Donnerstag, 31. März 2016

SuB-trahiert (2): Februar und März

1. Lotte und Søren Hammer: Das weiße Grab

"Das weiße Grab" von Lotte und Søren Hammer lag vor allem deshalb so lange auf meinem SuB, weil ich nach dem überraschend beeindruckendem Debütroman befürchtete, dass der zweite Band rund um Konrad Simonsen und seine Mitarbeite nicht mit dem ersten Roman mithalten kann. In gewisser Weise ist "Das weiße Grab" auch "gewöhnlicher" als "Schweinehunde". Aber damit bietet der Titel immer noch einen spannenden und soliden Kriminalfall, bei dem es vor allem darum geht, dass der Polizei sehr früh der Täter bekannt ist, dass sie aber keine Möglichkeit sehen ihn zu überführen. Mehr dazu in meiner Rezension zu dem Buch.


2. Tim Akers: Das Herz von Veridon

"Das Herz von Veridon" gehört zu den Fantasy-Titel, die im Programm interessant klingen, aber mich dann beim Anlesen nicht so sehr packten, dass ich sie zeitnah auch lese. Tim Akers hat für seine Geschichte eine faszinierende Welt geschaffen, die allerdings so ungewöhnlich ist, dass ich mir beim Lesen die ganze Zeit eingestehen musste, dass ich nicht beurteilen kann, wie stimmig das Ganze ist. Wobei Tim Akers auch wenig erklärt und dem Leser das Entdecken seiner Welt selber überlässt. Die Handlung spielt in einer Art Steampunk-Welt und dreht sich um einen ehemaligen Luftschiffpiloten. In dieser Gesellschaft ist es relativ normal, dass Menschen durch Maschinenelemente modifiziert werden, die aktuell bestimmende Kirche dreht sich sogar um das Entschlüsseln und Deuten von Maschinenteilen, die regelmäßig den großen Fluss hinuntertreiben und von den Bewohnern der Stadt Veridon geborgen werden. Die Maschinen und ihre Nutzung stehen im Kontrast zu einer Gesellschaft, die von einem Rat regiert wird, der sich bis vor kurzem aus Nachfahren der Gründungsmitglieder der Stadt zusammensetzte. Inzwischen werden die alten "Adelsfamilien" von einflussreichen Kaufleuten dazu gebracht, ihren Sitz (und ihr Namensrecht und alles was damit zusammenhängt) zu verkaufen. Das Normalste an der Geschichte ist eigentlich die Hauptfigur Jacob Burn. Jacob ist der (verstoßene) Sohn eines alteingesessenen Ratsmitglieds, ehemaliger Luftschiffpilot (inklusive der damit zusammenhängenden Körpermodifizierungen) und ein Gauner. Zu Beginn der Geschichte bekommt Jacob zufällig ein kostbares Artefakt in die Hände und wird daraufhin von verschiedenen Parteien gejagt, ohne dass er anfangs überhaupt weiß was los ist. Das liest sich zügig und ganz nett, aber auch relativ belanglos. Das Reizvollste an dem Buch ist wirklich der Weltenbau - auch wenn ich mich immer wieder dazu zwingen musste, nicht allzu genau über die diversen Details nachzudenken und am Ende das Gefühl hatte, ich hätte nur eine vage Vorstellung davon, wie der Autor sich das Ganze überhaupt vorgestellt hat.


3. Soman Chainani: The School for Good and Evil 2 - A World Without Princes

Zum ersten Mal ein englisches Buch, da doch inzwischen ein paar englische Titel länger als ein halbes Jahr auf dem SuB liegen. Bei dem Titel habe ich einfach nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet und im März war der dann auch mal gekommen. Gefallen hat mir die Geschichte - wie erwartet - gut, was sich auch in der Rezension nachlesen lässt, und nun muss ich mir nur noch den dritten Band der Reihe anschaffen (und vielleicht mal etwas schneller lesen als die ersten beiden Teile).


4. John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

Ich habe es schon beim Lesen gesagt und ich kann es nur wieder betonen: Für John Irving brauche ich Ruhe (und die richtige Stimmung). So hat auch dieser Titel sehr lange darauf gewartet, dass ich ihn endlich aus dem Regal ziehe. Dann aber hat mir erst einmal das erste Drittel von "Letzte Nacht in Twisted River" gut gefallen. Die Geschichte, die sich um den italienischstämmigen Koch Dominic, seinen Sohn Daniel und mehr als nur einen tragischen Vorfall dreht, weist wieder sehr viele Elemente auf, die ich als Irving-typisch empfinde und sehr mag. Da gibt es die atmosphärischen Beschreibungen von der kleinen Holzfäller-Ansiedlung, dem italienischen Viertel in Boston und all den anderen Orten, an die es die Familie verschlägt, und natürlich sind da die Charaktere, die alle ihre Stärken und Schwächen haben und die mir in ihren Eigenheiten sympathisch waren (auch wenn ich einigen davon wohl nicht real begegnen oder zumindest nicht mit ihnen befreundet sein möchte *g*).

Im zweiten Drittel hatte John Irving mich dann etwas verloren - und ich glaube nicht, dass das daran lag, dass ich eine Pause von mehreren Tagen beim Lesen einlegen musste. Es gibt in diesem Teil viele Zeitsprünge und viele Rückblenden, dann wieder bekommt man einen groben Überblick über eine jahrelange Entwicklung und kurz darauf wird eine kleine Szene sehr detailverliebt erzählt. Das hat dazu geführt, dass ich mich gar nicht richtig auf das Beschriebene einlassen könnte, weil ich die ganze Zeit im Hinterkopf rumrechnete, wie viele Jahre seit der letzten Szene vergangen sind und wie ich das gerade Gelesene zeitlich einzuordnen habe.

Nachdem ich das hinter mich gebracht hatte, war ich soweit das Buch nach dem Lesen auszusortieren. Doch dann kam das letzte Drittel und John Irving hat es geschafft mich damit wieder einzufangen. Hier kommen wieder all die Elemente zum Vorschein, die ich an den Romanen des Autors mag, in diesem Teil wird die Handlung wieder konzentrierter erzählt, es gibt weniger Rückblenden und dafür viele berührende und atmosphärische Momente, mit denen sich die Geschichte dann doch einen Platz in meinem Regal verdient hat. Auch wenn ich vermute, dass ich bei einem Reread den mittleren Teil des Romans eher querlesen würde, um mich auf die Passagen zu konzentrieren, die ich mochte. ;)

Dienstag, 29. März 2016

Dies und Das (3)

Nachdem ich mich in den letzten zehn Tagen kaum gemeldet habe, gibt es hier mal ein kurzes Lebenszeichen von mir. Eigentlich hatte ich ja vor in den vergangenen Tagen die eine oder andere angefangene Rezension zu beenden und zu veröffentlichen, aber das hat natürlich nicht geklappt ...

