Mittwoch, 30. April 2014

Lese- und Höreindrücke im März und April

"Dylan and Gray" von Katie Kacvinsky gehört zu den Büchern, über die viele Blogger begeistert geschrieben haben und die mich trotzdem nicht wirklich interessierten. Aufmerksam wurde ich dann doch irgendwann über Irina, die von dem Roman hingerissen war (wie man HIER nachlesen kann) - und ihn mir inzwischen geliehen hat. Ich wäre übrigens neugierig, ob sie das Buch immer noch in so guter Erinnerung hat. ;) Ich persönlich bin nach dem Lesen nicht ganz so enthusiastisch wie Irina, obwohl mir die Geschichte wirklich sehr gut gefallen hat. Es ist eindeutig ein Wohlfühlbuch mit tollen Charakteren, stimmigen Problemen und Reaktionen, schönen Dialogen und tollen Schauplätzen. Obwohl ich kein Mensch für heiße Temperaturen bin, habe ich die Beschreibungen der Wüste und der diversen größeren und kleineren Naturmomente genossen. Im Gegensatz zu Irina, mochte ich auch Dylan, die ich weniger als egoistisch empfunden habe als als jemanden, der manchmal sehr klug und manchmal sehr jung ist. Und mir gefällt das Ende, gerade weil es kein klassisches Happy End beschreibt, sondern eine Zwischenstation, aus der sich eigentlich alles entwickeln kann ...

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"Lady meines Herzens" von Maya Rodale war eine weitere Leihgabe von Irina und ist der erste Teil einer Serie, die sich um vier Freundinnen dreht, die ihren Unterhalt damit verdienen, dass sie skandalöserweise für eine Zeitung schreiben. Die Hauptfigur dieses Romans ist Sophia, eine junge Frau aus dem eher niedrigen Landadel, die zu Beginn der Geschichte von ihrem Verlobten auf dem Weg zum Altar (wortwörtlich) verlassen wurde. Um über diesen Skandal hinwegzukommen zieht sie zu einer Freundin nach London und arbeitet als Hochzeitsberichterstatterin für die "London Weekley", obwohl sie es fast unerträglich findet Hochzeiten zu besuchen. Während einer Artikelreihe über DIE Hochzeit des Jahres verliebt sich Sophia in den Bräutigam, der ebenfalls Gefühle für sie entwickelt.

Ganz ehrlich, ich fand die Gründe des Herren, warum er seine Verlobung nicht auflösen kann, ziemlich an den Haaren herbeigezogen, und dass am Ende seine Mutter in die Geschichte eingreifen muss, möchte ich gar nicht weiter kommentieren. Aber trotzdem wimmelt dieses Buch von liebenswerten Charakteren, hübschen Dialogen und unterhaltsamen Szenen. So habe ich den Roman in einer Nacht (genaugenommen ungefähr 3 Stunden) durchgelesen, weil die Geschichte so nett war und die kurzen Kapitel dazu verlockten nur noch eben ein bisschen weiter zu lesen. Nett fand ich auch, dass jeder Kapitelanfang einen Countdown bis zur geplanten Hochzeit beinhaltete. Das Ganze war also weder neu, noch komplett überzeugend, aber so niedlich und amüsant, dass ich sie wirklich gern gelesen habe.

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"Morpheus" von Jillian Hoffman war eine Leihgabe von Natira für die Hörbuch-Challenge, aber eine lange Rezension mag ich zu dem Titel nicht schreiben. Ich hatte von der Autorin schon "Cupido" (ihren Debütroman und Vorgänger von "Morpheus") und auch "Vater unser" gelesen - beide hatte ich als "ganz unterhaltsam, aber mit ein paar Kritikpunkten" abgespeichert. In "Morpheus" kamen nun aber genau die Dinge gehäuft vor, die ich gar nicht an den Romanen mochte. Die weibliche Hauptfigur, die Staatsanwältin C.J. Townsend, hatte in "Cupido" eine zweifelhafte Entscheidung getroffen, die nun in "Morpheus" auf sie zurückfällt. Hatte ich in "Cupido" diese Entscheidung noch tolerieren können, hat mich hier ihr Schweigen gegenüber der Polizei und ihren Kollegen wirklich geärgert und mit jedem Schritt schien sie sich tiefer reinzureiten. Dazu kamen noch ein vorhersehbarer Täter (ich verkneife mir mal detaillierte Beschwerden, weil ich dann spoilern würde) und die Beziehungsprobleme zwischen C.J. und ihrem Verlobten (können diese Leute nicht einfach mal miteinander reden?!) und die Geschichte hatte mich verloren. Christiane Paul als Sprecherin hat ihre Sache allerdings gut gemacht und die Figuren stimmig dargestellt, auch wenn ich die eine oder andere Betonung an ihrer Stelle vielleicht anders gewählt hätte. Aber da gab es nichts, was ich groß kritisieren könnte.

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Noch eine Leihgabe von Natira hat es in diesem Monat auf meinen mp3-Player geschafft. "Die Saat" von Guillermo del Toro und Chuck Hogan hätte ich mir sonst so schnell nicht angehört, obwohl ich den Sprecher David Nathan sehr mag. Die Geschichte beginnt mit einem Flugzeug, das nach der Landung in New York leblos auf der Landebahn stehen bleibt. Nach diversen Sicherheitsmaßnahmen steht fest, dass sämtliche Leute an Bord auf rätselhafte Weise verstorben sind, weshalb ein Team des Seuchenschutzes hinzugerufen wird. Da ich wusste, was für ein Genre hinter der Geschichte steckt, gab es recht wenig Überraschungen bei der Handlungsentwicklung. Der Erzählstil ging mir - gerade zu Beginn des Hörbuchs - häufig auf die Nerven, wenn das Flugzeug und seine Umgebung zu malerisch beschrieben wurden. Ich brauche da keine diversen abstrusen Vergleiche, um mir die Situation vorstellen zu können. Auch mit den meisten Charakteren konnte ich nicht so viel anfangen, da sie mir zu klischeebehaftet waren. Einzig der Schädlingsvernichter, der allerdings erst spät in der Handlung auftaucht, war mir auf Anhieb sympathisch. Trotzdem fand ich das Hörbuch unterhaltsam und habe David Nathans Stimme mit Genuss gelauscht.

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Eine weitere Leihgabe war "Meister der Angst - Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde" nach R. L. Stevenson. Das Hörspiel wurde unter anderem von Andreas Fröhlich, Patrick Bach und Frank Glaubrecht gesprochen und hat mich gut unterhalten. Die Geschichte habe ich zuletzte als Teenager gelesen und hatte nur noch grobe Erinnerungen daran, so dass ich nicht genau sagen kann, ob es an mir oder an der Hörspielversion lag, dass ich nichts vermisst habe. Die Sprecher waren insgesamt wirklich glücklich und passend zu den jeweiligen Charakteren gewählt und haben für eine atmosphärische und unterhaltsame Umsetzung der Geschichte gesorgt, auch wenn Mr. Hyde mich - dank der Tatsache, dass mich seine Stimme immer an den Film-Gollum erinnerte - eher belustigte als ängstigte.

Dienstag, 29. April 2014

[Kurz und knapp] Agatha Christie: Ruhe unsanft (Hörbuch)

Wer meinen Blog etwas aufmerksamer verfolgt, wird jetzt vermutlich stutzen und sich fragen, warum ich nach gerade mal sieben Monaten schon wieder eine Rezension von Agatha Christies "Ruhe unsanft" veröffentliche. Aber da ich mit der Version, die von Katharina Thalbach eingelesen wurde, nicht so glücklich war, habe ich dankbar die Chance ergriffen, als mir Natira eine Variante lieh, die von Gabriele Blum gelesen wurde. Wer sich über den Inhalt informieren will, kann gern auf die oben verlinkte Rezension zurückgreifen, ansonsten möchte ich hier nur kurz auf die Unterschiede zwischen beiden Versionen und auf die Leistung von Gabriele Blum eingehen.

Diese Version von "Ruhe unsanft" ist nicht nur ungekürzt - was ganz wunderbar ist, weil so die verschiedenen Charaktere erst richtig vom Hörer erfasst werden können -, sondern transportiert auch eine ganz andere Stimmung als das Hörbuch mit Katharina Thalbach. "Ruhe unsanft" ist eine recht ruhige Geschichte, bei der sehr viele Szenen zwischen Gwenda und Giles, einem jungen Ehepaar aus Neuseeland, und wechselnden dritten Personen spielen. In diesen Gesprächen versucht das Paar Informationen über Geschehnisse zu erhalten, die schon 18 Jahre in der Vergangenheit liegen. Das führt dazu, dass ihnen ihre Gesprächspartner auf der einen Seite mit Verwunderung und Irritation begegnen, aber auf der anderen Seite auch neugierig oder gar erfreut darüber, dass sie mal wieder über frühere Zeiten sprechen können.

Gabriele Blum hat bei all den vielfältigen Reaktionen, bei den unterschiedlichen Charakteren und in den verschiedenen Szenen meinem Gefühl nach so gut wie immer den richtigen Ton getroffen. Anfangs fand ich ihre Miss Marple ein klein wenig zu bedächtig, aber so ist es mir lieber, als wenn sie zu forsch klingt. Auch bei Gwenda hätte ich mir die eine oder andere kleine Nebenbemerkung etwas lebhafter vorstellen können, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Sprecherin. Ganz dezent hat sie den Figuren unterschiedliche Facetten verliehen und die Atmosphäre des Romans wunderbar für dieses Hörbuch umgesetzt. Oh, und an ihrer englischen Aussprache hatte ich auch nichts auszusetzen. ;) Ich fand ihre Interpretation der Geschichte wirklich wunderbar und habe jede Minute genossen und hoffe sehr, dass mir noch mehr Hörbücher mit der Sprecherin unterkommen.

(Bei meiner Suche nach weiteren Hörbüchern mit Gabriele Blum, bin ich darüber gestolpert, dass sie anscheinend eine ungekürzte Jane-Eyre-Version eingelesen hat. Wenn also einer von euch Audible-Abo-Besitzern damit mal einen Versuch wagen würde, wäre ich sehr neugierig darauf, wie das geworden ist.)

Montag, 28. April 2014

Dies und Das (4)

Irgendwie bringt es nichts, wenn man diverse Blogbeiträge vorbereitet hat, wenn man diese nicht auch irgendwann freischaltet. Um wieder etwas in Schwung zu kommen, gibt es den obligatorischen Jammer- "Dies und Das"-Beitrag. Blöderweise gibt es gerade neben Arbeit, Haushalt und Katzen nur zwei Dinge, über die ich zur Zeit reden kann:

Für dieses Jahr habe ich mir zwei Projekte vorgenommen. Einmal will ich den Garten fast vollständig roden und die neue Bepflanzung planen (und spätestens im Herbst angehen) und dann steht die Flurrenovierung an. Ich habe immer noch keine Ahnung, wie ich mit vier Katzen in der Wohnung die Türrahmen lackieren soll, ohne dass Katzen festkleben oder die Rahmen bis auf Hüfthöhe mit Haaren verziert werden, aber irgendwann muss ich das ja in Angriff nehmen.

Blöderweise splittet sich die Tapete auf, wenn man sie von der Wand entfernen will, was bedeutet, dass ich stellenweise erst die obere Schichte abziehe, dann die Holzsplitter der Rauhfasertapete entferne, um zuletzte winzige Papierfitzelchen abzukratzen. Aber ich habe ja Zeit, höre dabei ein Hörbuch und kann mir währenddessen Gedanken darüber machen, was ich mit all den entdeckten Macken, die bislang unter der Tapete versteckt waren, mache. Faszinierend finde ich die großen Löcher in der Wand oder die hügelartig zugespachtelten Dübel, die von den Vormietern nicht aus der Wand geholt wurden. Aber auch die Fugen zwischen Türrahmen und Wand sind nicht uninteressant ... Lustig wird es auch noch, wenn ich die Tapete endlich vollständig abgekratzt habe (was noch einige Regentage dauern wird, weil ich mir damit keinen Stress mache) und das Abreißen der Holzdecke vor mir liegt. Aber ich habe noch ein paar Monate Zeit, ich will erst mit dem Verputzen und Lackieren anfangen, wenn die sommerlichen Temperaturen für eine kurze Trockenzeit sorgen können.

