Dienstag, 30. September 2014

Leseeindrücke im August und September

Über "Flesh which is not flesh" von Jessica Verday bin ich bei Darkstar gestolpert. Ich hatte zwar 2011 davon gehört, dass eine Autorin ihre Geschichte für eine Anthologie lieber zurückgezogen hat, statt die Protagonisten - wie von den Herausgebern gefordert - in ein heterosexuelles Liebespaar umzuschreiben, hatte mir aber nicht den Namen der Autorin gemerkt. Durch Darkstars Beitrag hatte ich Lust die Geschichte einmal zu lesen und muss zugeben, dass ich nun neugierig auf weitere Werke der Autorin geworden bin. Durch die Inhaltsangabe weiß man schon lange vor Cam (Cameron), was seinem Liebsten vor einem Jahr zugestoßen ist, aber das ist nicht schlimm, da es eher darum geht Cams Weg in die Handlung mitzuerleben. Mir hat es sehr gut gefallen wie Jessica Verday mit der düsteren Seite der Feengeschichten umgeht und welche Lösung Cam am Ende findet, um Wesley aus der Gewalt der "Königin der Herzen" zu befreien.

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Nancy Atherton und ihre "Tante Dimity"-Bücher hatte ich vor zwei Jahren für mich entdeckt. Die Romane waren zügig und nett zu lesen, aber nicht gut genug, um ernsthaft über eine Anschaffung nachzudenken. Und je mehr der Titel ich in der Bibliothek in die Hände bekam, desto unzufriedener wurde ich mit dieser Reihe. Trotzdem habe ich in der letzten Woche "Tante Dimity und die Dorfhexe" ausgeliehen, weil ich antesten wollte, ob ich nach gut zwei Jahren "Abstinenz" diese Serie mal wieder lesen mag. Wieder hat sich der Roman schnell lesen lassen und es fiel mir schwer ihn aus der Hand zu legen - er hatte diesen "nur noch ein Kapitel"-Effekt auf mich -, trotzdem fehlte mir bei der Geschichte etwas. Die Handlung wimmelte von sympathischen Figuren, die in einem idyllischen Dorf leben und die eine hübsche Entdeckung über ihre Ortsgeschichte machen. Es hat zwei Tage gedauert, bis ich dahinter kam, was für mich das Problem an diesen Büchern ist: Ich kann die Hauptfigur nicht leiden!

Lori Shepard soll sympathisch sein, sie hat einen großen Freundeskreis, einen netten Ehemann, zwei Kinder, die kaum eine Rolle spielen, und mischt sich ständig in das Leben aller Menschen in ihrem Umkreis ein. Dabei soll Lori charmant sein mit ihren voreiligen Schlüssen und dem Wissen darum, dass sie unheilbar neugierig ist - immerhin ist sie dabei ja auch immer hilfsbereit und verurteilt die Leute nicht für ein eventuell ungewöhnliches Leben ... oder so ... Ich persönlich habe das Gefühl, dass Lori mit jedem Buch dümmer und unverschämter wurden und niemand setzt ihr je Grenzen. Stattdessen sind alle so nett und verständnisvoll, weil Lori es ja immer gut meint. Bei aller Entspannung, die die Bücher bringen, das war es wohl mit mir und Tante Dimity.

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"Photographs and Phantoms" von Cindy Spencer Pape - eine 64seitige Kurzgeschichte zu der Gaslight-Chronicles-Reihe der Autorin. Davon hatte ich den ersten Band vor einiger Zeit gelesen und mich über ein paar Wissensplitter gefreut, die mir die Geschichte gebracht hat. Allerdings war ich nicht ganz so glücklich mit der Liebesgeschichte in dem Roman und das hat sich auch bei "Photographs and Phantoms" fortgesetzt. Eigentlich finde ich die Welt, die die Autorin entwickelt hat, wirklich toll. Magie und Mechanik arbeiten nebeneinander (und manchmal zusammen), der Orden bekämpft Verbrechen, die durch Magie begangen wurden, und all die technischen Entwicklungen der Zeit sorgen für eine Aufbruchsstimmung. Auch die Charaktere finde ich sympathisch. Wenn sie nicht ihrer Zeit entsprechend agieren, dann gibt es dafür in der Regel eine gute Erklärung, und sie haben häufig genug Ecken und Kanten, um sich beim Lesen realistisch anzufühlen. Die Liebesgeschichte hingegen, die sich unweigerlich zwischen der männlichen und der weiblichen Hauptfigur entspinnt, geht mir zu schnell, ist mir zu oberflächlich und endet innerhalb weniger Tage in einer Hochzeit, selbst wenn gesellschaftliche Regeln oder seit Jahren gepflegte Vorsätze dagegen sprechen. Das ärgert mich, weil ich das Gefühl habe, dass die Autorin so viel mehr aus ihrer Welt machen könnte.

Montag, 29. September 2014

Dies und Das (8)

Elena hat mir in den letzten Tagen ein paar Fragen rund um das Lesen und das Bloggen zukommen lassen, meine Antworten könnt ihr hier lesen: Teil 1 und Teil 2

Dabei musste ich 1. meine Vermutung revidieren, dass Elena nur reine Buchblogger interviewt, und 2. hatte ich mich vorher gefragt, ob Elena mir auch die Genre-Frage stellen würde - und wenn ja, welches Genre sie als mein "Hauptgenre" annehmen würde. Ich persönlich scheitere nämlich immer an der Frage, was ich denn besonders gern lese. ;)

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Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass ich dazu neige, Kataloge, die mir ins Haus flattern, an drei verschiedenen Orten zu sammeln, weil ich sie "später in Ruhe anschauen will". Natürlich kommt es so gut wie nie dazu - und sowieso schau ich in der Regel eher direkt im Geschäft oder online, ob ich dort Sachen finde, die meinem Bedarf entsprechen. Das hat dazu geführt, dass ich in der letzten Woche einen insgesamt 50 cm hohen Stapel mit Klamotten-, Möbel-, Handarbeits- und Werzeugkatalogen dem Papiermüll zugeführt habe. Erschreckenderweise habe ich viele dieser Kataloge schon mehrfach abbestellt, und trotzdem lande ich ständig wieder von Neuem im Verteiler. Das ist nicht nur eine immense Rohstoffvergeudung, sondern auch ungemein lästig.

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Durch meine Timeline fallen mir auch immer mal wieder interessante Modeblogs auf, obwohl mich das Thema eher wenig interessiert. Auf jeden Fall habe ich in den letzten Wochen den Eindruck gewonnen, dass auf Modeblogs gerade "weniger ist mehr" das große Thema ist. Nicht weniger Stoff am Körper, sondern weniger Kleidung im Schrank. Statt vieler Shirts für wenig Geld lieber ein qualitatives Stück für etwas mehr Geld. Grundsätzlich finde ich diese Tendenz natürlich sehr gut, es wundert mich aber immer wieder, dass es für einige Menschen so eine große Erkenntnis ist, dass sie ihre Unmengen an Kleidung gar nicht tragen können und dass sie damit auch nicht zufrieden sind.

Vielleicht liegt es daran, dass meine Mutter auch so eine "Schnäppchenkäuferin" ist, die sich immer wieder günstige Sachen gekauft hat, die sie am Ende nicht getragen hat, weil die Farbe nicht richtig war/der Schnitt doch nicht gefiel/sie nichts hatte, was sie damit hätte kombinieren können/sie ein ähnliches Kleidungsstück viel lieber mochte usw. Als Teenager habe ich regelmäßig mit meiner Mutter ihren Schrank ausgemistet, während sie hingegen ständig versuchte, mich zu neuen Kleidungsstücken zu überreden.

Aber ich mag meine vertrauten Kleidungsstücke. Ich habe ein T-Shirt im Schrank, das ich 1996 gekauft habe und immer noch heiß und innig liebe. Es ist vielleicht etwas enger geworden, die Knöpfe sind ausgebleicht und die Farbe ist nicht mehr ganz so intensiv wie früher, so dass ich es vor allem nutze, um es im Winter unter anderen Shirts zu tragen, aber ich finde es immer noch hübsch. Ich verbinde viele Erinnerungen mit dem Shirt und der warme Braunton gehört immer noch zu meinen Lieblingsfarben. Ich muss nicht jede Saison neue Sachen kaufen, wenn ich genügend Kleidung im Haus habe, die ich mag und die mir steht. So einfach ist das. ;)

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Am Dienstag ist mir übrigens mal wieder aufgefallen, dass es Dinge gibt, die ich beruflich super hinbekomme und privat nur ganz schlecht. Dabei sind die Bedingungen für beides gleich, da ich doch von Zuhause aus arbeite. Wenn ich beruflich etwas verschicke, dann mache ich den Brief oder das Paket sofort fertig und bringe es entweder direkt zur Post oder nehme es mit, wenn ich mittwochs oder samstags eh unterwegs bin.

Wenn ich privat etwas verschicken will, dann lege ich das Ganze erst einmal zur Seite und nehme mir vor, spätestens am nächsten Tag einen Umschlag rauszukramen oder nach einem passenden Karton zu schauen. Dann möchte ich oft noch eine Karte dazulegen - was natürlich bedeutet, dass ich schauen muss, ob ich noch eine passende im Haus habe oder vielleicht eine besorgen muss. Außerdem brauche ich natürlich noch etwas Polstermaterial, damit alles auch heil ankommt und oft ist es so, dass ich nur noch eben ein Buch lesen müsste, um das auch noch zu verschicken. Natürlich nehme ich mir dann vor, dass ich das Buch als Nächstes lesen werde, was dann doch nicht so schnell passiert. Außerdem könnte ich ja, wenn ich eh schon zur Post fahren muss, auch noch eine weitere private Sendung mitnehmen - nur müsste ich dafür ja vorher noch ... Nun, ihr könnt es euch vermutlich denken.

Immerhin bekomme ich es in der Regel auf die Reihe, pünktlich Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke auf den Weg zu bringen. Was dann auch endlich dazu führt, dass ich all die anderen aufgeschobenen Sendungen gleich mitnehmen kann ... ;)


Sonntag, 28. September 2014

Herbstlesen im September (8)

So richtig wach bin ich noch nicht, aber wach genug, um zum Buch zu greifen. Gestern klappte das ja nur mit dem vertrauten Lord-Peter-Wimsey-Roman - was vermutlich auch ein bisschen daran lag, dass mein Mann neben mir "Fanasy Life" spielte und mir immer wieder von seinen Erlebnissen berichtete. Jetzt aber spielt er "Dark Souls 2", die Geräuschkulisse ist vertrauter und das Spiel interessiert mich deutlich weniger - perfekt, um mit der letzten "Carniepunk"-Geschichte in den Tag zu starten!

