Donnerstag, 31. Dezember 2015

Jahresende

Am letzten Tag des Jahres 2015 ist wieder Zeit für den obligatorischen Beitrag zum Jahresende ... Dieses Jahr war überraschend anstrengend, vor allem auf der emotionalen, aber ehrlich gesagt auch auf der finanziellen Seite. So war es kein Wunder, dass wir in den letzten Woche nur noch das Bedürfnis hatten, uns einzugraben, uns zu entspannen und es uns gut gehen zu lassen. Auch den heutigen Abend werden wir wieder damit verbringen, zu lesen, zu spielen und zu schwatzen. Wir werden etwas Leckeres essen und hoffen, dass die Nachbarn nicht zu viel Geld für Feuerwerk ausgegeben haben. Der Lärm war für die Katzen noch nie besonders gut zu ertragen, aber inzwischen ist Baltimore noch anfälliger für Stress. Immerhin haben wir großes Glück und er ist immer noch bei uns. Es scheint ihm sogar einigermaßen gut zu gehen - tatsächlich sehr viel besser, als wir das vor einem halben Jahr zu hoffen gewagt hätten, als der Tierarzt meinte, dass wir mit ihm kein Weihnachtsfest mehr erleben würden.

Für das kommende Jahr gibt es schon wieder viele Pläne, auch wenn ich mir weiterhin viel Zeit für mich, die Katzen und natürlich die Bücher nehmen möchte. Doch erst einmal wünsche ich euch einen guten Übergang ins neue Jahr und greife noch einmal die Wünsche des letztes Jahres auf:

Ich hoffe, das neue Jahr hält für euch Gesundheit
und viele wunderschöne und unvergessliche Momente parat.
Passt gut auf euch auf, verbringt viel Zeit mit Menschen,
die euch gut tun und am Herzen liegen,
und viele Lesestunden mit umwerfenden Büchern!

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Challenges 2015 - Statistik

Challenges 2015


Meine eigene Sachbuch-Challenge
Regel-Details gibt es HIER nachzulesen.

Januar bis Juni 2015:

 2. Patricia C. Wrede: Wrede on Writing - Tips, Hints and Opinions on Writing
 3. Jan Gehl: Städte für Menschen
 4. Judith Flanders: The Making of Home - The 500-year story of how our houses became homes
 5. Bee Wilson: Am Beispiel der Gabel - Eine Geschichte der Koche- und Esswerkzeuge

Juli bis Dezember 2015:

 6. Luise Berg-Ehlers: Mit Miss Marple aufs Land - Englische Krimischriftstellerinnen zwischen Tearoom und Tatort
 7. Simon Winchester: Der Atlantik - Biografie eines Ozeans
 8. Ivan Bargna: Afrika - Kunst und Architektur
 9. Charlotte Lyne: Alles über Shakespeare
10. Luise Berg-Ehlers: England und die Detektive

10 Sachbücher gelesen und rezensiert



Arianas Hörbuch-Challenge
Zusammengefasst müssen für diese Challenge im Jahr 2014
insgesamt 10 Hörbücher gehört und rezensiert werden.
Mehr Details gibt es in Arianas Übersichtsseite zur Challenge.


12/10 gehört und rezensiert


Persönliche Vorhaben für 2015:

1. Alt-SuB-Abbau:

Nachdem ich im November und Dezember schon mit den "SuB-trahiert"-Beiträgen angefangen habe, soll es damit im Jahr 2015 weitergehen. Ziel ist, den Alt-SuB (also die Bücher, die sich länger als 6 Monate auf meinem SuB befinden) deutlich zu reduzieren. Eine konkrete Zahl möchte ich mir da nicht vornehmen, nur jeden Monat schauen, ob ich da nicht vorankommen kann.

Januar: 2 gelesen/3 aussortiert
Februar: 4 gelesen/0 aussortiert
März: 0 gelesen/0 aussortiert
April: 5 gelesen/5 aussortiert
Mai: 1 gelesen/1 aussortiert
Juni: 1 gelesen/11 aussortiert
Juli: 0 gelesen/0 aussortiert
August: 0 gelesen/0 aussortiert
September: 6 gelesen/0 aussortiert
Oktober: 2 gelesen/0 aussortiert
November: 1 gelesen/1 aussortiert
Dezember: 0 gelesen/0 aussortiert

8/12 Monaten SuB-trahiert - das lief besser als erwartet. Im kommenden Jahr geht es dann noch den letzten Altlasten an den Kragen!


2. Englischer SuB-Abbau

Nachdem 2014 mein englischer SuB doch rasant gewachsen ist, möchte ich auch hier "Abbau" betreiben und am Jahresende nicht mehr als 10 Bücher auf dem englischen SuB liegen haben.

Stand am 01.01.2015: 38 Bücher
Januar: -4/+2 
Februar: -5/+0
März: -6/+2
April: -3/+0
Mai: -2/+0
Juni: -3/+0
Juli: -2/+1
August: -2/+2
September: -4/+1
Oktober: -5/+2
November: -3/+7 
Dezember: -9/+21 

Stand am 01.01.2016: 23 Bücher - sieht nach Scheitern aus, wenn man nicht bedenkt, dass allein der Dezember 21 Neuzugänge brachte. Ich bin auf jeden Fall zufrieden. 


Challenges 2014/2015


Es geht darum, Bücher zu lesen, die man sehr gemocht und lange Zeit nicht mehr gelesen hat. 

Zeitraum der Challenge: 15. August 2014 bis 14. August 2015

Gelesene Bücher:
  1. Julie Campbell: The Gatehouse Mystery (Trixie Belden #3)
  2. Diana Wynne Jones: Neun Leben für den Zauberer
  3. Erich Kästner: Der kleine Mann
  4. Victoria Walker: The Winter of Enchantment
beendet

Montag, 28. Dezember 2015

Luise Berg-Ehlers: England und die Detektive

"England und die Detektive" von Luise Berg-Ehlers ist - wie es schon das im Juli gelesene "Mit Miss Marple aufs Land" war - eine Leihgabe von Natira gewesen, allerdings entstand dieser Band deutlich früher als der Miss-Marple-Titel. Ergänzt werden die Texte von Luise Berg-Ehlers durch Rezepte aus der Feder von Jutta Schreiber und Fotos von Horst und Tina Herzig. Insgesamt bekommt man so einen Band, in dem man theoretisch immer wieder gemütlich stöbern und sich an den Bildern erfreuen kann. Eigentlich mag ich solche Bücher, weil sie mich an schon gelesene Kriminalromane und liebgewonnene Charaktere erinnern und mich neugierig auf die (zugegeben relativ wenigen) klassischen britischen Krimis machen, die ich noch nicht ausprobiert habe und die Fotos - vor allem die historischen - fand ich auch wirklich schön.

Aber ich hatte beim Lesen immer wieder Probleme mit den Formulierungen der Autorin. Ich bin mir eigentlich sicher, dass sie häufig das Richtige meint, aber ihre Ausdrucksweise führt dazu, dass ich irritiert oder sogar verärgert bin, weil entweder die Informationen nicht ganz korrekt wiedergegeben werden oder weil ich das Gefühl habe, dass ich für dumm gehalten werde. Gerade bei Autoren, deren Werke mir zur Zeit sehr präsent sind  (wie Arthur Conan Doyle, dessen Sherlock-Holmes-Geschichten ich in diesem Jahr vollständig gelesen habe), habe ich mich über die dementsprechenden Abschnitte in "England und die Detektive" sehr geärgert. Es gibt eine Bildunterschrift, die aussagt, dass es Leute gibt, die dumm genug sind, zu glauben, dass Sherlock Holmes eine reale Person war (im Text wird das dann etwas relativiert, in dem erwähnt wird, dass wohl zur Zeit der Veröffentlichung der Holmes-Geschichten einige Leser diesem Irrglauben erlagen). Überhaupt wechselt die Autorin in ihren Texten immer wieder zwischen "haha, das ist doch alles nur erfunden" und "hier findet ihr den Ort, an dem dieser oder jener Fall stattfand" - es wäre schön gewesen, wenn sie sich entschieden hätte, ob sie die Fiktion nun als "Realität" oder eben als Fiktion behandeln möchte.

Und immer wieder gibt es - anscheinend neckisch gemeinte - Nebenbemerkungen, die auf populäre Irrtümer hinweisen wie das berühmte Outfit Sherlock Holmes' mit dem Inverness-Mantel und der Deerstalker-Mütze, das für innerstädtische Ermittlungen völlig unangemessen ist. Dabei unterschlägt Luise Berg-Ehlers, dass Arthur Conan Doyle diese beiden Kleidungsstücke nur einmal in seinen Romanen erwähnte (und das bei einem Ausflug aufs Land). Auch gibt es Bildunterschriften, die zum Beispiel behaupten, dass die Scherenschnitte an der U-Bahn-Station "Baker Street" den Weg zum Ausgang weisen, während auf dem Foto deutlich zu sehen ist, dass diese gestalterischen Elemente keinerlei wegweisende Funktion übernehmen, da sie in unterschiedliche Richtungen blicken. Ich weiß, dass das nur Kleinigkeiten sind, aber es sind Kleinigkeiten, die mich sehr ärgern und die in mir die Frage aufkommen lassen, was da noch alles nicht ganz korrekt ist in Bereichen, in denen ich es nicht beurteilen kann.

