Samstag, 28. August 2010

Dies und Das (5) und Linguine mit Spinat-Pesto

Der Baum


In den letzten Wochen habe ich mir ziemlich viele Gedanken um den Obstbaum in unserem Garten gemacht. Als wir hier im letzten Herbst eingezogen sind, war deutlich zu sehen, dass der Baum in dem Jahr noch eine Menge Früchte getragen hatte. Aber auch die ganzen abgebrochenen Zweige, die von unseren Vormietern einfach hinter den Stamm gelehnt worden waren, konnten wir nicht übersehen.

Dieses Jahr gab es recht wenige Früchte. Es könnte sein, dass es ein alter Baum mit gelben Pflaumen ist, der nur alle zwei Jahre sehr großen Ertrag gibt – zumindest meinte mein Gartenbuch, dass manche alten Sorten nur alle zwei Jahre richtig tragen – und ein Großteil der Früchte fiel auch vom Baum, bevor sie noch richtig reifen konnten. Da mein Buch mir auch sagte, dass der August der richtige Zeitpunkt ist, um den Baum zurückzuschneiden, haben wir ihn uns vorgestern intensiv angeguckt. Der größte Ast (auf der rechten Seite von der Wohnung aus gesehen), der quer durch den Garten ragt, sieht aus, als ob er bald abbricht. Die Äste, die nach oben ragen, sind sehr verknotet und zum Teil angerissen, die diversen Aststummel (die laut meinem Gartenbuch auch gar nicht hätten stehen bleiben dürfen) wirken, als ob sie von etwas befallen wären …

Wenn wir das Beschneiden so angegangen wären, wie es mir von dem Gartenbuch ans Herz gelegt wurde, dann wäre von dem Baum nichts übrig geblieben – und so kam bei uns der Gedanke auf, dass der arme Kerl vielleicht besser gefällt werden sollte. Nicht nur, weil wir sehr hilflos davor stehen, sondern auch, weil ich nicht erleben will, wie der Baum bei einem der kommenden Herbststürme im Nachbargarten – oder gar im Kindergarten-Garten – landet.

Doch einfach mal eben einen Baum fällen geht nicht und schon gar nicht, ohne den Vermieter zu fragen. Also haben wir den heute angerufen und mit ihm über das Problem gesprochen – und ich muss zugeben, dass er mich positiv überrascht hat. Sein Vorschlag gefällt mir deutlich besser als all unsere Überlegungen, denn er wird nun auf seine Kosten einen Fachmann beauftragen, sich den Baum anzugucken. Und wenn der sagt, dass der Baum eine Überlebenschance hat, ohne dass die Gartennutzer der Umgebung dafür ihr Leben riskieren, dann wird der Pflaumenbaum von dem Fachmann beschnitten und wir werden in Zukunft jeden Sommer vor der Frage stehen, was wir mit Früchten machen, die wir nur in kleinen Mengen essen mögen.

Tja, und wenn der Baum gefällt wird, dann wird der Garten im hinteren Bereich trotzdem nicht gerade lichter, denn im Schatten des Baumes hat sich schon ein … also … etwas anderes ausgebreitet. Ein Strauch, sehr groß und inzwischen auch so breit, dass wir das letzte Viertel des Gartens eigentlich nicht mehr betreten können (kein Wunder, dass der Nachbar unseren Haselstrauch schon von seiner Seite aus beschneidet), mit dunklen Früchten und dunklen glatten Blättern. Sehr schön, viel zu wuchernd und auf jeden Fall groß genug, um die Lücke zu füllen, falls der Baum dran glauben sollte. Nun warte ich mal den Fachmann ab und zupfe in der Zwischenzeit weiter Unkraut …


Katergedanken


Am Mittwochabend war ich ausnahmsweise mal weg. Ich ganz alleine, ganz ohne meinen Mann oder Besuch, während mein Mann mit den Katzen zuhause blieb. Ich gebe zu, dass das seit fast einem Jahr nicht mehr passiert ist – vor allem, da ich hier in der neuen Stadt noch rech wenig Menschen kenne. Als ich wieder zuhause ankam, erzählte mein Mann, dass Logan gespuckt hätte, aber kein Haarballen rauskam. Das passiert manchmal, wobei er in Anbetracht seines dichten Unterfells erstaunlich wenig Probleme damit hat. Und genauso passiert es dann auch, dass er die nächste Fütterung aussetzt, weil ihm wohl noch etwas übel ist.

Abends hatte mir Shandy dann auch noch etwas Ärger gemacht, denn er hatte seinen Unmut über meine Abwesenheit durch eine nasse Überraschung im Bett meines Mannes ausgedrückt, so dass ich vor dem Schlafengehen noch das Bettzeug austauschen durfte. Zum Glück hatte es nur die waschbare Decke erwischt. Irgendwie war dieser Kater nicht so ganz zufrieden damit, dass er den Abend nicht auf meinem Schoß verbringen durfte …

Am Donnerstagmorgen war Logan immer noch ganz matt, wollte mittags nichts fressen – und ich rannte im Kreis herum und war innerlich schon auf dem Weg zum Tierarzt. Auf der anderen Seite ist für Logan ein Tierarztbesuch immer ganz besonderer Stress (vermutlich aufgrund der Ereignisse mit seinen Vorbesitzern) und ich überlege mir gut, ob ich ihm das antue. Abgesehen davon, dass der Kater seine Ruhe und nichts zu fressen haben wollte, sah er eigentlich gut aus – und zum Glück hat er sich auch im Laufe des Donnerstagnachmittags wieder berappelt und wieder „normal“ benommen.

Trotzdem irritiert es mich, dass ich nicht weiß, was mit ihm los war. Aber da ich für Anfang September eh einen Tierarzttermin für die Coon-Brüder ausmachen will, um ihre Zähne mal begutachten zu lassen, werde ich ihn bis dahin einfach gut im Auge behalten. Heute benahm er sich, als ob nie was gewesen wäre, frisst wie ein Scheunendrescher und stellt wie immer lauthals seine Forderungen nach Aufmerksamkeit, Spielzeit, Streicheleinheiten und einem gefüllten Napf, was eindeutig zeigt, dass er sich wieder fit fühlt.

Das kulinarische Experiment (Spinat-Pesto)



In den letzten Tagen hatte ich - ausgelöst durch Sayuris Urlaubspost – mal wieder Lust, etwas in der Küche zu experimentieren, und so habe ich am Freitagabend Linguine mit Spinat-Pesto gekocht. Mein erstes Pesto und natürlich musste ich dabei gleich ohne Mengenangaben oder gar eine Rezeptvorlage rumwerkeln. Aber obwohl meine Ölflasche nur noch eine kleine Restpfütze aufwies, was ich natürlich erst während des Kochens gemerkt habe, hat das Ergebnis gut geschmeckt und wird bestimmt noch einmal gemacht, vor allem, da es ganz einfach geht.

Ich habe erst Mandeln angeröstet (100g - was deutlich zuviel war), dann den Spinat (250g – Tiefkühlware, aufgetaut und gründlich entwässert, irgendwann suche ich mal nach frischem Spinat *rotwerd*) mit dem Pürierstab bearbeitet und immer mal wieder Mandeln, Parmesan (das waren ca. 100g – und auch deutlich zuviel) und Öl (hochwertiges Rapsöl) zugefügt. Irgendwann hatte ich eine sehr feste Paste, deren Konsistenz eher an eine (allerdings appetitlich grüne) Spachtelmasse erinnerte – und kein Öl mehr. Dabei war ich mir fast ganz sicher, dass ich noch eine Reserveflasche im Regal stehen hätte. Zuletzt habe ich das Ganze noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Weil das „Pesto“ eindeutig nicht flüssig genug war, um einfach über die Nudeln gegeben zu werden, habe ich es in eine Pfanne getan und mit einigen Löffeln von dem Kochwasser der Linguine vermischt, die Pasta kam dann ebenfalls in die Pfanne und nachdem sich das Ganze gut vermischt hatte, konnten wir essen. Es war wirklich lecker und wird bestimmt noch häufiger von mir gemacht werden. Dann allerdings mit nicht mal der Hälfte der Zutaten und einer ausreichenden Menge Öl …

Freitag, 27. August 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 21)


Die letzten zwei Kapitel brachten uns nicht gerade amüsante neue Wendungen, aber durch manche Bücher muss man sich eben etwas durcharbeiten! Immerhin haben wir etwas über Toms Werdegang erfahren, und dass er Joanna schon seit Teeniezeiten liebt (Kapitel 19). Außerdem ist Harrys Schwägerin Colette von Agnes Mann, Ivan dem Schrecklichen, schwanger. Ivan will, dass Colette abtreibt, Harry will helfen und verschweigt Colette deshalb, dass er demnächst seine Frau Maura verlassen und mit der (ebenfalls schwangeren) Agnes, die ja eigentlich mit Ivan verheiratet ist, aus dem Land flüchten will (Kapitel 20). Ich hoffe, ihr könnte noch alle folgen! :D

Perspektivwechsel: Kapitel 21 wird aus der Sicht von Declan erzählt

Na, wer freut sich schon alles darauf, Declans Abenteuer auf der Suche nach dem betörenden Rosenstrauß mitzuerleben?

Als Declan wieder vor Orlas Apartmenthaus ankommt (vorsichtshalber hatte er etwas entfernt geparkt und seinen Mantelkragen hochgeschlagen, um nicht von ehemaligen Nachbarn erkannt zu werden), ist es schon dunkel. Er freut sich natürlich darüber, weil er so unauffällig nach dem Rosenstrauß suchen kann. Einer durchschnittlich intelligenten Frau würde hingegen gleich der Gedanke kommen, dass man bei Dunkelheit Sachen einfach etwas schlechter sehen kann …

Aber nun gut, Declan stolpert über Stock und Stein, flucht, als er entdeckt, dass das Tor zur Wiese mit einem Vorhängeschloss gesichert ist, und klettert deshalb über das Gatter. Das Schild, das er aus dem Augenwinkel sehen kann, liest er natürlich nicht …

Na? Schon eine erste Ahnung, was darauf stehen könnte? ;)

Declan erinnert sich noch daran, dass Orla die kleinen Lämmchen auf der Wiese immer so süß fand, und stürzt sich weiter durch Disteln und anderes Gestrüpp, um die Rosen zu suchen. Dabei wundert er sich darüber, dass er sich für Sasha so ins Zeug legt.

„Als er zu ihr gezogen war, war ihm nicht bewusst gewesen, wie unglaublich verwöhnt sie war. Andererseits war das auch kein Wunder: Dass sie sich im Fünfminutentakt auf dem Fußboden des spanischen Hotelzimmers gewälzt hatten, hatte ihm keine eingehenderen Kenntnisse ihres Charakters verschafft.“

Nur gut, dass Declan in diesem Moment endlich den Rosenstrauß entdeckt, ich hatte schon Angst, dass er noch weiter über dieses Thema nachdenkt. Ein kritischer Blick (im Dunklen?) zeigt unserem Hengst, dass Rosen, Zellophan und Schleife noch richtig gut in Schuss sind. Jetzt muss er das Ganze nur noch vorsichtig aus dem Weißdornbusch befreien. Während Declan also an Zweigen und Rosenstrauß rumzupft, das Ganze so vor sich hinraschelt und knistert, nähert sich ihm von hinten ein … hm … Trappeln. :D


Er drehte sich um und wollte weglaufen. Da verfestigte sich die Dunkelheit vor seinen Augen zu einem rabenschwarzen Schädel mit geblähten Nüstern und zwei Hörnern. Das Wesen starrte Declan an, dann senkte es das Haupt, nahm ihn auf die Hörner und wirbelte ihn durch die Luft. Durch Declans Kopf jagten die Gedanken: War etwa der Teufel gekommen, um seine Seele zu holen? Nein. Seine zoologischen Kenntnisse sagten ihm, dass es sich um einen Stier handeln musste.


Nun, das ist doch mal eine Überraschung … oder so … Der Stier spielt noch ein bisschen mit Declan, während Orla mit ihrer Diät-Tiefkühl-Lasagne in der Hand aus dem Fenster späht. Doch da es so dunkel ist, kann sie nichts erkennen. Und da sie sich sicher ist, dass niemand so blöd wäre, zu dem Stier auf die Wiese zu gehen, beschließt sie, ihr Abendprogramm (Essen, Badewanne inklusive Haare waschen und auf einen Anruf von Gary warten) fortzusetzen.

Orla sinnt noch ein bisschen über Gary nach:
Sie hatten sich doch so gut verstanden.
Warum ruft er nicht an?
Arbeiten Krankenhausärzte etwa so viel?
Hat er vielleicht doch eine Freundin?
Kann Joanna vielleicht Nachforschungen in der Richtung anstellen?

