Sonntag, 31. Juli 2016

Leseeindrücke im Juli

Da ich noch ein paar weitere Leihgaben von Natira im Haus hatte, begann der Juli für mich mit dem Comic "Der Araber von morgen - Eine Kindheit im Nahen Osten (1978-1984)" von Riad Sattouf. Ich hatte von dem Comic vorher nichts gehört, kann mich auch nicht erinnern, dass Natira mir irgendetwas darüber erzählt hätte und bin deshalb recht unbefangen an die Geschichte herangegangen. Grundsätzlich war ich davon ausgegangen, dass es interessant sein müsste mehr über den Nahen Osten zu dieser Zeit zu erfahren. Dummerweise beginnt der Autor die Geschichte nicht nur mit dem Kennenlernen seiner Eltern, sondern man bekommt als Leser in diesem ersten Teil alle Ereignisse aus der Perspektive eines Kleinkindes erzählt. So gibt es zwar Textblöcke, die über die jeweilige aktuelle politische Situation informieren, aber der Autor selber kann darüber nicht viel anderes sagen als wie die Leute gerochen haben, dass er nicht aus dem Haus gehen durfte, dass er kein Arabisch (oder kein syrisches Arabisch) verstehen konnte, dass die anderen Kinder ihn schikaniert haben, weil er blond war, und ähnliches. Wäre er wenigstens wirklich in den jeweiligen Gebieten aufgewachsen und hätte aus der Sicht eines direkt Betroffenen (wie z.B. Marjane Satrapi mit "Persepolis") erzählen können, dann wäre es vermutlich interessanter geworden. Aber so war er zu jung und zu sehr Außenseiter, als dass ich seine Erfahrungen wirklich interessant gefunden hätte.

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Auch "Moresukine - Wöchentlich aus Tokyo" von Dirk Schwieger ist ein Comic aus Natiras Bestand, wobei ihre Rezension dazu etwas zwiespältig klang. Aber das hat mich natürlich nicht davon abgehalten mir eine eigen Meinung dazu bilden zu wollen. In dem Band wurden Blogbeiträge veröffentlicht, die der Autor während seines Aufenthalts Japan verfasst (und gezeichnet) hatte, in denen er beschreibt, wie er sich den verschiedenen Aufgaben, die ihm seine Blogleser aufgetragen hatten, gestellt hatte. Ich muss gestehen, dass ich das Ganze nur bedingt unterhaltsam und den Zeichenstil nicht wirklich ansprechend fand. Viele dieser Aufgaben drehten sich um Klischees, die mit Japan verbunden werden, und das fand ich eher langweilig. Außerdem hat es mich beim Lesen wirklich kirre gemacht, dass in der vorliegenden Ausgabe regelmäßig die unteren Sprechblasen abgeschnitten wurden. Selbst bei den Blasen, bei denen ganz deutlich zu erkennen war, dass man den Inhalt nicht lesen muss, weil er nur als Beispiel für etwas dient, hat mich das ungemein gestört. Insgesamt ein Comic, den man meiner Meinung nach nicht gelesen haben muss ...

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Bislang haben die Romane aus dem Modern-Magic-Bundle ja immer eine vollständige Rezension bekommen, aber zu "Touch a Dark Wolf" von Jennifer St. Giles fällt mir nicht genug ein, um einen längeren Text zu rechtfertigen. Der Titel ist der Auftaktband zur vierteiligen Shadowmen-Reihe und eine "Romantasy"-Geschichte. Während ich die Grundidee etwas verschwurbelt, aber ganz reizvoll fand, weil dadurch eine wirklich erfrischende Variante des Vampir-Werwolf-Themas verwendet wurde, fand ich die Protagonisten und die vielen Sexszenen nicht sehr überzeugend. Es fehlte den beiden Hauptfiguren definitiv an Ecken und Kanten, die sie interessant gemacht hätten. Das Ganze hat sich schnell lesen lassen, was nicht nur an dem Umfang von gerade mal 200 Seiten, sondern auch an der flüssigen Erzählweise lag, aber am Ende stand ich da und fragte mich, ob das alles an Handlung gewesen sei. Hätte die Autorin die Sexszenen ansprechender geschrieben und die Geschichte nur als verbindendes Element dazwischen verwendet, wäre es okay gewesen. Noch lieber wäre es mir gewesen, wenn sie die ungewöhnliche Grundidee tiefer ausgearbeitet und innovativer für die Handlung genutzt hätte. Auch hätte ich auf das unbefriedigende, da zu abrupte Ende und auf 2/3 der Sexszenen verzichten können. Wirklich neugierig haben mich eigentlich nur die Nebenfiguren gemacht, aber ich befürchte, dass diese in den Fortsetzungen (in denen sie dann der Reihe nach die Hauptfiguren spielen dürfen) keine tiefere Charakterisierung erleben werden.

Freitag, 29. Juli 2016

Julia Korbik: Stand up - Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene

Über "Stand up - Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene" von Julia Korbik bin ich im Rahmen der Sachbuch-Challenge gestolpert. Der Titel war von Hermia im ersten Jahr der Challenge gelesen worden. Natira hat auch noch 2014 zu dem Buch gegriffen, Julia hatte den Titel dann 2015 gelesen, während ich das Buch zwar Ende letzten Jahres angefangen, aber nach dem ersten Drittel erst einmal eine Pause eingelegt hatte. Die Pause wurde dann etwas länger als geplant, so dass ich jetzt erst wieder zu "Stand up" gegriffen und es dafür dann in einem Zug ausgelesen habe.

Julia Korbik schreibt locker und informativ über den Feminismus und geht dabei auf die Entstehung und Geschichte des Feminismus ebenso ein wie auf die verschiedenen Strömungen und Meinungen, wobei sie auch nicht verschweigt, dass der Feminismus heutzutage - ebenso wie Alice Schwarzer, die in Deutschland vor allem mit dem Begriff verbunden wird - kein gutes Image hat, obwohl sich viele Menschen mit den Zielen des Feminismus eigentlich identifizieren können. Dabei fand ich es angenehm, wie wenig wertend die Autorin mit den verschiedenen Strömungen des Feminismus umging und wie sehr sie betonte, dass es auch bei zum Teil gegensätzlichen Ansichten bezüglich der Details und Methoden doch im Feminismus grundsätzlich darum geht, ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Das Ganze ist flüssig geschrieben und so angenehm lesbar formuliert, dass es wirklich auch für Anfänger geeignet ist. Die Kapitel sind relativ kurz und werden von Grafiken und Einschüben unterbrochen, ohne dass man dadurch aus dem Text gerissen wird. Stattdessen hat es den Effekt, dass man "nur noch eine Seite oder einen Abschnitt" liest, bevor man das Buch aus der Hand legt. So lesen sich die 416 Seiten schnell weg und man bekommt eine Menge Tipps für den Fall, dass man sich intensiver mit dem Thema oder den verschiedenen Feministinnen (und Feministen) - nicht nur - in Deutschland beschäftigen möchte.

Ich fand es spannend, dass ich erstaunlich viele der in dem Buch erwähnten (deutschsprachigen) Bloggerinnen schon regelmäßig verfolge und wie viele Details aus "Stand up" mir schon vertraut waren, obwohl ich mich nie aktiv mit dem Thema auseinandergesetzt habe und das Gefühl hatte, ich wäre relativ uninformiert. Aber gerade dadurch, dass ich den Großteil der genannten Bloggerinnen schon kenne, ist in mir der Verdacht entstanden, dass es sich dabei um Personen handelt, die alle in derselben kleinen Filterblase existieren. Vielleicht täusche ich mich da, aber mir fällt oft auf, dass sich diese Bloggerinnen immer wieder gegenseitig zitieren und verlinken - was natürlich verständlich ist, schließlich scheinen sie die gleichen Ansichten zu teilen und möchten diese natürlich auch verbreiten. Aber ich frage mich, ob dadurch nicht auch ein gewisser Tunnelblick entsteht, der es schwierig macht, all die unterschiedlichen Aspekte eines solch komplexen Themas zu erfassen. Von dieser kleinen persönlichen Abschweifung abgesehen fand ich, dass das Buch eine angenehm gut lesbare und allgemein verständliche Übersicht über den Feminismus von seinen Anfängen bis heute bietet.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Rick Gualtieri: Bill The Vampire (The Tome of Bill 1)

Auch "Bill The Vampire" ist ein Modern-Magic-Bundle-Titel und so spannend es auch ist, dass ich keine Ahnung habe, was mich bei all den Romanen erwartet, die ich in dem Bundle gekauft habe: Auf "Bill The Vampire" hätte ich doch recht gut verzichten können. Ich wundere mich im Nachhinein nur, wo all die guten Bewertungen auf den diversen Portalen herkommen. Auch Rick Gualtieri hat seine Geschichte anscheinend für den typischen nerdigen spätpubertierenden männlichen Leser geschrieben. Doch während ich "Hard Day's Night" unterhaltsam und die Protagonisten auf ihre unbeholfene Art sympathisch fand und auch mit "Days Gone Bad" - von ein paar Kleinigkeiten abgesehen - in dieser Beziehung gut zurechtkam, fühle ich mich von Bill, seinen "schlagfertigen" Bemerkungen, seinen Unterhaltungen mit seinen ebenso nerdigen Mitbewohnern und vor allem von seiner Sicht auf Frauen wirklich genervt.

