Mittwoch, 29. Mai 2013

Edward Kelsey Moore: Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner

"Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner" von Edward Kelsey Moore spielt zwar nicht in den Südstaaten von Amerika, vermittelt mir aber das Gefühl, dort zu spielen. Der Roman erzählt die Geschichte der drei Freundinnen Odette, Clarice und Barbara Jean, die sich schon seit Teenagerzeiten regelmäßig in "Earl's Diner" treffen und dort das "All You Can Eat"-Büffet plündern. Dabei verfolgt man auf der einen Seite ein Jahr im Leben der drei Frauen, die inzwischen weit über 50 Jahre alt sind, und bekommt auf der anderen Seite in Rückblicken wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit erzählt.

Während Odette ihren Part in der 1. Person erzählt, bekommt man die Passagen, die sich um Clarice und Barbara Jean drehen, aus der 3. Person präsentiert. Dabei muss man rund um Odette mit ungewöhnlichen Erlebnissen rechnen, denn als diese eines Morgens an ihrem Küchentisch sitzt, schleicht sich ihre Mutter zur Hintertür herein und erzählt von dem vergnüglichen Abend, den sie mit Big Earl und Thelma McIntyre verbracht hat. Das wäre noch nicht so bemerkenswert, hätte Odette nicht schon vor Jahren ihre Mutter beerdigt. Auch Thelma ist schon lange verstorben, ebenso wie Mrs. Roosevelt, die in der Geschichte ebenfalls immer wieder auftaucht und einen nicht gerade geringen Einfluss auf Odettes Leben nimmt.

Edward Kelsey Moore hat mit seinem Debütroman eine wunderbar warmherzige Geschichte geschrieben, die mich beim Lesen sehr berührt hat. "Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner" ist ein großartiger Wohlfühlroman rund um Liebe, Freundschaft, Trauer, Rassismus, Krankheit, Familie, Loyalität, verlorene Träume und Bigotterie. Und während mir bei einigen Szenen die Tränen kamen, habe ich wenige Seiten später schon wieder aus vollem Herzen gelacht. Vor allem Odette ist mir ans Herz gewachsen, sie hat so eine wunderbare Einstellung zum Leben (und zum Sterben), sie sagt in der Regel frei heraus, was ihr durch den Kopf geht, und sie hat schon als junges Mädchen eine kämpferische Haltung gezeigt, die für eine Frau ihrer Zeit empörend emanzipiert war.

Aber ich glaube, dass eine Figur wie Odette nur halb so gut funktionieren würde, gäbe es nicht ihre Freundinnen Clarice und Barbara Jean. Während Clarice in einer wohlhabenden kultivierten Familie aufgewachsen ist und sich als Pianistin einen Ruf gemacht hatte, bevor sie - sehr früh - heiratete, ist Barbara Jean die Tochter des Ortsflittchens. So ergänzen sich die drei Frauen schon seit langer Zeit und kümmern sich um einander. Ohne Odette und Barbara Jean wäre Clarice vermutlich eine verkniffene Kopie ihrer bigotten Mutter geworden, während Barbara Jean durch die Freundinnen - zumindest kurzzeitig - ein Zuhause gefunden hatte. Und Odette war sich schon als junges Mädchen sicher, dass sie ohne Clarice und Barbara Jean ziemlich einsam wäre, da ihre direkte Art nicht gerade dafür sorgt, dass sie leicht Freundschaften schließt.

Trotz der zum Teil wirklich schwerwiegenden Themen und der berührenden Erzählweise besteht "Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner" vor allem aus vielen skurrilen und amüsanten Szenen. Das liegt nicht nur an den Geistern, die Odettes Alltag immer wieder bereichern, sondern auch an dem vertrauten Miteinander der drei Frauen und ihrer Familien. Außerdem gelingt es dem Autor, selbst entscheidende Momente mit einer gewissen Leichtigkeit und Beiläufigkeit zu erzählen, die mir wirklich Spaß gemacht hat. Ich bin selten nach dem Lesen eines Romans so zufrieden gewesen wie nach diesem hier und kann euch dieses Buch nur empfehlen.

Sonntag, 26. Mai 2013

5 hässliche Fotos (13)

Auch wenn mir der Schlaf gefehlt hat, so bin ich in den letzten Tagen doch zumindest manchmal morgens rausgegangen und habe Fotos gemacht. Wobei ich den Titel eher umbenennen sollte in "Ein paar Tage mit hässlichen Fotos" ;) :

Dienstag Nr. 1

Dienstag Nr. 2

Mittwoch Nr. 1

Mittwoch Nr. 2

Mittwoch Nr. 3

Samstag Nr. 1

Samstag Nr. 2

Donnerstag, 23. Mai 2013

[Figurenkabinett] Miles Nailsmith Vorkosigan

Miles und ich habe uns an einem - für mich etwas einsamen - Abend in einer Buchhandlung kennengelernt. Es war einer dieser schönen Sommertage, an denen die Kollegen schon alles erledigt hatten und ich nur noch in der Abendschicht darauf warten konnte, dass sich vielleicht doch ein Kunde meiner erbarmt und ein Buch kauft. Zum Glück sah ich dann im Regal diesen Roman mit dem abgrundhässlichem Cover. Schon beim Auspacken der Neuerscheinungen hatte ich mich gefragt, wie ich dieses Buch jemals verkaufen sollte. An diesem Abend beschloss ich, einfach mal reinzulesen und zu gucken, wie die Geschichte so ist.

Dabei benötigte es nur wenige Seiten von "Der Kadett" von Lois McMaster Bujold, um von Miles absolut hingerissen zu sein. Der junge Mann, dem ich da begegnete, hatte trotz extrem widriger Umstände eine Menge Haltung und Durchsetzungskraft. Er gehört zu den Charakteren, deren aberwitzige Ideen sich in dem Moment, in denen sie sie äußern, überaus stimmig und logisch anhören. Und wenn Miles sich für etwas begeistert, dann möchte man gleich mit ihm zusammen in die Schlacht ziehen und die Welt verändern. Obwohl er immer wieder von Selbstzweifeln geprägt ist, sind das Gefühle, die er nur mit sich und den Personen ausmacht, die ihm sehr nahe stehen. Etwas, das ihn realistisch, aber nicht wehleidig werden lässt - obwohl er auch dazu gute Gründe gehabt hätte. Außerdem scheint er jede Person ernst zu nehmen, unabhängig von Aussehen, Geschlecht und Rasse, was ihn zu einem hervorragenden Anführer und Diplomaten macht.