Als sie dann aus der Badewanne kommt, stellt sie fest, dass sich der Stier die ganze Zeit (mindestens eine Stunde) nicht von der Stelle gerührt hat. Aber obwohl sie das seltsam findet, wandert sie erst einmal aufs Sofa und liest eine Runde, während sie Schokokekse futtert (ich mache jetzt mal keine Bemerkung über eine Ernährung aus Tiefkühl-Diät-Lasagne und Schokokeksen!).

Da Declan aber keine Lust mehr hat, für den Stier als Spielzeug herzuhalten, denkt er sich irgendwann, dass er um Hilfe rufen könnte.

Der Hilferuf wird von Orla wahrgenommen, die gerade ihren Krimi beendet hat und doch mal den Bauern anruft, damit er nach seinem Stier guckt.


Mit einem Gefühl der Erbauung über ihre gute Tat marschierte sie dann in die Küche und machte sich eine Tasse Tee, die sie mit den restlichen Keksen ins Schlafzimmer trug. Im Bett nahm sie Tee trinkend einen neuen Roman in Angriff, wobei sie auch den Keksen den Garaus machte. Immer noch hoffte sie, dass Gary sich endlich melden würde.

Dienstag, 24. August 2010

Baltimore und der Schreibtisch

Ich hatte schon mal geschrieben, dass die Katzen jeden Morgen, wenn ich am Schreibtisch sitze, der Reihe nach vorbeikommen und ihre Streicheleinheiten einfordern. Baltimore ist dabei besonders penetrant … äh … freundlich!

Es beginn damit, dass er laut maunzend ins Zimmer kommt, um sich dann neben dem Schreibtischstuhl auf den Boden zu setzen. Immer auf der linken Seite, immer ganz leise und mit immer größer werdenden Augen.


Wenn ich ihn dann nicht beachte, dann kommt die Charmeoffensive! Er stellt sich auf die Hinterbeine und umklammert die Tischkante. Ich möchte jetzt lieber nicht daran denken, dass dieser kleine Holztisch mich schon seit 15 Jahren begleitet und nun seit ein paar Monaten tagtäglich von Baltimores Krallen bearbeitet wird – bis zum Umzug stand der Tisch nämlich in der katzenfreien Küche und war noch immer makellos!



Spätestens dann muss ich ihn einfach hochheben – alle anderen Katzen sind übrigens ohne Probleme in der Lage von selber auf den Schreibtisch oder meinen Schoß zu springen ;) – und schmusen. Nun beginnt die Zeit, in der Baltimore zwischen mir und der Tastatur ruht bis er genug Aufmerksamkeit eingeheimst hat.


Als nächstes steht dann eine kleine Runde auf das Bücherregal an – doch leider ist das viel zu häufig schon besetzt und Shandy schätzt es gar nicht, wenn jemand seinen Platz im Auge hat!


Zum Schluss noch ein Foto von Christie – einfach weil es so niedlich ist. ;)

Montag, 23. August 2010

Elizabeth Hoyt: Die Schöne mit der Maske

Es dürfte nicht mehr so überraschend sein, dass ich auch bei diesem Buch sagen kann, dass Irina Schuld ist – vor allem, da der Band eine Leihgabe von ihr ist. ;) Ich hatte die Bücher einfach unsortiert ins Regal gelegt und nur geguckt, dass ich keine Reihen dabei habe und nun freue ich mich wirklich, dass „Die Schöne mit der Maske“ der letzte deutschsprachige Liebesroman ist, den ich von dem Stapel gefischt habe. Denn auch wenn mir die Bücher fast alle gut gefallen haben, so gibt es welche, die ich deutlich besser fand als andere und dieser Titel gehört eindeutig dazu!

Die weibliche Hauptfigur ist Anna Wren, eine eher unscheinbare ehrhafte Witwe, die vor sechs Jahren ihren Mann verlor und zusammen mit ihrer Schwiegermutter und einen Dienstmädchen in einem kleinen Cottage in dem Örtchen Little Battleford lebt. Da das Erbe von Annas Mannes nicht gerade viel abwirft, müssen die drei sehr sparsam haushalten und Anna und ihre Schwiegermutter versuchen mehr oder weniger verzweifelt eine Möglichkeit zu finden, damit sie noch etwas Geld dazuverdienen können. Zwar ist Anna überraschend gebildet für eine Frau ihrer Zeit (die Geschichte spielt im März 1760), was sie ihrem Vater zu verdanken hat, aber weder als Gouvernante noch als Gesellschafterin findet sie eine Anstellung.

So ist sie überaus erfreut, als sie erfährt, dass dem Earl of Swartingham gerade der Sekretär weggelaufen ist und sein Verwalter ganz dringend einen Ersatz sucht – mit möglichst viel Rückgrat, damit er nicht alle paar Wochen die Stelle neu besetzen muss. Denn der Earl (Edward), der zum ersten Mal seit seiner Teenagerzeit wieder auf seinem Stammsitz verweilt, ist ein etwas aufbrausender Mann, der seinem Sekretär auch gern mal eine Porzellanfigur an den Kopf wirft, wenn dieser etwas falsch gemacht hat.

Um es kurz zu machen, Anna und der Earl verstehen sich erstaunlich gut. Er ist beeindruckt von ihrer guten Arbeit und der Tatsache, dass sie ihm auch mal widerspricht, wenn sie anderer Ansicht ist als er. Anna hingegen kann über das aufbrausende Temperament ihres Arbeitgebers hinwegsehen und findet es sehr anziehend, dass er keine Hemmungen hat zusammen mit seinen Pächtern zu arbeiten und dass er es nicht übers Herz bringt einen hässlichen (und manchmal etwas lästigen) Hund zu verscheuchen, der ihm - seitdem Edward ihn mal gerettet hat – ständig zur Seite steht.

Doch obwohl sich beide zueinander hingezogen fühlen, ist ihnen klar, dass eine Heirat nicht in Frage kommt. Erst einmal ist Edward von deutlich höherem Rang als Anna, die doch nur die Tochter eines Landpfarrers ist, und dann benötigt der Earl (als letzter Nachkomme seiner Familie) dringend einen Sohn - und Anna hat es in den vier Jahren ihrer Ehe nicht geschafft auch nur einmal schwanger zu werden. So gibt keiner von ihnen dieser Zuneigung nach oder spricht darüber, obwohl sich vor allem Anna sicher ist, dass Edward etwas für sie empfindet. Als er also nach London reist und sie davon ausgehen kann, dass er bei dieser Reise auch „Aphrodites Grotto“ – ein Edelbordell – aufsuchen wird, beschließt Anna, dass sie ihn maskiert dort erwarten wird, um wenigstens eine leidenschaftliche Nacht mit ihm verbringen zu können.

Ich muss zugeben, dass ich normalerweise eine solche Geschichte als schrecklich konstruiert aburteilen würde, aber es gelingt Elizabeth Hoyt die verschiedenen Hürden gut zu nehmen. So ist Anna als Witwe kein unerfahrenes Mädchen und nach einigen Jahren des selbständigen Lebens (und einer Enttäuschung durch ihren verstorbenen Mann) hat sie den Mut endlich einmal etwas zu tun, was zwar nicht dem guten Ton entspricht, aber dafür ihren eigenen Bedürfnissen. Dabei erfährt sie von dem Bordell über eine Rechnung, die sie in Edwards Schreibtischschublade findet (das finde ich mal schön ausgedacht) und auch sonst hat die Autorin die Handlungen und Hintergründe stimmig aufgebaut. Natürlich gibt es den einen oder anderen Zufall in der Geschichte, aber nichts davon wirkt zu bemüht oder zu sehr an den Haaren herbeigezogen.

Auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Anna ist eine Dame, verhält sich auch in der Regel wie eine und die Dinge, über die sie sich in der Gesellschaft so aufregt, könnten direkt aus einem von Jane Austens Briefe gemopst worden sein. Auch wenn sich Jane Austen wohl nie so direkt ausgedrückt hätte. ;) Trotzdem ist ihre kleine Rebellion mit ihrer Person mehr als vereinbar und auch das Risiko, das sie dabei eingeht, wurde von ihr von allen Seiten beleuchtet und als recht gering eingeschätzt.

Edward hingegen könnte theoretisch wunschlos glücklich sein: Reich, unabhängig und mit einem faszinierenden Interessengebiet, in dem seine Meinung geschätzt wird. Wäre da nicht der Umstand, dass er als Junge seine gesamte Familie an die Pocken verloren hätte, die ihn selber für den Rest seines Lebens vernarbt zurückgelassen haben. Beides hat seine Spuren hinterlassen und so lassen sich auch die Handlungen erklären, die mich manchmal etwas ungeduldig mit ihm gemacht haben.

Außerdem ist es für mich unabdingbar, dass so eine Liebesgeschichte humorvoll geschrieben wird. Denn wenn sich solche Geschichten zu ernst nehmen, dann ist das Lesen nur selten ein Genuss für mich. Aber auch das passte in „Die Schöne mit der Maske“ ganz wunderbar! Situationskomik, die nie übertrieben wurde, amüsante Dialoge, ohne dass man das Gefühl hat, dass da jemand unbedingt witzig sei will, und Charaktere voller realistischer Eigenheiten, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringen. So zum Beispiel das eher unfähige Dienstmädchen Fanny, das regelmäßig das Essen anbrennen lässt, weil es abgelenkt wurde.

Ergänzt wurde die Geschichte noch mit einem kleinen Märchen, das stückchenweise zu Anfang eines jeden Kapitels zu lesen ist. „Der Rabenprinz“ ist eine niedliche Geschichte, die eine direkte Verbindung zu der Handlung hat, da das Märchenbuch von Anna in Edwards Bibliothek gefunden wurde, und deren indirekte Verbindung ganz leicht durch die Liebesgeschichte zwischen der Prinzessin und dem verfluchten Rabenprinzen gezogen werden kann. Sehr niedlich gemacht! :)

Freitag, 20. August 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 19+20)


Das siebzehnte Kapitel brachte uns eine nette Café-Szene mit Agnes und Catherine, die erfuhr, dass ihre Freundin von Harry schwanger ist und plant mit ihm nach Australien auszuwandern. An die geplante Finanzierung dieser Aktion will ich jetzt lieber nicht denken, also fass ich noch eben das achtzehnte Kapitel zusammen: Declan ist ein Idiot!

Oder etwas ausführlicher: Declan möchte Orla zurückerobern, indem er sie ganz entzückend überrascht (nackt in ihrem Bett liegend und dabei einen Rosenstrauß in der Hand haltend). Doch da Orla ihr Türschloss ausgetauscht hat, konnte er den Plan nicht durchziehen. So endete das Kapitel damit, dass Declan loszieht, um den vor Wut weggeworfenen Rosenstrauß zu retten, damit ihm seine Geliebte Sasha (und ihr Hintern) die Nacht nicht allzu schwer macht. Zum Glück hält das nächste Kapitel mal einen richtig netten Mann für uns bereit! *g*


Perspektivwechsel: Kapitel 19 wird aus der Sicht von Tom Kilmartin erzählt

Der gute Tom sitzt im Arbeitszimmer seines Vaters und versucht die Unterlagen durchzugucken (ich vermute jetzt mal, dass er einen Hinweis auf Agnes Verbindung zu Harry sucht, aber so direkt wird das hier nicht mitgeteilt), dabei gehen ihm so einige Gedanken durch den Kopf.

Er erinnert sich daran, wie schwierig es gewesen war, seinen Wunsch nach einem naturwissenschaftlichen Studium durchzusetzen. Das lag ihm am Herzen, weil er 1. die Welt verstehen und 2. verbessern wollte. Und nur weil seine Mutter, „die in offenen Streik trat“ (wie auch immer ich mir das vorzustellen hatte – stellte sie die häusliche Arbeit ein und demonstrierte mit einem unübersehbaren Plakat vor der Nase ihres Mannes?), ihn unterstützte, gelangt es ihm das Studium mit Auszeichnung abzuschließen.

Geschickt, wie die Autorin nun einmal ist, bekommen wir hier einen kurzen Abriss von Toms beruflichen Werdegang aufgelistet und erzählt, dass er und sein Papa immer auf gegnerischen Seiten standen. Während Ivan der Schreckliche die Erde aufriss (wir erinnern uns, der Typ war Bauunternehmer), versuchte Tom sie zu schützen. Ich sag ja, das ist ein netter Mann. ;)

Agnes hat dann nach Ivans Tod alles verscherbelt und wurde dadurch vermutlich zur mehrfachen Millionärin. Genaues weiß auch Tom darüber nicht, vermutet aber, dass er nie wieder im Leben arbeiten müssten. Aber natürlich liebt er es zu sehr die Welt zu retten, als dass er sich je von seiner Arbeit trenne könnte – was sein Vater auch niemals verstanden hätte.

