Donnerstag, 30. September 2010

Dies und Das (6): Die Winterkatze und Raymond Chandler

Manchmal gönne ich mir den Luxus und arbeite mich intensiv in einen Themenbereich ein. Momentan haben mich zwei komplett gegensätzliche Krimiautoren und die Lust, mehr über sie herauszufinden, gepackt. Angefangen hat es mit Raymond Chandler, dessen Romane ich schon seit vielen Jahren kenne und liebe (und dessen Biografie schon eine Weile auf meinem Sachbuch-SuB liegt). Lustigerweise habe ich die Bücher bislang immer nur aus der Bibliothek ausgeliehen – und dort habe ich mir auch einen Stapel Hintergrundinformationen über ihn geholt. Unter anderen war das Buch „Die simple Kunst des Mordes“ darunter, welches eine thematisch geordnete Sammlung von Chandlers Briefen (bzw. Briefausschnitten) beinhaltet – oh, und welches ich sehr empfehlen kann, wenn man die Person Chandler kennenlernen möchte.

Ich liebe es, mich kopfüber in so ein Thema zu stürzen, Informationen zu sammeln, zu vergleichen und zu verarbeiten. Nach einer Pause lese ich dann die Romane des Autors noch einmal mit ganz neuen Augen, weil ich inzwischen ein konkreteres Bild von der Person hinter der Geschichte habe und mich immer mal wieder frage, welche Lebenserfahrungen und welche Beobachtungen wohl in das Buch eingeflossen sind. Aber momentan bin ich an dem Punkt angelangt, an dem mir der Kopf schwirrt vor lauter Raymond-Chandler-Zitaten und an dem ich das Gefühl habe, ich brauche dringend ein Kontrastprogramm. Dabei habe ich gerade solche Lust auf Krimis – vor allem auf Krimis, die man (so wie Chandlers Romane) zu den „hardboiled novels“ zählen kann …

Auf der anderen Seite hat mich eine Bemerkung von Chandler über die Bücher von Agatha Christie wieder auf diese Autorin gebracht. Naja, dank ihres 120sten Geburtstags, der am 15. September gewesen wäre, kommt man zur Zeit sowieso nicht an ihr vorbei. Also wanderte bei einem der letzten Bibliotheksbesuche ein Stapel Christie-Biografien mit mir nach Hause. Einige davon kenne ich schon und habe sie auch in meinem Besitz – allerdings in einer Umzugskiste, an die ich nur herankäme, wenn ich gefühlte 60 andere Kisten versetzen würde, was gerade nicht drin ist.

Und nun schleiche ich um diesen Stapel mit Biografien herum, habe Lust auf dieses Kontrastprogramm und fürchte doch, dass mein Kopf zur Zeit nicht noch mehr Informationen verarbeiten kann. Auch weiß ich nicht, was mein Mann dazu sagen wird, wenn er in den nächsten Wochen wieder jeden Abend ungefragt mit Daten, Fakten und Gedanken zu einem Autor gefüttert wird. Eigentlich hätte er nach der Arbeit doch manchmal ganz gern seine Ruhe. ;) Trotzdem reizt es mich, mich mit Chandlers Aussagen im Hinterkopf auf Agatha Christies Leben und Werk zu stürzen und herauszufinden, wie weit Raymond Chandlers Sicht auf sie vielleicht meine Wahrnehmung beeinflusst hat.

Dienstag, 28. September 2010

Christie und der Tunnel

Seit einiger Zeit haben wir einen Rascheltunnel, der von Christie sehr geliebt wird. Trotzdem habe ich vor ein paar Tagen etwas verdutzt geguckt, als sie beim Spielen immer wieder in dem Tunnel verschwand - doch irgendwann habe sogar ich kapiert, dass sie den in unser Spiel mit dem Band mit einbeziehen wollte. Bei der Gelegenheit habe ich dann gleich mal die Möglichkeit ausprobiert mehrere Bilder hintereinander von der Kamera schießen zu lassen. Das Ergebnis ist nicht gerade gelungen, aber unsere kleine Madame strahlt so viel Spaß aus, dass ich euch die Fotos trotzdem zeigen wollte.

Samstag, 25. September 2010

September-SuB-Nachschub 2

Heute hat der Paketbote wieder einmal bei uns geklingelt und neue Bücher für meinen SuB gebracht. Naja, ich hoffe eigentlich, dass sie nicht allzu lange auf dem SuB ruhen werden, kann aber jetzt schon sagen, dass die nächsten drei Wochen schon gut verplant sind. Auf der anderen Seite lese ich in Stresssituationen manchmal erstaunlich viel. ;)



John Dickinson: Die Schlange am Rande der Welt
Siri Lindberg: Nachtlilien
Jackson Pearce: Drei Wünsche hast du frei
Bernd Perplies: Magierdämmerung 1 - Für die Krone
Sarah Rayner: Das Licht des frühen Tages
Rick Yancey: Der Monstrumologe

Abgesehen von "Das Licht des frühen Tages" alles Fantasyromane, was in Anbetracht der Tatsache, dass ich gerade vor allem Krimis lese, schon irritierend ist. "Nachtlilien" hatte mich übrigens nach der Beschreibung des Verlags so gar nicht gereizt. Aber dann habe ich nicht nur eine Autorenbeschreibung des Titels gelesen, sondern auch herausgefunden, dass sich hinter diesem Namen Katja Brandis verbirgt - und deren Jugendfantasyromane lese ich sehr gern. :)

Alan Bennett: Così fan tutte

Anlässlich des ersten 24-h-read-a-thon hatte ich von Alan Bennett „Die souveräne Leserin“ gelesen und es hatte mir so gut gefallen, dass ich mich von Natiras Rezension dazu verleiten ließ, mir „Così fan tutte“ von dem Autor in der Bibliothek vormerken zu lassen. Ich kann gleich dazu anmerken, dass ich im Gegensatz zu Natira „Die souveräne Leserin“ bevorzuge, aber Spaß gemacht hat mir auch dieses Bändchen.

Der Inhalt lässt sich ganz schnell erzählen: Als Rosemary und Maurice Ransome von einem Opernabend nach Hause kommen, finden sie eine komplett leere Wohnung vor. Und zwar wirklich komplett leer! Kein Schrank, kein Topf, nicht einmal das Toilettenpapier ist ihnen geblieben. Während Mr. Ransome sich um die wichtigen Dinge wie die Auseinandersetzung mit der Versicherung und eine neue Stereoanlage kümmert, um dann stoisch sein normales Leben weiterzuführen, entdeckt Mrs. Ransome die Möglichkeiten, die so ein Neuanfang mit sich bringen kann.

Sie geht zum ersten Mal in ihren Leben in den indischen Gemüseladen um die Ecke, probiert exotische Obstsorten, genießt den billig aussehenden, aber sehr bequemen Schaukelstuhl, den sie neu angeschafft hat, erfreut sich an dem farbenfrohen Teppich, der nicht zu ihrer alten konservativen Möblierung gepasst hätte und denkt darüber nach, was man eigentlich alles noch in der eigenen Stadt entdecken könnte. Mrs. Ransome träumt von Museumsbesuchen und Volkshochschulkursen und entdeckt die nachmittäglichen Talkshows im Fernsehen.

Ich muss zugeben, dass mein Herz eindeutig für Mrs. Ransome schlug, die diesen Eingriff in ihr Leben als eine Chance für Veränderungen ansieht. Ihren Mann hingegen fand ich ganz schrecklich! So ein pedantischer, unflexibler und konservativer Mensch, der außer seinen eigenen Bedürfnissen nichts wahrzunehmen scheint! Die Vorstellung so unbelastet neu auf alles zuzugehen wie Mrs Ransome finde ich faszinierend – mir wäre es nicht möglich, allein meine Bücher, wären ein unwiederbringlicher Verlust, den ich wohl kaum überwinden könnte ;) – aber gerade deshalb habe ich es genossen mir Mrs. Ransomes Situation auszumalen.

So habe ich mich auch dieses Mal von Alan Bennett gut unterhalten gefühlt. Wobei ich zugeben muss, dass ich mir dieses Büchlein wohl nicht selber kaufen werde/würde. Für den Umfang finde ich es – trotz des Lesevergnügens und der schönen Ausstattung – mit fast 15 Euro dann doch etwas teuer.

Freitag, 24. September 2010

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 25, 26+27)


In Kapitel 24 gab es für Jo ein paar neue Informationen zu Harry, die dem Leser eigentlich schon alle bekannt waren, aber ich fasse es hier trotzdem noch einmal zusammen: Harrys Frau war Maura, Harry und Maura konnten keine Kinder bekommen, Harry mochte seine Schwägerin Colette und hätte sie bestimmt nie umgebracht, Harry hatte viele Feinde unter den Bauunternehmern, Harry wurde vermutlich damals hereingelegt.

Außerdem beweist Jo mal wieder, dass sie zu doof ist, um auf eindeutige Annährungsversuche ihres angebeteten Toms einzugehen. So eine doofe Nuss aber auch!


Perspektivwechsel: Kapitel 25 wird aus der Sicht von Agnes und Catherine erzählt


Nun, dieses Kapitel lässt sich schnell wiedergeben, da es nur aus drei Telefonaten und einem Gespräch besteht.

Telefonat 1: Agnes ruft Catherine an und erzählt ihr, dass Harry die Tickets besorgt hat und die Visa auch schon da sind, so dass sie nächste Woche zusammen nach Australien auswandern werden. Harry freut sich unglaublich darüber, dass Agnes schwanger ist! Catherine bietet Agnes ein paar alte Koffer und ihr Gespartes an – letzteres nimmt die Freundin nur nach einigem Zögern an, während sie sich sehr über die alten Koffer freut.

Telefonat 2: Einen Tag vor der Abreise bekommt Catherine wieder einen Anruf von Agnes. Agnes Vater hatte einen Herzinfarkt und liegt im Krankenhaus. Catherine soll Harry Bescheid sagen.

Telefonat 3: Harry meint, dass das dem alten Teufel ähnlich sieht und befürchtet, dass sich dadurch ihre Abreise verschieben könnte.

Gespräch: Agnes erzählt Catherine, dass sie ihren Vater jetzt nicht allein lassen kann und Harry gebeten hat, die Abreise um eine Woche zu verschieben. Catherine hat böse Vorahnungen.

Und nachdem das nun erledigt ist, geht es mit Joanna weiter …


Kapitel 26

Jo sitzt an ihrem Schreibtisch (ob das langsam zu einer Gewohnheit wird?), blättert ihre Notizen zu Agnes Testament durch und überlegt, ob sie Orla anrufen und mit ihr auf Sauftour gehen soll (okay, ich dachte schon, es hätte sich was geändert). Doch da klingelt Mary durch, da sie eine der Krankenschwestern am Apparat hat, die sich um Agnes Kilmartin gekümmert hatten.

Die Schwester heißt Lisa Noonan und redet erst einmal eine ganze Weile über ihr Leben mit der Nachtschicht und darüber, dass sie Angst hat, dass sie Joannas Zeit verschwenden würde (keine Angst, das schafft Jo schon ganz alleine) und einiges andere.

Irgendwann kommt dann raus, dass Agnes kurz vor ihrem Tod Lisa noch eine Nachricht für Joanna mitgeteilt hatte. Diese Botschaft lautete: „Die Katze hebt alle Papiere auf.“ Während die Schwester sich sicher ist, dass Agnes schon etwas wirr im Kopf war, überlegt Jo, ob die alte Dame damit ihre Mutter Catherine gemeint hat. Die wurde von Agnes ja immer Cats genannt. Aber wenn das die Lösung dieser Botschaft ist, dann bringt das nichts, da Catherine schon seit Jahren nicht mehr ansprechbar ist.


