Mittwoch, 26. Februar 2014

Leseeindrücke im Februar

Über "Wie ein unsichtbares Band" von Inés Garland bin ich bei Lettersalad gestolpert, die den Titel in ihrem Beitrag zu BuchSaitens Blogparade erwähnte. Sehr viel hatte sie nicht über den Inhalt verraten und so wusste ich bei der Ausleihe aus der Bibliothek nicht mehr als der Klappentext verrät. Mir fällt es auch schwer mehr über den Inhalt zu sagen, als dass man die Geschichte aus der Perspektive von Alma erzählt bekommt, die sich als Kind mit den Geschwistern Carmen und Marito anfreundet und später mehr für Marito empfindet als Freundschaft. Das alles wäre nicht so bemerkenswert, gäbe es nicht einen sehr großen gesellschaftlichen Unterschied zwischen Alma und ihren Freunden und würde ihre Freundschaft nicht in die Zeit der aufkommenden Militärdiktatur in Argentinien fallen. Jedes Mal, wenn ich (Jugend-)Bücher lese, die in Südamerika spielen, fällt mir auf wie eigen der Grundton dieser Geschichten ist. Dazu kommen in diesem Roman Almas Naivität und die erschütternden Ereignisse am Ende des Romans, die relativ wenig erklärt werden und gerade deshalb den Leser so lange beschäftigen.

***

"Wer Blut vergießt" von Deborah Crombie - der 15. Roman rund um Duncan Kincaid und Gemma James, was bedeutet, dass ich diese Reihe seit zwanzig Jahren lese. Zwanzig Jahre, in denen ich die persönlichen Entwicklungen von Duncan und Gemma begleitet habe, zwanzig Jahre, in denen ich mich über die (leider nicht in jedem Jahr erscheinenden) Fortsetzungen gefreut habe. Deborah Crombie gehört für mich zu den wenigen Autoren, die ich automatisch kaufe. Wie schon alle anderen Bände zuvor bietet "Wer Blut vergießt" einen gut geschriebenen, unterhaltsamen Kriminalroman mit realistisch wirkenden und interessanten Charakteren und wunderschöne Beschreibungen von London (und manchmal auch anderen britischen Gegenden). Ich glaube, dass man für eine solch atmosphärische und doch real wirkende Sicht auf ein Land vertraut genug mit der Region sein muss, um sich Daheim zu fühlen, und fremd genug, um noch die Besonderheiten und Details wahrnehmen zu können. Bei Deborah Crombie scheint es auf jeden Fall zu klappen. ;) Was ich noch an ihren Geschichten mag, ist die Vielfalt an Themen. Bei anderen Autorinnen haben ich oft das Gefühl, dass sie sich irgendwann an einem Themengebiet festbeißen und dann drehen sich alle Fälle nur noch darum. Die Krimis rund um Duncan und Gemma hingegen bieten Abwechslung, was die Art des Mordes, das Motiv, die Umgebung und den Täter angeht und folgen häufig einem Hauptthema, sei es Poesie oder Musik oder der Rudersport, was mir persönlich immer wieder gut gefällt.


***

"Die Klinge von Namara" von Kelly McCullough ist der zweite Band des Autors rund um Aral Königsmörder (Rezi zum ersten Teil könnt ihr hier finden: "Die zerborstene Klinge"). Mir hatte schon der Auftaktband sehr zugesagt, aber dieser Roman gefiel mir sogar noch besser. Aral ist immer noch Alkoholiker und muss stets der Versuchung, die die Flasche für ihn bedeutet, widerstehen, aber er ist nicht mehr diese hoffnungslose Figur, die an den Geschehnissen der Vergangenheit zerbrochen ist. Nach den Ereignissen in Band 1 weiß er, dass er immer noch der Gerechtigkeit dienen kann, auch wenn seine Göttin - und damit sein früherer Lebensinhalt - vernichtet wurde. So lässt er sich von seinem Finsterling Triss überreden zwei Frauen zu helfen, die in seiner Stammkneipe (ganz kann er es ja doch nicht sein lassen) von Elitesoldaten und ihren Steinhunden gestellt werden. Wieder bietet der Autor eine Mischung aus ein paar Actionszenen und vielen ruhigen Momenten, in denen Handlungen geplant oder in Ruhe (und mit der größtmöglichen Sicherheit) durchgeführt werden. Der Protagonist hat sich im Vergleich zum ersten Band deutlich entwickelt und ich mochte seinen immer mal wieder aufkeimenden Humor und seine weniger hoffnungslose Sicht auf sein Leben. Außerdem lässt Kelly McCullough den Leser mit "Die Klinge von Namara" mal einen weiteren Blick auf seine Welt nehmen. Jetzt spielt nicht nur die asiatisch-angehauchte Stadt Tien eine Rolle, sondern man bekommt auch ein paar ungewöhnliche Aspekte der benachbarten Länder vorgestellt (auch wenn die eigentliche Handlung die Stadt nicht verlässt). Gerade die Idee von der Dyade, die aus einer Verschmelzung von einem magisch begabten Menschen und einem Krieger entsteht, wobei beide Körper (und Persönlichkeiten) erhalten bleiben, sich aber eine dritte übergeordnete Wesenheit bildet, die beide Ursprungspersönlichkeiten beherrschen und ihr gemeinsames Kräftepotential nutzen kann, finde ich faszinierend und sehr schön umgesetzt. Ich freu mich jetzt schon auf weitere Fortsetzungen dieser Reihe!

Oh, und da ich von der Übersetzung des ersten Bandes etwas irritiert war (siehe HIER): Auch dieser Teil wurde von Frauke Meier übersetzt und auch hier bin ich über einige Begriffe und Formulierungen gestolpert. So langsam würde ich doch gern mal das englische Original ausprobieren ...

Samstag, 22. Februar 2014

Diane Zahler: Princess of the Wild Swans

Eigentlich wollte ich mir nach "A True Princess" ja etwas Zeit lassen, bevor ich "Princess of the Wild Swans" lese, aber dann waren die Neugier und der Bedarf nach einer "schönen" Lektüre doch zu groß. Gleich vorweg kann ich sagen, dass mir "Princess of the Wild Swans" von allen drei Diane-Zahler-Romanen bislang am wenigsten gefallen hat - wobei das nicht heißt, dass mir die Geschichte gar nicht gefallen hätte. Ich fand sie nur nicht ganz so bezaubernd wie die anderen Märchen und hatte das Gefühl, dass hier weniger passiert, da sich die Handlung auf einen Zeitraum von wenigen Wochen beschränkt. Letzteres war zwar auch bei "A True Princess" der Fall, aber dort reisten die Figuren immerhin währenddessen in ein anderes Königreich. ;)

"Princess of the Wild Swan" basiert unübersehbar auf dem Märchen "Die wilden Schwäne/Die sechs Schwäne", wobei ich das Gefühl habe, dass die Autorin sich sehr von der irischen Version hat inspirieren lassen - überhaupt ist dieses Märchenmotiv unglaublich verbreitet. In diesem Roman von Diane Zahler wächst die mutterlose Prinzessin Meriel mit ihrem Vater und ihren fünf Brüdern in einem Schloss auf, an dessen Fuß ein herzförmiger See liegt, welcher angeblich ein Tor zur Feenwelt ist. Erzogen wird Meriel von einer Gouvernante, doch das verwöhnte Mädchen möchte lieber all die Dinge lernen, mit denen sich seine Brüder beschäftigen, statt der ehe weiblichen Tätigkeiten wie Sticken und Nähen.

