Sonntag, 30. Juni 2013

Harper Lee: Wer die Nachtigall stört ...

"Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee wurde von mir im Rahmen der "100 Bücher"-Challenge gelesen. Er ist wieder einer dieser Romane, von denen ich schon so viel gehört habe, den ich aber von mir aus vermutlich nicht so schnell gelesen hätte. Ich finde es immer wieder bedauerlich, dass mir inzwischen die Offenheit gegenüber diesen "Klassikern" fehlt, die ich als Kind hatte. Mit zwölf Jahren hatte ich alle Bereiche in unserer kleinen Stadtbibliothek durch, die mich interessierten, und habe mich danach einfach auf die übrigen Regale gestürzt und systematisch alles angeguckt, das ich nicht kannte. So habe ich in den folgenden Jahren auch viele Klassiker für mich entdeckt und mich quer durch die verschiedenen Stilrichtungen und Zeiten gelesen. Inzwischen - so fürchte ich - habe ich eine Menge vorgefasste Meinungen über viele der Bücher, die man "gelesen haben sollte" und greife stattdessen in der Regel lieber zu Fast-Food-Geschichten als zu einem Klassiker.

So hätte ich wohl auch nicht so schnell zu "Wer die Nachtigall stört ..." gegriffen, obwohl mir der Roman wirklich gut gefallen hat. Erzählt wird die Geschichte von der (anfangs) sechsjährigen Jean Louise "Scout" Fink, die gemeinsam mit ihrem vier Jahre älteren Bruder Jem die kleine Stadt Maycomb unsicher macht. Und während ich über die Handlung immer nur gehört hatte, dass es sich um Rassentrennung und die Ungleichbehandlung zwischen Schwarz und Weiß handelt, dreht sich der Roman doch vielmehr um die großen und kleinen Erlebnisse, die Scout und ihr Bruder in ihrer Kindheit haben. Dass dabei auch die Tatsache eine Rolle spielt, dass ihr Vater als Rechtsanwalt - gegen den Widerstand seiner Familie und zum Entsetzen der "ehrbaren" weißen Bevölkerung - einen Schwarzen verteidigt, fällt anfangs gar nicht so sehr ins Auge, sondern gehört eher zur Charakterbeschreibung von Scouts Vater Atticus Fink.

Erst im zweiten Teil des Buches bekommt man als Leser mehr über den Fall und die Gerichtsverhandlung mit, und hier gelingt es der Autorin, Stück für Stück mit erschreckender Deutlichkeit die Unschuld des Angeklagten aufzuzeigen, während einem weiterhin bewusst ist, dass an diesem Ort und zu dieser Zeit ein Freispruch für einen schwarzen Mann einfach nicht geschehen wird. Ich fand es überraschend angenehm, all diese Geschehnisse durch Scouts Augen zu erleben. Sie saugt zwar in kindlicher Neugier alle Details in sich auf, beschreibt Dinge, die ein Erwachsener vielleicht nicht als relevant empfinden wurde, aber ist doch erst einmal distanziert.

Scout fällt es schwer, das Gesehene und Erlebte zu bewerten, und sie denkt nicht in den gleichen Schubladen wie die Erwachsenen in ihrer Umgebung. Stattdessen scheint sie erst einmal alles hinzunehmen, um es später in einen - für sie logischen - Zusammenhang zu bringen. Das sorgt auf der einen Seite dafür, dass ich mich als Leser nicht so persönlich betroffen fühle und mehr Raum habe, um die treffenden Charakterbeschreibungen und die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen. Auf der anderen Seite zeigt diese Erzählweise überdeutlich, wie widersinnig eine solch rassistische Haltung ist - und leider auch, wie wenig ein einziger ehrbarer Mann gegen die Tyrannei der Masse bewirken kann.

