Mittwoch, 31. August 2016

Neuzugänge Juli und August 2016

Da in den letzten Wochen wieder ein paar Bücher bei mir ankamen, wird es Zeit für einen Neuzugangspost. Fünf der sechs Romane habe ich inzwischen sogar schon gelesen, was dafür sorgt, dass der SuB-Aufbau durch meine Neuanschaffungen nicht erwähnenswert ist, obwohl ich auf den SuB selber kaum zurückgegriffen habe.



1. Mira Grant: Rise

Das Buch hatte ich schon im Mai vorbestellt, weil es bei meinem Buchhändler immer etwas Zeit dauert, wenn er mir die Titel importieren muss. "Rise" ist eine Anthologie zu der "Newsflesh"-Reihe von Mira Grant (Seanan McGuire) und dummerweise muss ich jetzt mit dem Lesen noch warten, bis ich den zweiten und dritten Band der Trilogie gelesen habe, damit ich mich nicht spoiler.


2. Soman Chainani: The School for Good and Evil 3 - The Last Ever After

Da ich gerade Lust auf märchenhafte Geschichten hatte, wurde es Zeit diese Fortsetzung zu kaufen. Das Buch ist schon gelesen und ich fand es wieder großartig, wie der Autor mit Märchenmotiven (und ihren dunklen Seiten) umgeht. Eine Rezension folgt in den nächsten Tagen, wenn ich den Beitrag endlich fertig bekomme.


3. Jennifer Estep: The Spider (Elemental Assassin 10)

Nachdem ich Anfang des Jahres eine "Reihenvervollständigungsliste" aufgestellt habe, wurde es auch mal wieder Zeit ein paar dieser Reihe weiterzuführen. Wobei ich mit diesem Band nicht ganz so glücklich war, weil hier die Geschichte nicht weitererzählt wird, sondern es einen Sprung von zehn Jahren in die Vergangenheit gibt. Bei solchen Prequels neigen viele Autoren zu Unstimmigkeiten, weil sie im Laufe der Zeit ihre Welt und ihre Figuren deutlich weiterentwickelt haben und es ihnen schwer fällt ihren Protagonisten und das dazugehörige Umfeld wieder auf das zu reduzieren, was einem im ersten Roman begegnet ist - und das war leider auch hier der Fall.


4. Julia Quinn: The Sum of All Kisses (Smythe-Smith 3)

Noch eine Reihenfortsetzung, die mir ein nettes und entspanntes Wochenende beschert hat. Ich mag die Serie, ich habe die Lesezeit genossen, aber sie kommt definitiv nicht an die Bridgertons heran. Dafür fehlt mir einfach die emotionale Beteiligung bei der Geschichte.


5. Julie Blackwell: A Toxic Trousseau (Witchcraft Mystery 8)

Reihenfortsetzung Nr. 3 - Seitdem ich bei den Witchcraft-Mystery-Titeln auf dem aktuellen Stand bin, kaufe ich mir die aktuelle Fortsetzung immer im Erscheinungsmonat. Ich finde die Romane rund um die Hexe Lily Ivory immer noch nett und unterhaltsam. Obwohl ich das Gefühl habe, es müsse langsam mal wieder etwas Entscheidendes passieren, um frischen Wind in die Geschichte zu bringen. Immerhin war in diesem Band die Sache mit dem "Satchel" nett und hat einen neuen Blick auf die Hexengemeinschaft in San Francisco gebracht.


6. Diana Wynne Jones: House of Many Ways

Offiziell der dritte Howls-Moving-Castle-Band und wirklich kommen hier Sophie und Howl deutlich häufiger vor als beim "zweiten" Teil. Doch für mich ist es vor allem das Buch mit dem faszinierenden Haus, dem knuffigen Hund und dem etwas nervigen lispelnden Kind. ;)


7. Diana Wynne Jones: Enchanted Glass

Nachdem ich "House of Many Ways" gelesene hatte, war das Bedürfnis nach einem weiteren Diana-Wynne-Jones-Roman so groß, dass mein Mann sich meiner erbarmt und mir ein Buch geschenkt hat. Die Romane dieser Autorin sind einfach wunderbar und so erholsam in stressigen Zeiten wie man auch HIER nachlesen kann.

