meine Zeit mit dem Roman vergeudet habe, aber so großartig, dass ich ihn noch einmal lesen oder gar besitzen müsste, fand ich ihn auch nicht.

Sonntag, 11. Juli 2010

William Shakespeare: Macbeth

„Macbeth“ ist für mich im Prinzip ein re-read, denn ich habe mich zwischen der zehnten Klasse und meinem Abitur quer durch die englische Shakespeare-Gesamtausgabe aus der Bibliothek gelesen. Da das aber schon so einige Jahre her ist und ich inzwischen sehr viele Romane (vor allem Krimis) gelesen habe, in denen dieses Stück entweder zitiert oder auf einer Bühne aufgeführt wird, dachte ich, dass Hollys „Ich bilde mich weiter“-Challenge eine gute Gelegenheit ist, um diese Geschichte neu - und auf deutsch - auf mich wirken zu lassen.

Und ich wollte es mir dieses Mal einfach machen und „Macbeth“ auf deutsch lesen – doch das stellte sich als überraschend großes Hindernis heraus. Wieder habe ich auf eine Stadtbibliothek zurückgegriffen – und die ersten beiden ausgeliehenen Titel fast ungelesen wieder zurückgebracht, da ich wirklich ein Problem mit den Übersetzungen hatte. Ich erwarte einfach einen bestimmten Rhythmus bei den ersten Zeilen dieses Stücks und reagiere erstaunlich irritiert, wenn der erste Auftritt der Hexen in meinen Ohren falsch klingt. Außerdem stelle ich immer wieder fest, dass ich Shakespeare laut lesen muss, damit ich mich mit seiner Sprache wohlfühle – was dazu führt, dass ich mich jedes Mal vergewissert habe, ob die Fenster auch zu sind, bevor ich zum Buch griff.

Die Handlung von „Macbeth“ ist eigentlich ganz simpel: Macbeth ist ein starker Krieger, der sich im Krieg gegen den norwegischen König ausgezeichnet hat. Als Duncan, der König von Schottland, von den Taten Macbeths hört, überträgt er ihm die Ämter und Würden des Thane of Cawdor (der sich im Krieg als Verräter herausgestellt hatte). Da Macbeth diese Würdigung schon von drei Hexen vorhergesagt wurde, die ihn auch als den zukünftigen König von Schottland bezeichneten, lässt ihn der Gedanke an die Ergreifung des Throns nicht los.

Von seiner Ehefrau angestachelt ermordet er Duncan, als dieser bei ihm zu Gast ist, und versucht die Tat den beiden Kammerdienern des Königs in die Schuhe zu schieben. Aber auch die Söhne des Ermordeten werden verdächtig, da sie nach der Tat außer Landes fliehen. Macbeth wird zum König gekrönt und nur sein alter Kamerad Banquo hegt einen Verdacht, dass Macbeth Duncan getötet haben könnte – und wird deshalb von angeheuerten Mördern erstochen. Doch mit dem Tod von Banquo wächst auch Macbeth schlechtes Gewissen und er fühlt sich vom Geist seines Freundes verfolgt.

Also sucht er noch einmal die drei Hexen auf, die ihm dieses Mal prophezeien, dass er sicher sei, solange nicht der Wald von Birnam nach Dunsinane komme. Außerdem könne ihm kein Mensch, der von einer Frau geboren wurde, Schaden zufügen. In der Zwischenzeit ist der schottische Edelmann Macduff nach England geflohen und versucht mit Malcolm (dem Sohn König Duncans) ein Heer gegen Macbeth aufzustellen. Obwohl Lady Macbeth die treibende Kraft hinter der Ermordung Duncans war, verfällt sie so langsam dem Wahnsinn, während sich ihr Mann zu einem schrecklichen Tyrann entwickelt. Schließlich gelingt es Macduff (der nicht normal geboren, sondern aus dem Leib seiner Mutter geschnitten wurde) Macbeth in einer Schlacht zu töten und so seiner Herrschaft ein Ende zu bereiten.