An den letzten zwei Wochenenden hatten wir Besuch und da der erste Besuch Katzen- und Hausstaub-allergisch ist, habe ich die Tage vorher einen Frühjahrsputz hingelegt wie noch nie zuvor. Trotzdem waren die beiden Katzen natürlich eine Herausforderung, aber dank Medikamente und trotz juckender Nase hat der Besuch überlebt und ist montags dann wieder heil nach Hause gefahren. Die drei Tage bis zum nächsten Besuch hatte ich eigentlich zum "Erholen" und "Haushalt in ordentlichem Zustand halten" gedacht. Stattdessen meldete sich am Dienstag eine Erkältung an, die mich heute immer noch flachlegt. Wie immer in den letzten Jahren kämpfe ich vor allem mit einem hartnäckigen Husten, der mich nicht schlafen lässt und für Bauch- und Rückenmuskelkater sorgt.

Da ich natürlich trotzdem Freitag und Samstag durchgehend mit dem Besuch geschwatzt habe, ist seit Sonntag meine Stimme vollständig weg (Samstag konnte ich immerhin noch flüstern). Das hat wiederum dazu geführt, dass mein Mann und ich in den letzten zwei Tagen lustige Kommunikationsarten ausprobiert haben. Das System mit den unterschiedlichen Pfeifsignalen scheiterte schon mal daran, dass mir oft die Luft zum Pfeifen gefehlt hat, Nachrichten schreiben wäre natürlich das einfachste, aber das ist nicht geeignet, um mal eben zu irgendwas einen Kommentar abzugeben (was ich mir natürlich trotzdem nicht verkneifen kann), außerdem neige ich dazu den Stift irgendwo in meiner Sofadecke zu vergraben und nicht zeitnah wiederzufinden. Also behelfen wir uns mit Gestik, Mimik und lustiger Raterei von Seiten meines Mannes. ;)

Zum Lesen bin ich in den letzten Tagen natürlich nicht gekommen, dafür habe ich gestern "Tod auf dem Nil" im Fernsehen laufen lassen, während ich vor mich hinglubschte. Dabei ist mir mal wieder aufgefallen, was für eine tolle Besetzung dieser Film hat. Abgesehen von Peter Ustinov, der für mich als Hercule Poirot einfach nicht passt, finde ich die Schauspielerauswahl gelungen und habe mich zum Beispiel gefreut Bette Davis, Maggie Smith und Jane Birkin mal wieder zu sehen. Allerdings bin ich - wie so oft - mit den Änderungen in der Handlung nicht zufrieden. Natürlich erzählt der Film zum Großteil immer noch die eigentliche Geschichte inklusive des Ablauf des Mordes, aber mir fehlt die Charakterentwicklung bei den Figuren - und die hätte man im Film auch unterbringen können, wenn man gewollt hätte.

Jetzt hoffe ich nur, dass ich in den nächsten Tagen diese blöde Erkältung hinter mich bringen kann, um dann endlich den John-Irving-Roman zu beenden und - wenn das Wetter passt - wieder im Garten zu arbeiten.

Freitag, 18. März 2016

Soman Chainani: The School for Good and Evil - A World Without Princes

Es ist schon eine Weile her, dass ich den ersten Band dieser Reihe gelesen habe, aber ich war damals so angetan von den Ideen des Autors, dass ich die Fortsetzung "The School for Good and Evil - A World Without Princes" gleich auf den Wunschzettel gesetzt hatte. Inzwischen ist der dritte Teil schon lange erschienen und so wurde es langsam Zeit mal zum zweiten Band zu greifen. Die Geschichte beginnt einige Zeit nach dem Ende des ersten Romans. Sophie und Agatha sind wieder zurück in Gavaldon und werden von den anderen Dorfbewohnern regelrecht verehrt. Sie sind die ersten, die nach einer Entführung durch den "School Master", wieder zurückgekehrt sind und vor allem Sophie erzählt unermüdlich, was ihr und Agatha zugestoßen ist. Dass ihre Version sich ein wenig von Agathas Erinnerung unterscheidet, spielt dabei nur eine kleine Rolle.

Alles könnte so schön sein, wären da nicht Sophies Vater und seine neue Freundin und ihre beiden Söhne. Während Sophie hoffte, sie bekäme endlich seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit, scheint sich ihr Vater vor allem darüber zu freuen, dass es endlich zwei Jungen in seiner Familie gibt. Aber nicht nur Sophie muss entdecken, dass das Leben nach ihrer Heimkehr nicht ganz so rosig ist wie erhofft. Agatha kann den Gedanken an ihren Prinzen nicht vollkommen verdrängen und sehnt sich - auch wenn sie sich es selber kaum eingestehen kann - immer stärker nach Tedros. All diese Entwicklungen führen dazu, dass die beiden Mädchen sich wieder in der "School for Good and Evil" wiederfinden - doch sie erkennen die Schule kaum wieder.

Die Ereignisse rund um Sophies und Agathas ersten Aufenthalt in der Schule haben zu einem großen Umbruch geführt. Nun gibt es nicht mehr die Trennung zwischen "Gut" und "Böse", sondern eine Trennung zwischen "Mädchen" und "Jungen". Denn das Beispiel der beiden Freundinnen hat all den Prinzessinnen und Hexen gezeigt, dass sie keine Jungen benötigen, um zu einem Happy End zu kommen. Sie können ganz alleine mit all den Widrigkeiten, die die Märchenwelt ihnen entgegenstellt, fertig werden. Vor allem dann, wenn Prinzessinnen und Hexen zusammen- statt gegeneinander arbeiten. Doch was bleibt noch für die Prinzen übrig, wenn sie keine Rolle mehr im Märchen "ihrer" Prinzessinen spielen?