Perspektivwechsel: Kapitel 27 wird aus der Sicht von Jim McHale erzählt


Detective Sergant Jim McHale war lange Jahre bei der irischen Polizei, ist jetzt in Rente und langweilt sich. Deshalb ist er überglücklich, als Orla ihn anruft und um Hilfe bei der Informationsbeschaffung bittet.

„Geschickt“ baut die Autorin an dieser Stelle ein, dass Jim für eine Spezialeinheit tätig war, bei seinem letzten Einsatz aber beide Beine „zerschossen“ bekam und deshalb hinkt. Am Schreibtisch wollte er den Rest seiner Dienstzeit nicht absitzen, vor allem weil er doch erst 41 Jahre alt war, also langweilt er sich nun seit ein paar Jahren lieber im Ruhestand.

Zum Abschied hatte er noch eine Tapferkeitsmedaille, einen Flachbildschirmfernseher und einen DVD-Player bekommen – und seitdem engagiert er sich für Tierschutzvereine. In ihrem Auftrag redet er mit Leuten, die ihre Tiere schlecht behandeln … Nachtigall, ick hör dir stampfen!

Orla will, dass Jim ein paar Sachen für sie erledigt. Die beiden kennen sich schon seit Jahren. Orla hatte Jim mal während seiner Berufszeit interviewt und, obwohl er sich verplappert hatte, in ihrem Artikel nicht zuviel erwähnt. Natürlich kannte sie auch seine Frau Sheila, die vor zwei Jahren an einem Tumor verstorben ist. Mit der hat Jim übrigens drei Kinder und das Älteste macht ihn demnächst zum Großvater. Da Sheila seine Jugendliebe war (sie haben mit 19 bzw. 20 Jahren geheiratet) glaubt Jim nicht, dass er jemals wieder eine Frau findet, die so wie seine Sheila ist … *gähn*

Nun wieder zu Orlas Auftrag: Jim soll 1. Informationen beschaffen, 2. einen Privatdetektiv (mit Ronan O’Farrell hat er den richtigen Mann an der Hand, denn: „Der Mann zog selbst aus dem kleinsten Loch noch eine Maus.“) und 3. hat Orla ihr Herz ausgeschüttet … äh … ihn gebetet sich in einem Fall wegen einem Hundebiss umzuhören. Denn der Arzt, dem der Hund gehörte, ist ihr nicht ganz gleichgültig.

Abschließend freut sich Jim noch, dass Declan nun Geschichte ist – wie können wir das doch nachvollziehen! – und betont, dass er instinktiv auf der Seite des Hundes steht. :D

Donnerstag, 23. September 2010

Jussi Adler-Olsen: Erbarmen

„Erbarmen“ ist der erste Teil einer Krimireihe rund um Carl Mørck und das Sonderdezernat Q. Jussi Adler-Olsen baut die Handlung aus zwei Perspektiven auf, die von dem Polizisten Carl Mørck und die der Merete Lynggard. Meretes Geschichte beginnt im Jahr 2002, sie ist eine junge und aufstrebende Politikern, sehr hübsch und sehr geheimnisvoll. So erfahrt man gleich zu Anfang, dass sie ihre Position nur unter der Bedingung angenommen hatte, dass sie jeden Abend pünktlich Feierabend machen kann, ohne zu begründen, warum das so notwendig sei.

Carl Mørck Teil startet im Jahr 2007, kurz nachdem der Kriminalbeamte aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Denn dieser war vor einiger Zeit gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Anker und Hardy bei einem Routineeinsatz beschossen worden. Anker starb bei diesem Angriff und Hardy dank der Schussverletzungen nie wieder laufen können. Carl hingegen kam noch recht glimpflich davon, nur eine Narbe ist von diesem Tag zurückgeblieben – und das Gefühl seine beiden Freunde bei diesem Einsatz im Stich gelassen zu haben.

Für den Chef der Mordkommission, Marcus Jacobsen, ist Carls Rückkehr in den Dienst ein Problem. Den der ist zwar ein hervorragender Polizist, aber ein grauenhafter Kollege – und nur Anker und Hardy waren bereit mit ihm zusammenzuarbeiten. Da aber ein im Dienst verletzter Beamter nicht ewig beurlaubt werden kann, gründet Jacobsen kurzerhand das Sonderdezernat Q und überträgt Carl Mørck die Leitung. Damit kommt der Chef der Mordkommission den Wünschen der Politiker nach einer besonderen Abteilung für ungelöste ältere Fälle entgegen, kann auf eine großzügige finanzielle Unterstützung für seine Behörde hoffen und hat Carl auf einen Posten verbannt, an dem er mit keinem anderen zusammenarbeiten muss. Einzig Hafez el-Assad leistet Carl in den Kellerräumen, in denen das Sonderdezernat eingerichtet wurde, Gesellschaft – und der Einwanderer, der eigentlich nur Böden putzen und aufräumen sollte, nimmt schon bald die Organisation von Carls Arbeit in die Hand und sorgt dafür, dass der Kriminalbeamte in dem alten Fall der verschwundenen Politikerin Merete Lyngaard ermittelt.

Ich hatte ja schon einen ersten Eindruck zu diesem Buch geschrieben – und musste den im Laufe des Romans eigentlich nicht revidieren. „Erbarmen“ hat mich sehr gut unterhalten, ich fand es interessant zu verfolgen wie Merete überhaupt verschwand und was für ein Leben hinter dieser erfolgreichen Politikerin stand und fragte mich, was später aus ihrem Bruder Uffe geworden ist. Die Figur des Assad hat mir bis zum Ende die Geschichte „versüßt“, er ist hilfsbereit, patent, hat seinen ganze eigenen Kopf – und obwohl er so ein kommunikativer Mensch ist, merkt man genau, dass da noch so einige Geheimnisse verborgen sind.

So muss ich zugeben, dass mich Carl Mørck und seine Geschichte am wenigsten berührt hat, auch wenn diese Figur nicht unsympathisch ist – und einen wundervollen Gegensatz zu Assad bildet. Aber ansonsten ist Carl einfach nur ein Kriminalroman-Klischee, wie er einem in ständig über den Weg läuft. Auch hat mich Meretes Gefangenschaft erstaunlich wenig berührt, hier und da habe ich mich geschüttelt zum Beispiel bei der Vorstellung so lange Zeit die gleichen Kleidungsstücke tragen zu müssen, ohne sie waschen zu können, oder mich gefragt, ob so viel geistige Gesundheit unter den Umständen wirklich möglich wäre, aber ich ansonsten habe ich nicht sehr um diese Figur gebangt.

Vielleicht, weil mir recht schnell klar war, wer und was hinter der Tat steckte – in meinen Augen hat der Autor die Hinweise nicht gerade dezent gestreut – und das nimmt einem ja doch einiges an Spannung. Aber auch ohne die Angst, dass Merete noch schlimmeres passieren könnte oder einen faszinierenden Ermittler hat mich „Erbarmen“ gut unterhalten. Das lag vor allem an Assad, bei dem ich mich ständig fragte, wie er an manche Informationen herangekommen ist, was er in seiner Vergangenheit wohl gemacht hat und wie sein und Carls Verhältnis sich noch ändern wird. Auch habe ich die Gespräche zwischen ihm und dem Polizisten genossen, in diesen Momenten lief sogar Carl zur Höchstform auf und reizte mich hier und da zum Schmunzeln. Ich habe mir „Schändung“, den zweiten Band um das Sonderdezernat Q schon in der Bibliothek vorgemerkt – und hoffe sehr, dass der wieder so unterhaltsam wird wie „Erbarmen“.

Dienstag, 21. September 2010

Merkwürdiger Morgen

Normalerweise werde ich ja von den Katzen morgens immer belagert, damit sie nach der schrecklich langen Nacht, in der keine von ihnen geschmust wurde, endlich die ihnen angemessene Aufmerksamkeit bekommen. Das sieht dann auch mal so aus, wenn ich morgens gleich an den Schreibtisch wandere und Baltimore und Logan gleichzeitig kuschelbedürftig sind:







Alle Fotos sind aus einem etwas ungünstigen Winkel aufgenommen worden, denn wenn ich mich bewegt hätte, dann wäre Logan vom Tisch gefallen. Was ich ihm dann doch nicht antun konnte, obwohl ich dann nur noch Baltimore zwischen mir und der Tastatur gehabt hätte! ;)

In den letzten Tagen habe ich aber morgens eher dieses Bild vorgefunden:



Der Platz, auf der gerade wieder auf dem Sofa genutzten Gästebettdecke, ist wohl zur Zeit wichtiger als eventuelle menschliche Aufmerksamkeit. Nur Logans Prioritäten sind wie immer. Der verbringt nämlich zur Zeit die Nacht damit so lange im Bett zu quietschen, bis eine verschlafene Hand sich unter der Bettdecke rausstreckt und ihm den Bauch krault ... *ohje*

Montag, 20. September 2010

Ein Vielseitigkeits-Award

Noch ein Award hat mich getroffen: Ganz vielen lieben Dank dafür an Natira und Sayuri! :)


Damit verknüpft sind folgende Bedingungen:
Bedanke Dich bei der Person/Blog von dem Du diesen Preis erhalten hast und verlinke diesen Blog in Deinem Beitrag.

Erledigt – und eine Selbstverständlichkeit!

Besuche auch die anderen Preisträgerblogs und platziere den Award auf deinem Blog, damit ihn andere sehen können.

Der erste Teil hat zu einem weiteren Blog in meinem Feed-Reader geführt - die meisten anderen von Natira und Sayuri erwähnten Blogger befinden sich übrigens schon darin. Das Internet ist eben doch eine überschaubare Sache. Und Teil zwei ist hiermit auch erledigt! ;)

Außerdem soll der Award an 10 Blogger weitergegeben werden.

Ich werde ihn allerdings nicht weitergeben, denn ich könnte ihn nur wieder an die Leute reichen, die schon früher von mir mit Awards bedacht wurden. So nett so eine kleine Anerkennung ist, so wird das Ganze doch irgendwann immer zu einem Bumerang. ;)

Und: Erzähle 7 Dinge/Eigenschaften, Verrücktheiten über Dich selbst !

1. Ich bin im privaten Bereich kein besonders ordentlicher Mensch, kann dafür aber in einer Buchhandlung keine Unordnung ertragen und räume regelmäßig beim Stöbern Regale auf.

2. Ich bin ein absoluter Morgenmuffel und egal wie früh ich aufstehe, so schaffe ich es nur selten vor zwölf Uhr zu frühstücken. Deutlich häufiger sind allerdings die Tage, an denen ich schnell noch eine Kleinigkeit „frühstücke“, bevor mein Mann nach Hause kommt, damit der nicht wieder ärgerlich ist, weil ich mich nicht richtig ernähre.

3. Meine Neugierde auf fast alles ist Fluch und Segen zugleich. Ich kann mich auf der einen Seite auf jedes Themengebiet einlassen, habe aber nie das Gefühl, ich würde einen Bereich jemals richtig beherrschen.

4. Ich lasse mich eigentlich gern bekochen, hasse es aber, wenn mich Leute, die mich nicht gut kennen bekochen wollen. Es ist mir einfach immer zu peinlich, wenn ich dafür als erstes mit einer Liste ankommen muss, auf der all die Lebensmittel stehen, gegen die ich allergisch bin, die ich nicht vertrage oder die ich einfach nicht mag.