Nachdem Bill an einem Samstagnachmittag einen Haufen Geld bei seinem Dealer für Miniaturen und D&D-Regelwerk-Erweiterungen ausgegeben hat, wird er in der U-Bahnstation von einem Mädchen angesprochen. Genauer gesagt von einem dieser Mädchen, die einen Typen wie ihn normalerweise nicht einmal sehen würden. Kurz darauf lädt Sally ihn sogar noch zu einer Party ein, die am gleichen Abend in SoHo stattfinden wird. Während Bill zwischen "Was will sie von mir? Wieso habe ich heute so ein Glück?" und "Wie bekomme ich sie flachgelegt?" schwankt, stellt er fest, dass auf der Party vor allem Leute zugegen sind, die den optischen Anforderungen eines TV-Serien-Casting-Teams entsprechen. Nur er und eine Handvoll anderer Männer sehen aus, als ob sie nicht dazugehörten - und schau an, wenig später stellt Bill fest, dass er und die anderen Außenseiter weniger als Gäste denn als abendlicher Snack zu einer Vampirparty eingeladen wurden.

Da es Bill aber gelingt, einen besonders einflussreichen Vampir bei seinem Fluchtversuch zu erheitern, bekommt er eine Gnadenfrist. 90 Tage lang steht er nun unter dem Schutz dieses Vampirs und muss seinen Nutzen für die Vampire von SoHo beweisen - was gar nicht so einfach ist, wenn man bedenkt, dass er den Anführer genau dieser Vampire gerade sehr blöd hat dastehen lassen. Wenn man mal davon absieht, dass Bill nun etwas stärker als früher ist, Blut zum Überleben benötigt und bei direkten Sonnenlicht in Flammen aufgeht, ändert sich für ihn eigentlich nicht viel. Er kann weiterhin seinem Job als Games-Programmierer nachgehen, während seine Mitbewohner Tom und Ed herauszufinden versuchen, welchen Regeln Bill von nun an unterworfen ist. (Die Sache mit der Kirche funktioniert übrigens nicht, während Bill nun anfängt zu kokeln, wenn er die Optimus-Prime-Actionfigur seines Freundes anfasst.)

Die Geschichte hätte nett und unterhaltsam werden können, wenn Bill nicht so ein absolut nerviger Idiot gewesen wäre. Abgesehen davon, dass er regelmäßig den Leser anspricht (was ich wirklich nicht mag), ständig auf alles mit "witzigen" Einzeilern reagiert (die definitiv nicht amüsant, sondern eher ein Armutszeugnis bezüglich seines Intellekts sind) und er bei jedem Gespräch mit einer Frau zwischen "oh, sie nimmt mich wahr" und "wie bekomme ich sie nackt auf den Rücken?" schwankt, entwickelt er keinerlei Eigeninitiative. Jeder einzelne Schritt in der Geschichte wird durch äußere Umstände (der Anführer der SoHo-Vampire will ihn loswerden) erzwungen und ohne die Einsatzbereitschaft seiner Freunde Tom und Ed oder die vorausschauende und intrigante Art von Sally wäre Bill innerhalb der ersten 24 Stunden seines Vampirdaseins draufgegangen. Was mir einige Stunden voller "Boah, ist das bescheuert!"- und "Ich hasse den Protagonisten"-Momente erspart hätte.

Ich frage mich nun nicht nur, wie es diese Geschichte überhaupt zur Veröffentlichung durch einen Verlag geschafft hat, sondern auch, was für Leser es sind, die auch noch ganze sechs Bände mit dieser Hauptfigur ertragen haben. Vor allem, da ich bei meiner Suche nach einer Erklärung für all die guten Wertungen über eine Diskussion gestolpert bin, die davon zeugt, dass es in all diesen Fortsetzungen (weiterhin) keinerlei Charakterentwicklung geben wird. "Bill The Vampire" ist für mich bislang eindeutig der Tiefpunkt des Modern-Magic-Bundles.

Montag, 25. Juli 2016

Jeanne Adams: The Tentacle Affaire (A Slip Traveler Novel 1)

Als ich die ersten Seiten von "The Tentacle Affaire" las, musste ich erst einmal eine kurze Pause machen und mir online den Klappentext anschauen, weil ich doch etwas verwirrt von der Mischung aus 9/11-Szenen und Außerirdischen war. Die Geschichte von Jeanne Adams dreht sich um Cait und Aiden, die beide auf ihre Weise die Erde und ihre Bewohner von "übernatürlichen" Einflüssen beschützen. Während Cait seit einigen Jahren für eine außerirdische Organisation als "Wächterin" für die Erde zuständig ist, ist Aiden ein Magier, der immer dann aktiv werden muss, wenn zerstörerische magische Kräfte eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Bei ihrem aktuellen Auftrag treffen die beiden aufeinander und während Cait nicht an Magie glaubt, ist Aiden davon überzeugt, dass es keine Außerirdischen gibt.

Ich fand es ehrlich gesagt sehr lustig, als die beiden am Anfang das Gefühl haben, dass der jeweils andere irgendwie dubios ist, sie aber aufgrund ihrer jeweiligen Methoden nicht herausbekommen, warum sie so alarmiert sind. Denn natürlich funktioniert eine Magiewarnung nicht, wenn die überprüfte Person über keinerlei Magie verfügt, ebenso wie die Suche nach gefährlichen außerirdischen Elementen nicht bei jemandem funktioniert, der durch und durch menschlich ist. Wie so oft bei "Liebesgeschichte" war ich weniger davon angetan, dass sich die beiden Protagonisten nur einen kurzen Moment sehen mussten, um so sehr von einander fasziniert zu sein, dass all die in langen Jahren aufgebaute Berufserfahrung schwindet und von teilweise irrationalem Verhalten abgelöst wird. (Wenn die LiRo-Autorinnen ihre Geschichten mal über Wochen statt über Tage spielen lassen würden, könnte man das auch glaubwürdiger hinbekommen ... *seufz*)

Aber ich muss zugeben, dass die plötzliche Anziehung in diesem Fall noch in Grenzen hielt und verkraftbar war, weil sowohl Cait als auch Aiden weiterhin eine Menge Zeit und Energie in die Lösung ihrer Aufgaben steckten. Außerdem muss ich zugunsten der Autorin betonen, dass zwar beide versuchten einander beizustehen (soweit ihre Informationslage dies zuließ), aber sie sich gegenseitig zustanden, dass der andere in der Lage wäre eine gefährliche Situation zu bewältigen. Gerade Aiden war - schon aufgrund von Caits Vorleben - in der Lage sie ihre eigenen Kämpfe auskämpfen zu lassen, auch wenn das bedeutete, dass er stillhalten und zuschauen musste wie sie ihn beschützte. Das war definitiv eine angenehm Abwechslung zu all den Damen in Not, denen durch ihre "Helden" sämtliche Entscheidungen aus der Hand genommen werden.

Durch Caits Auftrag auf der Erde (das Einfangen eines außerirdischen Haustiers, das im schlimmsten Fall die Trinkwasserversorgung von Washington D.C. mit Gift kontaminieren könnte) und die dazukommenden Komplikationen (ein Senator wird in dem Apartmenthaus ermordet, in dem Cait und Aiden wohnen) gibt es ein paar Krimi-Elemente in der Geschichte, die zwar stellenweise etwas sehr offensichtlich waren (was vielleicht daran lag, dass ich durch den Klappentext ein paar Informationen zu viel hatte), aber auch zu ein paar interessanten und witzigen Szenen führten. Gerade die Begegnungen zwischen den beiden Protagonisten und dem FBI, das den Mörder des Senators sucht, fand ich stellenweise sehr lustig, während ich mich das gesamte Buch über gefragt habe, ob die süße alte Nachbarin vielleicht auch noch ein paar Geheimnisse verbirgt. Insgesamt war "The Tentacle Affaire" eine wirklich nette und unterhaltsame Geschichte, die zwar stellenweise etwas straffer hätte erzählt werden können, bei der ich aber die Protagonisten, die Grundidee und die vielen amüsanten Szenen mochte. Ich würde die Serie vermutlich weiterlesen, auch wenn sie mehr "nett und locker" als "umwerfend" zu lesen ist, aber da es bislang keine Fortsetzung gibt, bleibt es für mich bei diesem ersten Band. 