Soman Chainani hat aus dieser Grundidee wieder eine wunderbar und amüsante Geschichte gemacht. Auch dieses Mal gab es die eine oder andere vorhersehbare Wendung, aber das konnte ich dem Autor problemlos verzeihen, weil dieser Roman so viele fantastische Elemente und lustige Szenen beinhaltet, dass ich mich beim Lesen wieder rundum gut unterhalten gefühlt habe. Es gibt immer wieder spannende und erschreckende Szenen, wenn es um ein "selbstbestimmtes Leben" für die Mädchen geht. Aber auch schöne Momente, wenn zum Beispiel Agatha und Sophie nicht mehr anhand des Äußeren sagen können, welches Mädchen "Gut" oder "Böse" ist, oder wenn beschrieben wird, wie sich die verschiedenen Personen durch die Ereignisse verändert haben.

Natürlich dreht sich ein großer Teil der Handlung um das Verhältnis zwischen Sophie und Agatha und was Freundschaft für die beiden bedeutet - und ob Freundschaft ohne Vertrauen Bestand haben kann. Aber ich muss zugeben, dass ich diesen Teil weniger berührend fand, als die vielen kleinen Momente, in denen es vor allem darum ging, dass einzelne Personen im früheren System untergegangen sind, weil sie nicht der "Norm" entsprachen, während sie jetzt zumindest eine Chance auf eine positive Entwicklung haben. Auch fand ich es spannend, wie Soman Chainani die Kompromisslosigkeit "klassischer" Märchen aufs Korn nimmt. Es gibt immer nur eine Prinzessin und einen Prinzen und natürlich eine böse Person, die am Ende vernichtet werden muss. Eine Prinzessin kann nicht gleichzeitig ein Happy End mit einem Prinzen und eine Freundin haben und eine Prinzessin muss natürlich gut sein - egal, ob sie es wirklich ist oder nicht. Immer wieder gibt es einen ungewöhnlichen Blick auf die verschiedenen Märchenfiguren - und die Frage, welche Folgen ihre Geschichte wohl auf die Familien dieser Figuren hatte. Das alles sorgt (ebenso wie die Ereignisse am Ende dieses Romans) dafür, dass ich wirklich neugierig auf das nächste Abenteuer von Sophie und Agatha bin.

Mittwoch, 16. März 2016

Dorothy Gilman: Mrs. Pollifax and the Lion Killer (Hörbuch)

Ich weiß gar nicht mehr, was im letzten Jahr passiert ist, dass ich im November dieses Hörbuch nach vier Kapiteln abgebrochen habe. Aber ich hatte grundsätzlich in den vergangenen Monaten relativ wenig Lust ein Hörbuch zu hören. Erst an diesem Montag habe ich wieder zum Player gegriffen und mich mit Mrs. Pollifax in das fiktive afrikanische Land Ubangiba begeben. In "Mrs. Pollifax Pursued" hatte Mrs. Pollifax gemeinsam mit ihrer überraschenden neuen Bekanntschaft Kady Hopkirk dafür gesorgt, dass Kadys Jugendfreund Sammat als Enkel des ehemaligen Königs von Ubangiba anerkannt wird.

In den zehn Monaten, die seitdem vergangen sind, war Sammat damit beschäftigt das Land, das nach dem Tod seines Großvaters von zwei Diktatoren beherrscht wurde, wieder aufzubauen. Nun soll in wenigen Tagen die Krönung des jungen Mannes stattfinden, der hofft, dass er als König in der Position sei, in seinem Heimatland ein modernes demokratisches System aufzubauen. Doch auf einmal kommen Gerüchte auf, dass Sammat ein Zauberer sei, dessen Einfluss für den Tod mehrere Personen verantwortlich sein soll, die von einem "Löwen" niedergestreckt wurden. Und so fliegen Emily Pollifax und Kady nach Afrika, um Sammat zu unterstützen und herauszufinden, wer hinter den Todesfällen steckt - und vermutlich mit seinen Taten Sammats Krönung verhindern will.

Für Emily Pollifax und ihren Mann Cyrus ist Kady in den vergangenen Monaten zu einem Familienmitglied geworden. So steht es für die beiden auch sofort fest, dass Emily mit Kady zusammen reisen muss, obwohl sie sich um Cyrus sorgt, der sich nachdem er auf Glatteis ausgerutscht ist, nicht selbst versorgen kann. Dass Emily mit ihren Gedanken bei Cyrus ist und sich relativ wiederwillig auf die Reise macht, ist recht ungewöhnlich für sie. Auch macht sie sich Gedanken um Kady und Sammat und ist erschüttert von den Ereignissen in Ubangiba. So fehlt Mrs. Pollifax anfangs diese Neugier und diese Abenteuerlust, die sie sonst so ausgemacht haben, auch wenn es den einen oder anderen netten Moment gibt, in denen sie die einheimischen Händler mit ihrem Verhalten und ihren Wünschen irritiert.

Trotzdem hat mir die Geschichte am Ende wieder gut gefallen, auch wenn Emily Pollifax in diesem Hörbuch nicht ganz so aktiv und energisch war wie gewohnt. Denn obwohl sie sich oft hilflos fühlt, gibt sie natürlich nicht auf. Sie hilft, wo sie nur kann. Sie macht sich Gedanken um all die Menschen, die sie während ihres Aufenthalts in Ubangiba kennenlernt, und sie geht in der Regel ohne Vorurteile und dafür voller Neugier auf diese ihr fremde Kultur zu. Und trotz der relativ schrecklichen Ereignisse gibt es immer wieder amüsante Szenen, wie zum Beispiel Emilys Versuch eine Waffe bei einem Schwarzmarkthändler zu kaufen. So bekommt mich Dorothy Gilman jedes Mal wieder gepackt - wobei mich auch Barbara Rosenblats Lesung wieder überzeugen konnte - und ich freu mich schon auf das nächste (und leider letzte) Hörbuch mit Mrs. Pollifax.

Montag, 14. März 2016

[Kulinarisches] Spinat-Feta-Taschen

Dieses Mal gibt es weniger ein konkretes Rezept als vielmehr den Versuch, ein improvisiertes "Reste-Essen" festzuhalten, weil es so verflixt lecker war. Abgesehen von dem Feta sind alle Zutaten, die ich dafür verwendet habe, im Laufe der Woche beim Kochen von "Standardessen" übrig geblieben, so dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass ich das noch einmal wiederholen kann. ;)

Nicht so hübsch, da während des Essens fotografiert - aber lecker!