Ich muss wohl zugeben, dass ich besonders kritisch beim Lesen war, aber es gab so viele Dinge, die mich geärgert haben. Die schon erwähnten unklaren Formulierungen, die Diskrepanzen zwischen einigen Fotos und den dazugehörigen Bildunterschriften, die ebenfalls etwas "frei" formulierten Kapitelüberschriften (wenn da "Pater Brown und seine Glaubensbrüder" oder "Miss Marple und ihre Kolleginnen" steht, erwarte ich, dass da auch mehr als eine weitere Person in dem dementsprechenden Kapitel auftauchen) und die erschreckend unstrukturierte Präsentation des Ganzen haben mich durchgehend irritiert. Oft habe ich auch die Gewichtung der Texte nicht nachvollziehen können und ... vielleicht liegt es daran, dass zwischen den beiden von mir gelesenen Büchern der Autorin anscheinend zehn Jahre liegen, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich bei "Mit Miss Marple aufs Land" so sehr geärgert habe.

Und da ich schon im Mecker-Modus bin, gibt es auch noch eine Anmerkung zu den Rezepten, bei denen etwas vorkommt, was ich auch in "richtigen" Kochbüchern schon ärgerlich finde. Wenn zum Beispiel eine Suppe über geröstete Toastecken serviert werden soll, dann werden diese Toastecken nicht in der Zutatenliste erwähnt. Sowas finde ich unübersichtlich, lästig und kritisierenswert, aber es macht es nun nicht unmöglich, das Rezept nachzukochen. ;)

Alles in allem war ich mit "England und die Detektive" wirklich nicht glücklich, auch wenn mich das Buch darauf gebracht hat, dass ich dem einen oder anderen britischen Ermittler noch eine (zweite) Chance geben wollte.

Samstag, 26. Dezember 2015

Dies und Das (7): Weihnachten und SuB-Zuwachs im Dezember (2)

Ich habe mir vor dem Schreiben dieses Beitrags meinen "Nach-Weihnachts-Post" von letztem Jahr angeschaut und musste sehr schmunzeln, wie unterschiedlich diese beiden Jahre gelaufen sind. Habe ich im vergangenen Jahr bis zum späten Nachmittag gewuselt und die Wochen vor Weihnachten unheimlich viele Projekte in Angriff genommen (und zum Großteil sogar beendet! :D), so lief es in diesem Dezember bei mir so geruhsam wie möglich. Dieser Vorsatz hat auch unsere Feiertage bislang bestimmt und wird noch bis nach Silvester beibehalten.


Am Weihnachtstag waren wir so früh am Morgen einkaufen, dass wir um acht Uhr stressfrei wieder zu Hause waren, danach habe ich nur noch die traditionelle Panna Cotta zubereitet, während mein Mann (nach einem wagemutigen Ausflug in die Innenstadt) eine Runde mit dem Staubsauger durch die Wohnung gedreht hat und danach gab es bis zum Abend nur noch Sofa, Keksteller, Bücher und Spiele, wobei die in den letzten Wochen eingetroffenen Geschenke von Freunden und Familienmitgliedern schon dekorativ auf dem Tisch lagen.


Etwas erschlagen haben mich die Geschenke schon, vor allem, nachdem mir bewusst wurde, dass nur zwei der vielen Päckchen für meinen Mann waren, weil dieser sich in diesem Jahr Gutscheine für eine größere Anschaffung gewünscht hat. Bei mir hingegen macht es sich bemerkbar, dass ich inzwischen so viele englische Bücher lese - und die deutlich billiger sind als deutsche Romane. Und da all meine Lieben anscheinend ihren Etat gründlich genutzt haben, kam es zu einem beachtlichen SuB-Zuwachs. Mein Mann meinte nach einem Blick auf die Stapel schon, dass er froh sei, dass er nicht meine SuB-Liste aktualisieren müsste - zur Strafe habe ich ihn dann Autoren und Titel vorlesen lassen, während ich die Romane eintrug. ;)


Der erste Feiertag lief dann eigentlich genauso entspannt weiter. Nach einem gemütlichen Frühstück (und "Arthur Weihnachtsmann" schauen) hat sich mein Mann den Laptop geschnappt und per Voice-Chat und Brettspielsoftware mit seinen Freunden gespielt, während ich Nudelsalat und Nachtisch gemacht habe. Damit war das Kochen für gleich drei Tage erledigt und mit Milchkaffee und Keksen ging es wieder aufs Sofa. Trotz des bereitgelegten Buches (natürlich ein geliehenes Sachbuch, weil ich mich bei der Auswahl mal wieder nicht entscheiden kann *g*) habe ich allerdings nicht besonders viel gelesen, sondern lieber etwas gedümpelt, ein Nachmittagsschläfchen eingelegt und die beiden superschmusigen Katzen geknuddelt.

Wie gesagt, so wird es wohl die kommenden Tage auch weitergehen - wenn auch vielleicht mit etwas mehr Lesezeit - und genauso gefällt es mir gerade sehr gut! Ich hoffe, eure Feiertage verlaufen ebenfalls so stressfrei wie möglich und ihr habt den Weihnachtsabend so verbracht, wie ihr es euch vorgestellt hattet. :)

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Feiertage!

Bevor mein Mann und ich gemeinsam mit dem Katzen ein paar gemütliche und entspannte Tage verbringen, müssen wir nur noch den Einkauf überleben, aber das sollte ja machbar sein (vor allem, wenn es morgens um sieben im Supermarkt wirklich noch so ruhig ist wie erhofft). ;) Große Pläne für die Feiertage haben wir nicht, wir werden gemeinsam kochen, lesen und spielen und die Zeit miteinander genießen.


Euch wünsche ich, dass die kommenden Tage ganz wunderbar und möglichst harmonisch verlaufen. Habt eine schöne Zeit, egal, ob ihr sie allein, mit einer Katze auf dem Schoß oder inmitten einer trubeligen Familie verbringt. Gönnt euch ein leckeres Essen, genießt die Auszeit vom Alltag und kümmert euch gut um euch und diejenigen, die euch am Herzen liegen.

Ich wünsche euch ruhige, stressfreie und erholsame Feiertage! 

Sonntag, 20. Dezember 2015

Advent, Advent ... Vorweihnachts-Lesewoche: 4. Advent

Heute ist der vierte Advent und somit schon der letzte Sonntag, an dem es einen Beitrag zu Arianas Adventslesen gibt. Diese Woche fühlte sich nicht so entspannt an wie die vorhergehenden, aber zum Lesen bin ich trotzdem gekommen.

Bis einschließlich Mittwoch habe ich vor allem in "Kings, Queens and Pawns" von Mary Roberts Rinehart gelesen, wobei damit immer noch nicht durch bin, weil ich immer wieder über Passagen stolpere, die mich nachdenklich machen. Trotzdem war ich fest entschlossen das Buch in dieser Woche zu beenden (und mir danach zur Belohnung eine weitere "Rose"-Fortsetzung zu gönnen), aber dann habe ich am Donnerstag ein so großes Bedürfnis nach "Wohlfühllektüre" gehabt, dass ich doch schon zu "Rose and the Magician's Mask" von Holly Webb gegriffen habe. Letztendlich habe ich Donnerstag, Freitag und Samstag nicht nur mit dem dritten "Rose"-Band, sondern auch noch mit "Rose and the Silver Ghost", "Wickedly Dangerous" von Deborah Blake und "The Will of the Empress" von Tamora Pierce verbracht. Oh, und ich habe aus "The Storyteller" das Märchen "Fearnot" gelesen - bei dem mir (nicht nur) das Ende so viel besser gefallen hat, als bei der Originalversion!


Heute geht es auf jeden Fall mit "Will of the Empress" weiter. Auch wenn ich befürchte, dass ich heute mehr Zeit mit Schlafen als mit Lesen verbringen werde, weil die letzten Nächte etwas arg kurz waren.