Ich finde es immer wieder beeindruckend, dass es Shakespeare gelungen ist, in seinen Stücken so viele Inhalte zu verpacken, die auch heute noch ihre Gültigkeit haben. Machtgier ist dabei das offensichtlichste Thema, aber auch Lady Macbeths Schuldgefühle, die sie in den Wahnsinn treiben und die Entwicklung Macbeths vom Helden zum Tyrannen – der in seinem Bestreben seine Macht zu erhalten immer lächerlicher wirkt. Spannend ist es für mich auch, dass ich bislang jedes Shakespeare-Stück beim erneuten Lesen auch wieder neu für mich entdecken konnte. Trotzdem werde ich mich wohl die nächsten Wochen wieder weiter mit aktuellere Lektüre beschäftigen und nicht so schnell zu einem anderen Text von William Shakespeare greifen. ;)

Samstag, 10. Juli 2010

Rachel Hore: Der Garten der Erinnerung

Dieses Buch habe ich im Rahmen von Karis fünftem SuB-Losverfahren gelesen und es hat sich als recht angenehme Sommerlektüre herausgestellt. Die Geschichte teilt sich in zwei Handlungen auf. Auf der einen Seite verfolgt man das Leben von Mel, die zu heutiger Zeit in London lebt und dort an einer Universität eine Stelle als Dozentin hat. Der zweite Teil erzählt von Pearl, einer jungen Frau aus Cornwall, die im Jahr 1912 bei einem Brand ihr Zuhause verlor und eine Anstellung als Dienstmädchen in einem Herrenhaus annehmen musste.

Mel hat vor knapp einem Jahr ihre Mutter verloren, die an Krebs starb, und erst vor wenigen Wochen hat sie sich auch noch von ihrem Freund getrennt, da dieser andere Vorstellungen vom gemeinsamen Leben hatte als sie. Emotional ausgelaugt nimmt sich Mel ein Freisemester an der Uni und will die Zeit nicht nur nutzen, um wieder zur Ruhe zu kommen, sondern auch um ein Buch über eine Künstlergemeinschaft aus Cornwall zu schreiben, die zur Zeit des Impressionismus einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte.

Um direkt vor Ort Nachforschungen anstellen zu können, mietet sie von einem Freund ihrer Schwester Chrissie, der vor kurzem ein ehemaliges Herrenhaus in Cornwall geerbt hat, ein kleines Cottage. Dort hängen kleine Zeichnungen an der Wand, die mit P.T. signiert sind und die Mels Neugierde wecken. Zusammen mit ihrem Vermieter Patrick versucht sie mehr über diese Zeichnungen – und die früheren Besitzer des Herrenhauses herauszufinden. Gemeinsam erliegen die beiden dem Charme des Gartens und machen sich daran, das ungepflegte Landstück wieder in altem Glanz auferstehen zu lassen.

Pearls Anteil an diesem Roman ist deutlich geringer als der von Mel. Nur manchmal gibt es ein ganzes Kapitel, in dem erzählt wird, wie es der jungen Frau als Dienstmädchen ergeht. Weitere Hinweise über ihr Leben erhält man hier und da am Ende eines Kapitels, in dem sich die Handlung um Mel drehte, wo man manchmal einen kursiven Absatz findet, der Pearls Gedanken wiedergibt.

Die Handlung in „Der Garten der Erinnerung“ ist sehr vorhersehbar. Auf der einen Seite gibt es da Mel und Patrick, die beide gerade unangenehme Beziehungen hinter sich gebracht haben und nun Trost beieinander finden, auf der anderen Seite das junge Dienstmädchen, das sich für Malerei interessiert und sich in den Erben ihrer Arbeitgeber verliebt. Wie das Ganze endet, kann wohl jeder erraten …

Aber ich muss betonen, dass Rachel Hore ihre Geschichte auf eine sehr schöne Weise erzählt. Obwohl die Handlung eher dahinplätschert und es kaum Höhen oder Tiefen gibt, fand ich es sehr nett dieses Buch zu lesen. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf Mel und Patrick, die sich nicht einfach kopfüber für eine neue Beziehung entscheiden können (was bei anderen Bücher dazu führen würde, dass sich daraufhin alles in Wohlgefallen auflöst). Beide haben aufgrund ihrer vergangenen Erfahrungen ein paar Altlasten, die sie erst einmal verarbeiten müssen.

Mel ist extrem misstrauisch, schnüffelt Patrick irgendwann sogar soweit hinterher, dass ich ihr Verhalten kaum noch akzeptieren konnte, und hat ihren Ex-Freund immer noch nicht so ganz überwunden. Ebenso geht es Patrick, der sich immer noch für die ehemalige Verlobte verantwortlich fühlt und der nicht verstehen kann, dass sich Mel daran stört, dass er immer noch für die andere Frau da ist. Auch gibt es immer wieder Dinge, bei denen er Mel ausschließt, was sie natürlich in den Wahnsinn treibt. Doch es gelingt Rachel Hore all dieses am Ende in eine realistische kleine Liebesgeschichte zu verwandeln, sodass man das Buch mit dem befriedigende Gefühl zuklappt, dass man mal eine Geschichte mit ganz normalen Menschen voller Fehler und Schwächen gelesen hat.