Montag, 29. August 2016

Diana Wynne Jones: Enchanted Glass

Mein erstes Diana-Wynne-Jones-Buch habe ich schon in der Grundschule gelesen und heiß und innig geliebt. Allerdings habe ich damals vor allem auf Bibliotheksbücher zurückgegriffen und nur wenige Titel für meinen eigenen Bestand nachgekauft. Nachdem ich inzwischen wieder mehr auf Englisch lese, habe ich das Bedürfnis, mir nach und nach all die Romane der Autorin zu besorgen, die ich noch nicht kenne. So brachte mir der Buchhandlungsfahrradkurier Ende der Woche "Enchanted Glass" - ein Roman rund um einen Universitätsdozenten, der von seinem Großvater ein magisches Haus und eine ebensolche Berufung erbt.

Eigentlich hatte Jocelyn Brandon geplant, vor seinem Tod seinen Enkel, den Wissenschaftler Andrew Hope in all die wichtigen Geheimnisse einzuweihen, die er benötigt, um Melstone House zu übernehmen. Doch dann läuft dem alten Zauberer die Zeit davon und Andrew zieht vollkommen unvorbereitet nach Melstone. Natürlich weiß er, dass sein Großvater über Magie verfügte und dass Melstone House etwas ganz besonderes ist. Doch Andrew hat keine Ahnung davon, was das Besondere an dem Haus ist und dass er mit dem Haus auch die Aufgaben seines Großvaters (das so genannte "field-of-care") geerbt hat - und worin diese Aufgaben überhaupt bestehen. So scheinen seine einzigen Herausforderungen anfangs darin zu bestehen, sich mit der Haushälterin Mrs. Stock und dem Gärtner Mr. Stock (weder verwandt noch verschwägert mit Mrs. Stock) zu arrangieren.

Komplizierter wird es für Andrew an dem Tag, als der zwölfjährige Aiden Cain vor seiner Türschwelle steht und um Hilfe bittet. Aidens Großmutter war kurz zuvor gestorben und hatte ihm vor ihrem Tod gesagt, dass er, wenn er jemals Hilfe benötigen würde, sich an Joycelyn Brandon in Melstone House wenden solle. Da Aiden nach dem Tod seiner Großmutter nicht nur ganz allein auf der Welt ist, sondern auch bei seinen Pflegeeltern von mysteriösen Kreaturen gejagt wurde, die ihm eindeutig nichts Gutes wollen, ist er von seiner Pflegestelle fortgelaufen, um in Melstone House einen sicheren Unterschlupf zu finden.

Ich muss gestehen, ich fände es großartig, wenn ich einen Unterschlupf wie Melstone House kennen würde. Diana Wynne Jones gelingt es wieder einmal ganz wunderbar, einen Ort zu schaffen, der gemütlich, magisch, skurril und rundum bezaubernd ist. Ein bisschen erinnert Melstone House an Chrestomancis Heim in "Wir sind aufs Hexen ganz versessen" - inklusive der spezialisierten Angestellten. Natürlich gibt es auch den obligatorischen Gegenspieler an den Grenzen von Melstone House, aber wenn ich ehrlich bin. so benötigt es diese Figuren doch genau deshalb, damit sich der Schauplatz der Geschichte umso behaglicher anfühlt. Ich mochte das Gebäude ebenso wie das Dorf Melstone, zu dem es gehört, aber natürlich würde keines von beidem sich so heimelig anfühlen, wenn es da nicht die ganzen liebenswerten und skurrilen Charaktere gäbe.

Dabei sind nicht alle Figuren so gestaltet, dass ich mit ihnen ein Haus teilen möchte. Gerade Mr. und Mrs. Stock haben so einige Eigenarten, die mich persönlich an den Rand des Wahnsinns bringen würden. Da Andrew aber recht gelassen und geduldig mit ihren Marotten umgeht, waren diese Passagen für mich als Leser amüsant und unterhaltsam. Außerdem gibt es noch einige weitere Charaktere, die Andrew langfristig bei seiner neuen Aufgabe helfen - und denen er mit ihren Problemen hilft -, so dass die Geschichte dank der vielen kleinen wunderbaren Szenen trotz einer eher gemächlichen Erzählweise nie langweilig wird.