5. Ich bin absolut nicht in der Lage mir Namen von Musikinterpreten oder Liedern zu merken! Außerdem ist mein Musikgeschmack sehr seltsam und hat so gar nichts mit dem zu tun, was man tagtäglich im Radio hören kann. Zusätzlich treibe ich meinen Mann damit in den Wahnsinn, dass ich nur einschlafen kann, wenn Musik läuft …

6. Wenn ich etwas neues lernen will, dann ist mein erster Impuls immer, mir das passende Buch zu dem Thema zu kaufen. Das führte zu einer sehr seltsamen Sachbuchsammlung in meinem Regal, die inzwischen regelmäßig ausgemistet wird. Hat jemand vielleicht ein paar gute allgemein anwendbare Anfänger-Gartenbücher, die er mir empfehlen kann? ;)

7. Ich laufe bis in den Winter nur mit einem T-Shirt und in Sandalen draußen rum, dafür habe ich selbst im Sommer in der Wohnung in der Regel Socken plus Wollsocken und eine muckelige Fleecejacke an – für die Lesezeit auf dem Sofa wird dann noch eine der Gästebettdecken genutzt, obwohl die auf mir liegenden Katzen schon genug Wärme abstrahlen sollten.

Samstag, 18. September 2010

Milena Agus: Die Gräfin der Lüfte

„Die Gräfin der Lüfte“ ist das dritte Buch aus dem Hoffmann und Campe Verlag von Milena Agus, die schon mit ihrem Roman „Die Frau im Mond“ zu einer Bestseller-Autorin wurde. Milena Agus konzentriert sich in ihren Geschichten auf das Leben auf Sardinien und um die Eigenheiten der Sarden. Während ich sonst häufig mit italienischen Autoren nicht so recht warm werde, so mag ich die Bücher von Milena Agus – und da ich hier noch nichts über sie geschrieben habe, müsst ihr jetzt mit ein paar zusätzlichen Passagen zu diesen Geschichten leben, bevor ich zu „Die Gräfin der Lüfte“ komme.

Ihr erster Titel „Die Frau im Mond“ hat mich gut unterhalten. Ich war von ihrer Hauptfigur fasziniert, einer Frau, die trotz der harten Lebensumstände in ihrem Ort und des Drucks der Familie viele Jahre lang auf den richtigen Mann wartet. Eine Frau, die erst mit dreißig Jahren den Plänen ihrer Verwandtschaft nicht mehr standhalten kann und sich mit einem Mann verheiraten lässt, der aufgrund des (zweiten Welt-)Krieges aus der Hauptstadt Cagliari geflüchtet ist. Doch auch in dieser Vernunftehe träumt diese Sardin weiter von der großen Liebe … All das wird von ihrer Enkelin erzählt, ohne dass das Verhalten der Personen gewertet oder gar kommentiert wird. Es wird dem Leser überlassen, wie er das Benehmen der Figuren beurteilt und wie er die leichten Widersprüche deutet.

Mit „Die Flügel meines Vaters“ bin ich nicht ganz so warm geworden, aber auch hier sind Szenen oder Sätze in meiner Erinnerung haften geblieben. Wie bei „Die Gräfin der Lüfte“ erzählt Milena Agus in diesem Roman weniger eine Geschichte, als dass sie Momentaufnahmen vom Leben ihrer Protagonisten zeigt und versucht die Eigenheiten der Sarden und das Leben auf Sardinien zu beschreiben. Die Autorin verwendet eine sehr einfache Sprache und ebenso einfache Bilder und doch schwingt hinter jedem Absatz noch etwas Ungesagtes oder Ungezeigtes mit, das dafür sorgt, dass diese Szenen in mir nachklingen.

Nun aber zu „Die Gräfin der Lüfte“: Die Handlung dreht sich um drei Schwestern, die in einem alten Palazzo in Cagliari wohnen. Die drei gehören zu einer alten und verarmten Adelsfamilie – und so mussten sie in der Vergangenheit fünf von den acht Wohnungen ihres Palazzos verkaufen. Noemi, die älteste der Schwestern, ist Single und eine erfolgreiche Anwältin. Sie träumt davon den Stadtpalast eines Tages wieder in altem Glanz auferstehen zu lassen, die Fassaden zu renovieren, die Wohnungen zurückzukaufen und die Räume mit den prächtigen Möbeln ihrer Vorfahren einzurichten.

Die zweite der Schwestern, Maddalena, ist mit Salvatore verheiratet. Die beiden wünschen sich sehnlichst ein Kind und verbringen so viel Zeit wie möglich mit Sex. Die jüngste der drei Frauen wird von allen aufgrund ihrer Unbeholfenheit nur die „Contessa mit den Ricottahänden“ oder kurz Contessa (di Ricotta) genannt. Ich persönlich finde diesen Namen scheußlich, auch wenn er auf italienisch deutlich hübscher klingt. Die Contessa ist eine sehr weichherzige und ebenso ungeschickte Person. Sie gibt ihr ganzes Geld und ihren gesamten Hausrat an die Armen der Stadt weiter – die wohl zum Teil ohne ihre Mildtätigkeit besser dran gewesen wären -, obwohl sie selber ohne die Unterstützung ihrer Schwestern nicht über die Runden käme.

Auch bei der Arbeit versagt die Contessa regelmäßig, denn obwohl sie alle Prüfungen (mit Hilfe ihrer Schwestern) geschafft hat, erträgt sie es nicht als Lehrerin zu arbeiten. Nicht einmal die Aushilfsstellen, die sie immer wieder annimmt, bringt sie zu einem Ende, da sie den Lärm und den Spott der Schüler beim Unterrichten nicht erträgt. Sie hat einen kleinen Sohn, Carlino, der ebenso ein Außenseiter ist wie seine Mutter, und dessen Vater nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte.

Milena Agus erzählt in ihrem Buch von den Hoffnungen und Wünschen dieser drei Frauen, die oft genug in einem harten Kontrast zu ihrer Realität stehen. Und doch führen ihre Träume dazu führen, dass jede von ihnen wunderschöne Zeiten erlebt. So kann man als Leser die Höhen und Tiefen im Leben der Schwestern miterleben, während sich kleine Beschreibungen der Umgebung und des Alltags in dieser Stadt durch die Zeilen ziehen.

Am Ende von „Die Gräfin der Lüfte“ blieben bei mir weniger die Erinnerung an einer Geschichte oder greifbare Handlung hängen, sondern Gerüche, Gefühle, Bilder und Träume. Ich habe das Gefühl, ich habe einen Blick auf Cagliari werfen können, hätte mich durch den dunklen Palazzo bewegt und mich vom Ausblick am Meer bezaubern lassen. In meiner Nase hängt der Geruch eines schimmeligen Kellers, in dem die Nachbarn der Schwestern wohnen, und der von Mandelgebäck, dass frisch gebacken wurde, um eine an Liebeskummer leidende Noemi aufzubauen. Ich möchte einen kleinen Garten mit einer Bruchsteinmauer hegen und pflegen – obwohl einem Teil von mir bewusst ist, dass ich mit meinem eigenen kleinen Garten nicht besonders gut zurecht komme *g* - und ich bin gerade fest davon überzeugt, dass es sich sehr heimelig anfühlen würde, wenn ich jetzt aus dem Fenstern der Nachbarn Klaviermusik hören würde.

Die Bücher von Milena Agus erzählen keine spannenden oder mitreißenden Geschichten, aber sie hinterlassen Eindrücke in mir, die noch eine ganze Weile nachklingen, die mir ein gutes Gefühl geben und die dafür sorgen, dass ich wohl auch zum nächsten Buch von der Autorin greifen werde. Ich muss aber zugeben, dass mir diese Romane nicht so wichtig sind, dass ich dafür 15 Euro für ein (wirklich schönes und liebevoll gemachtes) sehr dünnes Hardcover ausgeben wollte. Also werde ich auch dann wieder darauf warten, dass ich in der Bibliothek überraschend über eines ihrer Bücher stolpere, um mich damit für ein paar Stündchen nach Sardinien träumen zu können.

Freitag, 17. September 2010

Jussi Adler-Olsen: Erbarmen – erster Eindruck!

Hier und da konnte man aus meinen Rezensionen ja schon rauslesen, dass ich in den letzten Jahren nicht so ganz glücklich mit den aktuellen Kriminalromanen war. Inzwischen bin ich schon froh, wenn ich einen richtig unterhaltsamen Roman erwische und erwarte schon gar nicht mehr, dass es spannend sein könnte oder ich von der Auflösung am Ende überrascht sein werde. Im Gegenzug ärgere ich mich umso mehr, wenn ich über Autoren stolpere, die ekelerregende Darstellungen auf die Spitze treiben, weil sie – im besten Fall – denken, dass das für Spannung sorgt, oder – im schlimmsten Fall – wissen, dass das Verkaufszahlen bringt.

Das alles hat dafür gesorgt, dass ich immer kritischer an die Romane herangehe, die mit einem fetten „Thriller“ auf den Markt kommen. Und während ich eben beim Frühstück die ersten 100 Seiten von gelesen von „Erbarmen“ gelesen habe hat eine kleine zynische Stimme in meinem Hinterkopf eine Liste abgehakt mit den Dingen, die zu einem skandinavischen Kriminalroman wohl einfach dazugehören:

- Erstklassiger, aber desillusionierter Ermittler? Vorhanden!
- Hat der Ermittler vor kurzem ein traumatisches Erlebnis gehabt? Jupp!
- Ist die Ehe des Ermittlers kaputt? Natürlich!
- Seltsame Mitbewohner oder Nachbarn (keine unbedingt erforderliche Zutat, aber gern verwendet)? Ja, gibt es!
- Hat er Ärger mit Kollegen/dem Vorgesetzten? Auch den Punkt können wir abhaken!

Ich hätte bestimmt noch mehr Dinge gefunden, aber dann kam Assad! Hafez el-Assad ist die Hilfskraft des Kriminalbeamten Carl Mørck und eigentlich soll er nur für Ordnung und Sauberkeit sorgen, doch dafür ist er zu fleißig, zu intelligent und zu integer. Auch bei dieser Figur hat der Autor ein paar Klischees ausgepackt, diese aber so liebevoll verwendet, dass ich darüber hinwegsehen kann. Im Moment finde ich Assad großartig! Ich würde ihn sehr gern engagieren – jetzt sofort und auf der Stelle! Ich bin mir sicher, er hätte im Nu meinen Garten, meinen Haushalt, meine Katzen und meine Arbeit im Griff – oder er würde zumindest dafür sorgen, dass ich diese Dinge besser im Griff hätte. ;)

Es ist nicht so, dass ich nicht neugierig darauf bin, was der Politikerin Merete Lynggaard genau zugestoßen ist, wer der oder die Täter sind oder ob und wie Carl Mørck eine Spur in diesem alten Fall findet, aber jetzt gerade freue ich mich vor allem auf weitere Szenen mit Assad.

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 24)


Eine Liste der handelnden Personen findet ihr hier: Charakterübersicht

Kapitel 23 bot uns noch einmal eine „schöne“ Szene mit Declan, der nun von Sasha rausgeworfen wurde, nachdem sie ihm bei seiner Lügerei auf die Schliche gekommen war. Dabei hat er einen großen Verlust in Form seiner Autogrammsammlung durchleiden müssen … Hoffentlich sind wir den Prachtkerl jetzt mal los und können uns dafür wieder auf die eigentliche Handlung konzentriere!


Kapitel 24

Joanna, unsere allseits beliebte Staranwältin, hat einen Termin! Das ist ja eigentlich schon ein Ereignis für sich, aber noch bemerkenswerter ist, dass sie sich mit jemandem von der Gewerkschaft verabredet hat, der ihr hoffentlich Auskunft über Harry Sweeney geben wird.

Doch der Gewerkschaftssekretär George Mullan hat nur Harrys Akte für Jo, kann ihr aber immerhin sagen, dass der Name seiner Frau Maura war. Allerdings fällt ihm dann noch ein, dass es noch einen Kollegen gibt, der Harry gut kannte, und den man ja mal telefonisch herbestellen könnte. Währenddessen trinkt unsere Anwältin Tee …

Bei solchen Szenen frage ich mich ja immer, ob die Autorin verzweifelt einen bestimmten Umfang für ihr Buch vor Augen hatte.