Miles Vorkosigan wurde sehr von der militärischen Gesellschaft geprägt, in der er aufgewachsen ist - und diese militärische Gesellschaft wurde geprägt von der Zeit, in der der Planet Barrayar keinen Kontakt zu anderen Planeten hatte, was dazu führte, dass Barrayar ein wenig hinterwäldlerisch wirkt. Obwohl Miles sich aufgrund eines Giftgasanschlags, der auf seine Mutter verübt wurde, als diese schwanger war, mit diversen körperlichen Problemen herumschlagen muss, möchte er unbedingt zum Militär gehen - wie sich das für einen Mann seines Standes gehört. Ihm ist bewusst, dass die Aufnahmeprüfung für die Militärakademie nicht allein mit seinem überlegenen Intellekt zu schaffen sein wird, aber er hätte nie erwartet, dass er - wortwörtlich! - schon an der ersten Hürde scheitern würde.

So findet er sich schnell in einem "Erholungsurlaub" auf dem Heimatplaneten seiner Mutter Cordelia wieder, statt seine militärische Ausbildung anfangen zu dürfen. Aber Miles wäre nicht Miles, wenn er nicht sogar auf dem überaus zivilisierten Planeten Beta in Schwierigkeiten geraten würde. So stolpert er über einen verzweifelten Raumpiloten, der droht, mit seinem Raumschiff auf den Planeten zu stürzen, wenn jemand versuchen sollte, es ihm wegzunehmen, und mischt sich in die Angelegenheit ein. Nach einer erstaunlich kurzen und überraschenden Verhandlung endet es damit, dass Miles sich in Besitz eines alten Raumschiffs sieht, für eine kleine Mannschaft verantwortlich ist und dringend eine Möglichkeit finden muss, um Geld zu verdienen, damit er den Schiffskredit abbezahlen kann.

Miles' Unfähigkeit, sich aus schwierigen Situationen rauszuhalten, seine Hyperaktivität, seine ausgesprochen hohe Intelligenz und die Loyalität, die seine Leute - wider besseres Wissen - für ihn empfinden, sorgen für überaus amüsante Geschichten. Miles erlebt in verschiedenen (militärischen, privaten und diplomatischen) Missionen die unglaublichsten Dinge, steht im Laufe seines Lebens an der Spitze einer Söldnerarmee und sitzt immer wieder zwischen den Stühlen, wenn es um seine Treue zu seinem Kaiser und seiner Welt geht und um die Entscheidungen, die er bei seinen Reisen treffen muss.

Lois McMaster Bujold hat es mir im Laufe der Zeit ermöglicht, Miles von seiner Geburt (genau genommen sogar vom Kennenlernen seiner Eltern) an zu begleiten. Ich habe miterlebt, wie er mit all seinen körperlichen Beeinträchtigungen haderte, wie er sich das erste Mal verliebte, wie er dazu neigte, ständig Verantwortung für Dinge zu übernehmen, die nicht in seiner Hand lagen, und mich köstlich darüber amüsiert, wie jedes seiner Vorhaben eine unheimliche Eigendynamik entwickelte. Jeden Roman beginne ich - auch beim wiederholten Lesen - mit einer großen Neugier auf die Welt und die Figuren, die mir dort begegnen. Im Laufe der Geschichte werde ich immer atemloser und aufgedrehter vor Spannung und Lachen, und am Ende bin ich nach dem Lesen eines Miles-Vorkosigan-Romans immer vollkommen fertig, weil das Tempo der Handlung immer weiter anzieht und ich so mitgefiebert habe. Dabei sind die Geschichten nicht nur spannend und lustig, sondern auch voller kritischer Sichtweisen auf Rollenklischees - auch oder gerade in der Science Fiction - oder gesellschaftliche Traditionen.

Es gibt eigentlich nur ein einziges Problem, wenn man Miles Abenteuer erleben möchte:
Die fürchterliche Veröffentlichungspolitik der Autorin und der Verlage!

Ich kann verstehen, dass Lois McMaster Bujold ihre Geschichten nicht chronologisch schreibt, aber es ist fast unmöglich, den Überblick über die Reihenfolge der Romane und zusätzlich erschienenen Kurzgeschichten zu behalten. Der Heyne-Verlag hat mal versucht, die Bücher und Geschichten chronologisch in Sammelbänden zusammen zu fassen, aber nicht einmal diese Ausgabe ist vollständig. Wer also nun Interesse an Miles entwickelt hat, darf sich entweder einen ersten Einblick verschaffen, in dem er versucht, gebraucht "Der junge Miles" (Heyne-Sammelband mit den ersten beiden Miles-Geschichten) oder "Der Kadett" (scheußliches Cover, so ein scheußliches Cover!) aufzutreiben, oder indem er sich durch das verwirrende englischsprachige Angebot wühlt. ;)

Mittwoch, 22. Mai 2013

Alice Hoffman: Im Hexenhaus

Hermia hatte während der "7 Days - 7 Books"-Aktion "Märzkinder" von Alice Hoffman gelesen und mich mit dem, was sie zu dem Buch geschrieben hatte, auf die Autorin neugierig gemacht. In unserer Bibliothek habe ich in den letzten Wochen erst nur "Die Mädchen von nebenan" ausleihen können, aber das hat mich spontan nicht so angesprochen. Am Wochenende aber habe ich dann mit "Im Hexenhaus" anfangen können und den Roman gleich in einem Zug gelesen (und danach dann doch noch "Die Mädchen von nebenan").