Was den Garten angeht, so habe ich inzwischen einige nachbarliche Hilfsangebote bekommen. Komischerweise alle für "demnächst" oder "nicht heute" ... Im Moment stehe ich immer zwei Stunden lang da und bearbeite mit Rosen- und Astschere, sowie einem Fuchsschwanz die Thuja (es geht doch nichts über geeignetes Werkzeug ;) ). Nach zwei Vormittagen habe ich dann genügend tragbare Stücken beieinander, um meinen Kofferraum vollzuladen und den "Strauchschnitt" zum Recyclinghof zu fahren. Noch zwei solcher Vormittage und ich müsste endlich das hintere Drittel meines Gartens - zumindest oberirdisch - freigelegt haben. Abgesehen von den Stammresten der Thuja ... sehr dicke Stämme ... direkt am Zaun ... irgendwie bezweifel ich, dass ich die mit dem Fuchsschwanz problemlos bewältigt bekomme, aber ich werde es natürlich trotzdem demnächst versuchen.

Da es in den letzten zwei Tagen endlich ein bisschen geregnet hat (und hoffentlich in den nächsten Tagen noch etwas regnen wird), kann ich dann vielleicht ans Ausgraben der Wurzeln gehen. Bislang bin ich nämlich weder mit dem Spaten, noch mit der Spitzhacke in den Boden gekommen. Irgendeine Lösung muss ich da aber in den nächsten Wochen noch finden ...

Ach ja, natürlich würde ich schneller vorankommen, wenn ich mehr als zwei Stunden pro Tag arbeiten würde. Aber dank meiner (relativ neu entdeckten) Pollenallergie huste ich nach einiger Zeit im Garten, als ob ich meine Lungen loswerden wollte. Ich bin mir sicher, dass ich dabei von der Geräuschentwicklung mit jedem Langzeitraucher mithalten kann. Zwei Stunden hingegen halte ich ganz gut durch (vor allem, wenn ich danach sofort unter die Dusche hüpfe) und bin den Rest des Tages trotzdem noch einsatzfähig.

Trotzdem waren die letzten Wochen ganz schön anstrengend, da die Gartenarbeit und das Tapetenkratzen zusätzlich zu meinen anderen täglichen Verpflichtungen geschafft werden wollten. Dazu kommt noch, dass sich die Katzen etwas vernachlässigt fühlen, weil ich mich mehrmals die Woche vormittags verkrümel und sie ganz allein lasse. Bei Logan führt das dazu, dass er sich mitten in der Nacht in den Kopf setzt, dass er jetzt sofort dringend Aufmerksamkeit benötigt. Diese verschafft er sich, in dem er auf uns rumhüpft bis wir wach genug sind, um ihn aus dem Bett zu werfen. Während Shandy auf anderem - nicht weniger anstrengendem - Weg zeigt, dass Frühling ist, er sich vernachlässigt fühlt und die Nachbarkater viel zu häufig vor unseren Fenstern rumlungern ...

Nachdem ich in der Nacht von Sonntag auf Montag (also heute) insgesamt elf ungestörte Stunden am Stück geschlafen habe, um dann einen Großteil des heutigen regnerischen Tages mit Hörbuch hören ("Tote Beete" ist endlich beendet!), Katzen schmusen und DS spielen zu verbringen, fühle ich mich besser als seit Wochen. Ich hoffe, dass das erst einmal so bleibt, vor allem da sich schon wieder ein paar anstrengendere Arbeitstage ankündigen.

Und jetzt überfliege ich noch ein paar der -theoretisch fertigen - Blogbeiträge und plane die Freischaltung für die nächsten Tage! ;)

Donnerstag, 24. April 2014

SuB-Zuwachs im April (3)

Wenn die Bücher weiterhin so schubweise und überraschend bei mir eintreffen, dann muss ich mir wohl mal Monats-Sammelposts angewöhnen. *g* Ein Foto von den Büchern hatte ich zwar schon bei den "7 Days - 7 Books" gezeigt (und sogar zwei der Romane schon gelesen), aber hier kommt noch einmal ein separater Beitrag für die Statistik:


Jim C. Hines: Die Buchmagier
[Ich habe schon die "Prinzessinnen"-Reihe von ihm gern gelesen und sowohl die Details, die ich über den Autoren-Blog über das Buch mitbekommen habe als auch den ersten Leseeindruck mochte ich sehr. :) - schon gelesen und für gut befunden]

Garth Nix: Das Imperium der Prinzen
[Die Inhaltsangabe erinnert mich an ein paar amüsante SF-Romane, die ich vor ein paar Jahren gelesen habe. Außerdem wird es mal wieder Zeit für mich Science Fiction zu lesen. - schon gelesen und ebenfalls für gut befunden]

Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
[Reihenfortsetzung, an der ich nicht vorbeikam, da mir der erste Teil so gut gefallen hatte. Jetzt sollte ich nur bald zu diesem und dem Vorgängerband greifen!]

Ein paar Manga und einen Comic gab es auch noch, aber die zählen ja nicht zum SuB. ;)

Mittwoch, 23. April 2014

[Comic] Jim Henson und Jerry Juhl: Jim Henson's Tale of Sand

Diesen Comic hatte ich schon im März bei der letzten "7 Days - 7 Books"-Aktion gelesen, war aber bislang noch nicht dazu gekommen, mehr zu dem Titel zu schreiben. "Tale of Sand" basiert auf einem Drehbuch, an dem Jim Henson und sein Schreibpartner Jerry Juhl zwischen 1967 und 1974 gearbeitet haben. Bevor aus diesem Skript ein abendfüllender Film werden konnte, wandte sich Jim Henson der "Sesamstraße" und der "Muppet Show" zu. Dort hatte er anscheinend genügend Möglichkeiten, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, so dass "Tale of Sand" in der Schublade verschwand und erst einmal vergessen wurde.

Um die skurrile Geschichte doch noch der Öffentlichkeit zu präsentieren, entstand unter der Leitung von Jim Hensons Tochter Lisa gemeinsam mit dem Künstler Ramón K. Pérez eine Comicumsetzung des Originalmanuskripts. Ich muss gestehen, dass ich zwar bislang alles mochte, was ich von Jim Henson gesehen habe, sich meine Kenntnis seines Werks aber vor allem auf die Sachen, die nach 1974 entstanden sind, beschränkt. Umso neugieriger war ich auf "Tale of Sand", als ich von der deutschen Ausgabe hörte.


Die Handlung wird vor allem durch die Bilder erzählt, es gibt nur wenige Dialoge. Dafür wurden immer wieder Passagen des Originaldrehbuchs für die Gestaltung der Seiten verwendet - diese Elemente fand ich richtig spannend und würde zu gern mal das Skript in den Händen halten, mitsamt den ganzen Änderungen und Anmerkungen im Text. Die Handlung selbst ist recht bizarr, wenn auch nicht vollkommen "neu", da ich einige Elemente schon in anderen Geschichten gesehen habe. Zu Beginn erreicht ein Mann eine kleine Westernstadt in der Wüste, wo gerade eine rauschende Feier stattfindet.


Bevor er sich noch orientieren kann, bekommt er eine Karte in die Hand gedrückt und wird darüber informiert, dass man ihm zehn Minuten Vorsprung gewährt. Er weiß genauso wenig wie die Leser, was es mit dieser ganzen Aktion auf sich hat, stellt aber schnell fest, dass er mit Überschreiten seiner "Startlinie" zum Gejagten wird. Doch statt einfach nur eine Menschenjagd durch die Wüste zu verfolgen, bekommt man als Leser diverse skurrile Situationen präsentiert, die dieser Mann erlebt. Dabei sind die einzelnen Elemente an sich nicht immer besonders innovativ. Der Hai in der Wüste ist mir ebenso vertraut wie das Spiel mit kleinen Hütten, die ein umfassendes und vielseitiges Innenleben bergen, aber gerade das macht diesen Comic auf die charmanteste Art retro.


Pérez' Zeichnungen passen wunderbar zu so einer bizarren und in gewisser Weise altmodisch anmutenden Handlung, und auch wenn ich die eher zarten Farben anfangs etwas gewöhnungsbedürftig fand, unterstreichen sie die Atmosphäre des Comics gelungen. Von dem Panelaufbau bin ich sehr angetan und das Charakterdesign ist toll und erinnert mich an die Western und Krimis meiner Kindheit, die ich in den 70er Jahren gesehen habe. Mir hat "Tale of Sand" richtig viel Spaß gemacht, und der Band hat mir persönlich eine weitere Facette von Jim Henson gezeigt. Dazu kommt noch, dass der Comic als liebevoll gestaltete Hardcover-Ausgabe mit zusätzlichen Charakter-Skizzen des Zeichners auf den Markt gebracht wurde, was mir besonders zusagt, da ich eine Schwäche für Skizzen habe.

Dienstag, 22. April 2014

7 Days - 7 Books (Oster-Spezial): Fazit


Schon sind die acht Tage der "7 Days - 7 Books"-Osteraktion wieder vorbei und es ist Zeit ein Fazit zu schreiben. Erst einmal ganz herzlichen Dank an Melli und Mandy, die die Idee zu der Aktion hatten. Ich glaube, wir waren alle in diesem Jahr von der Teilnehmer-Anzahl erschlagen - und bei so einer großen Menge war es kein Wunder, dass eine Blogrunde, bei der man fast überall einen kleinen Kommentar hinterlassen hat, auch schon mal fünf Stunden dauern konnte. Da war es fast eine Erleichterung, dass zu den Feiertagen bei einigen die Familienfeiern doch etwas größere Priorität als das Lesen und das Bloggen darüber hatten. ;) In den nächsten Tagen werde ich nochmal eine Abschlussrunde ziehen und mir Notizen zu all den Büchern machen, die in der vergangenen Woche meine Aufmerksamkeit geweckt haben. Zugunsten meines Kontos hoffe ich, dass nicht alle interessanten Romane auf der Liste diese Runde überleben.

Wenn ich sehe, welche Bücher ich mir für die Aktion vorgenommen hatte und welche ich dann tatsächlich gelesen habe, muss ich schmunzeln. Dann auf diese Auswahl habe ich nur für zwei Bücher zurückgegriffen, ansonsten habe ich mich von meinen Neuzugängen und einem Krimi verlocken lassen - und ich hatte verflixt viel Spaß dabei! :)


Insgesamt habe ich folgende Bücher gelesen:

  1. A.C.H. Smith und Brian Froud: Jim Henson's Labyrinth - The Novelisation (288 Seiten)
  2. Margaret C. Sullivan: The Jane Austen Handbook - A Sensible Yet Elegant Guide to Her World (224 Seiten)
  3. Jim C. Hines: Die Buchmagier (464 Seiten)
  4. Garth Nix: Das Imperium der Prinzen (384 Seiten)
  5. Cay Rademacher: Der Trümmermörder (336 Seiten)

"Die Hüterin der Gewürze" habe ich nach 88 Seiten abgebrochen, weil mir nicht nach diesem Roman mit seiner speziellen Erzählweise war. Insgesamt macht das 1696 (+88) Seiten und fünf ziemlich unterhaltsame Bücher!