Kurz darauf betritt Colman Donnelly das Büro und ist höchst erfreut darüber, dass da eine Anwältin ist, die Harrys Fall neu aufrollen will. Leider muss Jo ihn dann darüber aufklären, dass es sich bei ihrem Anliegen nicht um eine Strafsache, sondern um einen Erbschaftsfall handelt.

Colman ist total verwirrt, denn Harry und seine Frau hatten gar keine Kinder, obwohl sie sich doch so sehr welche gewünscht hatten. Das weiß er noch ganz genau, weil der Kollege ihn und seine Frau Rose immer um ihre drei Söhne beneidet hat. Jupp, das ist der Beweis! Hör auf zu ermitteln, Jo! Die Sache ist geklärt! ;)

Der alte Herr ist sich auch sicher, dass er davon gehört hätte, wenn Maura doch noch schwanger geworden wäre oder wenn Harry und seine Frau ein Kind adoptiert hätten. Das hätte Harry bestimmt nicht für sich behalten können. Und da die beiden eng zusammengearbeitet haben, bis Harry verhaftet wurde, ist sich Colman sicher, dass er bei Harrys Privatleben immer auf dem aktuellen Stand war. Auch ist er fest davon überzeugt, dass sein Kollege seine Schwägerin Colette nicht ermordet hat. Denn 1. konnte Harry keiner Fliege etwas zu leide tun und 2. mochte er seine Schwägerin – und außerdem ist Colman davon überzeugt, dass sein Kumpel damals hereingelegt wurde.

Als Joanna ihn um mehr Details zu Harry bittet, kann Colman aber auch nichts mehr verraten. Nur ist er sich sicher, dass da nie eine andere Frau als Maura gewesen sein kann, da sein Kumpel schließlich Prinzipien hatte. Außerdem kannten sie sich fünfzehn Jahre und da wüsste man doch, wenn der andere fremd geht, zumindest wenn er es nicht total verheimlicht hätte. Nun ja …

Immerhin bekommt Jo noch eine weitere Information, die das Rätsel aber nicht lösbarer für sie macht. Denn Colman meint, dass sie doch Maura – wenn sie Harrys Frau denn finden sollte – ausrichten müsste, dass sie mal vorbeikommen soll. Denn schließlich hätte sie Anspruch auf das Geld aus Harrys Lebensversicherung. Aber da niemand sie seit dem Tod ihres Mannes gesehen hätte, hätte man es ihr nicht auszahlen können. Bei der Beerdigung war sie übrigens auch nicht, obwohl alle Gewerkschaftler ihren Kumpel zur letzten Ruhe begleitet hätten. Vermutlich war Maura schon kurz vor Harrys Verhaftung nach England gegangen …

Und als Jo noch etwas nachbohrt, wer denn einen Grund gehabt hätte, Harry etwas anzuhängen, meint der Gewerkschaftler, dass der in den Sechzigern genug Feinde hatte. Es gab keinen Bauunternehmer, der ihn nicht gehasst hätte, da er auf die Einhaltungen der Sicherheitsvorschriften auf den Baustellen achtete und eine anständige Bezahlung für die Arbeiter forderte. Man hatte ihm regelmäßig Schmiergelder angeboten, aber Harry wollte so ein Judasgeld einfach nicht annehmen.

Zurück in ihrer Kanzlei ruft Jo Tom an und erzählt ihm, dass sie den Namen von Harrys Frau herausgefunden hat. Außerdem gibt sie weiter, dass das Ehepaar keine Kinder bekommen konnte und dass Harry ein netter Kerl gewesen sein muss. Vor allem letzteres beruhigt ihren Klienten sehr, da seine Mutter schließlich das Grab mit diesem Mann teilt … Äh, ja …

Doch dann schlägt Tom vor, dass sich Jo Hilfe bei dem Fall besorgt, da das ja alles zu viel für sie werden könnte. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die Anwältin gerade versucht sich eine Kanzlei aufzubauen. Doch Jo schmettert diesen Vorschlag ab, da sie das Ganze als eine persönliche Sache ansieht (sehr professionell, Frau Anwältin). Immerhin denkt sie darüber nach einen Privatdetektiv zu engagieren, den Tom natürlich gern finanzieren wird.

Aber weitere Hilfsangebote von Tom lehnt sie ab, der sich natürlich gleich gekränkt fühlt, weil er das ja nur anbot, damit sie miteinander spielen … äh … Zeit miteinander verbringen können. Doch Jo kann seine Hilfe nicht annehmen, weil sie sich dafür schämt, dass sie bislang so wenig herausgefunden hat. (Himmel, etwas Verstand würde beiden nicht schaden!)

Immerhin startet Tom einen weiteren Versuch über das Arbeitszimmer seines Vaters. Er guckt ja fleißig Papas Papiere durch, aber er kann einfach nicht beurteilen, ob etwas wichtig ist oder nicht. Ob Jo nicht vorbeikommen und mitgucken könnte? Er würde auch kochen!

Jo würde natürlich am Liebsten alles stehen und liegen lassen, weil Tom so großartig kocht und sie ihm in die Arme fliegen will und sowieso … Aber leider hat ihre fleißige Sekretärin Mary doch glatt Termine für sie ausgemacht und zum Friseur müsste sie vor einem Treffen mit Tom auch (Man reiche mir bitte eine Kopfschmerztablette!), so dass sie Tom mit einem „ich muss erst einmal in meinen Terminkalender gucken“ abwimmelt.

So fühlt sich Tom – verständlicherweise – mal wieder abgespeist, während Jo und ich nach dieser Szene den Tränen nahe sind.

Donnerstag, 16. September 2010

Blog-Award

Als ich heute morgen meine übliche Blogrunde gemacht habe, bin ich bei Seychella über einen Award gestolpert, den sie auch an mich weitergereicht hat. Dankeschön! :)



Mit dem Award verbunden sind einmal die Aufzählung von zehn Dingen, die man mag, und dann soll man ihn (natürlich) an zehn andere Blogs weitergeben.

Ich mag:
  1. Tiere - vor allem meine vier Katzen!
  2. Meine Freunde - was nicht überraschend ist, sonst wären es nicht meine Freunde.
  3. Zeit mit einem Buch verbringen, das mich berührt, mitreißt, amüsiert oder auf sonst eine Weise wirklich gut unterhält.
  4. Handarbeiten - es ist toll, wenn Schritt für Schritt aus einem Haufen Stoff oder etwas Wolle etwas wird, das man nutzen kann.
  5. Die blaue Stunde, wenn Ruhe im Haus ist und ich einfach meinen Gedanken nachhängen kann.
  6. Das Meer, den Wind um die Nase und den Blick in die Ferne, den ich damit verbinde.
  7. Meinen Nachmittagstee aus einer schönen Tasse trinken, dabei einen Keks knabbern und die Nase in ein gutes Buch stecken.
  8. Ein Paket in den Händen zu halten und die Vorfreude auf den Inhalt auskosten.
  9. Andere Menschen zu überraschen.
  10. Kommunizieren - mit Freunden schwatzen und lachen, mit meinem Mann zu diskutieren, auf dem Blog über Bücher und anderen Dingen zu reden, Postkarten und Briefe zu schreiben und seltenen und viel zu langen Telefonate mit sehr guten Freundinnen zu führen.
Weiterreichen möchte ich den Award an die Blogger, deren Blogs ich mir morgens immer bis zum guten Schluss aufhebe:

  1. Bibendum on tour
  2. creative.mother.thinking
  3. Frau Katz und die Belletristik
  4. Bücher über alles
  5. Buchsaiten
  6. Natiras Zeit
  7. Sayuri's Exile
  8. Siobhan und Cactus on Tour
  9. Susis Bücherblog
  10. Taytom's Blog
Es sind wirklich zehn Stück geworden und der Award geht an Leute, deren Meinung ich schätze, deren Humor ich mag und deren Beiträge ich immer aufmerksam lese. ;)

Mittwoch, 15. September 2010

Michael Harvey: Preis der Schuld

Seit einiger Zeit bin ich recht erfolglos auf der Suche nach einem spannenden Krimi und auch dieser hat mich nach dem Lesen eher enttäuscht zurückgelassen. Die Geschichte dreht sich um den irischstämmigen Privatdetektiv Michael Kelly, der in Chicago in einer vor neun Jahren passierten Vergewaltigung ermittelt. Normalerweise würde er von so einem Fall die Finger lasse, doch er wurde dieses Mal von seinem alten Partner John Gibbons darum gebeten.

Der inzwischen pensionierte Polizist hatte, bevor er und Michael Partner wurden, bei einer Streifenfahrt eine junge Frau gefunden, die vergewaltigt und danach schwer verletzt auf der Straße zurückgelassen worden war. John gelang es sogar den Täter festzunehmen, doch kurze Zeit später war der schon wieder auf freiem Fuß und dem Beamten wurde von höherer Stelle klargemacht, dass er alles vergessen sollte, was in dieser Nacht geschehen war. Doch jetzt hat das damalige Opfer, Elaine Remington, John aufgesucht, weil sie endlich die Wahrheit über die Geschehnisse aus dieser Nacht wissen will.

Noch bevor Michael Kelly richtig aktiv werden kann, wird John ermordet – und der Privatdetektiv gerät natürlich in den Verdacht damit etwas zu tun zu haben. Unterstützt von der Journalistin Diane Lindsay und seiner alten Freundin Nicole, die inzwischen in einem Labor arbeitet und bereit ist für Michael alte Beweismittel auszuwerten, macht sich der Detektiv auf die Suche nach dem Täter.

Das alles klingt soweit ganz nett, aber richtig glücklich bin ich mit der Geschichte nicht geworden. Wenn meine Recherchen stimmen, dann wurde der Michael Harvey in Amerika schnell mit Raymond Chandler verglichen und ja, es gibt ein paar Dinge, die man auch in den Büchern von Chandler finden würde. Harveys Dialoge und ebenso einige Szenen erinnern sehr an die Marlowe-Krimis und ich fürchte, dass es seine Anspielung auf Chandlers Schulbildung sein soll, wenn der Autor seine Hauptfigur Texte auf Altgriechisch lesen lässt. Mir persönlich ist das dann doch etwas zuviel des Guten …

Außerdem sorgt der Gegensatz zwischen dem Erzählstil einer „hardboiled novel“ und den in dieser Geschichte angewandten modernen Ermittlungstechniken und Labormethoden für eine scheußliche Unstimmigkeit. Da gibt es den alten Mafioso, dem bewusst ist, dass er zu einer ausgestorbenen Art gehört, eine durch und durch korrupte Behörde, in der Akten verschwinden und Beweismaterial manipuliert wird, und lauter Leute, die Rache- und Mordpläne schmieden. Das alles könnte zu einem unterhaltsamen Krimi führen, wenn der Autor es nicht mit der Darstellung eines realistischen und moderne Polizeiapparates und diverser Labortechniken selber widerlegen würde.

Auch Michael Kelly finde ich nicht gerade glaubwürdig gestaltet. Während ich einer Chandler-Figur abnehme, dass sie klaglos aus dem Polizeidienst ausgetreten ist und aufgrund ihres Gerechtigkeitsempfindens bestimmte Entscheidungen trifft, kann ich Michael Harvey diese Charakterzüge an seinem Detektiv nicht abnehmen. Dazu kommt dann noch, dass die „überraschende Auflösung“ von mir schon sehr früh geahnt wurde und lange vor Schluss war mir schon klar, wie die Geschichte ausgehen würde.

Ich gebe zu, dass das ein Problem ist, das ich häufiger mit Krimis habe – vielleicht habe ich inzwischen davon einfach zu viele gelesen oder sie sind nicht mehr für Menschen konzipiert, die beim Lesen mitdenken. Aber wenn eine Geschichte in sich logisch ist und ich mich gut unterhalten gefühlt habe, dann kann ich normalerweise damit leben, dass ich den Täter schon vor der großen Enthüllung kenne. Hier hingegen hat es mich einfach nur ärgerlich gemacht. Immerhin muss ich dem Autor zugute halten, dass sich sein Schreibstil schnell und gut lesen lässt und ich das Buch nach wenigen Stunden durchgelesen hatte.