Im Grunde, überlegte Tom, war sein Vater ein ganz platter Mensch gewesen.
Ich schlage vermutlich eher nach meiner Mutter. Ganz sicher hatte er ihre Entschlossenheit geerbt. Vielleicht bin ich aber auch nur ein komischer Kauz, dachte er. So komisch, dass Joanna Brennan vermutlich keinen Blick auf mich verschwenden würde.

Na, da hat Linda Kavanagh ja mal wieder ganz geschickt die Kurve zu diesem Thema genommen! Und nutzt die Gelegenheit, um Tom fast zwei Seiten darüber nachdenken zu lassen, dass er ein Langweiler ist, auf den die Frauen überraschenderweise trotzdem stehen. Außerdem gab es schon immer nur eine Frau für ihn, nämlich Joanna, die ihn schon als Dreizehnjährige verzauberte, während sie im Garten … Na, ihr kennt die Geschichte ja so langsam!

Perspektivwechsel: Kapitel 20 wird aus der Sicht von Colette und Ivan dem Schrecklichen und der von Harry und Colette erzählt

Die kleine Szene mit Ivan und Colette lässt sich einfach zusammenfassen:

Ivan: „Treib ab oder du bist mich los. Ich hab eine Frau und die wird irgendwann meine Kinder zur Welt bringen – mehr wäre lästig.“
Colette: „Aber …“
Ivan: „Ich und mein Geld oder du ohne Geld und mit Kind!“
Colette: „Ich dachte, du würdest dich freuen …“
Ivan: „Nö.“
Colette: „Na gut, was immer du wünscht.“
Ivan: „Brav – und jetzt ab ins Bett mit uns!“

Auch das Gespräch zwischen Harry und seiner Schwägerin Colette wird nur durch eine Zusammenfassung erträglicher:

Colette heult: „Ich dachte, er freut sich! Er hat keine Kinder, liebt seine Frau nicht – wenn ich als schwanger werde, dann gibt es die perfekte neue Familie!“
Harry: „Armes Ding. Solche Männer verlassen ihrer Frauen nicht für ihre Geliebte.”

In der Situation beschließt Harry, dass er Colette besser nicht sagt, dass er gerade plant ihre Schwester (seine Frau Maura) zu verlassen, um mit seiner eigenen Geliebten Agnes (Ivans Frau) auszuwandern und eine Familie zu gründen. Hach, bei so vielen schicksalshaften Verwicklungen halte ich es vor Spannung ja kaum noch aus … *hüstel*

Harry: „Und nun?“
Colette: „Ich lieb ihn, also muss ich das Kind loswerden.“
Harry: „Kilmartin ist ein Schwein, warum siehst du das nicht? Und Maura und ich werden dir helfen, wenn du nach England …“
Colette: „Geht nicht – bin schon im sechsten Monat.“
Harry begutachtet Colettes Taille: „Aber da sieht man doch nix!“
Colette: „Jaha, deshalb musste ich Ivan ja auch so lange nichts sagen. Ich dachte ja … und eigentlich bin ich blöd und nun sitze ich bis zum Hals im Mist.“
Harry: „Hm … Sozialhilfe statt Ivan?“
Colette: „Ne, England, Geburt und Adoption – das merkt schon keiner.“
Harry: „Doofer Plan.”
Colette: “Ich find den toll.”
Harry: „Du bist erst neunzehn!“
Colette: „Alt genug – und Maura soll mit nach England.“
Harry: „Okay, sag ich ihr.“
Colette: „Ich ruf auch mal an.“

Harry denkt sich, dass er es dann auch Maura überlassen kann, Colette von seinen eigenen Plänen zu unterrichten und verschwindet.

SuB-Nachschub und Was für ein Tag (Nachtrag)

Gerade hatte ich den Blogbeitrag „Was für ein Tag“ eingegeben, da klingelte es an der Tür: Der Paketbote brachte ein Paket!

Nicht die erwarteten Schallplatten für meinen Mann (die eigentlich Mittwoch hätten ankommen sollen), sondern SuB-Nachschub! Während ich dem Paketboten (dieses Mal war es der „gute Paketbote“, der eigentlich immer alles richtig macht und der mein Vertrauen genießt, soweit ich das über einen Paketboten sagen kann) meine Unterschrift auf sein abgegrabbeltes Lesegerät kritzelte, hörte ich ein „Tut mir leid wegen gestern“. Wie bitte? Auf mein entsetztes „Sie waren das?!“ (und ich bin mir sicher, dass meine Stimme bei der Frage etwas hoch und überschnappend klang) folgte dann ein Erklärungsversuch.

Aufgrund der nicht ganz so flüssigen Sprachkenntnisse des Paketboten kann ich mir nun folgendes zusammenreimen: Er hat eine neue Kollegin, die sich wohl zuviel zugemutet (zu viele Pakete auf einmal getragen?) hatte – vermutlich deshalb landeten diese Pakete wohl unter der Treppe des Hauses in der Querstraße (hat sie die kraftlos fallen lassen? Und wenn ja, warum dort?). Allerdings scheint mein Paketbote auch zu glauben, dass meine Pakete an das Haus in der Querstraße adressiert gewesen waren. Was natürlich nicht stimmte, denn beide Pakete sind vollkommen korrekt mit meinem Namen und meiner Anschrift beschriftet (Vielleicht sollte ich das gleich mal zum Beweis fotografieren.).

Äh, also scheint die Erklärung nun in einer unerfahrenen neuen Postbotin zu bestehen. Was mich aber ehrlich gesagt nicht wirklich befriedigt, damit kann ich immer noch nicht nachvollziehen, wie eine Unterschrift geleistet werden konnte, die meinem Namen irgendwie ähnelt. Ich bin sehr gespannt, ob von DHL noch eine schriftliche Aussage zu dem Ganzen kommt und werde das auf jeden Fall noch weiter verfolgen! Immerhin waren der Paketbote und ich uns in einer Sache einig: Gut, dass der überaus nette Nachbar aus der Querstraße sich um meine Pakete gekümmert hat!

Und nachdem ich nun zumindest die Gewissheit habe, dass DHL meine Beschwerde wenigstens an den Paketboten weitergeleitet hat, habe ich mich mal auf meinen SuB-Nachschub gestürzt. Oh, noch eine Sache zum Thema Paketdienste: Wir denken immer wieder ernsthaft über eine von diesen Packstationen nach. Aber die werden halt nur von DHL angefahren und wir bekommen einige Pakete von anderen Lieferanten. Außerdem liegen die nächsten erreichbaren Stationen an Orten, die nicht mit dem Auto anzufahren sind – und ich habe keine Lust große schwere Pakete mühsam die Strecke nach Hause zu schleppen, wenn man für doch eigentlich für die Lieferung bis zur Haustür bezahlt. Außerdem kann mir keiner garantieren, dass es bei dieser Alternative nicht genauso viel schief läuft, wie beim normalen Paket“service“.

So, jetzt aber zu erfreulicheren Dingen: Mein SuB-Nachschub!


Sergej Lukianenko: Trix Solier
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Alex Finn: Beastly
Alaya Johnson: Moonshine – Stadt der Dunkelheit
Bruce Coville: Die Einhorn-Chroniken – Die Schlacht am Weltenbaum
Jeff Stone: Schlangenkrieger
Franka Potente: Zehn (Hörbuch)

Da der Absender ein netter Mensch ist und ganz gewiss geahnt hat, dass ich die nächsten Tage Nervennahrung benötigen und viel Tee trinken werde, gab es noch ein paar Leckereien. Die schöne Dose mit den französischen Keksen habe ich mal dezent mit den neuen Büchern zusammen fotografiert … Dankeschön! :)

Was für ein Tag!

Eigentlich hätte ich als Titel folgende Überschrift wählen müssen: Wer braucht schon einen Freitag, den 13., wenn er einen Donnerstag, den 19., haben kann? Gleich zu Beginn: Kocht euch einen Tee oder Kaffee, setzt euch bequem hin und nehmt euch Zeit, denn dieser Blog-Beitrag wird vermutlich schrecklich lang werden.

Dabei fing der Tag eigentlich ziemlich gut an! Um neun Uhr hatte ich alle Verpflichtungen außer Haus hinter mich gebracht und vor mir lag ein Tag, an dem ich viel am PC erledigen wollte – und an dem ich mich nicht außer Reichweite der Türklingel entfernen wollte, da ich ein Paket erwartete. Nach einem sehr leckerem Frühstück – okay, ich schummel, das Frühstück gab es eher gegen Mittag, aber so lässt es sich besser erzählen – musste ich feststellen, dass es neue Rückmeldungen zu meinem Problem mit den „Seiten“ gab und Irina hatte einen Verdacht, wo das Übel seine Ursache hätte.

Das führte dazu, dass Irina so lieb war und den Chat anwarf, um mit mir zusammen weiter auf meinem Testblog rumzuprobieren. Die Blogprobleme, unsere Versuche sie zu beheben und … äh … kleinere Schwierigkeiten auf Irinas Blog haben den Tag zwar unproduktiv, aber dafür umso lustiger gemacht.

Nebenbei habe ich ständig die Versandverfolgung im Auge gehabt – ebenso wie Natira, die freundliche Absenderin des erwarteten Pakets. Denn mit dem Paket hatte es schon so einigen Ärger gegeben, seit es am Montag bei der Postfiliale aufgegeben und später im Start-Paketzentrum bearbeitet wurde. Nach einer nächtlichen Reise gelangt es anscheinend heil in „meinem“ Ziel-Paketzentrum an – und wurde Dienstag wieder auf den Heimweg geschickt! Also durfte Natira am Mittwoch in ihrer Mittagspause nach Hause eilen und das Paket zum zweiten Mal auf den Weg schicken.

So saßen wir am Donnerstag beide gebannt vor dem PC, aktualisierten ständig die Versandverfolgung, hofften, dass alles gut gehen würde – und waren erleichtert, als die Meldung kam, dass das Paket im Zustellfahrzeug verladen worden war. Nun konnte ja eigentlich gar nichts mehr passieren, oder? Doch kurz vor 16 Uhr kam dann von Natira die Frage: „Und? Noch alles heile?“ – und während ich mich noch fragte, was sie meinen könnte, sprang auch mein Paketverfolgungsfenster bei der Aktualisierung auf „12:39 Uhr – Die Sendung wurde erfolgreich zugestellt.“

Tja, nur war sie nicht bei mir zugestellt worden! Ich bin also sofort rausgeflitzt und habe geguckt, ob ich eine Nachricht im Briefkasten habe. Das wäre ärgerlich gewesen, da ich den ganzen Tag zuhause war (die ganze Woche schon schiebe ich wegen erwarteter Pakete meine Außentermine immer weiter auf!), aber möglich, da die wohnungshütende Nachbarstochter den Tag über ständig rund ums Haus zugange war und das Paket vielleicht angenommen hatte, weil sie dachte, ich sei nicht da. Aber keine Nachricht im Briefkasten, kein Paket im Treppenhaus, vor der Tür oder sonst wo - und kein Nachbar im Haus, der mir hätte Auskunft geben können.

Eine weitere Betrachtung der Versandverfolgung ergab, dass das Paket angeblich in die Hände des Empfängers übergeben wurde und dass da angeblich eine Unterschrift geleistet wurde, die zumindest zum Teil mit meinem Nachnamen übereinstimmt. Während Natira schon befürchtete, sie könnte bei der Adresse einen Fehler gemacht haben, habe ich bei DHL angerufen. Wo man mir natürlich erst einmal nicht weiterhelfen konnte, mir aber versprach, dass man sich darum kümmern würde.