Sonntag, 24. Juli 2016

SuB-timierung - 1. Halbjahr 2016

Okay, ich gebe zu, dass der Titel wirklich ein blödes Wortspiel für "SuB-Optimierung" darstellt. Aber irgendwie mochte ich das Wort, als es mir im Januar in den Sinn kam, also durfte es bleiben.

Eines meiner Vorhaben für dieses Jahr war herauszufinden, wie mein SuB beschaffen sein muss, damit er sich für mich genau richtig anfühlt. Dabei geht es mir nicht nur um die Anzahl der ungelesenen Bücher, sondern auch um die Genremischung. Um das Ganze etwas detaillierter festzuhalten, gibt es diesen Beitrag.

Durch das SuB-trahieren hatte ich in den letzten 1,5 Jahre die Gelegenheit, mir genau anzuschauen, welche Titel langfristig auf meinem SuB liegengeblieben sind. Darunter gibt es mehrere Kategorien:
- die Autoren, die ich ausprobieren will, die mich aber - zum Teil jahrelang - nie spontan gereizt haben,
- Genres oder Autoren, die ich früher gern gelesen habe und denen ich eine weitere Chance eingeräumt hatte, und
- Fortsetzungen von Reihen, die ich mochte und bei denen ich die ersten Bände auch genossen habe, aber bei denen das Lesen nie eilig schien, weil ich die Titel ja schon sicher im Regal stehen hatte.

Um nun auf den "idealen" SuB zu kommen, hatte ich mir erst überlegt, ich müsste mir anschauen, was für Neuzugänge ich mir in diesem Jahr gönnen würde. Bei meinem Halbjahresbeitrag mit den Neuzugängen ist mir dann aufgefallen, dass ich vor allem Reihenfortsetzungen und Neuerscheinungen gekauft habe. Bei den Reihen habe ich die neu gekauften Bände in der Regel gleich gelesen, ebenso die Neuerscheinungen, solange es sich dabei um Titel handelte, für die ich nicht noch vorhergehende Teile lesen musste. So sind - abgesehen von dem Wühltischkauf und Fortsetzungen, bei denen mir frühere Teile noch fehlen, - nur sehr wenige Titel neu auf dem SuB gelandet. Das liegt aber vermutlich auch daran, dass ich mich bei meinen Buchkäufen vor allem auf Titel konzentriert habe, die für mich "Wohlfühlbücher" sind. Genau genommen waren es alles Romane, bei denen ich beim Lesen nicht viel nachdenken muss und die sich auch in Stresszeiten leicht weglesen lassen. Aber natürlich fallen auch einige Titel, die schon ewig auf meinem SuB ruhen, in diese Kategorie und wurden trotzdem bislang nicht gelesen ...

Vielleicht sollte ich also eher schauen, was für Bücher ich in diesem Jahr bislang so gelesen habe:

Der Januar wurde von mir vor allem mit Geburtstags- und Weihnachtsbüchern bestritten - kein Wunder, schließlich gab es zu den beiden Ereignissen so viele tolle neue Bücher für mich, dass ich mich kaum entscheiden konnte, welchen Titel ich als erstes lesen soll. Im Februar mischten sich dann die ersten Leihgaben und Bibliotheksbücher in meine Leseliste, ansonsten ging es weiter den Neuzugängen an den Kragen. Insgesamt waren das vor allem Fantasybücher und zur Abwechslung gab es Jugendbücher, historische Romane und zwei Krimis.

Im März und April habe ich mich dann endlich mal etwas entschlossener auf den SuB gestürzt, wobei ich abgesehen von "Twisted River" wieder vor allem Fantasybücher aus dem Regal gezogen habe. Dazu kamen dann noch zwei Krimis aus der Bibliothek, ein Historical, ein Roman über Nigeria und eine biografisch angehauchte Geschichte - anscheinend brauchte ich so langsam wieder deutlich mehr Abwechslung beim Lesen.

Auch der Mai war recht abwechslungsreich mit Jugendbüchern, Fantasytiteln, Kriminalromanen und Sachbüchern - und so langsam beschleicht mich der Verdacht, dass ich bei vielen Genres mit Leihgaben (entweder von Freunden oder aus der Bibliothek) vollkommen zufrieden bin, während meine bevorzugten Fantasybücher wirklich bei mir im Regal landen müssen, damit ich immer wieder auf sie zurückgreifen kann. Gerade bei den Jugendbüchern reicht es mir vollkommen, wenn ich meine Neugier durch Bibliotheksausleihen befriedigen kann. Denn selbst wenn ich das Lesen wirklich genieße und die Protagonisten mir am Herzen liegen, so habe ich nicht das Gefühl, ich müsste diese Romane besitzen.

Der Juni war mengenmässig ein unglaublicher Lesemonat, wobei von 26 gelesenen Büchern 18 Titel Kriminalromane waren - und wieder kann ich sagen, dass es mir vollkommen ausgereicht hat, dass ich diese Krimis ausgeliehen hatte. Kriminalromane, die in meinem Bestand landen, müssen mir nicht nur besonders gut gefallen, sondern sie dürfen anscheinend auch nicht in der Bibliothek verfügbar sein.

Nach dem halben Jahr könnte ich vielleicht sagen, dass ich nur noch Fantasybücher kaufen muss, denn die lese ich sehr viel und bekomme sie in der Regel nicht in der Bibliothek. Aber so ganz passt das auch nicht. Denn auch wenn ich sehr oft zu Fantasytiteln greife, so würden mir die allein definitiv nicht reichen, selbst wenn ich meine Bibliotheksausleihen (Kriminalromane, Jugendbücher, Sachbücher, allgemeine Romane) dazurechne. Es gibt immer noch genügend Lesebedürfnisse, die nicht mit Fantasytiteln und Bibliotheksausleihen abgedeckt werden können. Außerdem ist mir bewusst, dass mein Leseverhalten in den letzten Monaten vor allem davon geprägt war, dass ich Ablenkung und Entspannung suchte. Doch vor allem frage ich mich auch nach einem Blick auf die Leseliste immer noch, warum bestimmte Titel auf dem SuB verbleiben, obwohl sie doch theoretisch zu denen gehören müssten, die ich sofort und mit Begeisterung lesen sollte.

Ich habe mir in den letzten Monaten wirklich viele Gedanken um meinen SuB gemacht und weiß immer noch nicht so recht, wie mein "idealer SuB" aussehen müsste. Vielleicht gibt es sowas wie den idealen SuB ja für mich nicht, weil die Anforderungen an meinen SuB stimmungsabhängig sind, aber noch will ich diese Überlegungen nicht aufgeben und beobachte lieber noch ein paar weitere Monate die Entwicklungen auf meinem SuB, was ich in der Regel lese und welche Neuzugänge es zu mir schaffen.

Das Einzige, was ich nach den bisherigen SuB-trahiert-Beiträgen sicher sagen kann, ist, dass Romane, die ich gekauft habe, weil ich den Autor ausprobieren wollte (nur um endlich mal wieder einen neuen Autor auszuprobieren), entweder sofort von mir gelesen werden oder sehr, sehr lange auf dem SuB ruhen. Erschreckenderweise trifft das inzwischen sogar schon auf die ersten englischen Titel zu. Vielleicht sollte ich mir die gezielt für August vornehmen ...

Samstag, 23. Juli 2016

Ich lese ja immer wieder gern ...

... wenn andere Menschen über ihre Bibliothekserfahrungen schreiben. So habe ich selbst vor Jahren schon einmal einen Beitrag darüber gebloggt, wie sehr Bibliotheken zu meinem Leben gehören (und wie schade ich es finde, dass der persönliche Kontakt zu den Bibliotheksmitarbeitern durch Elemente wie die Selbstverbuchung abnimmt).

In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, wie häufig doch in den regionalen Nachrichten von Bibliotheks- (und Schimmbad)-Schließungen die Rede ist. Die kommunalen Finanzen müssen für viele Aufgaben reichen und anscheinend setzen einige Politiker darauf, dass eine Zweigstelle weniger nicht schaden wird oder es reicht, wenn es eine Bibliothek in der Nachbarstadt gibt.