Und da das alles so ganz normal ist, ist es auch gut, dass die Autorin noch die zweite Handlung eingeflochten hat, denn so gibt es doch noch ein paar Dinge, auf die man neugierig bleibt und die einen von der Alltäglichkeit der Hauptgeschichte ablenken. „Der Garten der Erinnerung“ ist wohl kein Buch, dass ich ein zweites Mal lesen würde, aber für einen heißen Sommertag, an dem man sich nicht auf eine komplizierte Handlung konzentrieren will und einfach nur eine nette und unterhaltsame Erzählung sucht, ist der Roman gut geeignet.

Freitag, 9. Juli 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 9+10)


Im achten Kapitel durften wir einen typischen Tag im Leben einer vielbeschäftigten Anwältin erleben: Shoppen, Spazierengehen und ein Ausflug auf den Friedhof. Doch viele neue Erkenntnisse gab es nicht gerade – nur die Information, dass die verstorbene Agnes 35 Jahre lang wöchentlich das Grab von Harry Sweeney besuchte und für alle Kosten dafür aufkam. Aber bestimmt bringen die nächsten Kapitel aufregende Ereignisse! Naja, man soll die Hoffnung schließlich nicht aufgeben …

Perspektivwechsel: Kapitel 9 wird aus der Sicht von Catherine erzählt

Dieses Kapitel lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen:

Catherine ist im Pflegeheim und total verwirrt. Sie spürt, dass etwas nicht in Ordnung ist, und ist sich bewusst, dass sie nicht mehr so gut denken kann wie früher. Dabei muss sie doch wichtige Geheimnisse bewahren! Vor allem fürchtet sie, dass Joanna diesen Geheimnissen auf der Spur ist – ihre Tochter, auf die sie so stolz ist, denn immerhin hat sie inzwischen eine eigene Kanzlei (nur gut, dass die Mutter nicht weiß wie unfähig sich die Anwältin anstellt). Außerdem wird ganz dezent (dafür hat die Autorin wirklich ein Händchen *g*) angedeutet, dass sich Catherine und Bill die Ausbildung für Joanna nicht hätten leisten können, aber Agnes war bereit zu helfen …

Kapitel 10

Der Tag von Agnes Beerdigung: Tom hadert ganz schrecklich damit, dass seine Mutter nun neben Harry begraben wird – vor allem, da sein Vater nur eine Reihe weiter in einem sehr hübschen Grab liegt und Tom sich fragt, wie er diesen seltsamen Wunsch seiner Mutter den anderen Trauernden erklären soll.

Achja, ein wenig traurig ist der Sohnemann auch, aber im Moment habe ich eher das Gefühl, er macht sich mehr Sorgen darum, was „die Leute sagen“ könnten. Da bei der Trauerfeier in der Kirche an die Tausend Leute (vor allem Geschäftsfreunde von Ivan Kilmartin) waren, hat er vielleicht recht damit, dass es Gerede geben könnte. Immerhin sind nur 30-40 Personen mit bis zum Grab gekommen und Joanna stellt fest, dass es sich dabei um Freunde der Familie handelt und ist sich sicher, dass es ihnen gar nicht auffallen wird, dass Agnes im falschen Grab landet. Oh, und wenn es ihnen doch auffällt, dann sind sie bestimmt viel zu rücksichtsvoll, um Tom darauf anzusprechen! Ja, ich finde den Gedanken auch viel beruhigender, dass hinter dem Rücken getratscht wird, statt eine direkte Frage beantworten zu müssen …

Joanna hingegen macht sich vor allem Sorgen um Toms Reaktion bei der noch anstehenden Testamentseröffnung, denn dann erst wird er über die seltsame „Nachkommen“-Klausel informiert.

Doch bevor es soweit ist, gönnt uns die Autorin noch einen „Kameraschwenk“ zu einer älteren Dame, die der Beerdigung versteckt hinter einer Eibe beiwohnt und sich mit einem Taschentuch die Tränchen aus den Augenwinkeln wischt.