Update 15:00 Uhr

Hach, ich habe heute schon so viel gelesen! :) "The Will of the Empress" von Tamora Pierce habe ich inzwischen durch und gleich zu dem nächsten Buch der Autorin gegriffen. Bei "The Will of the Empress" mochte ich, wie die vier Protagonisten sich endlich wieder zusammengerauft haben. Dazu muss ich vielleicht erklären, dass der Band der inzwischen 9. Roman ist, der zu den "Emelan"-Titeln von Tamora Pierce gehört. Während in den ersten acht Bänden die vier Protagonisten (Sandry, eine "Stich Witch", Tris, eine Wind-/Wettermagierin, Briar, ein Pflanzenmagier, und Daja, eine Metallmagierin) ausgebildet wurden und die meisten von ihnen mit ihren jeweiligen Lehrmeistern auf Reisen gingen, um mehr über ihre Fähigkeiten zu lernen, treffen in diesem Band endlich wieder alle aufeinander - und müssen feststellen, dass sie sich fremd geworden sind. So benötigt es einen mächtigen gemeinsamen Gegner, damit die vier "Geschwister" wieder zueinander finden ...

Und weil es so hübsch war, habe ich gleich zu "Melting Stones" gegriffen. In dem Band geht es vor allem um Evvy, eine jungen Steinmagierin, die man schon als Schülerin von Briar kennengelernt hat. Die Geschichte wurde, wenn ich mich richtig erinnere, ursprünglich als Hörbuch veröffentlicht, was vermutlich erklärt, warum das Buch für einen "aktuellen" Tamora-Pierce-Roman relativ dünn ist. Ungewohnt ist es schon mal, dass Evvy ihre Erlebnisse aus der ich-Perspektive erzählt.


Update 21:00 Uhr

Auch wenn ich mich wiederhole: Hach, ich habe heute schon so viel gelesen! Und ich mag mein aktuelles Buch sehr, nachdem ich mich erst einmal an die - für einen Tamora-Pierce-Roman - ungewohnte Perspektive gewöhnt hatte. Evvys Sicht auf viele Dinge ist erfrischend und amüsant, während sie es mit einer drohenden Naturkatastrophe kämpft. Tamora Pierce hat eine Art Geschichten zu erzählen, die ich immer wieder großartig finde. :)

Heute mal ein "vor dem Servieren"-Foto


Deshalb fiel es mir auch wirklich schwer mein Buch fürs Kochen des Abendessens zu unterbrechen. Auch wenn sich die Kohlrabi-Kokosmilch-Suppe als wirklich lecker und supersimpel in der Zubereitung herausgestellt hat. Jetzt zieht es mich aber wieder zu "Melting Stones" - und da ich den Roman vermutlich erst aus der Hand lege, wenn ich ihn beendet habe, wünsche ich euch jetzt schon entspannte und schöne Tage bis Weihnachten.

Vielen Dank an Ariana für das Adventslesen! Auch wenn ich mir fest vorgenommen hatte, dass ich die Adventszeit so entspannt wie möglich verbringe, so ist so eine gemeinsame Aktion doch immer hilfreich, um solche Vorhaben auch wirklich zu verwirklichen. :)

Mittwoch, 16. Dezember 2015

SuB-Zuwachs im Dezember (1)




Deborah Blake: Wickedly Dangerous
Holly Webb: Rose and the Lost Princess
Holly Webb: Rose and the Magician's Mask
Holly Webb: Rose and the Silver Ghost

Ende letzter Woche gab es die letzten Geburtstagsgeschenke für mich und ich freue mich sehr darüber, dass ich nun die "Rose"-Bände vollständig habe. Den zweiten Band, "Rose and the Lost Princess" habe ich gleich nach dem Auspacken des Päckchens angefangen und am Sonntag beendet. Die anderen beiden Fortsetzungen hebe ich mir gerade noch etwas auf - vielleicht bis zum kommenden Wochenende? 

"Wickedly Dangerous" habe ich vor einer Weile schon entdeckt und fand die Grundidee interessant. Außerdem muss ich immer wieder feststellen, dass Urban-Fantasy-Romane in den letzten Jahren irgendwie immer gingen, egal wie leseunlustig oder abgelenkt ich vielleicht war. Ich halte also immer wieder die Augen nach weiteren Reihen auf.

Die "Die Maske runter!"-DVD ist das Ergebnis meiner Suche nach Humphrey-Bogart-Filmen, die ich noch nicht kannte. Die Geschichte klingt - trotz des reißerischen Titels - sehr spannend. Ein Film Noir über Pressefreiheit, der während der McCarthy-Ära mit (mindestens) einem Schauspieler gedreht wurde, der nur knapp dem Berufsverbot entging, und der relativ unverblümt das damals aktuelle politische Geschehen kritisiert. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Geschichte!

Montag, 14. Dezember 2015

Jessica Kremser: Frau Maier sieht Gespenster

Nach "Frau Maier fischt im Trüben" und "Frau Maier hört das Gras wachsen" ist "Frau Maier sieht Gespenster" von Jessica Kremser der dritte Krimi rund um die ältere Putzfrau. Obwohl sich am Ende des zweiten Bandes angedeutet hat, dass Frau Maier in Zukunft vielleicht weniger allein wäre, hat sich an ihrer privaten Situation in der Zwischenzeit kaum etwas geändert. Sie trauert immer noch ihrer Jugendliebe, dem Fischer-Karli, hinterher, und Elfriede Gruber ist die einzige Person, die sie als eine Freundin bezeichnen würde. Immerhin ist es schön zu sehen, dass sie auch Elfriede sehr ans Herz gewachsen ist und auch der Psychologe Frank Schöning kümmert sich weiter um die alte Dame.

Er ist es auch, bei dem sie - wenn auch nicht ganz freiwillig - durchblicken lässt, dass ihre neue Stelle im Schloss auf der Insel im Chiemsee sie etwas nervös macht. Frau Maier verrät ihm allerdings, dass sie nicht nur die Aussicht auf den neuen Arbeitsplatz so unruhig macht, sondern auch die Tatsache, dass sie sich verfolgt fühlt. Seit einem Kirchenbesuch hört sie eine Stimme, die ihren Namen ruft, obwohl kein Mensch zu sehen ist. Kurz darauf sieht sie auch noch Bewegungen in den Spiegeln im Schloss, ohne dass eine Person zu sehen oder hören ist. Wenig später stolpert Frau Maier über die Leiche eines der Angestellten - und schon steckt sie wieder mittendrin in einer Mordermittlung.

Mir hat dieser dritte Band wieder besser gefallen als der zweite Teil. Frau Maier hört und sieht zwar Gespenster und es gibt immer noch einige Sachen, die ihr Angst machen, aber trotzdem spürt man wieder mehr von der alten Unerschütterlichkeit, die sie in "Frau Maier fischt im Trüben" so ausgezeichnet hat. Ihre Neugier ist definitiv größer als ihre Angst und so geht sie stetig ihren Weg und steckt ihre Nase auch in Ecken, die eigentlich für sie verboten sind. Es hat mir gefallen zu sehen, wie Frau Maier an ihrem neuen Arbeitsplatz Menschen kennenlernt und Freundschaften schließt - und ebenso hat es mir gefallen mitzuerleben, wie andere Personen Frau Maier wahrnehmen. Obwohl sie immer noch scheu und unsicher ist, wenn es um andere Menschen geht, entwickelt sich Frau Maier in dieser Hinsicht immer weiter und behält dabei doch ihren ganz eigenen Charakter.

Noch schöner ist es, dass Frau Maier endlich - mit über sechzig Jahren - in Kauzing angekommen zu sein scheint. Natürlich macht das die vorhergehenden Jahre nicht ungeschehen, aber ich mochte es, wie sie so langsam entdeckte, wie sehr ihr nicht nur ihr Häuschen und der See Heimat sind, sondern auch der kleine Ort (und sogar seine Bewohner). So geht es in "Frau Maier sieht Gespenster" zwar schon fast zu sehr darum Ängste zu bekämpfen, aber eben auch darum Vergangenes abzuschließen und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die vor einem liegen und die man genießen mag.

Auch den Kriminalfall fand ich in diesem Band besser als im Vorgänger. Aber vielleicht lag das auch daran, dass es so viele verschiedene Aspekte gab, auf die ich mich beim Lesen konzentrieren konnte, dass ich dieses Mal nicht so kritisch mit der Handlung umging. Außerdem war bei diesem Fall ein anderer Polizist für die Ermittlungen verantwortlich, was dafür sorgte, dass all die unangenehmen Szenen wegfielen, in denen Frau Maier vorgeworfen wird, dass sie verwirrt oder eine Wichtigtuerin ist. So habe ich mich beim Lesen wieder gut unterhalten gefühlt, ich habe geschmunzelt, gebangt und mich gefreut - und genau so muss es sein, wenn Frau Maier einen Fall löst.

Sonntag, 13. Dezember 2015

Advent, Advent ... Vorweihnachts-Lesewoche: 3. Advent

Heute ist der dritte Adventssonntag und nun sind es nur noch 1,5 Wochen bis Weihnachten. Ich ertappe mich immer häufiger bei dem Gedanken, dass die Zeit gerade regelrecht dahinrast ...