All diesen Entscheidungsträgern würde ich jetzt gern einen Artikel der Autorin Hatice Akyün (veröffentlicht in der "Zeit") unter die Nase halten, über den ich am Donnerstag gestolpert bin. Da mir das nicht möglich ist, möchte ich zumindest für euch diesen tollen Text hier verlinken:


Freitag, 22. Juli 2016

Shaun Tan: The Arrival (Comic)

"The Arrival" von Shaun Tan lässt sich nur sehr schlecht in ein Genre stopfen. Es ist eine Art Bilderbuch, aber nicht für kleine Kinder gedacht, obwohl diese sich gewiss auch an den Zeichnungen erfreuen können. Ich bezweifle aber, dass kleine Kinder den Inhalt wirklich erfassen würden. Ich persönlich habe den Titel jetzt mal als "Comic" belabelt, einfach weil darunter für mich so gut wie jede Veröffentlichung fällt, die (vor allem) in Bildern erzählt wird (und eben kein Bilderbuch ist). "The Arrival" kommt vollkommen ohne Text aus und wird von Shaun Tan ausschließlich in - sehr schön gearbeiteten - Bleistiftzeichnungen erzählt. Gestolpert bin ich über diesen Titel bei Natira (Link führt zu ihrer Rezension), die auch so lieb war und mir ihr Exemplar geliehen hat.

In "The Arrival" begleitet der Betrachter einen Mann, der Frau und Tochter zurücklässt, um in einem neuen Land Fuß zu fassen. Seine Heimat wird von einer nicht näher definierten Gefahr bedroht, die sehr eindringlich durch dornige Tentakeln, die über allem schweben, dargestellt wird. Man kann Bild für Bild den Abschied von der Familie, die Abreise und die Überfahrt ins neue Land verfolgen, wobei Shaun Tan dem Betrachter viel Raum für eigene Gedanken lässt. So wird die Länge der Überfahrt zum Beispiel durch eine Doppelseite voller kleiner Wolkenbilder dargestellt, bei der man sich nicht nur gut vorstellen kann, dass jedes Bild für einen Reisetag steht, sondern man auch so weit beim Verfolgen der Handlung verlangsamt wird, dass man anfängt, sich all die Überlegungen, Ängste und Hoffnungen, die den Reisenden beschäftigen, vorzustellen.

Während das Heimatland des Reisenden - inklusive all der Details, die sein Zuhause zu einem Heim machten, - dem Betrachter vertraut vorkommt, wirkt das neue Land ungemein befremdlich. Doch bevor der Protagonist sich überhaupt umschauen kann, muss er eine ausführliche (und wie ich fand demütigende) Aufnahmeprozedur über sich ergehen lassen. Erst mit einem neuen Ausweisdokument in der Hand darf er einen Fuß in seine neue Heimatstadt setzen. Dabei verwendet der Zeichner wunderbar abstrakt und befremdlich wirkende Elemente, um zu verdeutlichen, wie verloren der Mann in diesem neuen Land ist, in dem er weder die Schrift noch die Gebräuche kennt.

Das gesamte Land ist bis ins Detail vollkommen fremdartig und verwirrend. Die Schrift besteht aus unverständlichen Symbolen, die Gebäude sind seltsam und irritierend und das Essen so unvertraut, dass der Mann häufig Hilfe benötigt, um überhaupt herauszufinden, was er damit anfangen soll. Dabei verzichtet Shaun Tan darauf, seinen Protagonisten einem feindlichen Umfeld auszusetzen, die Fremdartigkeit seiner neuen Stadt ist schon bedrückend genug. Umso schöner ist es, dass der namenlose Mann nach und nach andere Menschen kennenlernt, und so erfährt man auch von den anderen Personen, die Zuflucht in diesem Land gefunden haben, welche Gründe sie aus ihrer Heimat vertrieben haben.

Mit "The Arrival" erzählt Shaun Tan eine ruhige, feine Geschichte von Auswanderung. Die Zeichnungen des Künstlers finde ich wirklich wunderschön, ebenso wie die Details, auf die er in dieser Geschichte seinen Fokus legt. Durch diese Reduziertheit auf wesentliche Aspekte - wobei die wesentlichen Elemente eben manchmal nur aus einem kleinen Gegenstand oder einer Geste bestehen - fand ich die Handlung besonders anrührend. Nach dem Lesen ist dieser Titel gleich auf meiner Wunschliste gelandet, weil er zu den Büchern gehört, die ich gern in meinem Bestand hätte, um sie immer wieder in die Hand nehmen zu können.

Ach ja, Beispielbilder und Hintergründe zu der Veröffentlichung finde man auf der Webseite von Shaun Tan: The Arrival

Mittwoch, 20. Juli 2016

Fred Bruemmer: Mein Leben mit den Inuit - Reisen zwischen Grönland und Alaska

Vor gut 1 1/2 Jahren hatte Natira auf ihrem Blog Fred Bruemmers "Mein Leben mit den Inuit - Reisen zwischen Grönland und Alaska" besprochen und mich neugierig auf den Titel gemacht. Als Kind habe ich zahlreiche Dokumentationen gesehen, und viele davon drehten sich auch um das Leben der Menschen und Tiere in der Arktis. Ich weiß nicht, ob mir daher der Name von Fred Bruemmer vertraut vorkommt, aber auf jeden Fall war ich überrascht davon, wie viele Details ich in dem Buch gefunden habe, die ich schon wusste. Trotzdem war es faszinierend, von den Aufenthalten Fred Bruemmers bei den verschiedenen Inuit (und Eskimo) zu lesen. [Zum Thema "Inuit" und "Eskimo": Es werden in dem Buch verschiedene Inuit-Gruppen erwähnt, aber es wird eben auch betont, dass nicht alle Inuit sind und einige sich selbst als Eskimos bezeichnen. Bei einem Buch, das bereits 1995 ins Deutsche übersetzt wurde, finde ich das schon bemerkenswert.]

Der Fotograf und Schriftsteller hat viele Monate des Jahres auf Reisen verbracht und die meisten dieser Reisen führten ihn in arktische Regionen. Dabei lebte er oft monatelang als Teil einer einheimischen Familie und hatte so die Gelegenheit, ihren Alltag mit ihnen zu teilen. Als er in den 70er Jahren anfing, das Leben der Inuit zu dokumentieren, war schon abzusehen, dass die traditionelle Lebensweise nicht mehr lange überleben würde. So sind auch die in dem Buch beschriebenen Aspekte eine Mischung aus Dingen, die er selbst erlebt hat, und Sachen, die ihm erzählt wurden. Wobei Fred Bruemmer es immer wieder erstaunlich fand, wie genau die mündlichen Überlieferung seiner Gastgeber waren - was sich zum Teil anhand von historischen Aufzeichnungen von Missionaren, Entdeckern und "Eroberern" nachvollziehen ließ.

Es ist spannend, wie viele Informationen in diesen wenigen Seiten gesammelt sind. Dabei erzählt Fred Bruemmer meinem Gefühl nach relativ unsortiert von seinen Reisen. Das liegt aber wohl vor allem daran, dass er - laut Inhaltsangabe - eine zeitliche Sortierung vorgenommen hat, in der er chronologisch von der Besiedlung der Arktis bis in heutige Zeit vordringt, aber trotz dieses roten Fadens gefühlt eher von Thema zu Thema hüpft. So liest man von seinen ersten Aufenthalten, den Fehlern, die er im Zusammenleben mit den Inuit gemacht hat, von den Jagd- und Sammelerlebnissen, von der Nahrung, der Erziehung, dem Handwerk und vielen anderen faszinierenden Dingen. Dafür, dass das Buch so schmal ist, habe ich zum Lesen relativ lange gebraucht, weil es eben so viele Informationen enthielt, gleichzeitig hatte ich aber nie das Gefühl, der Text wäre überfrachtet oder gar langweilig. Ich fand all die Begebenheiten und Details, die Fred Bruemmer über das Leben der Inuit zu erzählen hatte, interessant und kurzweilig zu lesen.

Da "Mein Leben mit den Inuit" Informationen zusammenfasst, die der Autor über einen Zeitraum von 30 Jahren gesammelt hat, und auch auf viele verschiedene Begebenheiten in all der Zeit eingeht, lässt sich zudem gut nachvollziehen wie sehr sich das Leben der Inuit in diesen wenigen Jahren verändert hat. In den 90er Jahren war die traditionelle Lebensweise für viele nur noch etwas, dem man in den Sommerferien nachging - wenn überhaupt -, und auch dabei wurde natürlich häufig auf Werkzeuge und andere Annehmlichkeiten zurückgegriffen, die durch moderne Materialien und Fertigungen zur Verfügung stehen. Dabei fand ich es spannend, dass man zwar bei Fred Bruemmer auch eine gewisse Wehmut über all das verloren gegangene Wissen verspürt und eine Sehnsucht nach der Ursprünglichkeit, Gefährlichkeit und Ausgeglichenheit der traditionellen Lebensweise, dass er aber die Änderungen nicht verurteilt. Ein bisschen fühlt sich das für mich nach dem Lesen des Buches so an, als ob die große Bewunderung, die der Autor für die Überlebensfähigkeit der ersten Bewohner dieser unwirtlichen Regionen und für all die Kniffe, die sie sich zum Überleben in der Arktis beigebracht haben, bei ihm zu dem Schluss führt, dass die Menschen auch in Zukunft einen Weg finden werden, um in und mit der Arktis leben zu können.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Patricia Wentwort: Der Stoß von der Klippe (Miss Silver 3)

Mit dem dritten Miss-Silver-Roman, "Der Stoß von der Klippe", habe ich endlich einen Titel erwischt, in dem Miss Silver eine größere und nachvollziehbarere Rolle spielt als in "Grey Mask" und "Ein abgeschlossener Fall". Dieses Mal wird die Geschichte vor allem aus der Perspektive von Rachel Treherne erzählt, die vor vielen Jahren ein großes Vermögen von ihrem Vater geerbt hat. Dabei hat der Vater zwar kein unumstößlichen Regeln aufgestellt, aber bestimmte Wünsche geäußert, wie mit dem Geld nach seinem Tod zu verfahren sei - und Rachel hat seitdem versucht nach diesen Wünschen zu handeln. So wird sie seit zwanzig Jahren von diversen Familienangehörigen umkreist, die anscheinend nichts anderes im Kopf haben, als die Frage wie sie von Rachel Geld bekommen können.