Vielen Dank für die vielen Kommentare zu meinen Beiträgen und die vielen unterhaltsamen Blogbeiträge der anderen Teilnehmer. Es hat mal wieder viel Spaß gemacht "gemeinsam" mit so einer netten Truppe zu lesen! :)

Montag, 21. April 2014

7 Days - 7 Books (Oster-Spezial): (Zusatz-)Tag 8


Ostermontag und somit der letzte Tag der "7 Days - 7 Books"-Aktion. Nachdem ich gestern noch "Das Imperium der Prinzen" beendet habe, weiß ich nicht so recht, was ich heute lesen soll. Auf der einen Seite würde ich wirklich gern endlich die Rachel-Morgan-Romane lesen, auf der anderen Seite habe ich nach den letzten Tagen auch Lust auf einen nichtfantastischen Roman. Ich werde wohl heute Vormittag ein wenig meine Bücher anlesen, vielleicht auch noch einen Blick in den SuB oder meine Bibliotheksbücher werfen und mich dann entscheiden. Auf jeden Fall wird es wieder ein gemütlicher Tag werden, denn abgesehen vom Lesen und der Blogrunde ist für heute nichts geplant.

Update 13:30 Uhr

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich für ein Buch entscheiden konnte. Nun aber habe ich zu "Der Trümmermörder" von Cay Rademacher gegriffen. Der Krimi muss bei irgendeiner Sonderaktion auf meinen Kindle gewandert sein und wurde von mir bislang noch nicht gelesen. Auf jeden Fall sollte der Roman Abwechslung zu meinen anderen gelesenen Titeln bieten. Die Geschichte spielt 1947 in Hamburg und dreht sich angeblich um einen authentischen Kriminalfall.


Sehr gut lassen sich die sw-Cover auf dem Display nicht fotografieren, aber das muss erst mal reichen. ;)

Update 15:25 Uhr

Bislang habe ich gut ein Viertel von "Der Trümmermörder" gelesen und mir gefällt der Krimi sehr gut. Zwei Tote gab es bislang, die anscheinend nichts verbindet - abgesehen von der Art und Weise, in der sie umgebracht wurden. Dazu gibt es sehr viel Nachkriegsatmosphäre - kein Strom, kein Holz zum Heizen, keine Nahrungsmittel. Nur wenige Bezugsscheine und noch weniger Dinge, die man dafür erstehen kann. Der Schwarzmarkt blüht und als Polizist steht der Polizeiinspektor Stave tagtäglich vor der Frage, ob er ein Auge zudrücken oder aktiv werden soll. Die Zusammenarbeit mit den beiden neuen "Kollegen" ist nicht ganz einfach. Der Brite, der ihm zur Seite gestellt wurde, ist sympathisch, aber oft auch etwas naiv und als Besatzer nicht immer gerade hilfreich, wenn es darum geht Vertrauen zu einem Zeugen aufzubauen, der Kollege von der Sitte hingegen ist noch schwer einzuschätzen. Desillusioniert wirkt er und er macht oft hämische Bemerkungen, in gewisser Weise ein Ruhestörer, aber nicht so dumm, dass er aktiv gegen den MacDonald oder seinen Vorgesetzten vorgehen würde. Mal schauen, wo das noch hingeht.


Die Blogrunde leidet etwas darunter, dass mir mein Roman so gut gefällt, aber die Beiträge laufen mir ja nicht weg. ;)

Kurzer Katzeneinschub: Ich finde es gerade so schön wie Christie und die Coon-Brüder die Sonne genießen und ihre alten Knochen wärmen. :)


Update 19:00 Uhr

Soeben habe ich die heutige Blogrunde auch noch zu Ende gebracht. Da so einige Teilnehmer über Ostern nicht ganz so viel Zeit zum Lesen und Bloggen haben, geht es ja inzwischen ein bisschen schneller. ;) Jetzt mache ich erst mal eine "Internet- und Lesepause", um Nachrichten zu gucken, Abendessen zu kochen und vielleicht sogar ein bisschen mit dem DS zu spielen (auch heute wollen wieder Blümchen in meinem Dorf gegossen werden! *g*). Danach lese ich dann wohl den Roman fertig, bevor ich ins Bett gehe - mal schauen, ob ich das vor oder erst nach Mitternacht schaffe. Wie ich mich kenne, werde ich aber zwischendurch noch auf den einen oder anderen Kommentar reagieren und vielleicht noch ein paar Bemerkungen zum Buch machen.

Update 22:25 Uhr

Eben habe ich "Der Trümmermörder" beendet und noch ein bisschen zum realen Fall recherchiert. Wobei der Autor in einem Nachwort schon ein wenig dazu schreibt, welche Aspekte des Romans damals wirklich so passiert sind und in welchen Bereichen er sich Freiheiten erlaub hat. Der Täter und seine Moitvation, so wie ihn Cay Rademacher entworfen hat, war ab einem relativ frühen Punkt in der Geschichte erahnbar, auch wenn ich mich da noch nicht auf bestimmte Details aus der Kriegszeit hätte festlegen wollen. (Ui, schwierig zu schreiben, wenn man nicht zu viel verraten möchte). Aber das hat mich nicht gestört, weil ich die Nachkriegszeit sehr stimmig und atmosphärisch beschrieben fand. Mir fallen sonst eher Bücher in die Hände, die ein bisschen später spielen oder die für Jugendliche geschrieben wurden und da fallen dann doch viele Details des alltäglichen Lebens weg. Aber gerade das fand ich hier sehr gut dargestellt. Auch fand ich es reizvoll zu verfolgen wie die Polizei ihre (sehr mageren) Spuren verfolgt, welche Wege gegangen werden müssen, um Ermittlungen anzustellen und wo welche Verflechtungen am Werk sind (zum Beispiel, wenn die Briten ihre Hand über eine Institution halten oder wenn Ausländer verdächtigt werden). Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und ich werde wohl Ausschau nach den anderen beiden Krimis rund um Frank Stave halten. Ich frage mich, ob die dann auch auf wahren Fällen basieren ...

Übersicht:

Tag 1:
Jim Henson's Labyrinth (144/288 Seiten)

Tag 2:
Jim Henson's Labyrinth (288/288 Seiten)
Die Hüterin der Gewürze (88/416 Seiten)
The Jane Austen Handbook (55/224 Seiten)

Tag 3:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)

Tag 4:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)
Die Buchmagier (135/464)

Tag 5:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)
Die Buchmagier (464/464)

Tag 6:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (224/224 Seiten)
Die Buchmagier (beendet)
Das Imperium der Prinzen (16/384)

Tag 7:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (beendet)
Die Buchmagier (beendet)
Das Imperium der Prinzen (384/384)

Tag 8:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (beendet)
Die Buchmagier (beendet)
Das Imperium der Prinzen (beendet)
Der Trümmermörder (336/336 Seiten)

Sonntag, 20. April 2014

7 Days - 7 Bookes (Oster-Spezial): Tag 7


Erst einmal wünsche ich euch allen frohe Ostern! :) Nur noch zwei Lesetage lang dauern die "7 Days - 7 Books" und ich habe bislang drei Bücher beendet, eins abgebrochen und einen vierten Roman angefangen. Dieses Mal läuft es für mich ganz schön ungewöhnlich, aber solange es Spaß macht, ist ja alles erlaubt. ;) Heute ist auf jeden Fall wieder eine ausführliche Blogrunde fällig und sonst werde ich ganz viel Zeit mit Lesen verbringen (und ein bisschen mit dem DS).

Update 12:00 Uhr

Mit "Das Imperium der Prinzen" komme ich so langsam etwas voran. Und da der Protagonist Prinz Khemri in den ersten Kapiteln feststellt, wie wenig er über das Imperium, sein zukünftiges Leben (und und die damit verbundenen Überlebenskämpfe) als Prinz und überhaupt weiß, ist es ganz gut, dass er mit Haddad einen fähigen Assassinen-Priester an seiner Seite hat. Bislang kenne ich von diesem Universum nicht mehr als den Tempel, in dem Khemri aufgezogen wurde (inklusive diverser körperlicher Manipulationen, um zu optimieren) und bekam ein paar kleine Einblicke in die Raumakademie, der er sich anschließen musste, um ein bisschen sicherer vor Anschlägen zu sein. Außerdem wird von den Prinzen erwartet, dass sie führende Positionen im Imperium einnehmen, während sie um ihren Rang kämpfen. Alles noch ein bisschen verwirrend, aber sehr faszinierend. Mit eventuellen Dummheiten von Khemri kann ich bislang auch gut leben, weil immer wieder durchschimmert, dass er aus der Rückschau heraus kaum fassen kann, wie naiv und unbeholfen er doch zu Beginn seiner Prinzenzeit war. Doch, der Roman gefällt mir und wird vermutlich heute durchgelesen. Aber jetzt erst einmal eine Pause zum Katzenfüttern, Clafoutis backen und Frühstück essen. ;)

Update 18:00 Uhr

Bislang ist der Nachmittag wirklich gemütlich verlaufen. Ich lese ein paar Kapitel, besuche dann ein paar Blogs und dann lese ich wieder. Alles ganz ruhig und eher träge - was daran liegt, dass ich heute unglaublich müde bin. "Das Imperium der Prinzen" gefällt mir gut. Viel passiert eigentlich nicht und die Geschichte wird sehr episodenhaft erzählt, aber das Kennenlernen der Welt durch Prinz Khemris Augen sagt mir sehr zu. Vor allem, da es einen sehr triftigen Grund gibt, warum er so unwissend ist, aber auch einen sehr wichtigen Grund, warum er mehr lernen soll als die meisten der anderen Prinzen. Wobei immer wieder deutlich gemacht wird, dass er zwar eine besondere Chance erhält, aber nichts besonderes ist. Wenn er sich dumm anstellt oder sich gegen die Dinge entscheidet, die für ihn vorgesehen sind, dann wird er eben entsorgt und einer der anderen 10 Millionen Prinzen wird getestet, ob er für den Job geeignet ist.

Nachdem Khemri die ersten 17 Jahre seines Lebens dazu erzogen wurde, sich als das wichtigste Wesen des Universums zu betrachten, ist diese Desillusionierung immer wieder der nötige Schuss Realität, der es ihm ermöglicht überhaupt zu überleben. ;) Ich lese dann mal weiter, ich amüsiere mich nämlich ...


Update 23:00 Uhr

Hach, schönes Buch! Wirklich schön! Mit einem tollen Ende! :)

Jetzt schaue ich noch, dass ich die Blogrunde beende und dann geht es ab ins Bett. Morgen starte ich dann einen erneuten Ausschlafversuch! Drückt die Daumen, dass der Puschelkater nicht wieder beschließt, dass er morgens um halbe sieben dringend eine Schmuseeinheit und Menschenbett zum Ruhen benötigt!


Übersicht:

Tag 1:
Jim Henson's Labyrinth (144/288 Seiten)

Tag 2:
Jim Henson's Labyrinth (288/288 Seiten)
Die Hüterin der Gewürze (88/416 Seiten)
The Jane Austen Handbook (55/224 Seiten)

Tag 3:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)

Tag 4:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)
Die Buchmagier (135/464)

Tag 5:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)
Die Buchmagier (464/464)

Tag 6:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (224/224 Seiten)
Die Buchmagier (beendet)
Das Imperium der Prinzen (16/384)

Tag 7:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (beendet)
Die Buchmagier (beendet)
Das Imperium der Prinzen (384/384)

Samstag, 19. April 2014

7 Days - 7 Books (Oster-Spezial): Tag 6


Tag 6 der Aktion und ich habe erst zwei Bücher beendet. Das ist sehr ungewöhnlich für mich. Aber nun gut, es liegen ja noch ein paar Lesestunden vor mir. :) Ich habe keine Ahnung, ob ich es heute zu einer Blogrunde schaffe, da der Vormittag mit Einkaufen verplant ist und es nachmittags in eine Ausstellung geht. Außerdem möchte ich heute unbedingt noch "The Jane Austen Handbook" beenden. Wenn das alles geschafft ist, dann kann ich mir immer noch Zeit für die Kommentarbeantwortung und eine (Teil-)Blogrunde nehmen.