Der Anfang von "Im Hexenhaus" wird jedem bekannt vorkommen, der den Film "Zauberhafte Schwestern" mit Sandra Bullock und Nicole Kidman schon mal gesehen hat, denn der Roman war die Vorlage zu dem Film. Aber so viele Gemeinsamkeiten gibt es letztendlich zwischen der Verfilmung und dem Buch nicht, wenn man von der Grundidee und der Gestaltung der Charaktere absieht. Die Schwestern Sally und Gillian Owens wachsen bei ihren Tanten auf, nachdem ihre Eltern viel zu früh gestorben sind. Die Tanten sind im Ort als Hexen verschrien, was nicht nur an ihrem unheimlichen Haus liegt, sondern auch an den Dingen, die sie ihren Kundinnen verkaufen, wenn diese auf der Suche nach Liebestränken u. ä. an ihre Tür klopfen.

Der Ruf der Tanten führt dazu, dass Sally und Gillian keine Freunde finden und deshalb sehr aufeinander angewiesen sind. Dabei sind die Schwestern so unterschiedlich, wie zwei Menschen nur sein können. Während Sally sich nicht nur um ihre kleine Schwester, sondern auch um den Haushalt ihrer Tanten kümmert, nutzt Gillian ihre Teenagerzeit, um den Jungs, die sie als Kind immer geärgert haben, den Kopf zu verdrehen. So verwundert es auch niemanden, dass sich Gillian sehr früh aus dem Staub macht und sich die folgenden Jahre von einem Mann (und einem Kellnerinnenjob) zum nächsten treiben lässt.

Sally hingegen, die wild entschlossen war, sich niemals zu verlieben, heiratet mit Anfang zwanzig und bekommt zwei Kinder. Doch nach dem frühen Tod ihres Mannes verlässt auch sie die Tanten, um in einer anderen Stadt mit ihren Töchtern ein neues Leben anzufangen, ohne dass jemand sie oder ihre Kinder als unheilbringende Hexen beschimpft. Erst viele Jahre später sollen sich Sally und Gillian wiedersehen und einander wieder beistehen.

Ich muss gestehen, dass ich bei dem Roman immer wieder das Problem hatte, dass ich bestimmte Entwicklungen erwartet hatte und dann irritiert war, wenn sie nicht vorkamen. Dabei war die Geschichte toll zu lesen, in sich eigentlich viel stimmiger und "realistischer" als die Filmhandlung und ganz wunderbar atmosphärisch. Alice Hoffman scheint - wenn ich das nach zwei Büchern beurteilen kann - immer wieder bestimmte Elemente aufzunehmen, und da das Elemente sind, die mir gut gefallen (das Verhältnis zur Familie, die Ernüchterung von Teenagern, wenn sie entdecken, dass das "Erwachsensein" viel weniger lustig ist als erwartet, und ähnliches) werde ich auf jeden Fall noch mehr von der Autorin lesen.

Doch vor allem hat ihre Schreibweise dafür gesorgt, dass ich "Im Hexenhaus" so gern gelesen habe. Sie erzählt von alltäglichen Familienauseinandersetzungen auf eine sehr liebevolle Weise, immer wieder musste ich schmunzeln oder war gerührt. Dann kombiniert sie kleine magische Elemente mit einer realen Geschichte. Ich würde weder "Im Hexenhaus" noch "Die Mädchen von nebenan" jemals als fantastische Romane bezeichnen, aber beide Geschichten beinhalten zauberhafte Momente - manchmal mit und manchmal ohne Magie.

So kann ein solcher Moment darin bestehen, dass ein Mädchen mitten in der Nacht von einer älteren Nachbarin bei einer Straftat beobachtet wird und beide sich in diesem Moment über den Duft der Rosen im Garten der Frau austauschen, statt dass die Polizei gerufen wird. Und bei den "richtigen" magischen Szenen mischen sich kleine Aberglauben (Salz über die Schulter, ein Hof rund um den Mond als Zeichen für Unheil) mit besonderen Fähigkeiten. In der Geschichte ist das immer sehr stimmig umgesetzt und sorgt für eine ungewöhnliche Atmosphäre, mit der ich mich sehr wohlgefühlt habe.

Bei "Die Mädchen von nebenan" gab es Wechsel von der 1. in die 3. Person bei der Erzählperspektive, die mir nicht ganz so gut gefallen haben, aber ansonsten hatte ich bei beiden Büchern eigentlich nichts anzumerken, was mich gestört hätte, und so bin ich mir sicher, dass ich demnächst noch mehr von Alice Hoffman lesen werde.

Dienstag, 21. Mai 2013

Tanya Huff: The Complete Keeper Chronicles

"The Complete Keeper Chronicles" von Tanya Huff war mein Mai-Buch für meine persönliche English-Challenge. Genauer gesagt waren es drei Romane in einem Sammelband. Wenn jemand von euch nach meiner Rezension auf die Trilogie neugierig geworden sein sollte, dann gebe ich euch einen dringenden Rat: Lest nicht die Inhaltsangabe von Band 2 und 3, denn dann fangt ihr euch böse Spoiler ein! "The Complete Keeper Chronicles" beinhaltet die Bände "Summon the Keeper", "The Second Summoning" und "Long Hot Summoning". Während der erste Teil sich vor allem um Claire Hansen dreht, spielt bei den anderen beiden Romanen ihre kleinen Schwester Diana eine größere Rolle.

Doch erst einmal zu "Summon the Keeper": Claire Hansen ist ein Keeper, was bedeutet, dass sie dafür verantwortlich ist, Löcher im "Gewebe" der Welt zu stopfen. Diese Löcher entstehen zum Beispiel durch besonders böse Taten und können nicht nur das Gleichgewicht der Welt stören, sondern auch dem Bösen Zugang zu unserer Realität verschaffen. Um diese Löcher zu stopfen, muss Claire Magie anwenden, und das tut sie dort, wohin sie gerufen wird. Seit sie die Schule abgeschlossen hat - was vor zehn Jahren war -, lebt sie aus dem Koffer und reist mit ihrem Kater Austin zu den Punkten, an denen sie gebraucht wird.