Obwohl Rachel nur mit wenigen Familienmitgliedern wirklich liebevoll verbunden ist, schockiert es sie, als sie nach mehreren Vorfällen befürchten muss, dass jemand nach ihrem Leben trachtet. Hin und her gerissen zwischen Unglauben und Angst wendet sie sich an Miss Silver und bittet die Detektivin um Hilfe. Dies führt dazu, dass Miss Silver nicht nur schon auf den ersten Seiten einen Auftritt hat, sondern auch wenige Zeit später als Besucherin in dem große Familiensitz der Treherne aufläuft, um sich die verschiedenen Familienmitglieder genauer anzuschauen. Prompt kommt es am Abend von Miss Silvers Ankunft zu einem weiteren Anschlag auf Rachels Leben, der nur durch einen glücklichen Zufall nicht zum Erfolg führt.

Ich muss zugeben, dass "Der Stoß von der Klippe" bislang mein liebster Miss-Silver-Roman ist, da das Tempo der Handlung und die Besetzung mich hier am meisten überzeugen konnten. Auch habe ich so lange darauf gewartet, dass Miss Silver endlich eine größere Rolle in den Geschichten spielt, dass ich mich allein schon über die diversen Szenen gefreut habe, in denen sie ganz harmlose Gespräche führt und dabei das eine oder andere schmutzige kleine Geheimnis herausfindet. Agatha Christies Erzählweise finde ich immer noch etwas stimmiger, aber mit "Der Stoß von der Klippe" hat Patricia Wentworth meine Erwartungen an einen britischen Cozy voll erfüllt.

Durch die Konzentration der Handlung auf ein großes Haus, in dem ein Haufen Menschen aufeinandersitzen, die sich teilweise zu gut kennen, um wirklich höflich miteinander umzugehen, kommt deutlich mehr Spannung auf als in den anderen Geschichten der Autorin, die ich bislang gelesen habe. Außerdem gibt es regelmäßige Treffen zwischen Miss Silver und Rachel, die dem Leser immer wieder die Möglichkeit geben seinen Wissensstand zu überprüfen und zu überlege, welche Auswirkungen die neuen Entdeckungen haben könnten. Ganz unvorhersehbar war die Auflösung so nicht, aber die Konfrontation mit der verdächtigen Person wurde von Patricia Wentworth sehr atmosphärisch und spannend geschrieben. Es hat mir wirklich Spaß gemacht das zu lesen.

Am Ende habe ich nur noch einen Kritikpunkt (den ich genaugenommen bei so gut wie jedem anderem Kriminalroman - nicht nur aus den 20er- und 30er-Jahren - anwenden könnte): Es wäre schön, wenn nicht immer die Protagonistinnen im Laufe der Geschichte darauf angewiesen wären, dass ein starker Mann ihnen Halt und Unterstützung gibt. So wie man Rachel am Anfang des Romans kennenlernt, ist sie eine vernünftige und intelligente Frau mit einiger Lebenserfahrung. Und doch sorgt die Angst - mehr darum, dass der Täter jemand sein könnte, der ihr am Herzen liegt, und weniger um ihr eigenes Leben - dafür, dass sie am Ende kaum noch klar denken kann und einen männlichen Begleiter benötigt, der all ihre Entscheidungen und Gedanken absegnet. Das ärgert mich, hält mich aber trotzdem nicht davon ab weiter "ältere" Kriminalromane zu genießen. :)

Samstag, 9. Juli 2016

Von Handwerkern und anderem

Pünktlich am Montagmorgen um 7:50 Uhr dröhnten die ersten Hammerschläge durchs Haus. Seitdem werden meine Tage von der Geräuschkulisse des Wohnungsumbaus der Nachbarn bestimmt. Ich kann verstehen, dass die Handwerker bei den Temperaturen und dem ständigen Rein- und Rausgehen mit offenen Fenstern und Türen arbeiten, aber so fühlt es sich an, als ob sie direkt neben meinem Schreibtisch Fliesen von den Wänden schlagen würden. Dabei arbeiten diese Handwerker so rücksichtsvoll wie möglich, sind immer höflich, legen jeden Morgen eine Schutzplane durchs gesamte Treppenhaus und fegen, wenn sie Feierabend machen, hinter sich her. Die durchgehende Geräuschkulisse ist anstregend, aber ich hoffe, dass dieser Umbau wirklich verhältnismäßig schnell erledigt ist, weil eben alles deutlich geplanter und viel zügiger läuft als bei der Renovierung direkt über uns vor zwei Jahren.


Da das Wetter bei uns langsam wirklich sommerlich ist, war ich in den letzten Tagen nur frühmorgens im Garten. Mir wird es wirklich schon wieder zu warm - und fürs Wochenende sind für unsere Region Temperaturen um 30 Grad angekündigt, da muss ich mal schauen, was ich so auf die Reihe bekomme. Ursprünglich wollten wir an diesem Wochenende Essen gehen, um unseren zehnten Hochzeitstag zu feiern, aber nun ist mein Mann am Freitag verreist, um bei der Hochzeit seines damaligen Trauzeugen den gleichen Dienst zu verrichten. Ich habe die Zeit gestern schon genutzt, um etwas Umräumchaos anzurichten. Es gibt ein paar Ecken, die ich schon länger angehen wollte, für die ich aber ein paar hinderliche Stapel (und Möbelstücke) im Wohnzimmer zwischenlagern muss. Dafür ist so ein langes Wochenende ohne Ehemann doch perfekt!


Aber erst einmal beginne ich den Samstag gemütlich mit einer Tasse Tee und beende dabei die vor einer Woche begonnenen Restesocken, während ich einen ersten Blick auf die anderen Beiträge beim "Samstagsplausch" von Andrea werfe.

Freitag, 8. Juli 2016

Eric R. Asher: Days Gone Bad (Vesik 1)

"Days Gone Bad" von Eric R. Asher ist ein weiterer Titel aus dem "Modern Magic"-Bundle, den ich im Juni gelesen habe. Ich muss zugeben, dass ich bisher wirklich zufrieden mit diesem Bundle bin, denn auch wenn nicht jedes Buch komplett meinen Geschmack trifft, so fühle ich mich doch gut unterhalten und freue mich über die Abwechslung und die ganzen neuen Autoren. Die Hauptfigur in "Days Gone Bad" ist der Nekromant Damian Valdis Vesik. Damian ist 30 Jahre alt, besitzt einen Laden mit "Magiezubehör", in dem drei Faeries in einer alten Standuhr leben und der von zwei Cu Sidhe  "bewacht" wird, und ist eigentlich ein vollkommen durchschnittlicher Typ mit einem miesen Sinn für Humor.

Ich muss zugeben. dass es mir schwerfällt zu begründen, warum ich diese Geschichte unterhaltsam fand, während mir gleichzeitig Dutzende von Kritikpunkten einfallen. Die Handlung ist eigentlich recht einfach: Damian muss verhindern, dass ein Dämon auf die Erde beschworen wird. Natürlich weiß er nicht von Anfang an genau, was los ist, sondern muss Stück für Stück Informationen sammeln, wobei ihm seine Meisterin Zola, die Faeries, Vampire und andere übernatürliche Wesen helfen. Unterbrochen wird diese Informationssuche von alltäglichen Szenen, in denen Damian zum Beispiel einen Frack für eine Hochzeit ausleiht, eine Aushilfe für seinen Laden einstellt und ähnlich "aufregende" Dinge macht. Durch diese ganzen Abschweifungen mäandert die Handlung so vor sich hin und gewinnt nur durch gelegentliche Kämpfe gegen abtrünnige Vampire, Zombies und andere Wesen an Spannung.