Ich hoffe, ihr habt heute alle viel Spaß mit euren Büchern! Bis später! :)

Update 21:00 Uhr

Nach dem Einkaufen heute Vormittag habe ich ein paar Seiten in "The Jane Austen Handbook" gelesen und in "Das Imperium der Prinzen" reingeschnuppert, aber sehr weit bin ich nicht gekommen. Nachmittags ging es dann in die große Stadt, um eine Ausstellung anzuschauen. Genauer gesagt eine Ausstellung über (Innen-)Architektur in Männermagazinen in den 50er, 60er und 70er Jahren. Zu dieser Zeit beschäftigen sich solche Magazine nämlich auch mit solchen Themen und es wurden lange Artikel über Architekten, Möbel und Baustile veröffentlicht.


Insgesamt fand ich die Ausstellung ganz interessant, aber nicht so weitgefächert und ausführlich mit Exponaten versehen wie erhofft. Es gab zwar auch einige (Original-)Magazine, in denen man blättern durfte, um sich einen Eindruck von der Einbindung und Art der Artikel zu machen, aber insgesamt war der "so waren diese Zeitschriften aufgebaut"-Teil doch größer als der Part, der sich mit den für uns interessanten Aspekten Architektur und Innenarchitektur befasste. Wir haben dann noch in eine weitere Ausstellung reingeschnuppert, aber irgendwann war die Aussicht auf frische Luft und etwas zu trinken doch verlockender als die Architekturmodelle und Fotos von preisgekrönten öffentlichen Gebäuden.


Also haben wir uns in ein Café gesetzt, einen "Orangen-Traum" genossen und sind später durch das unglaublich sommerliche Wetter wieder nach Hause gefahren. Strahlend blauer Himmel und so warm in der Sonne - da konnte man nur froh sein, dass auch ein spürbarer Wind wehte. Kaum zu glauben, dass es die nächsten Tagen ständig regnen soll!



Nachdem wir inzwischen was gegessen haben und wieder "angekommen" sind, widme ich mich jetzt erst einmal "The Jane Austen Handbook", denn das möchte ich heute ja noch beenden. Der Tee steht bereit, die Energiezufuhr für den Rest des Abends ist auch gesichert (man darf mich nicht übermüdet in die Küche schicken mit "bring mal mit worauf du Lust hast") und nun lege ich die Füße hoch und lese! Wenn ich danach noch aus den Augen schauen kann, dreh ich bestimmt noch eine kleine Blogrunde. Ansonsten habe ich die nächsten zwei Tage nur für die "7 Days - 7 Books" eingeplant. ;)

Update 23:40 Uhr

So, jetzt habe ich auch das "The Jane Austen Handbook" durchgelesen. Der Bereich, in dem es um die Kartenspiele, Tänze und ähnliches ging, hat dann doch noch ein paar neue Erkenntnisse gebracht. Ansonsten ist es einfach ein entzückend gemachtes Buch mit hübschen Illustrationen, vielen liebevollen Anspielungen auf Jane Austens Werke und angenehm entspannend zu lesen. Und nein, ich werde jetzt keinen Jane-Austen-Re-Read starten, auch wenn es lockt ... :D

Hm, jetzt noch ein paar Seiten in "Das Imperium der Prinzen" lesen oder stattdessen ein paar Blogs besuchen? Ich weiß noch nicht so recht, wofür ich mich entscheide, aber da ich nicht mehr lange aufbleiben werde, war das für heute auf jeden Fall mein letzte Update. Morgen geht es dann wider weiter ...

Übersicht:

Tag 1:
Jim Henson's Labyrinth (144/288 Seiten)

Tag 2:
Jim Henson's Labyrinth (288/288 Seiten)
Die Hüterin der Gewürze (88/416 Seiten)
The Jane Austen Handbook (55/224 Seiten)

Tag 3:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)

Tag 4:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)
Die Buchmagier (135/464)

Tag 5:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)
Die Buchmagier (464/464)

Tag 6:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (224/224 Seiten)
Die Buchmagier (beendet)
Das Imperium der Prinzen (16/384)

Freitag, 18. April 2014

7 Days - 7 Books (Oster-Spezial): Tag 5


Eigentlich wollte ich heute ja so richtig ausschlafen, aber das ist schwierig, wenn ein großer Coon-Kater beschließt, dass jetzt Aufsteh- und Schmusezeit ist und er deshalb auf meinem Kopf rumstapft. Nun, so habe ich nach dem etwas lesearmen gestrigen Tag heute immerhin Zeit für die Bücher und die Blogrunde.

Bei der bin ich gestern gerade mal 15 Blogs weit gekommen, da habe ich noch etwas aufzuholen. Das Mailfach ist immerhin schon geleert und wenn ich wach genug zum Denken bin, greife ich wieder zu "Die Buchmagier" und zu "The Jane Austen Handbook". Ich freu mich schon so auf meinen Lesetag!

Auch wenn ich mit "Die Buchmagier" noch nicht weit gekommen bin (und gestern beim Weiterlesen erst einmal sehr überlegen musst, wer der Typ ist, zu dem sie jetzt fahren wollen und warum sie mit ihm sprechen müssen), gefällt mir der Roman sehr gut. Jim C. Hines hat mit den Buchmagiern eine Gruppe von Personen geschaffen, die aufgrund ihrer lebhaften Vorstellungskraft und einem gewissen Talent für Magie, in der Lage sind Gegenstände aus Büchern herauszuzaubern. Dabei müssen die Sachen so klein sein, dass sie durch ein aufgeschlagenes Buch passen und detailliert genug vom Autor beschrieben worden sein, das viele, viele Leser sich davon die gleiche Vorstellung gemacht haben.

Manchmal kommt es auch vor, dass talentierte Personen aus Versehen Elemente aus Büchern zaubern, womit sie dann wohlmöglich eine neue magische Spezies schaffen oder irgendwelches Unheil auf die Welt bringen. Um darauf ein Auge zu haben und die schlimmsten Auswüchse zu verhindern, gibt es die Pförtner. Sie kümmern sich um das Gleichgewicht in der magischen Welt und versiegeln Bücher gegen magische Nutzung, deren Inhalt zu gefährlich ist, um auf die Welt losgelassen zu werden. Doch ja, ich mag diese Grundidee wirklich! :)

Update 12:15 Uhr

Bislang habe ich den Vormittag abwechselnd mit Lesen und entspannten Kommentieren verbracht - das war sehr nett und so kann der Tag weitergehen. Außerdem mag ich mein Buch, sehr sogar! :) Es wimmelt von Buchanspielungen und die Welt der Libriomantik zeigt immer wieder Facetten, die ich überzeugend und reizvoll finde. So reicht schon die Bemerkung, dass es zwar kein Problem sei Gegenstände aus einem Buch herauszuzaubern, dass man dadurch aber noch lange nicht weiß, wie man diesen Gegenstand benutzt, um meine Fantasie anzuheizen. Dadurch lese ich nicht  nur die Geschichte (spannend, fantastisch und amüsant! :)) sondern fantasiere nebenbei noch ein bisschen für mich herum. Außerdem muss ich mich die ganze Zeit zurückhalten, damit ich nicht ins Nebenzimmer stürze und mich durch meine gesammelten Bücher wühle, um die potenziellen Re-Read-Titel aufzustapeln, auf die ich durch "Die Buchmagier" wieder Lust bekomme. :D

So, jetzt erst einmal eine Runde Katzenfüttern und Lüften und Frühstück machen und dann geht der Tag genauso weiter wie er anfing! :)


Update 19:45 Uhr

Inzwischen bin ich mit "Die Buchmagier" durch und fühle mich so wohl, wie man sich nun einmal fühlt, wenn man ein Buch gelesen hat, das wirklich Spaß gemacht hat. Über die Frage, ob ich den Roman bestimmten Leuten empfehlen könnte, muss ich noch etwas nachdenken. Für mich bestand ein Teil des Vergnügens darin, dass mich die Geschichte an andere Bücher erinnert hat. Aber auch für sich genommen kann die Handlung bestehen, sie erzählt dann eben "nur" eine relativ normale Urban-Fantasy-Geschichte mit sympathischen Charakteren, einer sehr interessanten Grundidee und einem ungewöhnlichem Magiesystem - so schlecht ist das schon mal nicht. ;)


Zwischendurch habe ich bis ungefähr 15 Uhr parallel zum Lesen immer wieder Kommentare beantwortet und auf Mails reagiert und ich glaube, ich habe so heute einen Großteil der Blogs abgeklappert. Aber es stehen noch die aus, die keine Kommentarbenachrichtung haben oder bei denen ich gestern (oder sogar vorgestern?) nichts kommentiert habe. Heute Abend schaue ich also noch mal, welche Blogs mir durch die Lappen gegangen sind und lese außerdem in "The Jane Austen Handbook" weiter - und wer weiß, vielleicht entscheide ich mich ja auch schon für mein nächstes Buch. :) Aber vorher gibt es Abendessen (nicht fotogener, aber dafür leckerer Nudelauflauf ;) ).

Update 00:53 Uhr

Blogrunde komplett vollzogen, Mailfach geleert, Feed-Reader geleert - vollkommen fertig. Keine Buchseite seit dem letzten Update gelesen ... Uff! Jetzt winde ich mich unter den schlafenden Katzen raus und hoffe, dass ich morgen früh genug aus dem Bett komme, um noch vor dem Ansturm einkaufen gehen zu können. ;)

Übersicht:

Tag 1:
Jim Henson's Labyrinth (144/288 Seiten)

Tag 2:
Jim Henson's Labyrinth (288/288 Seiten)
Die Hüterin der Gewürze (88/416 Seiten)
The Jane Austen Handbook (55/224 Seiten)

Tag 3:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)

Tag 4:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)
Die Buchmagier (135/464)

Tag 5:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)
Die Buchmagier (464/464)

Donnerstag, 17. April 2014

7 Days - 7 Books (Oster-Spezial): Tag 4


Gestern war kein guter Tag zum Lesen, ich hoffe aber, dass es heute besser läuft. Inzwischen freu ich mich richtig auf den Freitag - ein ganzer Tag nur zum Lesen und Blogrundendrehen!

Immerhin habe ich Mittwoch wieder ein Kapitel in "The Jane Austen Handbook" gelesen (das nächste ist für heute geplant), dafür habe ich aber auch "Die Hüterin der Gewürze" abgebrochen, weil es gerade nicht das richtige Buch für mich ist. Stattdessen habe ich mir nach Mitternacht "Die Buchmagier" geschnappt und noch ein bisschen darin gelesen. :D Bevor ich mich heute wieder meinen Büchern, den Blogs und Kommentaren widmen kann, stehen heute aber wieder ein paar unvermeidbare Pflichten an. Je schneller ich damit anfange, desto schneller kann ich auch Feierabend machen ...

Update 17:45 Uhr


Während meine tierischen Mitbewohner den Tag verschlafen haben, habe ich wie ein Duracel-Häschen rumgewuselt und genug erledigt, dass ich mir nun ohne schlechtes Gewissen vier freie Tage gönnen kann. Vor allem aber werde ich die kommenden 24 Stunden (naja, eine Pause zum Schlafen gönne ich mir wohl ;D) ausschließlich mit einem Buch vor der Nase oder einer Blogrunde verbringen. Ich freu mich schon sehr darauf! :) Jetzt aber Feierabend mit Tee, Keksen und "Die Buchmagier"!