Zutaten:

Pizzateig für 2 Portionen (siehe Link)

ca. 50 g geriebenen Gouda

Füllung:

2 Knoblauchzehen
250 g TK-Blattspinat (aufgetaut!)
ca. 100 g Mascarpone
200 g Feta
Salz
Pfeffer
Rosenpaprika

Den Knoblauch und den Spinat fein hacken und in einer Pfanne andünsten. Währenddessen den Feta sehr klein zerbröseln und dann zusammen mit dem Mascarpone zu dem Gemüse geben. Das Ganze bei geringer Hitze erwärmen, bis der Feta geschmolzen ist. Dann die Masse mit Salz, Pfeffer und einer Prise Rosenpaprika abschmecken und zur Seite stellen.

Den Pizzateig in zwei Portionen teilen und nacheinander flach ausrollen. Die Hälfte der Masse auf je einen Teigfladen geben, den Teig umschlagen und die Ränder gründlich zusammendrücken.

Den Backofen auf 220 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen, währenddessen die "Calzone" mit Wasser bestreichen und mit etwas Gouda bestreuen. Wenn der Ofen die richtige Temperatur erreicht hat, die Calzone für ca. 20 Minuten backen.

Samstag, 12. März 2016

[Lese-Tag] "Wechselhaftes Lesen" mit Lyne und Neyasha

Neyasha und Lyne veranstalten heute einen Lesetag (hier der Ankündigungspost) - und da es viel zu lange her ist, dass ich mir so einen Tag gegönnt habe, schließe ich mich den beiden gern an.


Erst einmal musste ich heute morgen die üblichen Samstagspflichten hinter mich bringen, bevor ich mit dem Lesen anfangen konnte. Nachdem das aber inzwischen erledigt ist, kann ich mich den Rest des Tages vollkommen dem Lesen (und der Entspannung) widmen. Ich habe mehrere Bücher zur Auswahl ("Letzte Nacht in Twisted River" und "The School of Good and Evil 2" sind schon angefangen, "Blauer Hibiskus" und "Einsame Herzen" reizen mich auch und in "Verwüstung" sollte ich auch mal einen Blick werfen, da das Buch für vier Wochen Ausleihzeit ganz schön umfangreich ist), und werde vermutlich im Laufe des Tages zwischen diesen springen, weil ich eigentlich alle Romane mag, aber keinen so brennend weiterlesen muss.


Zum Frühstück geht es erst einmal mit "The School of Good and Evil - A World Without Princes" weiter, bei dem ich gestern gerade mal die ersten Seiten gelesen habe.


Update 13:30 Uhr

Neben dem Frühstück und dem Lesen gab es schon eine gründliche Blogrunde für mich. Außerdem hat sich inzwischen mein Mann verabschiedet, der den Tag wieder mit seinen Arbeitskollegen spielen wird, und ich habe die Katzen gefüttert. Letzteres läuft gerade so, dass ich einen Napf mit Futter hinstelle, schaue, welche Katze bereit ist das zu fressen, und dann öffne ich eine andere Sorte und stell diese für die zweite Katze hin. Sehr lästig, aber das Wichtigste ist nun mal, dass Baltimore etwas hat, das er fressen kann und mag. Lustig dabei ist allerdings, dass Christie die seltsamen Formfleischprodukte, die Baltimore gerade so mag, bestreikt und auf echtes Fleisch besteht. Als wir noch roh gefüttert haben, war sie immer diejenige, die am ehesten das Fleisch verweigert hat.

"The School for Good and Evil - A World Without Princes" hat sich bislang gut lesen lassen. Die Geschichte dreht sich um die Folgen, die das Ende des ersten Bandes für die Welt der Märchen hat. Auf einmal endete das Märchen von einem guten Mädchen, einem bösen Mädchen und einem Prinz nicht damit, dass die Böse vernichtet wird, damit die Gute und ihr Prinz ein Happy End haben können. Und nun kommt unter den Prinzessinen und Hexen der Verdacht auf, dass sie ganz gut ohne Prinzen zurechtkommen würden. Doch wenn Prinzen nicht mehr als Helden benötigt werden, welche Rolle bleibt dann noch für sie übrig? Das macht mir wirklich Spaß, aber gerade habe ich ein kleines Mittagstief und befürchte, dass ich einschlafen werde, wenn ich weiter lese. Also greife ich erst einmal ein bisschen zum DS und entscheide mich danach, ob ich weiterlese oder zu einem anderen Buch greife. :)

Update 16:30 Uhr 


Irgendwie habe ich in den letzten Stunden ein ziemliches Kontrastprogramm gefahren. Auf der einen Seite habe ich die Demo zu "Yo-Kai Watch" (ein Spiel für eher jüngere Spieler, aber von Level-5 und mit ganz viel Sammel- und Levelmöglichkeiten - was ich bei Spielen wirklich mag) gespielt, dann habe ich mir einen Kakao (Mila ist Schuld!) gekocht und John Irving geschnappt. Was dazu geführt hat, dass ich mal wieder zu dem Schluss gekommen bin, dass ich seine Erzählweise und seine Charaktere sehr mag, aber die Handlung selber berührt mich nicht so tief, dass ich wirklich an der Geschichte dranbleiben muss. Trotzdem werde ich nach einer kleinen Blogrunde noch etwas bei dem Roman bleiben. Es ist gerade so ruhig im Haus, dass ich das ausnutzen muss. ;)


Update 21:30 Uhr

Heute hat es sich wieder gezeigt, dass ich für einen John-Irving-Roman Ruhe benötige, denn sobald die Nachbarn wieder daheim waren, war es das mit dem Lesen für mich. Da ich aber bei Lärm erstaunlich gut schlafen kann, bin ich eingenickt, während ich noch überlegte, welches Buch ich als nächstes in Angriff nehme. *g* Nach dem Aufwachen habe ich ein paar Seiten in "Blauer Hibiskus" gelesen und fand den Vater der Protagonistin in der Eingangsszene so schrecklich, dass ich den Roman nach relativ kurzer Zeit schon wieder beiseite gelegt habe.


Stattdessen gab es erst einmal was zum Essen und eine Reisereportage über Belgien, die ich vor ein paar Wochen aufgenommen habe. Den Rest des Tages werde ich wohl wieder mit "The School for Good and Evil - A World Without Princes" und puschelige Gesellschaft verbringen. Die Geschichte passt zu einem entspannten Tagesausklang. Aber vorher schau ich noch, wie es den anderen den Abend über mit ihren Büchern ergangen ist.