Montag, 13. September 2010

[Kulinarisches] Cranberry-Flapjack

Gestern habe ich mal ein bisschen mit einem Flapjack-Rezept experimentiert und das Ergebnis war einfach unglaublich lecker! Ich mache deutlich lieber Flapjacks als normale Pfannkuchen. Ein Flapjack ist kleiner, dicker, lässt sich besser zubereiten und schmeckt mir persönlich sogar besser als ein Pfannkuchen.


So gab es bei uns also gestern Cranberry-Flapjacks und für diejenigen, die Lust zum Nachkochen haben, habe ich die Zutaten abgewogen - ich messe die nämlich sonst immer mit meinem Cup&Spoon-Set ab.

200 g Mehl (1 1/2 Cup)
1 Prise Salz
1 EL Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 TL Backpulver
2 große Eier
1 EL Öl
225 ml Milch (1 Cup)
ca. 150 g getrocknete (ungesüßte!) Cranberries

Wenn man die Eier erst einmal kräftig aufschlägt, wird der Teig luftiger, aber ansonsten kann man bei diesem Rezept alle Zutaten (abgesehen von den Beeren) einfach in einen Topf werfen und kräftig durchrühren bis daraus eine homogene Masse geworden ist. Den Teig dann eine Viertelstunde stehen lassen und noch einmal gründlich rühren, dann die Beeren untermischen.

Die Flapjacks in einer heißen Pfanne mit etwas Öl ausbacken. Ich nehme immer zwei Eßlöffel Teig für einen davon, dann reicht die Menge für ungefähr 10 Flapjacks. Mit Ahornsirup schmeckt es einfach nur richtig lecker!

Wer keine getrockneten Cranberries bekommt, kann den Vanillezucker durch 1 TL Zimt und die Beeren durch zwei mittelgroße Äpfel ersetzen. So mache ich die nämlich normalerweise und das schmeckt auch fantastisch! Reste werden bei uns übrigens am nächsten Tag kalt zum Nachtisch gegessen.

Oh, und bei dem Ahornsirup ruhig einen nicht zu hellen nehmen, das passt besser zu den Cranberries. Wir hatten nur noch eine Sirupdose, die uns ein Bekannter aus Kanada mitgebracht hat, und der Ahornsirup ist zwar unglaublich gut, aber etwas zu mild für diese Flapjacks gewesen.

Samstag, 11. September 2010

Stöckchen: Buchseite 123

Siobhan hat mir ein Stöckchen zugeworfen, das schon seit ein paar Tagen seine Runde durch die Blogs zieht.

Mit dem Stöckchen ist folgendes verbunden:

1. Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.
2. Schlage Seite 123 auf.
3. Suche den fünften Satz auf der Seite.
4. Poste die nächsten drei Sätze.
5. Wirf das Stöckchen an fünf Blogger weiter.

1. Das nächste Buch in meiner Nähe zu nehmen, ist eine erstaunlich schwierige Aufgabe, wenn man immer von ganzen Stapeln umringt ist. Also nehme ich das oberste Buch von meinem aktuellen Lesestapel: "Headhunter" von Jo Nesbø. Den Roman will ich heute anfangen, damit ich neben der kleinen Schrift des Chandler-Buches etwas Abwechslung habe.


2. Seite 123 ist der Anfang des zehnten Kapitels mit der Überschrift "Herzfehler".

3. Der fünfte Satz auf dieser Seite lautet: "Sie hatte lange gezögert, als ich sie nach dem Lunch von der Arbeit aus angerufen und gebeten hatte, sie an diesem Abend um acht besuchen zu dürfen."

4. Die folgenden drei Sätze lauten: "Als sie mir endlich ziemlich einsilbig die Audienz gewährte, verstand ich, dass sie vermutlich in diesem Moment ein Versprechen brach, das sie sich selbst gegeben hatte: Nichts mehr mit dem Mann zu tun haben zu wollen, der sie so entschlossen verlassen hatte. Der Türöffner summte, und ich riss die Tür auf, als fürchtete ich, nie wieder eine zweite Chance zu bekommen. Ich nahm die Treppe, weil ich nicht das Risiko eingehen wollte, im Fahrstuhl neben irgendeinem neugierigem Nachbarn zu stehen, der sich die Zeit nahm, um mich anzustarren und dumme Schlussfolgerungen zu ziehen."

Ui, das sind ganz schön lange Sätze, und der kleine Ausschnitt ist schon fast eine Geschichte für sich. :D

5. Ich versuche dieses Stöckchen an Leute weiterzureichen, die es (wenn ich nach ihren Blogbeiträgen gehen kann) noch nicht erhalten haben. Und somit geht das Stöckchen spontan an folgende drei Blogs:

Taytom's Blog
Bücherwurms Buchblog
creative.mother.thinking

Gelesen: April, Mai und Juni 2010

Und hier der zweite Teil der Liste - dann kann ich Anfang Oktober mit dem vierteljährlichen Rhythmus anfangen.

Bücher

1. Mary Balogh: Diesen Sommer bin ich dein
2. Nina Blazon: Faunblut
3. Simon Brett: Ein Toter kommt selten allein
4. Simone Buchholz: Knastpralinen
5. Bill Buford: Hitze
6. Barbara Demick: Die Kinogänger von Chongjin
7. Doris Dörrie: Kirschblüten – Hanami
8. Jennifer Fallon: Dämonenkind-Saga 1 – Kind der Magie
9. Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 1 – Der letzte Paladin
10. Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 2 – Die flüsternde Stadt
11. Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 3 – Der brennende Berg
12. Lucie Flebbe: Hämatom
13. Yasmin Galenorn: Schwestern des Mondes 5 – Katzenkrallen
14. Yasmin Galenorn: Schwestern des Mondes 6 - Vampirliebe
15. Stefan Gemmel: Der Schattengreifer 2 – Der Zeitenherrscher
16. Megan Hart: Hot Summer
17. Michael Harvey: Preis der Schuld
18. Laura Kalpakian: Café Eden
19. Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah
20. Marko Kilpi: Erfrorene Rosen
21. Sophie Kinsella: Sag’s nicht weiter, Liebling!
22. Lisa Kleypas: Roulette des Herzens
23. Lisa Kleypas: Im Zauber der Gefühle
24. Teresa Medeiros: Eine skandalöse Lady
25. Kelly Meding: In drei Tagen bist du wieder tot
26. Kai Meyer: Dschinnland 1 – Sturmkönige
27. Kai Meyer: Dschinnland 2 – Wunschkrieg
28. Kai Meyer: Dschinnland 3 - Glutsand
29. Thomas B. Morgenstern: Der Milchkontrolleur
30. Jenny-May Nuyen: Nijura – Das Erbe der Elfenkrone
31. Bernd Perplies: Tarean 3 – Ritter des Ersten Lichts
32. T. A. Pratt: Hexenzorn
33. Julia Quinn: Geküsst von einem Duke
34. Julia Quinn: In Liebe, Ihre Eloise (Bridgerton 5)
35. Petra Reski: Mafia
36. Laura Resnick: Verzaubert
37. Nora Roberts: Die Stanislaskis (Teil 2)
38. Silke Schütze: Kleine Schiffe
39. Brian Selznick: Die Entdeckung des Hugo Cabret
40. Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 2 – Das Siegel des Todes
41. Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 3 – Der Fluch der Assassinen
42. Laura Whitcomb: Silberlicht


Manga/Comics

- Angel 1+2 (Panini-Sammelband)
- Buffy 1-5 (Panini-Sammelband)
- Buffy Chroniken 1 (Panini-Sammelband)
- Detektiv Conan 66 (Manga)
- Fray (Panini-Sammelband)
- Ninja – Hinter den Schatten 2 (Manga)
- Spike (Panini-Sammelband)
- Spiral – Gefährliche Wahrheit 4-6 (Manga)


Hörbücher/Hörspiele

- Darkside Park Staffel 1 (6 CDs)
- Darkside Park Staffel 2 (6 CDs)
- Raymond Chandler: Spanisches Blut (2 CDs)
- Raymond Chandler: Nevada Gas (2 CDs)
- Fortunato: Dragos dunkle Reise 1 (4 CDs)
- Ursula Poznanski: Erebos (6 CDs)

Abgebrochenen Bücher führe ich in der Liste nicht auf. Entweder versuche ich mich irgendwann noch einmal daran oder ich verdränge den Titel aus meiner Erinnerung. ;)
Oh, und re-reads sind auch nicht aufgeführt, die habe ich einfach vergessen mit aufzulisten. *g*

Freitag, 10. September 2010

Linda Kavanagh: „Meinem Herzen so nah“ (Charakterübersicht)

Die handelnden Personen sind in alphabetischer Ordnung aufgeführt.

Brennan, Bill
Mann von Catherine und Vater von Joanna Brennan. Ein freundlicher Buchhändler, der seine Frau bei einem Abendkurs zum Thema „Möbelrestaurierung“ kennengelernt hat. Er ist leider schon verstorben.

Brennan, Catherine „Cats“
Mutter von Joanna Brennan und beste Freundin von Agnes Kilmartin. Catherine war als Goldschmiedin tätig als sie Bill Brennan kennenlernte. Die beiden haben schnell geheiratet und waren lange Zeit „arm, aber glücklich“ bis Bill verstarb. Inzwischen ist Catherine – die von ihrer Freundin Agnes auch gern „Cats“ gerufen wurde – leider an Alzheimer erkrankt und absolut nicht ansprechbar.

Brennan, Joanna
Die Anwältin ist Mitte Dreißig (natürlich sehr hübsch und rothaarig) und hat sich gerade mit einer eigenen Kanzlei selbständig gemacht. Ihre Eltern sind Catherine und Bill Brennan. Joanna hat schon seit vielen Jahren eine große Schwäche für ihren Jugendfreund Tom Kilmartin, der ihr als Kind immer schon die Natur am Gartenteich seiner Eltern erklärt hat. Ihr erster Fall nach Eröffnung ihrer neuen Kanzlei ist die Durchführung von Agnes Kilmartins Testament.

Boyle, John
Ein Kollege von Declan Dunne und Opfer von Sasha Millers „Reizen“.

Bruce (genannt Brucie)
Ein zehn Jahre alter Boxer, der zu Dr. Gary Culhane gehört.

Byrne, Ellen
Nachbarin von Dr. Gary Culhane und angeblich Opfer einer Beißattacke seines Hunds Bruce. Sie und ihr Mann führen eine eher lautstarke Ehe, in der es regelmäßig zu Geschrei und Tränen kommt. Aber Hilfe möchte sie von dem Doc nicht annehmen.

Byrne, Jackie
Schlagkräftiger Ehemann von Ellen Byrne und Nachbarin von Dr. Gary Culhane.

Byrne, Paddy
Chauffeur und "der Mann für alle illegalen Dinge" für Ivan Kilmartin.

Culhane, Dr. Gary
Ein Klient von Joanna Brennan, da sein Hund Bruce angeblich die Nachbarin gebissen hat. Nun wird der Arzt von dem Mann der Frau verklagt, weil er sich auf dessen Erpressungsversuch (Geld her oder wir klagen) nicht eingelassen hat. Außerdem hat der gute Doc Gary eine Schwäche für Orla Rogan.

Devane, Colette
Eine neunzehnjährige Frau, die 1970 ermordet wurde. Ihr Schwager Harry Sweeney wurde damals der Tat verdächtigt.

Devil
Joannas schwarze Katze - die dringend kastriert werden müsste!

Donnelly, Colman
Alter Gewerkschaftler, der einige Jahre mit Harry zusammengearbeitet hat, bis diese 1970 verhaftet wurde.