Update 12:30 Uhr

Die letzte "Carniepunk"-Geschichte ist "Daughter of the Midway, the Mermaid and the Open, Lonely Sea" von Seanan McGuire. Die Protagonistin ist Ada, die Tochter einer Meerjungfrau und Teil einer Jahrmarkttruppe. Diese Jahrmarktstruppe ist zum ersten Mal seit fast zwanzig Jahren wieder in Alabama, wo sie damals die Meerjungfrau - die inzwischen der Publikumsmagnet ist - in ihren Jahrmarkt aufgenommen haben. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen, aber mir ist wieder einmal aufgefallen, was für ein unglaubliches Händchen die Autorin für Kurzgeschichten hat. So gern ich ihre Romane mag, ihre bitter-süßen Kurzgeschichten berühren mich ganz besonders und diese hier hat mich mal wieder ein paar Tränen gekostet ...


Ich möchte übrigens darauf hinweisen, das ich heute mal vormittags gefrühstückt habe! ;) Und da ich nach der Geschichte eine kleine Leseauszeit benötige, werde ich nun etwas mit dem DS spielen (und schauen, was die anderen bislang so gemacht haben).

Update 16:15 Uhr

Nach der Kommentar- und Blumengießen-in-Animal-Crossing-Runde, habe ich dann wieder zu "Whose Body?" gegriffen. Bislang habe ich ja noch nicht sehr viel über die Geschichte erzählt, deshalb dachte ich, ich könnte doch mal ein bisschen etwas zum Inhalt sagen. Wer die Hauptfigur Lord Peter etwas besser kennenlernen mag, der kann mal HIER schauen. "Whose Body?" beginnt mit einem Anruf, der Lord Peter darüber informiert, dass ein schüchterner kleiner Architekt, der gerade eine Kirche in Lord Peters Heimatort renoviert, die unbekleidete Leiche eines ihm unbekannten Mannes in seiner Badewanne gefunden hat. Der Architekt ist verständlicherweise etwas verstört und kann sich nicht erklären, wie der Tote in seine Badewanne gekommen ist.

Parallel dazu beschäftigt sich Inspektor Parker, der mit Lord Peter befreundet ist, mit der Suche nach einem vermissten jüdischen Finanzier. Dieser ist eines Abends nach Hause gekommen, hat sich ausgezogen, gewaschen und in sein Bett gelegt - und am nächsten Morgen verschwunden, ohne auch nur ein Kleidungsstück mitzunehmen. Und bevor ihr nun denkt, dass die Lösung so einfach sei: Nein, der Tote in der Badewanne ist nicht der vermisste Geschäftsmann!

So reizvoll und unterhaltsam ich das Rätsel um den vermissten Herren und die "überflüssige" Leiche finde, so lockt mich doch nun erst einmal wieder "Fantasy Life" - von dem DS meines Mannes höre ich schon die ganze Zeit die Spielgeräusche, nun kann ich nicht mehr widerstehen und beginne die Erkundung der Hafenstadt Puerto und schaue, ob ich danach noch zu einem Leben als Jäger wechsel. ;)


Spätestens nach dem Abendessen werde ich aber auf jeden Fall noch eine ausführliche Kommentarrunde drehen und schauen, was ihr heute Nachmittag so gemacht habt. :)

Update 20:30 Uhr

Hach, das Spiel ist so nett! Bislang habe ich heute einen Brief von meinem König zu einer Piratenprinzessin gebracht, einen Schatz in einem gesunkenen Schiff gefunden und war der Wissenschaft eine große Hilfe. ;) Außerdem habe ich meine ersten Schritte als Jägerin gemacht und bin von der etwas abweisenden Meisterin als Lehrling aufgenommen. Als nächstes muss ich ein paar Aufgaben erledigen und werde dann hoffentlich in den Gesellenrang aufsteigen. Außerdem liegt eine ganze Hafenstadt vor mir und will erkundet werden!


Achja, Abendessen habe ich auch gekocht (gleich genug für zwei Tage) und gegessen. Danach gab es eine ausführliche Blog- und Kommentarrunde und eine Portion Lemon-Tiramisu (am zweiten Tag schmeckt es besser, trotzdem ist es einfach nicht richtig gut). Ich fürchte, mein Spiel hat mich so sehr in seinen Klauen, dass ich damit auch den Abend beenden werde. Sehr lange werde ich heute eh nicht aufbleiben, denn morgen muss ich früh wieder fit und arbeitsbereit sein. Deshalb gibt es heute auch keine weitere Aktualisierung mehr von mir - aber ich werde natürlich morgen noch eine Runde drehen und schauen, was ihr heute Abend alle so gemacht habt. Bis dahin kuschel ich noch etwas mit Baltimore und wünsche euch einen entspannten Wochenendausklang! :)



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Samstag, 27. September 2014

Herbstlesen im September (7)

Im Laufe der Woche habe ich "The Liar Society" beendet (und die Fortsetzung gleich auf meinen Wunschzettel gepackt. Zu "The Liar Society" gibt es HIER eine Rezension. Ansonsten habe ich den Anfang der Woche wie eine Irre gearbeitet, um dann am Ende der Woche intensiv spielen zu können. "Fantasy Life" ist genauso niedlich, amüsant und süchtig machten, wie wir es gehofft hatten. Ich mag es auch, dass man das Spiel gut miteinander spielen kann. Obwohl mein Mann noch nicht so viel Zeit im Spiel verbringen konnte wie ich, kann er problemlos meine "Welt" besuchen und mit mir gemeinsam Gebiete erkunden, für die er eigentlich noch viel zu schwach wäre. Ganz schlimm ist es, dass es "nur noch eben eine Kleinigkeit zu erledigen gibt", so dass die letzten zwei Nächte viel zu kurz waren, weil wir die Finger vom Spiel nicht lassen konnten. ;)

Was das Herbstlesen angeht, so gibt es eine Verlängerung, an der schon ein paar Leute Interesse bekundet haben. Mir gefallen diese gemütlichen und kommunikativen Wochenenden sehr gut und es wird einfach auch im Oktober so entspannt weitergehen wie bisher. Bei mir werden zwar ein paar Stunden pro Wochenende für den DS draufgehen (ich liebe mein neues Spiel! :D), aber ich möchte natürlich trotzdem Zeit mit Lesen und Bloggen verbringen.

Bevor ich mich aber heute auf mein Buch stürzen kann, muss ich mal wieder den Wochenendeinkauf hinter mich bringen und zusammen mit meinem Mann das Treppenhaus putzen (- nur gut, dass das nur alle sechs Wochen ansteht). Im Moment denke ich, dass ich heute die letzte "Carniepunk"-Geschichte lesen werde und dann gibt es da noch ein Bibliotheksbuch, das ich so langsam mal anfangen sollte ...

Update 15:00 Uhr

Während alle anderen schon fleißig gelesen haben, fange ich jetzt erst damit an. Dafür habe ich nicht nur alle Pflichten für heute hinter mich gebracht (abgesehen vom Kochen des Abendessens, das ich aber schon vorbereitete habe), sondern auch ein Lemon-Tiramisu zum Nachtisch gemacht. Wobei ich mich natürlich prompt bei den Mengen etwas verrechnet habe und das Ganze deshalb fast meine Form gesprengt hat. Nur gut, dass in der Masse keine Eier sind, so dass wir problemlos ein paar Tage daran essen können. *g*


Jetzt ist es aber endlich Zeit für mein Frühstück, mein Buch und das Herbstlesen! Ach ja, mein Buch ist übrigens eine Bibliotheksbeute. Bei dem Cover musste ich unbedingt schauen, was für ein Buch das ist, konnte anhand des Klappentextes nicht entscheiden, ob ich das nun interessant oder nicht finde (oder für welche Zielgruppe das Buch gedacht ist) und habe deshalb "Lydia's Tin Lid Drum" mitgenommen, um es in Ruhe anlesen zu können. Mal schauen, wie mir der Roman so gefällt und ob ich ihn am Wochenende ganz lese.


Update 18:30 Uhr

Irgendwie ist "Lydia's Tin Lid Drum" gerade nicht das richtige Buch für den heutigen Tag. Die Geschichte ist eigentlich sehr niedlich. Es geht um ein Land, in dem Süßigkeiten (und überhaupt Lebensmittel) nicht nur eine wichtige Rolle spielen, sondern sogar magisch sein können. So gibt es Pfefferminz, das dafür sorgt, dass man unsichtbar wird, oder Toffee, das bei Lydia bewirkt, dass sie Metall beeinflussen kann. Doch vor einigen Jahren übernahm ein Blechmann die Macht im Land, und seitdem werden Süßigkeiten streng unter Kontrolle gehalten und es wird z.B. verhindern, dass Kinder naschen dürfen. Sehr niedlich und stellenweise fast schon poetisch erzählt, aber ich bin gerade nicht in der passenden Stimmung dafür.

Stattdessen habe ich mir "Whose Body?" geschnappt. Den Sayers-Krimi habe ich schon diverse Male gelesen und vor einiger Zeit im Zahnarztwartezimmer wieder angefangen. Aktuell verfolgt Lord Peter die Spur eines Kneifers, der nicht zur gefundenen Leiche passt. ;) Jetzt mache ich aber erst einmal eine Pause vom Lesen für eine Kommentarrunde und um das Abendessen zu kochen. :)

Update 21:15 Uhr


So sieht es übrigens aus, wenn ich etwas koche, das einfach nur einige Zeit in Ruhe auf dem Herd köcheln muss. Mit der offenen Gasflamme mag ich die Küche nicht verlassen - als wir noch mit der Induktionsplatte gekocht haben, hatte ich da keine Hemmungen -, also koche ich mir einen frischen Tee und suche ich mir eine nette Beschäftigung. Oh, und ich mag dieses Spiel so sehr! :D


Abendessen ist inzwischen auch gegessen und das Tiramisu habe ich auch probiert. Ganz so doll ist es ehrlich gesagt nicht, da werde ich definitiv noch etwas rumprobieren müssen, damit das so schmeckt wie ich es mir vorstelle. Momentan ist es eher bitter als fruchtig und insgesamt etwas flach im Geschmack. Vielleicht sollte ich etwas Sirup in die Mascarpone-Masse rühren. Ich werde damit noch etwas experimentieren bis es für euch ein nachmachbares Rezept gibt. :)

Jetzt drehe ich noch eine Blogrunde, bevor ich weiter in "Whose Body?" lese. Da ich das Buch schon so gut kenne, weiß ich gar nicht, was ich dazu schreiben soll. Ich mag es einfach, ebenso wie die anderen Lord-Peter-Wimsey-Romane von Dorothy Sayers.