Während ich schon Pläne schmiedete, die mit Wurfblättern und Suchplakaten in der Nachbarschaft, weiteren Drohanrufen bei DHL und anderen panikhaften Gedanken zu tun hatten, kam mein Mann nach Hause und bekam die ganze Geschichte natürlich brühwarm erzählt. Sowas beruhigt mich immer ein wenig, aber ihm tut es irgendwie nicht so gut, wenn er bei seiner Heimkehr Katastrophenmeldungen bekommt … *hüstel*

Gefühlte Stunden später (eigentlich war es erst kurz vor 18 Uhr) klingelte es an der Tür. Ein Mann, der in einer Querstraße zu unserer wohnt – die übrigens dem Namen nach keinerlei Ähnlichkeit mit unserer Adresse hat – , hatte gerade bei seiner Heimkehr unter seiner Treppe zwei(!) Pakete für mich gefunden. Er hatte keine Ahnung, wie die dahin gekommen sind, meinte, dass bei ihm im Haus auch niemand die Sendung tagsüber angenommen haben könnte und wunderte sich doch sehr über die ganze Sache. Zum Glück war er so lieb und hat die beiden Sendungen gleich vorbeigebracht! Bei dem einen Päckchen wusste ich gar nicht, dass es schon unterwegs war – und hätte somit auch nicht so schnell einen Suchauftrag bei DHL aufgegeben – und bei dem Paket von Natira handelt es sich um liebe Leihgaben, die zum Teil auch schwer zu ersetzen gewesen wären. Ich darf gar nicht daran denken, was hätte sein können, wenn der Finder nicht so ehrlich gewesen wäre …

Heute morgen habe ich wieder bei DHL angerufen, meine Beschwerde noch einmal vorgetragen (und war, wie ich zugeben muss, überrascht, wie detailliert mein Anruf von gestern aufgenommen worden war), habe von der abendlichen Entwicklung erzählt und hatte dabei eine hörbar erschütterte Mitarbeiterin am Telefon. Mal gucken, was da noch kommt – und ob da noch was kommt. So langsam bin ich einfach misstrauisch, denn das ist nicht das erste Problem mit DHL, seitdem wir hier wohnen.

Aber vermutlich seid ihr nun auch neugierig, was ich denn so bekommen habe. :) Das kleine und unerwartete Päckchen brachte mir dieses Buch:


Ein Bildband, den ich schon sehr lange im Auge habe und von dem ich gehofft hatte, dass ihn mir mal irgendjemand zu Geburtstag oder Weihnachten schenken würde. Nun ist er vergriffen und ich hatte das wahnsinnige Glück eine noch eingeschweißte Ausgabe in perfektem Zustand günstig zu erjagen! Das Öffnen der Folie hebe ich mir für einen besondern Moment auf, wenn ich genau weiß, dass ich ein paar ruhige Stunden mit Humphrey Bogart verbringen kann.

Von Natira gab es DVDs und Bücher geliehen, die mir die nächsten Abende versüßen werden. Ich muss ja zugeben, dass ich mich vor allem auf ein Wiedersehen mit „Buffy“ freue – und sehr hoffe, dass mir die Serie immer noch so gefällt wie früher -, während mein Mann sogar das Gucken seiner japanischen Roboter-Trash-Serie aus den 70er-Jahren für „Ashes to Ashes“ unterbrechen will. Auf jeden Fall habe ich wieder eine Menge Nachschub für „Natira ist Schuld“-Beiträge bekommen. ;)

Und dann gab es da noch ein Extra … eine Überraschung, die der Grund für das Abschicken des Päckchens war. Die ansonsten so nette Natira hatte mich nämlich am Samstag gefragt, wie neugierig ich sei. Als ich dann antwortete, dass ich leider ein schrecklich neugieriger Mensch bin, kam dann nur ein „ich habe eine Überraschung für dich und schicke sie Montag ab“. Argh, mit solchen Andeutungen kann man mich ja so richtig quälen! Das war gar nicht nett! Und dann schaukelt die Post das Paket noch über 1000km durch die Gegend und dann die Aufregung, weil es verschwunden war und … Gar nicht gut, nene, da hilft es auch nicht mehr, wenn man sich vornimmt, dass man einfach nur in Ruhe abwartet und Tee trinkt.

Vor allem, da ich ja in der letzten Zeit wieder mal auf der Suche nach der perfekten Teetasse war. Ständig sehe ich lauter schöne (Tee)Tassen auf den diversen Blogs, die an der Tassen-Challenge teilnehmen, und selber bin ich so unzufrieden mit meinen Tassen. Naja, es verstecken sich noch welche in einem Umzugskarton, aber die sind auch schon alle mindestens zehn Jahre alt (und zum Großteil angeschlagen und wurden nur aus sentimentalen Gründen noch mitgenommen) und ich will doch nur eine schöne neue Tasse, die wieder Lust auf’s Trinken macht. Aber weder in der Stadt, noch hier in der Nähe fand sich eine Tasse, die meinen Vorstellungen entsprach.

Irgendwie kam es wohl dazu (und ich habe doch fast gar nicht gejammert!), dass sich in Natira der Verdacht regte, dass ich mich über eine neue Tasse freuen würde und deshalb fand ich diese beiden Schmuckstücke im Paket:


Das feurige Stück soll wohl eine Anspielung sein, die ich fast gar nicht verstehe, auch wenn sie vielleicht mit Drachenanhängern und Drachenblicken zu tun haben könnte. Ich finde die Tasse wunderschön! So warme Farben, so dünn und schön geschwungen und perfekt für Tee!


Und diese ist auch einfach nur toll! Schöne Farben, bunt, aber nicht grell und ein süßes Motiv! Ganz ehrlich, ich hasse es normalerweise, dass man als Katzenhalter immer Sachen mit Katzen geschenkt bekommt – aber diese Katze, die ist absolut großartig! :D Und die Form der Tasse passt nicht nur für Tee, ich hatte auch gleich Lust daraus eine Runde Milch zu trinken. Ich finde es übrigens sehr lustig (und manchmal lästig), dass ich bestimmte Getränke nur aus bestimmten Tassen oder Gläsern mag , aber so ist es nun mal.

Ganz vielen lieben Dank, liebe Natira! Du hast mir eine große Freude mit den beiden Tassen gemacht!

Nun werde ich mir einen Tee kochen, hoffen, dass der Paketbote heute Post für meinen Mann dabei hat (sonst wird der nach der Geschichte von gestern noch verrückt aus Sorge um seine Schallplatten aus England) und eine meiner neuen Tassen einweihen. Nun bleibt mir nur noch die Qual der Wahl ...

Donnerstag, 19. August 2010

BuchSaitige Überraschung!

Vor einiger Zeit (genauer gesagt im Dezember 2009) hatte Katrin von den BuchSaiten im Selbstversuch Schokolade gemacht. Und da ich eine nette, aufopferungsvolle und so gar nicht gierige Person bin, hatte ich mich natürlich als Testesser angeboten. ;)

Die liebe Katrin hatte wohl auch versucht für mich eine Tafel herzustellen, aber Stress, Pech bei den Zutaten und allerlei andere Dinge kamen dann dazwischen - und ich muss zugeben, dass ich das Ganze inzwischen ganz vergessen hatte. Schließlich hatte ich gesagt, dass sie mir nur dann eine Tafel anfertigen darf, wenn es für sie keinen Stress bedeutet! Sie hatte ihr Versprechen allerdings nicht vergessen, war aber inzwischen auf eine andere Idee gekommen. Und nach einer vorsichtigen Anfrage, ob ich denn das wohl auch mögen würde, klingelte gestern die Postbotin bei mir.

Das hier hat sie mir in die Hand gedrückt - und es raschelte beim Schütteln! ;D








Und wer das jetzt nicht auf den ersten Blick erkannt hat: Es ist selbstgemachtes Müsli!

Die beiliegende Postkarte erzählte mir sogar, was alles genau dafür verwendet wurde:
Kernige Haferflocken, ganze Mandeln, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Honig, Zimt und ein Hauch Rapsöl. Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie gut es gerochen hat, als ich gestern die Dose geöffnet hatte! Na, bei so einer Aussicht auf mein Frühstück, habe ich es heute sogar geschafft und bin früh zum Einkaufen gedüst!

Und da ich normalerweise ein Müsli-mit-Milch-Esser bin, wurde die erste Portion gleich damit probiert:


Und da Katrin so entsetzt von der Vorstellung zu sein schien, habe ich es auch noch mit der von ihr vorgeschlagenen Joghurt-Version probiert - was übrigens auch deutlich hübscher aussieht. ;)


Geschmeckt haben beide Varianten hervorragend - das Müsli ist wirklich superlecker!

Ganz vielen lieben Dank, Katrin, für diese Bereicherung meines Frühstücks! :)

Mittwoch, 18. August 2010

Truman Capote: Frühstück bei Tiffany

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht zumindest schon von dem Film „Frühstück bei Tiffany“ gehört hat – und die meisten werden diesen Film auch kennen (und vielleicht sogar lieben). Das Drehbuch basiert auf einer Novelle von Truman Capote und obwohl mir das bekannt war, bin ich eigentlich nie auf den Gedanken gekommen, die Geschichte mal zu lesen. Doch im letzten Jahr habe ich die schöne Ausgabe von Kein & Aber von einer guten Freundin geschenkt bekommen und bin vor kurzem endlich dazu gekommen das Buch zu lesen.

Da ich durch den Film und Audrey Hepburn sehr vorbelastet bin, war es ungemein faszinierend das Original zu lesen und nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu gucken. Ich weiß nicht, ob er schon eine bestimmte Frau vor Augen hatte, als Truman Capote diese Geschichte – oder eher Episode – aus dem Leben von Holly Golightly und dem Erzähler schrieb, aber für die Verfilmung wollte er (und ich weiß gerade nicht mehr, wo ich die Information gefunden hatte) eigentlich Marilyn Monroe als Hauptdarstellerin haben! So nett ich die Schauspielerin finde, so hätte sie meiner Meinung nach überhaupt nicht gepasst. Viel zu weich (Mimik, Stimme und Figur!) wäre sie für die Rolle der Holly gewesen. Vor allem, da auch Truman Capote seine Hauptfigur als eine eher knabenhaft-schlanke Frau beschrieb.

Doch trotz all der Unterschiede und trotz all der Dinge, die mir vertraut waren und die ich wiedererkannt habe, hat mich „Frühstück bei Tiffany“ auch für sich überzeug. Holly Golightly mit den Augen des Erzählers kennenzulernen, zu erleben, wie ihre Umwelt auf sie reagiert und wie sie - zwischen Berechnung und Naivität schwankend – versucht ihren Weg im Leben zu finden, ist einfach großartig zu verfolgen. Doch im Gegensatz zum Film hat man nicht das Gefühl, dass die Geschichte erst einmal einen Abschluss gefunden hat.

Zusammen mit dem Erzähler lernt man Holly Golightly kennen. Anfangs nur als exzentrische Nachbarin, die den neu eingezogenen Schriftsteller regelmäßig aus dem Bett klingelt, weil sie in der Nacht nach Hause kommt, ohne einen Schlüssel dabei zu haben. Dann als verwirrende und bezaubernde Frau, die vor einem Verehrer Zuflucht sucht und später in vielen kleinen – immer persönlicher werdenden – Begegnungen. Der Erzähler ist ungemein fasziniert von dieser ungewöhnlichen Persönlichkeit und mit ihm der Leser.

Ich glaube, dass Holly gerade deshalb so fesselnd ist, weil sie auf den ersten Blick zwar so leicht und unabhängig durchs Leben zu gehen scheint, aber doch eigentlich eine traurige Figur ist, die vor Beziehungen flüchtet und sich doch nach einem Zuhause sehnt. Gleich zu Beginn des Buches weiß man, dass der Erzähler seine ehemalige Nachbarin schon sehr lange Zeit nicht mehr gesehen hat und dieses Wissen schwingt bei jeder Szene mit. Immer wieder habe ich mich gefragt, wo der Wendepunkt ist, der dafür sorgte, dass Holly und der Schriftsteller den Kontakt verloren haben.

Jede kleine Szene habe ich genossen – und ehrlich gesagt auch immer wieder das Gelesene mit dem Film verglichen und keines für besser oder schlechter befinden können. Beide Geschichten haben ihre ganz eigene Gewichtungen und auch wenn mich das angedeutete Happy End des Films immer wieder rührt, so hat mich das Lesen des Buches genauso befriedigt. Ich bin sehr froh, dass meine Freundin mir diese wunderschöne Geschichte geschenkt hat und ich so tolle Momente mit Holly Golightly verbringen konnte!

Oh, und ich sage ja selten ein Wort zur Ausgabe, aber diese hier hat wirklich ein paar lobende Erwähnungen verdient! Nicht nur, dass der schwarze Seideneinband wunderschön anzuschauen ist und sich ebenso schön anfühlt, sondern auch die Modeskizzen von Hubert de Givenchy (der unter anderem das kleine schwarze Kleid, das Audrey Hepburn in der Verfilmung trägt, entworfen hat) – eine davon ist in Silber auf dem Cover zu sehen, drei weitere sind im Buch abgedruckt – sind einen Blick wert und tragen ihren Teil dazu bei, um die richtige Stimmung beim Lesen zu erzeugen.