Arme Agnes, dachte sie. Arme, stolze, wohlerzogene, großzügige Agnes. Und armer Harry. Nun waren sie endlich vereint. Sie freute sich, dass sie ihnen geholfen hatte, wenigstens ein bisschen Zeit miteinander verbringen zu können. Schließlich hatte auch sie bekommen, was sie gewollt hatte.


Oh, eine rätselhafte Unbekannte, die anscheinend über ALLES Bescheid weiß! Na, wenn das nicht mal richtig spannend ist!

Nachdem die Dame noch darüber sinniert, dass sie sich nicht zur Trauergesellschaft begeben kann, weil eine Person darunter sei, die sie wiedererkennen würde, fragt sie sich, ob Agnes ihren Sohn noch über die Testamentsklauseln und die Hintergründe bezüglich der Beerdigungswünsche informieren konnte. Und aus ihrer Perspektive erfahren wir auch, dass Joanna und Tom am Grab Händchen halten …

Der nächste Morgen beginnt mit einem Anruf von Orla in Joannas Kanzlei. Anscheinend hatte Jo an diesem Tag mal keinen Grund gefunden, um der Arbeit fern zu bleiben. Immerhin bekommt sie so von Orla gleich den Tag versüßt, da diese ihr endlich mehr über Harry erzählen kann:

- Harry Sweeney wurde in den siebziger Jahren (hm, starb er nicht 1970?) wegen Mordes an einer jungen Frau namens Colette Devane verhaftet.
- Colette war die Schwester seiner Ehefrau.
- Laut Orla sieht Harry auf den alten Zeitungsfotos sehr gut aus und war damals etwa Mitte Dreißig (ja, wir wissen schon, dass er nur 35 Jahre alt wurde).
- Und er hatte einen „unglaublichen schwarzen Wuschelkopf“.
- Harry wurde ins Mountjoy-Gefängnis gebracht.
- Noch bevor der Fall vor Gericht kam, erhängte er sich mit einem Betttuch.

Was für Joanna quasi einem Geständnis gleicht, doch Orla hat noch mitzuteilen, dass Harry immer seine Unschuld beteuert hatte. Allerdings hatte er für die Mordnacht kein Alibi, stattdessen gab es einen Zeugen, der beschwor, dass er gesehen hätte, wie Harry Colette im Phoenix Park erwürgt habe. Außerdem wurde am Tatort eine Zigarettenkippe von Harry gefunden und in Colettes Appartement lagen Papier von ihm rum.

Fragt sich eigentlich noch jemand, warum der Zeuge die Tat nicht verhindert hat?

Außerdem:
- War Harry anscheinend verheiratet … (Liebe Autorin, dass hatten wir uns schon gedacht, denn sonst hätte die Tote ja wohl schlecht die Schwester seiner Ehefrau sein können!)
- … und seine Frau ist schon einige Wochen vor der Tat verschwunden!
- Ein Vorname der Ehefrau ist in den alten Zeitungsberichten nicht zu finden, …
- … aber Jo und Orla schließen aus der Tatsache, dass Colette ihre Schwester war, dass Harrys Frau mit Mädchennamen Devane geheißen haben müsste. (Wow, da haben sich die beiden aber mal richtig Mühe gegeben!)
- Von Beruf war Harry übrigens Gewerkschaftsfunktionär.
- Oh, und der Name des Belastungszeugen ist in den Berichten nicht zu finden, aber Orla will weiterforschen.

Danach beweist Joanna mal wieder, dass sie eine richtig gute Freundin ist und bittet die Journalistin darum, dass sie ihr gleich das ganze Material kopiert. Doch diese hat – trotz Kater und Rechercheaufgaben – noch immer nicht die Restaurant-Kritik geschrieben (dabei ist das doch schon mindestens drei Tage her! *tststs*) und sollte so langsam mal was für ihren Job tun. Bei der Erinnerung an das Abendessen fällt Jo dann doch ein, dass Orla ja auch noch andere Probleme hat und fragt mal nach, wie es der Freundin so geht.

Orlas Antwort fällt anscheinend etwas „höhnisch“ aus, aber immer hat sie zu vermelden, dass sich ihre Mutter, mit der sie am Vormittag telefoniert hatte (meine Arbeitgeber waren auch immer sehr glücklich, wenn ich meine Arbeitszeit mit Privatgesprächen verbracht habe … ) sehr über die Trennung von Declan freut. Schließlich habe sie ihn noch nie gemocht. Hach, endlich mal eine Frau mit Geschmack und Menschenkenntnis – wie hat die sich in diesen Roman verirren können?