Update 1:45 Uhr


Seit dem letzten Update habe ich noch etwas kommentiert und in meinem Krimi weitergelesen und ich kann nur immer wieder sagen, wie sehr ich Lord Peter mag! Tja, und dann habe ich zu meinem DS-Spiel gegriffen und kann nun (wieder) sagen, dass "Fantasy Life" ein höllischer Zeitfresser ist. :D Ständig will ich nur noch eben dieses oder jenes erledigen, nur noch eben ein Erz abbauen, einen Gegner besiegen, einen Auftrag erledigen, etwas Schafwolle einsammeln oder Kohl ernten - und schon habe ich meine Schlafenszeit mal wieder kräftig überschritten. Hach, ich finde es so toll! :) Mein Charakter hat in den letzten drei Tagen nicht nur viel über das Land Kastell erfahren und viele Leute kennengelernt (und ihnen Gefallen getan), sondern auch die Grundlagen des Schürfens und Schmiedens gelernt, sowie das Schneidern und Alchemie. In allen vier Bereichen bin ich noch lange nicht am Ende (bislang habe ich gerade mal den Gesellenstatus erlangt und habe nicht nur den Meister noch vor mir, sondern auch die Stufen bis zur Legende - und wer möchte nicht ein legendärer Handwerker werden? :D), trotzdem werde ich morgen wohl mal zu einem etwas kämpferischeren Beruf wechseln und als Jäger durch die Grasebene ziehen.

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Heutige Mitleser:

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Freitag, 26. September 2014

SuB-Zuwachs im September

Kaum hatte ich im August meine Neuzugänge gepostet, kamen prompt noch zwei Bücher bei mir an. Für die Statistik erwähne ich hier also noch "Tangled Web" und "Spider's Revenge" - Band 4 und 5 der Elemental Assassin-Reihe. Beide Romane habe ich direkt gelesen, so dass sie nicht lange auf dem SuB ruhten.

Ansonsten halten sich die neuen Bücher bei mir in diesem Monat wieder in Grenzen. Nur seltsam, dass ich den SuB trotzdem nicht schneller abbaue. ;)


Seanan McGuire: The Winter Long
[Vorhersehbarer Neuzugang, da die Fortsetzung der October-Daye-Serie - jetzt kann ich endlich mal wieder zwei Bände hintereinander lesen, da noch der Teil vom letzten Jahr auf meinem SuB liegt. ;)]



Lisa und Laura Roecker: The Liar Society
[Schon gelesen und für gut befunden - nun sitzt die Fortsetzung auf meinem Wunschzettel. ;)]

Donnerstag, 25. September 2014

Seanan McGuire: Velveteen vs. The Junior Super Patriots (Hörbuch)

Die "Velveteen"-Geschichten sind umsonst auf Seanan McGuires Homepage einsehbar, aber sie wurden von der Autorin für eine Veröffentlichung im Taschenbuchformat überarbeitete. Die Abenteuer von Velma "Velveteen" Martinez spielen in einer Welt, in der Superhelden schon sehr jung von "The Super Patriots, Inc." aufgenommen, trainiert und vermarktet werden. Doch Velma ist nicht glücklich mit einem Leben als bezahlte und kontrollierte Werbefigur und verlässt die Gesellschaft. Doch dummerweise ist "The Super Patriots, Inc." der Meinung, dass Velma immer noch ihnen gehört und versucht sie wieder in ihre Gewalt zu bekommen.

Als ich von der Taschenbuchveröffentlichung hörte, hatte ich gehofft, dass ich die Geschichten in gedruckter Form in die Finger bekomme, aber es war überraschend schwierig die beiden Bände importieren zu lassen. Inzwischen habe ich die Hörbuchversion davon auf meinem mp3-Player und habe mich auf diese Weise in den letzten Tagen mit den skurrilen Erlebnissen von Velma gut amüsiert. Obwohl ich "Velveteen vs. The Junior Super Patriots" deutlich schwieriger zu verstehen finde als ein Mrs.-Pollifax-Hörbuch, habe ich Allison McLemores Lesung genossen. Die Sprecherin verleiht den verschiedenen Figuren Individualität und betont die Absurdität und den Humor in den verschiedenen Geschichten.

Velma wuchs unter der Obhut der Gesellschaft auf und wurde berühmt als "Velveteen" - eine Superheldin mit der Fähigkeit Spielzeug zum Leben zu erwecken. Nach ihrer Flucht aus der "Junior Super Patriots, Inc." versucht sie ein ganz normales Leben zu führen, während sie sich mit schlecht bezahlten Aushilfsjob über Wasser hält. Aber immer wieder stolpert sie über ehemalige Kollegen, fanatische Fans oder Unrecht, das nur durch einen Superhelden wieder gutgemacht werden kann. So gerät Velma regelmäßig in kritische Situationen, bei denen sie ihre Deckung auffliegen lässt oder sich entscheiden muss, ob sie die Rolle des Superhelden oder des Superschurken einnehmen möchte.

Erzählt wird Velmas Geschichte in zwei verschiedenen Zeitebenen. Ein Teil der Handlung geschieht aktuell, während Velma versucht ein normales Leben zu führen und immer wieder über neue Hindernisse stolpert, die restlichen Kapitel bringen den Hörer zurück in Velmas Vergangenheit und erzählen wie sie als Mädchen von ihren Eltern verkauft wurde, wie sie versuchte in der "Junior Super Patriots, Inc." zurechtzukommen und wie sie sich mit den anderen Superhelden anfreundet (oder eben auch nicht).

Ich fand die verschiedenen Kapitel sehr kurzweilig, sehr Seanan-McGuire-haft und freu mich sehr, dass ich in den kommenden Monaten noch ein weiteres Hörbuch mit Velma-Geschichten vor mir habe. Ich habe mit Velma gelitten, als sie von ihren Eltern an die Super Patriots verkauft wurde und habe mich gefreut, als sie neue Freunde fand und sich verliebte, aber noch spannender finde ich die Teile der Handlung, die sie als erwachsene Frau erlebt. Wenn sie mal wieder versucht einen Vorstellungstermin einzuhalten und dabei beinah von einer Gruppe jugendlicher Superhelden gefangen wird oder wenn sie doch nur nach dem Weg fragen möchte und stattdessen die Eroberungspläne eines Schurken aufhalten muss. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, skurrile Momente und neue Details zu den verschiedenen Charakteren.

Mittwoch, 24. September 2014

Lisa und Laura Roecker: The Liar Society

"The Liar Society" von Lisa und Laura Roecker habe ich während des Herbstlesens am letzten Wochenende angefangen und Anfang der Woche dann gleich auch beendet. Die Handlung wird aus der Sicht von Kate erzählt, die vor gut einem Jahr mit Grace und Maddie noch zwei beste Freundinnen hatte, mit denen sie fast alles teilen konnte. Doch dann starb Grace - und niemand wollte Kate glauben, dass hinter ihrem Tod mehr steckte als ein bedauerlicher Unfall. Als sich Graces Todestag das erste Mal jährt, bekommt Kate eine Mail von der toten Freundin, die sie dazu bringt selber Ermittlungen anzustellen.

Dem Leser wird die Handlung auf zwei Ebenen erzählt. Einmal verfolgt man Tag für Tag Kates Bemühungen mehr über die Vorfälle von vor einem Jahr herauszufinden, auf der anderen Seite bekommt man nach und nach Kates Erinnerungen an die Zeit vor dem Tod von Grace präsentiert. So lernt man nicht nur Kate, Grace und Maddie immer besser kennen, sondern auch die anderen Schüler der PB Privatschule. Es gab - gerade am Anfang des Romans - so einige Elemente, die mich an die Veronica-Mars-Serie erinnerten, aber Kate ist keine Veronica. Ihr fehlt das detektivische Wissen, ihr fehlen (anfangs) die Verbindungen und sie hat nicht dieses Selbstbewusstsein, das Veronica ausmacht. Aber genau das fand ich auch sehr stimmig.

Kate ist anfangs total verschreckt von der Mail, die sie bekommen hat, sie hat das vergangene Jahre teilweise unter Beruhigungsmitteln und in Therapie verbracht und alles, was ihre Eltern von ihr erwarten, ist, dass sie wieder genauso wie früher funktioniert. Aber genau das kann sie nicht, sie muss herausfinden, was mit Grace passiert ist. Nicht nur, um der toten Freundin Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, sondern auch um wieder zu sich finden zu können. Im Laufe der Geschichte wird sie skrupelloser und auch das hat sich für mich richtig angefühlt.

Auf der anderen Seite ist "The Liar Society" ein Jugendbuch - und vielleicht liegt es daran, dass die Hintergründe rund um Graces Tod für den aufmerksamen Leser relativ schnell erahnbar waren. Das hat meinem persönlichen Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan. Ich mochte Kate und die Atmosphäre, die dadurch aufgebaut wurde, dass sie niemandem - weder Schülern, noch Lehrern, noch sonst jemandem - an der Schule (und in der Stadt) vertrauen konnte. Ich mochte ihre Hartnäckigkeit und oft mochte ich sogar die kleinen und großen Geheimnisse, die Kate über ihre Mitmenschen herausfand.

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und all die kurzen Kapitel haben bei mir dafür gesorgt, dass ich ständig meine Lesezeit verlängert habe, weil ich eben nur noch ein weiteres Kapitel lesen wollte. Und seitdem ich das Ende des Romans gelesen habe, frage ich mich, wie es mit Kate und ihren Freunden wohl weitergeht - was bedeutet, dass ich mir die Fortsetzung in naher Zukunft wohl auch noch besorgen muss. ;)

Dienstag, 23. September 2014

Herbstlesen - verlängert

Nachdem es die letzten drei Wochenenden so nett war beim Herbstlesen und diese "gemeinsamen" Wochenenden auch noch so schön in die Woche nachklingen, wird das Herbstlesen nun offiziell verlängert.


Wie schon an den vergangenen Wochenenden, geht es auch im Oktober darum sich die Wochenenden bewusst gemütlich einzurichten und die Zeit auch zum Lesen zu nutzen. Gerade in stressigeren Zeiten verdamelt man die freien Stunden doch eher, statt sie intensiv zu nutzen - zumindest geht es mir so.

Stattdessen möchte ich auch im Oktober den Samstag und Sonntag mit Lesen, Backen, Kochen und darüber Bloggen verbringen. Wobei ich zugeben muss, dass ich auch Zeit mit dem DS verbringen werde, weil ich ja mein neues Spiel nutzen muss. ;) Ich hoffe, dass sich der eine oder andere mir anschließen wird (Natira und Hermia haben schon mal Interesse bekundet) und dass wir wieder viel Spaß haben werden!

Sonntag, 21. September 2014

Herbstlesen im September (6)

Sonntag und ich starte theoretisch ausgeschlafen in den Tag. (Sollte jemand eine Erklärung dafür finden, warum ich davon träumte, ich müsste in einem Schwimmbecken zusammen mit einem Hai und einem Kraken, der elektrische Stöße ausstoßen konnte, schwimmen, wäre ich sehr dankbar!) Ich scheine gerade seltsame Träume abonniert zu haben ...