Update 22:00 Uhr

Ein bisschen bin ich mit "Die Buchmagier" weitergekommen. Bislang mag ich die Grundidee, die Charaktere und die ganzen vielen tollen Anspielungen auf Fantasy- und SF-Romane. Man muss die Bücher nicht kennen, um die Anspielungen zu verstehen, aber mit Wissen um die Bücher und die erwähnten Autoren macht die Geschichte noch etwas mehr Spaß. Bislang habe ich das Gefühl, dass Jim C. Hines und ich eine überraschend große Schnittmenge, was die gelesenen Bücher angeht. :D

Das Mailfach habe ich auch aufgeräumt, ein bisschen bei Twitter geschaut, was in meiner Timeline heute so los war und nun fange ich mit der Blogrunde an. Mal schauen, wie weit ich damit komme, bevor mich die Sehnsucht nach meinem Buch packt. ;) Das "Jane Austen Handbook" werde ich heute wohl doch nicht weiterlesen, aber dafür kann ich mir ja morgen Zeit nehmen.


Übersicht:

Tag 1:
Jim Henson's Labyrinth (144/288 Seiten)

Tag 2:
Jim Henson's Labyrinth (288/288 Seiten)
Die Hüterin der Gewürze (88/416 Seiten)
The Jane Austen Handbook (55/224 Seiten)

Tag 3:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)

Tag 4:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)
Die Buchmagier (135/464)

Mittwoch, 16. April 2014

7 Days - 7 Books (Oster-Spezial): Tag 3


Schon der dritte Tag der "7 Days - 7 Books" und dazu noch ein Mittwoch. Für mich bedeutet das viel zu tun inklusive eines Bibliotheksbesuchs. Dummerweise öffnet die Bibliothek erst um 11 Uhr, was sich auf alle anderen Erledigungen auswirkt und dafür sorgt, dass ich unangenehm spät erst wieder daheim bin. Aber vielleicht kann ich trotzdem den einen oder anderen Kommentar zwischen meine anderen Aktivitäten quetschen. Und da der Mittwoch so unberechenbar ist, versuche ich den späten Nachmittag eh immer so arbeitsfrei wie möglich zu halten, was etwas Lesezeit bringen könnte. ;)

Vielleicht kann ich dann heute auch gleich in beiden Büchern etwas weiterlesen. Denn gestern habe ich sowohl "The Jane Austen Handbook" als auch "Die Hüterin der Gewürze" angefangen, bin aber bei beiden Titeln nicht sehr weit gekommen. Auch die zweite Hälfte der "gestrigen" Blogrunde steht noch aus ...

Update 13:25 Uhr

Kurzes "Bibliotheks-Update" der "7 Days - 7 Books":


"Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" ausgeliehen (vor ein paar Tagen HIER entdeckt) und fünf Bücher vorgemerkt (die drei verfügbaren Teile der Dark-Village-Reihe, "Die Geigenspielerin" und "Die Geschwister Gadsby") - ihr dürft euch jetzt alle mal schuldig fühlen! ;)

Update 15:30 Uhr

Feierabend und endlich "Frühstück" ... Heute habe ich noch keine einzige Seite gelesen, aber das werde ich jetzt sofort ändern. Wenn ich ein bissche mit "Die Hüterin der Gewürze" voran gekommen bin und das heutige Kapitel von "The Jane Austen Handbook" gelesen habe, stelle ich mich der zweiten Blogrundenhälfte ... Ich hoffe, ihr hattet heute schon viel Spaß mit euren Büchern! :)


Update 0:45 Uhr

Wenn ich plane zu lesen, dann klappt es eh nicht. ;) Erst habe ich mich von diesem charmanten Wesen ablenken lassen, weil da eindeutig Schmusebedarf vorhanden war:


Und dann habe ich mich doch erst einmal an den Teil der Blogrunde gemacht, den ich gestern nicht geschafft habe. Um 22:30 Uhr war es dann endlich so weit, dass ich doch noch ernsthaft zum Buch gegriffen habe. Inzwischen habe ich den zweiten Abschnitt des "Jane Austen Handbook" gelesen. "A Quick Succession of Busy Nothings; or, Everyday Activitys" beschäftigt sich mit der Führung eines Haushalts, der Kindererziehung, dem Umgang mit den Nachbarn, der richtigen Kleidung oder Frisur und ähnlichem. Den Part zum Thema Kindererziehung habe ich mit einem Schmunzeln gelesen und möchte die Regeln zum Großteil unterschreiben, bei anderen Elementen fand ich es zum Teil schade, dass sie sich innerhalb kürzester Zeit wiederholen z.B. die Aufforderung sich um die Bedürftigen und Kranken zu kümmern. Insgesamt finde ich "The Jane Austen Handbook" aber sehr unterhaltsam, hier und da informativ und insgesat angenehm entspannend zu lesen.

Von "Die Hüterin der Gewürze" habe ich noch ein paar Seiten gelesen (bis Seite 105) und das Buch dann abgebrochen. Ich finde es wirklich nicht schlecht, die Geschichte entfaltet ihre ganz eigene Magie, aber ich bin gerade nicht in der richtigen Stimmung für diese Erzählweise. Auch wenn ich - und ja, ich weiß, dass das sinnlos ist - mich immer ärgere, wenn ich aus solchen Gründen ein Buch abbreche. Vor allem, wenn ich dann stattdessen der Versuchung nachgebe und sämtliche Lesevorhaben über den Haufen werfe. ;)

Übersicht:

Tag 1:
Jim Henson's Labyrinth (144/288 Seiten)

Tag 2:
Jim Henson's Labyrinth (288/288 Seiten)
Die Hüterin der Gewürze (88/416 Seiten)
The Jane Austen Handbook (55/224 Seiten)

Tag 3:
Jim Henson's Labyrinth (beendet)
Die Hüterin der Gewürze (105/416 Seiten - abgebrochen)
The Jane Austen Handbook (106/224 Seiten)
Die Buchmagier (54 /464)

Dienstag, 15. April 2014

7 Days - 7 Books (Oster-Spezial): Tag 2


Da dachte ich gestern Mittag noch, dass ich überraschend viel Lesezeit vor mir habe - und dann starte ich die Blogrunde und das war es mit meiner Lesezeit. Unfassbar, wie viele Leute dieses Mal mitmachen und wie viel Zeit so eine vollständige Blogrunde verschlingen kann. Ich muss mal schauen, wie ich das heute in den Griff bekomme. Bislang sieht es immerhin so aus, als wäre das Wetter ebenso wenig gartengeeignet wie gestern, so dass ich immerhin die Stunden mit der Gartenarbeit einsparen und stattdessen (Buch oder Blog) lesen kann.

Mein "Labyrinth" würde ich heute nämlich gern noch beenden, weil das Lesen so viel Spaß macht und so viele Erinnerungen heraufbeschwört.

Und da ich gestern gemerkt habe, wie wenige den Film kenne, gibt es hier von mir ein paar Zeilen dazu:

Vor vielen, vielen Jahren lebte ein Mann, der wundervolle Puppen fürs Fernsehen entwickelte. Dieser Mann war Jim Henson - bekannt vor allem für die "Sesamstraße" und "Die Muppet Show". 1986 drehte er (gemeinsam mit George Lucas) den Film "Labyrinth", wobei das fantastische Puppendesign für diesen Film von Brian Froud stammte (damit das Ganze nicht zu "muppethaft" wurde).

Die Handlung des Films ist eigentlich ganz simpel. Ein junges Mädchen mit dem Namen Sarah (gespielt von Jennifer Connely) fühlt sich von ihrem Vater und der Stiefmutter ungerecht behandelt und als sie eines Abends auf den kleinen Stiefbruder aufpassen soll, während die Eltern ausgehen, wünscht sie sich, dass der Koboldkönig (gespielt von David Bowie) erscheinen und ihren Bruder Toby mitnehmen möge. Natürlich hat sie nicht damit gerechnet, dass so etwas wie ein Koboldkönig wirklich existiert, und noch weniger damit, dass er kommen und Toby entführen würde.

Um ihren kleinen Bruder zu retten, muss Sarah den Weg durch ein Labyrinth finden, um zum Schloss am Rande der Koboldstadt zu kommen. Dafür hat sie gerade mal 13 Stunden Zeit - und jedes Mal, wenn sie das Gefühl hat, sie ist ein Stückchen weiter gekommen oder sie hat die Gesetzmäßigkeiten des Labyrinthes durchschaut, dann verändert sich ihre Umgebung oder die Regeln, nach denen Jareth, der Koboldkönig, spielt.

Das Buch, das ich gerade lese, ist der Versuch nach all den Jahren eine Romanumsetzung aus dem Film zu machen. Ergänzt wird die Geschichte durch Zeichnungen von Brian Froud, die sehr schön die diversen (Puppen-)Charaktere zeigen und durch handschriftliche Notizen von Jim Henson, in denen er Überlegungen zu der Geschichte und ihren Hintergründen anstellt.

Auch wenn ich gestern weniger gelesen habe, als ich wollte, so genieße ich dieses Wiedersehen mit den Figuren und all den skurrilen und wunderbaren Einfällen, die den Film für mich immer ausgemacht haben. Dazu kommen hier noch einige Beschreibungen und Hintergründe, die der Film so nicht bietet und die manche Figur sogar in einem anderen Licht erscheinen lassen (könnten).

So, jetzt aber an die Arbeit, damit ich heute so früh wie möglich zum Buch greifen kann! Bis später! :)

Update 10:00 Uhr

Eigentlich wollte ich ja heute morgen zumindest das Mailfach mit all den Kommentarbenachrichtungen leeren, bevor ich mich an die Arbeit mache. Aber dann hat unser Internetanbieter überraschend beschlossen, dass mal wieder alle Leitungen gekappt werden, damit gebastelt werden kann. Dieses Mal gibt es immerhin keine dubiosen Theorien, nach denen die Türöffner des Gefängnisses am anderen Ende der Stadt oder ähnliches für Internetprobleme verantwortlich sind, dafür heißt es, dass bei der Grundsanierung minderwertige Verbindungen eingebaut wurden, die eigentlich vollständig ersetzt werden müssten. Also hat die gesamte Häuserzeile mal wieder im Minutentakt Internetprobleme und man muss die kurzen Verbindungsmomente abpassen, um etwas veröffentlichen zu können, während das süße Säuseln des Schlagbohrers durch die Keller hallt.

Update 13:30 Uhr

Mit der Arbeit wird das wohl heute nichts mehr, also gibt es jetzt "Frühstück", Tee und Buch - und ich lese bis ich "Labyrinth" durch habe! Dann kann ich mich danach in Ruhe auf die Blogrunde stürzen ... oder zumindest den ersten Teil davon. ;)


Update 14:45 Uhr

So, "Labyrinth" ist beendet - war schön, sehr schön ... Auch wenn ich den Film wohl immer ein Stückchen lieber mögen werde. Im Roman wird mir hier und da zu viel erklärt, ich mag es lieber, wenn ich selber meine Schlüsse ziehen darf. ;) Dafür ist der Anhang mit den Zeichnungen toll und Jim Hensons Notizen haben mich schmunzeln lasse. Sehr spannend fand ich, dass der Film wohl ursprünglich doch etwas weniger harmlos geplant war. Zumindest gibt es in den Notizen und Zeichnungen Elemente, die ich ein bisschen gruseliger finde und die es nicht in den Film geschafft haben. Und ich habe mich über Jim Hensons Benutzung eines Notizbuchs amüsiert, überhaupt fand ich erstaunlich viele Ähnlichkeiten zwischen diesen Seiten und meiner Art mir beim Entwickeln eines Projekts Notizen zu machen. Vielleicht bin ich ja doch genialer als ich dachte *gröhl* und habe in Zukunft etwas in der Hand, um meinem Mann zu beweisen, dass das keine Papierverschwendung, sondern Teil eines kreativen Prozesses ist. ;)

Da es schon fast 15 Uhr ist, drehe ich jetzt erst einmal eine kleine Blogrunde. Mal schauen, wie viel ich in einer Stunde so schaffe - oh, und ob ich dabei vom Paketboten unterbrochen werde, der mir heute ein paar Dinge bringen sollte. ;)

So sieht es übrigens bei mir aus, wenn ich eine Blogrunde drehen möchte:




Und so, wenn wir uns dann einigermaßen arrangiert haben:


Update 16:40 Uhr

Zwei Stunden und 15 Blogs (und einige Kommentare) später, habe ich alles von mir geworfen und bin zu Tür gerannt, um ein Paket in Empfang zu nehmen. Inzwischen erkenne ich den DHL-Wagen - trotz einigem Verkehr in unserer Straße - schon am Motorenklang. *g*


Ach, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was ich mich vor allem über "Die Buchmagier" freue (auch wenn der englische Titel so viel cooler ist) und der Mark-Hodder-Roman wird bestimmt auch wieder gut, während ich den Garth Nix als ... hm ... Experiment sehe. Oh, und ein bisschen Manga-Nachschub gab es auch, nachdem es mit meiner Februar-Versorgung ein Problem gab ... *dumdidum*

Trotzdem greife ich jetzt erst einmal zu "Die Hüterin der Gewürze" und lese ein bisschen weiter!