Dabei wirft Eric R. Asher den Leser vollkommen unvorbereitet in diese Welt, in der die meisten Menschen nicht wissen, dass es überhaupt übernatürliche Wesen gibt und ein Haufen Wächter dafür sorgt, dass es auch so bleibt. Ich mochte diese Welt eigentlich sehr gern, obwohl nur hier und da eingestreute Nebenbemerkungen und eine kleine Szene zu Beginn des Romans überhaupt darauf hinweisen, dass es nicht für jeden selbstverständlich ist, dass Vampire, Feen, Hexen und Totenbeschwörer rumlaufen, und ich habe kein Problem damit, wenn ich mich erst einmal ohne Hintergrundwissen auf so etwas einlassen muss. Der Autor geht angenehm klischeefrei mit den verschiedenen Fantasyfiguren um, so können seine Vampire sich frei bei Tageslicht bewegen (auch wenn ihre Kräfte da eingeschränkt sind) und gönnen sich hier und da ein Frettchen als Snack, die Faeries haben kein Problem mit Eisen und sind dafür ungemein begabte Handwerker, die magische Gegenstände erschaffen können, Nekromanten sind vor allem deshalb Nekromanten, weil sie eine angeborene Fähigkeit haben, und nicht, weil sie von sich aus beschlossen haben, sich mit Toten zu beschäftigen, und auch sonst gibt es immer wieder nette neue Aspekte zu entdecken.

Ein Problem hatte ich hingegen mit einer Szene, in der jemand nur zum Spaß einen Schwarm Tauben explodieren lässt. Das Ganze sollte lustig sein, aber da hat der Autor bei mir eine Grenze überschritten, an der mein Humor definitiv endet. Auch sonst gibt es einige Szenen, bei denen ich mir mehr ernsthafte Handlung und weniger flache Scherze gewünscht hätte - und das sind häufig auch die Momente gewesen, in denen ich den - ansonsten eigentlich ganz sympathischen - Protagonisten unausstehlich fand. Mit den Elementen, die dafür gesorgt haben, dass die Reihe eine "ab 17"-Empfehlung bekommen hat, kam ich hingegen gut zurecht. Mit Blut, Verwesung usw. muss man meiner Meinung nach nun mal rechnen, wenn man einen Roman rund um einen Nekromanten liest - und hier gehen diese unappetitlichen Beschreibungen eigentlich noch und werden dadurch aufgelockert, dass es keine Kampfszenen gibt, in der Damian allein ist, so dass es auch dabei viele Beweise von Freundschaft und Vertrauen zwischen ihm und seinen Verbündeten gibt. Überhaupt mochte ich all die Nebenfiguren wirklich sehr. Eric R. Asher hat sie zwar fast alle mit überlebensgroßen Fähigkeiten ausgestattet, was die Rettung der Welt für Damian vielleicht etwas arg einfach macht, aber sie haben trotzdem alle (liebenswerte) Schwächen.

Unter den amerikanischen Rezensenten zu diesem Buch gibt es einige, die die Vesik-Romane mit Jim Butchers Harry-Dresden-Serie vergleichen. Eine gewisse Ähnlichkeit sehe ich auch, wobei ich der Meinung bin, dass Jim Butcher selbst den ersten "Harry Dresden" so viel besser, spannender, emotionaler und ausgewogener geschrieben hat, als es Eric R. Asher mit "Days Gone Bad" gelungen ist. Trotzdem gibt es genügend Aspekte bei diesem Roman, die ich reizvoll und unterhaltsam fand, so dass ich darüber nachdenke, der Reihe eine weitere Chance zu geben, um herauszufinden, ob der Autor in der Fortsetzung vielleicht eine bessere Balance gefunden und ein paar Schwächen beseitigt hat.

Mittwoch, 6. Juli 2016

J. Kenner: Tainted (The Blood Lily Chronicles 1)

Auch "Tainted" von J(ulie) Kenner gehört zu dem "Modern Magic"-Bundle, und ist der Auftaktband einer Trilogie rund um Lily Carlyle. Die Geschichte wird auf englischsprachigen Seiten als Mischung aus Urban Fantasy und Romance Fantasy bezeichnet. Wobei ich letztere Zuordnung etwas gewagt finde, weil es - in meinen -Augen - keine romantischen Szenen gibt, sondern nur eine intensive körperliche Anziehung zwischen der Protagonistin und einem weiteren Charakter. Mich schrecken solche "ich seh ihn, ich will ihn und ich kann nicht glauben, dass er böse ist, weil ich ihn ja so heiß finde"-Elemente ja eher ab, aber das hindert mich trotzdem nicht daran, ab und an so ein Buch zu lesen.

Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive von Lily Carlyle, die kurz vor Beginn der Geschichte stirbt, als sie den Mann töten will, der ihre vierzehnjährige Schwester Rose missbraucht hat. Während ihres Todes hat Lily eine seltsame Vision, in der ihr eine zweite Chance angeboten wird. Wenn sie sich in den Dienst des "Guten" stellt und bereit ist als Kämpferin gegen Dämonen die Apokalypse zu verhindern, darf sie ins Leben zurückkehren. Auch wenn Lily nie besonders gläubig war, findet sie die Vorstellung im Auftrag Gottes das Böse zu bekämpfen sehr reizvoll - vor allem wenn das bedeutet, dass sie nicht sterben muss.

Doch nach ihrem Erwachen muss sie feststellen, dass ihre zweite Chance doch etwas anders aussieht, als sie es sich vorgestellt hat. Auf der einen Seite verfügt sie nicht mehr über ihren Körper, sondern "bewohnt" nun den Körper der 22jährigen Alice, die als Kellnerin im Pub ihres Onkels Ethan arbeitet, und auf der anderen Seite muss sie sich vom ersten Augenblick an gegen Dämonen wehren, die sie angreifen. Ihr froschartiger "Mentor" Clarence scheint kaum eine ihrer Fragen beantworten zu wollen und so muss Lily recht orientierungslos ihr Leben als Dämonenjägerin in Angriff nehmen. Immerhin bekommt sie täglich Kampftrainig, das auch schnell erste Erfolge zeigt, und sie muss feststellen, dass sie gar nicht so schlecht darin ist, Dämonen zur Strecke zu bringen.

Dummerweise muss sie neben der Dämonenjagd auch noch das Leben von Alice führen, ohne dass jemand Verdacht schöpft. Was für Lily auch bedeutet, dass sie herausfinden will, wer Alice umgebracht hat, und was Alice mit Deacon Camphire verbindet, der einerseits sooooo sexy ist und andererseits nicht vertrauenswürdig zu sein scheint. Wie schon angedeutet: Ich hätte auf diese "Liebesgeschichte" verzichten können. Auch fand ich die "überraschende" Wendung, die erst am Ende des Romans kam, sehr vorhersehbar. Davon abgesehen war "Tainted" eine nette und unterhaltsame Geschichte mit einer sympathischen Hauptfigur.

Lily hat sich von ihrem vierzehnten Lebensjahr an um ihre kleine Halbschwester Rose gekümmert, während ihr Stiefvater nach dem Tod ihrer Mutter in einer Flasche verschwand und zu nichts zu gebrauchen war. Dabei ist Lily nicht immer gesetzestreu gewesen und hat so einiges getan, das eindeutig unmoralisch war. Sie versucht nicht ihre Handlungen schön zu reden, ihr ist bewusst, dass sie manchmal den "leichten" statt den "richtigen" Weg genommen hat und insgesamt wirkt die Figur gerade deshalb sehr stimmig. Auch im Laufe der Handlung trifft sie die eine oder andere dumme Entscheidung, sei es im Kampf gegen einen Dämonen oder bei der Frage, ob sie ihre kleine Schwester im Auge behalten kann, obwohl Lily doch offiziell gestorben ist.

Ich habe einfach eine Schwäche für Kick-ass-Heldinnen, die einen stimmigen Hintergrund haben, und da ich in den letzten Rezensionen immer mal wieder auf "Buffy" verwiesen habe: Lily erinnert mich an Faith - eine Faith, die eine Menge dafür tut, das "Richtige" zu tun, und die doch immer wieder scheitert, weil es für sie nicht so einfach ist zwischen "richtig" und "falsch" zu unterscheiden. So habe ich mich - trotz der unglaublichen Anziehung zwischen Lily und Deacon - gut unterhalten gefühlt und überlege sogar, ob ich mir irgendwann noch einmal die beiden Folgebände anschaffe, um herauszufinden, ob Lily die Welt letztendlich vor der Apokalypse bewahren kann.