Um für euch auch all die komplizierten Wendungen im folgenden Dialog nachvollziehbar zu gestalten, gibt es hier eine stark geraffte(!!!) Fassung:

O: „Buhuuu, meine Mutter quengelt schon wieder, dass ich sie besuchen soll! Da ist sie gerade noch hartnäckiger als sonst!“
J: „Das solltest du aber auch tun. Immerhin kannst du mit ihr noch reden, was ich mit meiner nicht mehr kann, weil sie ja so verwirrt ist.“
O: „Du hast wohl recht.“
J: „Ist es mit dir und Declan wirklich aus?“
O: „Natürlich! Man weiß ja nie, wann er wieder einem dicken Hintern verfallen würde (was anscheind der einzige Grund ist, um nicht sofort wieder in die Arme dieses Mannes zu sinken – oder versteht ihr diese Aussage anders?). Ich muss also wieder ein paar neue Männer aufreißen. Gehst du mit? Du sitzt doch auch auf dem Trockenen!“
J: „Aber dazu bin ich doch zu alt!“
O: „Ich bin ein ganzes Jahr älter als du! Du bist feige!“
J (sucht eh einen Grund, um nicht die ganze Nacht an Tom zu denken): „Na gut, du hast gewonnen. Aber ich kann nicht jeden Morgen mit einem Kater zur Arbeit kommen. Ich muss schließlich neue Klienten gewinnen (oh, das ist ihr wirklich bewusst?)“
O: „Die findest du doch ganz bestimmt unter den Besoffenen, die ihren Kummer in der Kneipe ertränken (sehr guter Rat, wirklich Orla, so findet man als ernsthafte Anwältin bestimmt einen großartigen Kundenstamm!).“

Joanna befürchtet, dass sie dort weniger Klienten als … ähm … Bettgefährten finden würde, trotzdem sei der Gedanke ja nicht so abwegig. Zum Glück muss Orla noch einen Artikel über das Jubiläum eines Klatschmagazins schreiben – zu diesem Anlass gibt es eine Party mit langweiligen Kerlen. Also perfekt für einen Aufreiß-Abend … ähm … Immer hofft Jo, das sie vielleicht eines Tages als „die berühmte Dubliner Anwältin Joanna Brennan“ in den Klatschspalten auftauchten könnte (ich will lieber nicht wissen, wofür sie dann berühmt wäre), auch wenn sie sich heimlich danach sehnt, dass sie eher als „Joanna Kilmartin“ bekannt werden würde. In diesem Fall ist es bestimmt die beste Strategie die nächsten Abende mit der Freundin zusammen durch Szenelandschaft zu torkeln und die Augen nach angeheiterten Aufreißern aufzuhalten. *seufz*

Zum Schluss bereitet sich Joanna noch auf die kommenden Arbeitstage vor und bittet ihre Sekretärin Mary:
„Könnten Sie vielleicht noch eine Packung Kopfschmerztabletten besorgen? Ich habe so ein Gefühl, dass ich bald welche brauchen werde.“


Ganz ehrlich, das Gefühl habe ich auch! Dabei habe ich nicht mal vor durch die Kneipen zu ziehen – aber noch ein paar Kapitel in diesem Buch vor mir!

Donnerstag, 8. Juli 2010

Fantastische Fragerunde bei Seychella

Seychella hat vor zwei Wochen auf ihrer fantastischen Bücherwelt eine neue Kategorie vorgestellt: die "fantastische Fragerunde".


Und nachdem Susanne vom Literaturschock die Fragen rund um die Themen Buch und Blog beantworten durfte, habe ich es auch endlich auf die Reihe bekommen und gestern Seychellas Mail mit den zwölf Fragen beantwortet.

Ich gebe zu, dass ich mich mal wieder nicht kurzfassen konnte - und vor allem bei der Frage nach den Titeln/Reihen, die mir besonders am Herzen liegen, musste ich mich sehr zusammenreißen, um nicht gleich mit einer mehrseitigen Liste rauszurücken. ;)

Wer nun neugierig auf das Ganze ist, findet hier Seychellas Blogeintrag mit meinen Antworten: Fantastische Fragerunde mit der Winterkatze

Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht und ich möchte Seychella dafür danken, dass sie mir die Gelegenheit gegeben hat etwas über mich, meinen Blog und Bücher, die mich beschäftigen, zu erzählen.