Update 0:30 Uhr

Eine halbe Blogrunde, mehr war heute nicht drin! Und nun fürchte ich mich vor der morgigen Hälfte, denn dann "muss" ich ja bei den heute vernachlässigten Blogs gleich zwei Tagesposts lesen und kommentieren. *g*
Inzwischen habe ich zur Abwechslung mit "The Jane Austen Handbook" angefangen - das Buch wird wohl wieder mein "Zweibuch" während der 7D7B, da sich dieses Sachbuch so hübsch aufteilen lässt. Grundsätzlich finde ich es unterhaltsam und informativ, aber ich muss gestehen, dass ich schon im Vorwort über das Wort "Janeites" gestolpert bin - ich mag solche Begriffe einfach nicht! Genauso wenig wie die Annahme der Autorin, dass man als Jane-Austen-Fan die Bücher natürlich vor allem wegen der Happy Ends, der Bälle und Kleider liest (und ja, ich übertreibe etwas :D). Aber davon abgesehen gibt es wunderbare Details zum Leben Anfang des 19. Jahrhunderts, auch wenn es bislang noch nicht so viel Neues für mich gab - aber das war im ersten Kapitel "Jane Austen's World And Welcome To It" auch noch nicht zu erwarten.

Bei "Die Hüterin der Gewürze" bin ich auch erst auf Seite 88. Es brauchte ein bisschen bis ich in das Buch hineingefunden hatte. So viele Sinneseindrücke, so viele kleine Geschehnisse, so eine seltsame Vergangenheit und so viele Andeutungen über die Zukunft - darauf musste ich mich erst einmal einlassen. Grundsätzlich mag ich indische Romane, aber jedes Mal, wenn ich einen anfange, habe ich das Gefühl, ich würde von der Wortflut erschlagen. Jetzt wird es aber erst einmal Zeit ins Bett zu gehen, der Mittwoch hält immer einige lästige Pflichten bereit.

Übersicht:

Tag 1:
Jim Henson's Labyrinth (144/288 Seiten)

Tag 2:
Jim Henson's Labyrinth (288/288 Seiten)
Die Hüterin der Gewürze (88/416 Seiten)
The Jane Austen Handbook (55/224 Seiten)

Montag, 14. April 2014

7 Days - 7 Books (Oster-Spezial): Tag 1


Heute ist also der erste Tag der Ostervariante der "7 Days - 7 Books" von Melli und Mandy. Acht Tage lang (ja, der Ostermontag zählt auch in diesem Jahr mit für die Aktion) werde ich wieder so viel Zeit wie möglich mit den Büchern verbringen. Dieses Mal haben Melli und Mandy für die "7 Days - 7 Books" zwei Varianten vorgegeben, für die man sich entscheiden musste. Ich habe mich für Variante 2 angemeldet, was bedeutet, dass ich in den acht Tagen vier Bücher lesen muss. Davon darf ein Buch ein Hörbuch sein, während Manga (und - zumindest gehe ich davon aus - Comics) und Kurzgeschichten nicht gezählt werden. Sollte ich also darauf Lust haben, werde ich die Titel zwar erwähnen, aber nicht zum "7 Days - 7 Books"-Pensum zählen.

Wie schon bei den anderen Aktionen werde ich an jedem Morgen einen Tagesbeitrag veröffentlichen, der immer wieder aktualisiert wird, wenn ich endlich mit dem Lesen anfange (oder das Gefühl habe, ich sollte mal erzählen, warum ich noch nicht zum Lesen gekommen bin). Ich bin mir sicher, wir werden wieder viel Spaß miteinander haben! :)


Update 14:45 Uhr

Auf der einen Seite hätte ich meinen Garten ja gern mal fertig - also, so weit man das von einem Garten im Frühling unter normalen Umständen sagen kann. Aber trotzdem bin ich heute über das Aprilwetter ganz froh, da ich ohne die Gartenstunden am Vormittag alle anderen Aufgaben vorziehen konnte und jetzt schon zum Buch greifen kann! :)


Meine übliche Lesebegleitung lümmelt gerade lieber auf dem Bett rum und hofft auf ein paar verirrte Sonnenstrahlen, aber auch ganz alleine mache ich es mir auf dem Sofa gemütlich. Tee und Kekse stehen bereit und los geht es mit "Labyrinth" - was ja irgendwie zu erwarten war, nach all den Kommentaren, in denen ich über den Film (und David Bowie) geschwärmt habe. Mal schauen, ob das Ganze auch als Roman funktioniert - im schlimmsten Fall muss ich wohl während dieser Woche auch noch etwas Zeit finden, um die DVD einzulegen und den Koboldkönig, sein Reich und seine Untertanen mal wiederzusehen. ;)


Jetzt also eine Stunde gemütliches Lesen und so gegen 16 Uhr starte ich die erste Blogrunde!

Update 16:00 Uhr

Liebe Sarah, egal, ob als Filmfigur oder als Romanprotagonistin - ich kann dich nicht leiden! Du bist ein verwöhntes Biest, das von seiner Umwelt alles erwartet, und die eigene Stellung in der Welt vollkommen überschätzt. Aber auch wenn mir vom Autor alles beschrieben wird, statt dass ich es in einem wundervoll-atmosphärischen Film sehen kann: Die Geschichte funktioniert für mich wohl auch als Buch. Der Koboldkönig ist auch als Romanfigur einfach nur hinreißend, Hoggle ist so ein wunderbar unfreundlicher Gnom und bei jeder erlegten Fee hatte ich wieder das kleine seufzende Geräusch im Ohr, das die Biester machen, während sie zu Boden fallen. Schweren Herzens lege ich das Buch zu Seite, damit ich noch eine Blogrunde drehen kann, bevor ich etwas Zeit für meine abendlichen "Pflichten" abknappsen muss.

Update 21:45 Uhr

HILFE! Ich habe jetzt in diesem Moment die Blogrunde beendet, die ich um 16:15 Uhr angefangen habe. Ich gebe zu, ich habe zwischendurch die TK-Pizza gegessen, die mein Mann in den Ofen geschoben hatte, nachdem er sah, dass ich kopfüber in Beiträgen und Kommentaren steckte. Und ich habe bestimmt zehn Minuten Nachrichten geguckt, aber davon abgesehen habe ich die ganze Zeit nur mit der Blogrunde verbracht. So darf das morgen nicht laufen, sonst kann ich das mit dem Lesen vergessen! Ein Problem ist vermutlich, dass die meisten Blogs zu dem Zeitpunkt dann doch schon einen Beitrag geschrieben hatten, in dem sie von ihrem Lesetag erzählten. Außerdem wollte ich überall zumindest ein kleines "Hallo" hinterlassen ...

Jetzt beantworte ich nur noch die Kommentare, die auf meinem eigenen Blog hinterlassen wurden, ignoriere die 42 ungelesenen Mails im Posteingang und schnappe mir dafür mein Buch und den von gestern übrig gebliebenen Nachtisch - überraschenderweise wollte der Besuch gestern nur ein Glas von dem mächtigen Zeug essen. :D


@Lyne: Dieses Foto vom Oreo-Tiramisu ist extra für dich! :D Sehr lecker übrigens, auch wenn es dieses Mal nicht so schön marmoriert geworden ist wie sonst. ;)

Update 00:17 Uhr

Ein paar Seiten habe ich noch gelesen, wenn auch nicht so viel wie erhofft (natürlich nicht, ich hätte es wissen müssen *g*) und nun fahre ich das arme überlastete Netbook runter und gönne mir noch ein oder zwei Kapitel, bevor ich dann ins Bett falle. Gute Nacht! :)

Übersicht:

Tag 1:
Jim Henson's Labyrinth (144/288 Seiten)

Sonntag, 13. April 2014

7 Days - 7 Books (Oster-Spezial): Ich kann mich nicht entscheiden


Morgen fangen die "7 Days - 7 Books" wieder an und ich habe mir in den letzten Tagen Gedanken darüber gemacht, welche Bücher ich in der Woche so lesen könnte. Normalerweise fällt es mir nicht so schwer, einen Mini-SuB für so eine Aktion auszuwählen, aber seit ungefähr einer Woche lese ich ein Buch nach dem anderen an und kann mich für keines so recht entscheiden. So habe ich es irgendwie geschafft, immer mehr Bücher auf den Stapel zu packen. Trotzdem bleibe ich erst einmal bei dieser Vorauswahl - ich kann mich ja in den nächsten Tagen immer noch umentscheiden, wenn ich doch auf einen anderen Titel Lust habe. Es ist ja nicht so, dass mein SuB keine anderen Bücher beinhalten würde. :D


- "Jim Henson's Labyrinth - The Novelization" - ein Neuzugang, und wie so oft reicht das schon aus, um das Buch jetzt sofort lesen zu wollen.
- "The Jane Austen Handbook" - eine Leihgabe, die ich schon so lange lesen will. Damit würde ich nicht nur den Leih-SuB weiter abarbeiten, sondern hätte auch endlich mal einen Titel für meine Sachbuch-Challenge.
- "Die Hüterin der Gewürze" - ebenfalls eine Leihgabe, und die Inhaltsangabe klingt, als ob es mir gerade gefallen könnte.
- "Codex Alera 2 - Im Schatten des Fürsten" - der erste Teil hatte mir so viel Spaß gemacht und eigentlich wollte ich im Anschluss sofort die Fortsetzung lesen. So langsam wird es wirklich Zeit!
- "Es war einmal ein Mord" - nach den ganzen märchenhaften Titeln in den letzten Wochen wäre das vielleicht die logische Fortführung ...
- "Charlotte und die Geister von Darkling" - ich hatte so viel Lust auf das Buch, und nun liegt es schon wieder viel zu lange auf dem SuB.
- Rachel-Morgan-Serie, Band 8-11 - normalerweise mache ich immer zum Jahresende eine Rachel-Morgan-Intensiv-Leserunde. Letztes Jahr hatte das nicht geklappt, also hatte ich mir die vier Bücher für Ostern vorgenommen. Mal schauen, ob ich damit noch während der "7 Days - 7 Books" anfangen oder in den Tagen danach.

10 Bücher (und ein SuB *hüstel*) zur Auswahl ...
... und 4 Titel davon sollte ich definitiv in der kommenden Woche lesen.

Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden! ;D

Samstag, 12. April 2014

Caroline Vermalle: Denn das Glück ist eine Reise (Hörbuch)

Inzwischen ist es drei Jahre her, dass ich den Roman "Denn das Glück ist eine Reise" von Caroline Vermalle gelesen habe. Und da mir die Geschichte so gut gefallen hatte und ich gern ein Wiedersehen mit Georges und Charles feiern wollte, habe ich dankbar zugegriffen, als mir Natira das Hörbuch als Leihgabe anbot. Ich muss gestehen, dass ich mir anfangs nicht vorstellen konnte, dass die Passagen, in denen Georges SMS schreibt, vorgelesen funktionieren könnten, hatte mich da aber zum Glück getäuscht. So saß ich vorgestern da und mir kullerten dicke Tränen übers Gesicht, während ich beim Tapetenkratzen die letzte Etappe von Georges und Charles ganz persönlicher Tour de France verfolgte. Ganz ehrlich, wenn man weiß was passieren wird, dann ist diese Geschichte fast noch rührender als beim ersten Lesen ...