Ich habe ein paar Rezensionen gefunden, die kritisieren, dass in "Enchanted Glass" nichts passiert. Und ja, es ist keine actiongeladene Geschichte. Aber ich finde es umso anerkennenswerter, dass Diana Wynne Jones es immer wieder schafft so viele interessante, amüsante und berührende Details in eine großteils relativ alltägliche Handlung zu packen. Ich mochte es zu lesen, wie Andrew und Aiden langsam in Melstone House ankommen, wie sie immer mehr über die Hintergründe des Hauses, Andrews Aufgabe und ihren Gegenspieler herausfinden, und ich fand es toll, wie all die vielen Nebenfiguren im Laufe der Zeit immer mehr Profil bekamen, ohne dass die Autorin besonders viele Seiten dafür aufwenden musste. Die allerletzte Wendung der Geschichte hätte ich nicht unbedingt haben müssen, aber schlimm finde ich sie auch nicht. Insgesamt habe ich das Lesen von "Enchanted Glass" sehr genossen. Für mich sind Diana-Wynne-Jones-Bücher ebenso erholsam wie die Momente, in denen ich mich mit einer Decke, einer heißen Schokolade und einer Katze einrollen und die Außenwelt für eine Weile vergessen kann.

Samstag, 27. August 2016

Wolfgang Behringer: Tambora und das Jahr ohne Sommer

"Tambora und das Jahr ohne Sommer - Wie ein Vulkan die Welt in die Krise stürzte" von Wolfgang Behringer ist eine Empfehlung von Hermia gewesen und ich konnte den Titel glücklicherweise relativ schnell in der Bibliothek ausleihen. Insgesamt fand ich das Buch sehr spannend, wenn auch stellenweise etwas sehr mit Namen und Daten überfrachtet - das sind dann immer die Passagen, an denen mein müder Kopf bei meiner Nachmittagslesepause wegdriftet und ich mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit einschlafe. Was dann dazu führt, dass ich viel länger für so ein Sachbuch benötige, als mir lieb ist ...

Wolfgang Behringer versucht in "Tambora und das Jahr ohne Sommer", all die Ereignisse in den Jahren nach dem Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora in einen nachvollziehbaren Zusammenhang zu bringen. Er zeigt auf, wie sehr dieser Vulkanausbruch das Klima und somit auch Politik und Wirtschaft auf der ganzen Welt beeinflusst hat. Es gibt - wie man der Einleitung entnehmen kann - viele Daten zu den Jahren 1816 bis 1820, die von den Wetterveränderungen, den Missernten, den Hungersnöten und den Unruhen berichten, und auch viele Wissenschaftler, die sich bestimmter Einzelaspekte dieser Zeit angenommen habe, aber keinen Versuch, eine weltumspannende Sicht auf die Folgen dieses gewaltigen Vulkanausbruchs zu werfen. Wobei mir beim Lesen auch immer wieder aufgefallen ist, dass der Schwerpunkt dann doch wieder auf den Berichten aus Süddeutschland und zum Teil der Schweiz, Frankreich und Großbritannien liegt - eben weil aus diesen Regionen detaillierte Schilderungen aus der Zeit vorliegen oder weil es für bestimmte Länder (zum Beispiel im asiatischen Raum) noch keine genauen wissenschaftlichen Studien zu den Jahren kurz nach 1816 gibt.

Aber auch wenn es im Vergleich zum süddeutschen Raum verhältnismäßig wenige Aussagen zu den weltweiten Entwicklungen gibt, so reichen schon die wenigen Anmerkungen, damit der Leser eine Vorstellung von den umfassenden Einflüssen bekommt, die dieser Vulkanausbruch hatte. Neben den erwartbaren Veränderungen wie Klimaveränderungen, Missernten, Hungernöten, Krankheiten und Auswanderung fand ich es besonders faszinierend, wie die Politik und die Wissenschaft mit all den Herausforderungen umgingen. Nachdem sich die europäische Landschaft gerade erst durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses gravierend verändert hatte, stellten die Hungerjahre für die frisch zusammengeschlossenen Nationen ganz besondere Herausforderungen da.