In "Summon the Keeper" zieht sie der Ruf nach Kingston. Doch bevor sie den genauen Punkt findet, an dem sie eingreifen soll, landet sie zur Übernachtung in einem vernachlässigtem Hotel. Und als Claire am nächsten Morgen aufwacht, muss sie feststellen, dass sie von nun an für das "Elysian Fields Guest House" verantwortlich ist, inklusive Dean, dem "Mädchen für alles", einem unvermietbaren Zimmer mit einer Dame im Dornröschenschlaf und einem der gefährlichsten Kellerräume, die sich ein Keeper nur vorstellen kann. Zum Glück ist der ewig hungrige Austin jederzeit bereit, ihr mit Ratschlägen und frechen Bemerkungen beizustehen.

Tanya Huff meint im Vorwort, dass ihr Versuch, einen witzigen Roman zu schreiben, für sie extrem heraufordernd war, aber meiner Meinung nach ist ihr das wirklich gut gelungen. Trotz des einen oder anderen eher billigen Witzes und einiger vorhersehbarer Wendungen habe ich mich sehr gut beim Lesen amüsiert. Und das nicht nur beim ersten Band der Trilogie, sondern auch bei den weiteren beiden Teilen, obwohl da einige Elemente schon vertraut waren und Austins Humor auf Dauer etwas sehr bauch- und überlegenheitsbewusstseinsgesteuert ist.

Ich mochte die Charaktere, und sogar für die Hölle (*g*) habe ich im Laufe der Geschichte so etwas wie Sympathie empfunden. Doch vor allem - und da muss ich zugeben, dass ich das in "The Second Summoning" und in "Long Hot Summoning" etwas vermisst habe - das Hotel hat mich schnell gefangen genommen. Im "Elysian Fields Guest House" wird einfach alles möglich, und neben der einzigartigen Atmosphäre und der guten Küche tragen auch die verschiedenen Gäste zu einem entspannten Aufenthalt (oder eben ein paar verflixt unterhaltsamen Lesestunden) bei. Wer amüsante Urban-Fantasy mit sympathischen Charakteren, vielen Katzenmomenten und ungewöhnlichen Bösewichten mag, der kann mit "The Complete Keeper Chronicles" eigentlich nur dann etwas falsch machen, wenn er damit Probleme hat, sehr, sehr schwere Bücher längere Zeit in der Hand zu halten.

Montag, 20. Mai 2013

Lucy Maud Montgomery: Anne auf Green Gables

"Anne auf Green Gables" von Lucy Maud Montgomery ist für mich mal wieder ein Re-Read und wurde von mir für die "100 Bücher"-Challenge gelesen. Das erste Mal habe ich die Anne-Geschichten als Teenager gelesen, als ich die Bücher von zwei Freundinnen geliehen bekommen hatte. In den folgenden Jahren habe ich die zwar immer mal wieder gelesen, aber da ich die Romane nicht selber hatte, ist das letzte Mal so lange her, dass ich mich nur noch an die Charaktere erinnern konnte und an fast keine Details. Umso schöner war es jetzt, die ganzen kleinen und großen Abenteuer und Katastrophen von Anne noch einmal so erleben zu können, als würde ich die Geschichte zum ersten Mal lesen.

Doch erst einmal zum Inhalt: Auf der Farm Green Gables leben die beiden älteren Geschwister Marilla und Matthew Cuthbert, die eines Tages beschließen, einen zehnjährigen Jungen zu adoptieren, der Matthew bei der Farmarbeit zur Hand gehen kann. Doch statt eines kleinen Jungen wartet eines Tages die rothaarige und fantasiebegabte Anne Shirley auf dem Bahnhof darauf, dass sie abgeholt wird. Ist Marilla anfangs noch wild entschlossen, das Missverständnis aufzuklären und das unerwünschte Mädchen wieder zurück ins Waisenhaus zu schicken, so verfällt auch diese spröde Frau schnell dem sonnigen und plappernden Wesen von Anne.

So engagiert Matthew einen Jungen aus dem Ort für die Farmarbeit und verbringt die folgenden Jahre damit, Anne zu verwöhnen, wenn Marilla bei ihrer Erziehung mal wieder zu streng und sachlich vorgeht. Dabei stellt das rothaarige Mädchen mit all seinen Einfällen das Leben der beiden Geschwister gründlich auf den Kopf - und wenn nicht ihre Fantasie sie in Schwierigkeiten bringt, dann passieren ihr immer wieder Missgeschicke, die sie zutiefst unglücklich machen, weil sie es doch nur gut gemeint hat. So serviert sie ihrer besten Freundin statt des selbstgemachten Johannisbeersafts von Marilla den ebenfalls selbstgebrauten Johannisbeerwein oder verwechselt beim Kuchenbacken aus Versehen die Zutaten ... So klein und banal diese Szenen zu sein scheinen, so amüsant werden sie von der Autorin erzählt.

Große, dramatische Ereignisse gibt es kaum, aber viele kleine Momente, die für die junge Anne manchmal das Ende der Welt zu sein scheinen. Aber natürlich erlebt das Waisenmädchen bei den Cuthberts auch viele schöne und unvergessliche Stunden, übersteht abenteuerliche Ereignisse mit ihren Freundinnen oder heimelige und liebevolle Momente auf Green Gables. Mir hat es so viel Spaß gemacht, Annes Aufwachsen auf Green Gables zu verfolgen, dass ich prompt für knapp 2 Euro das Gesamtwerk der Autorin für den Kindle runtergeladen habe und mich frage, warum ich gerade diese Kinderbücher nie nachgekauft habe. Wenn ich endlich mal all die anderen Lesevorhaben für diesen Monat erledigt habe, werde ich wohl nach Avonlea zurückkehren, wieder in Annes Welt abtauchen und herausfinden, wie der neue Nachbar reagiert, wenn er erfährt, dass sie aus Versehen seine Jerseykuh verkauft hat.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Dies und Das (03)