Da die Hörbuch-Version von "Denn das Glück ist eine Reise" ungekürzt ist, durfte ich wieder jede einzelne Etappe, die Georges und Charles auf ihrer Reise zurücklegen, genießen. Gelesen wurde das Hörbuch von Tobias Dutschke, der seine Sache ganz wunderbar gemacht hat, auch wenn ich mich anfangs etwas an seine Stimme gewöhnen musste. Das aber liegt daran, dass man die ersten Passagen aus der Sicht von Georges Enkelin Adèle erlebt und zu einer 23jährigen Frau passt die charismatische Männerstimme nicht ganz so gut wie zu dem 83jährigen Georges und seinem deutlich jüngerem (76! *g*) Nachbarn Charles.

Die beiden Herren erfüllen sich einen Jugendtraum und fahren die Etappen der Tour de France mit dem Auto nach. Zwei Monate nehmen sie sich Zeit, um all die Orte anzusehen, die sie nur aus dem Fernsehen kennen. Charles und Georges treiben sehr unterschiedliche Motive an und während man Charles Gründe für die Reise erst spät in der Geschichte herausfindet, so steht von Anfang an fest, dass Georges dieses Vorhaben als letztes Abenteuer seines Lebens geplant hat. Er ist schon seit vielen Jahren gesundheitlich angeschlagen, hat sich entmutigen lassen und seine Lebensfreude verloren. Für ihn ist diese Tour de France eine Möglichkeit noch einmal etwas zu erleben, statt eines Tages tot in seinem Sessel im Wohnzimmer gefunden zu werden.

Dass die Tour anstrengend sein würde, hatte Georges erwartet, doch dass ihm all die neuen Menschen, die er kennenlernt und die wunderschöne Natur der Bretagne neuen Lebensmut geben würden, hatte er nicht erwartet. Dazu kommt noch, dass ihm seine Enkelin Adèle auf die Schliche kommt und darauf besteht, dass er ihr jeden Tag eine SMS mit seinem Aufenthaltsort schickt. Aus diesen kleinen Nachrichten entsteht eine ganz neue Beziehung zwischen den beiden, nachdem sie in den letzten zehn Jahren kaum Kontakt hatten. Obwohl ich die Geschichte ja schon kannte, habe ich es genossen, wenn Georges und Charles sich einen gemütlichen Abend in einem Restaurant gegönnt habe oder wenn sie wieder einen schönen Strand, ein Hafenstädtchen oder ein Hotel mit einem gemütlichen Bett gefunden haben.

Doch vor allem die Beziehung zwischen Georges und Adèle, die Freundschaft zwischen Georges und Charles und all die Dinge, die Georges über sich selber herausfindet, machen dieses Hörbuch so hörenswert. Umso mehr, da Tobias Dutschke all diesen kleinen und größeren Momenten ganz wunderbar zum Ausdruck bringt. Neugierig wie ich bin, habe ich auf einer Seite, auf der man ihn buchen kann, mal sein Profil angeschaut, dort wird er für ein "Sprachalter von 30 bis 45 Jahren" empfohlen - ich würde diese Empfehlung locker um 40 Jahre raufsetzen. Seine "Altherrenstimme" ist wunderbar warm, schwankt zwischen Zerbrechlichkeit und Kraft und überzeugt sowohl bei den ruhigeren und bedächtigeren Passagen, als auch bei den emotionalen, spontanen und wütenden Momenten. Für mich werden Georges und Charles von nun an immer so klingen wie in diesem Hörbuch - und das macht mich sehr glücklich.

Freitag, 11. April 2014

SuB-Zuwachs im April (2)

Irgendwie überraschen mich meine Neuzugänge in diesem Monat etwas, aber egal, es gibt trotzdem jedes Mal einen zeitnahen Beitrag dazu.



A.C.H. Smith und Brian Froud: Jim Henson's Labyrinth

Ach, was habe ich den Film gemocht! Nicht so sehr wegen der Story und die weibliche Hauptfigur hätte ich auch nicht gebraucht, aber David Bowie, die ganzen Puppen und dieser überaus seltsame Humor ... <3 Als ich also im US-Comic-Katalog diese schöne Hardcover-Roman-Version (inklusive Skizzen u.ä. aus den Jim Henson Archives) sah, musste ich zuschlagen. In den nächsten Tagen werde ich also herausfinden, ob die Geschichte nicht nur als Film, sondern auch als Roman funktioniert! Hach!

Donnerstag, 10. April 2014

Maggie Stiefvater: Rot wie das Meer

Eigentlich habe ich ja während der "7 Days - 7 Books" schon genügend zu "Rot wie das Meer" von Maggie Stiefvater gesagt, aber ich wollte doch noch eine etwas "konzentriertere" Rezension zu dem Titel schreiben. "Rot wie das Meer" hat zwei Protagonisten, die man als Leser im Laufe der Geschichte immer besser kennenlernt, je näher das Skorpio-Rennen rückt. Dieses traditionelle Rennen ist das größte Ereignis auf der Insel Thisby und wird von den jungen Männern der Insel mit Capaill Uisce bestritten. Die Capaill Uisce sind fleischfressende und überaus wilde Meerpferde, die in den Gewässern rund um die Insel leben. Sehr viel erfährt man über diese Wesen nicht, nur dass sie sich im Herbst in Strandnähe aufhalten und in stürmischen Nächten über die Insel streifen, um Beute zu machen.

Sean Kendrick hat zu einem dieser Wasserpferde eine besondere Beziehung. Der Hengst Corr hat schon seinem Vater gehört und wurde von diesem auch in dem Rennen geritten, in dem er ums Leben kam. Nun ist Corr das Einzige, was Sean von seiner Familie noch geblieben ist, auch wenn der Hengst nicht ihm, sondern seinem skrupellosem Arbeitgeber Benjamin Malvern gehört. Für Sean bedeutet das Skorpio-Rennen die Chance genügend Geld zu gewinne, um Corr endlich erwerben zu können und unabhängig von Malvern zu werden.

Noch nie hat eine Frau an diesem Rennen teilgenommen, doch in diesem Jahr meldet sich Puck Connolly zu Teilnahme an. Sie sieht in dem Scorpio-Rennen ihre einzige Chance, um ihr Zuhause und ihre Familie - die nach dem Tod der Eltern nur noch aus ihr und ihren beiden Brüdern besteht - zu retten. Puck ist durchaus bewusst, dass sie zu wenig Erfahrung mit den Capaill Uisce hat, um eine reale Chance beim Skorpio-Rennen zu haben. Doch sie ist verzweifelt (und dickköpfig) genug, um einen Versuch zu wagen - auch wenn ihr von allen Seiten Widerstand entgegen gesetzt wird, da ein solcher Bruch mit der Tradition für die meisten (männlichen) Inselbewohner undenkbar ist.

Schon auf den ersten Seiten fand ich die Atmosphäre in diesem Roman toll. Maggie Stiefvater hat für ihr Skorpio-Rennen eine Insel geschaffen, die karg und erbarmungslos inmitten des Meers liegt und die es den Menschen, die auf ihr Leben, nicht einfach macht. Der einzige größere Arbeitgeber ist Benjamin Malvern mit seiner Pferdezucht, aber nur wenige sind in der Lage mit seinen temperamentvollen Vollblütern und den von ihm für das Rennen gehaltene Capaill Uisce fertig zu werden. Der Großteil der Inselbewohner lebt vom Fischfang - doch das Fischen ist in den von Meerpferden bewohnten Gewässern noch gefährlicher als eh schon.

Das Leben auf dieser Insel und die Beschreibungen der Capaill Uisce (die sehr an die schottischen Kelpies erinnern) haben mir sehr gut gefallen, sie haben diese Erbarmungslosigkeit, die man in keltischen Sagen findet. Maggie Stiefvater beschreibt sehr schön die Faszination, die das herausfordernde und gefährliche Leben auf einer so kargen Insel mit sich bringt. Außerdem üben die Wasserpferde in all ihrer Fremdartigkeit und Gefährlichkeit einen spürbaren Reiz auf die Menschen aus, auch wenn nicht jeder diesen Kreaturen (oder dem Inselleben) verfällt. So ist "Rot wie das Meer" auch ein Buch, das sich damit beschäftigt, was für ein Mensch man sein muss, um das Leben auf Thisby dem einfacheren Leben auf dem Festland vorzuziehen.

Es gibt auch eine sehr leise, sehr langsam aufkeimende Liebesgeschichte zwischen Sean und Puck, die vor allem auf dem gegenseitigen Respekt beruht, den die beiden für den jeweils anderen empfinden. Das ist ein Aspekt, den ich besonders mag. Diese Beziehung steht nicht so sehr im Vordergrund der Handlung und entsteht erst durch ein gegenseitiges Kennenlernen. Dazu kommen noch ein paar skurril wirkende Figuren, die vielleicht etwas überzogen wirken, aber für mich stimmig ins Inselumfeld passen. Extreme Lebensumstände formen eben auch extreme Charaktere.

Genauso finde ich den - zum Teil etwas heftigen - Umgang mit Mensch und Tier passend dargestellt. Traditionelle Ereignisse, bei denen auch Tiere eine Rolle spielen, haben sich noch nie um heutige Tierschutzgedanken gekümmert. Anzuprangern, dass es in diesem Buch zum Alltag der Insel gehört, dass Tiere sterben oder dass die Capaill Uisce für dieses Rennens benutzt werden, obwohl sie töten und getötet werden, scheint mir unpassend zu sein. Eine weniger direkte Darstellung wäre genauso, als ob man einen Roman rund um Stierkämpfe schreiben würde, bei dem Tier und Mensch einander mit Wattebällchen attackieren würden.

Mittwoch, 9. April 2014

Michelle Lovric: Melodie der Meerjungfrauen

"Melodie der Meerjungfrauen" von Michelle Lovric habe ich spontan letzten Mittwoch aus der Bibliothek mitgenommen, weil ich Lust auf ein Kinderbuch hatte. Die Geschichte spielt in Venedig im Jahr 1899. Die Stadt droht unterzugehen und um einen Plan zur Rettung zu entwerfen, treffen sich diverse Wissenschaftler in der Lagunenstadt. Zu diesen Wissenschaftlern gehören auch die Eltern von Teodora, die von Neapel aus anreisen und ausnahmsweise ihre Tochter mitnehmen. Teo(dora) wünscht sich schon lange einmal Venedig besuchen zu dürfen, empfindet sie doch eine unerklärliche Sehnsucht nach dieser Stadt.

Kurz nach ihrer Ankunft findet Teo, die nicht nur Bücher über alles liebt, sondern auch in der Lage ist die gesprochenen Wörter eines Menschen als Schrift über seinem Kopf zu sehen, in einer Buchhandlung ein magisches Buch mit einer Meerjungfrau auf dem Cover. In dieser Buchhandlung lernt Teo auch den gleichaltrigenVenezianer Renzo kennen, der ein ebensolcher Büchernarr ist wie sie selber, doch so richtig gut verstehen sich die beiden anfangs nicht. Aufgrund der verschiedensten Vorfälle und den Informationen, die das magische Buch für Teo bereit hält, steht für die beiden Kinder schnell fest, dass Venedig von etwas Größerem als "nur" dem Wasser bedroht wird. Ein uralter Feind versucht sich zu erheben und Macht über die Stadt zu gelangen.