Während sich in diesen Jahren der Not manche Menschen von ihrer schlechtesten Seite zeigten (Rassismus, Hexenverfolgung, Wucherei, Machtmissbrauch, Sekten), gab es auch viele Gruppen, die sich zusammenfanden, um Suppenküchen und Arbeitsangebote auf die Beine zu stellen oder die Landwirtschaft zu fördern, damit diese in Zukunft bessere Ernten einfahren konnte. Besonders spannend fand ich z. B. Informationen zur Entstehung der ersten Sparkassen und Versicherungen, die in den Jahren nach dem Vulkanausbruch gegründet wurden, um den ärmeren Bevölkerungsgruppen eine Möglichkeit zu bieten, für Notzeiten vorzusorgen. Ich muss gestehen, dass ich mir nie Gedanken darüber gemacht habe, wieso es irgendwann Angebote für "normale" Bürger gab statt ausschließlich Banken für Adelige, reiche Kaufleute und Industrielle.

Auch die wissenschaftliche und industrielle Entwicklung in den Folgejahren fand ich spannend. Gerade die auf den Vulkanausbruch folgende Entstehung der Meteorologie und dass dieses Ereignis überhaupt erst der Grund war für detailliertere Wetterbeobachtungen, finde ich faszinierend.  Da hätte ich mir fast noch mehr Details gewünscht, auch wenn Wolfgang Behringer dem Leser einen informativen und umfassenden Überblick gewährt. Aber es sind halt in der Regel die skurrilen Kleinigkeiten, die bei mir nach dem Lesen so eines Buches langfristig hängenbleiben und bedauerlicherweise weniger die Gesamtzusammenhänge. Insgesamt habe ich trotzdem das Gefühl, ich habe viel gelernt und konnte wieder vielen kleinen Wissensteilchen, die vorher in meinem Kopf rumschwirrten, einen Platz in einem Gesamtbild zuweisen. Dieses Gefühl lässt mich immer wieder dankbar für gut geschriebene und informative Sachbücher zurück, die mir helfen, mein doch eher selektives Wissen in einen Zusammenhang zu bringen.

Sonntag, 21. August 2016

Mörderisches Wochenende

Dieses Wochenende haben mein Mann und ich sehr "mörderisch" verbracht. Angefangen hat es damit, dass ich ihm am Freitag von "Es geschah in Schöneberg" erzählte. Den Roman, der der fünfte Band rund um den Kriminalkommissar Leo Wechsler von der Autorin Susanne Goga ist, hatte ich im Laufe der Woche gelesen und wieder sehr genossen. Ich mag bei der Reihe nicht nur die soliden Kriminalfälle und die Charaktere, sondern auch die Darstellung der Zeit (20er Jahre), den Schauplatz Berlin und die ausführliche Recherche, die die Autorin betrieben hat und die unter anderem bei den Details rund um die Ermittlungen deutlich wird.

Das Ganze hat meinen Mann daran erinnert, dass wir schon länger "M" von Fritz Lang sehen wollten. Er hatte die restaurierte 2011er Version vor einiger Zeit geschenkt bekommen und bislang waren wir noch nicht zu dem Film gekommen. Also haben wir uns Samstagnachmittag eingemuckelt und "M" genossen. Für mich war es das erste Mal, dass ich den Film gesehen habe, obwohl ich natürlich schon viel darüber gehört hatte, und ich fand es spannend, wie aktuell Fritz Langs Film auch heute noch ist, wie differenziert er die Charaktere darstellt und natürlich auch wie detailliert er auf den damaligen Stand der Polizeiermittlungen eingeht. Hervorstechend ist dabei die Figur des Lohmann, der eng an den Berliner Kriminalrat Ernst Gennat angelehnt ist, welcher auch in den Romanen von Susanne Goga als Vorgesetzter von Leo Wechsler immer wieder eine Rolle spielt.