An dem Tag, an dem die Geschichte beginnt, kommt der König von einer Reise nach Hause, im Schlepptau eine neue Ehefrau, die überaus überrascht ist, dass ihr Gemahl nicht nur eine verwöhnte kleine Tochter hat (die keine Gefahr für einen eventuellen eigenen Sohn darstellen würde, da sie nicht erbberechtigt wäre), sondern auch fünf gesunde Söhne. Während Meriel die Stiefmutter auf den ersten Blick nicht leiden kann, sind ihre Brüder weniger misstrauisch gegenüber der schönen Frau - doch keine 48 Stunden später sind die Königssöhne aus dem Schloss verschwunden (angeblich abgereist, um eine Schule zu besuchen), während auf dem See fünf hübsche Schwäne schwimmen.

Dank der Hexe Riona - die mit Meriels Bruder Cullan befreundet war - findet Meriel heraus, dass es nur eine Möglichkeit gibt, den Fluch zu brechen, der auf ihren Brüdern liegt. Dabei helfen ihr nicht nur Riona, sondern auch Rionas Bruder Liam, die Mutter der beiden Geschwister und viele Bewohner des zum Schloss gehörigen Städtchens. Ich muss zugeben, dass ich die Szenen in der Hütte von Riona und ihrer Familie sowie die kleinen Einblicke in das Stadtleben sehr gemocht habe. Auf der anderen Seite war die Handlung schon sehr vorhersehbar, vor allem da sich die Autorin sehr an die märchenhafte Vorlage hält und die Prinzessin schweigend und unter Zeitdruck aus Brennnesseln Hemden anfertigen muss, während die böse Stiefmutter keinen Verdacht schöpfen kann.

So gab es im Vergleich zu den anderen Romanen weniger überraschende und magische Momente in "Princess of the Wild Swans", stattdessen ein Gefühl von Hektik, da es keine zwei Tage dauert, bis die Prinzen verzaubert werden und Meriel dann nur wenige Wochen Zeit hat, um ihr Material herzustellen und zu nähen. Aufgelockert werden diese "Handarbeitsszenen" durch Lieder und Geschichten, die der Prinzessin von Riona und Liam erzählt werden, durch die wachsende Freundschaft zwischen den drei Figuren, durch gefährliche Momente, die sie an dem See erleben, und durch weitere Charaktere, die im Laufe der Handlung hinzukommen. Und obwohl ich eigentlich Geschichten mag, in denen das Handarbeiten eine gewisse Rolle spielt, fand ich diese Szenen hier nicht so schön beschrieben. So fühlt sich das Ganze für mich nicht rund genug an, um am Ende das Buch so zufrieden weglegen zu können wie bei den anderen beiden Märchen.

Die am Ende des Buches vorhandene Vorschau auf die nächste Geschichte, "Sleeping Beautys Daughters", macht mich dafür jetzt schon neugierig auf die nächste Märchenadaption von Diane Zahler. ;)

Donnerstag, 20. Februar 2014

Dies und Das (2): Sockenstricken

In den letzten Wochen habe ich ganz viele Blogbeiträge angefangen und kaum einen davon beendet. Ich hoffe, dass sich das bald mal wieder ändert, denn ich neige dazu solche Anfänge irgendwann zu löschen, wenn sie zu lange daliegen. Und da die "Dies und Das"-Beiträge  mich oft motivieren, wird es wohl mal wieder Zeit für eine Runde "Belanglose Dinge aus dem Leben der Winterkatze". ;)

***

Eigentlich nähe ich immer noch an meinen Wohnzimmervorhängen. Die Motivation ist niedrig, außerdem ist es lästig, dass der Stoff so steif ist, dass ich nicht einfach durchnähen kann, sondern jeden Stich gezielt setzen muss. Ihr seht schon, der perfekte Stoff für Vorhänge! :D Inzwischen überlege ich schon, ob ich die Schlafzimmervorhänge vorziehe, die sollten schnell gefertigt sein, da der Stoff deutlich geschmeidiger ist und somit deutlich schneller ordentlich nähen lässt. Dass ich mit der Hand auch immer entsetzlich kleine Stiche mache, ist auch keine Hilfe.

Um also mal wieder ein schnelles Erfolgserlebnis zu haben und die Sockenschublade wieder aufzustocken, habe ich mir zur Jahreswende neue Sockenwolle gegönnt. Aber irgendwie ist bei diesem Sockenprojekt der Wurm drin und von "schnellem Erfolg" kann ich da nicht sprechen. Normalerweise stricke ich Socken mit 3er-Nadeln aus Holz, die gehen fix, sehen gut aus und sitzen. Doch noch hübscher und bequemer sind die Socken, die ich früher aus 2er-Nadeln gestrickt habe, allerdings habe ich in der Größe nur Metallnadeln und die finde ich deutlich unangenehmer als Nadeln aus Holz oder Bambus. Also habe ich mir zum Jahresende nicht nur neue Sockenwolle, sondern auch teure Nadeln in der Stärke 2,25 aus Veilchenholz gegönnt und so ging es dann weiter:

- Einige Tage später die Nadeln ausgepackt, festgestellt, dass mir welche in 3,25 geschickt wurde, Mail an die Verkäuferin geschrieben.
- Drei Tage später neue Nadeln inklusive Porto für die Rücksendung der ersten Nadellieferung erhalten. Am selben Abend Maschen für Socken aufgenommen und losgestrickt.
- Wieder ein paar Tage später halte ich 1 1/2 wunderschöne Socken in den Händen. Der fertig Socken passt perfekt, sitzt gut, hat eine tolle Schaftlänge und die (angeblich wirklich hässliche :D) Farbe gefällt mir so gut wie erhofft. Allerdings muss ich feststellen, dass die Wolle nicht mehr für den fehlenden Fuß reichen wird und ribbel schweren Herzens wieder auf.
- Am nächsten Tag also der Neuanfang mit ein paar Maschen weniger und einem kürzerem Schaft. Dieses Mal komme ich nur bis zur ersten Ferse und es macht "knack" - und ich halte zwei unfassbar teure Zahnstocher aus Veilchenholz in der Hand. Natürlich gibt es von diesem Anbieter keine einzelnen Nadeln und ein komplett neues Nadelspiel möchte ich dann doch nicht kaufen.


- Wieder aufribbeln und ein weiterer Neuanfang - jetzt mit 3er-Nadeln. Aber glücklich war ich damit nicht, ich wollte doch dieses Mal feinere Socken stricken. Nach mehreren Anfängen hatte ich dann erst einmal aufgeben und die Wolle weggepackt.
- Dann traf ein überraschendes Päckchen von meiner Mutter ein, mit der ich am Telefon über mein kaputtes Nadelspiel gesprochen hatte. Inhalt war ein Nadelspiel aus Bambus mit 2mm-Nadelstärke - ich wusste gar nicht, dass es die inzwischen so fein gibt! Also wieder die Wolle rausgeholt und angefangen zu stricken, doch wohl war mir mit den Bambusnadeln nicht. Ich weiß, dass Bambus nicht nur biegsam, sondern auch stabil ist, aber diese Nadeln haben sich beim Stricken so durchgebogen, dass ich mich kaum traute die nächste Masche aufzunehmen. (Dazu kommt, dass ich inzwischen eigentlich nur noch mit den kürzeren Handschuh-Nadelspielen stricke, was meine Mutter sich aber wohl nicht gemerkt und deshalb ein normal langes Nadelspiel besorgt hat.)
- Inzwischen habe ich den angefangenen Socken dann doch auf meine alten Metallnadeln gepackt (dabei ist mir aufgefallen, dass ich die vor ungefähr 25 Jahren aus dem Bestand meiner Mutter gemopst habe - ganz schön lange her). Die erste Ferse ist fertig und ich betrachte (trotz weniger Maschen und ziemlich kurzem Schaft) mit bangem Blick mein Wollknäuel. Nur gut, dass ich so schlichte Socken stricke und mich nicht auch noch jedes Mal von neuem durch ein Muster arbeiten muss, aber trotzdem wäre es schön, wenn ich bei diesem Versuch auch zu einem tragbaren Ergebnis kommen würde.
- Wenn die Wolle wieder nicht reicht (was ich total seltsam finde, denn normalerweise habe ich am Ende meiner Socken immer noch Wolle übrig - mit ein Grund, warum ich mit dem Stricken für Frühchen angefangen hatte), dann muss ich wohl eine zweite Farbe besorgen und Ringelsocken machen ...