Das Herbstlesen geht für mich heute mit "Carniepunk" weiter - vielleicht schaffe ich ja heute die restlichen vier Kurzgeschichten - und dann teste ich mal "The Liar Society" an. Das Buch habe ich gestern erst bekommen und es scheint durch das gleiche Grundthema ein passender Titel nach "Das Böse vergisst nie" zu sein. Vorher schaue ich aber noch, ob die anderen heute schon ein Lebenszeichen von sich gegeben haben. ;)

Update 14:00 Uhr

Heute morgen habe ich mich ganz schön durch meine Blog- und Kommentarrunde vom Lesen abhalten lassen, aber genau das finde ich ja so schön am "gemeinsam" verbrachten Lesewochenende. :) Nicht nur online, sondern auch ganz real hatte ich dabei bezaubernde Gesellschaft:


Beim Frühstück bin ich dann ein bisschen in "The Liar Society" voran gekommen. Bislang habe ich verschiedene Figuren, einschließlich der Ich-Erzählerin Kate und ihre Freundinnen Grace und Maddie, kennengelernt, ebenso wie die Schule und einige mit der Schule verbundenen Gepflogenheiten. Die Geschichte wird auf der einen Seite "heute" erzählt, beginnend mit dem Tag, an dem Kate mysteriöserweise von der - vor einem Jahr verstorbenen! - Grace eine Mail bekommt. Auf der anderen Seite gibt es Erinnerungen an Szenen, die im vergangenen Herbst passiert sind, als Grace noch lebte und die drei Freundinnen noch neu an der Schule waren. Bislang liest sich die Geschichte wirklich gut und ich bin neugierig auf all die Dinge, die Kate über ihre Freundinnen und ihre Mitschüler herausfinden wird.


Trotzdem werde ich jetzt erst einmal zu "Carniepunk" wechseln, um eine weitere Kurzgeschichte zu lesen. Schließlich will ich etwas Abstanz zwischen den verschiedenen Geschichten haben, um sie richtig würdigen zu können. Die passende "unheimliche" Gesellschaft habe ich auch. ;)


Update 16:30 Uhr

"The Inside Man" von Nicole Peeler scheint wieder Teil eines größeren Werkes zu sein - zumindest steht in der Autoreninfo, dass Nicole Peeler die Jane-True-Serie schreibt und der Untertitel zur Kurzgeschichte besagt, dass dies eine "Jane True"-Geschichte ist. Ich muss zugeben, dass mir das in diesem Fall erst einmal egal war, dafür packte mich die Autorin gleich im ersten Absatz mit "They don't tell you about the killer clowns." - ich gebe zu, ich bin leicht zu beeinflussen. ;) Ansonsten finde ich schon die Grundidee nett: Ein Mantikor-Mafiaboss gibt drei Privatdetektiv-Halblingen (halb Mensch, halb irgendwas Übernatürliches) den Auftrag herauszufinden, warum seine Schwester sich in den letzten Monaten so gravierend verändert hat. Mit einer Mischung aus Detektiv- und UF-Geschichte kann man mich ja schnell erfreuen und auch dieser hier fand ich sehr unterhaltsam. Unterhaltsam genug, um die Serie mal im Hinterkopf zu behalten - und sei es nur, um herauszufinden, ob es einen Grund gibt, dass die Autorin in einer Urban-Fantasy-Welt voller übernatürlicher Wesen ständig popkulturelle Anspielungen verwendet, die in unsere Welt gehören.

"The Liar Society" hingeegen gibt mir so ein Veronica-Mars-Gefühl beim Lesen - ich mag das! :) Es erinnert mich allerdings auch daran, dass ich noch einen Veronica-Mars-Roman auf dem SuB haben. Naja, vielleicht am nächsten Wochenende ... :D

Update 18:00 Uhr


Von allen Katzen verlassen habe ich mir heute Nachmtittag Zimt- und Schokoschneckchen gegönnt - aufgetaute Vorräte von vorletztem Wochenende. Das Cover der "Liar Society" finde ich wirklich schön gemacht - vor allem das angedeutete pinke Schottenmuster in der Schrift. :) Ich weiß nicht, wie weit ich mit dem Buch heute noch komme - jetzt gibt es erst einmal wieder eine Kurzgeschichte -, aber ich bin mir sicher, dass ich es bis zum kommenden Wochenende durchlesen werde. :)

Update 20:45 Uhr

"A Chance in Hell" von Jackie Kessler ist nicht schlecht geschrieben, aber zwei Sukkubus-Geschichten hintereinander (auch wenn keiner wirklich Sex hat), ist mir etwas zu viel. Ich mag meine Urban-Fantasy-Geschichten lieber mit weniger Sex und mehr Action. Wenn ich Sexszenen lesen will, dann greife ich zu einem Erotikroman. Und die Grundidee (Ex-Dämon, der von den ehemaligen Kollegen ständig in Versuchung geführt oder bedroht wird, weil er die Seiten gewechselt hat) ist auch nicht gerade neu. Ich glaube, ich hätte das Ganze netter gefunden, wenn ich von Jackie Kessler nicht mehr erwartet hätte - dabei kenne ich gar nicht so viel von der Autorin. *g*

Die vorletzte "Carniepunk"-Geschichte ist "Hell's Menagerie" von Kelly Gay. Auch diese Geschichte scheint zu einer Serie zu gehören, aber ich hatte nicht das Gefühl, das mir irgendwelches Vorwissen fehlen würde. Stattdessen fand ich es sehr angenehm durch die Augen der zwölfjährigen Emma und ihres ... hm ... Vaterersatzes. Sehr niedlich ist der Anfang, bei dem deutlich wird, dass Rex von Emma komplett um den Finger gewickelt wurde, während er das Gefühl hat, dass es doch seine Aufgabe sei standhaft und vorbildhaft zu sein. Die beiden besuchen in dieser Geschichte einen - wortwörtlich - höllischen Jahrmarkt, auf der Suche nach Höllenhunden und ich mochte sowohl Rex, als auch Emma sehr gern.

Irgendwie gibt mir dieses unifarbene Foto zu denken ...
Die restliche Abendgestaltung sieht übrigens kein Buch mehr vor, wenn ich nicht nach dem Sonntagabendkrimi noch die letzte Kurzgeschichte (Seanan McGuire! :D) lese. Stattdessen werde ich ab 22 Uhr "Inspektor Barnaby" schauen - mal sehen, wie sich die Serie mit dem neuen Inspektor macht - und parallel dazu ein paar Notizen aufarbeiten, DS spielen und ein paar Reihen stricken. Bei den Socken bin ich schon ziemlich lange dabei, weil ich in den letzten Wochen ziemlich wenig Fernsehzeit hatte und so simpel das Muster der "Hermines Alltagssocken" ist, so muss ich doch ein bisschen mitzählen, damit ich mich nicht vertue.

Wenn ich vor dem Schlafengehen keine Blogrunde mehr schaffe, dann schau ich morgen, wie es euch den restlichen Abend so ergangen ist. Ansonsten wünsche ich allen einen wunderschönen und möglichst stressfreien Start in die Woche! :)

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Heutige Mitleser:

Kiya
Melli
Sayuri
Natira
Hermia

Samstag, 20. September 2014

Herbstlesen im September (5)

Irgendwie bringen mich diese Herbstlesewochenenden dazu, dass ich auch in der Woche immer wieder lese. Ohne es mir wirklich bewusst zu machen, fresse ich zur Zeit ein dünnes Buch nach dem anderen, weil ich hier und da ein paar Seiten lesen, während ich darauf warte, dass das Wasser kocht oder ich im Arztwartezimmer sitze oder ähnliche Überbrückungszeiten habe. Wenn ich sonst viel um die Ohren habe, dann neige ich eher dazu, dass ich in diesen Zeiten vor mich hin glubsche und gar nichts auf die Reihe bekomme.

Trotzdem habe ich es in dieser Woche nicht geschafft mich auf einer weitere "Carniepunk"-Geschichte einzulassen - da möchte ich heute auf jeden Fall wieder weiterlesen -, aber ich habe "The Gatehouse Mystery" beendet. Ich glaube, bei den Kinder- und Jugendbüchern bleibe ich noch etwas weiter. Ich habe aus der Bibliothek endlich "Das Böse vergisst nie" von Kjetil Johnsen ausleihen. Das ist der erste Band einer Reihe, die die Wörterkatze bei der letzten "7 Days - 7 Books"-Aktion empfohlen hatte. Band 2 und 3 hatte ich in der Bibliothek recht schnell bekommen, aber nicht gelesen, weil ich hoffte, dass der erste Teil auch irgendwann bei mir eintreffen würde. Inzwischen konnte ich die anderen beiden Bücher nicht mehr verlängern und musste sie wieder abgeben. Manchmal dauert es eben sehr, sehr lange bis die Bibliothek mir die Vormerkungen auch zur Verfügung stellen kann - häufig so lange, dass ich mich kaum noch erinnern kann, warum ich das Buch vorgemerkt hatte. :D

Aber bevor es mit dem Lesen weitergeht, muss ich noch den Wochenendeinkauf hinter mich bringen (und die Wohnung saugen und die Wäsche anstellen ... ).

Update 12:15 Uhr

Inzwischen haben sich Kiya, Natira, Sayuri und Hermia wieder beim Herbstlesen angeschlossen - ich finde es toll, dass wir die Wochenenden so "miteinander" verbringen. :) Ich habe die jeweiligen Tages- bzw. Wochenendposts wieder am Ende des Beitrags verlinkt. Ansonsten glubsche ich gerade auf den Fernseher, wo irgendeine Kochsendung läuft, und versuche wach genug zu werden, um mir endlich Frühstück zu machen. Heute brauche ich anscheinend eine sehr lange Anlaufphase - dabei war ich gestern so früh im Bett. ;)

Update 13:45 Uhr

Richtig wach bin ich noch immer nicht, aber der Haushalt ist erledigt, die Katzen sind gefüttert und mein Frühstück steht inzwischen auch vor mir. Jetzt geht es auch endlich mit dem Lesen los!