Weil uns der Film so gut gefallen hatte, haben wir dann am Abend noch die kommentierte Fassung geschaut, in der zwei Expertinnen (Dr. Regina Stürickow und Prof. Elisabeth Lenk) Hintergrundwissen zu dem Fall, der Fritz Lang zu dem Film inspiriert hat (Peter Kürten), die Zeit und die Polizeiarbeit in Deutschland beisteuerten. Das war nicht nur spannend - vor allem die Beiträge von Dr. Regina Stürickow -, sondern hat uns auch dazu gebracht, das Wochenende mit weiteren Extras der Blu-ray und der Nase vor dem Laptop zu verbringen, um mehr über den Serienmörder Peter Kürten (und die anderen Serienmörder, die zu dieser Zeit in Deutschland aktiv waren), die Karriere von Peter Lorre, Ernst Gennat, die Ringvereine und viele andere Aspekte (wie die Geschäftsbezeichnung "Monatsgarderobe") herauszufinden.

Ich mag es, wenn ich nicht nur einen guten Film schauen, sondern auch das Wochenende intensiv mit einem interessanten Thema verbringen kann. Dummerweise sitzen jetzt zwei neue Bücher auf meinem eh viel zu vollen Wunschzettel, weil ich gern noch mehr über Kommissar Gennat und das kriminelle Berlin der 20er Jahre erfahren würde. *g*

Donnerstag, 18. August 2016

Wenn Christie Nähe sucht ...

... ist das für mich nicht immer angenehm. ;) Im Moment bin ich vormittags viel unterwegs und wenn ich dann wieder nach Hause komme, zeigt Christie deutlich, dass sie Nähe haben möchte. Nun ist sie eindeutig keine Schmusekatze, die Kater waren da anschmiegsamer, kuscheliger und entspannter. Wenn Christie Körperkontakt sucht, dann geht es nicht ohne Krallen ...







Dienstag, 16. August 2016

Patrycja Spychalski: Heute sind wir Freunde

Über dieses Buch bin ich bei Tine gestolpert und war nach ihrer begeisterten Rezension neugierig genug geworden, um "Heute sind wir Freunde" von Patrycja Spychalski in der Bibliothek vorzumerken. Die Geschichte dreht sich um fünf vollkommen unterschiedliche Schüler, die während eines Unwetters allein in ihrer Schule zurückbleiben und die Nacht dort verbringen. Ich muss gestehen, dass ich die Figuren (und die Grundsituation) anfangs wenig kreativ fand. Gerade die Charaktere lassen sich doch sehr leicht in eine Schublade stecken. Anton ist der Streber, der keine Freunde hat, Leo ist der Coole mit der Lederjacke, Valeska die unnahbare Schöne, die von allen beneidet wird, und Nell und Chris sind die "Normalen" (wobei beide eine künstlerische Begabung haben).

Obwohl sich die fünf zumindest vom Sehen kenne, haben sie nie zuvor miteinander zu tun gehabt. Aber jeder von ihnen glaubt, dass er die anderen einschätzen kann - und dass sie nichts miteinander gemein haben. Im Laufe der miteinander verbrachten Stunden stellt sich dann natürlich heraus, dass es nicht so einfach ist, sich ein Bild von einem Menschen zu machen. Jeder von ihnen hat Facetten, die die anderen nicht erwartet hätten und die für unerwartete Sympathien sorgen. Dabei lässt die Autorin Patrycja Spychalski jeden der fünf Schüler zu Wort kommen, so dass der Leser auch die Gedanken mitbekommt, die die Teenager - trotz der im Laufe der Zeit aufkommenden Offenheit und Nähe - für sich behalten.

Wie gesagt, ich fand die Figuren etwas arg "schubladig" dargestellt und die Ausgangssituation auch etwas abgenutzt, aber das ändert nichts daran, dass ich die Geschichte trotzdem sehr süß fand und gern gelesen habe. Die Charaktere werden einem schnell sympathisch (auch wenn Leo mir in der Realität vermutlich schnell auf die Nerven gegangen wäre), haben ihre Schwächen und Stärken und es ist schön mitzuerleben, wie sie sich gegenseitig besser kennenlernen. Auch fand ich es stimmig, dass diese eine Unwetternacht und die Nähe zu den anderen nicht jeden im gleichen Maße beeinflusst. Für Anton und Valeska bieten diese Stunden die Möglichkeit, loszulassen und Dinge auszuprobieren, die sie sich sonst nie wagen würden. Auch für Nell und Chris entstehen durch dieses Unwetter viele Chancen, aber da sie als Figuren nicht so extrem angelegt waren wie die anderen drei Protagonisten, hatte ich das Gefühl, sie würden nur einen Stups bekommen, um danach offener und ein bisschen mutiger durch die Welt zu gehen. Leo hingegen ist in erster Linie jemand, der anstößt und Veränderungen auslöst ...