Wer sich gewundert hat, dass es von mir gerade entweder gar kein Lebenszeichen gibt oder nur einen ganzen Schwung Rezensionen, dem muss ich gestehen: Ich bin zur Zeit so richtig in Nörgellaune und wollte die eigentlich nicht mit euch teilen. Auf der anderen Seite könnte so ein Dies-und-Das-(Jammer-)Post vielleicht mal die Luft reinigen und dafür sorgen, dass ich auch mal wieder andere Dinge auf die Reihe bekomme. ;)

Shandy

Einer der Punkte, über die ich gerade recht viel jammern könnte, ist unser Kater Shandy. Wie so viele ältere Kater mit einer Vorgeschichte zum Thema Harnsteinerkrankungen hat der blöde Kerl angefangen, zu markieren. Früher hat er sich auch schon mal danebenbenommen, wenn er krank war oder wenn es viel Stress gab (und dazu gehörte für ihn auch, dass ich ausnahmsweise mal abends unterwegs war), aber das hielt sich in erträglichen Grenzen und passierte nur ein paar Mal im Jahr. Seitdem aber die beiden jungen Kater von unserem Nachbarn Freigang haben, ist es schlimmer geworden - und so richtig heftig, seitdem es Frühling ist. Inzwischen wird von uns jedes Zimmer kontrolliert, wenn wir mal für einige Minuten draußen waren, und richtig lustig kann es sein, wenn der Kater "allein" gelassen wird, ohne dass ein Mensch in der Wohnung ist. Es ist zwar in den letzten Tagen wieder ein kleines bisschen besser geworden, aber so ganz trauen wir dem Kerlchen nicht. Immerhin kann er jetzt nicht mehr den Fernseher erwischen, denn der trägt nun ein hübschen Mützchen, wenn wir nicht im Raum sind.


(Bevor jetzt die Frage aufkommt, warum wir einen Kater behalten, der sich so benimmt und damit auch schon einiges an Sachschaden angerichtet hat: Shandy gehört seit über 13 Jahren zur Familie, markieren ist - leider - ein vollkommen natürliches Verhalten für Kater, auch wenn es bei kastrierten Tieren deutlich seltener vorkommt, und ich setze kein Familienmitglied vor die Tür (egal, ob tierisch oder menschlich), nur weil es anstrengend wird.)


5hF

Dem einen oder anderen wird es schon aufgefallen sein: Es gab in den letzten Wochen keine hässlichen Fotos mehr (bzw. keine Posts für die "5 hässlichen Fotos". Erst einmal gehe ich gerade nur ungern aus dem Haus, wenn ich davon ausgehen muss, dass bei der Heimkehr wieder eine duftende Pfütze auf mich wartet, dann muss ich im Garten so einiges aufholen (wenn das Wetter nicht gerade zu nass dafür ist) und seit ein paar Wochen ärgern mich diverse Wehwechen und rauben mir gerade zusätzlich die Motivation. Wenn ich nicht deutlich weitere Strecken gehen will, dann kann ich eigentlich nur jeden Tag die gleiche Handvoll Straßen fotografieren, und trotz der frühlingshaften Veränderungen habe ich gerade das Gefühl, dass ich alle einigermaßen interessanten Motive (jaja, davon gab es auch nicht gerade viele) schon diverse Male abgelichtet habe. Ich habe das Ganze zwar "hässlich" genannt, aber nicht "unfassbar langweilig".


Die Wehwechen

Ich habe gerade so richtig die Nase voll davon, erkältet zu sein oder Kreislaufprobleme zu haben, weil das Wetter mal wieder innerhalb einer Woche von unter zehn bis um die fünfundzwanzig Grad alles zu bieten hat. Mit dem Muskelkater von der Gartenarbeit kann ich normalerweise auch besser leben als momentan, aber auf den Heuschnupfen, mit dem ich seit unserem Umzug in diese Stadt zu kämpfen habe, könnte ich ebenso verzichten wie auf allergische Reaktionen aufgrund von Insektenstichen. Dass ich aufgrund des Wetters nur hier und da aktiv werden kann und deshalb mit der Arbeit nicht hinterherkomme, hilft auch nicht - vor allem, da nun auch noch mein Rücken streikt. Das macht mich nur noch quengeliger, auch wenn ich deswegen endlich mal wieder meinen schrägen Vogel in Betrieb genommen habe.


Diese Wärmflasche habe ich vor ungefähr 20 Jahren geschenkt bekommen und sie hat mich schon durch so manche kalte Nacht und diverse Rückenprobleme gebracht.


Der Garten

Das Wetter lässt in diesem Jahr alles wirklich großartig wachsen - vor allem den Rasen, die Hecke und das Unkraut. Bei dauerndem Regen lassen sich aber all diese Bereiche nicht so wirklich gut in Schuss halten, und das geht mir sehr auf die Nerven. Vor allem die Ecke mit der verflixten Haselnuss ist schon wieder voll bewuchert, und ich werde dieses Gestrüpp wohl nie gekillt bekommen. Ich komme ja nicht mal mit der Spitzhacke weit genug in den Boden, um zumindest einen Teil der kleineren Wurzeln ausgraben zu können. Und während meine Osterglocken und Krokusse dieses Jahr nicht wiederkommen wollten, wuchert es von der Seite der Nachbarin, die seit zwei Jahren keinen Handgriff in ihrem Garten gemacht hat, fröhlich über den Zaun. Insgesamt finde ich die ganze Situation schrecklich frustrierend. Da ist es auch nicht hilfreich, wenn mir Freunde und Familie gerade ständig erzählen, wie toll so ein Garten sei und wie viel man aus meinem Stückchen machen könnte. Komischerweise will trotzdem keiner herkommen und den Kampf mit Unkraut und Haselnuss aufnehmen, dabei biete ich Rundum-Verpflegung und nette Gesellschaft bei der Gartenarbeit ... Solange ich weiter allein für das "grüne Erbe" meiner Vormieter verantwortlich bin, müssen sie also auch in Zukunft damit leben, dass man mich auf den Garten lieber nicht anspricht.