***

Eigentlich würde ich ganz gerne mal wieder etwas Größeres oder Komplizierteres als Socken stricken. Aber für Draußen sind mir gestrickte Sachen in der Regel zu warm und für die Wohnung lohnt es sich auch nicht, da die vier Monsterkatzen sich ja doch nicht davon abhalten zu lassen, mich mit ihrem Milchtritt zu bearbeiten. Und ihr wollt gar nicht wissen, was das für Folgen hat, wenn man Gestricktes trägt. So groß ist meine Neigung zum Kunststopfen dann doch nicht, dass ich mir das freiwillig antue.

Und da ich schon bei diesem Thema festhänge: Erinnert ihr euch noch an meine UFO-Liste vom Oktober? Die Mützen, die darauf standen, sind natürlich immer noch nicht vernäht. Ich schiebe es auf den fehlenden Winter. Hätte ich einen Anlass gehabt, um eine Mütze zu tragen, hätte ich das bestimmt schon in Angriff genommen! Ganz bestimmt ...

Dafür sind die Flanelltaschentücher inzwischen fertig. Noch gab es keine Gelegenheit sie ausgiebig zu testen, aber sie fühlen sich schon mal schön weich und kuschelig an. Wir warten also auf die nächste größere Erkältung für einen Intensivtest. ;)

***

Zum Schluss gibt es noch ein Beispiel aus der Kategorie "Dinge, die die Winterkatze glücklich machen":


Nachdem ich nun doch beschlossen habe, dass ich mir wieder Möbel selber baue, und da ich ja keine vollständig eingerichtete Werkstatt mehr dafür zur Verfügung habe, habe ich mir eine Bohrschablone für Taschenbohrungen gegönnt. Das ist die simpelste Form der verdeckten Verbindungen, wenn man nicht mit (Flach-)Dübeln arbeiten möchte. Als nächstes steht dann eine vernünftige Stichsäge auf dem Wunschzettel ... ;)

Dienstag, 18. Februar 2014

Winter-Katzen-Fotos

Auch wenn dieser Winter unglaublich warm war, hatten wir trotzdem die Heizung im Wohnzimmer immer etwas an, da unsere arthrosegeplagte Christie die Wärme so sehr mag. Und ich muss zugeben, dass ich es auch ganz angenehm finde, wenn ich mich nachmittags zum Arbeiten mit dem Netbook aufs Sofa kuscheln kann. So sitze ich auch gerade in diesem Moment da und bin umringt von Katzen, während ich so vor mich hintippe. Auf der Sofalehne liegen Baltimore und Logan - Gesicht an Gesicht, auch wenn die Schnurrbarthaare des jeweils anderen so scheußlich kitzeln -, auf meinen hochgelegten Beinen schläft momentan Christie und quer über meinem Oberkörper hängt Shandy und ist etwas unzufrieden, weil meine Arme beim Tippen nicht vollkommen reglos sind. ;)




















Montag, 17. Februar 2014

Diane Zahler: A True Princess

Nach "The Thirteenth Princess" zogen recht schnell die beiden anderen Märchenadaptionen von Diane Zahler bei mir ein, aber das Lesen hatte ich mir noch etwas aufgehoben. Am Wochenende war es dann so weit, dass ich dringenden Bedarf nach einer Anti-Nörgel-Wohlfühl-Lektüre hatte und zu "A True Princess" gegriffen habe. Während "The Thirteenth Princess" ganz klar auf den zertanzten Schuhen basierte, lässt sich die Handlung von "A True Princess" nicht so eindeutig einem Märchen zuordnen.

Die Hauptfigur Lilia wurde als kleines Kind in einem Körbchen den Fluss hinuntertreibend gefunden. Der Bauer, der das Mädchen fand, brachte es nicht übers Herz, sie weiter der Natur zu überlassen, und nahm sie mit nach Hause zu seiner neuen Frau Ysla und seinen beiden Kindern Karina und Kai. Sehr gut wird Lilia von Ysla nicht behandelt, aber sie fühlt sich trotzdem auf dem Hof wohl. Für Karina ist Lilia ihre kleine Schwester und auch mit dem gleichaltrigen Kai verbringt das Mädchen schöne Stunden, während die beiden die Schafe des Hofes hüten. Doch als Ysla Jahre später schwanger wird, möchte sie Lilia als Dienstmädchen an den Müller des Ortes verkaufen. Da dieser dafür bekannt ist, dass er nicht nur seine eigenen Kinder misshandelt, reißt Lilia aus - und prompt schließen sich ihr Karina und Kai an. Zu dritt machen sie sich auf in das nördliche Königreich, aus dem Lilia vermutlich stammt, um vielleicht mehr über die Herkunft des Mädchens herauszufinden.

Doch um weiter in den Norden zu gelangen, müssen die drei durch einen Elfenwald reisen. Eigentlich eine relativ ungefährliche Sache, wenn man sich an ein paar Regeln hält - doch natürlich ist es dann doch nicht so einfach und endet damit, dass Kai unter den Bann der Elfenprinzessin gerät. Um den Bruder und Freund zu retten, müssen Karina und Lilia im Schloss des nördlichen Königreichs ein Juwel finden. Eine Aufgabe, die ihnen dadurch etwas erleichtert wird, dass die beiden jungen Frauen als Dienstmädchen im Schloss eine Anstellung finden. Aber nicht nur die Rettung von Kai steht im Vordergrund dieser märchenhaften Geschichte, auch die Frage um Lilias Herkunft, der rätselhafte Prinzessinnen-Test, dem sich im Schloss regelmäßig die potenziellen Bräute für den Prinzen unterziehen müssen, und Karinas Gefühle für einen warmherzigen Ritter in Blau spielen eine große Rolle.

Wie so oft bei Kinderbüchern sind viele der Wendungen in diesem Roman für einen erwachsenen (oder auch nur aufmerksamen) Leser vorhersagbar, aber das ändert nichts daran, dass diese Geschichte einfach nur wunderbar ist. Diane Zahler kombiniert verschiedene Sagen- und Märchenelemente (die wilde Jagd, den durch einen Zauber geblendeten Kai, die Prinzessin auf der Erbse, vom Feenvolk geraubte Kinder/Wechselbälger) zu einer ganz bezaubernden Handlung mit sympathischen Protagonisten, amüsanten und bewegenden Momenten und natürlich einem spannenden Finale. Vom Gefühl her erinnert mich "A True Princess" sehr an "Die gewöhnliche Prinzessin". Aber das macht das Buch für mich nur umso schöner, da es die Hoffnung in mir weckt, dass ich auch diesen Titel in den kommenden Jahren immer wieder mit dem gleichen Vergnügen lesen kann.