Dunne, Declan
Ex-Verlobter von Orla Rogan und ein Journalist, der sich viel auf seine aufregende Arbeit einbildet. Außerdem hat er eine Schwäch für dicke Hintern bei Frauen und ist ansonsten ein Idiot!

Frau, geheimnisvolle ältere
Diese Person vergießt bei der Beerdigung von Agnes Kilmartin so einige Tränchen, während sie sich hinter einer Eibe versteckt. Sie dürfte über alles Bescheid wissen, hält sich aber aus ganz eigenen Gründen lieber bedeckt.

Kilmartin, Agnes
Ist schon seit ihrer Schulzeit die beste Freundin von Catherine Brennan und bringt mit ihrem Testament so einige Aufregung in das Leben ihres Sohns Tom und ihrer Anwältin Joanna, nachdem sie zu Beginn des Buches an einem Herzinfarkt gestorben ist. Sehr jung schon hat Agnes Ivan Kilmartin geheiratet, einen Bauunternehmer, der es auf die Firma ihres Vaters abgesehen hatte. Agnes hatte einen Bruder, Joseph, der vor den Ansprüchen ihres Vaters nach Australien geflohen ist.

Kilmartin, Ivan
Ehemann von Agnes Kilmartin und ein Bauunternehmer, der sich den Beinamen „Der Schreckliche“ wahrhaft verdient hat. Ivan hatte Agnes nur geheiratet, um die Firma vom Schwiegervater in die Finger zu bekommen. Dabei hurte er schon vor der Hochzeit lieber im Bordell herum, als Zeit mit seiner Verlobten zu verbringen.

Kilmartin, Tom
Der Biologe arbeitet am University College von Dublin, ist der Jugendfreund von Joanna und schwärmt sehr für die Anwältin. Außerdem ist er der Sohn von Agnes und Ivan Kilmartin, Mitte Dreißig (aber ein paar Monate älter als Joanna), reist beruflich viel durch die Gegend, engagiert sich für den Umweltschutz – und ist spätestens seit dem Tod seiner Mutter ein schwerreicher, aber bescheidener Mann.

McHale, Jim
Der ehemalige Polizist ist mit gerade mal 41 Jahren nach einer Verletzung im Dienst in den Ruhestand gegangen und engagiert sich seitdem im Tierschutz. Früher war er mit Sheila verheiratet, doch die ist viel zu früh an einem Tumor gestorben.

Miller, Sasha
Journalistin beim „Trident“ und der Grund für die Trennung zwischen Orla Rogan und Declan Dunne. Die Dame hat nicht nur einen dicken Hintern, der anscheinend jeden Mann um den Verstand bringt, sondern auch eine rosarote „Barbie“-Wohnung.

Noonan, Lisa
War kurz vor Agnes Tod die Krankenschwester von Agnes Kilmartin und bekam von ihrer Patientin ein paar letzte Worte anvertraut.

O’Brien, Catherine
Mädchenname von Catherine Brennan

O'Dowd, Mary
Mary arbeitet als Sekretärin für Joanna, ist diejenige, die die Kanzlei der Anwältin zum Laufen bringt, da sie ihre Chefin immer wieder zur Arbeit ermahnt. Außerdem ist sie frisch geschieden (von Leo) und Mutter zweier Teenager (Emma und Paul).

O’Farrell, Ronan
Ein sehr gut aussehender Privatdetektiv, der Joanna von Jim McHale vermittelt wurde.

O’Rourke, Freddy
Freddy hatte mit Joanna zusammen Jura studiert, später haben beide in der Kanzlei von Freddys großem Bruder gearbeitet. Freddy „schwärmt“ für Joanna, die ihrerseits ihre neue Kanzlei anscheinend in erster Linie eröffnet hat, damit sie diesem Mann nicht mehr ständig bei der Arbeit aus dem Weg gehen muss.

Rogan, Orla
Ist schon seit Kindertagen Joannas beste Freundin. Orla arbeitet als Journalistin für den „Evening Dispatch“, eine Dubliner Abendzeitung. Außerdem hatte sie zu Beginn des Buches gerade ihrem Verlobten Declan den Laufpass gegeben, weil dieser sie mit Sasha betrogen hatte. Seitdem besteht Orlas Arbeitstag aus Telefonaten mit der Freundin und ihre Abende entweder aus dem Verzehr von Tiefkühl-Diät-Lasagne und Schokoladenkeksen und dem Warten auf einen Anruf von Doc Gary oder dem Saufen in irgendwelchen Nachtlokalen, wo sie dann auch Ausschau nach einem neuen Bettgefährten hält.

Sweeney, Harry
Gewerkschaftler, der in den Siebzigern beschuldigt wurde, eine junge Frau ermordet zu haben. Besagte Dame war seine Schwägerin Colette Devane und die Schwester von Harrys Frau Maura. Zu aller Überraschung gab es eine geheimnisvolle Verbindung zwischen Harry und Agnes, denn diese hat in ihrem Testament darauf bestanden, dass sie in seinem Grab beerdigt wird und ihr Erbe zwischen seinen Nachkommen und denen ihres Mannes aufgeteilt wird. Harry starb 1970 im Untersuchungsgefängnis.

Sweeney, Maura
Ehefrau von Harry und eine eher unglückliche Frau, da sie 1. ihrem Mann keine Kinder schenken konnte und 2. ihre Ehe eher aus einem freundschaftlichen Nebeneinander besteht. Außerdem ist ihre kleine Schwester Colette auf die schiefe Bahn geraten.

Eoin
Fotograf beim „Evening Dispatch“ und Kollege von Orla. Leider verheiratet, so dass er nicht als möglicher Freund für Orla in Frage kommt.


Dieser Beitrag wird regelmäßig von mir aktualisiert und bei den Kapitelübersichten verlinkt!

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 23)


In Kapitel 22 durften wir verfolgen, wie Declan nach seine Begegnung mit dem Stier von Doc Gary verarztet wurde. Dabei hat Declan dem Arzt erzählt, dass er mit Orla verlobt sei, woraufhin der Mediziner sich ein für alle Mal diese Dame aus dem Kopf geschlagen hat. Immerhin stimmt der Doc mit uns darüber überein, dass Declan ein Idiot ist, dem man am Besten die große Klappe zunähen sollte.


Perspektivwechsel: Kapitel 23 wird aus der Sicht Declan erzählt

Jupp, ihr lest richtig! Die Abenteuer des groß(mäuligen) Declan sind immer noch nicht vorbei!

Nachdem er im Krankenhaus wieder zusammengeflickt wurde, macht sich Declan auf zu Sasha und ihrem Hintern. Auch wenn er sich in der Nacht noch vorgestellt hatte, dass er wieder mit Orla zusammen kommen könnte, so ist ihm doch klar, dass seine Chancen bei Sasha größer sind.

Doch erst einmal benötigt er eine fundierte Geschichte, die seine Abwesenheit und seine Verletzung erklärt. Und so kommt unser journalistisches Genie auf den Gedanken, dass es bestimmt überzeugend sei, wenn er erzählen würde, dass er von einem Auto angefahren wurde. Dessen Fahrer ist natürlich geflüchtet und hat ihn halbtot auf der Straße liegen gelassen. Deshalb konnte Declan für Sasha auch nicht den versprochenen Rosenstrauß mitbringen!

Und da er so von seiner Geschichte überzeugt ist, beschließt Declan, dass er die auch seinem Chef vortragen könnte.

Dann hätte er wenigstens noch ein paar Tage frei. Er würde es sich in Sashas Bett gemütlich machen und testen, ob seine Männlichkeit noch einwandfrei funktionierte.


Was für ein Plan! Und das nach so einer Nacht! Doch als er bei Sasha anklopft, wird er erst einmal angekeift, während die Dame und ihr Hintern in ein durchsichtiges Nachthemd gehüllt sind, „das der Fantasie wirklich keinerkeu Spielraum mehr übrig ließ“.

Als Declan erzählt, dass er im Krankenhaus war, huschte kurz ein Hauch von Mitgefühl über das Gesicht seines Betthäschens. Doch unser Held musste seine Geschichte ja noch weiter ausschmücken und spinnt die Sache weiter, in dem er berichtet, wie er aus der Wohnung seines Kollegen John Boyle gekommen sei …

Aber Sasha weiß mehr, als Declan ahnen kann und so sieht er sich kurz darauf eine Furie gegenüber, während der unbekleidete John Boyle hinter Sasha im Flur auftaucht.


Offensichtlich hatte sein ehemaliger Freund die Nacht mit Sasha verbracht, um sie über die verschollenen Rosen hinwegzutrösten.
Angesichts der Fakten blieb Declan nur noch ein Rückzug in Würde. Er würde aus Sashas Leben verschwinden, als ginge ihn das alles nichts an. Sie sollte nicht glauben, dass ihr herzloses Verhalten ihn in irgendeiner Weise berührte. Der würde er es noch zeigen …


Doch dann fällt Declan ein, dass in Sashas Apartment noch all seine Sachen sind, also versucht er es mit der versöhnlichen Tour und schlägt vor, dass er seinen Kram jetzt schnell und ohne Szenen holt und damit das Ganze vergessen ist.

Noch während er redet, fällt ihm auf, dass er da gerade einen taktischen Fehler gemacht hat. Denn Sasha gehört zu den Frauen, die es lieben, wenn Männer um sie kämpfen. Da wäre es deutlich besser gewesen, wenn er die Wohnung gestürmt hätte, um den nackten John Boyle am Kragen zu packen und vor die Tür zu setzen.

Dementsprechend ist Sasha auch sehr wütend über sein rückgradloses Verhalten, keift Declan an und schlägt ihm die Tür vor der Nase zu. Als nächstes hört er das Öffnen des Fensters und das Zerreißen von Papier, während John ausruft: „Oh nein, Sasha! Das kannst du ihm nicht antun!“
Wer sich jetzt hier wundert, dass das alles durch die geschlossene Tür zu hören ist: Nach allem, was ich über modernen irischen Wohnungsbau weiß, ist das eine überaus realistische Szene. ;)

Doch weiter geht es mit Declan, dem langsam dämmert, was da in der Wohnung vor sich geht. Um Sasha von ihrem schändlichen Tun abzuhalten, hämmert er gegen die Tür und fleht sie an aufzuhören.

Daraufhin öffnete sich die Tür erneut, und eine schwer atmende, aber offensichtlich zufriedenen Sasha stand vor ihm.
„So, du Schlappschwanz. Jetzt kannst du deine Habseligkeiten einsammeln. Sie sind gerade per Expresszustellung aus dem Fenster geflogen!“
Declan verlor nicht eine Sekunde mit irgendwelchen Protesten. Stattdessen flog er die Treppe hinunter und flehte währenddessen inständig zu Gott: „Ich weiß ja, dass ich mich jahrelang nicht um dich geschert habe, aber bitte lass nicht zu, dass meiner Autogrammsammlung etwas passiert. Ich schöre, ich fange gleich morgen an, regelmäßig in die Kirche zu gehen, wenn du mir nur diesen eine kleinen Gefallen tust …

Doch Gott scheint nicht zugehört zu haben, und so findet Declan seine Klamotten und CDs verstreut in den Blumenbeeten, gekrönt von einer hübschen Konfettischicht, die früher einmal seine Autogrammsammlung gewesen war. Zum ersten Mal seit seinem sechsten Lebensjahr (damals war er vom Apfelbaum gefallen) bricht Declan in Tränen aus, während vor ihm die Trümmer seines Lebens liegen.

Nun, ich kann mit Declans Unglück leben. Und wer weiß, vielleicht gibt dies der Autorin ja mal die Gelegenheit mit der Haupthandlung – hm, worum ging es eigentlich noch? – weiterzumachen.