Oh, und Melli hat sich uns an diesem Wochenende auch angeschlossen! :)

Update 16:30 Uhr

"Das Böse vergisst nie" beginnt schon mal sehr nett mit einem namenlosen Pärchen an einem Waldsee. Sie ist bis über beide Ohren verliebt, aber auch etwas unsicher, von seiner Perspektive bekommt man erst nicht so viel mit - bis die beiden eine Mädchenleiche finden. Nach diesem Prolog geht die Handlung drei Wochen vor dem Mord los, in dem man die vier Freundinnen Nora, Trine, Vilde und Benedicte kennenlernt. Die vier kenne sich von klein an und sind auch mit 15 immer noch gut befreundet, obwohl sie sich unterschiedlich entwickelt haben. So nach und nach findet man als Leser heraus, dass jedes Mädchen Geheimnisse hat, die sie ihren Freundinnen nicht mitteilt. Außerdem sind da noch eine Lehrerin, die nicht ganz koscher ist, und ein neuer Mitschüler, der ebenfalls ein Geheimnis hat, von dem er nicht möchte, dass jemand es herausfindet. Dazu kommen noch viele kurze Kapitel und eine flüssig zu lesende Schreibweise - und so kommt es, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Den zweiten und dritten Band habe ich auch noch einmal in der Bibliothek vorgemerkt und hoffe, dass es dieses Mal nicht so lange dauert. ;)

 Meine heutige Lesebegleitung sieht übrigens so aus:


Jetzt drehe ich eine Blogrunde, dann gibt es erst einmal eine Tee- und Kuchenpause und danach schaue ich, welches Buch ich als nächstes aus dem Stapel zupfe.

Update 19:30 Uhr

Zum Kuchen gab es dann endlich wieder eine "Carniepunk"-Kurzgeschichte. Auf den Beitrag von Jennifer Estep hatte ich mich schon gefreut, vor allem, da ich ja gerade erst fünf der "Elemental Assassin"-Romane gelesen hatte. So spielt auch "Parlor Tricks" von Jennifer Estep in der Welt der Spinne - genau genommen sollte man die ersten fünf Bücher der Serie kennen, bevor man die Kurzgeschichte liest, da man sonst gespoilert wird. Die Geschichte selber ist nicht mehr als nett. Für sich genommen hätte ich sie vermutlich nicht so gut gefunden, aber mit Kenntnis der Serie fand ich es angenehm mal einen relativ stressfreien Tag mit Gin und Bria zu erleben. Dabei begleitet Gin die Polizistin zu einem Jahrmarkt, um nach einer verschwundenen Teenagerin zu suchen, die dort zuletzt gesehen worden war.


Und da der Paketbote klingelte, während ich noch mit Lesen beschäftigt war, habe ich mich zwischendurch erst einmal mit meiner aktuellen Seifenlieferung beschäftigt. Ich liebe die Seifen und Solid Shampoos von der Soaparella wirklich sehr und bin inzwischen komplett darauf umgestiegen. Diese Lieferung wird vermutlich wieder für ein halbes Jahr ausreichen - vor allem, da ich noch Shampoo in Reserve habe. Es ist wirklich unglaublich, wie lange ein solches Stück hält - man muss nur damit leben können, dass es etwas ölig wird, wenn es länger im Schrank liegt. Aber das ist kein Problem mehr, wenn man es dann in Benutzung nimmt.


Dummerweise weiß ich aber immer noch nicht, welches Buch ich nun als nächstes in Angriff nehme, deshalb lege ich eine Pause ein zum Wäsche zusammenlegen und Abendessen kochen ...

Update 21:40 Uhr

Pasta mit scharfer Möhrencreme
Gekocht und gegessen habe ich inzwischen - mal wieder sehr lecker!. Für ein Buch kann ich mich aber immer noch nicht entscheiden. Also drehe ich jetzt erst einmal eine Blogrunde und dann lese ich vielleicht noch eine Kurzgeschichte oder spiele ein bisschen mit dem DS.

Und weil der alte Herr so süß ist und es immer noch eine Seltenheit ist, wenn er tagsüber ruhig auf einem Menschen sitzt, gibt es noch ein Loganfoto:



Update 0:15 Uhr

Eigentlich wollte ich ja noch mehr lesen, als "nur" eine "Carniepunk"-Kurzgeschichte, aber dann habe ich  mich etwas von Kelly Meding irritieren lassen. Ich mag sowohl die "Dreg City"-, als auch die "Cornerstone Run"-Romane der Autorin sehr gern und hatte mich deshalb sehr auf "Freak House" gefreut. Dann las ich den Untertitel "A Strays Short Story" und fragte mich, ob ich etwas verpasst hätte, denn eigentlich dachte ich, ich würde all ihre Bücher kennen (okay, die "Metawars" habe ich noch nicht gelesen, aber so grundsätzlich ...). Also musste ich erst einmal recherchieren, um herauszufinden, dass die Geschichte in einer Welt spielt, mit der sie bislang nur experimentiert hat, aber in der noch keine Romane von ihr spielen. (HIER Kelly Medings Info dazu.)

Ansonsten kann ich sagen, dass mir "Freak House" wirklich gefallen hat. Shiloh sucht ihren Vater, der vermisst wird, und begegnet dabei zwei Männern, die ebenfalls nach einem Vermissten suchen - und vermuten, dass dieser in einer Freak Show gefangen gehalten wird. Soweit ich die Welt in dieser Kurzgeschichte kennengelernt habe, finde ich sie sehr vielversprechend. Ich hoffe sehr, dass Kelly Meding irgendwann dorthin zurückkehrt und mehr über Shiloh und die frisch gegründete Para-Polizei erzählt.

Jetzt geht es aber erst einmal ins Bett - und morgen wird ausgeschlafen! Gute Nacht!

***

Heutige Mitleser:

Kiya
Natira
Sayuri
Hermia
Melli

Freitag, 19. September 2014

Julie Campbell: Trixie Belden 3 - The Gatehouse Mystery

Nachdem ich beim Lesen des ersten Bandes entdeckt hatte, was für riesige Unterschiede es zwischen den deutschen "Trixie Belden"-Romanen meiner Kindheit und den Originalausgaben gibt, wollte ich noch mehr dieser Bücher auf Englisch lesen. Besonders fällt mir natürlich ins Auge, wie seltsam es ist, wenn die vertrauten Figuren andere Namen haben als ich es gewohnt bin. Aber es ist auch unübersehbar wie viel stimmiger viele Szenen sind, wenn man weiß, dass sie im Bundesstaat New York in den 40ern und 50ern Jahren spielen.

In "The Gatehouse Mystery" finden Trixie und ihre Freundin Honey in einem seit vielen Jahren verlassenen Torhaus einen großen geschliffenen Diamanten. Während Honey ihn gleich zur Polizei bringen will, möchte Trixie das Geheimnis um den kostbaren Stein natürlich ganz allein lösen. Sie ist sich sicher, dass der Diamant gestohlen worden sein muss und das der Dieb ihn im Streit mit einem Komplizen verloren hat. Dazu beschäftigt sie sich noch mit dem neuen Chauffeur der Familie Wheeler, der anscheinend mit jedem gut auskommt, nur nicht mit ihr. Und auch ihre beiden großen Brüder, die inzwischen aus dem Sommercamp zurückgekommen sind, halten das Mädchen auf Trab.

Es gibt (unabhängig davon, ob es sich um die deutsche oder englische Ausgabe handelt) viele Elemente, die diese Serie für mich immer noch unterhaltsam machen und die dafür sorgen, dass mir die Bücher auch nach all den Jahren noch am Herzen liegen. Erst einmal finde ich eigentlich alle Figuren sehr sympathisch, jede von ihnen hat Stärken und Schwächen - was sich besonders bei Trixie und ihren eigenmächtigen Aktionen und ihren vorschnellen Schlüssen zeigt. Dann mag ich es, dass es zwar immer wieder spöttische Kommentare über Trixies wenig mädchenhaftes Verhalten gibt (vor allem von Seiten ihres Bruders Mart), dass es aber genügend Szenen gibt, in denen die Jungen sich um das Kochen und den Abwasch kümmern, während die Mädchen beim Handwerken zugreifen. Ebenso gibt es die ehemalige Gouvernante und jetzige Hausverwalterin, die einfach großartig mit Autos umgehen kann, während der Pferdepfleger alles andere lieber tut als sich hinter ein Steuer zu setzen.

Mir gefällt es auch wie die (anfangs) fünf Teenager miteinander umgehen. Da wird geärgert und gespöttelt, aber einander auch gegenseitig geholfen. Ich habe beim Lesen nie das Gefühl, dass die Jungen und Mädchen zu gut sind, um real zu sein. Alle haben feste tägliche Aufgaben, die sie mal mehr, mal weniger pflichtbewusst erfüllen, und Eltern, die sie mal mehr, mal weniger an ihre Verantwortung erinnern. Obwohl Honey und Jim aus reichem Haus kommen, was allen fünf Figuren viele Möglichkeiten eröffnet, müssen sie sich viele Dinge erarbeiten. Das führt dazu, dass die Fälle, die Trixie und ihre Freunde lösen wollen, sich oft dem Alltag der Teenager unterordnen müssen. Was eben manchmal auch zu ganz neuen Herausforderungen führt.

Mir gefällt dieser Realismus, der dadurch entsteht. Bei Enid Blyton haben sich die "Juniordetektive" oft in extremen Situationen wiedergefunden und dadurch ohne jeglichen Einfluss von Erwachsenen ihre Abenteuer erlebt. Das ist bei Trixie Belden so gut wie nie der Fall. Wenn Trixie einen Verdächtigen beobachten will, dann muss sie vorher die Hühner gefüttert haben oder dafür sorgen, dass jemand ihr diesen Job abnimmt. Bei einer Jugendbuchreihe rund um einen Haufen Teenager zwischen 13 und 16 Jahren entwickeln sich im Laufe der Zeit auch einige Zuneigungen. Auch den Teil finde ich hier schön dargestellt, es gibt wenig Drama - obwohl mindestens zwei Figuren zu Jähzorn neigen -, dafür Freundschaft und gegenseitigen Respekt, woraus sich manchmal eben mehr entwickelt.

Auch die Fälle, mit denen Trixie, Honey, Jim, Mart und Brian sich beschäftigen, sind relativ realistisch und (abgesehen von Jims Geschichte) nur selten wirklich tragisch. Da gibt es Betrüger und Diebe oder Jugendliche, die sich durch Einbrüche Extrataschengeld "verdienen". Oft geht es um Kleinkriminalität und Dinge, die in dem ruhigen Ort, in dem die fünf Teenager leben, vorgefallen sind. Ich finde die relative Alltäglichkeit der Fälle angenehm, da es auf der einen Seite so verständlicher ist, dass Trixie und die anderen sich da einmischen, und auf der anderen Seite so immer wieder deutlich gemacht wird, dass auch so kleine kriminelle Vorfälle das Leben der Betroffenen sehr beeinflussen können. Viele andere Jugendbücher würden das groß thematisieren, hier hingegen habe ich das Gefühl, dass eher nebenbei und in kleinen Szenen deutlich gemacht wird, dass Vorverurteilungen und Vorurteile unangebracht sind.

So oder so, es macht mir auch heute noch einen riesigen Spaß gemeinsam mit Trixie, Honey, Jim, Mart und Brian Fälle zu lösen, mich über die Streiche des kleinen Bruders Bobby zu amüsieren und mit ihnen all die alltäglichen Begebenheiten zu erleben, die ihr Leben nun einmal ausmachen.