Gestern gab es lieben Besuch, der den Tag bei uns (bzw. mir, da mein Mann wieder einen Spieltag mit Kollegen hatte) verbracht hat . Das war total schön, gerade weil es - da meine Freunde und ich so weit auseinander wohnen - so selten geworden ist.

Aber auch in der Woche habe ich so viel erholsame Zeit wie möglich genossen und meine Freizeit mit Tätigkeiten verbracht, die mir Freude bereiten. So gab es natürlich die eine oder andere Lesestunde, was dazu geführt hat, dass ich am Montag erst einmal "Darkbeast" von Morgan Keyes ausgelesen habe. Außerdem habe ich weitere Geschichten aus "Jim Henson's The Storyteller" gelesen. Sowohl "The Soldier and Death", als auch "The Luck Child" gehören normalerweise nicht zu meinen Lieblingsmärchen, aber mit den Details, mit denen der Anthony Minghella die klassischen Geschichten ausschmückt, haben sie mir gut gefallen. Ich finde es immer wieder spannend, wie wenig es doch braucht, um so viel mehr Atmosphäre aufzubauen. :)

Weiter ging es dann zur Abwechslung mit dem Kriminalroman "Frau Maier sieht Gespenster" von Jessica Kremser (die Rezension gibt es am Montag). Die "Frau Maier"-Geschichten sind die einzigen deutschen Krimis, die ich mir zur Zeit noch kaufe. Das liegt vor allem daran, dass ich den ersten Band so gut fand und den zweiten Teil immerhin noch sehr unterhaltsam, auch wenn der Krimianteil sehr vorhersehbar war. Die Protagonistin hat es mir einfach angetan - und ich fand es schön wieder etwas Zeit mit Frau Maier in ihrem kleinen Haus am Chiemsee zu verbringen. Der Titel ist übrigens wirklich wortwörtlich zu nehmen, denn Frau Maier hört und sieht schon von der ersten Seite an Gespenster. :)

Nachdem am Donnerstag dann meine Geburtstaggeschenkenachzügler eintrafen, habe ich mir nach Frau Maier "Rose and the Lost Princess", die Fortsetzungen von "Rose" , von Holly Webb gegriffen. Mit dem Titel geht es heute auch weiter und ich freu mich schon mehr über Rose und all die anderen Bewohner des Magierhaushalts zu lesen.

Beim Draufklicken gibt es dieses Mal eine deutlich größere Ansicht. ;)

Update 12:15 Uhr

Obwohl inzwischen die erste Ladung Wäsche im Trockner gelandet ist und ich viel Zeit mit dem FeedReader verbracht habe, fühle ich mich heute angenehm entspannt. Außerdem habe ich Teig angesetzt und 13 Minuten - wie im Rezept vorgegeben - mit dem Handmixer geknetet, was den Teig ganz großartig samtig hat werden lassen, aber auch dafür sorgte, dass mein armer Mixer verflixt warm geworden ist. Langfristig muss ich da wohl aufstocken oder hoffen, dass ich per Hand ein ebensolches Ergebnis hinbekomme ...

Bei "Rose and the Lost Princess" bin ich inzwischen mit Rose im Palast angekommen. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, was ich von der Geschichte halte. Es ist wieder sehr schön Rose zu begleiten. Sie lernt mehr über Magie, sie versucht einen Platz zu finden zwischen ihrem Leben als Dienstmädchen und ihren Stunden als Magierlehrling und es gibt mehr Details über die Welt. Auf der anderen Seite bekommt man die ersten Anzeichen einer "Hexenjagd" mit, nachdem im ersten Band Kinder verschwanden und sich herausgestellt hat, dass eine Person mit magischen Fähigkeiten dafür verantwortlich war. Ich fühle mich unbehaglich, wenn ich mit Rose Einkaufen gehe und all die Gerüchte mitbekomme - atmosphärisch ist das von Holly Webb schon schön gemacht, aber ich hätte mir etwas sicherere Zeiten für Rose gewünscht. ;) Immerhin finde ich es hübsch, dass hier anscheinend schon die Basis gelegt wird für die Grundvoraussetzung für die nächste Reihe in dieser Welt.


Update 15:00 Uhr


So perfekt habe ich das mit meinem Ofen noch nicht raus, wenn ich etwas schwaden muss. Bei nächsten Möbelhausbesuch muss ich wohl mal schauen, ob ich einzelne Bleche für meinen Ofen nachkaufen kann - das würde die Sache deutlich erleichtern, weil ich dann nicht entweder alles einzeln backen oder beim Schwaden improvisieren muss. Ansonsten finde ich die Brotchips superlecker und freue mich schon darauf sie heute Abend zur restlichen Kartoffelsuppe zu knuspern. Wenn sich die Chips gut halten - was eigentlich der Fall sein müsste -, dann sollten sie auch sehr gut vorzubereiten zu sein, wenn man mal Besuch bekochen möchte.

"Rose and the Lost Princess" von Holly Webb habe ich inzwischen beendet und fand die Geschichte sehr schön - auch wegen der eisig-kalten Momente, nach denen ich mich gerade sehne (naja, nicht ganz genauso ;D). Aber der erste Band hat mir noch ein bisschen besser gefallen (während Kiya meinte, dass sie die beiden mittleren Teile der Reihe am Schönsten gefunden hätte). Ich glaube nicht, dass ich sofort mit dem dritten Rose-Roman weitermachen werde - zumindest werde ich wohl vorher noch ein Märchen lesen und etwas mit dem DS spielen (und mich mit meinem Mann über den heutigen Keksteller hermachen). ;)



Update 23:45 Uhr

Viel habe ich heute nicht mehr gelesen, nur noch ein weiteres Märchen ("The True Bride") aus "The Storyteller". Auch hier fand ich es wieder hübsch, wie sich die Geschichte mit ein paar Ergänzungen anfühlt, und die Sprache gefällt mir. Ansonsten habe ich gespielt und mit meinem Mann "Perry Mason" gesehen und etwas geschwatzt und mich online rumgetrieben. :)

Ich wünsche euch eine schöne Adventswoche mit vielen Auszeiten und so wenig Stress wie möglich!

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Morgan Keyes: Darkbeast (Darkbeast 1)

An "Darkbeast" von Morgan Keyes hat mich von Anfang an die Grundidee angesprochen und so landete das Buch direkt nach dem Lesen einer Rezension auf dem Merkzettel. Allerdings hat es dann doch noch recht lange gedauert, bis ich es vom Merkzettel auf den Wunschzettel gepackt habe - ich musste mir erst einmal bewusst machen, dass der Titel schon einige "Ausmistaktionen" auf dem Zettel überlebt hatte und ich mich nun endlich mal dafür oder dagegen entscheiden sollte. Inzwischen steht der zweite Teil auf dem Wunschzettel, was schon mal ein erster Hinweis darauf ist, dass sich der Roman für mich gelohnt hat.

Die Geschichte dreht sich um Keara und die schwarze Krähe Caw, ihrem Darkbeast. Ein Darkbeast wird kurz nach der Geburt an ein Kind gebunden, um bis zu dessen zwölften Namenstag all die schlechten Gefühle und Gedanken des Kindes aufzunehmen. An diesem Tag muss das Kind sein Darkbeast töten, um sich von all diesem Negativen zu befreien und sein Erwachsenenleben ohne diese Makel antreten zu können. Keara ist sich vollkommen bewusst, dass es ihre Pflicht ist, Caw an ihrem Namenstag umzubringen, doch als es soweit ist, bringt sie es nicht über sich. Während andere Kinder froh zu sein scheinen, dass sie ihr ungeliebtes Darkbeast loswerden können, besteht zwischen Caw und Keara eine tiefe Bindung.

Caw hat sich all die Jahre über Kearas Gedanken und Gefühle angehört, sie beraten, sie getröstet und sie am Ende von ihrer Angst, ihrem Trotz, ihrer Eifersucht und all den anderen unerwünschten Emotionen befreit. Die Magie, die zwischen dem Darkbeast und dem jeweiligen Kind besteht, sorgt dafür, dass sie in Gedanken miteinander sprechen können (wenn die Entfernung nicht zu groß ist). So hatte Keara jemanden, der ihr immer zugehört hat - zuhören musste, da es keine Möglichkeit gibt die Verbindung zu trennen. Wobei die Magie nicht den eigenen Willen oder das eigene Bewusstsein des Darkbeast auslöscht, so dass sich das Darkbeast oder das jeweilige Kind einem Gespräch auch verweigern kann. Für beide bedeutet diese Beziehung, dass sie jemanden haben, der sie besser kennt als jeder andere.