Dienstag, 6. Juli 2010

Brian Selznick: Die Entdeckung des Hugo Cabret

Bei diesem Buch könnte ich endlich mal denjenigen entgegenkommen, die gern eine kurze Rezension von mir lesen würden: Es ist toll! Wenn ihr nichts gegen eine Geschichte habt, die ab 10 Jahren gedacht ist, oder gegen eine Erzählweise, die zum Teil aus Text und zum Teil aus Bildern besteht, dann lauft los, besorgt euch das Buch und lasst euch bezaubern!

Aber wie das nun mal so ist, kann ich mich einfach nicht kurzfassen, und deshalb gibt es hier jetzt noch einmal ganz ausführlich meine Meinung. Mit mehr Details zu Hugo und seiner Geschichte, mit Begründungen für mein „Das Buch ist toll“ und vielleicht stört es dann auch nicht, dass ich mal wieder einen so langen Text verfasst habe. ;)

„Die Entdeckung des Hugo Cabret“ ist eine Mischung aus Bildergeschichte und einem Jugendroman – und anfangs musste ich mich erst einmal auf die Erzählweise einlassen. Der Autor Brian Selznick hat mehr als die Hälfte der (mehr als 540) Seiten mit Bleistiftzeichnungen gefüllt, auf denen die Handlung weitergeführt, wird. Dabei fällt auf, dass er ganz oft in seinen Zeichnungen mit filmischen Elementen arbeiten z.B. dem Zoom auf ein Detail in einer großflächigen Szenerie.


Auf der einen Seite wird in diesem Roman die Geschichte des Jungen Hugo erzählt. Dieser ist ein Waisenkind und hat eine Zeitlang bei seinem Onkel mitten im Pariser Bahnhof gelebt. Doch eines Tages verschwand Hugos Onkel spurlos – und damit man ihn nicht auf die Straße setzt, übernimmt der Junge seine Arbeit. So kümmert sich Hugo um die vielen verschiedenen Uhren im Bahnhof und ernährt sich zum Großteil von dem, was er in den Läden im Bahnhof stehlen kann.


Nur eine Sache gibt es, an der Hugos Herz hängt, ein automatischer Mann, um dessen Restauration sich schon sein Vater bemüht hatte. So mopst der Junge nicht nur Lebensmittel in den umliegenden Läden, sondern auch kleine mechanische Teile aus dem Geschäft eines Spielzeugmachers, mit denen er den automatischen Mann fertig reparieren will. Doch dann erwischt ihn der alte Mann beim Stehlen und bekommt, als er die Taschen des Jungen nach weiterer Diebesbeute durchsucht, das Notizbuch von Hugos Vater in die Hände.


Hier hatte dieser alle Pläne rund um den mechanischen Mann aufgeschrieben und nach diesen Anleitungen versucht der Junge das technische Wunderwerk wieder in Gang zu bringen. Nur mit Hilfe von Isabelle, der Patentochter des Spielzeugmachers, gelingt es Hugo sein kostbares Notizheft zurück zu bekommen. Doch dafür will das Mädchen mehr über den Jungen und den rätselhaften automatischen Mann erfahren.

Brian Selznick benutzt die Geschichte rund um Hugo, um den Leser in eine Zeit zu führen, als Filme noch Wunderwerke waren. So wird dieser Roman zu einer Hommage an die ersten Filme, die je im Kino gezeigt wurden und den Filmemacher Georges Méliès, dessen Werke die Stummfilmzeit prägten. Es gelingt dem Autor für den Leser fühlbar zu machen, welche Magie damals vom Film ausging und wie unfassbar es für die Zuschauer war, dass dort auf der Leinwand jemand zum Mond reiste oder dass dort ein Zug auf sie zuraste. Immer wieder nimmt Brian Selznick in dem Bildern – die meiner Meinung nach angenehm altmodisch aussehen mit ihren weichen Bleistiftdarstellungen – filmische Elemente auf. Auf der einen Seite den Zoom auf Personen, aber auch Dinge, die laut Hugo einfach in eine gute Filmgeschichte gehören, wie Verfolgungsjagden.

Ich dachte vor dem Lesen dieses Buches, dass ich eigentlich eine Menge über die Entstehung des Films und die Stummfilmzeit weiß, aber es war wirklich spannend noch mehr Details über diese Zeit zu erfahren. Ich habe nicht nur Lust bekommen mal wieder Klassiker mit Harold Lloyd wie „Ausgerechnet Wolkenkratzer!“ zu sehen, sondern auch eine ganze Menge über die Zusammenhänge zwischen Bühnenzauberei, Automaten und der Filmgeschichte gelernt. Meine einzigen Kritikpunkte an dem Taschenbuch sind die enge Bindung (die leider so manches Detail bei den Bildern „frisst“, da ich nicht bereit bin, die mit Gewalt aufzubrechen) und der doch recht übersichtliche Text auf den Seiten.