Montag, 16. August 2010

Chris D’Lacey: Feuerträne

Über das Buch „Feuerträne“ bin ich bei Natira gestolpert (Natira ist Schuld! ;) ) und habe es gleich nach dem Lesen der Rezension auf meine Wunschliste setzen. „Feuerträne“ ist ein ganz bezauberndes Kinderbuch, das mir wirklich viel Spaß gemacht hat. Doch während die Inhaltsangabe, der von dem besonderen Drachen Gadzooks die Rede ist, eher einen fantastischen Roman zu versprechen scheint, so ist es erst einmal mehr eine Tiergeschichte.

Der Student David Rain meldet sich auf eine Anzeige, mit der Elizabeth Pennykettle einen Untermieter sucht. Sie bietet ein hübsches kleines Zimmer an und wünscht sich dafür einen ordentlichen und sauberen Bewohner, der Kinder, Katzen und Drachen (!) mögen muss. So sehr sich David doch über die Erwähnung der Drachen in der Anzeige wundert, so sehr leuchtet es ihm ein, als er das Haus von Elizabeth (Liz) betritt. Die Künstlerin fertigt nämlich Drachen aus Ton – und in jedem Zimmer begegnen einem die kleinen zauberhaften Figuren.

Während David die Tondrachen sehr niedlich findet, scheinen für Liz und ihre zehnjährige Tochter Lucy die Figuren etwas ganz besonderes zu sein, aber mit dieser kleinen Marotte kann der Student gut leben. Überhaupt fühlt er sich schnell im Haus der Pennykettles wohl, denn er wird von Liz sehr nett behandelt und von Lucy als „großer Bruder“ eingespannt. So erzählt das Mädchen David auch sehr schnell von ihrem Kummer bezüglich der Eichhörnchen, die früher in der Straße gelebt haben.

Nachdem eine alte Eiche gefällt worden ist, sind alle Eichhörnchen verschwunden. Nur ein Tier kann Lucy noch hin und wieder sehen und Conker – wie sie es nennt – scheint verletzt zu sein. Zusammen versuchen David und Lucy das Eichhörnchen einzufangen, damit sie seine Verletzungen versorgen können. Doch das ist nicht so leicht, dann das scheue Tier geht nicht so schnell in die Falle, Liz und Lucys Kater Bonington könnte für Conker zur Gefahr werden und auch der Nachbar, Henry Bacon, macht Jagd auf jedes Getier, dass seiner Ansicht nach seine Beete zerstören könnte.

Mir haben die Charaktere gefallen, die Chris D’Lacey für seine Geschichte entworfen hat. David ist ein wirklich netter junger Mann, der erstaunlich viel Geduld mit der aufgedrehten Lucy hat, während Liz den ganzen Haushalt zusammenhält, vernünftig und fürsorglich ist – und doch gerade dadurch, dass sie anfangs so gar nicht über das Thema reden will, immer wieder durchklingen lässt, dass mit ihren Drachen etwas Besonderes verbunden ist. Lucy wäre mir im wahren Leben als Mitbewohnerin vermutlich zu anstrengend, denn sie ist zwar ein aufgewecktes, tierliebes und sehr nettes Mädchen, aber auch sehr quirlig und will jede ihrer Ideen jetzt sofort umgesetzt sehen – womit sie auch David ganz schön fordert.

Dem Autor ist es gelungen, dass ich bei dieser niedlichen Tiergeschichte um Conkers Schicksal mitgefiebert habe, dass ich mich im – manchmal etwas chaotischen – Haushalt der Pennykettles wohlgefühlt habe und dass in mir der Wunsch nach einem ganz besonderen kleinen Tondrachen aufkam. Wer von euch also einen solchen Drachen (bitte mitsamt dem kleinen Hauch Magie, der dazu gehört) finden sollte, darf ihn mir gerne zukommen lassen. Ich würde mich zu gern von so einer kleinen Figur auf meinem Fensterbrett inspirieren lassen – auch wenn ich wohl wegen der vier Katzen immer um ihr Leben bangen müsste.

Auch die Erzählweise hat mich angesprochen, obwohl Chris D’Lacey sich einer sehr einfachen und kindgerechten Sprache bedient. Bereichert wird das Buch noch von sehr feinen Zeichnungen von Nora Nowatzyk. Mal von den englischen Namen abgesehen, würde sich das Buch auch sehr gut zum Vorlesen eignen. Die Kapitel sind kurz, die Handlung ist lustig, aufregend, spannend und mitreißend – und ich wollte die ganze Zeit mehr über die Geheimnisse der Drachen wissen! Leider wird meine Neugierde wohl erst im nächsten Band „Eisflamme“ weiter gestillt, der Anfang 2011 als Taschenbuch angekündigt ist.

Sonntag, 15. August 2010

Auch eine Winterkatze muss sich mal verändern …

… oder besser gesagt: Mein Blog sieht nun etwas anders aus.

Ich fand mein altes Layout zwar immer noch sehr nett, habe mich aber darüber geärgert, dass an den Seiten so breite dunkle Streifen waren. Die dunkelbraunen und leicht gemusterten Ränder fand ich zwar immer noch hübsch, aber mir fehlte die Breite für die Beiträge.

Für diejenigen von euch, die sich jetzt schon nicht mehr an das alte Aussehen erinnern:



Irina hat mit mir im Mai schon versucht, die alte Vorlage anzupassen, und wir haben das Ganze zwar auch breiter bekommen, aber dafür hätte ich auf den an Pergamentpapier erinnernden Hintergrund für die Blogbeiträge verzichten müssen – und ohne diese leichte Struktur fand ich die Hintergrundfarbe einfach scheußlich.

Um den Hintergrund genauso zu erhalten, hätte ich Online-Speicherplatz gebraucht – der mir zwar zur Verfügung gestellt worden wäre (gleich zwei Angebote – dafür möchte ich noch einmal ganz herzlich danke sagen!), aber so ganz zufrieden war ich mit der Lösung nicht.

Während ich also noch darüber nachdachte, ob und wie ich das Problem angehe, wurde von blogspot auf einmal ein „Vorlagen-Designer“ angeboten. Die Grundidee stand eigentlich sehr schnell, aber das Basisdesign passte noch nicht so ganz und so habe ich noch ein bisschen rumgebastelt. Trotzdem fehlte mir noch eine Idee für den Hintergrund, etwas Dezentes, etwas, das zu mir passt und das leicht einzufügen ist.

Bei Natira bin ich dann gestern über dieses Video gestolpert und während ich es mir anguckte, kam mir die Idee, für den Hintergrund mit geknülltem Papier zu arbeiten. Also habe ich heute Mittag mal meine leeren Kartons durchstöbert und mit den schön großen Bögen gespielt, mit denen die Lücken zwischen den Büchern immer ausgestopft werden. Mein Mann war dann noch so lieb und hat mir bei der richtigen Farbe und der Anpassung des Headers geholfen – und das Endergebnis seht ihr nun hier.

Leider klappt es mit der SuB-Unterseite noch nicht, zumindest habe ich in den letzten zwei Stunden diese Seite nicht öffnen können – und ich habe keine Ahnung, woran es liegt und wie ich das noch ändern kann. Aber daran werde ich die nächsten Tage noch arbeiten. Wenn euch noch etwas auffallen sollte, das nicht funktioniert, dann sagt mir bitte Bescheid!

Freitag, 13. August 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 17+18)


Das fünfzehnte Kapitel brachte uns auf eine fröhliche Party des „Celebrity“-Magazins und während Orla mit Joannas Klienten Gary flirtet, sorgt unsere großartige Anwältin dafür, dass „Sasha mit dem dicken Hintern“ in der Torte landet – natürlich nur als Rache dafür, dass sie Orla ihren Verlobten Declan ausgespannt hat.

Leider bringt uns das darauf folgende Kapitel nicht wieder in ernsthaftere Gefilde, denn eigentlich besteht es nur aus Wiederholungen (Jo kann den Anwalt Freddy O’Rourke nicht leiden und telefoniert den ganzen Arbeitstag lang mit Orla). Aber vielleicht kann uns das heutige „Kapitelweise“ in der Geschichte wieder weiter voran bringen!


Perspektivwechsel: Kapitel 17 wird aus der Sicht von Catherine erzählt

Catherine und Agnes treffen sich in einem Café und Agnes teilt ihrer Freundin mit, dass sie schwanger ist. Während Cats schon überlegt, ob die gute Agnes vielleicht Begleitung bei einer Reise (inklusive Abtreibung) nach England wünscht, bekommt sie auch schon mitgeteilt, dass Agnes das Kind bekommen will.

- Auch wenn sie nie geplant hatte schwanger zu werden, so liebt sie Harry doch.
- Und Maura kann keine Kinder bekommen, obwohl Harry immer welche wollte.
- Deshalb ist es eigentlich ganz toll, dass sie Harry diesen Herzenswunsch erfüllen kann …
- … auch wenn sie deshalb nach Australien auswandern müssen.
- Denn schließlich gibt es in Irland keine Scheidung, …
- … außerdem würde Ivan es niemals zulassen, dass seine Frau mit einem anderen Mann zusammen glücklich würde.

Catherine tröstet sich damit, dass Agnes Bruder Joseph in Australien lebt und so den beiden Turteltäubchen bei ihren ersten Schritten im neuen Land unter die Arme greifen kann. Und natürlich würden sie und Bill alles tun, um Agnes zu unterstützen. Doch die hat schon einen ausgefuchsten Plan, wie sie Geld für die Auswanderung auftreiben kann:

Sie lässt bei ihrem Papa Andeutungen fallen, dass sie gern ein möglichst teures Auto zum Geburtstag hätte! Ja, das wäre wohl auch die Lösung gewesen, auf die ich als erstes gekommen wäre … *seufz*

Nun, immerhin könnte sie so noch etwas vom väterlichen Erbe abzwacken, bevor ihr Erzeuger sie enterben kann, weil sie „Ivan dem Goldjungen“ (alles eine Frage der Perspektive ;) ) davongelaufen ist - und das auch noch mit einem Gewerkschaftler!

Während Catherine noch die Hoffnung äußert, dass Agnes Papa in ferner Zukunft vielleicht doch noch bereit wäre, seiner Tochter all die geplanten Handlunge zu verzeihen (schließlich produziert dieser gerade mit dem verhassten Gewerkschaftler das lang ersehnte Enkelkind), überlegt die höhere Tochter, wie sie Harry von der Schwangerschaft erzählen soll.


Perspektivwechsel: Kapitel 18 wird aus der Sicht von Declan erzählt

Nach diesem kurzem Ausflug in die Vergangenheit, dürfen wir die neusten Abenteuer des Declan Dunne erleben – schnallt euch an, das wird wieder ein Genuss … oder so …

Declan hat gerade sein Auto verlassen, geht pfeifend die Straße entlang und führt einen riesigen Strauß mit roten Rosen mit sich. Er ist auf dem Weg zu dem Apartment, das er bis vor kurzem noch zusammen mit Orla bewohnte.


Denn er hoffte, möglichst bald wieder dort einzuziehen. Und dann wäre Sasha mit ihrem Hintern nur noch eine dunkle Erinnerung.

Ganz ehrlich, solche Formulierungen verschlagen mir dann doch etwas die Sprache … Aber weiter geht es! Declan hatte Orla seinen Besuch nicht angekündigt, schließlich besaß er noch immer den Schlüssel zur Wohnung – und er wollte sie überraschen, wenn sie abends von der Arbeit nach Hause kommen würde.

Vielleicht sollte er sich nackt, wie Gott ihn schuf, in ihr Bett legen. Das hatte er früher schon öfter getan, und es hatte stets recht gut gewirkt. Das würde es auch dieses Mal tun. Wenn sie dann noch den riesigen Rosenstrauß sähe …

Ganz ehrlich, Orla, wie konntest du so lange mit dem Kerl zusammenbleiben, dich mit ihm verloben – und ihm jetzt sogar noch hinterher trauern?! Dein Geschmack lässt eindeutig zu wünschen übrig …

Nach einem kurzen gedanklichen Ausflug in die Vergangenheit (die beiden liebten den Blick auf die Felder, sparten auf ihr Traumhaus und sind am Wochenende gern zusammen spazierengegangen – auch wenn das für mich nach den bisher gelesenen Szenen doch kaum vorstellbar ist), stellt er sich noch einmal die rührende Versöhnung mit Orla vor:

Anfangs würde sie wohl versuchen, die Unnahbare zu spielen, aber am Ende läge sie ja doch seufzend in seinen Armen, um ihn wieder in ihr Leben aufzunehmen. Er würde ihr Recht geben, weinen und sich in Selbstvorwürfe ergehen. Am Ende aber würde er ihr sagen, dass er nur sie liebte. Und dann sollte die Sache doch eigentlich laufen …

Und während er noch so schön vor sich hinträumt, muss der arme Declan feststellen, dass die böse Orla doch glatt das Türschloss ausgewechselt hat. So viel zu der „göttlichen Überraschung nach Feierabend“. *dumdidum*

Wütend stapft Declan wieder die Treppe runter, sinniert darüber nach, dass Frauen schrecklich undankbar sind, dass er wegen Sasha total pleite ist und sich das Geld für den Rosenstrauß von einem Kollegen leihen musst – und wirft die Blumen stocksauer über den Zaun auf das Nachbargrundstück.