Update:

So sah der Beitrag gestern Abend aus und dann fehlten nur noch die Fotos, die ich heute morgen machen wollte. Und weil ich den Beitrag schon geschrieben hatte, veröffentliche ich ihn auch, obwohl ich mich heute Morgen gar nicht so nörgelig fühle. ;) Die Schmerzmittel schlagen inzwischen so weit an, dass ich mich - vorsichtig - fast normal bewegen kann. Der heutige Tierarztbesuch hat unserer Christie Erleichterung verschafft (die hoffentlich anhalten wird!), nachdem Madame in den letzten Tagen ... äh ... Verdauungsprobleme hatte und trotz Stress am Morgen und meiner Abwesenheit gab es keine Überraschungen in der Wohnung nach meiner Heimkehr.

Dass die wohnungshütende Nachbarstochter bei ihrem wöchentlichen Besuch gerade mal wieder alle unsere Mülltonnen bis zum Rand gefüllt hat, so dass wir Anwohner schon wieder unseren Müll bis zur nächsten Leerung stapeln müssen, ignoriere ich jetzt mal. Stattdessen klammere ich mich an folgende Tatsache:

Jammer-Posts helfen immer wieder zuverlässig gegen schlechte Laune!

Dienstag, 14. Mai 2013

SuB-Zuwachs im Mai (2)

Irgendwie kommen bei mir gerade mehr Manga/Comics an als Bücher, aber das ist vermutlich auch gar nicht schlecht, wenn ich mir so meinen SuB-Stand so angucke.

Am Samstag war wieder der Gratis-Comic-Tag und in diesem Jahr bin ich nicht in die Stadt gefahren, um mich gemeinsam mit meinem Mann durch die Menschenmassen zu kämpfen. Stattdessen profitiere ich nun von einem netten Angebot und habe heute einen kompletten Satz der GCT-Hefte bekommen:


Außerdem gab es einen Roman, der hoffentlich nicht zu lange auf dem SuB bleiben wird, nachdem ich so viele begeisterte Rezensionen dazu gelesen haben, und zwei Comics, wobei ich "Monster Allergy" schon kenne und mag. ;)


Da ich seit gestern Abend höllische Rückenschmerzen habe und deshalb heute nicht am Schreibtisch arbeiten  oder andere dringende Sachen erledigen kann, wandere ich jetzt zurück aufs Sofa, packe mir meine heiße Wärmflasche auf die schmerzende Stelle und stöbere quer durch das Angebot des Gratis-Comic-Tags.

Montag, 6. Mai 2013

Dies und Das (02): Internationale Anti-Diät-Tag

Heute ist schon wieder der 6. Mai und somit auch der "Internationale Anti-Diät-Tag". Dieser Tag wurde von der britischen Autorin Mary Evans Young ins Leben gerufen, um Schönheitsideale zu hinterfragen, über die Gefahren von Diäten (und denen von Essstörungen, die häufig mit einem falschen Körpergefühl verbundenen sind) aufzuklären und gegen Diskriminierung aufgrund des Gewichts eines Menschen vorzugehen. Für mich persönlich ist dieser Tag einer der Punkte im Jahr, an denen ich mich wieder mehr darum bemühe, mein Essen bewusster zu genießen

Seit dem letzten "Internationalen Anti-Diät-Tag" bin ich über eine Menge Blogartikel gestolpert, die dazu aufrufen, dicke Frauen (eigentlich natürlich dicke Menschen, aber Männer scheinen da weniger Probleme zu haben als Frauen oder reden vielleicht auch nur weniger darüber) so zu akzeptieren, wie sie sind, und nicht wegen ihres Gewichts vorzuverurteilen. Und vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber ich habe das Gefühl, dass ich immer häufiger auch auf Blogs stoße, in denen dicke Menschen ganz wunderbar selbstbewusst über Mode bloggen, gegen Vorurteile anschreiben oder einfach mal ihren Frust über ein Umfeld, das bestimmen will, was "schön" und "gesund" ist,  loslassen.

Der aktuellste Artikel, über den ich in den letzten Wochen gestolpert bin, ist "Ich bin ein Einhorn, verdammt noch mal" von The Restless Hedonist, und da kommt gut zum Ausdruck, wie Tag für Tag immer wieder das eigene Aussehen und das eigene Gewicht verteidigt werden muss gegen Vorurteile, abfällige Äußerungen und die Vorstellungen der Modeindustrie davon, wie sich dicke Menschen zu kleiden haben. ;) Dabei muss man nur einmal die Artikel dieser Bloggerin überfliegen und Ragen beim Tanzen zusehen, um nicht nur zu bemerken, wie kraftvoll und gesund ein dicker Mensch sein kann, sondern auch, um einige Denkanstöße zu dem Thema zu bekommen.

Und weil ich den Artikel schon am Sonntag geschrieben habe und ein Beitrag ohne Fotos ja schrecklich langweilig aussieht, gibt es hier noch ein paar Bilder vom gestrigen Essen. ;)

Sonntagsfrühstück

Sonntagsnachmittag mit Kakao und Kuchen

Abends Rote-Linsen-Paprikasuppe

Und ein kleine Nachtisch :)

Samstag, 4. Mai 2013

Die Frau in Weiß vs. The Woman in White

Für den Mai hatte ich mir für die "Bücher, die man gelesen haben muss"-Challenge "Die Frau in Weiß" von Wilkie Collins vorgenommen. Dieser viktorianische Schriftsteller gilt als Begründer der "Mystery Thriller" und auf das Genre habe ich zur Zeit eh gerade Lust. ;)

Pünktlich lieferte mir die Stadtbibliothek "Die Frau in Weiß" in der ungekürzten Fischer-Klassik-Ausgabe (Fischer Verlag, Oktober 2009), die von Arno Schmidt übersetzt wurde, und dann las ich die ersten Seiten. Und las sie noch einmal ... und noch einmal ... Dann griff ich zu meinem Reader und guckte, ob ich nicht kurzfristig zum Vergleich eine englische Variante davon finden würde. Zum Glück war das kein Problem und schon konnte ich die beiden Versionen einander gegenüberstellen.