In der Welt, in der Keara lebt, gibt es viele Dinge zu fürchten, aber zwei Sachen haben besondere Wichtigkeit: Die Bezahlung der jährlichen Steuer und die Verehrung der zwölf Götter. Kearas Weigerung ihr Darkbeast zu töten, ist deshalb ein wirklich schweres Vergehen. Sie wiedersetzt sich nicht nur den Gesetzen und Traditionen des Landes, sondern verweigert damit auch dem Gott Bestius (einem der Zwölf) den notwendigen Respekt. So muss sie aus ihrem Dorf fliehen, um den Inquisitoren zu entgehen und einen Weg zu finde, gemeinsam mit Caw zu überleben.

Anfangs hat Keara es mir etwas schwer gemacht, weil sie aufbrausend ist und es ihr nicht möglich zu sein scheint, sich an die einfachen Regeln, die ihre Mutter aufstellt, zu halten. Sie ist trotzig und schmollt und stellenweise reagiert sie sehr pubertär. Aber Keara lernt auch aus ihren Fehlern, sie diskutiert ihr Verhalten mit Caw und sie entwickelt sich immer weiter, auch wenn es ihr oft schwer fällt, so dass sie mir im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen ist - vor allem, weil sie bei allen Fortschritten immer noch eine Zwölfjährige bleibt, die immer wieder mit ihren Gefühlen zu kämpfen hat.

Mir hat es gefallen wie die Autorin die Geschichte mit dem begrenzten Dorfleben von Keara beginnt und wie man gemeinsam mit dem Mädchen immer mehr über die verschiedenen Lebensweisen und Personen lernt. Natürlich kennt sie sich mit den verschiedenen Gesetzen und ihrer Religion aus, aber eben nur aus der Perspektive eines kindlichen Dorfmädchen. Sie weiß weder, was im Frauenhaus ihres Dorfes geschieht, noch wie Menschen innerhalb einer Stad oder gar eine reisende Schauspielertruppe leben. Genauso wenig kann Keara erklären, warum sie sich immer wieder gegen die Wünsche ihrer Mutter stellen musste oder warum sie ständig Fragen stellt, die sie in Schwierigkeiten bringen. Sie weiß anfangs nur, dass sie eben so ist - egal, wie sehr sie sich vielleicht wünscht, dass sie anders und ihr Leben dann einfacher wäre. Überhaupt hat Morgan Keyes ein Händchen für Figuren. Sie alle haben Ecken und Kanten, manche Charaktere mag man spontan, um dann im Laufe der Geschichte herauszufinden, dass sie nur Probleme bedeuten, mit anderen wird erst so nach und nach warm, um sie dann umso mehr ins Herz zu schließen.

Auch mochte ich die Atmosphäre in diesem Buch und all die Details um das Leben in dieser fantastischen Welt. Wobei sich der Fantasyanteil in diesem Roman wirklich nur auf die Verbindung des Darkbeast mit seinem Kind beschränkt - und ich bezweifel, dass es in der Fortsetzung so viel mehr Magie geben wird. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich nicht glaube, dass "Darkbeast" eine Geschichte ist, von der ich langfristig viele Elemente behalten werde. Manche Passagen finde ich im Rückblick unausgewogen und hätte es lieber gesehen, wenn die Autorin andere Schwerpunkte gesetzt hätte, bei anderen Dinge scheue ich davor zurück zu viel zu hinterfragen (zum Beispiel bei den wirtschaftlichen oder politischen Aspekten). Trotzdem habe ich den Roman gemocht, fand ihn unterhaltsam und freue mich darauf irgendwann herauszufinden, wie es mit Keara und Caw weitergeht.

Dienstag, 8. Dezember 2015

[Blogparade] Zum Jahresende 2015 ...

... von Katrin von den BuchSaiten.

Wer ebenfalls Interesse an der Blogparade hat, findet HIER die Fragen und eine Möglichkeit, seinen Blogbeitrag bei Katrin zu registrieren. 

Wie schon in den letzten Jahren bin ich relativ früh mit dem Beantworten der Fragen. Aber ich habe diese Blogparade gern aus dem Kopf, bevor die Feiertage beginnen. Wenn mir noch ein anderes schönes Cover oder ein besserer (oder schlechterer) Roman oder Autor unterkommen sollte, dann ist es eben so. ;)

Ach ja, für diejenigen, die sonst meinen Blog nicht lesen: Die roten Textbereiche kennzeichnen die hinterlegten Links, die bei den Buchtiteln direkt zu meiner Rezension führen.



Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)

Die Beantwortung dieser Frage ist ausnahmsweise einmal recht einfach. So einfach, dass ich nach dem Schreiben der Rezension schon diesen Titel als "Überraschung des Jahres" notiert habe. "Ein Mann namens Ove" von Fredrik Backman war eine Bibliotheksentdeckung. Ich hatte den Roman spontan mitgenommen, weil ich das Buch zwar anlesen wollte, aber in der Bibliothek an dem Tag nicht die Ruhe dazu hatte. Wenig später habe ich die Geschichte dann zwischen Schmunzeln und Tränen an einem Nachmittag gelesen. Die Sprache ist recht einfach, aber das ist Ove - mit seinem Festhalten an Regeln und seinem Bedürfnis nach Berechenbarkeit - auch. Die Geschichte ist recht vorhersehbar, aber es gibt so viele kleine Momente, die ich wirklich berührend fand, und am Ende hat es mir einfach gut getan ein paar Stunden mit Ove und seinen Nachbarn verbracht zu haben.


Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)

Ich hatte mehrere begeisterte Aussagen zu "Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte" von Lola Lafon gelesen, die mich neugierig gemacht hatten. Doch es benötigte die Leseprobe, um bei mir hohe Erwartungen zu wecken. Die ersten Szenen beschreiben sehr eindringlich den Moment bei den Olympischen Spielen im Jahr 1976, in dem die Anzeige bei dem Wettbewerb der Turnerinnen das Ergebnis der vierzehnjährige Nadia Comăneci nicht präsentieren konnte, da zum ersten Mal eine Sportlerin einstimmig mit der Wertung 10.0 bedacht wurde. Hätte die Autorin die Geschichte im gleichen Stil weitergeschrieben und sich an die - wenigen bekannten - Tatsachen rund um die Ausnahmesportlerin gehalten, hätte mir dieses Buch wahrscheinlich durchgehend gefallen.

Aber nach dem vielversprechenden Anfang wurde ich im Laufe des Buches immer enttäuschter und frustrierter. Ich wusste zwar von der ersten Seite an, dass es sich nicht um einen Tatsachenbericht, sondern um eine fiktionale Geschichte handelt, deren Aufhänger die reale Nadia Comăneci war. Jedoch hatte ich nicht erwartet, dass mir das Ganze so schlecht präsentiert wird. Gerade bei den fiktiven Telefonaten und Mails, die zwischen der Autorin und der Sportlerin ausgetauscht wurden, habe ich mich stellenweise geradezu gewunden vor Unbehagen über den Tonfall und die Vorwürfe, die dort geäußert wurden. Es fühlte sich nicht nach einem Roman an, sondern nach einem Sachbuch, bei dem ich mich auf keine einzige Aussage verlassen konnte und bei dem ich nicht einmal die Möglichkeit bekam, anhand von Quellenangaben herauszufinden, was Fiktion und was Wirklichkeit ist.


Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Erst bei der Durchsicht meiner Leseliste ist mir aufgefallen, wie sehr mein Schwerpunkt in diesem Jahr auf vertrauten und bewährten Autoren lag. Die wenigen neuen Autoren, die ich ausprobiert habe, schrieben in der Regel Bücher, die ich als "ganz nett" empfand und die mich nur selten dazu inspiriert haben, weitere Romane in der Richtung zu lesen. "Verdächtige Geliebte" von Keigo Higashino hatte mir sehr gut gefallen und von diesem Schriftsteller mag ich noch mehr lesen. Aber ich habe nicht das Bedürfnis, mir die Bücher selbst anzuschaffen, was beweist, dass er mich nicht vollständig gepackt hat. Auch "Akata Witch" von Nnedi Okorafor fand ich richtig toll, aber inzwischen habe ich so unterschiedliche Aussagen über die anderen Romane der Autorin gehört, dass ich noch etwas unschlüssig bin, welche Titel ich davon noch ausprobieren sollte.