Nach dem Fehlschlag bleibt ihm wohl nichts anderes übrig als zu Sasha zurückzukehren. Doch die hat den ganzen Tag die Hänseleien wegen des Tortenfotos über sich ergehen lassen müssen und ist nicht gerade in bester Stimmung. :D

Um doch noch in der Nacht in Ruhe schlafen zu können, erzählt er der tobenden Sasha, er hätte ihr einen wunderschönen Rosenstrauß gekauft. Aber leider hätte er ihn bei einem Kollegen vergessen – auf die Schnelle musste ihm jetzt noch der Name eines Journalisten einfallen, mit dem Sasha vermutlich noch nicht geschlafen hatte: John Boyles. Aber morgen würde er die Blumen holen und ihr so beweisen, wie viel sie ihm bedeutet.

Und während er noch innerlich fluchend überlegt, wie er am nächsten Tag Geld für einen weiteren Rosenstrauß auftreiben könnte, dreht Sasha nun endgültig durch. Sie hat einen schlimmen Tag hinter sich und will JETZT.AUF.DER.STELLE.IHREN.ROSENSTRAUSS!

Während Declan sich seufzend bereit erklärt, noch einmal loszufahren und die Rosen zu holen, beweist Sasha, dass sie auf der gleichen Wellenlänge liegt wie er. Denn wenn er mit ihren wunderschönen Rosen zurückkommt, dann könnte er darauf hoffen, dass sie dann schon im Bett liegt – und zwar so nackt, wie Gott sie schuf! *kicher*

Dienstag, 10. August 2010

Rachel Hawkins: Hex Hall 1 – Wilder Zauber

Ich glaube, ich sollte eine neue Kategorie aufmachen und diese mit „Irina ist Schuld“ betiteln! Nach dem Studiums des Lyx-Programms hatte ich das Buch mit einem „Nicht schon wieder eine übernatürliche Schulgeschichte!“ für mich abgehakt – und dann kam Irinas Rezension zu „Wilder Zauber“ und mich plagte die Neugier. Als ich dann am Freitag in einer Buchhandlung auch noch neben einem ganzen Stapel davon darauf wartete, dass ich endlich an der Kasse bezahlen kann, habe ich mich spontan gegen den ausgesuchten Roman und für den ersten Hex-Hall-Band entschieden.

Heute mache ich es mir mal leicht und gebe hier den (gekürzten) Text der Innenklappe des Buches wieder: Die sechzehnjährige Sophie Mercer ist eine Hexe. Doch die Sache mit der Magie hat sie nicht so wirklich im Griff. Als sie einer Mitschülerin mit einem Liebeszauber helfen will, endet dies mit derart katastrophalen Folgen, dass ihre Mutter sie an die Hecate Hall schickt, ein Internat für auffällig gewordenen junge Hexen, Gestaltwandler und Feen. Dort teilt sich Sophie ein Zimmer mit der einzigen Vampirin der Schule.

Kaum ist sie in „Hex Hall“ angekommen, versucht ein Trio dunkler Hexen, sie für ihren Zirkel zu gewinnen, und Sophie verliebt sich Hals über Kopf in den traumhaft gut aussehenden Hexer Archer – den Herzensbrecher von Hex Hall, der aber leider schon vergeben ist. Da werden auf dem Campus einige Hexen angegriffen, und der Verdacht fällt auf Sophies Zimmergenossin Jenna. Doch Sophie ist davon überzeugt, dass Jenna unschuldig ist. [Die restlichen zwei Sätze verraten mir zuviel, also lass ich die mal weg.]

„Wilder Zauber“ hat mich in genau der passenden Stimmung erwischt und ich habe mich sehr gut dabei amüsiert. Kritisch betrachtet ist es wirklich nur eine dieser zahlreichen „übernatürlichen Schulgeschichten“ und einige der Charaktere kommen einem doch sehr vertraut vor, begonnen bei Archer, dem Schwarm aller Mädchen, über die Schulzicke Elodie, die natürlich wunderschön und machtversessen ist, bis zur biestigen Sportlehrerin. Auch waren viele der „überraschenden“ Wendungen in der Handlung für mich sehr vorhersehbar – und das nicht nur, weil ich den Klappentext komplett gelesen hatte. ;)

Aber Rachel Hawkins Humor spricht mich an und so hat mich schon der Prolog zum Schmunzeln gebracht. Obwohl abzusehen war, dass Sophies Liebeszauber bestimmt schief laufen würde, wurden die Folgen dieser gut gemeinten Hexerei so wunderbar überzogen dargestellt, dass ich mich wohlwollend auf die weiteren Kapitel gestürzt habe. Nicht alles, was lustig gemeint war, war wirklich witzig, aber ich habe den Großteil der Zeit mit einem Grinsen im Gesicht über den Seiten gesessen. An vielen Stellen hat mich der Humor sehr an „Buffy“ erinnert – und die Serie war in der Beziehung wirklich toll! -, wobei ich schlecht erklären könnte, warum das so war. Die (manchmal zynischen) Sprüche von Sophie könnte ich mir einfach auch gut aus Buffys oder Willows Mund vorstellen.

Auch die Darstellung der übernatürlichen Wesen hat mir gefallen. Sophie lebt erst einmal wie ein ganz normaler amerikanischer Teenager, bis ihrer Zauberei einfach nicht mehr zu vertuschen ist. Erst dann bekommt sie überhaupt Kontakt mit der magischen Welt und mit ihr zusammen lernt man als Leser die verschiedenen Gestalten und ihre Fähigkeiten kenne. Wobei Sophie zwar sehr unerfahren, aber nicht unwissend ist, denn ihre (menschliche) Mutter hat so viele Bücher wie möglich über Hexen, Zauberer, Gestaltwandler und Magie gesammelt und das Mädchen hat diese Sachbücher intensiv studiert. Aber es besteht doch ein deutlicher Unterschied zwischen theoretischen Wissen und dem Leben in einem Internat für magische Jugendliche, die „auffällig“ geworden sind.

Mir gefällt es, dass diese ganzen Hexen, Gestaltwandler und Feen ganz normale Teenager sind – nur halt mit ein paar Problemen mehr als ein durchschnittlicher Jugendlicher sie hat. So beschreibt die Autorin einen (häufig langweiligen, aber) glaubwürdigen Schulalltag und überzeugende Teenager – mit all den Problemen, die Jugendliche so beschäftigen können, von der ersten Verliebtheit, Stress mit den Lehrern oder Mitschülern und Freundschaften. Auch die Beziehung zwischen Sophie und ihrer Mitbewohnerin Jenna finde ich sehr schön dargestellt. Obwohl Sophie selber mehr als genug Vorurteile gegenüber der Vampirin hat, versucht sie objektiv zu bleiben, als Jenna von den Mitschülern angegriffen wird, und weiterhin eine gute Freundin zu sein. Allerdings finde ich Jenna – so sympathisch die Vampirin ist –als Figur mit all ihren Vorlieben doch etwas übertrieben.

Ein paar Punkte haben mich an dem Buch geärgert wie zum Beispiel Sophies Eltern. Auch wenn nachvollziehbar erklärt, warum ihr Vater sie nie persönlich getroffen hat, so denke ich doch, dass er seine Tochter über seine Stellung in der magischen Welt und den damit für sie verbundenen Gefahren hätte aufklären sollen. Schließlich haben sie sich per Email ausgetauscht – und wenn das zu wenig „privat“ gewesen wäre, dann hätte ich an seiner Stelle zumindest einen langen Brief für meine Tochter bei der Schulleitung der „Hex Hall“ hinterlassen.

Auf der anderen Seite ist Sophies Verhalten innerhalb dieser Situation stimmig. Das Mädchen kommt recht naiv und ahnungslos an diese Schule und muss damit kämpfen, dass scheinbar jeder ihren Vater kennt (und einen Groll gegen ihn hegt). So schwankt sie zwischen Misstrauen und der Hoffnung, sich mit den Mitschülern anfreunden zu können – und reagiert häufig aus Unsicherheit heraus etwas überzogen. Dabei ist ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte schön zu verfolgen, denn je besser sie sich in „Hex Hall“ einlebt, desto selbstbewusster wird sie und desto mehr wagt sie sich.

Ohje, ich weiß nicht, ob jetzt wirklich deutlich wurde, was mir an dem Buch gut gefallen hat, aber abschließend lässt sich sagen: Trotz der „gewöhnlichen“ Grundidee und diverser Kritikpunkte hat mir „Wilder Zauber“ wirklich viel Spaß gemacht! Der Humor liegt ganz auf meiner Wellenlänger, auch wenn mich die verschiedenen Szenen eher zum Schmunzeln als zum Auflachen gereizt haben – und ich werde mir ganz bestimmt auch die Fortsetzung zulegen, wenn sie irgendwann in Deutschland erscheint!

Kulinarisches (für Natira): Kräuterbutter und Spanisches Omelett

Natira und ich haben uns gestern Abend kurz zum Thema Essen ausgetauscht und da sie mich um ein Rezept gebeten hat, dachte ich mir, dass ich es eigentlich gleich hier einstellen könnte, wenn ich es eh aufschreibe. ;)

Eins sollte ich vielleicht vorweg sagen: Ich koche eigentlich sehr gern, aber auf gar keinen Fall jeden Tag! Und so habe ich während meiner Studentenzeit erleichtert entdeckt, dass es haufenweise Tiefkühl-Kräuter und –Gemüsemischungen gibt. Das ist nicht nur einfach zu lagern und für eine Person gut portionierbar, sondern man hat auch gleich mehrere Gemüse (oder Kräuter) in einer Packung. Also steht meine Alltagsküche unter dem Motto: „Schnell und so einfach wie möglich – und ganz viel aus der Tiefkühltruhe“. ;)

So, und nun gibt es die Rezepte der letzten zwei Tage – leider konnte ich nur von der Kräuterbutter ein Foto machen, der Rest war schon aufgegessen, bevor wir darüber geredet hatten. Sehr lecker – das kann ich nur noch mal sagen! ;)

Kräuterbutter-Grundrezept (von meiner Schwiegermutter)

250g (gesalzene) Butter
1 Päckchen TK-Kräuter
gut vermischen und mit Pfeffer (und bei Bedarf noch etwas Salz) abschmecken

Wir hatten aber am Sonntag zu unseren Pellkartoffeln folgende Kombinationen:

Schnittlauch-Butter

125g Butter
1/2 Päckchen TK-Schnittlauch
Salz
Pfeffer

Italienische Kräuterbutter

125g Butter
1/2 Päckchen „Italienische Kräuter“ (in der Mischung sind rote Zwiebeln, Petersilie, Basilikum, grüner Knoblauch, Thymian und Oregano)
großzügig Salz
großzügig Pfeffer

diese Buttermischung hatten wir dann noch halbiert und in die zweite Portion ungefähr 1 Teelöffel Tomatenmark gegeben.

Die Butter habe ich zusammen mit den Kräutern in je eine Schüssel getan und das Ganze ungefähr zwei Stunden einfach stehen lassen. Dann hatte die Butter Zimmertemperatur und die Kräuter waren aufgetaut und ich konnte alles gut vermischen. Das lässt sich auch gut in der Mittagspause machen (wenn die Butter morgens aus dem Kühlschrank genommen wurde), da die Mischungen besser schmecken, wenn sie noch etwas durchgezogen sind.

Alle drei Sorten haben sehr gut zu den Pellkartoffeln gepasst, allerdings hatte ich bei der Variante mit dem Tomatenmark ständig das Gefühl, ich müsste noch ein paar Nudeln kochen. ;)

Was mich darauf bringt, dass ich beim nächsten Mal von der Butter etwas mehr machen könnte, um am nächsten Tag frische Nudeln darin zu schwenken. Das stell ich mir sehr lecker vor! Außerdem wäre das ein drittes Essen, das man auf Basis der Pellkartoffel-mit-Kräuterbutter-Mahlzeit machen kann, ohne groß Arbeit zu investieren.

Denn am Montag gab es bei uns die restlichen Pellkartoffeln (davon koche ich immer genug für zwei Tage) als „Spanisches Omelett mit Schnittlauch“.