Donnerstag, 18. September 2014

Dorothy Gilman: A Palm for Mrs. Pollifay (Hörbuch)

Mit "A Palm for Mrs. Pollifax" bekommt Emily Pollifax zum ersten Mal einen Auftrag, der über eine reine Kuriertätigkeit hinausgeht. Ihr Vorgesetzter bei der CIA, Mr. Carstairs, ist - ebenso wie sein Kollege Schönbeck von Interpol - besorgt über zwei Diebstähle, die in den letzten Tagen stattgefunden haben. In beiden Fällen wurde waffenfähiges Plutonium gestohlen, aber es gelingt den Behörden nicht herauszufinden, wohin das brisante Diebesgut geschafft wurde. Allerdings gibt es einen vagen Hinweis auf ein Klinik-Hotel in der Schweiz und einen ermordeten Agenten, der diesem Hinweis nachging.

Da Mr. Carstairs der Meinung ist, dass dieser Fall weniger Erfahrung als ein gewisses Gespür für Menschen erfordert, schickt er seine Mrs. Pollifax in die Schweiz. Getarnt als erholungsbedürftige Schwiegermutter, die nach einem schweren Fall von Hongkong-Grippe wieder auf die Beine kommen soll, soll Mrs. Pollifax sich das Klinik-Hotel inklusive der Angstellten, Gäste und Patienten anschauen. Ausgerüstet wird sie dafür mit einem - als Schmuckkoffer - getarnten Geigerzähler und ihre Absicherung besteht in einem Kellner, der für Interpol arbeitet, und einem "Kontaktmann", mit dem sie jeden Abend Lichtsignale austauscht. Schließlich will Mr. Carstairs kein Risiko eingehen, wenn er eine so unerfahrene und impulsive Agentin in einen solchen Einsatz schickt.

Während Mrs. Pollifax nachts in Pyjama und Pantoffeln durch das Gebäude schleicht und versucht mit ihrem Geigerzähler eine Spur von dem verschwundenen Plutonium zu finden, knüpft sie tagsüber enge Kontakte zu den Gästen. Dabei lernt sie eine ziemlich gemischte Gruppe von Menschen kennen, von der zurückhaltenden Court, die Tag für Tag in den Bergen rund um den Genfer See wandert, über den Playboy Robin, der in dem Klinik-Hotel etwas fehl am Platz wirkt, über den ehemaligen Chef der Sûreté bis zu einem kleinen umtriebigen Jungen, der auf der Suche nach Freunden zu sein scheint.

Ich mag an diesem Roman gleich zwei Aspekte: Auf der einen Seite scheint Mrs. Pollifax in relativer Sicherheit zu agieren. Sie hat Agenten, die sie im Auge behalten, sie beschäftigt sich mit dem Klinikalltag und den anderen Gästen und nachts stapft sie durch menschenleere Korridore und hält ihren Geigerzähler im Blick. Auf der anderen Seite gibt es diese Mischung aus Untertönen und Humor. Als Leser weiß man halt, dass irgendwas an diesem Klinik-Hotel nicht koscher ist und so wirkt jeder Gast verdächtig. Dazu kommen die Momente, in denen z.B. Marcel, der Interpol-Mann, der als Kellner im Hotel arbeitet, Mrs. Pollifax als unprofessionelle alte Dame abtut, die sich von ihren Muttergefühlen vom  Job ablenken lässt, oder in denen andere Gäste Aspekte über Emily herausfinden, die sie von einer älteren Amerikanerin so nicht erwartet hätten.

Natürlich bleibt es nicht aus, dass die umtriebige Rentnerin in Gefahr gerät und den einen oder anderen schrecklichen Moment durchmachen muss, aber - wie es sich für einen Mrs.-Pollifax-Roman gehört - sie findet auch immer wieder ungewöhnliche Lösungen für ihre Probleme. Ich amüsiere mich so sehr bei diesen Geschichten, dass ich sie einfach nur jedem ans Herz legen möchte, der mal humorvolle Cozy-Spionageromane ausprobieren mag. Und ich kann versichern, dass die Geschichten auch beim wiederholten Lesen oder Hören immer noch genauso gut funktionieren wie beim ersten Mal.

Zu Barbara Rosenblat muss ich ja nach den vorherigen Rezensionen eigentlich gar nichts mehr sagen, kann aber auch hier noch einmal wiederholen, dass die Sprecherin ihre Sache ganz wunderbar macht. Sie verleiht Mrs. Pollifax eine glaubwürdige "Alte Dame"-Stimme, kann aber auch als neunjähriger Junge oder leichtlebiger Playboy überzeugen. Ich freu mich jetzt schon auf den Oktober, der mir "Mrs. Pollifax on Safari" bringen wird - eine Geschichte, in der Emily einen Auftragsmörder stellen muss und einen überraschenden Verbündeten findet.

Mittwoch, 17. September 2014

François Lelord: Die kleine Souvenirverkäuferin

Den Roman "Die kleine Souvenirverkäuferin" von François Lelord hatte ich letztes Wochenende beim "Herbstlesen" gelesen und sehr genossen. Eigentlich hatte ich in den dazugehörigen Beiträgen schon einiges über die Geschichte verraten, aber ich habe das Bedürfnis noch mehr zu dem Buch zu schreiben. Laut der Inhaltsangabe geht es in dem Roman um eine Liebesgeschichte zwischen einem französischen Arzt und einer vietnamesischen Souvenirverkäuferin, doch für mich war das Buch eher eine Liebeserklärung an Vietnam.

Der größte Teil der Handlung wird aus der Sicht von Julien erzählt. Julien ist ein relativ junger französischer Arzt, dessen Prinzipien verhindert haben, dass er in Paris Karriere in der Wissenschaft machte, und der deshalb einen Posten als Arzt in der französischen Botschaft in Hanoi angenommen hat. Jede Woche lernt er mit einer vietnamesischen Studentin die Landessprache und macht sich dabei nicht nur Gedanken über die gelernten Vokabeln, sondern auch darüber, was die Sprache und die Wörter über ein Volk aussagen.

Die titelgebende Souvenirverkäuferin Minh Thu (Herbstlicht) lernt Julien kennen, während sie illegalerweise am Ufer eines Sees in Hanoi Souvenirs verkauft, aber man bekommt auch ihre Sicht der Dinge mit, lernt ihre Familie kennen und die Umstände, die die junge Frau gezwungen haben in die Stadt zu gehen und Geld zu verdienen. Daneben gibt es auch noch Passagen aus der Perspektive eines schon älteren vietnamesischen Arztes und einer britischen Ärztin, die sich ebenso wie Julien in das Land (aber auch in den französischen Arzt) verliebt hat.

Den roten Faden bildet das Auftreten einer Virusinfektion, die zu Beginn der Geschichte zum Tod einer älteren Nonne führt. Schnell steht die Befürchtung im Raum, dass die Erkrankung der Nonne hochgradig ansteckend und tödlich wäre und man erlebt als Leser wie die vietnamesischen Entscheidungsträger diesen "Vorfall" unter den Teppich kehren, während die Mediziner den Ursprung der Krankheit erforschen und natürlich eine weitere Ausbreitung verhindern wollen. Das Ganze klingt jetzt sehr dramatisch und es gibt auch weitere Todesfälle, aber eigentlich bildet es nur den Rahmen für Juliens Betrachtungen des Landes, seine Gedanken über die Personen, denen er begegnet, und auch sich selbst.

Julien selber ist mir nicht übermäßig sympathisch. François Lelord hat den Arzt so gestaltet, dass er anscheinend unwiderstehlich für Frauen ist, aber selber Probleme damit hat sich auf einen anderen Menschen einzulassen. Diese emotionalen Probleme werden mir etwas zu sehr thematisiert, aber immer auf eine sehr unaufgeregte Weise. Überhaupt ist der Roman sehr ruhig, sehr leise, sehr melancholisch, aber auch sehr liebevolle geschrieben. Man merkt, dass François Lelord Vietnam liebt und sich bemüht hat viele kleine atmosphärische Elemente in seine Geschichte einzubauen, die den Leser nicht unbeeinflusst lassen. Ich fand es sehr spannend nebenbei so viel über die Vergangenheit des Landes zu erfahren.

Einige Rezensenten haben kritisiert, dass Julien in dem Roman immer wieder auffällt, dass die Vietnamesen sehr in der Vergangenheit verhaftet sind und Ausländer bedauerlicherweise immer noch als "Kolonialherren" wahrnehmen - während der Arzt selber regelmäßig eine Kolonialherrenmentalität durchschimmer lässt, obwohl er sich doch selber als so fortschrittlich und modern wahrnimmt. Ich persönlich sehe da keinen Widerspruch, sondern ein Spiel des Autors mit der Selbstwahrnehmung und dem eigentlichen Verhalten Juliens, aber eben auch einen Hinweise darauf, welche Probleme es gibt, wenn Menschen verschiedener Völker nach so vielen Jahren gemeinsamer, aber eben nicht gleichberechtigter Vergangenheit einen Umgang miteinander finden muss.

"Die kleine Souvenirverkäuferin" gehört für mich zu den Romanen, bei denen die eigentliche Handlung fast irrelevant ist. Dafür habe ich es genossen all die kleinen und atmosphärischen Beschreibungen zu lesen, habe immer wieder innegehalten, um mir den See mit dem kleinen Teepavillon in Hanoi und die alten Kolonialbauten vorzustellen und mich über die vielen Nebenfiguren gefreut, die mir das Gefühl haben, ich könnte einen kleinen Blick in auf die vietnamesische Perspektive werfen.

Dienstag, 16. September 2014

Von Katzen und Socken

Seitdem ich Arianas Strickblog verfolge, habe ich nur noch mehr Lust darauf, mal etwas anderes als Socken zu stricken. Also wird es mal wieder Zeit, mich daran zu erinnern, warum ich eigentlich nur noch Socken mache!

Wenn die Katzen mit mir auf dem Sofa liegen, dann gibt es drei Hauptpositionen, die sie einnehmen.

Position Nr. 1 wird von den Coon-Katern häufig eingenommen: Ein Kater liegt schräg hinter mir auf der Sofalehne und krallt eine Pfote in meine Schulter, um besseren Halt zu haben. Die Folge sind hübsche kleine Löcher in meinen Shirts im Schulterbereich.

Shandys Pfote (die Coons haben größere Krallen!)
Postion Nr. 2 mögen sie alle vier: Katze oder Kater sitzt auf meinem Schoß, hat die Pfoten auf meinen Bauch- oder Brustbereich gestemmt und schaut mir tief in die Augen. Gern wird dabei dann angefangen zu treteln. Bis ich es schaffe, die "Samtpfote" anders zu platzieren, haben meine Shirts oft genug wieder ein Loch dazugewonnen.