Letztendlich fällt meine Entscheidung zugunsten zweier Kinder- bzw. Jugendbuchautorinnen aus. Bei beiden klangen die Romane recht nett, und bei beiden war es so, dass sich die Geschichten, die ich bislang gelesen habe, als richtige Wohlfühlbücher entpuppten. Marissa Doyle schreibt historische Fantasyromane für Jugendliche mit einem dezenten Schuss Romantik, bei denen es - zumindest in den von mir bislang gelesenen Geschichten - für die Protagonistinnen gleichzeitig darum geht, während ihrer ersten Saison einen Mann zu finden und eine magische Verschwörung aufzudecken bzw. einen magischen Anschlag zu verhindern. Sowohl "Courtship and Curses" als auch "Bewitching Season" haben mir sehr viel Spaß gemacht. Den zweiten Teil der Leland-Sisters-Reihe habe ich noch auf dem Wunschzettel, den dritten Teil (der sich um den Bruder der beiden Schwestern dreht und den es nur als wenig umfangreiches eBook gibt) habe ich schon auf dem eReader. Ich hoffe sehr, dass die Autorin irgendwann noch einmal in diese oder eine ähnliche Welt zurückkehrt und noch weitere derart hübsche, humorvolle und magische Geschichten erzählt.

Auch "Rose" von Holly Webb hat sich als wunderbarer Wohlfühlroman entpuppt und ich kann es kaum erwarten, mehr über das kleine Dienstmädchen zu erfahren, das im Laufe der Geschichte herausfindet, dass es über Magie verfügt, und doch lieber ein Dienstmädchen bleiben möchte, weil dies das Leben ist, das Rose sich immer erhofft hat. Ich habe das Waisenmädchen Rose ebenso ins Herz geschlossen wie die anderen Mitglieder des Fountain-Haushalts, ich habe regelmäßig beim Lesen geschmunzelt und ich warte ungeduldig auf das Eintreffen der weiteren Bände.


Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Auch wenn ich mich von Jahr zu Jahr wiederhole: Ich bin kein Coverkäufer! Trotzde gefällt mir das Cover (von der Illustratorin Beth White) der Hardcover-Ausgabe  von "Unspoken" von Sarah Rees Brennan ganz besonders. Ich mag den Rotton (der im Original etwas wärmer wirkt als auf meinem Foto), mir gefällt die Scherenschnitt-Optik (auch wenn das ein gestalterisches Mittel ist, das so langsam arg häufig verwendet wird) mit den goldenen Elementen und die Details sind hübsch und werden auch in der Geschichte immer wieder erwähnt.

Leider gibt es keine passenden Fortsetzungen zu dieser Ausgabe, so dass sich auf meinem (Weihnachts-)Wunschzettel nun die beiden Taschenbücher befinden, die ich lange nicht so hübsch finde. Aber da ich wirklich gern wüsste, wie die Geschichte weitergeht, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als langfristig mit nicht zusammenpassenden Romanen zu leben. ;)


Welches Buch wollt ihr unbedingt im Jahr 2016 lesen und warum?

Da ich schon ganz ungeduldig auf das Erscheinen des Buches warte und den Titel sogar vorbestellt habe (was ich sonst eigentlich nicht tue), ist die Frage sehr einfach zu beantworten: "Indexing: Reflections" von Seanan McGuire. Das Buch ist die Fortsetzung von "Indexing", welches mir im vergangenen Jahr sehr gut gefallen hat. Ich mochte die Grundidee ebenso wie ihre Umsetzung. Ich fand den ungewöhnlichen Umgang mit klassischen Märchen einfach hinreißend und die Figuren großartig. Außerdem habe ich den schwarzen Humor in "Indexing" so sehr genossen. Ich gehe davon aus, dass Seanan McGuire mich auch mit der Fortsetzung wieder überzeugen kann. Die Autorin trifft einfach immer wieder meinen Geschmack mit ihren Geschichten.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Advent, Advent ... Vorweihnachts-Lesewoche: 2. Advent

Schon der zweite Adventssonntag und somit ist die erste Dezemberwoche auch schon vorbei. Ich habe es in den vergangenen Tagen eher gemütlich angehen lassen und viel Zeit mit dem einen oder anderen Buch verbracht. Wobei ich wohl die meisten Stunden mit "Snow White and Rose Red" von Patricia C. Wrede beschäftigt war, da ich dank der Ausdrucksweise (und Schriftart - seit wann sind manche Schriftarten so anstrengend für mich?!) für den Roman etwas länger gebraucht habe.

Außerdem habe ich in der vergangenen Woche alle Weihnachtsgeschenke besorgt, damit die in den nächsten Tagen auf den Weg geschickt werden können. Bevor sich jemand wundert, dass ich damit so früh bin: Ein Teil der Familie hat im Dezember noch Geburtstag und da schicke ich lieber ein großes Päckchen, mit Geschenken für zwei Anlässe, als dass ich der Post doppeltes Porto zahle. ;)


Nachdem ich in der Woche noch "Rose" von Holly Webb (nicht weihnachtlich, nicht wirklich auf märchenhafte Weise märchenhaft, aber so eine hübsche magische Geschichte) gelesen habe, ging es weiter mit "Jim Henson's The Storyteller" von Anthony Minghella. Die erste Geschichte, "The Three Ravens", habe ich mir zum Frühstück gegönnt und war am Ende so bezaubert von dieser hübschen Nacherzählung, dass ich mein Brot glatt vergessen habe. ;) Anthony Minghella hat sich sehr nah am Original gehalten (also an der Variante mit drei Brüdern und einer Schwester, die vom Vater im Wald in Sicherheit gebracht werden, damit die Stiefmutter-Hexe ihnen nichts tun kann), aber er hat hübsche kleine Details hinzugefügt, die mir - ebenso wie seine Sprache - sehr gut gefallen haben. Auch "Hans my Hedgehog" hat mir gut gefallen, obwohl ich das Märchen sonst nicht so gerne mag. Aber auch hier hat der Autor so hübsche kleine Details zugefügt, dass ich die Geschichte dieses Mal sehr genossen habe. Allerdings ist mir hier auch aufgefallen, wie unterschiedlich die Illustrationen von Hannah Christenson und Eva Eskelinen sind - und in diesem Fall fand ich die Zeichnung von Hannah Christenson so viel besser als die von Eva Eskelinen, dass ich mir wünsche, dass nur eine Illustratorin für das Buch verantwortlich gewesen wäre.

Ich habe auch noch etwas in "Kings, Queens and Pawns - An American Woman at the Front" von Mary Roberts Rinehart gelesen. Eigentlich liest sich das Buch total gut, aber ich ertappe mich immer wieder dabei, dass meine Hände doch eher in Richtung fantastischer Jugendliteratur greifen wie "Darkbeast" von Morgan Keyes, weil das nun mal deutlich weniger Aufmerksam benötigt und einen größeren Wohlfühlfaktor hat. ;)

Den heutigen Tag werde ich vermutlich vor allem mit "King, Queens and Pawns" und "Darkbeast" verbringen, aber vorher sollte ich endlich mal meinen FeedReader in Angriff nehmen, der in dieser Woche etwas zu kurz gekommen ist.


Update 14:45 Uhr

Den Vormittag über hat mein Mann den Fernseher mit diversen Koch- oder anderen essensbezogenen Sendungen laufen lassen, die mich etwas abgelenkt haben. Währenddessen habe ich den FeedReader geleert, kommentiert und etwas mit dem DS gespielt. Danach habe ich mit "Kings, Queens and Pawns" weitergelesen und dabei gestrickt - bei eBooks geht das sehr gut, vor allem, wenn ich nur simple Socken stricke, bei denen ich an der Ferse nur aufpassen muss, dass ich die Zu- und Abnahmen am richtigen Punkt anfange und beende.

Nach dem Auswaschen und Befüllen der Katzenklos habe ich noch etwas im Haushalt gewuselt und mich dann wieder mit Keksen und Kakao (in den letzten Tagen bin ich regelrecht kakaosüchtig - sehr seltsam) aufs Sofa zurückgezogen und weiter in meinem Sachbuch gelesen. So langsam hätte ich aber Luft auf einen Genrewechsel - auch weil der Nachbarsjunge heute anscheinend sehr viel Diskussionsbedarf hat und ich mich bei der Geräuschkulisse nicht so gut konzentrieren kann. Mal schauen, ob ich gleich zum Märchen oder zum Fantasyroman greife ... :)


Update 22:00 Uhr

Heute Nachmittag habe ich noch etwas in "Kings, Queens and Pawns" gelesen und dabei weiter gestrickt (noch ein paar Zentimeter und die Spitze und das aktuelle Sockenpaar ist fertig). Da ich hier heute noch nicht viel über das Buch gesprochen habe, gibt es noch ein paar Zeilen dazu. In dem Buch erzählt Mary Roberts Rinehart von der Zeit, die sie 1914 als Kriegsberichterstatterin und Beauftragte des amerikanischen Roten Kreuzes an der Front im Ersten Weltkrieg verbracht hat. Es gibt ein paar Momentaufnahmen, einige persönliche Gedanken, aber auch interessante Fakten, die mir bislang noch nicht bekannt waren. Gerade die Sicht auf die medizinische und pflegerische Seite des Kriegs finde ich interessant, aber auch den Blick dieser - zum Teil etwas ungewohnte Schwerpunkte setzenden - Amerikanerin auf diesen Krieg und die Ländern, in denen er ausgefochten wird. Eigentlich liest sich dieses Sachbuch sehr leicht, sprachlich gibt es nur hin und wieder Wortschöpfungen der Autorin, die ich für mich erst einmal auseinander nehmen muss. Inhaltlich finde ich es spannend, aber gerade während der letzten Wochen, in denen so viele Flüchtlinge in den Medien zu sehen waren, fand ich diesen 100 Jahre alten Bericht fürchterlich bedrückend. weil der Mensch in all der Zeit so wenig dazu gelernt hat ...