Mittwoch, 8. September 2010

Karen Joy Fowler: Der Jane Austen Club

Fünf Frauen und ein Mann kommen sechs Monate lang regelmäßig zusammen, um über die Romane von Jane Austen zu diskutieren. Doch was dabei ans Licht kommt, sind weniger die verschiedenen Aspekte von „Stolz und Vorurteil“ als die Wünsche und Sehnsüchte der Teilnehmer selbst. Während der Jane Austen Club sich trifft, werden Ehen getestet, zarte Bande gesponnen und Tragödien gemeistert. Und die Liebe bahnt sich am Ende durch alle Wirrnisse ihren Weg …

Soweit der Klappentext – und auf meiner Ausgabe stehen noch Zitate aus diversen Medien: „Ein wahres Lesefest“ (Bookreporter), „Ein absoluter Genuss! Intelligente, bezaubernde, kluge Unterhaltung für jeden Leser – und ein ganz besonderes Fest für alle Fans von Jane Austen.“ (Kirkus Reviews), „Scharfsinnig und raffiniert – eine ernste, witzige und durch und durch entzückende Komödie.“ (Entertainment Weekley) und „Dieser Roman zeigt, wie uns manche Bücher mitten ins Herz treffen.“ (Independent)

Nach all diesen werbenden Meinungen zum Buch muss ich mich nach dem Lesen des Romans fragen, ob die die gleiche Geschichte gelesen hatten wie ich. Ich meine, das Buch ist nett! Aber ich habe dafür zwei Tage gebraucht, weil ich beim Lesen auf dem Sofa immer wieder eingeschlafen bin. Und das lag weniger daran, dass ich so müde war, sondern daran, dass mich „Der Jane Austen Club“ nicht so weit fesselte, dass ich dabei wach bleiben konnte!

Sechs sehr unterschiedliche Personen treffen sich einmal im Monat, um über die Bücher von Jane Austen zu reden. Diese regelmäßigen Treffen nutzt Karen Joy Fowler, um pro Monat einen ihrer Charaktere näher zu beleuchten und zu zeigen, wie sich alle sechs im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Das war ja alles ganz nett, aber in keiner Weise bezaubernd, raffiniert oder gar wirklich witzig – nur nett, wirklich nicht mehr (und ich muss zugeben, dass mir wirklich kein passenderes Wort dafür einfällt ;) )!

Keine der sechs Personen ist mir besonders sympathisch gewesen oder gar ans Herz gewachsen. Der Teil, der sich um diese Leute gedreht hat, kam mir vor wie oberflächlicher Kaffeeklatsch: Man bekommt ein paar Details aus dem Leben der Nachbarn erzählt, einige sind belanglos und bleiben trotzdem hängen, andere hätte man eigentlich nie wissen wollen und wieder andere lassen einen den Menschen kurz aus einer anderen Perspektive sehen. Das ist in Ordnung, aber nichts, was ich bewusst suche. ;)

Das beste an diesem Buch war für mich die Beschäftigung mit den Jane-Austen-Romanen. Das hat auch bei mir dazu geführt, dass ich mir wieder neue Gedanken zu den bekannten Geschichten und Charakteren gemacht habe. Wobei da anzumerken ist, dass man die Handlungen und Figuren noch gut im Kopf haben muss, um die verschiedenen Ereignisse und Namen auf den Punkt parat zu haben und mit allen Anspielungen etwas anfangen zu können. Obwohl ich in diesem Jahr einiges von Jane Austen gelesen (oder gehört) habe, musste ich stellenweise ganz schön nachdenken, welcher Charakter nun gemeint war und warum diese Personen solche Ansichten über diese Figur äußerten.

Letztendlich habe ich zwar nicht das Gefühl, dass „Der Jane Austen Club“ totale Zeitverschwendung war, doch ich hätte mein Wochenende lieber mit meiner Ausgabe von „Mansfield Park“ verbringen sollen. Das Buch habe ich nämlich das letzte Mal vor ein paar Jahren gelesen, als ich es aus der Bibliothek geliehen hatte, und meine eigene Ausgabe wartet nun schon seit einigen Monaten darauf, dass ich Zeit finde, meine Erinnerungen wieder aufzufrischen. Und auf dieses Leseerlebnis freue ich mich wirklich! :)

Handtaschen!

Lang ist es her, da erzählte ich von meinen neuen Handtaschen. Genauer gesagt davon, dass ich mir welche selber machen wollte. Zwei sollten es werden und so sollten sie aussehen. Das Stricken und Filzen war schnell erledigt – ich habe mich auch brav an die Anleitung gehalten! Dann ging die Suche nach Schnallen und Reißverschlüssen los und entwickelte sich zur größten Herausforderung an diesem Projekt.


So schöne breite Reißverschlüsse waren einfach nicht aufzutreiben oder wenn ich welche fand, dann waren sie gleich lang genug für eine Strickjacke. Noch schlimmer war es mit den Schnallen. Die gab es überhaupt nicht! Oder zumindest nicht in einer Art, die annähernd passend gewesen wäre. Irgendwann bin ich dann (dank eines Tipps unserer Vormieterin) über ein kleines Handarbeitsgeschäft gestolpert. Da gab es zwar auch keine Schnallen, aber dafür kürzere Reißverschlüsse und eine riesiger Auswahl an Knöpfen.


Jetzt musste ich nur (noch einmal) die fertig gefilzten Handtaschen waschen und trocknen lassen, da ich (nach dem Fund von zwei toten Motten) lieber kein Risiko eingehen wollte. Freitagabend habe ich dann die beiden Teile fertig gestellt und bin nach einigen zerstochenen Fingern (ich näh lieber eine große Patchworkdecke als noch einmal Reißverschlüsse in so kleine Taschen!) war ich fertig.


Die Taschen sind kleiner geworden, als ich nach gedacht hätte. Ich schätze mal, dass sie beim Filzen so um ein Drittel geschrumpft sind –natürlich habe ich vergessen sie vorher auszumessen. Die Henkel sind deutlich kürzer als ich nach dem Bild erwartet hätte, aber das stört mich nicht, da ich so eine Tasche eh in der Hand tragen würde. Dafür gefallen mir immer noch die Farben sehr gut und die Knöpfe sind in meinen Augen ein passender Blickfang (wenn man schon keine Schnallen haben kann ;) ). Zum Größenvergleich liegt ein normales Taschenbuch dabei, in die größere Tasche bekomme ich es mit vorsichtigem Stopfen sogar hinein.




Jetzt brauche ich nur noch einen Anlass, um mal eine der Taschen auszuführen. Für meinen Alltag taugen sie doch eher nicht … :D



Dienstag, 7. September 2010

September-SuB-Nachschub

Heute kam der Paketbote wieder vorbei! Ganz brav und ohne jegliche Probleme lieferte er zwei Pakete bei uns ab - und da in einem davon Bücher waren, bekommt ihr jetzt wieder einen "SuB-Nachschub"-Beitrag von mir. ;) Die Katzen waren so nett und haben mir für das Foto ihre Brücke zur Verfügung gestellt. :D



Mariëtte Aerts: Hexenheide
Colin Cotterill: Dr. Siri sieht Gespenster (Dr. Siri 2)
Colin Cotterill: Totentanz für Dr. Siri (Dr. Siri 3)
Maria Elia: Die neue vegetarische Küche
Kami Garcia und Margaret Stohl: Sixteen Moons
Brendan Halpin: I can see clearly now

Hach, ein Buch mit leichten Gruselfaktor, zwei Krimis und neue Anregungen zum Kochen (ich hoffe, es hilft gegen die Kochunlust - ein erster Blick verspricht schon viel, auch wenn ich für viele Gerichte einen Backofen bräuchte! *seufz*). Außerdem "Sixteen Moons" - darf ich dazu mal anmerken, dass ich mir das direkt aus dem Programm rausgesucht hatte und es da noch keine einzige Blogrezi zu dem Buch gab! ;) - und "I can see clearly now". Darauf bin ich so richtig gespannt. :D

Logan liegt bequem

Logan liegt da sehr bequem, auch wenn ich diese Haltung nicht so ganz nachvollziehen kann. Vielleicht sollte ich doch mal mit Yoga anfangen. ;)


Er hasst es übrigens, wenn man ihn bei seinen gemütlichen Räkelrunden fotografieren will. Zum Dank werden wir dann immer mit diesem Blick abgestraft:

Samstag, 4. September 2010

Gelesen: Januar, Februar und März 2010

Da ich dann doch einsehe, dass eine Gesamtliste am Ende des Jahres vielleicht etwas unübersichtlich würde, gibt es hier schon mal die im Januar, Februar und März von mir gelesenen/gehörten Titel:

Bücher:

1. Isabel Abedi: Whisper
2. Gilbert Adair: Mord auf fforkes Manor
3. Robert Asprin: Als Dämon brauchst du nie Kredit
4. Nina Blazon: Die Sturmrufer
5. Nina Balzon: Im Bann des Fluchträgers (Woran-Saga 1)
6. Bettina Belitz: Splitterherz
7. Alan Bennett: Die souveräne Leserin
8. Brom: Der Kinderdieb
9. Simone Buchholz: Revolverherz
10. Becky Cochrane: A Coventry Wedding
11. Stephen Cole: Aztec Code
12. Stephen Cole: Bloodline
13. Bruce Coville: Das Geheimnis des Flüsterers (Die Einhorn-Chroniken 2)
14. Deborah Crombie: Wen die Erinnerung trügt
15. Jeffery Deaver: Die Menschenleserin
16. Fortunato: Dragos dunkle Reise 2
17. Ariana Franklin: Die Teufelshaube
18. Franziska Gehm: Bissige Gäste im Anflug (Die Vampirschwestern 6)
19. Kerstin Gier: Rubinrot (Liebe geht durch alle Zeiten 1)
20. Kerstin Gier: Saphirblau (Liebe geht durch alle Zeiten 1)
21. Michelle Harrison: Elfenseele 2 – Zwischen den Nebeln
22. Nina Jansen: Bestrafe mich
23. Hans Werner Kettenbach: Das starke Geschlecht
24. Tatjana Kruse: Kreuzstich Bienenstich Herzstich
25. Christoph Marzi: Heaven
26. Ursula Poznanski: Erebos
27. Thomas Plischke: Die Zombies
28. Julia Quinn: Wie erobert man einen Duke? (Bridgerton 1)
29. Julia Quinn: Wie bezaubert man einen Viscount? (Bridgerton 2)
30. Julia Quinn: Wie verführt man einen Lord? (Bridgerton 3)
31. Julia Quinn: Penelopes pikantes Geheimnis (Bridgerton 4)
32. Nora Roberts: Die Stanilavskis 1
33. Nora Roberts: Abendstern (Sign of Seven-Trilogy 1)
34. Nora Roberts: Nachtflamme (Sign of Seven-Trilogy 2)
35. Nora Roberts: Morgenlied (Sign of Seven-Trilogy 3)
36. Lynsay Sands: Ein Vampir für gewisse Stunden (Argeneau 6)
37. Martin Suter: Der letzte Weynfeldt
38. Jeff Stone: Tigerkralle
39. Kerstin Tomiak: Drachenwind
40. Licia Troisi: Das Erbe der Drachen (Die Schattenkämpferin 1)
41. Lisa Valdez : Rendevous mit einem Verführer


Comic und Manga:

- Ange: Das verlorene Paradies 2-4(HC-Album)
- Akihabara Shojo 3 (Manga)
- An deiner Seite 2 (Manga)
- Blood+ Adagio 1+2 (Manga)
- Blood+ Yako Joshi (Manga)
- Can you hear me? (Manga)
- Code:Breaker 2 (Manga)
- Detektiv Conan 65 (Manga)
- Eight 1-4 (Manga)
- Geliebter Wetterfrosch 2 (Manga)
- Lovey Dovey 2 (Manga)
- Morgens, Mittags, Abends 1+2 (Manga)
- Mouse Guard: Herbst 1152 (Hardcover)
- Ninja! Hinter den Schatten 1 (Manga)
- Paradox 2 (Manga)
- Rhesus positiv 3 (Manga)
- Shinanogawa 2 (Manga)
- Shugo Chara! 3-5 (Manga)
- Spiral – Gefährliche Wahrheit 3 (Manga)