Dabei fällt es mir wirklich schwer zu benennen, warum mir die Romane von Diane Zahler so gut gefallen. Auf der einen Seite schreibt die Autorin in einem klaren und schlichten Stil, der sich nicht nur gut lesen lässt, sondern auch zu einer so klassisch-märchenhaften Geschichte passt. Auf der anderen Seite hat jeder ihrer Charaktere - trotz einer gewissen Märchen- und Kinderbuch-Klischeehaftigkeit - Ecken und Kanten, die ihn sympathisch wirken lassen. Sehr niedlich wird zu Beginn von "A True Princess" zum Beispiel beschrieben, wie unfähig Lilia doch am Herd ist und welch eine Qual es für ihre "Pflegefamilie" ist, dass der tägliche Frühstücksbrei kaum essbar ist. Diane Zahler gelingt es hervorragend, eine Mischung aus Realismus und märchenhaften Elementen zu schaffen, die einen mit den Figuren mitleiden lässt, ohne dass man auf das Gefühl verzichten müsste, dass am Ende alles gut wird. Denn auch wenn sich die Autorin auf die eher düsteren Seiten der nordischen Mythologien bezieht, bleibt "A True Princess"doch eine Wohlfühlgeschichte, bei der man nie zweifelt, dass Lilia mitsamt ihren Freunden auf ein glückliches Ende zusteuert.

Letztendlich hat mir "A True Princess" sogar noch besser gefallen als "The Thirteenth Princess", da die Geschichte sich nicht auf ein einziges Märchenthema konzentriert. Zu schade, dass ich nur noch einen Titel ("Princess oft the Wild Swans") der Autorin auf dem SuB liegen habe und bis zum August warten muss, bis der nächste märchenhafte Roman von ihr als Taschenbuch erscheint. Ich werde versuchen, mir die Geschichte noch etwas aufzuheben, auch wenn ich es kaum erwarten kann, wieder in eine so süße, unterhaltsame, fesselnde und doch so angenehm vertraut wirkende Handlung einzutauchen, wie ich sie bislang bei diesen Märchenvarianten gefunden habe.

Samstag, 15. Februar 2014

Stacia Kane: Unholy Ghosts (Downside Ghosts 1)

Ende letzten Jahres hatte Hermia im Rahmen eines Re-Reads mehrfach auf die "Downside Ghosts"-Serie von Stacia Kane hingewiesen und unter anderem auf ihre Rezension des ersten Teils verlinkt. Da ich neugierig geworden war, war sie so lieb und hat mir die ersten drei Bände geliehen - und nun dachte ich, dass es endlich an der Zeit sei, damit anzufangen. Im Vorhinein bin ich schon gewarnt worden, dass die Hauptfigur Chess drogensüchtig ist und dass es wohl Leser gibt, die damit ein Problem haben. Ich muss zugeben, dass ich weniger ein Problem damit hatte, dass Chess Pillen einwirft, als damit, dass sie - obwohl sie eine "funktionierende" Süchtige ist - es irgendwie nie zu schaffen schien, ihren Konsum so zu dosieren, dass sie nicht mitten in einem Kundengespräch Entzugserscheinungen bekommt oder so. Auch bei drogensüchtigen Protagonisten erwarte ich eben eine gewisse Professionalität, wenn es sich dabei um "funktionierende Mitglieder der Gesellschaft" handeln soll. ;)

Ich muss aber gestehen, dass mir das wohl auch nur deshalb so sehr auffiel, weil ich anfangs etwas Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte reinzukommen. Auf der einen Seite war ich in den letzten Tagen etwas unkonzentriert, auf der anderen Seite hat Stacia Kane für "Unholy Ghosts" eine - eigentlich angenehm - fremdartige Fantasy-Welt geschaffen. In dieser Welt erstanden im Jahr 1979 die Geister der Verstorbenen wieder auf und vernichteten einen Großteil der Menschheit. Warum die Geister Menschen töten, ist nicht geklärt, aber dieses Phänomen führte dazu, dass die bisher bekannten Gesellschaftsformen zusammenbrachen, die etablierten Kirchen ihrer Existenzberechtigung beraubt wurden und sich eine neue Organisation erhob, die nun "Kirche" und Regierung zugleich ist. Diese "Church" ist es auch, an die sich die Menschen wenden, wenn ihre Häuser von Geistern heimgesucht werden, damit die "Debunker" der Kirche die Geister mit Hilfe ihrer Magie gegen gute Bezahlung austreiben.

Auch Chess ist ein Debunker und verwendet ihre Magie im Namen der Kirche, um der Bedrohung durch die Geister Herr zu werden. Dass sie drogensüchtig ist, verschweigt sie dabei natürlich, ebenso die Tatsache, dass sie Bump, einem der beiden Drogenbosse, die die Downside beherrschen, eine Menge Geld schuldet. Gleichzeitig wird sie schon zu Beginn der Geschichte durch den andere Drogenbaron eben aufgrund ihrer Verbindung zu Bump unter Druck gesetzt. Diese "persönlichen" Probleme waren von Anfang an recht leicht zu durchschauen, das Gefüge der Welt hingegen fühlte sich fremd an und ich brauchte etwas, um mich darin zurechtzufinden und mich wohl zu fühlen - was auch an der (schon allein aufgrund des Slangs in der Downside) sperrigen Sprache lag. Auf Englisch fällt mir das dann doch noch etwas schwer, auch wenn ich nicht wissen will, wie verquer sich das wohl auf Deutsch lesen würde.

Wenn ich jetzt nur die Protagonisten (Chess und die beiden Herren, die ihr - mehr oder weniger - im Auftrag der Drogenbarone zur Seite stehen) und die Handlung an sich betrachten würde, dann wäre mein Urteil "ganz nett, aber nichts Besonderes". Was die Reihe allerdings deutlich von ähnlichen Titeln abhebt, ist der Weltenbau. Eine Gesellschaft, in der Magie von der "Church" gefördert wird, in der die Furcht vor Geistern die Menschen beherrscht und in der diese Geister in eine Stadt unter der Erdoberfläche verbannt werden, ist wirklich mal erfrischend anders. Und während mich Chess - obwohl sie mir sympathisch ist - vermutlich nicht zum Weiterlesen veranlassen würde, so bin ich doch neugierig auf weitere Details zu dieser Welt. Durch Chess und ihre Verbindungen lernt man in "Unholy Ghosts" vor allem die unterste Gesellschaftsschicht kennen, ich wäre neugierig, ob man im Laufe der Zeit eine größere gesellschaftliche Bandbreite kennenlernt und mehr über die "Church" erfährt.

Dienstag, 11. Februar 2014

Ulrich Hefner: Blutinsel (Hörbuch)

Da meldet man sich im Januar zu einer Hörbuch-Challenge an, weil man ja doch noch ein paar ungehörte Hörbücher im Regal stehen hat und weil das so eine angenehme Unterhaltung beim Nähen ist und weil das so eine nette Challenge ist und überhaupt bekommt man ja auch so freundliche Leihangebote - und dann greift man prompt als erstes zu einem Hörbuch, das nicht gerade zum Weiterhören animiert. ;) Und weil "man" - also ich - so dämlich war und weil 16 Stunden und 39 Minuten viel Zeit lassen, um sich aufzuregen, zu langweilen und Notizen zu machen, gibt es jetzt einen etwas längeren Text zu "Blutinsel" von Ulrich Hefner.