Abgesehen davon, dass das eine wirklich tolle Art ist, um so eine Geschichte zu erzählen, hat Harper Lee auch ein Händchen für Figuren. Scout und Jem sind neu- und wissbegierige Kinder, und vor allem Scout fällt es oft schwer, all die Wissensbrocken und gesellschaftlichen Regeln richtig zuzuordnen. Die beiden stecken - ebenso wie ihr Freund Dill - voller Einfälle, Herausforderungen und Streiche, ohne dass sie bewusst boshaft handeln würden. Ihr Vater Atticus ist eine wunderbare Figur, auch wenn er sich für mich nicht wirklich real anfühlte, da er mir manchmal einfach zu gut war. Nicht fehlerfrei, aber dafür stoisch, gerecht, höflich und mit genügend Rückgrat, um für seine Überzeugungen einzustehen. Ein Ideal, an dem man sich orientieren kann, aber keine für mich wirklich greifbare Person.

Samstag, 29. Juni 2013

[Comic] Monster Allergy 1

Normalerweise schreibe ich nichts zu Veröffentlichungen, die mir persönlich am Herzen liegen. Da hätte ich immer das Gefühl, dass ich "Achtung, Werbung!" dazuschreiben müsste. ;) Bei "Monster Allergy" habe ich da weniger Hemmungen, denn als ich die ersten Cover dazu zu Gesicht bekam, war mein spontaner Gedanke: "Uff ... ein Funny ...". So gern ich Comics und Manga lese, so habe ich Funnys eigentlich seit meiner Teenagerzeit nicht mehr angerührt. Dann bekam ich die ersten Monster-Allergy-Texte zu lesen und der Humor sagte mir zu. Und so wurde ich dann doch neugierig auf die zeichnerische Umsetzung.

Der erste Band der Gesamtausgabe von "Monster Allergy" beinhaltet die ersten vier Episoden ("Das Haus der Monster", "Die Pyramide der Unverwundbaren", "Magnacat" und "Die schwebende Stadt") der Reihe - insgesamt werden im Laufe dieses Jahres acht Teile veröffentlicht, womit "Monster Allergy" zum ersten Mal komplett auf Deutsch erscheint. Die Geschichte handelt von Elena Patata, die gerade erst mit ihren Eltern nach Oldmill Village gezogen ist. Bevor sie sich noch in ihrer neuen Umgebung umgucken kann, bekommt sie Besuch von den beiden Nachbarmädchen Patty und Tatty. Um ihr das Einleben zu erleichtern, überreichen die Schwestern ihr eine Liste mit den Personen, die Elena unbedingt meiden muss, wenn sie schnell Fuß fassen will. Ganz oben auf der Liste steht der Name Zick - doch die abschreckenden Dinge, die Patty und Tatty Elena über den Nachbarjungen erzählen, wecken erst recht Elenas Neugier.


So unternimmt Elena allerlei Anstrengungen, um den abweisenden Zick besser kennenzulernen. Dabei schreckt das energische Mädchen nicht mal davor zurück, seinen übergewichtigen Kater Bandito gewaltsam in die Katzenklappe von Zicks Nacktkatze Timothy zu stecken oder dem rundum allergischen Jungen einen schon leicht angeschmuddelten Donut als Kennenlernpräsent zu überreichen. Als Elena dann noch dahinter kommt, dass Zick angeblich Monster sehen kann, ist sie vollends von dem ungewöhnlichen Nachbarn begeistert. Der Junge hingegen ist nicht so erfreut darüber, dass so ein energiegeladenes, neugieriges Mädchen in seine Gegend gezogen ist. Abgesehen davon, dass Zick so einige Geheimnisse hütet, die Elena nicht erfahren soll, bringt ihn seine neue Freundin auch immer wieder in Schwierigkeiten.


Egal, ob es in den Geschichten um einen verschwundenen Kater, um den Besuch einer etwas aufdringlichen Tante oder um einen Vertreter für Kochtöpfe geht, nur wenige Dinge sind in "Monster Allergy" so harmlos, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. So müssen Zick und Elena nicht nur hinter die Geheimnisse der verschiedensten Personen und Kreaturen kommen, sondern auch einige Gefahren bestehen. Dabei spielen die Monster, die in Zicks Haus leben, immer wieder eine wichtige Rolle. Doch vor allem gefallen mir die sympathischen Charaktere (Elena, Zick, Zicks - lebende und tote - Verwandschaft, sein Kater Timothy und knuffige Monster wie der nicht ganz so intelligente Bombo) und der Humor, der sowohl in den Dialogen als auch in den Zeichnungen zum Ausdruck kommt.