Position Nr. 3 ist eigentlich die kleidungsschonendste Haltung und wird vor allem von Shandy und Christie eingenommen: Die Katze oder der Kater liegt mit dem Hintern zu mir auf meinen ausgestreckten Beinen. Dabei ist die Katze so weit ausgestreckt, dass ihre Pfoten auf meinen Knöcheln oder Füßen zu liegen kommen. Solange das Tier entspannt ist, ist alles in Ordnung. Schwierig wird es, wenn es sich erschreckt ...

Ein Klingeln an der Tür reicht schon ...
Außerdem springen alle vier gern auf meine hochgelegten Füße, wenn sie aufs Sofa oder zur Fensterbank wollen, weil die ja so einen sicheren Halt bieten - vor allem dann, wenn man die Krallen in die Socken schlagen kann. Das Ganze ist übrigens mit fortschreitendem Alter der Katzen schlimmer geworden. Je ungeschickter und unsicherer sie sind, desto mehr Löcher in meiner Kleidung - und die Coons sind von Anfang an zerstörerischer als die anderen beiden gewesen, da sie nicht nur größer und kräftiger, sondern auch deutlich unkoordinierter sind als Christie und Shandy.

Ausnahmsweise sogar relativ unauffällig gestopft.
Ach ja, diejenigen von euch, die keine Haustiere haben, fragen sich vielleicht, warum ich mir so eine Behandlung durch die Katzen gefallen lasse. Ganz einfach: Ich habe die vier ja im Haus, um Zeit mit ihnen zu verbringen. Und nichts ist schöner, als wenn diese kleinen Raubtiere schmusend auf mich zukommen oder friedlich auf oder neben mir schlafen. Da lebe ich dann auch - bei aller Jammerei ;) - damit, dass ich daheim eigentlich nur noch mit löchrigen Shirts und Hosen rumlaufe und mir keine schönen Pullover für Wintertage stricken kann.

Sonntag, 14. September 2014

Herbstlesen im September (4)

Für heute habe ich den Beitrag schon gestern Abend vorbereitet, damit ich schön ausschlafen kann und eventuelle Mitleser trotzdem auf diesen Text verlinken können. ;)

Nachdem ich gestern die erste Hälfte von "Die kleine Souvenirverkäuferin" gelesen habe, hoffe ich, dass ich das Buch heute beenden kann. Außerdem werde ich bestimmt weiter in "The Gatehouse Mystery" lesen und mir vermutlich auch noch eine weitere "Carniepunk"-Kurzgeschichte zu Gemüte führen. Ich bin mir sicher, dass wird wieder ein sehr entspannter Lesetag!

Update 9:30 Uhr

So, wach! Naja, relativ. *g* Die Brötchen backen im Ofen, die erste Blogrunde ist gedreht und ich beginne den Tag mit "Die kleine Souvenirverkäuferin" von Francouis Lelord. Das Buch würde ich heute gern noch beenden.

Meine Mitleser verlinke ich wie immer am Ende des Beitrag, wenn sie den Post für den heutigen Tag angefangen haben (bzw. bei Kiya bleibt es bei dem Post von gestern, weshalb sie schon in der Liste steht). Ich freu mich aufs Lesen und Austauschen heute! :)

Update 12:30 Uhr

Inzwischen gab es Frühstück für mich und noch ein paar Kapitel in "Die kleine Souvenirverkäuferin". Mir fallen immer mehr Figuren ins Auge, die mich an die "Dr. Siri"-Romane von Colin Cotterill erinnern. Diese Männer, die sich in ihrer Jugend aus Idealismus freiwillig gemeldet haben, die an die Ideen des Kommunismus glaubten und die nun desillusioniert vor einer starren Gesellschaft stehen, der die Ideale schon lange verloren gingen und der es in erster Linie darum geht das Gesicht zu waren. Diese Männer balancieren zwischen dem täglichen Vortäuschen von Linientreue und dem Ausreizen ihrer kleinen Freiheiten, um doch noch etwas für die Menschen bewegen zu können.


Jetzt erst einmal eine Stunde Katzenfüttern (und das tägliche Haushaltminimum) und dann geht es weiter mit dem Lesen. :)

(Ts, sagt mir doch mal Bescheid, dass ich Souvenir immer falsch schreibe! ;) )

Update 15:15 Uhr

Nur noch wenige Seiten, dann ist "Die kleine Souvenirverkäuferin" beendet. Ich mag das Buch, ich weiß nicht, ob ich es noch einmal lesen würde, dafür berührt es mich nicht tief genug, aber es ist so angenehm leise und melancholisch und irgendwie gerade genau richtig. Jetzt mache ich aber erst einmal eine kleine Pause und esse ein Stück Kuchen und versuche die Geräusche vom Nachbarkind zu ignorieren. Unglaublich, wie viel Lärm ein einziges Kind machen kann, während es in der Wohnung über uns mit Lego spielt.

Ach ja, falls ihr euch gefragt habt, warum es an diesem Wochenende so wenige Katzenfotos auf dem Blog gibt: Entweder sind die Katzen ganz weit weg oder so nah, dass das mit dem Fotografieren auch nichts wird.


Es dauert einfach seine Zeit, bis ich Baltimore etwas weiter weggeschoben habe und er still genug hält, dass ich mal ein Foto machen kann. *g*



Nach dem Kuchen drehe ich eine Blogrunde und schaue mal, wie es euch so ergangen ist - und dann beende ich mein Buch. :)

Update 18:30 Uhr

Kuchen gegessen, Blogrunde gedreht, "Die kleine Souvenirverkäuferin" ausgelesen, noch einen Tee getrunken und eine Kurzgeschichte gelesen. Meine Meinung zur Souvenirverkäuferin bleibt bestehen. Ein schönes Buch, eine leise Geschichte vor einer interessanten Kulisse und ich bin froh, dass ich den Roman gelesen habe.


Was die (mal eben nachschauen) siebte Kurzgeschichte aus "Carniepunk" angeht: "A Duet with Darkness" von Allison Pang kommt mir wie ein Prolog vor. Ich kann es nicht so recht beurteilen, weil ich vorher nichts von ihr gelesen habe, aber ich hatte das Gefühl, ich würde die oder zumindest eine Vorgeschichte zu ihrer Abby-Sinclair-Reihe lesen. Die Kurzgeschichte für sich genommen, fand ich nicht ganz so überzeugen wie den Großteil der anderen Texte in dieser Anthologie. Auf der anderen Seite hat sie mich sehr neugierig auf die Welt, in der die Abby-Sinclair-Romane spielen, gemacht, obwohl ich befürchte, dass die männliche Hauptfigur (zumindest die im ersten Band) mir nicht zusagen wird. Vielleicht setze ich den ersten Band mal auf meine Wunschliste und teste den mal an ... Das ist die schlimmste Folge von Anthologien. ;)

Jetzt werde ich erst mal das Essen für heute Abend fertig machen - nachdem wir von gestern noch so viele Kartoffeln übrig hatten, gibt es einen Curry-Rübli-Auflauf. *mmmh* Und da der Auflauf seine 45 Minuten im Ofen benötigt, bekomme ich vor dem Essen bestimmt noch eine Kurzgeschichte gelesen. :)

Update 23:00 Uhr


Nach dem Abendessen habe ich noch eine weitere Kurzgeschichte gelesen (vorher hatte es natürlich nicht mehr geklappt, weil ich mich vom Internet ablenken ließ). "Recession of the Divine" von Hillary Jacques brachte mir weniger Jahrmarkt-Atmosphäre als erhofft, aber dafür eine nette - wenn auch leider nicht ganz neue - Grundidee rund um griechische Mythologie. Aber ich mochte die Protagonistin Olivia und ihre Bemühungen sie selbst zu bleiben. Außerdem habe ich noch etwas "Animal Crossing" gespielt und dabei ein Foto gemacht, das zeigt, was ich bei den Katzen mit "zu nah" meine, wenn es ums Fotografieren geht. ;)


Jetzt noch eine kleine Kommentarrunde und ein paar Seiten "The Gatehouse Mystery" und dann geht es für mich wohl auch ins Bett. Es war wieder sehr nett gemeinsam zu lesen und ich freu mich schon auf das kommende Wochenende! :)

***

Heutige Mitleser:

Kiya
Natira
Hermia

Samstag, 13. September 2014

Herbstlesen im September (3)

Ich hatte ja schon am letzten Wochenende mit "Carniepunk" angefangen und in der Woche habe ich noch ein paar weitere Kurzgeschichten aus der Anthologie gelesen. (Und wie immer denke ich, ich sollte mich häufiger daran erinnern, dass Kurzgeschichten perfekt für Stressphasen sind, wenn man abends nur ein paar Seiten lesen möchte.)

Die fünfte Kurzgeschichte in diesem Band war "The Werewife" von Jaye Wells - und ich fand schon den Anfang ansprechend, wo beschrieben wird, wie ein Mann nach Hause kommt und ihm erst beim Anblick seiner Frau bewusst wird, dass heute Vollmond ist - und dass er kein Steak mit nach Hause gebracht hat und dass er sich nun schnellstens im Keller einschließen sollte ... Doch, die Geschichte hat mir gefallen. :)

Auch "The Cold Girl" von Rachel Caine hat mich gut unterhalten. Die Geschichte beginnt theoretisch ganz harmlos mit einem High-School-Pärchen, das zu einem Jahrmarkt geht, aber schon schnell wird klar, dass Kiley deutlich weniger über ihren Freund Jamie weiß, als ihr bewusst ist. Nett geschrieben, ein paar atmosphärische Szenen und eine der wenigen Geschichten mit einem Happy End.


Diese Woche habe ich das Wochenende übrigens schon Freitagabend mit meinem Mann eingeläutet, indem wir sehr lecker Essen gegangen sind. Knusprige Kartoffelchips, appetitlicher Salat und zum Nachtisch habe ich den besten Karottenkuchen (mit Vanilleeis und Erdbeersauce) gegessen, den ich je hatte. Wenn ich das richtig geschmeckt habe, dann wurde der mit Öl gebacken und er war total fluffig!

Mit "Zelot" bin ich in der Woche nicht weitergekommen und ich glaube auch nicht, dass ich an diesem Wochenende zu dem Buch greifen werde. Ich hätte lieber etwas Entspannenderes zum Lesen, weiß aber noch nicht genau was. Aber bevor ich mich mit einem Buch aufs Sofa zurückziehen kann, muss ich eh noch den Wochenendeinkauf hinter mich bringen (und will noch einen Kuchen backen). ;)

Update 11:30 Uhr

Der Kuchen ist im Ofen (Apfel-Sandkuchen) und ich habe eine verzweifelte Suche nach meinem Trixie-Belden-Roman hinter mir. Gefunden habe ich das Buch natürlich nicht - das kommt davon, wenn man seine Stapel vor Besuchsankunft umbauen und irgendwie verstauen muss. Es gibt noch zwei Möglichkeiten, wo der Roman sein könnte, aber ich habe keine Lust weiter zu suchen und mich deshalb umentschieden. Zum Frühstück (viel zu viel Zimt-Milchreis von vorgestern mit Apfelmus) gibt es also die ersten Seiten von "Die kleine Souvenirverkäuferin" von Francois Lelord. Ich habe keine Ahnung mehr, worum es in dem Roman geht, weiß aber noch, dass Ariana (oder war es doch jemand anders?) den so schön fand, dass ich das Buch in der Bibliothek vorgemerkt habe. *g* Heute lesen übrigens auch Natira, Kiya und Hermia mit - ich freu mich schon auf den Austausch und bin gespannt, ob sich uns noch jemand anschließt.