Grundrezept für unser „Spanisches Omelett“

Pellkartoffeln vom Vortag (Mengenangaben? Sorry, das kann ich nicht sagen, denn das hängt davon ab, wieviel Hunger wir am Vortag hatten. ;) )
1/3 bis 1/2 Packung TK-Zwiebeln
1,5 bis 2 Eier pro Person
Salz
Pfeffer

„Spanisches Omelett mit Schnittlauch“ (für 2 Personen)

8 mittelgroße Kartoffeln
4 Eier
1/2 Packung TK-Schnittlauch
1/3 Packung TK-Zwiebeln
Salz
Pfeffer
Etwas scharfes Paprikapulver

Die Eier werden in einer Schüssel verquirlt, leicht gesalzen und mit den Kräutern gemischt. Die Kartoffeln pelle ich, schneide sie in Würfeln und brate sie in einer beschichteten Pfanne in etwas Öl an. Dann gebe ich Zwiebeln, Salz, Pfeffer und Paprikapulver hinzu, vermische noch einmal alles gründlich und gieße die Eimasse darüber. Dann stell ich den Herd runter (Stufe 1 von 3 bei der alten Elektroplatte, Stufe 2 von 10 bei der neuen Induktionsplatte), setze einen Deckel auf die Pfanne und lasse das Omelett ca. 20 Minuten stocken. Wenn die Oberfläche fest ist, kann man davon ausgehen, dass es durchgebacken ist.

Achja, aufgewärmt (im Ofen oder in der Pfanne) schmeckt es auch sehr gut, wenn man zuviel gemacht hat. Ich finde, dass das Omelett einfach eine bestimmte Dicke benötigt, damit es lecker ist, also habe ich oft auch noch etwas am nächsten Tag davon.

Unser Standartrezept ist übrigens mit Paprika. Wenn ich die scharfen Paprika bekomme, dann verzichte ich auf das Paprikapulver und gebe dafür noch etwas Knoblauch in das Essen. Aber ich habe das Omelett auch schon ohne Zwiebeln, Knoblauch und Paprikapulver gemacht, weil ich noch einen Rest einer Gemüsemischung mit Mais, Karotten, Brokkoli aufbrauchen wollte – dafür gab es dann Petersilie in die Eimasse. Solange man Eier und Kartoffeln hat, kann man mit dem Rezept fast alle Gemüsereste aufbrauchen und es schmeckt immer.

Und zum Schluss gibt es noch ein Foto von meinem heutigen Frühstück: Baguette mit den Resten der Kräuterbutter


Links ist die „Italienische Kräuterbutter“, in der Mitte die „Rote Variante der italienschen Kräuterbutter“ und rechts die „Schnittlauch-Butter“ – welche auf Baguette ganz besonders lecker schmeckte.

Montag, 9. August 2010

Eine Augustwoche mit Bibendum (Teil 2)

Donnerstag
Bibendums Geburtstag und deshalb gab es zum Frühstück (welches wie immer liebevoll von meinem Mann gemacht wurde) unser Geschenk. Kurz darauf sind die beiden losgezogen, um eine Runde Bowling zu spielen. Ich habe mich gedrückt, da meine Schulter muckte und wieder etwas Haushalt auf mich wartete – schon erstaunlich, wie schnell der Abwasch anwächst, wenn ich tagsüber nicht allein zuhause bin. ;) Aber so zufrieden, wie die beiden mit ihrem Vormittag waren, denke ich nicht, dass ich groß vermisst wurde. Nach dem Bowling hat Bibendum die restlichen Geschenke aus dem Kofferraum geholt und in Ruhe bewundert. Ich muss gestehen, dass ich beim Anblick der tollen Teekanne schon Lust hatte, meine „irgendwann für den Haushalt kaufen“-Liste zu erweitern.


Die Zeit bis zum geplanten Essen in dem Lokal um die Ecke haben wir dann mit der Torte überbrückt, während Bibendum das neue DS-Spiel getestet hat. Bevor Bibendum in den Kommentaren wieder lästert: Ja, ich habe das Spiel auch ausprobiert, begeistert sogar, denn ich mag solche Knobelspiele – und es könnte vielleicht sein, dass unser Haushalt auch demnächst damit bereichert wird. :D

Das Essen war wieder einmal absolut köstlich – nicht ohne Grund steht das Restaurant auf unserer Liste mit den Dingen, die wir bei jedem Besuch erledigen müssen! Donnerstag saßen wir zum ersten Mal zum Essen im Garten, was eigentlich sehr schön war. Allerdings irritierte mich die Teichpumpe ein wenig, die für ein anhaltendes Plätschergeräusch sorgte (und über die Stühle möchte ich auch kein Wort verlieren – kann aber anmerken, dass mein Mann mir nach dem Aufstehen Beistand leisten musste, bis meine eingeschlafenen Beine wieder so wollten wie ich). Aber die Bedienung war aufmerksam, das Essen köstlich (wir hatten alle drei Sandwiches – für mich wieder in der vegetarischen Variante - , die einfach absolut lecker waren) und der Nachtisch war auch unglaublich gut. Zum zweiten Mal etwas schokoladiges, allerdings dieses Mal für jeden von uns eine eigene Portion Mousse au Chocolat auf Himbeerspiegel. Mein Mann war so hingerissen davon, dass er am Samstag am Liebsten schon wieder Essen gegangen wäre …

Freitag
Im Nachhinein frage ich mich schon, warum wir am Freitag in ein Einkaufszentrum gegangen sind. Denn ganz viele Dinge, die wir da eigentlich erledigen wollten, hatten wir schon am Dienstag getan. Allerdings – und so langsam wird es schon fast peinlich, wie sehr wir mit unsere Besuch auf das Thema Essen fixiert sind – gibt es dort die beste Wurst in der Stadt (und ehrlich gesagt auch fantastische Pommes, auch wenn diese Woche doch erstaunlich „frittierte Kartoffel“-lastig war) und somit wurde auch dieser Punkt von der „mit Bibendum erledigen“-Liste gestrichen. Aber vorher gab es noch einen Besuch in dem Laden mit den gebrauchten Spielen, in dem mein Mann schon vor Wochen ein Spiel entdeckt hatte, welches er eigentlich gerne hätte und … Nun gut, dieses Mal hat er es mir unter die Nase halten können, was natürlich besser ist, als mir am Telefon zu beschreiben, warum er das Spiel jetzt doch nicht kaufen wird. ;)

Danach haben wir uns kurz getrennt und während Bibendum und mein Mann einen großen Elektronikladen angesteuert haben, bin ich in die Buchhandlung gestürzt. Eigentlich hatte ich schon am Dienstag noch heimlich ein Buch für Bibendum kaufen wollen, aber Wetter, wehe Füße und die Tatsache, dass Bibendum doch wirklich mit mir zusammen in die Buchhandlung gehen wollte ;), haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. So habe ich am Freitag die Gelegenheit genutzt (angeblich bin ich allein in die Buchhandlung, damit mein Mann nicht wieder miterleben muss, dass ich anfange in einem fremden Laden Bücher umzuräumen – so weit hergeholt ist die Begründung auch nicht, aber ich darf hier vermelden, dass ich tapfer über all die Unordnung hinweggesehen habe und mich wie ein normaler Kunde benahm!) und habe ein wenig gestöbert. Für Bibendum war schnell das Buch „Stadt, Land, Mord“ von Ann Granger gefunden, nachdem ich bei „Der gehetzte Uhrmacher“ befürchtete, dass ihr die Geschichte zu blutig würde. Von der Ann Granger hingegen mochte Bibendum die „Markby & Mitchell“-Romane und Jessica Campbell, um die sich die neue Reihe der Autorin dreht, arbeitete früher für Alan Markby. Ich kenne das Buch noch nicht, hoffe aber, dass Bibendum es durchgelesen hat, wenn wir uns Anfang Dezember wieder sehen, und dass ich es mir dann leihen kann. :D

Für mich musste ich ja nun auch noch etwas kaufen, sonst wäre ja aufgeflogen, dass ich nur unter einem Vorwand in die Buchhandlung gedackelt war. Eigentlich hatte ich einen seichten Liebesroman im Kopf, davon habe ich nämlich kaum noch welche im SuB und das wäre eine schöne Abwechslung zu den anderen Romanen, die die nächsten Tage auf mich warten. Aber als ich schon an der Kasse stand, fiel mein Blick auf „Hex Hall – Wilder Zauber“ und mit Irinas Meinung dazu im Hinterkopf, habe ich dann doch noch eben meinen Kitschroman gegen diesen Titel ausgetauscht (gelesen ist das Buch auch schon und deshalb gibt es demnächst einen weiteren „Irina ist Schuld“-Beitrag bei mir).


Nachdem wir uns wieder getroffen hatten, haben wir noch ein paar Läden angeguckt, gegessen und meinen Mann in den Spieleladen geschickt, damit er sich endlich sein Spiel („Might & Magic – Clash of Heroes“) kauft und dann ging es nach Hause. Bibendum wollte in der Nacht nach heimfahren und so haben wir uns wieder auf dem Sofa erholt, Geburtstagstorte gegessen und geschwatzt, bis es Zeit war das Auto zu beladen und Abschied zu nehmen. Wir haben den Besuch wieder sehr genossen – und freuen uns schon auf Februar, wenn Bibendum und ich wieder ein Konzert der „Wise Guys“ besuchen wollen.

Samstag
Leider hat unsere Hecke die letzten regnerischen Wochen zum Anlass genommen, um kräftig zu wachsen. Also ging es wieder raus in den Garten und während ich die Hecke gründlich gestutzt habe, hat mein Mann hinter mir aufgeräumt und das Unkraut aus der Kieskante am Haus entfernt. Ganz ehrlich, so ist Gartenarbeit zwar immer noch anstrengend, aber deutlich netter, als wenn ich das allein machen muss. Nachdem das erledigt war, hat mein Mann beschlossen, dass es nun Zeit zum Erholen wäre – tja, und so habe ich den restlichen Tag mit „Hex Hall“ verbracht. Naja, nicht nur, denn das Buch war schneller durch als mir lieb sein konnte und dann hat mir mein Mann sein neues Spiel ans Herz gelegt. Ich habe mich ernsthaft dagegen gewehrt, denn ich weiß ja wie es endet, wenn man mir ein neues Spiel vor die Nase hält, aber letztendlich habe ich mich dazu breitschlagen lassen und es angespielt …

Sonntag
Obwohl ich in der Woche immer wieder versucht habe meinen Feed-Reader durchzugucken und die „unwichtigen“ Beiträge zu überfliegen, war ich erschlagen, als ich Sonntagmorgen wieder reinguckte. Also habe ich den Sonntag (abgesehen von der Zeit, die ich mit Kräuterbutter anrühren und Pellkartoffeln essen beschäftigt war ;) ) damit zugebracht Blogbeiträge und Artikel zu lesen und zu kommentieren, ein bisschen zu twittern und Emails zu beantworten. Und ich habe… äh … das neue Spiel meines Mannes gespielt … natürlich nur, weil ich nicht noch mehr Bücher lesen wollte, die ich noch nicht besprochen habe! Und weil ich meinen Mann nicht enttäuschen wollte, der es mir am Samstag doch so ans Herz gelegt hatte. Auch wenn er Sonntag irgendwie den Eindruck erweckte, dass er das auch gern mal wieder in die Hände bekommen würde … ;)

So, nun ist die Woche mit Bibendum vorbei und es wird für mich wieder Zeit brav zu sein und den Tag am Schreibtisch zu verbringen. Das sollte dann auch dazu führen, dass hier mal wieder mehr Buchbesprechungen auftauchen und nicht nur Renovierungs- und Urlaubsposts. Oder vermisst ihr etwa vor allem die Katzenfotos? Das könnte ich schnell in Ordnung bringen! ;)

Eine Augustwoche mit Bibendum (Teil 1)

Montag
Nachdem wir am Wochenende endlich das Wohnzimmer fertig machen konnten (keine Möbel mehr in Kartons, die noch aufgebaut werden müssen!), habe ich den Montagvormittag mit Putzen und dem Zerkleinern von Verpackungsmaterial verbracht. Denn das Bibendum hatte sich zum üblichen „Augustbesuch“ angekündigt und so sollte die Wohnung blitzen und blinken – naja, soweit man das mit vier Katzen hinbekommt. Zum Glück war die Papiertonne gerade erst geleert worden, nach all den aufgebauten Möbeln war doch einiges an Papiermüll angefallen – und es wäre für Bibendum sicherlich nicht so schön gewesen, wenn sie ihr „Gästezimmer“ mit unserem Müll hätte teilen müssen.