Freitag, 11. März 2016

Tanya Huff: The Silvered

"The Silvered" von Tanya Huff ist der erste "Nicht-Urban-Fantasy-Roman" der Autorin, den ich gelesen habe, und er hat mir sehr gut gefallen. So gut, dass ich mal eben bis mitten in die Nacht durchgelesen habe, um die letzten Kapitel vor dem Schlafengehen zu schaffen. Die Geschichte spielt in einer Welt, deren Entwicklungsstand in etwa mit der Mitte unseres 19. Jahrhunderts vergleichbar ist. Es gibt Gaslaternen, Postkutschen, Fotografien und Zeitungen und es werden erste Einsätze von Betäubungsmitteln bei chirurgischen Eingriffen erwähnt. Viele dieser Errungenschaften werden vor allem in Kaiser Leopalds Reich eingesetzt, aber auch die Nachbarländer setzen nach und nach immer mehr auf Technik - vor allem, da diese im Gegensatz zur Magie von allen Personen eingesetzt werden kann.

Eines dieser Nachbarländer ist Aydori. Bis vor Kurzem lagen noch zwei Herzogtümer zwischen dem Kaiserreich und Aydori, doch die imperiale Armee hat sich diese beiden Länder inzwischen einverleibt und steht nun vor Aydoris Grenzen. Es ist nicht der erste Versuch des Kaisers, dieses Land zu erobern, doch zum ersten Mal führen seine Soldaten Waffen mit sich, gegen die die Verteidiger Aydoris - die vor allem aus Werwölfen bestehen - keine Chance haben. Während an der Grenze die ersten Schlachten geschlagen werden, dringt ein kaiserlicher Stoßtrupp unter dem Befehl von Captain Reiter ins Landesinnere vor, um sechs (schwangere) Magierinnen zu entführen. Diese sechs Frauen - bzw. eines ihrer ungeborenen Kinder - sollen laut einer Prophezeiung in der Lage sein, das Kaiserreich zu stürzen oder in neue Höhen zu führen.

Captain Reiters Auftrag ist es dann auch, der die Ereignisse in Gang setzt, die man als Leser in "The Silvered" verfolgen kann. So wird die junge Mirian Maylin Zeugin von Reiters Überfall auf die Kutschen der fünf führenden Magierinnen. Sie macht sich auf den Weg zur Grenze, um Aydoris Herrscher (dessen Frau ebenfalls zu den Entführten gehört) von dem Vorfall zu informieren. Doch auf ihrem Weg wird sie von Captain Reiter gefangen genommen und für die noch fehlende Magierin gehalten. Nur durch das Eingreifen von Tomas Hagen gelingt Mirian die Flucht - und gemeinsam machen sich die beiden daran, die entführten Frauen zu retten.

Das Ganze klingt nach einer der üblichen Fantasygeschichten und es kommen auch wirklich viele klassische Elemente vor: Es gibt eine Prophezeiung, eine junge Frau, die angeblich nichts Besonderes ist und in deren Händen die Rettung des Landes liegt, einen jungen Mann, der der Dame beisteht, und einen Soldaten, der nur seinen Befehle ausführt (und doch nicht aufhören kann, über den Sinn dieser Befehle nachzudenken). Aber Tanya Huff hat aus diesen Zutaten eine so packende und wirklich unterhaltsame Geschichte gebastelt, dass mir das Lesen unheimlich viel Spaß gemacht hat. Ich brauchte allerdings anfangs etwas Zeit, um in die Welt - vor allem in Aydoris Gesellschaft - hineinzufinden und mich nicht mehr von all den Namen, die gerade zu Beginn der Geschichte auftauchen, erschlagen zu fühlen.

Ich fand die Welt sehr spannend beschrieben. Auf der einen Seite ist da das Kaiserreich, das mit seinen technischen Errungenschaften, der Konzentration auf Wissenschaften und seinem Bestreben nach mehr Land, mehr Reichtum und mehr Wissen zwar für eine Menge Fortschritt verantwortlich ist, aber eben auch erbarmungslos gegen jeden vorgeht, der nicht mitspielt. Auf der anderen Seite ist der Umgang mit neuen Technologien in Aydori deutlich behutsamer. Dieses Land wird vom Rudel (sowohl Wolfs-Rudel, als auch Magier-Rudel) regiert, was bedeutet, dass der Rudelführer gleichzeitig das Regierungsoberhaupt ist. Seine Prioritäten scheinen mehr beim Wohl der Personen zu liegen, die ihm unterstehen, seine Entscheidungen werden nach langfristigen Kriterien gefällt. So gibt es zum Beispiel eine Szene, in der darüber geredet wird, dass das Kaiserreich Zugang zu den aydorianischen Wäldern haben wollte, um dort Holz zu ernten, während der Rudelführer einen solchen Raubbau an der Natur nicht zulassen kann und will.

Ebenfalls fand ich es sehr stimmig dargestellt, wie die verschiedenen Menschen auf den Krieg in ihren Ländern reagieren. Das anfängliche Ignorieren der Gefahr, dann die Panik und der Versuch, alle Besitztümer auf der Flucht mitzunehmen, und später die Resignation und die Akzeptanz eines Lebens unter der (militärischen) Herrschaft der Eroberer. Doch vor allem die Charaktere haben es mir in "The Silvered" angetan. Mirian ist anfangs einfach nur ein nettes Mädchen, das von allem etwas kann, aber nichts gut genug, um sich in einem Bereich hervorzutun. Sie weiß genau, dass ihre Zukunft darin bestehen wird, einen Mann zu heiraten, der für die Geschäfte ihres Vaters Vorteile bringen wird. Als sie nun Zeugin der Entführung der Magierinnen durch Captain Reiter wird, scheint sie die einzige zu sein, die Hilfe holen oder zumindest jemanden mit Befehlsgewalt informieren kann, und so macht Mirian sich auf den Weg. Bei jedem Schritt ist sie sich bewusst, dass es schwierig wird. Sie macht sich keine Illusionen über ihre Fähigkeiten und über ihre Chancen, aber sie kann nicht einfach zuschauen, wie etwas Schlimmes passiert, sondern muss alles in ihrer Macht Stehende versuchen, um den entführten Frauen beizustehen.