Samstag, 3. Juli 2010

Elizabeth Boyle: Betörendes Spiel der Leidenschaft

Die skandalösen Romane, die Rebecca Tate unter falschem Namen veröffentlicht, sorgen für große Aufregung unter den Damen der Gesellschaft. Plötzlich will keine mehr von der den Traualtar geführt werden. Um dem unerhörten Treiben ein Ende zu setzen, wird der attraktive Rafe Danvers mit der Entlarvung der unbekannten Autorin beauftragt. Doch Rebecca will sich ihren Erfolg nicht nehmen lassen. Um den Verdacht von sich abzulenken, verstrickt die hübsche Unruhestifterin Rafe in ein gewagtes Spiel. Dabei wird ihr schnell klar, dass sie in Rafe einen äußerst hartnäckigen Gegner gefunden hat – und einen, dessen Verführungskünsten sie nicht lange widerstehen kann.

„Betörendes Spiel der Leidenschaft“ ist ebenfalls eine Leihgabe von Irina – und ich verkneife mir lieber jegliche Bemerkung zum Thema „Titel, Cover und Inhaltsangaben von (historischen) Liebesromanen“. Die Geschichte spielt im Jahr 1817 und Raphael „Rafe“ Danvers wird von der Gräfin Trottley engagiert, um herauszufinden, wer für die Miss-Darby-Romane verantwortlich ist. Denn nicht nur ihre Tochter, sondern auch alle anderen Debütantinnen haben nach dem Lesen dieser Bücher geschworen, dass sie (aus Trauer um den gefallenen Verlobten von Miss Darby) niemals heiraten würden. So beginnt die Saison nicht mit rauschenden Festen, sondern mit einem Haufen junger Damen, die mit einer Trauerbinde um den Arm zuhause hocken.

Rafe Danvers hat eigentlich gerade besseres zu tun, als auf die Jagd nach einem anonymen Schreiberling zu gehen, denn der Mann verdient sich seinen Lebensunterhalt als Ermittler (in erster Linie für die feine Gesellschaft) – zur Zeit versucht er sogar einen Mörder zu finden. Doch die Gräfin bietet ihm als Belohnung für die Enttarnung des Autors ein eigenes Anwesen und ein eigenes Zuhause ist Rafes heimlicher Traum von der Zukunft. Vor allem, da er regelmäßig heimlich aus seiner aktuellen Wohnung schleichen muss, da er nur dann seine Miete bezahlen kann, wenn er mal wieder Außenstände bei seinen Kunden eingetrieben hat. So hofft der Ermittler, dass er Gräfin Trottley innerhalb kürzester Zeit die Person vorstellen kann, die für die Miss-Darby-Romane verantwortlich ist, um dann wieder auf Mörderjagd gehen zu können.

Doch ganz so einfach wird es für Rafe nicht, denn kaum in dem friedlichen Ort Bramley Hollow angekommen, trifft er auch schon auf Rebecca Tate. Und diese ist nicht nur die gesuchte Autorin (was natürlich kein Mensch ahnt), sondern dem erfahrenen Ermittler durchaus gewachsen. Was auch an ihrem – für eine junge Dame aus gutem Hause eher ungewöhnlichen – Lebensweg liegt, denn sie hat einen großen Teil ihres Lebens bei ihrem (inzwischen geistig verwirrten) Onkel in den indischen Kolonien verbracht und musste dort deutlich selbstständiger und gewitzter sein, als man es sonst von einer Dame erwarten würde.

Die „Krimielemente“, die die Autorin Elizabeth Boyle in die Handlung eingewebt hat, fand ich sehr unterhaltsam (wenn sie auch eher am Rande eine Rolle spielten – vom ereignisreichen Ende mal abgesehen) und auch die Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass die Autorin sich wirklich Mühe gegeben hatte, die Figuren einigermaßen stimmig auszubauen. Rafe ist, ebenso wie Rebecca, in einer sehr ungewöhnlichen Familie aufgewachsen und so lässt sich auch problemlos erklären, warum die beiden nicht besonders gut in die höhere Gesellschaft passen. Mit einem einigermaßen fundierten Hintergrund finde ich solche Persönlichkeiten doch gleich noch reizvoller!