Der Zeichenstil hatte mich ja auf den ersten Blick nicht gepackt (Funny + Vorurteile ;) ), aber inzwischen muss ich zugeben, dass er mir richtig gut gefällt. Gestik und Mimik der verschiedenen Figuren ist sehr ausdrucksvoll und trotz wechselnder Zeichner gibt es keine Brüche zwischen den verschiedenen Episoden. Außerdem kann man immer wieder fantastische Elemente und viele liebevolle Details entdecken, die einfach nur Spaß machen. Hier und da merkt man zwar, dass die Serie für Kinder gedacht ist, aber auch als erwachsener Leser fühlte ich mich sehr gut unterhalten. Besonders hat mir gefallen, dass die einzelnen Episoden durch einen durchgehenden Handlungsstrang verbunden sind und man mit jeder Geschichte wieder ein bisschen mehr über die fantastischen Monster, Zicks besondere Eigenschaften und die - für die meisten Menschen verborgene - übernatürliche Welt erfährt.

Wenn ich hier schon Werbung mache - und weil ich Jano mit seinem neuen Verlag auch gern etwas unterstützen mag - , kann ich euch hier gleich auch noch die Verlagsseite von dani books verlinken, und dann gibt es von mir noch einen Direktlink zum ersten Band von "Monster Allergy". Die Gesamtausgabe wird übrigens inklusive der Digital Copy verkauft, die aber auch einzeln als PDF erhältlich ist ... ;)

Donnerstag, 20. Juni 2013

SuB-Zuwachs im Juni (2)

Wie im letzten SuB-Zugangspost schon angekündigt, brachte der Paketbote heute wieder ein paar Bücher ins Haus:


A.J. Cross: Kalter Schlaf
(Debüt einer forensischen Psychologin, Klappentext klang durchschnittlich, aber neugierig bin ich trotzdem
 - außerdem habe ich gerade eindeutig eine Krimiphase!)

Christine Drews: Schattenfreundin
(Krimilust, Münster und erster Band um das Ermittlerduo - ausreichende Punkte, um Interesse zu wecken.)

Kelly McCullough: Die zerborstene Klinge
(Ab und an benötige ich dann doch wieder klassische Fantasygeschichten.)

Kate Pocrass: Nimm mich mit! Das Entdecker-Tagebuch für deine Stadt
(Es ist ja keine Neuigkeit, dass ich in der neuen Stadt noch nicht so richtig angekommen bin - vielleicht hilft das Entdecker-Tagebuch ja eine andere Einstellung zu finden. ;) )

Sabine Städing: Magnolia Steel - Hexenflüstern
(Band 1 war nett, Band 2 soll nicht schlechter sein und fantastische Kinderbücher sind so schön erholsam.)



Und noch ein besonderer Leckerbissen für mich:


Ich habe schon mal durch den "Anhang" geblättert, der aus 46 Seiten Artbook besteht. Verdammt cool! Und wenn der Zeichner demnächst in der Nähe ist, dann hole ich mir noch eine hübsche Unterschrift für "Daffodil". :D

Mittwoch, 19. Juni 2013

Tamora Pierce: Tordall and Other Lands

Lange hat es gedauert, aber ich habe es in diesem Monat doch noch geschafft ein englisches Buch zu lesen. (Dank der heutigen Hitze das erste beendete Buch im Juni ... *seufz*) "Tordall and Other Lands" ist eine Kurzgeschichtensammlung von Tamora Pierce, in der - wie ich inzwischen festgestellt haben - Geschichten veröffentlicht wurden, die vorher in anderen Anthologien erschienen waren. So kannte ich die erste Geschichten "Student of Ostriches" schon aus "Young Warriors", das ich im September gelesen hatte. Zum Glück gefällt mir die Geschichte von dem Mädchen, das durch die Beobachtung ihrer heimischen Tierwelt kämpfen lernt, so gut, dass sie auch beim zweiten Mal wieder viel Spaß gemacht hat.