Schön finde ich, dass Patrycja Spychalski es offen gelassen hat, wie es nach dieser Nacht mit den fünf Schülern weitergeht. Obwohl sie sich im Laufe dieser gemeinsam verbrachten Stunden so gut kennengelernt und zum Teil so eine intensive Zeit miteinander verbracht haben, ist allen Beteiligten bewusst, dass ihre frisch aufgekeimte Freundschaft vielleicht gerade mal bis zum kommenden Montag halten wird. Aber selbst wenn es so ist, ist es gut. Und es gibt ja immer noch die Möglichkeit, dass der eine oder andere sein gewohntes Verhalten auch im Alltag abstreifen und die während des Unwetters entdeckten Facetten seiner Persönlichkeit zeigen kann. Mir hat es auf jeden Fall viel Spaß gemacht, nach dem Ende des Romans noch darüber nachzudenken, wie es nach dieser Nacht in der Schule am kommenden Montag mit den fünf Figuren, ihren Eltern und ihrem Verhältnis zu ihren Mitschülern weitergehen könnte.

Sonntag, 14. August 2016

Wenn ich ...


... schon so frustriert aus der Woche gehe, dann bin ich froh, wenn ich meinen Frust wenigstens ein bisschen wegbacken kann. Also habe ich gestern etwas Zeit in der Küche verbracht, Teig geknetet, Eier verquirlt, Äpfel geschnitten, Bagels geformt und in warmem Wasser gebadet und den Fladenbrotteig für das heutige Abendessen vorbereitet. Nach der Backrunde gab es ein leckeres Stück Apfelkuchen, die Aussicht auf Bagels zum Abendessen und die Gewissheit, dass ich für das heutige Essen nur noch den Teig gehen lassen und in den Ofen schieben muss.

Samstag, 6. August 2016

Dies und Das (7)

Die erste Augustwoche ist bei uns ja immer Besuchswoche, da Bibendum jedes Jahr zu dieser Zeit zu Besuch kommt. Zum ersten Mal war es sogar kühl genug, dass wir theoretisch mehr hätten unternehmen können als sonst. Aber der andauernde Regen hat uns dann doch wieder den einen oder anderen Plan umwerfen lassen. Trotzdem hatten wir wieder schöne und gemütliche Tage miteinander, haben es uns gut gehen lassen, viel miteinander geschwatzt, (Karten) gespielt und ganz traditionell das Lieblingsrestaurant zum Burgeressen (für mich superleckere und knusprige Kartoffelscheiben und Salat, weil der vegetarische Burger leider nicht so umwerfend ist) und das Lieblingscafé zum ausgedehnten Frühstück aufgesucht. Heute Morgen ging es für Bibendum wieder auf den Heimweg (netterweise fungiert sie wieder als Kurier und somit ging auch ein großer Karton voller Leihgaben auf den Weg zurück zu Natira).


Leider hat es vor Bibendums Abreise nicht geklappt unser - seit zwei Wochen nicht anspringendes - Auto zu überbrücken, so dass wir weiterhin ohne fahrbaren Untersatz sind. Nun wird es wohl langsam Zeit, ernst zu machen und den Wagen zu entsorgen. Da er eh Ende Dezember den TÜV nicht mehr geschafft hätte, haben wir schon länger darüber nachgedacht, hätten ihn aber gern noch bis zum Jahresende genutzt. Überhaupt gibt es in der kommenden Woche ein paar unangenehme Termine und lästige Wege, die wir hinter uns bringen müssen, was mich nicht gerade freudig auf die nächsten Tage blicken lässt. Doch heute gönne ich mir noch eine Auszeit mit einer großen Tasse Tee und Sophies und Agathas Abenteuern an "The School for Good and Evil". Und zwischendurch schaue ich, was die anderen Teilnehmer von Andreas "Samstagsplausch" so zu erzählen haben und leere den in den letzten Tagen sehr vernachlässigten FeedReader mal wieder.