Über das Hörbuch bin ich gestolpert, als ich gerade in einer "ich würde gern mal wieder so was Thrillerartiges lesen"-Stimmung war. Der Klappentext klang zwar etwas ausgelutscht, aber ich hoffte, dass das Ganze recht unterhaltsam werden würde. Der Autor Ulrich Hefner ist übrigens Polizist und mit Autoren, die einen solchen Hintergrund haben, habe ich zumindest bei ein paar amerikanischen Krimireihen ganz gute Erfahrungen gemacht. Für eine erste Übersicht zitiere ich mal den Klappentext:
"Detective Cathy Ronsted und ihr Kollege Brian Stockwell werden auf die einsame Insel Hell's Kitchen gerufen, um eine mysteriöse Mordserie aufzuklären. Abergläubisch und in eine schuldhafte Vergangenheit verstrickt, begegnen ihnen die Inselbewohner abweisend, ja feindlich. Während die Ermittlungen ins Stocken geraten, fliehen auf dem amerikanischen Festland, 300 Meilen entfernt, vier Schwerverbrecher aus einem Gefängnis. Sie hinterlassen eine Spur aus Blut und Gewalt, die schließlich nach Hell's Kitchen Island führt. Dort verfolgen die Ausbrecher und der Killer einen grausamen Plan ..."
Dass die Gefangenen nicht aus dem Gefängnis, sondern bei einem Transport zum Arzt fliehen, der "Ausbruch" und der erste Mord parallel verlaufen, dass zwei der vier Verbrecher nichts mit der Insel zu tun haben, dass die vier Typen von US-Marshalls verfolgt werden, dass die Feindseligkeit der Inselbewohner eher damit zu tun haben, dass Cathy eine Frau und eine Farbige (und eine entsetzlich dumme Person) ist und dass "die Spur aus Blut und Gewalt" sich in gerade mal einem angeschossenen Deputy, einem entführten Tierarzt und einer durch die US-Marshalls angefangenen Schießerei äußert, möchte ich gar nicht mal groß kommentieren. Vor allem den Teil rund um die vier wahnsinnig gefährlichen Ausbrecher, der einen ermüdend großen Teil der ersten zwei Drittel der Erzählung einnimmt, kann man komplett vergessen und hätte man meiner Meinung nach für dieses Hörbuch radikal wegkürzen können.

Dann wären von der Handlung noch folgende Aspekte übrig geblieben:

1. Der Prolog, in dem der Hörer verfolgen kann, wie 1971 ein Schiff bei der Fahrt vom Festland zur Hell's Kitchen Island (nein, ich sage nichts zu dem Namen ... gar nichts ... auch nichts dazu, dass die örtliche Kneipe "Hell's End" heißt und der einzige Ort auf der Insel "(The) Village" ... boah!) untergeht und mit dem Schiff die vierköpfige Mannschaft und vierzig asiatische Passagiere, die in der Fischfabrik auf der Insel arbeiten sollten.

2. Die aktuelle Handlung, die 2007 spielt und die damit beginnt, dass einer der Schäfer auf der Insel einer geisterhaften und unheimlichen Figur begegnet, in der er einen Piratenkapitän zu erkennen glaubt, der vor dreihundert Jahren die Gegend unsicher machte. Besagte Sagengestalt wird dann auch für den bestialischen Mord an dem ehemaligen Leuchtturmwärter (und seiner Frau, aber die zählt nicht, die wurde ja nur die Klippen runtergestoßen und nicht gefoltert, gekreuzigt und mit einem Stauerhaken erschlagen) sowie für die Morde an diversen weiteren Herren (zum Teil ebenfalls inklusive Ehefrau, aber die zählen ja - wie schon erwähnt - nicht) verantwortlich gemacht. Ermitteln darf Cathy Ronsted, die bislang bei der Drogenfahndung war und keinerlei Erfahrung mit Mordermittlungen hat, weshalb ihr der altgediente Brian Stockwell zur Seite gestellt wird. Sehr zuträglich für die Zusammenarbeit ist es, dass Cathy sich ständig verfolgt und angegriffen fühlt, weil sie farbig, weiblich und eine doofe Kuh mordermittlungsunerfahren ist, während Brian für ihren gemeinsamen Chef spionieren darf und Cathys sämtliche Fehler per Handy weiterleitet.

Immerhin macht Brian Cathy anfangs darauf aufmerksam, dass sämtliche Inselbewohner inklusive der vier Mönche/Priester im Kloster auf der Insel zu den Verdächtigen gehören - und das war es dann erst einmal mit sämtlicher Vernunft bei der Ermittlungsarbeit. Zumindest für die ersten fünf Tage (in denen es natürlich weitere Morde gibt, denn der Täter lässt sich von zwei so unfähigen Polizisten nicht in seinem Tun stören). Dann erst lässt sich Cathy von Brian erklären, wie man in einem Mordfall vorgeht, dass man nicht einer vorgefassten Meinung hinterherläuft, dass man sich alle potenziellen Verdächtigen anschauen muss, dass man Zeugenaussagen und Indizien anschauen sollte, dass Alibis zu überprüfen sind, dass ... naja, eben die Dinge, die ein normaler Mensch (spätestens, wenn er mal einen einigermaßen vernünftigen Krimi gesehen oder gelesen hat) als Grundlagenwissen voraussetzen würde!

Aber selbst nach diesem Crashkurs für Polizei-Neulinge geht es mit den Ermittlungen nicht wirklich voran. Cathy nimmt ständig alles persönlich, startet Alleingänge und ist gekränkt, wenn sie nicht über jeden Mist informiert wird. Noch schlimmer wird es, wenn dank Sturm (die gesamte Geschichte über herrscht gaaaanz schrecklicher Sturm, zumindest dann, wenn der Autor die Spannung [also die, die beinah und ganz eventuell vorhanden wäre] erhöhen möchte, während das Wetter natürlich immer ganz wunderbar ist, wenn man mal wieder eine Schiffspassage oder einen Hubschrauberflug benötigt) erneut die Kommunikation lahmliegt. Das ist selbstverständlich wieder eine Kränkung, die sich ganz persönlich gegen Cathy richtet! Von den Fehlern bezüglich "sämtliche Verbindungen zum Festland inklusive Satellitenhandy sind zusammengebrochen, aber die Dame kann trotzdem Informationen per E-Mail empfangen" möchte ich gar nicht anfangen.

Trotz dieser zum Teil sehr nervigen Charaktere (Cathy ist da nur das Extrembeispiel) hätte die Geschichte noch ganz unterhaltsam werden können, wenn nicht sämtliche Hinweise demonstrativ ignoriert würden. Statt - wie Brian anfangs so schön betonte - ALLE Verdächtigen in Betracht zu ziehen, konzentrieren sich die Ermittlungen auf eine kleine Gruppe. Mich hat das im Laufe der Zeit zur Weißglut getrieben, ebenso wie die ständige Betonung, dass der Täter Schuhgröße 9 trägt, während doch fast alle Männer auf der Insel Schuhgröße 12 tragen (und nein, natürlich konnte eine Frau unmöglich die Täterin sein). Ich bin jetzt mal so gemein und spoilere: Es gibt genau drei Männer mit Schuhgröße 9 auf der Insel und trotzdem dauert es viele, viele Tage, um den Täter zu finden - und das bei gerade mal 54 Einwohnern, von denen sich keiner versteckt, die Insel verlässt oder sonst irgendetwas tut, um sich den Ermittlungen zu entziehen!

Neben den Charakteren, die man der Reihe nach ohrfeigen möchte, und einem Fall, der eigentlich innerhalb von zwei Tagen - statt gefühlter Monate - hätte gelöst werden können, gibt es noch einen weiteren Aspekt, der mich auf Dauer ziemlich wahnsinnig machte: Der Stil des Autors. Ich kann mich ja durchaus an einem trashigen Erzählstil erfreuen, wenn er denn in einem für mich passenden Rahmen vorkommt. Ich stehe dazu, dass ich die John-Sinclair-Geschichten mit all ihren "messerscharfen Dolchen" und ähnlichen Formulierungen lustig und unterhaltsam finde. Bei einem Krimi, der eigentlich spannend sein sollte, empfinde ich eine solche Erzählweise als - freundlich ausgedrückt - unpassend. Ein paar Beispiele gefällig?

Ein Mann, der gerade eine Leiche fand, "versprühte sein Frühstück im Unkraut". Es blendet nicht nur die Sonne, sondern die "rötlich verfärbte Morgensonne", eine Mail wird "mit einem harmonischen Dreiklang angekündigt", und sehr schön ist auch: "Der Hund stob davon wie ein Jagdflugzeug, das all seine Munition verschossen hatte." - Was für ein Vergleich! All diese Beschreibungen wirken viel zu gewollt und blähen den Text unnötig auf. Ich muss zugeben, dass ich bei einem Buch über viele Sachen hätte hinweglesen können, aber bei einem Hörbuch bin ich nun mal gezwungen jede dieser gekünstelten Passagen bewusst wahrzunehmen.