Insgesamt beinhaltet diese Anthologie elf Geschichten, die alle mehr oder weniger mit den Tordall-Romanen von Tamora Pierce zu tun haben.. So erkennt man bei "Student of Ostriches" nur anhand des am Ende vorkommenden Shang-Kriegers, dass die Handlung in der gleichen Welt angesiedelt ist wie die Geschichten von Alanna, Dhana, Keladry und Alianne. "Elder Brother" und "The Hidden Girl" haben ihren Ursprung in einem Vorfall, der mit einem der Dhana-Romane in Verbindung steht und zeigen sehr schön, wie es einem Baum ergeht, der aufgrund der magischen Gesetzmäßigkeiten in einen Mann verwandelt wurde.

"Nawat" hingegen erzählt die Geschichte von Alianne und dem Mann, der eigentlich eine Krähe ist, weiter, und zeigt, wie schwierig es sein kann, wenn man bei einer so unterschiedlichen Herkunft einen gemeinsamen Weg gehen will. Sehr gut gefällt es mir wie die Autorin dabei versucht aus Krähensicht das menschliche Leben zu beurteilen. ;) Dhanas Drachenmädchen "Kätzchen" (Kitty) ist die Hauptfigur in "A Dragon's Tale" und während es auf der einen Seite frustriert ist, weil es trotz aller Intelligenz nicht mit den Wesen um sich herum kommunizieren kann, beweist "Kätzchen" am Ende dann doch wieder, dass sie eigentlich noch ein Baby ist.

In "Lost" spielt ein Darkling, der sich mit einem mathematisch begabten Mädchen anfreundet, eine wichtige Rolle. Überhaupt sind die Darklinge in einigen der Geschichten sehr präsent - und ich mag die kleinen Kreaturen wirklich gern. "Time of Proving" (spielt auf sehr amüsante Art mit den Werten und Gesetzen zweier sehr unterschiedlichen Gesellschaften), "Plain Magic" (eine wundervolle schlichte Variante des Jungfrau-wird-Drachen-geopfert-Themas) und "Mimic" könnten in irgendeiner beliebigen fantastischen Welt spielen, machen aber alle drei wirklich Spaß.

Die letzten beiden Geschichten "Huntress" und "Testing" spielen hingegen in unserer Welt und während bei "Huntress" eine schöne Mischung aus altem Glauben und ... hm ... "Oberschicht-High-School-Geschichte" entstanden ist, erzählt "Testing eher von dem Leben und der Perspektive eines jungen Mädchen, das in einem Wohngruppe für Mädchen lebt, in der die Hausmütter vor einige Herausforderungen gestellt werden - ich gestehe, dass ich mich da gefragt habe, was davon Tamora Pierce als Hausmutter wirklich erlebt hat und welche Teile ihrer Fantasie entsprungen sind.

Es gibt ein paar Dinge, die all diese Kurzgeschichten gemeinsam haben: Sie alle sind spannend, berührend und amüsant zu lesen und ich habe sie wirklich genossen. Auf der anderen Seite ist mir die "Moral" bei Tamora Pierce Kurzgeschichten manchmal etwas zu plakativ angewandt. Was bei ihren Romanen zwar auch immer deutlich zu spüren ist, aber sonst eher mit der Geschichte mitläuft, ist hier zum Teil zu sehr im Vordergrund. Und bei allem Vergnügen hätte ich gern den einen oder anderen Fingerzeig gestrichen, da ich schon beim ersten Mal kapiert hatte, worauf die Autorin hinaus wollte. Trotzdem finde ich jede einzelne Geschichte wirklich lesenswert und es war spannend auch mal etwas "moderneres" von diese Autorin zu lesen.

Dienstag, 18. Juni 2013

SuB-Zuwachs im Juni

Ich hoffe sehr, dass ich in der zweiten Juni-Hälfte wieder mehr zum Lesen komme, denn bislang habe ich kein einziges Buch beendet und finde das eher unbefriedigen. Der Feed-Reader beinhaltet einen Haufen Beiträge, die von mir immer auf "morgen" geschoben werden, der SuB ruht in Frieden und die Bibliotheksbücher springen bald aus dem Regal und begraben mich unter sich. ;) Stattdessen entspanne ich abends mit dem DS oder Hitchcock-Filmen und bin froh, wenn ich nicht mehr denken muss.