Dass Michelle Lovric sich in Vendedig verliebt hat und der Stadt mit diesem Kinderbuch ein Denkmal setzen möchte, ist beim Lesen unübersehbar. Gemeinsam mit Teo entdeckt der Leser Venedig und erfährt von den Besonderheiten und historischen Ereignissen, die die Lagunenstadt geprägt haben. Dazu kommen noch viele fantastische Einfälle und Kreaturen wie die Meerjungfrauen, die Teo und Renzo zur Seite stehen, und das Ganze ergibt eine wunderbar unterhaltsame Geschichte rund um eine magische Bedrohung für eine besondere Stadt und zwei Kinder, die auserwählt sind, die Stadt zu retten.

Die Erzählweise von Michelle Lovric ist stellenweise etwas anstrengend. Es gibt sehr viele Abschweifungen in die Vergangenheit Venedigs, es werden Legenden erzählt und der unheimliche Bösewicht und seine Taten vorgestellt und dabei springt die Handlung schon mal von einer Zeit oder einem Ort zum anderen. Mir haben besonders die Kleinigkeiten gefallen, die Beschreibungen von kleinen Geschäften, der Duft des Gebäcks am Morgen in einem Café und ähnlich atmosphärische Momente. Die wie Hafenarbeiter fluchenden Meerjungfrauen mit einer Vorliebe für Curry fand ich zum Teil etwas überzogen, ebenso wie manch anderes "lustiges" Element, aber ich kann mir vorstellen, dass es der Zielgruppe (Kinder ab 12 Jahren) gegenüber noch angemessen ist.

Bei einigen Rezensionen wird die Brutalität in diesem Roman kritisiert. Es kommt zu einigen Todesfällen und Erkrankungen, Angriffen durch Menschen, Geister und Tiere und dazu gibt es noch einige unappetitliche Beschreibungen. Ich persönlich fand das nicht schlimm und der Handlung angemessen. Die Geschichte einer so alten Stadt wie Venedig beinhaltet nun mal auch einige grauenhafte Episoden. Schrecklicher als ein durchschnittliches Märchen (also in der unbereinigten Version, in der die Bösen am Ende in glühenden Schuhen tanzen dürfen oder ähnliches) ist es nicht. Es hängt wohl vom einzelnen Kind ab, ob es die geschilderten Dinge im Rahmen der Handlung erträglich findet oder nicht.

Dienstag, 8. April 2014

Soman Chainani: The School for Good and Evil

In den letzten Wochen habe ich richtig viel Glück mit Romanen, die auf ungewöhnliche Weise mit Märchenmotiven umgehen. Nach "Indexing" habe ich am letzten Wochenende "The School for Good and Evil" von Soman Chainani gelesen. Das Buch reizte mich schon länger, nachdem es im letzten Jahr auf diversen Blogs aufgetaucht war, denn die Grundidee klang gut - und Märchenthemen kann ich ja eh schwer widerstehen.

"The School for Good and Evil" dreht sich um zwei Mädchen, die in dem idyllischen Dorf Gavaldon aufgewachsen sind. Während die hübsche Sophie mit ihren goldenen Locken, blauen Augen und ihrem zarten Teint einer Märchenprinzessin entspricht, ähnelt Agathas Äußeres eher einer klassischen Hexe - was noch dadurch unterstrichen wird, dass sie mit ihrer Mutter auf dem Friedhof lebt und nicht gerade viel mit anderen Menschen anfangen kann. Trotzdem haben sich die beide Mädchen miteinander angefreundet, vor allem aufgrund Sophies unablässigen Bemühungen um Agatha.

Sophie ist sich nämlich sicher, dass sie beide auserwählt sind, um von dem "School Master" entführt zu werden. Sie würde in dem legendären Internat alles erlernen, was eine Prinzessin benötigt, um Teil eines Märchens zu werden, während Agatha in dem "bösen" Teil der Schule die Ausbildung zur Hexe einschlagen könnte. Doch Agatha glaubt eigentlich nicht, dass die legendäre "School for Good and Evil" wirklich existiert - und selbst wenn es sie geben sollte, so versucht sie doch alles, damit Sophie nicht entführt wird. Natürlich scheitert Agatha - und findet sich kurz darauf mit Sophie in dem Internat wieder. Doch während Sophie im "bösen" Teil landet, soll Agatha im "guten" Teil der Schule ihre prinzessinenhaften Facetten ausarbeiten.

Soman Chainani spielt in diesem Roman ganz wunderbar mit den diversen Märchenthemen und zeigt deutlich, dass "gut" und "böse" nicht immer so einfach zu definieren sind. In beiden Teilen der Schule finden sich sympathische und unsympathische Schüler, und obwohl von den Lehrern stets das Konkurrenzdenken unter den Jugendlichen geschürt wird, entstehen immer wieder unerwartete und zerbrechliche Freundschaften. Dabei ist jedem Einzelnen die ganze Zeit über bewusst, dass nur einige Wenige von ihnen zu entscheidenden Märchenfiguren werden wird. Der Großteil von ihnen wird sich mit einem Leben als Handlanger, helfende Tierfigur oder einer vergleichbaren namenlosen Rolle begnügen müssen.

Einzig Agatha hält lange Zeit an dem Gedanken fest, dass sie mit Sophie aus der Schule flüchten muss, damit sie wie früher als Freundinnen in Gavaldon leben können. Doch Sophie arbeitet lieber daran, alle davon zu überzeugen, dass sie in der falschen Seite der Schule gelandet ist, dass sie gut ist und dass sie als (potenzielle) Prinzessin natürlich ihren Prinzen finden muss. All das führt zu einigen amüsanten Szenen, aber auch zu erschreckenden und traurigen Momenten, denn das Leben an der "School for Good and Evil" ist - wie im Märchen - brutal und oft erbarmungslos.

Neben Sophies und Agathas Bemühungen um ihre Freundschaft, um Sophies Prinzen und um ihr Überleben an der Schule steht auch noch das Geheimnis des "School Master" im Raum. Er war es, der die beiden Mädchen in die Schule gebracht hat, obwohl sie nicht aus der Märchenwelt stammen. Und niemand weiß, ob er gut oder böse ist und welche Absichten er mit den diversen Herausforderungen und Regeln verfolgt. Ich muss zugeben, dass ich nicht von jeder Wendung überrascht war, aber es gab genügend Momente, in denen ich die Einfälle und Entwicklungen, die Soman Chainani in die Geschichte einbaute, als ungewöhnlich genug empfand, um mich wunderbar unterhalten zu fühlen.

Ich mag die ganzen bösen Wendungen, die diversen Versuche der Charaktere, die Regeln der Schule zu umgehen und die oft entlarvenden Aussagen der diversen Figuren, die zeigen, dass die hinreißende Prinzessin nicht immer die Gute in der Geschichte ist, während die furchterregende Hexe manchmal einfach nur eine liebevolle Umarmung benötigen würde. Am Ende verändert sich die Schule, und ich muss zugeben, dass ich sehr gespannt bin, wie es nun dort weitergeht. Was dazu führt, dass ich wohl in absehbarer Zeit die Fortsetzung bestellen muss, um mehr Zeit mit Sophie und Agatha verbringen zu können ... :D

Montag, 7. April 2014

Nicholas Drayson: Kleine Tierkunde Ostafrikas

Die "Kleine Tierkunde Ostafrikas" geschrieben von Nicholas Drayson ist der zweite Roman rund um den indischstämmigen Mr. Malik aus Nairobi. Seit den Ereignissen in "Kleine Vogelkunde Ostafrikas" sind vier Jahre vergangen und obwohl Mr. Malik am Ende des ersten Teils seinen ganzen Mut zusammennahm, um beim jährlichen Ball mit Rose (in die er schon lange heimlich verliebt war) zu tanzen, hat sich ihre Beziehung keinen Deut weiterentwickelt. Stattdessen verbrachte Rose die letzten vier Jahre bei ihrem Vater in Schottland, während Mr. Malik weiterhin sein unauffälliges Ruheständlerleben führte, die Abende in seinem Club verbrachte und einmal die Woche eine brisante Kolumne über Politik für die Zeitung verfasste. Immerhin hatte er in all den Jahren auch Ruhe vor seinem Rivalen Harry Khan, da dieser wieder zurück ins Ausland reiste.

Sein Interesse für Vögel hat Mr. Malik in all der Zeit nicht verloren und auch sonst hängt sein Herz an der Natur Afrikas und so ist es kein Wunder, dass er den jährlichen Campigausflug seines Clubs organisiert. Dabei hängt sein Herz in diesem Jahr besonders an diesem traditionellen Vergnügen, da seine Tochter mit ihrem Verlobten daran teilnehmen wird. Die Hochzeitsvorbereitungen beschäftigen ihn schon einige Monate und so kann er es kaum erwarten, dass dieses Großereignis endlich über die Bühne geht. Währenddessen kehrt Rose nach dem Tod ihres Vaters zurück und auch ihr Sohn findet nach Jahren, die er in der Schweiz gearbeitet hat, eine Arbeit in Nairobi. Doch auch Harry Khan verschlägt es prompt zu dieser Zeit nach Afrika, immer auf der Suche nach lohnenden Investmentprojekten.

Drehte sich in "Kleine Vogelkunde Ostafrikas" alles um den Wettbewerb der beiden Männer, so konzentriert sich Nicholas Drayson in diesem Roman eher darauf die Korruption der Politiker anzuprangern. Mr. Maliks Klub droht seinen angestammten Platz zu verlieren, die Zeitung, für die er seine Kolumne schreibt, soll ihre Zulassung verlieren und es werden hinter vorgehaltener Hand Absprachen getroffen, um Grundstücke für ein Einkaufscenter nach amerikanischen Vorbild "freizustellen". Trotz dieses "größeren Themas" hat man das Gefühl, dass diese Passagen eher im Hintergrund ablaufen, während Mr. Malik mit seinen Freunden Tiere beobachtet, sich Gedanken um die Hochzeitsvorbereitungen macht und immer wieder auf einen Mordfall angesprochen wird, der vor langer Zeit in Nairobi geschah und dessen Täter man nie zweifelsfrei identifizieren konnte.

Dabei stehen auch dieses Mal vor allem die verschiedenen Charaktere im Vordergrund. Mr. Malik hatte ich ja auf Anhieb ins Herz geschlossen und auch dieses Mal habe ich seine liebenswerte, freundliche und doch sehr engagierte Art wieder sehr genossen. Ich mag seinen Einfallsreichtum ebenso wie seinen Gerechtigkeitssinn, seine Neugier und den Respekt, den er anderen Menschen erweist. Es gibt immer wieder Dinge, die er nicht verstehen kann - zum Beispiel das Verhalten seiner Tochter -, aber das hindert ihn nicht daran Zuneigung zu empfinden und die Leute einfach ihren Weg gehen zu lassen. Auf der anderen Seite kämpft er mit seinen Mitteln gegen Korruption und Ungerechtigkeit und setzt dabei auch schon mal grenzwertige Mittel ein.

Ich fühle mich in Mr. Maliks Ostafrika sehr wohl. Es ist ein Land voller Gefahren, Armut und Gauner, aber das alles wird auf eine Weise geschildert, die einen nicht hoffnungslos macht. Dafür gibt es einfach zu viele Figuren, die mit Witz und Verstand gegen diese Missstände vorgehen, die trotz aller Widrigkeiten die grundlegende Überzeugung hegen, dass man irgendwie doch etwas bewegen kann. Dass alles wird liebevoll in kleine Anekdoten, scheinbar belanglose Szenen und amüsante Momente verpackt, so dass ich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite einfach genießen konnte. Ein wenig hatte ich ja Angst, dass Mr. Malik beim zweiten Band seinen Zauber nicht wieder so entfalten könne wie beim ersten Mal, doch auch wenn die Geschichte einen ganz anderen Unterton hat, so habe ich "Kleine Tierkunde Ostafrikas" genauso genossen wie mein erstes Zusammentreffen mit diesem charmanten alten Herren.