Dank eines kleinen Staus, in den Bibendum geraten war, hatten wir sogar noch etwas Zeit, um nach der Putzaktion die Füße hochzulegen, bevor es an der Tür klingelte. Und nach dem anstrengenden Tag (für uns Putzen, für Bibendum viele Stunden auf der Autobahn – zum Glück war es in den letzten Tagen nicht so heiß!) wurden nur noch der nächste Tag geplant, der Pizza-Lieferant gerufen und gegessen. Sehr leckere Pizza übrigens, auch wenn ich als Vegetarier lieber auf die „HolloBollo“-Variante verzichtet habe, die Bibendum und mein Mann sich schmecken ließen.

Da es am nächsten Tag in die Stadt gehen sollte – und mir inzwischen von unseren Vormietern ein Handarbeitsladen empfohlen worden war -, habe ich noch die gefilzten Handtaschen rausgekramt, für die ich noch Reißverschlüsse und Schnallen suchte. Leider musste ich dabei feststellen, dass in der Zwischenzeit zwei Motten darin verendet sind und so werden sie demnächst noch eine Runde in der Waschmaschine drehen, bevor ich sie endlich fertig stellen kann.

Dienstag
Der Vormittag begann sehr gemütlich und mit einem steten Blick zum Himmel, denn eigentlich sollte mein Mann den Rasen mähen. Doch dank der kleinen Schauer, kam er an dem Tag noch um diese Pflicht herum und so ging es nach dem Katzenfüttern auf in die große Stadt. Noch waren wir nicht ganz sicher, ob wir auch ins Kino gehen würden, eigentlich hatten wir alle drei Lust darauf, aber wir waren nicht so ganz mit der Auswahl zufrieden. So wurde dieser „Bummel mit Besuch“ eher zu einer „Winterkatze geht mal wieder etwas einkaufen“-Tour.


Ich hab Schuhe anprobiert, die nach den perfekten Schuhen für den Garten aussahen (und dann beschlossen die richtige Größe in einer ansprechenden Farbe online zu bestellen) und nach einem halben Jahr Suche endlich passende Reißverschlüsse für meine Taschen gefunden (leider keine Schnallen, aber dafür gibt es jetzt dicke Knöpfe als Blickfang – mir reicht es mit der erfolglosen Suche!), außerdem gab es einen Milchkaffee für Bibendum und einen superleckeren Frappuchino für mich, während mein Mann eine Post suchen durfte (unsere Zweigstelle hat Dienstags natürlich geschlossen) und in der Kleinmarkthalle fand ich noch zwei schöne Keramikschalen für Katzengras und einen viel zu verlockenden Stand mit Trockenobst. Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass ich bislang jede Trockenobst-Variante ekelhaft fand, aber an diesem Stand gab es wirklich viele leckere Sorten und so haben wir für uns Cranberries, Erdbeeren (mir deutlich zu süß, die schmecken wie Geleefrüchte) und Mango (superlecker!) mitgenommen.


Zuletzt haben wir sogar noch ein Geburtstagsgeschenk für Bibendum gefunden. Auch das hat inzwischen schon Tradition, da Bibendum nie irgendwelche Wünsche äußert, geht es immer zusammen durch die Geschäfte und dann wird irgendwas gekauft. Dieses Mal hat mein Mann Bibendum zu „Picross 3D“ für den DS überredet – schließlich wollte er sich dieses Spiel immer schon einmal angucken … (ja, auch das hat – soweit ich informiert wurde – Tradition, mein Mann überredet Bibendum zu Geschenken, die ihn interessieren) Zum Glück stellte sich am Donnerstag dann heraus, dass es auch für Bibendum das richtige Geschenk war. ;)
Abgeschlossen wurde der Tag dann mit einem sehr leckeren Essen (Rippchen und Pommes für Bibendum, Burger mit Pommes für meinen Mann und Salat und scharfe Kartoffelscheiben für mich) und dazu köstliches dunkles Rout-Bier – und weil wir so neugierig, aber auch schrecklich satt waren, haben wir uns dann noch zu dritt eine Portion Brownie mit Vanilleeis, Vanillesauce und Sahne und einen Vanille-Milchshake geteilt. :)

Mittwoch
Da es die letzten Nächte immer erst gegen drei Uhr ins Bett ging, wurde an diesem Tag ausgeschlafen! Dann haben Bibendum und mein Mann Lebensmittel eingekauft und ich habe meinen Mann zum Rasenmähen abgeordert, während Bibendum und ich den Tag langsam angingen. Nachmittags warteten dann drei Ladungen Wäsche und der Abwasch auf mich und zusammen haben eine Runde Carcassonne (mit abgewandelten Regeln :D ) gespielt. Sehr nett – auch wenn Bibendum schon wieder gewonnen hat. ;) Abends habe ich dann noch Pasta mit einer Gemüse-Mascarpone-Sauce gekocht (schnell und lecker) und neben dem Kochen eine Geburtstagstorte für Bibendum vorbereitet. Der restliche Abend wurde dann gemütlich verschwatzt … :)

Freitag, 6. August 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 15+16)


Im dreizehnten Kapitel durfte der Leser Dr. Gary Culhane kennenlernen, dessen Hund Bruce angeblich die Nachbarin gebissen hat, der dafür von ihrem Ehemann angezeigt wurden und nun hofft, dass Joanna seinen Brucie vor dem Einschläfern bewahren kann.

Und weil das ganze so übersichtlich war, gab es letzte Woche für euch auch noch das vierzehnte Kapitel, in dem Harry Sweeney seiner Frau Maura erzählte, dass er sie verlassen würde.

Kapitel 15

Zeitlich sind die folgenden Szenen direkt hinter Kapitel 13 einzuordnen: Orla und Joanna befinden sich auf der Geburstagsparty des „Celebrity“-Magazins. Orla hat - obwohl das Ganze erst vor einer Stunde anfing – schon mit allen wichtigen Leuten geredet, der Fotograf hat schon alle nötigen Fotos geschossen und nun können sich Jo und ihre Freundin vergnügen … Nein, ich möchte mir auch keine Gedanken über Orlas berufliche Zukunft machen! Aber sie könnte wohl auch eine Mary gebrauchen, die ihr mütterliche Strafpredigten hält.

Während Orla sich darüber aufregt, dass alle Männer um den Hintern von Sasha herumschwirren, versucht Joanna sich die lästigen Langweiler vom Hals zu halten.


„Schau dir nur diese kleine Schlampe Sasha an. Komm einmal hier herüber“, murmelte Orla leise, als sie Joanna beiseite nahm. „Die dort in dem hautengen Rock. Wenn man das überhaupt als Rock bezeichnen kann. Durch den Zoll käme das jedenfalls mit dieser Deklaration nicht!“
„Was? Die!“, rief Joanna erstaunt aus. „Die sieht ja nach gar nichts aus! Was findet ein Mann an so einer schon interessant?“, fügte sie im Gefühl tiefster Solidarität mit ihrer Freundin hinzu. „Ihre Hinterfront wirkt natürlich einladend. Die ist wirklich gigantisch!“
„Das ist wohl das Geheimnis ihres Erfolgs“, meinte Orla. „Immerhin hat sie mit ihrem Hintern die Hälfte der hiesigen Zeitungsredaktionen auf Touren gebracht. Declan Dunne eingeschlossen.“


Ähm, ja, ich glauben, nun habe auch ich kapiert, dass Sasha einen dicken Hintern hat und dass alle Männer darauf stehen … *ohje*

Bevor sich die beiden Damen noch weiter über das Thema ereifern können – naja, genau genommen wünscht sich Orla nun, sie hätte einen ihrer One-Night-Stands mitgebracht, damit es nicht so aussieht, als ob sie alleine auf der Party wäre – kippt Orla ihren Drink über Joanna und Jo begegnet Doc Gary.

Natürlich tut Orla so, als ob sie noch nie von Garys Hundeproblem gehört hätte, denn „sie und Joanna achteten immer peinlich darauf, niemanden merken zu lassen, dass sie sich gegenseitig in alle großen und kleinen Geheimnisse einweihten. Für beide war Vertraulichkeit schließlich einer der Stützpfeiler des Erfolges.“ (Ähm, ja, so hätte ich das jetzt auch formuliert … )

Und da sich der Doc und Orla so gut verstehen, verschwindet Jo zu den Toiletten, um sich ihr Kleid zu reinigen. Wie es der Zufall so will, muss sie etwas warten und belauscht dabei ein Gespräch zwischen Sasha und einer Freundin (so von Klokabine zu Klokabine). Sasha erzählt, dass sie und Declan die Hände nicht von einander lassen können, dass sie eine größere Wohnung suchen, dass es zwischen Orla und ihm nie etwas ernsthaftes war, dass sie erwartet, dass Declan sich zu Weihnachten mit ihr verloben wird – und dass es gut ist, dass Declan heute Nachtschicht hat, denn so kann sie sich an den Zeitungsherausgeber Seamus McGrath heranmachen.

Da Sasha anscheinend wirklich Eindruck auf Seamus macht, darf sie kurz darauf sogar die Kerze auf der Geburtstagstorte ausblasen, die zur Feier des „Celebrity“-Magazins hereingetragen wurde. Und während sich Sasha mit gespitzten Lippen über die Torte beugt, kann Joanna nicht widerstehen und lupft das Knie so weit an, dass sie damit Sashas üppigen Hintern erwischt, so dass diese quer über der Torte landete.

Leider hat Orla von diesem blamablen Auftritt gar nichts mitbekommen, denn diese war immer noch in ein intensives Gespräch mit Doc Gary verwickelt. Während Jo sich noch darauf freut, was für ein Gesicht Orla machen würde, wenn sie von Sashas Patzer (der natürlich von Eoin dem Fotografen festgehalten worden war) erfahren würde, geht ihr schon die Frage durch den Kopf, ob das zwischen der Freundin und dem Arzt nicht was ernsthaftes werden könnte.

Uff, mit diesem Gedanken beenden wir das fünfzehnte Kapitel, dass mich irgendwie rundum an das Schulhofverhalten pubertierender Zicken erinnerte – die wiederum kenne ich eigentlich nur aus billig gemachten amerikanischen Jugendfernsehserien und nicht aus dem realen Leben. Womit auch geklärt ist, welch hohes Niveau dieser Roman erreicht … *schauder*


Kapitel 16

Der Tag nach der Party beginnt für Joanna wieder mit Kopfschmerztabletten. Dafür aber auch mit dem befriedigenden Gefühl, dass Sasha genau das bekommen hat, was sie verdient.

Außerdem haben – laut der braven Mary-Mutti – drei weitere potenzielle Klienten angerufen, darunter ein Anwalt, der Rat in einer rechtlichen Sache sucht. (Okay, das klingt nun wirklich arg unglaubwürdig!) Immerhin bietet dieser letzte Anrufer Jo und Mary die Möglichkeit noch einmal darüber zu reden, dass unsere tolle Anwältin wirklich so gar nichts für Freddy O’Rourke übrig hat, egal wie sehr er auch hinter ihr herhecheln mag!

Kaum hat sie sich an ihren Schreibtisch gesetzt klingelt das Telefon. Die Anruferin ist Orla – und sie fordert Jo auf sich sofort die Abendzeitung zu besorgen. Also flitzt Joanna zum Kiosk um die Ecke, kauft zwei Zeitungen (schließlich muss Mary mitversorgt werden) und schon amüsieren sich die drei Damen über den Anblick von Sashas Hintern über der Sahnetorte.

Noch verrät Jo Orla nicht, wieweit sie an diesem Vorfall beteiligt war, sondern genießt noch etwas die Vorfreude auf die Reaktion der Freundin.

Außerdem muss sie natürlich fragen, wie es mit Orla und Gary weitergegangen ist (denn Jo musst wegen ihrer Katze Devil, die abends nicht nach Hause gekommen war, früher die Party verlassen. Natürlich saß Devil dann bei Jos Heimkehr vor der Haustür und natürlich hat Jo wieder einmal beschlossen, dass es Zeit zur Kastration sei – und ebenso natürlich will ich lieber nichts über Jos Qualifikationen als Katzenbesitzerin schreiben). Doch mit Gary lief erst einmal gar nichts. Denn obwohl er alle Gelegenheiten der Welt hatte, hat er Orla nicht nach einem Date gefragt – und so bleibt für die verlassene Journalistin nur der Trost, dass sich Sasha an diesem Abend in der Torte wälzte.

Nunja, für mich ist das ein etwas unbefriedigendes Kapitelende, aber bestimmt wird das nächste wieder deutlich spannender verlaufen, da es uns dann wieder in die Vergangenheit verschlägt … *dumdidum*