Tomas hingegen überschätzt sich ständig. Obwohl er miterlebt hat, wie seine Truppe dahingemetzelt wurde, hält er immer noch an der Überzeugung fest, dass er als Werwolf quasi unverwundbar ist. Während Mirian immer versucht, eine vernünftige Entscheidung zu treffen, muss er lernen, sein impulsives Verhalten zu zügeln und weniger instinktiv auf die verschiedenen Herausforderungen zu reagieren. Es dauert eine Weile, bis die beiden wirklich zusammenarbeiten können, aber ich mochte das Geplänkel zwischen den beiden ebenso wie ihre eher rührenden Versuche, den anderen zu verstehen und ihm etwas Sicherheit in einer gefährlichen und unsicheren Welt zu geben. Auch bei den entführten Magierinnen gibt es die unterschiedlichsten Charaktere, wobei man vor allem die Perspektive von Danika miterlebt. Diese ist die Alpha des Magier-Rudels, und obwohl sie bislang ein relativ behütetes Leben geführt hat und dementsprechend schockiert von all den Dingen ist, die ihr und den anderen angetan werden, versucht sie alles, um für die anderen Frauen da zu sein und einen Weg aus der Gefangenschaft zu finden. Und dann ist da noch Captain Reiter, der perfekte Soldat, der eines Tages feststellen muss, dass es sich nicht richtig anfühlt, wenn man Krieg gegen schwangere Frauen führen soll ...

Am Ende finde ich es wirklich schade, dass "The Silvered" nur ein Einzelband ist - auch wenn ich sonst immer froh bin, wenn ich mal keine neue Reihe anfange. Ich denke, dass diese Welt, die Charaktere und die Entdeckungen, die zum Schluss von den Beteiligten gemacht werden, Stoff für weitere Geschichten geboten hätten. So aber muss ich mich wohl erst einmal mit den älteren Fantasytiteln der Autorin begnügen (die es leider nur noch als eBook gibt *seufz*).

P.S.: Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings doch: Ich finde es schade, dass Tanya Huff es bei den Werwölfen so eingerichtet hat, dass der "richtige" Geruch darüber bestimmt, wen sie heiraten., während sie sonst in der Geschichte immer wieder betont, dass die Werwölfe keine Tiere, sondern Personen mit besonderen Fähigkeiten sind. Aber da dieser Punkt - gerade zu Beginn der Geschichte - zu einigen netten Szenen führt und die Auserwählten (theoretisch) die Möglichkeit haben, sich gegen die Entscheidung der Wölfe zu stellen, kann ich damit leben.

Mittwoch, 9. März 2016

Oliver Bottini: Im Sommer der Mörder (Louise Bonì #2)

"Im Sommer der Mörder" von Oliver Bottini ist der zweite Kriminalroman rund um die Polizistin Louise Bonì - und ich muss zugeben, dass ich ganz froh bin, dass ich den ersten Band nicht in der Bibliothek gefunden habe. Denn wenn ich all den Rückblenden glauben darf, dann gab es einige persönliche Probleme für die Protagonistin im ersten Band inklusive des Eingeständnisses, dass sie seit drei Jahren Alkoholikerin ist und etwas dagegen tun muss. Mir fällt es leichter, mich mit einem Charakter anzufreunden, der den Entzug schon hinter sich hat, auch wenn der tagtägliche Kampf gegen die Sucht bleibt.

Die Handlung beginnt in diesem Roman relativ harmlos mit dem Brand eines alten Holzschuppens, in dem ein Bauer nur noch ein paar Heureste lagert. Doch kaum scheint die Freiwillige Feuerwehr den Brand gelöscht zu haben, kommt es zu einer unerklärlichen Explosion und einem Todesfall. Wenig später finden die Ermittler heraus, dass in einem versteckten Keller unter dem Schuppen große Mengen Waffen gelagert wurden - was natürlich zu der Frage führt, wie die Waffen überhaupt an diesen Ort kommen konnten.

Für Louise Bonì ist die Arbeit bei der Soko, die sich um den Waffenfund kümmert, der erste Einsatz nach einer verletzungs- und entzugsbedingten Auszeit und so muss sie nicht nur einen neuen Platz in einem eigentlich vertrauten Umfeld finden, sondern sich auch von Anfang an mit dem Kompetenzgerangel zwischen den verschiedenen Dezernaten und Behörden herumschlagen. Wobei sie eigentlich nur indirekt die Folgen dieser Auseinandersetzungen mitbekommt, wenn sie mal wieder gezügelt wird, weil angeblich eine andere Abteilung zuständig ist oder eine andere Dienststelle den ganzen Einsatz übernehmen soll.

Auch werden die Ermittler von dem überraschend großen Interesse von Politikern, BKA und anderen Institutionen überrascht. So kommen Louise Bonì und ihre Kollegen irritierend schnell an Informationen, die andeuten, dass der Waffenfund mit Neonazis in Verbindung steht, während andere Hinweise auf Terroristen und das ehemalige Jugoslawien verweisen. So groß Oliver Bottini seinen Fall rund um die versteckten Waffen in dem alten Holzschuppen aufgebaut hat, so ruhig erzählt er seine Geschichte auch. Der Autor konzentriert sich ebenso auf Louise Bonìs Privatleben wie auf die Darstellung einer (relativ) realistischen Polizeiarbeit. So bekommt man als Leser auch mit, wie lästig die täglichen Besprechungen während der Ermittlungen sind, wie viele Kleinigkeiten den Arbeitsalltag beherrschen (und erschweren) und wie schwierig es sein kann, wenn eine Gruppe unterschiedlicher Menschen unter Druck an einem Fall arbeitet.

Wenn man mal davon absieht, dass mir Louise ein bisschen zu sehr über ihr - vergangenes und zukünftiges - Liebesleben nachdenkt und verflixt oft erwähnt wird, dass diverse Männer ihr auf den Busen starren, fand ich diese fast schon gemächliche und detailverliebte Erzählweise sehr angenehm. Oliver Bottini mischt reale Ereignisse mit fiktiven Elementen und zeichnet so ein erschreckendes, aber (gerade angesichts der Ereignisse in den vergangenen Monaten) wohl auch realistisches Bild davon, wie nah Terror und Gewalt unserem Alltag inzwischen sind. Dabei beschreibt er die verschiedenen Charaktere so genau und - selbst in ihrem teils widersprüchlichem Handeln - so stimmig, dass man ihnen ihr Verhalten und ihre Motive abnimmt.

Ich würde jetzt nicht behaupten, dass der Autor für mich eine umwerfende Neuentdeckung gewesen ist. Aber ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich mal einen so gut geschriebenen und großen Teils wirklich überzeugenden Kriminalroman in die Hände bekommen habe. Und wenn ich in der Bibliothek noch weitere Bände rund um Louise Bonì finde, werde ich sie mir vermutlich auch ausleihen.

Montag, 7. März 2016

Wochenend-Eindrücke

Unsere Nachbarin war in den letzten Wochen verreist und hat uns das Wohnungshüten überlassen. Zum Dank gab es am Freitag einen wunderschönen Blumenstrauß von ihr (und ich musste erst einmal überlegen, wann ich das letzte Mal Blumen geschenkt bekommen habe).