Oft wird - dank all dieser Beschreibungen und unnötigen Details, die der Autor unbedingt auch noch erwähnen muss - das Warten auf ein Gespräch ausführlicher dargestellt als das Gespräch selbst. Außerdem fährt niemand einfach nur ein Auto, stattdessen wird jedes Gefährt mit Markenname, Farbe und Zustandsbeschreibung "vorgestellt" - selbst wenn es nur ein einziges Mal vorkommt, um kurz darauf geschrottet zu werden. Oh, und es wird stets dafür gesorgt, dass man ja nicht vergisst, dass die Geschichte in Amerika spielt, denn ständig werden "amerikanische" Begriffe verwendet, obwohl der deutsche Ausdruck an diesen Stellen ebenso passend wäre.

Dazu kommt noch, dass bestimmte Aspekte immer wieder wiederholt werden. So ist ein Mann namens Logan zum Beispiel "The Master Of The Island" - was in jedem Gespräch betont wird, weil man es in den letzten zwei Minuten ja vergessen haben könnte - und in der ersten Hälfte der Geschichte erfährt man immer wieder, dass Cathys Ex-Mann hinter ihrem Rücken mit ihrer besten Freundin ins Bett gegangen ist (wäre es eigentlich besser gewesen, wenn er vor ihren Augen mit ihrer Freundin rumgemacht hätte?).

Dass die ständige Suche des Autors nach einem Ausdruck, den er nicht vor zwei Sätzen schon verwendet hat, dazu führt, dass die Polizei an der Ostküste der Staaten wohl ganz besondere Waffen, die sogenannten "Revolver-Pistolen", besitzt, - oder wie muss ich mir das sonst vorstellen, wenn die Begriffe "Revolver" und "Pistole" synonym verwendet werden? ;) - ignoriere ich einfach mal. Obwohl ich bei einem Polizisten als Autor gerade bei diesem Thema einen korrekteren Sprachgebrauch erwartet hätte.

Nach all diesem Gemecker über Inhalt und Form von "Blutinsel" wird es Zeit, auch noch etwas zum Sprecher und zur Produktionsqualität dieses Hörbuchs zu sagen. Ich fange mal mit dem Leichteren von beiden an: Die Tonqualität war gut, auch wenn es nach der Hälfte leichte Lautstärkeschwankungen gab, die mich ab und an zur Fernbedienung haben greifen lassen. Mir gefiel die Track-Aufteilung, die im Schnitt bei um die 5 Minuten lag (der längste, den ich bewusst mitgestoppt habe, lag bei 6:40, der kürzeste Track bei 3 Minuten) und dafür sorgte, dass ich gut wieder einsteigen konnte, wenn ich eine Pause machte. Das Hörbuch gibt es vom Verlag (Radioropa) einmal als Version mit 14 CDs oder in der Variante mit 2 Daisy-MP3-CDs - Letztere ist die Ausgabe, die ich gehört habe. Die Geschichte ist übrigens ungekürzt, was ich normalerweise immer befürworte, auch wenn ich bei diesem Titel gut mit Kürzungen hätte leben können.

Gelesen wird "Blutinsel" von Jürgen Holdorf, von dem ich bis zu diesem Titel noch nichts gehört hatte. Grundsätzlich macht er seine Arbeit als Sprecher gut, wenn auch nicht herausragend. Aber er bringt eine solide Leistung, hat im Prinzip eine angenehme Stimme und grundsätzlich hat es nicht an ihm gelegen, wenn ich mal wieder frustriert aufgeben wollte. Allerdings gibt es zwei Punkte, die ich dann doch kritisieren muss. Der erste Punkt betrifft fast jeden männlichen Sprecher, der weibliche Rollen übernehmen muss: Es klingt einfach bescheuert! Ich muss Jürgen Holdorf zugute halten, dass er seine Stimme nicht fistelig verzerrt, was ich so richtig schrecklich finde. Aber allein schon das leichte Anheben der Stimme, um "weiblicher" zu klingen, sorgt dafür, dass diesen Passagen Tiefe und Ausdruckskraft fehlt. Da Cathy keinen kleinen Part in der Geschichte hat, kann ich über das Problem dann leider doch nicht hinweghören, da man der Figur ihre - in allen negativen Facetten vorhandenen - Emotionen bei so viel fehlendem Stimmvolumen einfach nicht abnimmt.

Zweitens hat Jürgen Holdorf - vor allem zu Beginn der Geschichte - ein großes Problem mit der Aussprache amerikanischer Wörter und Namen. Dabei darf ich noch einmal daran erinnern, dass der Autor seine Geschichte gern mit "amerikanischen" Begriffen spickt und dass die Handlung auf einer Insel spielt, auf der alle Beteiligten englische Namen tragen. So wird der "Officer" zum "Offizier", der "Coroner" zum "Korona", und bei den Namen der diversen Figuren habe ich anfangs anhand der verschiedenen Aussprachevarianten nur raten können, dass die gleiche Person gemeint war und nicht ein weiterer Charakter, der nur einen ähnlichen Namen trägt. Nach ein paar Stunden gibt sich das Problem zumindest bei den häufiger vorkommenden Begriffen und über die einzelnen falsch ausgesprochenen Automarken oder Ähnliches konnte ich dann auch hinwegsehen.

Ich muss gestehen, dass in den nächsten Wochen noch weitere Hörbücher des Verlags bei mir eintreffen - gebt mir kein Verlagsprogramm in die Hände, wenn ich auf der Suche nach unterhaltsamen und "netten" Hörbüchern bin - und ich bin jetzt schon gespannt, ob ich zu den weiteren Titeln auch so viel zu schreiben finde. ;)

Freitag, 7. Februar 2014

Lisa O'Donnell: Bienensterben

Wie ihr sehen könnt, bin ich in dieser Woche fleißig dabei meine Bibliotheksbücher zu lesen und zu besprechen - und dazu gehört auch "Bienensterben" von Lisa O'Donnell. Rezensionen zu dem Roman habe ich auf mehreren Blogs gesehen, letztendlich war es wohl Arianas Meinung, die mich dazu verleitet hat, den Titel vorzumerken. Die Handlung in "Bienensterben" beginnt rund um Weihnachten, am 15ten Geburtstag von Marnie und dem Tag, an dem sie mit ihrer elfjährigen Schwester Nelly ihre toten Eltern im Garten vergräbt. Dass die Eltern keines natürlichen Todes gestorben sind, steht schnell fest, ebenso wie die Tatsache, dass die Mädchen eigentlich ganz erleichtert sind, dass sie die beide losgeworden sind, doch Details dazu erfährt man erst nach und nach.

Im Laufe der Geschichte, die ungefähr ein Jahr umspannt, lernt man als Leser Marnie und ihre etwas merkwürdige Schwester Nelly immer besser kennen. Man erfährt von all den Momenten in ihrer Kindheit, in denen sie von den Eltern vernachlässigt wurden, dass Marnie in gewisser Weise Nelly aufgezogen hat und dass Alkohol und Drogen zum Alltag der Familie gehörten. Aber man kann auch die innige Beziehung der beiden Schwestern zueinander miterleben (obwohl die beiden die Handlungen und Gedanken der anderen nicht immer nachvollziehen können), lernt Marnies Freundinnen kennen und den homosexuellen Nachbarn Lennie, der in der gesamten Stadt als Perverser verschrien ist und doch nichts anderes ist als ein alter Mann, der um seinen (heimlichen) Lebensgefährten trauert.