Montag, 4. Juli 2016

Patricia Wentworth: Ein abgeschlossener Fall (Miss Silver 2)

"Ein abgeschlossener Fall" ist der zweite Miss-Silver-Roman von Patricia Wentworth und die Geschichte hat mich noch besser unterhalten als der Reihenauftakt "Grey Mask". Erzählt wird die Handlung zum Großteil aus der Perspektive von Hilary Carew, deren impulsives Handeln auch die ganze Geschichte ins Rollen bringt. Da Hilary auf einem Bahnsteig ihren ehemaligen Verlobten Henry Cunningham sieht und ein Zusammentreffen mit ihm vermeiden will, springt sie in den nächstbesten Zug. Doch statt im Abteil in Ruhe über ihr Pech und den Streit, der zur Auflösung der Verlobung geführt hatte, nachdenken zu können, wird sie von einer Mitreisenden angesprochen, die sichtbar erregt und verängstigt ist.

So recht kann sich Hilary keinen Reim auf die unzusammenhängenden Aussagen, die über Mrs. Mercers Lippen kommen, machen. Sie kann nur vermuten, dass die Erregung der Frau mit dem Prozess zusammenhängt, der vor einem Jahr gegen den Mann von Hilarys Cousine Marion geführt wurde. Marions Mann Geoffrey Grey wurde damals für schuldig gesprochen seinen Onkel James Everton ermordet zu haben. Dabei wurde der Aussage von Mrs. Mercer, die gemeinsam mit ihrem Mann bei Mr. Everton angestellt war, großes Gewicht beigemessen, so dass sie in erster Linie dafür verantwortlich war, dass Geoffrey verurteilt wurde.

Doch das Verhalten der Frau im Zug und die Tatsache, dass ihr Mann Alfred Mercer am nächsten Tag ein zufälliges Zusammentreffen mit Hilary arrangiert, um diese davon zu überzeugen, dass seine Frau den Verstand verloren hat, sorgt dafür, dass die junge Frau auf eigene Faust Ermittlungen anstellt. Je mehr Hilary dabei auf Ungereimtheiten stößt, desto mehr ist sie davon überzeugt, dass sie bei der ganzen Sache Unterstützung benötigen könnte. Und da sie sowieso einen Vorwand suchte, um wieder Kontakt zu Henry aufnehmen zu können, wendet sie sich an ihn. Obwohl Henry der Meinung ist, dass Hilarys Fantasie mit ihr durchgeht und dass Geoffrey zu Recht verurteilt wurde, engagiert er Miss Silver, um mehr über das Ehepaar Mercer herauszufinden.

Wie schon gesagt, mir hat "Ein abgeschlossener Fall" gut gefallen. Hilary und Henry sind sympathische Protagonisten mit Ecken und Kanten und ich mochte Hilarys Entschlossenheit. Obwohl sie immer wieder in unangenehme Situationen gerät, ist es ihr wichtig die ungeklärten Punkte aufzulösen und mehr über den Mord zu erfahren. Wobei auch die erschreckende Entwicklung, die ihre Cousine Marion - mit der sie seit Geoffreys Verurteilung zusammenlebt - im letzten Jahr durchgemacht hat, eine große Motivation für Hilary darstellt.

Miss Silver wiederum spielt in diesem Roman eine ebenso kleine Rolle wie in "Grey Mask". Wenn ich ehrlich bin, dann ist ihre Rolle nicht kleiner als z.B. die von Miss Marple in "Die Schattenhand". Aber da mir Miss Silver nicht so vertraut ist und man als Leser während der Ermittlungen so gar nichts von ihren Überlegungen und Aktionen mitbekommt, wünsche ich mir wirklich, dass sie mal eine größere Rolle in einem Roman bekommen würde. Bislang kenne ich Miss Silver nur in zwei Varianten: Einmal als gelassene, etwas tantenhafte ältere Dame mit Strickzeug in ihrem Büro und dann als "verdeckte" Ermittlerin, bei der man sich fragt, wo sie denn jetzt auf einmal herkommt. Bei Miss Marple finde ich das Verhalten schlüssiger. Wenn sie jemanden auf die richtige Spur setzt oder um konkrete Aktionen bittet, dann weil sie selber dazu - aus zeitlichen Gründen oder aufgrund ihres Alters - nicht in der Lage ist.

Bei Miss Silver gibt es hingegen Momente, wo sie aktiv ist, so dass ihre Gesundheit nicht der Grund sein kann, warum sie bestimmte Sachen delegiert. Außerdem hat sie anscheinend Angestellte (wenn ich nach einer Szene in "Grey Mask" gehen kann), so dass ich mich frage, warum diese nicht rumlaufen und Zimmermädchen befragen oder Garagen abklappern. So ganz schlüssig finde ich Miss Silver als Figur also noch nicht, trotzdem hat mir die Geschichte Spaß gemacht. Der Fall war solide konstruiert und nicht so offensichtlich, dass man nicht mehr "mitermitteln" konnte, die Protagonisten sympathisch und die Handlung deutlich ausgewogener als z.B. bei "The Black Cabinet". Ich denke, ich werde auch mit den weiteren vier Miss-Silver-Romanen, die in der Bibliothek vorhanden waren, noch ein paar nette Lesestunden verbringen - und hoffe, dass in den Büchern die ungewöhnliche Privatdetektivin eine etwas größere Rolle einnehmen wird.

Samstag, 2. Juli 2016

Monatsanfang


Irgendwie habe ich das Gefühl, ich hätte mich im ersten Halbjahr 2016 besonders tief eingegraben, und als ich wieder hochguckte, war das halbe Jahr vorbei. Es hat mir gut getan, viel Zeit mit mir und meinen Büchern zu verbringen. Auf der anderen Seite hätte es mich auch gefreut, wenn ich ein paar Sachen mehr auf die Reihe bekommen hätte, aber noch ist das Jahr ja nicht zu Ende. ;)


Diese Woche hat einige Veränderungen im Haus gebracht. Die Lieblingsnachbarn mussten leider ausziehen und die neuen Eigentümer der Nachbarwohnung werden wohl in den nächsten Wochen größere Umbauarbeiten vornehmen. Ich hoffe nur, ich muss nicht wieder meine Arbeitszeiten in die Nächte verlegen, um genügend Ruhe vor dem Renovierungslärm zu haben. Immerhin war das Wetter in den vergangenen Tagen - dank Wind und regelmäßiger Bewölkung - perfektes Sommerwetter für mich. Es war nicht zu heiß, aber warm und trocken genug, dass ich frühmorgens in den Garten gehen konnte, sogar so trocken, dass ich keine einzige Schnecke mehr gesehen habe. Nun kann ich nur noch abwarten und hoffen, dass meine neu gepflanzten Sträucher trotz der Schäden, die die kleinen Schleimer verursacht haben, im Laufe des Sommers noch gedeihen.


Ansonsten freue ich mich über die Selbstverständlichkeit, mit der ich inzwischen Sauerteig-Brote backe. Schließlich hatte ich davor jahrelang Respekt, und nun genieße ich es sehr und experimentiere dabei fröhlich vor mich hin. Am Mittwoch überkam es mich und ich habe spontan versucht, eine "Sollbruchstelle" in meinem Paderborner Landbrot zu backen - so ganz klappte das noch nicht, aber ich fand den Versuch spannend. :D Jetzt muss ich es nur noch auf die Reihe bekommen und den Biosupermarkt am anderen Ende der Stadt aufsuchen, in der Hoffnung, dass ich da die Zutaten bekomme, die hier in der näheren Umgebung nicht aufzutreiben sind, damit ich weitere Rezepte ausprobieren kann.


Beim Tierarzt war ich auch mal wieder und zum ersten Mal in diesem Jahr gab es keinen Weltuntergangsregen, sobald ich auf der Autobahn war. Entgegen aller Befürchtungen des Tierarztes, wenn er meinen Nachnamen in der Terminliste sieht, gab es keinen schlimmen Anlass, sondern nur eine Spritze für Christie. Die sorgt hoffentlich dafür, dass Madame in den nächsten Wochen keine Kratzanfälle mehr hat. Abgesehen von dem Juckreiz - bei dem wir immer noch nicht genau wissen, wo er herkommt - geht es ihr gut und mit ihrem aktuellen Gesundheitszustand haben wir laut dem Tierarzt noch einige schöne gemeinsame Jahre mit der kleinen Kampfkatze vor uns.


An diesem Wochenende wird es bei uns wieder geruhsam zugehen. Ich habe ein paar Fäden zu verstopfen und will ein neues Paar "Restesocken" anfangen, und wenn es warm genug dafür wird, werde ich mir heute Nachmittag wohl einen Zitronen-Shake (1/3 Zitroneneis + 2/3 Zitronen-Buttermilch) machen. Das ist eine dieser Leckereien, die ich als Jugendliche geliebt habe und die ich bis zu den beiden richtig heißen Tagen im Juni ganz vergessen hatte. Ich finde es schön, wenn ich solche Sachen wiederentdecken und immer noch genießen kann. :) Ansonsten wartet noch etwas Wäsche darauf, erledigt zu werden, Bagels will ich eigentlich auch noch backen und ein paar Bücher habe ich auch schon in Reichweite gelegt.