Leider musste der schöne Strauß direkt nach dem Foto wieder in die Küche wandern, weil Christie schon auf der Lauer lag. Bei ihr überleben Blumen gerade mal ein paar Minuten - und wenn ich Pech habe, dann zerstört sie beim "Spielen" auch noch die Vase und verursacht einen Wasserschaden an den Möbeln.


Baltimore sieht das Ganze hingegen vollkommen gelassen. Er ist zur Zeit eh vor allem damit beschäftigt, zu schlafen. Unterbrochen wird das nur zum Schmusen und Fressen und wenn er ganz viel Glück hat, dann kann er sogar schlafen, während ich ihn schmuse.


Auch wir Menschen hatten das Bedürfnis, es ruhig angehen zu lassen. So hat mein Mann wieder eine kleine improvisierte 1-Personen-Runde mit seinem neuem Spiel verbracht.

Bis zur nächsten Lieferung noch mit "Carcassonne-Ersatzpersonal"
Für mich gab es währenddessen Buch und 3DS - genau genommen mehrere Bücher, denn ich habe gerade "Letzte Nacht in Twisted River", "The Silvered" und "Im Sommer der Mörder" bei der Hand. Bei dem Letztgenannten fehlen mir nur noch wenige Seiten, während ich mich bei den anderen beiden nicht entscheiden kann, ob mir eher nach Steampunk-Fantasy-Liebesgeschichte oder nach John Irving ist ...

Passende Restesocken zur Sofadecke

Samstag, 5. März 2016

Fleur Beale: Am Ende des Alphabets

Den Roman "Am Ende des Alphabets" von Fleur Beale hatte mir netterweise Tine geliehen, nachdem sie mir mit ihrer Rezension solche Lust auf das Buch gemacht hatte. Die Geschichte handelt von der vierzehnjährigen Ruby, die die "Dumme" in ihrer Familie ist und deshalb ständig hinter ihrem intelligenten Bruder Max zurückstecken muss. Dabei ist die Situation in Rubys Familie eigentlich gar nicht so ungewöhnlich: Sie ist die Älteste von insgesamt vier Geschwistern, und da ihr Stiefvater den ganzen Tag als LKW-Fahrer unterwegs ist und ihre Mutter als Putzfrau im Krankenhaus des Nachbarortes arbeitet, muss sie viele Aufgaben im Haushalt übernehmen.

Schlimm wird es, wenn man sieht, dass ihr gerade mal elf Monate jüngerer Bruder Max sich jeglicher Verantwortung entzieht - und damit auch noch durchkommt. Denn während Ruby weder lesen noch schreiben kann, ist Max ein überaus guter Schüler, der regelmäßig Auszeichnungen bekommt. So nimmt die ganze Familie Rücksicht auf die Befindlichkeiten von Max, damit sich der Junge ganz auf das Lernen konzentrieren und hoffentlich in einigen Jahren die Universität besuchen kann. Auf Ruby hingegen wartet gerade mal eine Zukunft als Putzfrau, dessen ist sich vor allem ihre Mutter sehr sicher.

Erst als Rubys beste Freundin Tia droht, dass sie nie wieder mit ihr reden würde, wenn sie weiterhin den Fußabtreter für die gesamte Familie spielt, fängt das Mädchen an, über seine Situation nachzudenken. Nach und nach entwickelt Ruby Rückgrat und findet heraus, was sie eigentlich will und was sie sich für ihre Zukunft vorstellen kann. Ich bin mal so frei und spoilere an dieser Stelle: Putzfrau möchte sie nicht werden. ;) Und je mehr Ruby sich für die Sachen einsetzt, die ihr wichtig sind, desto mehr entdeckt sie auch, dass sie nicht dumm ist. Sie kann nicht lesen und schreiben und das macht ihr Leben häufig ganz schön schwer, aber sie ist nicht dumm. Doch während sie langsam zu dieser Erkenntnis kommt, scheint ihre Familie nicht zu begreifen, dass auch Ruby einen Wert hat, der über ihre Fähigkeiten als Haushaltshilfe und Babysitterin hinausgeht. Zum Glück hat Ruby gute Freunde, die sie unterstützen, und sie lernt im Laufe der Geschichte noch weitere Personen kennen, die für sie da sind.

Mit gut 200 Seite ist "Am Ende des Alphabets" nicht gerade umfangreich und hat sich gut an einem Nachmittag lesen lassen. Ich habe Ruby sehr schnell ins Herz geschlossen und mich über ihr wachsendes Selbstbewusstsein und ihr neu entwickeltes Rückgrat sehr gefreut. Häufig steht sie vor der Wahl, den einfacheren Weg zu gehen, einfach wieder in ihre alte Rolle als Stütze ihrer Familie zu verfallen und sich mit einem kleinen Sieg zufriedenzugeben. Aber nachdem sie erst einmal angefangen hat, sich mit ihrer Situation auseinanderzusetzen und nachdem sie die Mechanismen in ihrer Familie durchschaut hat, findet sie immer wieder die Kraft, für sich einzustehen - und das nicht nur im privaten Umfeld. Dabei konnte ich auch Rubys Familie verstehen (wenn auch nicht immer ausstehen), und das rechne ich Fleur Beale wirklich an.

Ich fand es auch angenehm, dass Ruby zwar ein wirklich nettes (und häufig viel zu gutmütiges) Mädchen war, aber dabei nicht zu lieb dargestellt wurde. Ruby hat auch ihre boshaften Seiten (die bei mir gerade im Umgang mit dem Ladenbesitzer zum regelmäßigen Schmunzeln geführt haben), und wenn sie wütend ist, dann haut sie auch schon mal Sätze raus, von denen sie genau weiß, dass sie wehtun. Am Ende hat Ruby sehr viel für sich erreicht, und das fand ich wirklich schön und wohltuend, dabei macht es sich Fleur Beale aber nicht zu einfach und zeigt auch immer wieder, dass das Leben auch in Zukunft für Ruby eine Menge Herausforderungen bereithalten wird, die es für Menschen, die keine Lese-Rechtschreibschwäche haben, nicht gibt.