Update 15:15 Uhr

"Die kleine Souvenirverkäuferin" finde ich bislang wirklich bezaubernd. Schöne kleine Vietnamszenen, die ein angenehm alltägliches Bild auf das Land werfen, eine süße und melancholische Geschichte - doch, das gefällt mir. Ich weiß zwar noch nicht, ob ich den ganzen Tag bei dem Buch bleibe, aber ich genieße es die Charaktere und das Land kennenzulernen.

Oh, und wie ich gerade sehe, hat sich Sayuri uns heute auch wieder angeschlossen! :)

Update 16:30 Uhr

Mein Roman liest sich wirklich gut. Viele kleine Kapitel, viele kleine Begebenheiten, sehr atmosphärisch und sehr viel über Vietnam (im Jahr 1996, aber auch über die Vergangenheit des Landes). Sehr viel passiert eigentlich, man lernt die verschiedenen Personen kennen - allen voran den französischen Arzt Julien, der in Hanoi arbeitet. Außerdem steht die Befürchtung im Raum, dass sich im Norden des Landes eine tödliche Virusinfektion ausbreitet, aber noch gibt es keine konkreten Erkenntnisse und die Entscheidungsträger wollen die mögliche Gefahr bislang nur vertuschen. Trotz dieses Aspekts ist das Buch sehr ruhig geschrieben und oft verfolgt man nur Juliens Gedanken über das Land, die Menschen, denen er begegnet, und sich selbst.

Da ich beinah die Hälfte der gut 300 Seiten schon gelesen habe, gibt es jetzt eine Tee- und Kuchenpause mit "Trixie Belden - The Gatehouse Mystery" - nachdem der gutmütigste Mann der Welt das Buch für mich gesucht hat.



Update 19:00 Uhr

Wie immer bei den ersten Kapiteln eines Trixie-Belden-Romans, habe ich gerade das Bedürfnis die Namen in "The Gatehouse Mystery" mit einem Kugelschreiber zu korrigieren! Honey klingt einfach nicht richtig, und Brian heißt doch Klaus und Jim ist Uli und ... *g* Aber ich werde mich auch dieses Mal daran gewöhnen. Vielleicht sollte ich mir zu Weihnachten einen ganzen Schwung dieser Bücher zulegen, damit ich nicht immer so große Abstände zwischen den einzelnen Bänden habe. Ansonsten finde ich es wieder schön mit Trixie und Brigitte Honey Abenteuer zu erleben. Bislang haben die Mädchen einen Diamanten in einem seit Jahren verlassenen Torhaus gefunden, wurden von einer unbekannten Gestalt belauscht und Trixie ist mal wieder in Giftefeu gelaufen. Natürlich ist sich Trixie sicher, dass der Diamant gestohlen wurde und will nun gemeinsam mit ihrer Freundin nach Hinweisen suchen! Allerdings muss sie sich vorher noch gegen die Auswirkungen des Giftefeus schützen ... ;)

Ich mag den altmodischen Charme dieser Kinderbücher wirklich sehr, bin aber gerade etwas zu müde, um weiterzulesen. Es macht sich doch etwas bemerkbar, dass ich heute Nacht erst gegen drei eingeschlafen bin (und dabei ständig träumte, ich müsste Pferdeställe ausmisten Oo) und heute Morgen um halb acht den Wecker hörte. Morgen werde ich dafür definitiv ausschlafen! Jetzt aber erst einmal in die Küche und Abendessen kochen. Heute gibt es einen Zucchini-Kartoffel-Gratin - nicht sehr fotogen, aber dafür sehr lecker!

Geht es euch eigentlich auch so, dass ihr bestimmte Gerichte mit bestimmten Gegebenheiten verbindet? Dieses Gratin erinnert ich immer an die alte Wohnung, an eine Sendung mit Johan Lafer (aus der ich das Rezept habe) und an eine Curling-WM, bei der wir die kanadische Damenmannschaft recht intensiv verfolgt haben (da wir bei einem der Wettkämpfe das Gratin zum ersten Mal gegessen haben). Schon seltsam, dass sich solche Erinnerungen manchmal so lange halten ... *g*

Update 21:15 Uhr

Da mein Mann jetzt "Schlag den Raab" schaut und ich zu müde bin, um neben der Geräuschkulisse zu lesen, werde ich noch ein bisschen mit dem DS spielen und heute wohl nicht mehr zu Buch greifen. Aber ich schau bestimmt vor dem Schlafengehen noch bei meinen Mitlesern vorbei und schaue wie sie den Abend so verbracht haben. :)

Update 23:00 Uhr

Jetzt wird es wirklich Zeit ins Bett zu fallen! Ich habe noch ein bisschen in meinem aktuellen Miss-Daisy-Roman gelesen - da ich die auf dem Kindle habe, kann ich die Schriftgröße genügend hochdrehen, um auch mit übermüdeten Augen noch etwas weiterzukommen. ;)

Ich fand es heute wieder sehr schön mit euch gemeinsam zu lesen und hüpfe noch kurz bei euren Blogs vorbei und schaue, ob ihr noch etwas geschrieben habt. Ansonsten gibt es von mir morgen wieder einen Beitrag zum Herbstlesen. Gute Nacht!

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Heutige Mitleser:

Natira
Kiya
Hermia
Sayuri

Donnerstag, 11. September 2014

Dorothy Gilman: The Elusive Mrs. Pollifax (Hörbuch)

Ich dachte ja eigentlich, dass zwei Rezensionen zu den Mrs.-Pollifax-Hörbüchern auf meinem Blog vollkommen ausreichen würden - mehr liest doch eh niemand zu einer schon älteren Reihe. Aber es macht mir so viel Spaß über Mrs. Pollifax und ihre Abenteuer zu schreiben und ich freue mich jeden Monat darauf die nächste Geschichte im Original hören zu können, dass es nun doch mehr Texte zu dieser ungewöhnlichen Spionin geben wird.

Zu Beginn von "The Elusive Mrs. Pollifax" wird Mr. Carstairs von seinem Assistenten daran erinnert, dass er Mrs. Pollifax nie wieder einsetzen wollte, weil sie alle Regeln brechen würde, weil sie nicht einmal wüssten, an welche Regeln sie sich als Agentin zu halten hätte und weil Carstairs jedes Mal um zehn Jahre altern würde, wenn sie im Einsatz wäre. Sie sei all die Sorgen einfach nicht wert, hätte Carstairs gesagt - doch der erfahrene CIA-Mitarbeiter wischt alle diese Einwände beiseite und ist sich sicher, dass dieses Mal mit Mrs. Pollifax alles glatt laufen würde. Es ist ja nur ein simpler Kurierjob ... :D

So reist Emily Pollifax hinter den Eisernen Vorhang nach Bulgarien, um in einem wunderschönen Vogelnest-Hut für eine bulgarische Widerstandsgruppe acht Pässe ins Land zu schmuggeln - ohne zu wissen, dass die CIA aus Sparsamkeit die Gelegenheit nutzt und heimlich Geldbündel in ihren Steppmantel eingenäht hat. Doch es wird nicht so einfach für den Empfänger an dieses Geld zu kommen, da Mrs. Pollifax aufmerksam genug ist, um jedes Eindringen in ihr Hotelzimmer zu bemerken und eventuelle Eindringlinge in die Flucht zu schlagen. Neben all den unerwarteten Einbrechern, muss sich Emily auch noch mit Nevana von der bulgarischen Tourismusbehörde herumschlagen, die ganz genaue Vorstellungen davon hat, welche Sehenswürdigkeit Mrs. Pollifax unter welchen Umständen zu besichtigen hat - und die gar nicht glücklich darüber ist, dass diese dickköpfige amerikanische Touristen gegen all ihre Anweisungen handelt.

Außerdem macht sich Emily Gedanken um den jungen Phil Trenda - ein Student, der gemeinsam mit einer ganzen Gruppe von jungen Rucksacktouristen unterwegs ist und der bei der Einreise nach Bulgarien von der Geheimpolizei inhaftiert wurde. Spionage wird dem jungen Mann vorgeworfen und die amerikanische Botschaft in Sofia scheint nicht besonders hilfreich zu sein. Zwischen ihren Versuchen mit den bulgarischen Widerstandskämpfern in Kontakt zu treten und den Diebstahl ihres Hab und Guts zu verhindern, muss Mrs. Pollifax also auch noch dafür sorgen, dass der amerikanische Botschafter sich um das Wohlergehen von Phil kümmert.

An dieser Geschichte mag ich nicht nur, dass ihre gesamte Umgebung an Mrs. Pollifax verzweifelt, weil sie so unberechenbar handelt (oft natürlich nur aus Unwissen um die eigentliche Situation heraus), sondern auch, dass verschiedenen Handlungsstränge, die definitiv nichts miteinander zu tun haben, durch Emily verbunden werden. Dass geschmuggelte Geld, der inhaftierte Student und die Pässe für die Widerstandsgruppe werden nur durch Mrs. Pollifax zu einer Geschichte - und führen so langfristig zu ungewöhnlichen und unvorhersehbaren Bündnissen, die für den Hörer mehr als amüsant zu verfolgen sind.

Emily bringt eine neue Sicht auf vertraute Vorgänge und sorgt so dafür, dass auch ihre Mitstreiter umdenken, sich mehr zutrauen und ungewöhnliche Wege gehen. Ich mag es einfach, dass sie selten etwas als gegeben hinnimmt, aber auf der anderen Seite auch weiß, wann sie die Entscheidung eines Menschen akzeptieren muss. Dazu kommt noch, dass sie in diesem Teil der Serie etwas persönlicher gezeigt wird. Man erfährt von ihrer Einsamkeit nach dem Tod ihres Mannes und es gibt eine wunderschöne kleine Szene, in der deutlich wird, dass sie sich wieder auf einen anderen Mann einlassen könnte, wenn die Umstände nicht so wären wie sie sind.

Ach ja, Barbara Rosenblat liest die Geschichte gewohnt gut. Ich mag die Sprecherin wirklich und ich finde es wunderbar, wie gut ich sie verstehen kann! ;)