Ich mag diese entspannten Tage ohne feste Verpflichtungen und hoffe,
dass ihr auch ein schönes und erholsames Wochenende verbringen könnt. :)


(Und weil es heute mal so gut passt und ich die Idee so nett finde,
wird dieser Beitrag von mir gleich noch beim Samstagsplausch von Andrea verlinkt.)

Freitag, 1. Juli 2016

Gelesen: April, Mai und Juni 2016

Frühere Statistiken sind unter "Diverses" zu finden.

Bücher:
  1. Ben Aaranovitch: Die Flüsse von London (Peter Grand 1)
  2. Ben Aaranovitch: Schwarzer Mond über Soho (Peter Grand 2)
  3. Ben Aaranovitch: Ein Wispern unter Baker Street (Peter Grand 3)
  4. Ben Aaronovitch: Der böse Ort (Peter Grand 4)
  5. Ben Aaronovitch: Fingerhut-Sommer (Peter Grand 5)
  6. Chimamanda Ngozi Adichie: Blauer Hibiskus
  7. Eric R. Asher: Days Gone Bad (Vesik #1)
  8. Robin Benway: Emily & Oliver
  9. Deborah Blake: Wickedly Wonderful (Baba Yaga #2)
  10. Deborah Blake: Wickedly Powerful (Baba Yaga #3)
  11. Patricia Briggs: Bone Crossed (Mercy Thompson #4)
  12. Patricia Briggs: Silver Borne (Mercy Thompson #5)
  13. Martin Calsow: Quercher und das Seelenrasen (Max Quercher 4)
  14. Loretta Chase: Lord of Scoundrels (The Scoundrels Series #3)
  15. Peter Eglund: Verwüstung - Eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges
  16. Peter Falk: Just One More Thing - Stories from my Life
  17. Melissa Fairchild: Das Geheimnis des Brückenorakels 2 - Weltenwanderer
  18. Anthony Francis: Blood Rock (Skindancer #2)
  19. Diana Pharaoh Francis: The Black Ship (The Crosspointe Chronicles #2)
  20. Tess Gerritsen: Die Chirugin (Rizzoli & Isles 1)
  21. Tess Gerritsen: Der Meister (Rizzoli & Isles 2)
  22. Tess Gerritsen: Todsünde (Rizzoli & Isles 3)
  23. Tess Gerritsen: Schwesternmord (Rizzoli & Isles 4)
  24. Alex Grecian: The Harvest Man (Scotland Yard's Murder Squad Series #4)
  25. John G. Hartness: Hard Day's Knight (The Black Knight Chronicles #1)
  26. Keigo Higashino: Böse Absichten (Inspektor Kaga 1)
  27. Keigo Higashino: Heilige Mörder (Physikprofessor Yukawa 2)
  28. Takashi Hiraide: Der Gast im Garten
  29. Tove Jansson: The Summer Book
  30. Tove Jansson: Winter im Mumintal
  31. Tove Jansson: Geschichten aus dem Mumintal
  32. Julie Kenner: Tainted (The Blood Lily Chronicles #1)
  33. Celine Kiernan: Schattenpfade (Moorehawk-Trilogie 1)
  34. Thomas Krüger: Erwin, Mord und Ente
  35. Emily Lockhart: Solange wir lügen
  36. Liza Marklund: Prime Time (Annika Bengtzon 4)
  37. Seanan McGuire: Every Heart A Doorway
  38. Deon Meyer: Icarus
  39. Marie Pellissier: Die tödliche Tugend der Madame Blandel
  40. Samuel Peralta (Herausgeber): The Doomsday Chronicles (The Future Chronicles/Anthologie)
  41. Bernd Perplies: Magierdämmerung 3 - In den Abgrund
  42. Jörg Reuter/Manuela Rehn/Cathrin Brandes: Wir haben einfach gekocht
  43. Rainbow Rowell: Eleanor & Park
  44. Shari Shattuck: Tage wie Salz und Zucker
  45. Karen E. Taylor: Cellar
  46. Ruth Vincent: Elixir (A Changeling P.I. Novel #1)
  47. Patricia Wentworth: The Black Cabinet
  48. Patricia Wentworth: Grey Mask (A Miss Silver Mystery #1)
  49. Patricia Wentworth: Ein abgeschlossener Fall (Miss Silver 2)
  50. Patricia Wentworth: Der Stoß von der Klippe (Miss Silver 3)
  51. Patricia Wentworth: Rendezvous mit dem Tod (Miss Silver 11)
  52. Patricia Wentworth: Der Elfenbeindolch (Miss Silver 18)
  53. Patricia Wentworth: Die Hand aus dem Wasser (Miss Silver 21)
  54. Rainer Wittkamp: Stumme Hechte (Martin Nettelbeck 4)

Kurzgeschichten:

Comics/Manga:
  • Jody Houser/Francis Portela/Marguerite Sauvage: Faith 3 (Comic)
  • Jiro Taniguchi, Masayuki Kusumi: Der Gourmet - Von der Kunst allein zu genießen (Manga)
  • Didier Crisse, Fred Besson: Kalimbo 1 - Mata-Mata (Comic)
  • K. Centomo/F. Artibani/F. Nardo u.a.: Monster Allergy 3 (Comic)
  • K. Centomo/F. Artibani/A. Barbucci/B. Canepa: Monster Allergy 5 (Comic)
  • Yak Haibara: Tokage 1 (Manga)
  • Yak Haibara: Tokage 2 (Manga)
  • Yak Haibara: Tokage 3 (Manga)
  • Koudo/Ryo Kawakami: Werewolf Game 1 (Manga)

Hörbücher/Hörspiele:
  • Jane Austen: Mansfield Park (Hörbuch)
  • Philip Levene: Auftrag für Quentin Barnaby 1-5 (Hörspiel)


Angefangene und abgebrochene Bücher/Hörbücher zähle ich in der Monatsstatistik nicht mit. Dafür kommen auch die Titel auf die Liste, die ich innerhalb kurzer Zeit doppelt lese (oder höre).

Juli-SuB 2016

Da hatte ich zum Monatsanfang noch so viele Pläne für den Juni und so viele Punkte auf der To-do-Liste - und dann habe ich doch lauter andere Dinge gemacht. Vor allem war der Juni von vielen unvorhersehbaren und kurzfristigen Terminen geprägt und von viel, viel Regen. So gern ich Regen normalerweise mag, das war sogar für mich zu viel, vor allem, weil der Garten wucherte, die Schnecken sich über meine frisch gepflanzten Sträucher hermachten (zum ersten Mal seit fünf Jahren habe ich Schnecken im Garten gesehen!) und es im Kellers so düster war, dass ich mich da schon gar nicht zum Aufräumen aufhalten mochte. Stattdessen habe ich all die Zeit, die ich für Gartenarbeit, Aufräumen und ähnliche Aktivitäten freigehalten hatte, mit Büchern verbracht. So habe ich im Juni 26 Bücher, 1 Kurzgeschichte, 1 Comic und 2 Manga gelesen. (Die Hörbücher fielen dem schlechten Wetter und den Umgebungsgeräuschen zum Opfer.)

Da der Großteil der gelesenen Titel im Juni aus Bibliotheks- und Leihbüchern bestand, hat sich auf meinem SuB nur wenig getan. Deshalb werde ich mich im Juli vor allem auf den SuB konzentrieren.


Deutscher SuB:
  1. Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
  2. Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
  3. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  4. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  5. Brom: Krampus
  6. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  7. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  8. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  9. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  10. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  11. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  12. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  13. Silvia Roth: Querschläger
  14. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  15. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  16. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  17. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  18. Charles den Tex: Die Zelle
  19. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  20. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  21. Xinran: Gerettete Wort
  22. Xinran: Wolkentöchter
  23. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

23 Titel auf dem SuB


Englischer SuB:
  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Julie Blackwell: A Toxic Trousseau
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  5. Soman Chainani: The School for Good and Evil 3 - The Last Ever After 
  6. Agatha Christie: Curtain - Poirot's Last Case
  7. Jennifer Estep: The Spider (Elemental Assassin #10)
  8. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  9. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  10. Kate Griffin: The Madness of Angels (Matthew Swift #1)
  11. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  12. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  13. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  14. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  15. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  16. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  17. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  18. Lynn Kurland: Star of the Morning
  19. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  20. Julia Quinn: The Sum of All Kisses (Smythe-Smiths #3)
  21. Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
  22. Cindy Pon: Serpentine
  23. Philip Reeve: Larklight
  24. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  25. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  26. Holly Webb: Emily Feather and the Chest of Charms (Emily Feather #3)
  27. Holly Webb: Emily Feather and the Starlit Staircase (Emily Feather #4)
  28. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child

24 Titel auf dem englischen SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)