Erzählt wird dieser Roman aus den Perspektiven von Marnie, Nelly und Lennie - und die Autorin beweist ein wirklich tollen Händchen bei der Darstellung der verschiedenen Charaktere und ihrer Ansichten. Marnie wirkt am Anfang unheimlich abgebrüht. Sie arbeitet für einen drogendealenden Eisverkäufer und versucht so genügend Geld für den Lebensunterhalt der Mädchen aufzutreiben. Dass sie flucht, raucht und selber hin und wieder von den zu vertickenden Drogen nascht, scheint bei ihrer Vergangenheit unumgänglich zu sein. Doch so hart Marnie nach außen erscheint, so zerbrechlicher wirkt sie im Laufe der Geschichte. All die Lügen, die sie erzählen muss, die Verantwortung für die kleine Schwester, Auseinandersetzungen mit Dealern, die Geld von ihrem "verschwundenen" Vater haben wollen, und andere Herausforderungen wachsen ihr fast über den Kopf.

Nelly hingegen wirkt anfangs sehr unschuldig und mädchenhaft, so dass es kein Wunder ist, dass Marnie sie vor allem beschützen möchte. Doch neben ihrer genialen Begabung fürs Geigenspiel und der wunderlichen Angewohnheit sich sehr altmodisch und gestelzt auszudrücken, zeichnet sich Nelly auch immer wieder durch eine überraschende Zähigkeit und Härte aus. Dabei ist ihre Sehnsucht nach einem "richtigen" Zuhause so groß, dass sie bereit ist einige erschreckende Kompromisse einzugehen. Nelly war der Charakter, der mich im Nachhinein eigentlich am meisten beschäftigt hat, denn ihre Beweggründe und ihre Handlungen waren oft so verdreht, dass ich sie nicht recht verstehen konnte, weil sie so sehr in ihrer eigenen Logik gefangen war.

Der Nachbar Lennie hingegen ist einfach nur ein Schatz. Sehr höflich, sehr zurückhaltend, aber auch ungemein besorgt über die Zustände im Nachbarhaus. Nach und nach erwirbt er das Vertrauen der Mädchen, auch wenn sie ihn natürlich nie darüber aufklären, wohin ihre Eltern wirklich verschwunden sind. Durch Lennie erfahren Marnie und Nelly zum ersten Mal, wie es sich anfühlt, wenn sich ein erwachsener und verantwortungsbewusster Mensch um einen kümmert. Er versucht ganz behutsam den Mädchen ein Zuhause zu bieten und verwöhnt sie mit regelmäßigen und üppigen Mahlzeiten. Obwohl gerade Marnie ihn manchmal als sehr bevormundend empfindet, fand ich es beeindruckend, wie zurückhaltend sich Lennie den Mädchen gegenüber verhielt, wie vorsichtig er seinen Rat anbot und wie genau er von Anfang an spürte, dass er sie ihre eigenen Entscheidungen treffen lassen musste, ohne sie dabei einengen zu dürfen.

Es gibt im Laufe der Geschichte einige schlimme Entwicklungen und immer wieder müssen Marnie und Nelly schwere Entscheidungen treffen, trotzdem gibt es neben den schrecklichen und melancholischen Momenten sehr viel Humor in diesem Roman (Wobei ich nicht verschweigen will, dass die ersten Seiten, in denen es um die Beseitigung der Leiche des Vaters geht, recht unappetitlich zu lesen sind). So schildert Lisa O'Donnell überraschend witzig, wie sich ein Drogendealer und seine Frau in Marnies Zuhause prügeln oder wie Marnie und ihre Freundinnen sich bei einem Ausflug die Zeit vertreiben. Dass jede dieser Szenen von einem nicht geringen Maß an Traurigkeit oder Resignation durchzogen sind, lässt sie nur noch eindringlicher wirken.

Auch wenn es mir etwas merkwürdig vorkommt ein Buch, in dem es um Vernachlässigung von Kindern, Tod, Misshandlung, Alkohol- und Drogenmissbrauch geht, als "schön" zu bezeichnen, so hat mir "Bienensterben" wirklich sehr gut gefallen. Dieser Roman verfügt über individuelle und faszinierende Protagonisten, eine tolle Erzählweise und eine Handlung, die mich - zum Teil gerade wegen diverser skurril wirkender Entwicklungen - sehr gepackt hat.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Frances Greenslade: Der Duft des Regens

Über "Der Duft des Regens" von Frances Greenslade bin ich auf mehreren Blogs gestolpert und wurde dadurch so neugierig auf das Buch, dass ich es in der Bibliothek vormerkte. Die Grundgeschichte dieses Romans ist schnell erzählt: Maggie und Jenny erleben eine (scheinbar) glückliche Kindheit mit ihren Eltern in einer kleinen Ansiedlung in Kanadas Wäldern. Doch nach dem Tod des Vaters dauert es nicht lange, bis die beiden Mädchen von ihrer Mutter bei einem fremden Ehepaar zurückgelassen werden. Man erlebt die Geschichte aus der Sicht von Maggie, die beim Verschwinden ihrer Mutter gerade mal elf Jahre alt ist und die sich viele Jahre an den Gedanken klammert, dass es die Aufgabe ihrer Mutter sei, sie zu finden, und nicht ihre Aufgabe, ihre Mutter zu suchen.

Frances Greenslade hat für diesen Roman wunderbare Charaktere geschaffen. Während die ältere Jenny recht mädchenhaft ist, gern Zeit mit ihren Freunden verbringt und sich zu einem "ganz normalen" lebenslustigen Teenager entwickelt, ist Maggie burschikoser. Sie fühlt sich in der Natur wohl, sie steht gern auf eigenen Beinen und sie hat das Bedürfnis, sich um alles zu kümmern. Auch die Beschreibungen all der kleinen und größeren Momente, die Maggie mit ihrer Familie in ihrer Kindheit erlebt hat, sind wunderschön. Die Autorin beschreibt kleine Zeltausflüge, gemütliche Abende daheim - und wie geborgen sich Maggie an der Seite ihres Vaters fühlt und wie wunderschön und verheißungsvoll die Autofahrten mit ihrer Mutter sind.

Hier betonen die meisten Rezensionen, die ich gelesen habe, wie harmonisch und heil die Kindheit der beiden Mädchen war und wie wenig sie doch davon ahnten, dass auch ihre Eltern Probleme hatten. Diese Einschätzung kann ich beim besten Willen nicht teilen. Maggie macht sich schon als kleines Kind ständig Sorgen. Sie registriert Verstimmungen zwischen ihren Eltern, sie macht sich Sorgen, dass sie ihren Vater verlieren könnte, und sie steht nachts auf, um nachzugucken, ob ihre Schwester und ihre Eltern noch sicher in ihren Betten liegen und ob sie noch atmen. Das zeigt mir, dass das Mädchen schon merkt, dass bei aller Harmonie und bei all der Liebe, die die Eltern für sie haben, das Leben keine Sicherheit bietet, dass auch Eltern Menschen sind, die Bedürfnisse haben und Fehler machen, und dass ihre kleine und relativ heile Welt sehr zerbrechlich ist.

Gerade diese Zerbrechlichkeit macht für mich diese Szenen so eindringlich. All die Schönheit, diese Liebe und dieses Verständnis, die Großartigkeit der Natur und die stimmungsvollen Winterabende am Ofen, all das hat eben auch seine Schattenseiten -  und selbst wenn Maggie dies als Kind nicht richtig begreifen oder gar in Worte fassen kann, so ist es ihr schon bewusst. Jahre später, als sie vierzehn ist, macht sich Maggie auf die Suche nach ihrer Mutter und lernt ihre Eltern als Menschen mit einer eigenen Persönlichkeit und einer nicht ganz einfachen Vergangenheit kennen. Das alles macht "Der Duft des Regens" zu einer melancholischen Geschichte vom Erwachsenwerden, zu einer Geschichte voller zerbrochener Hoffnungen und Träume, aber auch zu einer Geschichte von starken Menschen und von dem berauschenden Gefühl, zu lieben. Sehr leise erzählt und bei aller Traurigkeit wunderschön.