Einen Kritikpunkt muss ich aber noch ansprechen: Die Sprache war in meinen Augen stellenweise grenzwertig schwülstig. Dabei beziehe ich mich weniger auf die eher blumigen Beschreibungen, die Rafe durch den Kopf gehen, wenn er Rebecca betrachtet, sondern auf ganz einfache Wendungen. Allein Rafes erster Auftritt hat bei mir zu einem ungläubigen Lachanfall geführt: „Rafe Danvers besaß die stechenden Augen eines Adlers und eine Kinnpartie, die in einer kastilischen Schmiede geformt und geprägt worden sein musste. Von ihm ging ein loderndes Feuer aus, das sich in seiner Intensität mit der gleißenden Sonne Spaniens messen konnte.“

Diese schwülstigen Worte entstammen nicht etwa von den Lippen eines verliebten und etwas närrischen Teenagermädchens, sie werden als „ganz normale“ Einführung für diesen Charakters verwendet, als er die Gräfin aufsucht, um über seinen neuen Auftrag informiert zu werden. Mit einer klareren Sprache wäre dieses Buch wirklich ein Genuss gewesen, so allerdings würde ich doch – trotz der schönen Geschichte – beim nächsten Liebesroman eher zu einer anderen Autorin greifen.

Freitag, 2. Juli 2010

Frisch eingetroffen: SuB-Zuwachs!

In den letzten Monaten habe ich brav an meinem SuB gearbeitet und auch immer schön mehr gelesen, als ich neu hinzubekommen habe. Aber ganz ehrlich: Die immer größer werdende Leere in meinem Regal machte mich nervös!


Ein Regalboden ist inzwischen ausschließlich mit Hörbüchern und Hörspielen gefüllt, aber trotzdem gab es immer noch genug freie Fläche. Als Erstes wanderten meine Handarbeitssachen mit ins Regal,


dann durften die Bibliotheksbücher auch noch einziehen (sonst liegen die nämlich quer vor den anderen Büchern bzw. auf dem Wohnzimmertisch).


Aber selbst mit den liebevoll überlassenen Leihgaben von Irina konnten diese Lücken nicht gefüllt werden!


Doch als buchsüchtiger Mensch habe ich natürlich eine geheime Quelle, auch schlicht „der Chef“ genannt, für meinen Nachschub! Besagter Chef kündigte vor einigen Tagen ein Buchpaket an, allerdings hatte er nur viel zu kleine Versandbehältnisse bei der Hand und hat deshalb freundlicherweise extra für das Verschicken meiner Bücher einen Karton gekauft.

Dank Sendungsverfolgung sah ich, dass meine Lieferung einen Tag lang bei der Post pausierte (wie ich inzwischen weiß, wurde sie dort geflickt), aber heute sollten die Bücher eintreffen. Und da unsere Paketboten unberechenbar sind, bin ich heute nur sehr unwillig kurz aus dem Haus geflitzt, damit ich nicht Gefahr laufen, den Boten zu verpassen. Natürlich kam er dann erst am frühen Abend, aber dafür war mein Karton endlich da!


Nach einem ersten Schreck (ja, das ist wirklich ein Umzugskarton!), habe ich hineingeschaut und festgestellt, dass meine Bücher unter einer dicken Schicht Füllmaterial verborgen waren.


Das Auspacken ist dann immer wie Weihnachten: Man hat eine Ahnung, was darin sein könnte, wird aber auch immer wieder freudig überrascht! Der Chef hatte nicht nur einen Comic („Quintos“) für mich, sondern auch an meine Schwäche für trashige Horror-Hörspiele (John Sinclair) gedacht – und dann waren da natürlich noch die insgesamt 16 neuen Bücher!


Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Vanessa Walder: Die Wundernacht des Elfenkönigs
Polly Shulman: Die geheime Sammlung
Thomas Thiemeyer: Der Palast des Poseidon
Craig Russel: Walküre
Michael Rothballer: Götterschild


Awist Ayub: Kick it in Kabul
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Craig Russel: Lennox
Chris D’Lacey: Feuerträne
Timothy Carter: Böser Engel
Rob Thurman: Nachtgeister
Jeff Stone: Schattenfechter
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut
Maria Daniela Raineri: Ti amo heißt Ich liebe dich
Franziska Gehm: Die Vampirschwestern – Der Meister des Drakung-Fu