Mittwoch, 3. August 2016

Stuart Jaffe: Southern Bound (Max Porter Paranormal Mystery 1)

Auch "Southern Bound" von Stuart Jaffe ist eine Neuentdeckung, die ich dem Modern-Magic-Bundle zu verdanken habe. Während der vorhergehende Roman ("Touch a Dark Wolf" von Jennifer St. Giles) mich nicht ganz so begeistern konnte, hat mir diese Geschichte sehr viel Spaß bereitet. Die Handlung wird erzählt aus der Perspektive von Max Porter, der gerade erst mit seiner Frau nach Winston-Salem in North Carolina gezogen ist, weil er dort einen Job bekommen hat. Beide stammen aus Michigan und hatten in den letzten Monaten große finanzielle Probleme, die vor allem dadurch entstanden, dass Max von der Universität, an der er lehrte, gekündigt wurde.

Max ist zwar etwas skeptisch in Bezug auf seinen neuen Job, aber die Tätigkeit ist gut bezahlt und er und seine Frau sind langsam verzweifelt. Sein Auftraggeber hat ihn für Recherchezwecke angestellt, was nicht weiter befremdlich wäre, wenn es nicht einige mit seiner Tätigkeit verbundene merkwürdige Bedingungen gäbe. So wird Max ein Büro in einem größeren Büro- und Wohnkomplex zur Verfügung gestellt - mit der Auflage, dass er kein Möbelstück verrücken und keinen Gegenstand entfernen oder an einen anderen Platz legen darf. Es ist ihm auch nicht erlaubt, einen Laptop mit in dieses Büro zu nehmen; stattdessen soll er sämtliche Online-Recherche in der Bibliothek der nahegelegenen Universität durchführen. Auch kennt er weder den Namen noch das Aussehen seines Auftraggebers, da dieser alle Anweisungen durch den unsympathischen Mr. Modesto geben lässt. Dieser ist es auch, der Max bei all seinen Arbeitsschritten beobachten lässt und ihn regelmäßig über seine Fortschritte aushorcht.

Das alles führt dazu, dass Max sich sicher ist, dass mit seinen eigentlich harmlosen Rechercheaufträgen irgendetwas Dubioses verbunden sein muss. Bestätigt wird er in seiner Meinung durch die Entdeckung, dass der Geist eines in den 40er-Jahren ermordeten Privatdetektivs in seinem Büro haust. Marshall Drummond wurde erschossen und sein Geist an sein Büro gebunden, nachdem er in einem Fall ermittelte, bei dem sieben deutsche Kriegsgefangene aus einer überwachten Umgebung entführt und später gefoltert und getötet wurden. Der Detektiv ist sich sicher, dass er nur deshalb ermordet wurde, damit er nicht tiefer in die Hintergründe rund um diese rätselhafte Entführung der Kriegsgefangenen eindringen konnte.

Obwohl Max seinen neuen Job am liebsten hinschmeißen würde und nicht wenig Angst um seine Frau (und sein eigenes Leben) hat, kann er doch nicht einfach weglaufen. Nicht nur deshalb, weil seine Finanzen das nicht zulassen, sondern auch, weil er der Meinung ist, dass es wichtig ist, die Wahrheit rund um all die seltsamen Vorfälle aufzudecken. Dabei muss er feststellen, dass Drummond nicht das einzige übernatürliche Element in Winston-Salem ist und dass es deutlich mehr unheimliche und bedrohliche Dinge in der Welt gibt, als er es sich vor kurzem noch hätte vorstellen können.