Normalerweise wäre ich unter diesen Umständen auch brav und würde keine neuen Bücher kaufen, aber hier und da gucke ich ja dann doch wieder auf andere Blogs und lasse mich in Versuchung führen. Dieses Mal (mal wieder) von Kiya und das führte heute zu diesen Neuzugängen:


(Natürlich erreichte mich prompt heute dann auch noch die Frage, ob ich in den nächsten Tagen daheim bin, um ein neues Buchpaket in Empfang zu nehmen. Was für ein Timing! *g*)

Mittwoch, 12. Juni 2013

Die spinnt, die Winterkatze!

Manchmal habe ich das Gefühl, ich gucke mir selber bei meinen Aktionen zu und weiß nicht so recht, was mir da durch den Kopf geht. ;)

Heute morgen habe ich - wie fast jeden Mittwoch - einen Blick auf die Bücher geworfen, die ich in den letzten Wochen aus der Bibliothek geliehen hatte. Da ich in diesem Monat noch kein einziges Buch gelesen habe (die x angefangenen Titel zählen da wirklich nicht, sehr weit bin ich nicht gekommen), wollte ich unbedingt radikal sein und alles zurück bringen, was ich vermutlich eh nicht lesen werde. Also habe ich kurz jedes Buch angeblättert ... und am Ende blieben diese Romane im Regal:


Nicht gerade ein schaffbares Pensum, wenn man zu viel um die Ohren hat, um zu lesen. Aber irgendwie möchte ich den Büchern doch noch eine Chance geben. Außerdem warteten ja heute nur zwei Bücher im Vormerkregal auf mich, die sich bestimmt schnell lesen lassen - zumindest habe ich mir das eingeredet.


Das wären ja nun eigentlich genug Bibliotheksbücher gewesen oder findet ihr nicht?

Aber dann war da dieses Buch direkt neben der Selbstverbuchung aufgestellt ... und ich musste ja die Wartezeit vor dem Gerät irgendwie überbrücken ... das Thema ist wirklich ungewöhnlich ... und 944 kleinbedruckte Seiten sind auch gar nicht so viel ...


Sagte ich schon, dass ich gerade eh keine Zeit zum Lesen habe?

Dienstag, 11. Juni 2013

Aber ich kenn' den Mörder doch schon!

Immer wieder höre ich von Freunden oder lese auf anderen Blogs, dass Krimis nur einmal gelesen werden. Schließlich würde man den Mörder ja schon kennen und deshalb gebe es keinen Grund, das Buch noch einmal zur Hand zu nehmen. Unter diesen Umständen frage ich mich ein bisschen, warum diese Leute nicht einfach nur noch zu Bibliotheksausleihen greifen. Denn wenn ich von vornherein weiß, dass ich einen Roman nur ein einziges Mal lesen werde, dann brauche ich ihn auch nicht zu kaufen.

Für mich ist diese Haltung wirklich unverständlich. Ich lese Bücher gern zum wiederholten Mal. Natürlich ist es gerade bei einem Krimi ein bisschen spannender, wenn man noch mitraten kann und keine Ahnung hat, wer der Täter ist und welche Motivation ihn bewegte. Aber wenn es allein darum ginge, dann würde mir ein Krimi nicht viel bringen. Mir kommt es auch auf die Erzählweise an, darauf, dass ein Autor ein guter Beobachter ist und mir einen atmosphärischen Hintergrund für seine Geschichte bietet. Ich mag bei Krimis, dass sie in der Regel auch als Sozialstudie fungieren, dass sie zum Teil einen überspitzten und ironischen Blick auf die Gesellschaft werfen oder einen besonderen Aspekt kritisch beleuchten.