Montag, 3. Februar 2014

Michael Robotham: Sag, es tut dir leid

"Sag, es tut dir leid" von Michael Robotham habe ich mir aufgrund einer Rezension bei "Katze mit Buch" aus der Bibliothek ausgeliehen. Ich hatte mal wieder Lust auf einen Kriminalroman, der kein Cozy ist, und die Begeisterung der Rezensentin hat mich hoffen lassen, dass ich da vielleicht eine neue Reihe für mich entdecken könnte. "Sag, es tut dir leid" ist der sechste Band rund um den Psychologen Joe O'Loughlin, kann aber ohne Probleme seperat gelesen werden - ich hatte zumindest nicht das Gefühl, ich würde groß etwas verpassen. Allerdings könnte es sein, dass die ersten 200 Seiten für jemanden, der sich mit Joe schon angefreundet hat, deutlich interessanter zu lesen sind, als sie es für mich waren.

Da ich das Buch am Mittwoch wieder zurückbringen muss und am Sonntag nicht in der Stimmung war, für einen der Romane, auf die ich mich sehr freue, habe ich trotz eines Mangels an Interesse weitergelesen. Die Grundgeschichte ist schnell erzählt: Tash und Piper sind zwei fünfzehnjährige Schülerinnen, als sie eines Tages spurlos verschwinden. Drei Jahre später findet die Polizei ein ermordetes Ehepaar in einem Bauernhaus und die Leiche einer erfrorenen jungen Frau in einem See. Von diesem Moment an steht fest, dass die beiden Mädchen in den drei Jahren gefangen gehalten wurden - doch an welchem Ort und von welcher Person muss die Polizei noch herausfinden. Dabei bekommt man als Leser stetig Einschübe präsentiert, in denen Piper von ihrer Gefangenschaft und Ereignissen, die zuvor stattfanden, berichtet.

Diese Einschübe sind es auch, die mich bei der Stange gehalten haben. Mich hat es erschreckend wenig berührt, was mit den Mädchen passiert ist. Trotz Schilderungen (oder Andeutungen) von Missbrauch und Misshandlungen fühlte sich das Alles für mich immer nach einer fiktiven Geschichte an und nicht nach etwas, wo ich mitfiebern und mitleiden konnte. Emotional hat mich der Autor leider in keiner Weise berühren können, so dass es mir auch recht egal war, wie sich die Geschichte für die Mädchen entwickelt und ob sie gerettet werden können oder nicht. Stattdessen hat er mich letztendlich durch die Beschreibungen der beiden Mädchen doch noch zum Beenden des Buches bringen können.

Dass Piper und Tash von den zurückbleibenden Freunden und Familienmitglieder in rosigen Farben geschildert werden, ist ja recht selbstverständlich. Ein Mädchen, das vermutlich Opfer eines Gewaltverbrechens wurde, wird in der Regel idealisiert und eventuelle unangenehme Eigenschaften werden da gern unter den Teppich gekehrt. Hier aber kamen Pipers Passagen zu den Beschreibungen der anderen Personen hinzu. Ihre Sicht der Dinge ist genauso gefiltert wie die der Außenstehenden und auch sie beschreibt sich netter und unschuldiger, als sie vermutlich ist. Vor allem aber hat mich ihre Sicht auf ihre Eltern und die später dazukommende Sicht des Psychologen auf ihre Familie interessiert. Alles in allem ist das zwar kein Grund, um das Buch zu lesen, aber es reichte aus, um mich auf weitere Enthüllungen zu diesem Teil der Handlung neugierig zu machen. Das Ende war dann okay und es kam auf den letzten Seiten noch etwas Spannung auf, aber weitere Kriminalromane von Michael Robotham werde ich wohl nicht lesen.

Samstag, 1. Februar 2014

Februar-SuB 2014

Im Januar hatte ich eindeutig eine "englische Bücher"-Phase und habe so meinen englischen SuB schön reduzieren können. Insgesamt habe ich 12 Bücher gelesen - davon 8 auf Englisch - und 5 Manga. Das angefangene Hörbuch habe ich zwar noch nicht beendet, aber immerhin nehme ich mir wieder Zeit für Hörbücher. Um die Sachbücher bin ich nur rumgeschlichen, hatte aber zu viel im Kopf, um mich ernsthaft darauf einzulassen.

Für den Februar nehme ich mir deshalb vor endlich Sachbücher zu lesen, das aktuelle Hörbuch zu beenden und ein weiteres zu hören (ich brauche definitiv mehr Zeit zum Nähen :D). Außerdem steht wie jeden Monat mindestens ein englisches Buch an und ich möchte fünf Titel vom SuB lesen. Mehr Zeit für den Blog wäre auch schön - mal gucken, ob ich das hinbekomme. ;)

A (2)
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Tim Akers: Das Herz von Veridon

B (11)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Quentin Bates: Kalter Trost
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
P.J. Brackston: Es war einmal ein Mord
Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud  
Brom: Krampus
Jim Butcher: Im Schatten des Fürsten (Codex Alera 2)

C (2)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
Deborah Crombie: Wer Blut vergießt

D (3)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften

E (0)
-

F (8)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (10)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Lotte und Søren Hammer: Das weiße Grab
Kim Harrison: Blutschwur (Rachel-Morgen-Serie)
Kim Harrison: Blutsbande (Rachel-Morgen-Serie)
Kim Harrison: Bluteid (Rachel-Morgen-Serie)
Kim Harrison: Blutdämon (Rachel-Morgen-Serie)
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Will Hill: Department 19 - Die Wiederkehr
Mark Hodder: Der wundersame Fall des Uhrwerkmannes

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (0)
-

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (1)
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (4)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Kelly McCullough: Die Klinge von Namara
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

O (0)
-

P (3)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung - In den Abgrund

Q (0)
-

R (11)
Bea Rauenthal: Dreikönigsmord
Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und der Taschendrache
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (8)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (7)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 - Der gläserne Fluch
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

U (0)
-

V (1)
Uwe Voehl: Tod und Schinken

W (5)
Danny Wallace: Auf den ersten Blick
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriella Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut
Elizabeth Woods: Caras Schatten

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Z (0)
-

Sonstige (0)
-

88 Titel auf dem SuB


Englischer SuB:

Amber Benson: Death's Daughter (A Calliope Reaper-Jones-Novel)
Marie Brennan: A Natural History of Dragons
Sarah Rees Brennan: Unspoken
Julie Campbell: The Gatehouse Mystery (Trixie Belden #4)
Gail Carriger: Changeless (Parasol Protectorate #2)
Gail Carriger: Blameless (Parasol Protectorate #3)
Gail Carriger: Heartless (Parasol Protectorate #4)
Gail Carriger: Timeless (Parasol Protectorate #5)
Mira Grant: Feed
Tanya Huff: The Wild Ways
Lynn Kurland: Star of the Morning
Seanan McGuire: Chimes at Midnight
Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Mastiff (The Legend of Beka Cooper #3)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Tamora Pierce: Battle Magic (Circle Reforge)
Julia Quinn: Dancing at Midnight
Julia Quinn: Splendid
Julia Quinn: Minx
Julia Quinn: Everything and the Moon
Julia Quinn: Brighter Than the Sun
Philip Reeve: Larklight
Diane Zahler: Princess of the Wild Swans
Diane Zahler: A True Princess

Sonstiges:
West Ward Weird
Home Improvement: Undead Edition
Carniepunk

28 Titel auf dem englischen SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)