Ich mochte an "Southern Bound" sehr, dass die Geschichte - trotz des modernen Settings, der übernatürlichen Elemente und der Tatsache, dass Max definitiv kein typischer Protagonist für dieses Genre ist - sich beim Lesen so nach hard boiled novel angefühlt hat. Schon nach wenigen Tagen in Winston-Salem ist Max sich sicher, dass er allein (na ja, mit Hilfe eines verstorbenen Detektivs) gegen eine korrupte Gesellschaft angehen muss, um sich und Sandra zu retten. Diese Mischung aus Hoffnungslosigkeit, Standhaftigkeit, skurrilen Charakteren und dem Hangeln von Hinweis zu Hinweis hat mir wirklich Spaß gemacht. Stuart Jaffe erzeugt eine wirklich tolle Atmosphäre und diese tolle "Detektivgeschichten"-Stimmung, ohne dass es sich anfühlt, als ob er es krampfhaft darauf angelegt hätte. Nur bei der Charakterisierung von Drummond gibt es hin und wieder Momente, die wie Anspielungen auf Sam Spade und andere Vertreter des Genres wirken, aber auch hier wirkte es stimmig und natürlich, weil der verstorbene Detektiv eben ein Zeitgenosse seiner berühmten literarischen Vorbilder war.

Oh, und nachdem ich so gern kritisiere, wenn die Frauen in den Romanen nur als hilflose und beschützenswerte Wesen dargestellt werden: Sandra löst zwar in Max auch einen gewissen Beschützerinstinkt aus, was dazu führt, dass er ihr ständig wichtige Dinge verschweigen will. Aber als er schließlich mit ihr über die ganze Angelegenheit redet und sie endlich ehrlich zueinander sind, beweist sie, dass sie ihm locker ebenbürtig ist. Er ist zwar immer noch derjenige, der die Prügel einsteckt, aber Sandra geht nicht weniger Risiken ein als ihr Mann und trägt entscheidend zur Lösung des Falls bei.

Montag, 1. August 2016

August-SuB 2016

Wenn ich in den Nächten eh nicht schlafen kann, weil mir zu warm ist, und am Tag den fehlenden Schlaf nicht nachholen kann, weil die Umbauarbeiten in der Nachbarwohnung zu laut sind, kann ich die "gewonnene" Zeit auch zum Lesen nutzen ... So habe ich im Juli 18 Bücher und 3 Comics gelesen. Für die Hörbücher war es mir bei meinen diversen Beschäftigungen in der Regel wieder zu laut, aber ich habe immerhin in den letzten Tagen "Ein Mann namens Ove" angefangen. Nachdem ich das Buch vor einiger Zeit gelesen habe, freu ich mich gerade über das Wiederentdecken der Geschichte mit einem passenden Sprecher. Wie im Juni bestand der Großteil der gelesenen Titel im Juli aus Bibliotheks- und Leihbüchern, weshalb ich den SuB weiterhin vernachlässigt habe. Mal schauen, ob sich das im August ändern wird.

Deutscher SuB:
  1. Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
  2. Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
  3. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  4. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  5. Brom: Krampus
  6. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  7. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  8. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  9. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  10. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  11. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  12. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  13. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  14. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  15. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  16. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  17. Charles den Tex: Die Zelle
  18. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  19. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  20. Xinran: Gerettete Wort
  21. Xinran: Wolkentöchter
  22. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

22 Titel auf dem SuB


Englischer SuB:
  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Julie Blackwell: A Toxic Trousseau
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  5. Soman Chainani: The School for Good and Evil 3 - The Last Ever After 
  6. Agatha Christie: Curtain - Poirot's Last Case
  7. Jennifer Estep: The Spider (Elemental Assassin #10)
  8. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  9. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  10. Kate Griffin: The Madness of Angels (Matthew Swift #1)
  11. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  12. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  13. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  14. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  15. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  16. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  17. Diana Wynne Jones: House Of Many Ways
  18. Diana Wynne Jones: Enchanted Glass
  19. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  20. Lynn Kurland: Star of the Morning
  21. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  22. Julia Quinn: The Sum of All Kisses (Smythe-Smiths #3)
  23. Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
  24. Cindy Pon: Serpentine
  25. Philip Reeve: Larklight
  26. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  27. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  28. Holly Webb: Emily Feather and the Chest of Charms (Emily Feather #3)
  29. Holly Webb: Emily Feather and the Starlit Staircase (Emily Feather #4)
  30. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child

28 Titel auf dem englischen SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)