Um den Unterschied für euch deutlich zu machen, zitiere ich hier mal den Anfang der ersten Passage, die von der Hauptfigur Walter Hartright erzählt wird:
"Es war der letzte Tag im Juli. Der endlose heiße Sommer begann sich seinem Ende zu nähern; und wir, müde Pilgrime auf Londons Pflaster, fingen an, von Wolkenschatten über weiten Kornfeldern zu träumen oder frischen Herbstbrisen am Meeresstrand.
     Was speziell mein bescheidenes Selbst anbelangt, so hinterließ mich der scheidende Sommer körperlich in nicht gerade erfreulicher, geistig in lustloser und finanziell in ausgesprochen dürftiger Verfassung. Ich hatte während des vergangenen Jahres meine beruflichen Möglichkeiten nicht so sorgfältig wie sonst ausgeschöpft; eine Unbesonnenheit, infolge derer sich mir die Aussicht eröffnete, den Herbst fein sparsam und abwechselnd in dem kleinen Landhäuschen meiner Mutter in Hampstead und meiner eigenen Stadtwohnung zu verbringen."

(Wilkie Collins: "Die Frau in Weiß", Fischer Verlag 2009, S. 10)
"It was the last day of July. The long hot summer was drawing to a close; and we, the weary pilgrims of the London pavements, were beginning to think of the cloud-shadows of the cornfields, and the autumn breezes on the sea-shore.
     For my own poor part, the fading summer left me out of health, spirits, and, if the truth must be told, out of money as well. During the past year I had not managed my professional resources as carefully as usual; and my extravagance now limited me to the prospect of spending the autumn economically between my mother's cottage at Hampstead and my own chambers in town."

(Wilkie Collins: "The Woman in White", Public-Domain-Kindle-Ausgabe)
Ich denke gar nicht mal, dass der Übersetzer Arno Schmidt seine Sache schlecht gemacht hat (wenn man von dem Wort "Pilgrime" absieht). Und ich finde es auch fies, dass Übersetzer immer nur erwähnt werden, wenn man unzufrieden mit einem Text ist. ;) Aber in der Übersetzung wirkt dieser Text so viel pompöser - und somit für mich auch weniger flüssig lesbar - als im Englischen. Für manche Erzählweisen scheint das Deutsche, vor allem, wenn man es im direkten Vergleich sieht, einfach nicht gemacht zu sein. Vor allem der zweite Satz wirkt für mich im Englischen viel sympathischer und runder oder habt ihr das Gefühl, dass ich mich da anstelle?

Nach diesem Vergleich werde ich auf jeden Fall auf Englisch weiterlesen, auch wenn ich für die 685 Seiten wohl eine Weile brauchen werde. Im Zweifelsfall kann ich im Mai für die Challenge ja noch eines der vielen Kinderbücher einschieben, schließlich hat mir die Bibliothek auch "Anne auf Green Gables" ausleihen können. ;)

Freitag, 3. Mai 2013

SuB-Zuwachs im Mai

Der Mai ist gerade mal zwei Tage alt und bei mir kommt der erste SuB-Zuwachs für diesen Monat an.


Will Hill: Department 19 - Die Wiederkehr
(Da mir der erste Teil gut gefallen hatte, musste die Fortsetzung auch bei mir einziehen.)

Lissa Evans: Stuart Horten - Acht Münzen und eine magische Werkstatt
Lissa Evans: Stuart Horten - Sieben Rätsel und ein magischer Stern
(Caroline trägt die Schuld an diesen beiden Büchern und Kiya ist auch nicht ganz unschuldig!)

Ein paar Manga gab es auch wieder für mich und wenn ich mir den Stapel so angucke, dann sollte ich mal einen Manga-SuB-Abbau-Monat einlegen.



Für den Karton, in dem mein Lesefutternachschub ankam, hat Christie auch schon eine neue Verwendung gefunden:


Donnerstag, 2. Mai 2013

[DVD] The Woodsman and the Rain

"The Woodsman and the Rain" ist für mich meine Filmentdeckung des vergangenen Jahres. Zu dritt saßen wir damals in einem überfüllten und viel zu heißen Kino und wurden trotz der nicht so günstigen Rahmenbedingungen schnell von dem Film gefangen genommen. "The Woodsman and the Rain" gehört zu den wenigen Filmen, bei denen man relativ viel über die Handlung verraten kann, denn der Genuss entsteht beim Sehen weniger aus der Entwicklung der Geschichte als aus den vielen kleinen und häufig überaus amüsanten Szenen.

Die eine Hauptfigur ist der sechzigjährige Holzfäller Katsuhiko (gespielt von Koji Yakusho), dessen Leben schon seit langer Zeit in eingefahrenen Bahnen verläuft. Vor ein paar Jahren hat er seine Frau verloren und mit seinem Sohn versteht er sich nicht so gut. Er kann nicht nachvollziehen, dass dieser so antriebslos ist, keiner Arbeit nachgeht und es nicht mal auf die Reihe bekommt, die Wäsche reinzuholen, wenn es anfängt zu regnen. Eines Tages wird Katsuhiko bei seiner Arbeit von einem Mann unterbrochen, der zu einer Filmcrew gehört, die in der Nähe dreht. Torii ist für alles Organisatorische beim Dreh zuständig und soll nun dafür sorgen, dass der Kettensägenlärm des Holzfällers nicht weiter die Aufnahmen stört. Er ist es auch, der in den folgenden Tagen immer wieder die Hilfe von Katsuhiko erbittet.