Auch mit "Darkbeast" habe ich einige Zeit verbracht und finde die dort verwendete fantastische Welt sehr interessant - gerade weil ich als Leser nur bruchstückhaft darüber informiert werde. Besonders faszinierend ist aber die Idee mit dem "Darkbeast". Ein Darkbeast ist ein Tier, das kurz nach der Geburt an ein Kind gebunden wird. Dieses Tier nimmt in den zwölf Jahren, die die Kindheit in diesem Land andauert, alle negativen Eigenschaften des Kindes auf sich - um am Tag des zwölften Geburtstags von dem Kind getötet zu werden, dessen dunkle Seite es all die Jahre aufgesogen hat. Soweit ich das bislang mitbekommen habe, sind diese Tiere selten sympathische Wesen. Nicht nur, weil normalerweise Schlangen und Frösche und ähnliche Kreaturen solch eine Bindung eingehen, sondern auch weil ihr Charakter nicht sonderlich angenehm ist. Bei Caw, dem Darkbeast von Keara, ist das anders. Das Mädchen und die Krähe stehen sich wirklich nah und so ist es kein Wunder, dass das Mädchen es nicht fertig bringt, das Darkbeast zu töten. Aber nicht nur die Beziehung von Caw und Keara ist ungewöhnlich, auch das Mädchen scheint besonders unberechenbar zu sein ... Ich bin gespannt, was aus den beiden noch wird, aber noch nicht so sehr von der Geschichte gepackt, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen könnte.

Ansonsten habe ich heute noch etwas gespielt, Abendessen gekocht und gegessen und dabei mit meinem Mann die ersten beiden Folgen der vierten "Pretender"-Staffel gesehen. Inzwischen bin ich ganz schön müde und werde wohl bald ins Bett gehen. Meine Träume sind zur Zeit sehr lebhaft und dank des Nachbarjungen und des kranken Katers, der zur Zeit einen Teil der Nacht zwischen unsere Kopfkissen verbringt, war die Nacht sehr kurz. Ich hoffe nur, ich träume heute nicht wieder von Katzenstreu, Zucker und Zitronenteegranulat. Das ist keine gesunde Mischung! ;)

Ich wünsche euch allen einen angenehmen und möglichst stressfreien Start in die Woche! :)

Samstag, 5. Dezember 2015

Patricia C. Wrede: Snow White and Rose Red

Am vergangenen Sonntag habe ich "Snow White and Rose Red" von Patricia C. Wrede angefangen und es hat bis Mittwoch gedauert, bis ich den Roman beendet hatte, was vor allem an der Sprache lag, die die Autorin verwendet hat. Im Nachwort sagt sie, dass sie versucht hat einen zeitgemäßen Ton zu finden und trotzdem noch für moderne Leser verständlich zu bleiben - und verständlich war es, aber für mich auch sehr gewöhnungsbedürftig und gerade am Anfang überraschend anstrengend. Außerdem habe ich hin und wieder den Humor vermisst, denn ich aus den "Zauberwald"-Geschichten der Autorin so sehr mag. Wobei ich zugeben muss, dass sich die Handlung in "Snow White and Rose Red" nicht gerade für humorvolle Szenen eignet.

Im Nachwort erwähnt Patricia C. Wrede, dass "Schneeweißchen und Rosenrot" schon immer ihr Lieblingsmärchen gewesen ist, dass sie aber beim erneuten Lesen für diesen Roman überrascht davon war, wie episodenhaft die Handlung aufgebaut ist. Umso schöner fand ich es, wie sie es geschafft hat, diese episodenhafte Erzählweise aufzugreifen und in eine deutlich stimmigere Form zu pressen. Die Handlung von "Snow White and Rose Red" zieht sich über viele Monate hinweg und beginnt an einem Halloween-Abend. Zeitlich ist die Geschichte im elisabethanischem England einzuordnen und Patricia C. Wrede hat sowohl auf den damals lebenden Hofastrologen John Dee zurückgegriffen, als auch reale Gegebenheiten um diese Figur in ihre Handlung eingebunden.

An dem Halloween-Abend, an dem die Geschichte beginnt, sprechen John Dee und sein jüngerer Kollege Edward Kelly im Wald einen Zauber aus, der die beiden Männer in Besitz von Feenmagie bringen soll. Denn es ist allseits bekannt, dass in dem Wald, der an das Örtchen Mortlak angrenzt, ein Übergang zur Feenwelt zu finden ist. Beobachtet werden die beiden Männer in ihrem Tun von Blanche und Rosamund, den Töchter der Witwe Arden, die für ihre Mutter im Wald Kräuter suchten. Doch da allgemein bekannt ist, dass John Dee ein Zauberer ist, der - auch aufgrund der Protektion der Königin - schon zwei Anklagen wegen Hexerei überstanden hat, und die Mutter der beiden Mädchen große Angst davor hat, das jemals jemand sie und ihr Töchter der Hexerei beschuldigen würde, erzählen die drei Frauen niemandem von dem, was die Mädchen gesehen haben.

Parallel dazu lernt der Leser die beiden Brüder John (eigentlich Thomas) und Hugh kennen, deren Mutter die Königin der Feen ist. Während der jüngere Prinz sehr zufrieden mit seinem Leben im Feenreich ist, wandert John regelmäßig in der Welt der Menschen umher. Beide Männer werden von einigen Feen misstrauisch beäugt, da ihr Vater ein Mensch ist und John und Hugh somit keine reinrassigen Feen sind. So versucht eine kleine Gruppe von Verschwörern das Wissen um den Zauber, der von John Dee und Edward Kelly gesprochen wird, zu nutzen, um sich der beiden Halbfeen zu entledigen. Doch der Zauber beeinflusst nur Hugh und nimmt dem jungen Mann innerhalb weniger Tage seine Gestalt, so dass er am Ende - in der Form eines Bären - aus dem Feenland verbannt wird.

Im Laufe der folgenden Monate treffen Hugh und die beiden Mädchen natürlich aufeinander, ebenso wie John irgendwann herausfindet, dass es da eine Verbindung zwischen seinem Bruder und der Familie Arden gibt. Während diese fünf Personen nun alles versuchen, um den Zauber aufzuheben, der Hugh so sehr verändert hat, experimentieren Dee und Kelly mit der Macht, die sie durch ihr Tun gewonnen haben. Aber auch die Verschwörer auf der Feenseite bleiben nicht untätig, haben sie doch gerade mal einen Teilerfolg errungen. Gleichzeitig kommen im Ort Mortlak aus mehreren Gründen immer wieder Gerüchte über Hexerei und Zauberei auf, was die Anwohner immer nervöser und misstrauischer werden lässt.

Ich fand es spannend, was für eine komplexe Welt Patricia C. Wrede für die Neuerzählung dieses Märchen gewählt hat und wie viele Personen in dieser Geschichte vorkommen, wenn man überlegt, dass es im Märchen gerade mal sechs Figuren sind, die eine Rolle spielen. Man bekommt eigentlich von allen Parteien mit, was sie gerade planen und denken und wie sie in den nächsten Wochen vorgehen wollen, aber gerade das machte es für mich auch so fesselnd. Während die einen sich auf eine Aufgabe konzentrieren und gerade mal befürchten müssen, dass sie dabei von jemandem beobachtet werden, weiß man schon, dass weitere Parteien auf den selben Zeitpunkt hinarbeiten, aber vollkommen anderen Ziele verfolgen - und natürlich sorgt das dafür, dass irgendetwas schief läuft. Aber was genau schief laufen wird und wer zu diesem Zeitpunkt davon profitiert, muss man natürlich erst noch herausfinden.

Auch der Teil mit der Hexenverfolgung war gut gemacht. Während die Witwe, die nun mal lebenserfahrener ist, immer befürchtete, dass irgendwann einmal sie und ihre Töchter der Vorwurf trifft, sind Blanche und Rosamund verhältnismäßig sorglos. Sie machen schließlich nichts Böses und vertrauen auf Gott und gehen regelmäßig in die Kirche. Allein ihre Zuneigung zu ihrer Mutter sorgt dafür, dass sie trotzdem immer wieder Vorsicht walten und sich von dem einen oder anderen riskanteren Plan wieder abbringen lassen. Trotzdem kommen all diese Gerüchte über Zauberei irgendwann den falschen Leuten zu Ohren, so dass Ermittler in Mortlak auftauchen, die die ganze Angelegenheit verkomplizieren.