Hörbücher/Hörspiele:

- Gabriel Burns 15-30(16 CDs)
- Stephen King: Das Mädchen (7 CDs)
- J.R.R. Tolkien: Der Hobbit (10 CDs)
- P.J. Tracy: Spiel unter Freunden (5 CDs)


Abgebrochenen Bücher führe ich in der Liste nicht auf. Entweder versuche ich mich irgendwann noch einmal daran oder ich verdränge den Titel aus meiner Erinnerung. ;)
Oh, und re-reads sind auch nicht aufgeführt, die habe ich einfach vergessen mit aufzulisten. *g*

Freitag, 3. September 2010

Bruce Coville: Die Einhorn-Chroniken (Informationen)

Da in den letzten Tagen erstaunlich viele Suchanfragen zu den Einhorn-Chroniken kamen, gibt es hier mal einen Überblick über die Reihe:

Die Einhorn-Chroniken 1 – Das Tor zwischen den Welten (beinhaltet die englischen Titel „Into the Land of the Unicorns“ und „Song of the Wanderer“)
Die Einhorn-Chroniken 2 – Das Geheimnis des Flüsterers (beinhaltet den englischen Titel „Dark Whispers“
Die Einhorn-Chroniken 3 – Die Schlacht am Weltenbaum (beinhaltet die erste Hälfte des englischen Titels „The Last Hunt“)
Die Einhorn-Chroniken 4 sind vom Verlag noch nicht angekündigt, wird aber wohl die Geschichte zum Abschluss bringen, da "Die Schlacht am Weltenbaum" vom Loewe Verlag als "Band 3 von 4" bezeichnet wird.

Ich vermute mal, dass die Erscheinung des dritten Bandes so viele Leute auf meinen Blog gelockt hat.

"Die Schlacht am Weltenbaum" erscheint laut Verlag in diesem Monat (Amazon wird es am 15.September ausgeliefert) und umfasst 336 Seiten (inklusive Nachwort vom Autor). Da das englische Original "The Last Hunt" 624 Seite dick ist, muss man also davon ausgehen, dass die Geschichte für die deutsche Veröffentlichung geteilt wurde. Das erklärt auch, warum es Loewe möglich war den Titel gerade mal 3,5 Monate nach Veröffentlichung des Originals auf den deutschen Markt zu bringen.

Ich persönlich ärgere mich ja immer sehr über solche Teilungen. Nicht nur, weil der Leser dank fehlender Verlagsinformationen mühsam selber recherchieren muss, um sowas herauszufinden, sondern auch, weil die Geschichte vom Autor nicht so geschrieben wurde und eine Halbierung in der Regel zu einem unbefriedigenden Leseerlebnis führt. So auch bei "Die Schlacht am Weltenbaum" - so spannend die Handlung ist, so sehr hat mich das Ende frustriert. Nun, mehr dazu gibt es dann in einer ausführlicheren Rezension ...

[Kapitelweise] Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah (Kapitel 22)


Achja, Kapitel 21 lässt sich eigentlich wieder mit „Declan ist ein Idiot“ zusammenfassen, aber so einfach möchte ich es mir dann doch nicht machen. ;) Da Declans großartiger Plan wieder bei Orla zu landen sich nicht durchführen ließ, musste er Sasha wieder etwas Honig ums Maul schmieren. Also versprach er ihr einen wunderschönen Rosenstrauß (nämlich den, den er frustriert hinter Orlas Apartmenthaus weggeworfen hatte), was dazu führte, dass Declan auf einer Stierwiese nach den Blumen suchte. Doch da der Stier eine spontane Abneigung gegen den unerwünschten Besucher gefasst hat (so wie eigentlich jeder Leser dieses Buches Declan nicht ausstehen kann), nahm er den tollen Kerl ein bisschen auf die Hörner, während Orla sich einen gemütlichen Abend mit Diät-Tiefkühl-Lasagne, Schokokeksen und einem Krimi machte.

Perspektivwechsel: Kapitel 22 wird aus der Sicht von Doc Gary erzählt

Doc Gary hat eine harte Schicht im Krankenhaus hinter sich gebracht, in der er „nicht wenige Notfälle“ zu behandeln hatte – soviel zu Orlas Frage, ob Krankenhausärzte wirklich soooo viel arbeiten, dass sie nicht einmal anrufen können.

Außerdem macht sich Gary Gedanken um seinen Hund Bruce. Der arme Kerl lebt nicht nur schon seit Stunden von Trockenfutter und hätte jetzt bestimmt Lust auf eine andere Mahlzeit, über ihm hängt ja auch drohend das Fallbeil, da die Nachbarin behauptet hat, der Hund hätte sie gebissen.

Leider kann der Doc aber noch nicht zu seinem armen Boxer eilen, denn der Assistenzarzt, der die nächste Schicht übernehmen soll, ist noch nicht eingetroffen. Die Wartezeit auf den Kollegen vertreibt sich Gary mit folgenden Gedanken:

- Gut, dass ich so viel zu tun hatte, so konnte ich nicht ständig an Orla denken.
- Orla ist sooo reizend.
- Ich will sie anrufen, ich will ein Date!
- Ich bekomme kalte Füße.
- Ich melde mich, wenn die Geschichte mit Bruce vorbei ist.
- Schließlich ist Orlas beste Freundin Jo meine Anwältin, wäre ja peinlich, wenn der Annäherungsversuch schief geht und ich dann noch ständig wegen Bruce mit Jo zu tun hätte.
- Wirklich peinlich.
- Ich rufe Orla morgen an.
- Sie ist sooo reizend!
- Und außerdem ist sie einfühlsam, auch wenn sie das vermutlich nicht jedem Menschen zeigt …
- Ich bin müde.

Okay, bislang dachte ich immer noch, dass Gary ein Lichtblick in dieser Geschichte voller seltsamer Personen sei, aber so langsam beginne ich zu zweifeln.

Bevor der Doc und ich weiter unseren Gedanken nachhängen können, wird ein Mann in die Notaufnahme eingeliefert. Der Typ ist nur mit einem Slip bekleidet und hält seine zerfetzte Hose in der einen Hand, während die andere seine empfindlichste Stelle beschützt. Ach, wer mag das denn nur sein?


„Helfen Sie mir, Herr Doktor! Ich glaube, meine Eier sind weg!“, begann er zu jammern, als er das Stethoskop um Garys Hals sah. „Ich spüre gar nicht das unten, aber weh tut es trotzdem.“

Während Gary sich wünscht, dass seine Ablösung doch früher eingetroffen wäre, damit er sich mit dem Idioten nicht befassen müsste, lässt er sich vom Sanitäter darüber aufklären, dass sein Patient mitten in der Nacht Torero gespielt hat. Und dann war er noch so klug und hat sich von den Sanitätern nicht untersuchen lassen, sondern nur sein bestes Stück festgehalten und gejammert. Aber die Herren vom Fach vermuten, dass die Verletzungen nicht so schlimm sind, wie der Patient gerade annimmt. Um den Verletzten etwas abzulenken, fragt Gary, wie es denn überhaupt zu diesem Unfall gekommen ist.


„Das ist eine lange Geschichte“, murmelte der andere. „Aber ich habe ja solche Schmerzen, Doktor, vorne und hinten. Ist auch wirklich alles in Ordnung mit mir? Es kann doch wohl nicht sein, dass ich mein Ding verlieren, oder?“

Doch Gary sieht nach einem professionellen Blick (und einer aufgeschnittenen Unterhose), dass sein Patient nicht lebensbedrohlich verletzt ist. Ein paar Pflaster, ein paar Stiche, etwas Schmerzmittel und eine Tetanusspritze sollten zur Versorgung vollkommen ausreichen. Und während Gary die Behandlung vorbereitet, fragt die Schwester nach den Daten des Patienten.

Dass es sich dabei um Declan handelt, wird ja wohl keinen mehr überraschen, auch wenn ich befürchte, dass die Autorin erst jetzt mit dem Namen rausrückt, um den Lesern einen „Aha“-Effekt zu bieten. Um seine Zuhörer noch etwas zu beeindrucken, fügt Declan auch noch an, dass er als Journalist beim „Evening Dispatch“ arbeitet. Und da er vom Bauern erfahren hatte, dass Orla ihn alarmiert hatte, hofft der Idiot immer noch auf eine traute Wiedervereinigung mit seiner Ex und gibt ihre Adresse als seine an. Das wiederum lässt unseren Doc aufhorchen, da ihm Orla anscheinend ihre Anschrift genannt hatte – und er beschließt, dass er sie auf jeden Fall heute noch anrufen wird!

Während Gary die Nadel bereit macht, um den Verletzten zu nähen, plaudern die beiden Herren weiter. Vor allem interessiert es den Arzt ja schon, was dieser Typ denn mitten in der Nacht auf einer Stierweide zu suchen hatte. Doch Declan ist inzwischen soweit beruhigt, dass er sich weniger Gedanken um seine Standfestigkeit als um seinen Ruf macht:


„Ich arbeite gerade an einer Story über Futtermittelskandale in der Landwirtschaft“, flüsterte er Gary zu. „Aber im Moment kann ich gerade nicht mehr dazu sagen.“

Der Doc ermutigt Declan zu weiteren Plaudereien zum Thema „Journalismus ist ein aufregendes Geschäft“, damit er in Ruhe nähen kann.


„Oh ja“, gab Declan zur Antwort. „Es ist ständig etwas anderes los. Und als Journalist steht man immer im Brennpunkt des Geschehens, dort, wo die Nachrichten entstehen. Heute ist es ein Sexskandal morgen ein Unfall oder ein Großbrand.“ Er zog eine Grimasse. „Aber für uns Vertreter der Vierten Gewalt ist so etwas das tägliche Brot.“


Gary hält dieses dumme Geschwätz nicht länger durch und versucht das Thema zu wechseln. Ich bin ihm ja sehr dankbar dafür, aber ich hasse die Autorin jetzt schon für die Wendung, die diese Geschichte gleich nehmen wird:


„Kennen Sie vielleicht Orla Rogan?“, fragte Gary.
„Orla?“, antwortete Declan verblüfft. „Aber natürlich. Sie ist meine Verlobte! Auuu!“

Tja, die Aussage hat wohl gleich zwei Männer getroffen: Doc Gary ins Herz und Declan mitten in … äh … den Hintern. :D


Tatsächlich verspürte der Arzt mittlerweile den brennenden Wunsch, Declans große Klappe mit ein paar Nähten dauerhaft zu schließen.

Verständlich, aber da das doch gegen die Berufsehre verstoßen würde, entlässt Gary seinen Patienten in die professionellen Hände der Krankenschwester.

Mit einer Mischung aus Erleichterung (jetzt muss er ja nicht mehr seinen Mut zusammenkratzen und sie anrufen) und Ärger (Wie kann diese tolle Frau mit so einem Idioten verlobt sein?) versucht der Doc sich Orla aus dem Kopf zu schlagen. Da hilft es ihm immerhin, dass sein Assistenzarzt endlich zur Arbeit eintrifft und sich von ihm runtermachen lässt.

Doch so richtig böse kann er dem Kollegen nicht sein, da dieser eine gute Entschuldigung für die Verspätung hat: Kind Nummer eins wollte nicht einschlafen, dabei ist Frauchen doch mit Kind Nummer zwei schwanger – und ihr war so übel.


Gary schwieg und zeichnete den Dienstplan ab. Manche Menschen hatten einfach Glück im Leben. Sie hatten ein Heim und eine Familie. Er aber würde, wenn er Pech hätte, vielleicht bald nicht mal mehr einen Hund haben.