Begeistert ist der Holzfäller nicht, aber er ist auch zu hilfsbereit, um diese orientierungslosen Städter sich selbst zu überlassen. So ist er zur Stelle, als eines der Crew-Autos feststeckt, oder lässt sich dazu überreden, als Führer auf der Suche nach weiteren Drehorten zu dienen oder sogar bei den Dreharbeiten einzuspringen. Dabei stolpert er immer wieder über einen jungen Mann, der teilnahmslos und passiv mit der Filmcrew rumhängt. Irgendwann platzt Katsuhiko der Kragen, während er zusieht, wie Torii mal wieder alle Arbeiten alleine macht, während der junge Mann abwartet, bis alles erledigt ist. Erst einige Zeit später findet der Holzfäller heraus, dass dieser Taugenichts niemand anderes ist als der vielversprechende Regisseur des Films.

Dabei ist Koichi (gespielt von Shun Oguri) vollkommen überfordert mit all der Verantwortung und unfähig, irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Erst durch Katsuhikos erfrischende Sicht auf die Dreharbeiten, durch seine Begeisterung nach dem Lesen des Drehbuchs und seine Fragen zu der Geschichte, entwickelt Koichi so etwas wie Rückgrat und greift aktiver in die Entstehung seines Films ein. Dabei entsteht eine wunderbare und ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern, die zu vielen leisen und doch unglaublich komischen Situationen führt. Katsuhiko lässt sich immer weiter auf die Dreharbeiten ein und zieht auch so nach und nach seine Freunde und Nachbarn als Helfer für den Film heran, was zu weiteren sehr lustigen Momenten führt.

Ich liebe den Humor in diesem Film, gerade weil er nicht so flach ist, sondern von vielen leisen Szenen und Situationskomik getragen wird. Die Schauspieler sind ebenfalls wunderbar. Koji Yakusho spielt den Holzfäller Katsuhiko nicht nur in seinem Alltag sehr überzeugend, sondern zeigt auch durch feine Veränderungen in Mimik und Gestik das wachsende Interesse des Mannes an den Geschehnissen rund um den Filmdreh und die dadurch in ihm vorgehenden Wandlungen. Einfach zu niedlich ist die Szene, in der er seinen Holzfällerkollegen von seinen ersten Erlebnissen als Statist erzählt. Da geht einem einfach das Herz auf, weil er zum ersten Mal richtig offen und fröhlich wirkt.

Shun Oguri hingegen beweist mit seiner Darstellung des Koichi Mut zur ... hm ... Unattraktivität. Sein Koichi ist so schrecklich antriebslos und schüchtern und lässt sich von jedem herumschubsen. Da kann man nur zu gut verstehen, dass Katsuhiko den jungen Mann anfangs am liebsten schütteln würde, damit er mal in die Gänge kommt. Und auch ihm nehme ich die langsamen Veränderungen ab und freue mich, wenn der kleine Regisseur im Laufe des Films lernt, Entscheidungen zu treffen und weniger auf seine Ängste zu hören. Er ist am Ende kein neuer Mensch, das wäre unglaubwürdig, aber er ist reifer geworden und das ist so schön zu verfolgen.

Bislang gibt es den Film nur auf Japanisch mit englischen Untertiteln, aber so ist es mir auch lieber, da eine Synchronisation in der Regel viel von der Atmosphäre zerstört. Wenn man die Augen aufhält und sich nicht nur auf deutsche Anbieter beschränkt, dann findet man die DVD online zu finanzierbaren Preisen - und die Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall. Wir haben "The Woodsman and the Rain" vor ein paar Tagen mit großer Freunde wieder gesehen und uns über die vielen amüsanten Szenen gefreut. Und ich bin mir sicher, dass der Film in den nächsten Jahren noch sehr oft von uns angeschaut wird.

Wer jetzt neugierig auf den Film geworden ist, kann sich bei Youtube mal den Trailer zu dem Film angucken: The Woodsman and the Rain (Trailer)

Mittwoch, 1. Mai 2013

Mai-SuB 2013

Im April hat es sich deutlich bemerkbar gemacht, dass ich nicht mehr "frei" hatte. Irgendwie wurde so nichts aus meinen Lesevorhaben, stattdessen habe ich einen (vorhersehbaren) Thriller nach dem anderen aus der Bibliothek gelesen. Geschrumpft ist mein SuB zwar trotzdem ein bisschen, aber deutlich weniger als erhofft. Insgesamt habe ich 18 Bücher und einen Comic gelesen, aber mein Leih-SuB ist immer noch nicht abgebaut (und die sieben Bibliotheksbücher, die ich in den nächsten drei Wochen noch lesen sollte, gucken mich auch vorwurfsvoll an). Also besteht mein Vorhaben für den Mai aus drei Punkten: 1. endlich die Leih-Biografie und die Bibliotheksbücher lesen, ohne sie verlängern zu müssen, 2. SuB-Vorhaben des letzten Monats nachholen und 3. fünf Bücher vom SuB lesen.


A (2)
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Tim Akers: Das Herz von Veridon

B (7)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Quentin Bates: Kalter Trost
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud  

C (1)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)

D (4)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben  

E (0)
Lissa Evans: Stuart Horten - Sieben Rätsel und ein magischer Stern
Lissa Evans: Stuart Horten - Acht Münzen und eine magische Werkstatt


F (9)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
Earlene Fowler: Tödliche Schatten

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (4)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Will Hill: Department 19 - Die Wiederkehr
Mark Hodder: Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (1)
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (3)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Boris Meyn: Die Schattenflotte
Edward Kelsey Moore: Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

O (0)
-

P (4)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung - In den Abgrund
Chris Priestley: Mister Creecher

Q (0)
-

R (11)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Sarah Rayner: Das Licht des frühen Tages
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und der Taschendrache
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (8)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (10)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 - Der gläserne Fluch
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
P.J. Tracy: Memento
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

U (0)
-

V (1)
Uwe Voehl: Tod und Schinken

W (5)
Danny Wallace: Auf den ersten Blick
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut
Elizabeth Woods: Caras Schatten

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Z (0)
-

83 Titel auf dem SuB


Englischer SuB:

Tanya Huff: The Complete Keeper Chronicles
Kelly Meding: Another Kind of Dead
Kelly Meding: As Lie the Dead
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Mastiff (The Legend of Beka Cooper #3)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Tamora Pierce: Tortall and other Lands

Titel auf dem englischen SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)