Und das alles bekomme ich bei einem Krimi nicht in einem trockenen und wissenschaftlichen Ton präsentiert wie bei einem Sachbuch, sondern eingebettet in eine spannende und unterhaltsame Handlung. Vielleicht bietet mit ein Krimi auch Einblick in ein anderes Land (zuletzt sehr schön bei Deon Meyers "Dreizehn Stunden") oder in eine andere Zeit - wobei ich bei letzterem auch mal "großzügiger" sein kann, wenn die historische Korrektheit zugunsten der Geschichte übergangen wird (aber dann möchte ich darüber auch in einem Nachwort aufgeklärt werden). Wenn dann noch die handelnden Charaktere sympathisch oder skurril oder einfach nur faszinierend sind, dann bin ich glücklich.

Einen gut geschriebenen Krimi kann ich - ebenso wie jedes andere Buch, das mich auf irgendeiner Ebene besonders anspricht - immer wieder lesen. Da ist es nicht relevant, dass ich die Handlung und die Auflösung schon kenne! Da geht es mir darum, neue Details zu entdecken, die Geschichte vielleicht aus einer anderen Perspektive zu erleben, gerade weil ich die Lösung schon kenne, oder einfach ein Wiedersehen mit bestimmten Charakteren, die mir ans Herz gewachsen sind, zu feiern.

Dann wieder greife ich zu einem schon gelesenen Roman, weil ich in genau diesem Moment einer bestimmten Stimmung nachgeben möchte. Wenn ich ein Buch schon kenne, dann kann ich genau sagen, dass es zu dieser Stimmung passt oder ich kann davon ausgehen, dass es spannend genug ist, um mich von meinem Alltag abzulenken. Habe ich das Gefühl, dass ich in irgendeiner Form trostbedürftig bin, dann lasse ich mich gern in einen englischen Landhaus-Krimi fallen, denn trotz des Verbrechens, das im Mittelpunkt steht, kann ich bei vielen dieser Bücher davon ausgehen, dass mir eine heimelige und idyllische Umgebung geboten wird. All diese Aspekte haben nichts mit der Jagd nach dem Täter zu tun!

Zu behaupten, dass ein nochmaliges lesen eines Krimis nichts bringen würde, wenn man die Handlung schon kennt, ist in meinen Augen genauso widersinnig wie die Aussage, dass man keinen Liebesroman lesen müsste, denn man könne ja davon ausgehen, dass sich die Hauptfiguren am Ende schon kriegen werden. ;)

Wie ist es bei euch? Lest ihr Bücher - und vor allem Kriminalromane - noch einmal oder ist das für euch sinnlos, wenn ihr die Handlung schon kennt?

Sonntag, 9. Juni 2013

5 hässliche Fotos (14+15)

Dienstag habe ich den Spaziergang zugunsten von fünf Ladungen Wäsche, die schon viel zu lange auf einen Tag auf der Bleiche gewartet haben, sowie einer unkrautfreien Fläche vor dem Balkon gestrichen. Dafür gab es Sonnenschein und einen Blick auf den wuchernden Garten:



Definitiv ein hässliches Foto!
 Das gleiche Foto vom Balkon hat übrigens auch der Vermieter zugeschickt bekommen, der uns letztes Jahr versprochen hat, dass er den Aufgang zum Balkon neu machen lassen würde. Mal gucken, was daraus wird - und wann. ;)


Und so sah der Post vor 1,5 Wochen aus ... am Mittwoch hatte ich dann die Kamera vergessen, als ich losging. Am Donnerstag wurde nix aus dem Spaziergang, Freitag gab der Akku beim ersten Fotoversuch auf und am Wochenende hatte ich dann andere Dinge im Kopf. ;)

In der vergangenen Woche sollte es dann wieder mit den Spaziergängen weitergehen:

Allerdings hatte ich am Montag mit den 2,5 Stunden Rasenmähen dann doch genügend Bewegung und keine Lust, noch einen Fuß vor die Tür zu setzen. ;)

Dienstag

Mittwoch

Mittwoch 2

Am Donnerstag habe ich die kühlen Morgenstunden dann lieber mit dieser Kieskante verbracht. Nach zwei Stunden hatte ich all diese feinen kleinen Unkräuter so weit gezupft, dass sie zumindest von Ferne so wirkt, als ob sie gepflegt wäre. 