Donnerstag, 3. März 2016

Jocelyne Saucier: Ein Leben mehr

Über "Ein Leben mehr" von Joycelyn Saucier bin ich durch einen Tweet von Papiergeflüster gestoßen, und da der Titel interessant klang, habe ich ihn letzte Woche in der Bibliothek ausgeliehen. Die Geschichte handelt von mehreren Personen, die an einem See in den nordkanadischen Wäldern aufeinandertreffen, und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Angestoßen werden die Ereignisse von "der Fotografin", die einige Jahre zuvor - durch eine zufällige Begegnung mit einer alten vogelfütternden Frau im Park - auf die Großen Brände aufmerksam wurde. Diese Brände haben zu Beginn des 20. Jahrhunderts ganze Landstriche in Kanada ausgelöscht, es gab viele Tote und natürlich haben die Erlebnisse während der Brände die überlebenden Personen geprägt.

Eine Legende aus dieser Zeit dreht sich um den geheimnisvollen Ted, Ed oder Edward Boychuck, der nach dem Brand von Matheson tagelang durch das zerstörte Land irrte. Und um diesen Boychuck zu finden, macht sich die Fotografin auf in die Wälder, wo er angeblich leben soll. Doch statt auf Boychuck trifft sie auf Tom und Charlie, die sich in den letzten Jahren das Seeufer mit dem legendären Mann geteilt haben. Jeder dieser alten Männer hatte seine ganz eigenen Gründe, sich in die Wälder zurückzuziehen, jeder von ihnen suchte nach Einsamkeit und Ruhe, und doch lebten sie nah genug beieinander, um sich gegenseitig helfen zu können. Durch das Auftauchen der Fotografin, durch ihre Fragen und durch weitere Ereignisse wird das Leben von Tom und Charlie durcheinandergewirbelt.

Da nicht wirklich viel in diesem Roman passiert, will ich nicht zu viel über den Inhalt verraten - der Klappentext hat meiner Meinung nach schon ein Detail zu viel preisgegeben, was ich beim Lesen etwas schade fand. "Ein Leben mehr" ist eine ruhige Geschichte über eine Handvoll Menschen, die aus sehr unterschiedlichen Gründen aufeinandertreffen und die man als Leser für gut ein Jahr auf ihrem Weg begleitet. Während die einen ein bescheidenes und anspruchsloses Leben führen und sich sicher sind, dass es genauso bis zu ihrem Tod weitergehen wird, machen sich andere Figuren überhaupt keine Gedanken um die Zukunft, sondern leben im Hier und Jetzt ohne jeglichen Ehrgeiz. Die Fotografin hingegen ist eindeutig auf der Suche - vordergründig nur nach den Überlebenden der Großen Brände, die sie ablichten will, bevor auch noch die letzten von ihnen versterben, doch es steckt mehr hinter ihrer Reise.

Viele Dinge werden in diesem Buch nicht ausgesprochen und es bleibt dem Leser überlassen, sich seine Gedanken zu machen. Es ist auf jeden Fall eine leise Geschichte über das Leben, die Liebe und den Tod und die Suche nach der richtigen Art, sein Leben zu verbringen. "Ein Leben mehr" erzählt von den Neuanfängen, die sich in manchen vermeintlichen Sackgassen verbergen, davon, dass es nie zu spät ist, einen ungewöhnlichen Weg einzuschlagen, aber auch davon, dass es manchmal an der Zeit ist, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Ich mochte die Geschichte, auch wenn ich nicht mit allen Wendungen glücklich war. Allerdings fand ich die kursiven Abschnitte, die vor jedem Kapitel etwas über die verschiedenen Personen erzählen, sehr gewöhnungsbedürftig. Anfangs war ich sogar teilweise verärgert, weil ich diese Passagen als überflüssig empfand. Die gleichen Informationen hätte man auch in den restlichen Text packen können, ohne das eine oder andere Ereignis schon einmal vorwegzunehmen oder Beschreibungen zu verwenden, die ich als irritierend ungenau empfand. Doch am Ende bleibt vor allem die Erinnerung an interessante Charaktere, die man ein paar Monate begleiten durfte, und an die wunderschöne, heilsame und erbarmungslose Natur Kanadas.

Dienstag, 1. März 2016

März-SuB 2016

Irgendwie hat der Februar nicht besonders viel erzählenswertes gebracht. Ich habe 9 Bücher gelesen, die zum Teil sehr dünn und insgesamt sehr unterschiedlich waren. Zum Hörbuch habe ich es immer noch nicht wieder gebracht, obwohl einige Leihgaben bei mir eingetroffen sind und endlich mal angegangen werden sollten, dafür habe ich immerhin 2 Comics und 2 Manga gelesen. Was den März angeht, so sieht es aktuell so aus, als würde es wie im Februar (nur etwas hektischer) laufen. Ich hoffe, ich finde genügend Lesezeit, denn Lesen macht mich eindeutig zu einem zufriedeneren Menschen. ;)


Deutscher SuB:
  1. Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
  2. Tim Akers: Das Herz von Veridon
  3. Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
  4. Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
  5. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  6. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  7. Brom: Krampus
  8. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  9. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  10. Jim Butcher: Windjäger (Cinder Spires 1)
  11. Melissa Fairchild: Weltenwanderer
  12. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  13. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  14. John Irving: Letzte Nacht in Twisted River
  15. Tove Jansson: Winter im Mumintal
  16. Tove Jansson: Geschichten aus dem Mumintal
  17. Celine Kiernan: Schattenpfade
  18. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  19. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  20. Bernd Perplies: Magierdämmerung - In den Abgrund
  21. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  22. Silvia Roth: Querschläger
  23. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  24. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  25. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  26. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  27. Charles den Tex: Die Zelle
  28. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  29. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  30. Xinran: Gerettete Wort
  31. Xinran: Wolkentöchter
  32. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

31 Titel auf dem SuB


Englischer SuB:
  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent
  3. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  4. Patricia Briggs: Bone Crossed (Mercy Thompson #4)
  5. Patricia Briggs: Silver Borne (Mercy Thompson #5)
  6. Soman Chainani: The School for Good and Evil 2
  7. Diana Pharaoh Francis: The Black Ship (Crosspointe Novel #2)
  8. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  9. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  10. Tanya Huff: The Silvered
  11. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  12. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  13. Lynn Kurland: Star of the Morning
  14. Seanan McGuire: Chaos Choreography (InCrypted #5)
  15. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  16. Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
  17. Cindy Pon: Serpentine
  18. Philip Reeve: Larklight
  19. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  20. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  21. Holly Webb: Emily Feather and the Chest of Charms (Emily Feather #3)
  22. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child

21 Titel auf dem englischen SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)