Emotional hat mich "Snow White and Rose Red" weniger angesprochen, auch weil man den Figuren nicht so nahe kommt wie bei manch anderer Geschichte. Aber es hat mich nicht gestört, weil ich so fasziniert davon war, was Patricia C. Wrede aus dem Märchen gemacht hat. Schön fand ich es auch, dass vor jedem Kapitel eine Passage des Märchens vorgestellt war, so dass man sich das Original noch einmal in Erinnerung rufen und dann beim Lesen mit der neuen Version vergleichen konnte. Ich weiß allerdings auch nach ein paar Tagen noch nicht, ob ich mit der letzten Wendung am Ende wirklich zufrieden bin. Es entspricht zwar dem Märchen, aber ich hätte mir eine "grenzübergreifendere" Lösung gewünscht. Insgesamt hatte ich aber wirklich viel Spaß mit dem Roman und habe es geliebt herauszufinden, was die Autorin aus den jeweiligen Märchenpassagen gemacht hat und zu sehen wie sie die Geschichte mit keltischen Sagenelementen verwoben hat.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Holly Webb: Rose (Rose 1)

Ich habe Ende November "Rose" von Holly Webb durch eine Rezension zu der Reihe von Tamora Pierce entdeckt und konnte gerade noch vor meinem Geburtstag die vier Bände auf den Wunschzettel setzen. (Kurz darauf habe ich dann noch herausgefunden, dass ich die Bücher schon mal nach Kiyas Rezension ins Auge gefasst hatte. Das kommt davon, wenn der "noch überlegen"-Zettel viel zu lang ist ... *g*) Bei der "Weihnachtsaktualisierung" meiner Wünsche habe ich dann festgestellt, dass Band 2-4 vom Wunschzettel verschwunden waren - und da ich keine Lust hatte, darauf zu warten, ob sich jemand zu Weihnachten des ersten Teils erbarmt, habe ich das Buch kurzerhand bestellt und dann innerhalb eines Tages gelesen. Nach dieser viel zu langen Einleitung könnte ich mich eigentlich auf ein "Das war wirklich ein hübsches Buch!" beschränken, aber das wäre dann vielleicht doch etwas unausgewogen. 

"Rose" ist der erste Band einer vierteiligen Reihe rund um das Waisenmädchen Rose, das sein ganzes Leben lang im St. Bridget's Home for Abandoned Girls verbracht hat und von einer Zukunft als Dienstmädchen träumt. Denn im Gegensatz zu all den anderen Mädchen, die große Träume hegen, um den Alltag zu überstehen, ist sie sich sicher, dass eine Existenz als Dienstmädchen perfekt für sie wäre. Dort hätte sie eine Arbeit, die sie beherrscht, könnte für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen und es gäbe sogar jeden Monat einen freien Tag. So ist es kein Wunder, dass Rose überglücklich ist, als sie von der Haushälterin Miss Bridges ausgewählt wird, um eine Stelle im Haushalt des Hofmagiers Fountain anzutreten.

Mit Magie hat sie bislang keine Erfahrungen gemacht, aber solange der Dienstbotenbereich davon verschont wird, hat sie überhaupt kein Problem damit, im Haushalt eines angesehenen Zauberers zu arbeiten. Doch ganz so einfach wird ihre neue Tätigkeit für Rose nicht, denn sie bemerkt immer wieder ungewöhnliche Dinge an ihrem neuen Arbeitsplatz, die die anderen Dienstboten nicht sehen können. Natürlich steht für den Leser von Anfang an fest, dass auch Rose über eine - wie auch immer geartete - magische Begabung verfügt und dass sie sich in der Hinsicht selbst belügt.

Ich fand es einfach wunderbar, Rose kennenzulernen und mit ihr zusammen den Fountain-Haushalt zu erforschen. Es gab einige amüsante Szenen, die entweder aus Roses Selbstbetrug oder allgemein aufgrund ihrer Ansichten zu einigen Themen (und Personen) entstanden sind. Dazu kam noch ein kleiner "Kriminalfall", der relativ kindgerecht und wenig überraschend gestaltet war, aber mich trotzdem unterhalten konnte. Doch vor allem sind es die Figuren - inklusive Gustavius, der der Kater des Magiers ist - die mich bezaubert haben. Sie alle haben Ecken und Eigenheiten und es macht Spaß, die vielen kleinen Szenen, die daraus resultieren, zu erleben. So gibt es nicht gerade viel "Action" in diesem Roman, aber ehrlich gesagt war es in meinen Augen genau so richtig für diese Geschichte. "Rose" hat mir eine wunderschöne Lesezeit beschert und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzungen.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Dezember-SuB 2015

Im November habe ich, wenn man die reinen Zahlen betrachtet, mit gerade mal 8 Büchern und 1 Hörbuch recht wenig gelesen bzw. gehört. Allerdings habe ich das Bundle mit 16 Weihnachtsgeschichten als einen Titel gezählt und habe somit insgesamt 3 Bücher in meiner Statistik, deren Seitenzahlen von 600 bis 900 Seiten geht. So wenig Lesezeit hatte ich also nicht in diesem Monat. ;) Auch mit meinen SuB-Zahlen war ich sehr zufrieden, obwohl mein Geburtstag da für einigen Zuwachs gesorgt hat - über den ich mich ganz gewiss nicht beschweren werde. ;)

Im Dezember finde ich hoffentlich sehr viel Zeit zum Lesen. Ich habe alle Aktivitäten, bei denen das möglich war, reduziert und will mich zu einem großen Teil dem Entspannen und Lesen widmen. Dabei setze ich - auch aufgrund von Arianas Adventslesen - den Schwerpunkt auf Märchen und märchenhafte Fantasy, allerdings muss ich auch noch das letzte Sachbuch für die Challenge lesen und rezensieren (was theoretisch zügig ginge, wenn ich nur endlich eins der angefangenen Bücher beenden würde). Leihtitel sollten mir immerhin dieses Mal nicht dazwischen kommen. Die privaten Leihgaben können gewiss noch bis Januar warten, während ich bei den Bibliotheksbüchern morgen die letzten beiden Ausleihen für dieses Jahr zurückgeben werde.



Deutscher SuB:
  1. Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
  2. Tim Akers: Das Herz von Veridon
  3. Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
  4. Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
  5. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  6. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  7. Brom: Krampus
  8. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  9. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  10. Melissa Fairchild: Weltenwanderer
  11. Lotte und Søren Hammer: Das weiße Grab
  12. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  13. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  14. Daniel Holbe: Giftspur
  15. John Irving: Letzte Nacht in Twisted River
  16. Tove Jansson: Winter im Mumintal
  17. Tove Jansson: Geschichten aus dem Mumintal
  18. Celine Kiernan: Schattenpfade
  19. Jessica Kremser: Frau Maier sieht Gespenster
  20. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  21. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  22. Bernd Perplies: Magierdämmerung - In den Abgrund
  23. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  24. Silvia Roth: Querschläger
  25. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  26. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  27. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  28. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  29. Charles den Tex: Die Zelle
  30. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  31. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  32. Xinran: Gerettete Wort
  33. Xinran: Wolkentöchter
  34. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

31 Titel auf dem SuB


Englischer SuB:
  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Deborah Blake: Wickedly Dangerous
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  5. Sarah Rees Brennan: Untold (The Lynburn Legacy #2)
  6. Patricia Briggs: Bone Crossed (Mercy Thompson #4)
  7. Patricia Briggs: Silver Borne (Mercy Thompson #5)
  8. Gail Carriger: Etiquette and Espionage (Finishing School #1)
  9. Soman Chainani: The School for Good and Evil 2
  10. Jennifer Estep: Deadly Sting (Elemental Assassin #8)
  11. Jennifer Estep: Heart of Venom (Elemental Assassin #9)
  12. Diana Pharaoh Francis: The Black Ship (Crosspointe Novel #2)
  13. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  14. Tanya Huff: The Silvered
  15. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  16. Morgan Keyes: Darkbeast
  17. Lynn Kurland: Star of the Morning
  18. Robin McKinley: Chalice
  19. Anthony Minghella: Jim Henson's The Storyteller
  20. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  21. Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
  22. Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
  23. Tamora Pierce: Battle Magic (Circle Reforge)
  24. Cindy Pon: Serpentine
  25. Philip Reeve: Larklight
  26. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  27. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  28. Holly Webb: Rose
  29. Holly Webb: Rose and the Lost Princess
  30. Holly Webb: Rose and the Magician's Mask
  31. Holly Webb: Rose and the Silver Ghost
  32. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child

16 Titel auf dem englischen SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)