Donnerstag
Ab Donnerstagmittag steckte ich mit der Nase in Arbeit und hinkte hoffnungslos hinter meiner to-do-Liste hinterher - und da habe ich dann ohne nachzudenken mal wieder den Spaziergang gestrichen, um die kurze Nacht morgens mit einem Stündchen mehr Schlaf auszugleichen.

Montag startet der nächste Versuch, endlich wieder an 5 Tagen mit der Kamera vor die Tür zu gehen. Aber ich fürchte, der Garten und die Arbeit werden mir da in den nächsten Wochen weiterhin einiges an Motivation mopsen.

Samstag, 1. Juni 2013

Juni-SuB 2013

Der Mai war mal wieder von vielen Vorsätzen geprägt, die ich am Ende nur teilweise erfüllt habe. ;) Das lag zum Teil auch an meinem englischen Buch, denn die fast 900 Seiten der "Keeper Chronicles" haben doch einiges an Zeit gekostet und "The Woman in White" zieht sich auch ein wenig hin (und wird wohl noch den gesamten Juni über von mir gelesen werden). So bin ich insgesamt auf 12 Bücher gekommen, habe endlich wieder Comics und Manga gelesen (einige Hefte vom Gratis-Comic-Tag, 6 Manga und den ersten Teil der Jackie-Kottwitz-Gesamtausgabe) und sogar ein Hörbuch in die Anlage geworfen (welches ich dann aber aufgrund der unerträglichen Sprecher wieder abgebrochen habe).

Für den Juni nehme ich mir wieder ein paar Dinge vor, denn auch wenn es nie so ganz klappt, so hilft es doch ein paar Altlasten abzubauen, den Leih-SuB (der inzwischen bewältigt ist - als nächstes geht es an den Stapel mit ausgeliehenen Spielen und den mit DVD-Boxen *hüstel*) im Zaum zu halten und sorgt dafür, dass ich die Bibliotheksbücher innerhalb von maximal zwei Wochen lese. Also werde ich neben einem Roman für die 100-Bücher-Challenge ("Wer die Nachtigall stört") und einem Buch für die English-Challenge (Harry Dresden oder Beka Cooper? Beide haben den Nachteil, dass ich dann vermutlich gleich die Reihe lese, soweit sie mir zur Verfügung steht.) auch noch die unerledigten Vorhaben der letzten Monate (1 R-Titel, 1 T-Titel und ein Extrabuch vom SuB) ins Auge fassen und mir zusätzlich vornehmen drei Reihen (soweit die Fortsetzungen auf meinem SuB liegen) zu beenden. Bei der Menge an Vorhaben sollte ich wohl hoffen, dass die Bibliothek noch eine Weile braucht, um mir all meine Vormerkungen zur Verfügung zu stellen. ;)


A (2)
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Tim Akers: Das Herz von Veridon

B (7)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Quentin Bates: Kalter Trost
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud  

C (1)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
A.J. Cross: Kalter Schlaf

D (4)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben  
Christine Drews: Schattenfreundin

E (0)
-

F (9)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
Earlene Fowler: Tödliche Schatten

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (5)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Will Hill: Department 19 - Die Wiederkehr
Mark Hodder: Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (1)
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (3)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Kelly McCullough: Die zerborstene Klinge
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

O (0)
-

P (4)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung - In den Abgrund
Chris Priestley: Mister Creecher

Q (0)
-

R (10)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und der Taschendrache
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (8)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Sabine Städing: Magnolia Steel - Hexenflüstern
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (10)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 - Der gläserne Fluch
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
P.J. Tracy: Memento
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

U (0)
-

V (1)
Uwe Voehl: Tod und Schinken

W (5)
Danny Wallace: Auf den ersten Blick
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut
Elizabeth Woods: Caras Schatten

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Z (0)
-

83 Titel auf dem SuB


Englischer SuB:

Kelly Meding: Another Kind of Dead
Kelly Meding: As Lie the Dead
Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Mastiff (The Legend of Beka Cooper #3)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Tamora Pierce: Tortall and other Lands
Philip Reeve: Larklight


Titel auf dem englischen SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)