Montag, 31. Oktober 2016

Halloween-Lesetag

Das Herbstlesen ist vorbei und viel Zeit werden ich heute nicht haben, um die Nase ins Buch zu stecken oder es mir sonst irgendwie gemütlich zu machen. Aber da zumindest Kiya und Natira den heutigen (und morgigen) Tag noch ganz im Sinne des Herbstlesens nutzen wollen, gibt es von mir einen"Halloween"-Beitrag. Vielleicht finden sich ja noch weitere Mitleser, um sich auszutauschen.

Für diesen Post habe ich das ursprüngliche Halloween-Lesen-Logo recycelt. Wie garstig mein Shandy darauf aussieht, dabei hat er doch in dem Moment nur gegähnt. Kaum zu glauben, dass er nun schon fast ein Jahr nicht mehr bei uns ist. Wir vermissen ihn sehr, aber Christie hält uns auch ganz gut auf Trab. ;) Die werde ich heute viel durch die Wohnung scheuchen, während ich mein To-do-Liste abarbeite.

Allen, die heute den Tag mit Beschäftigungen verbringen, die zu Halloween oder zur Entspannung besser passen als meine To-do-Liste, wünsche ich viel Vergnügen. Ich bin jetzt schon gespannt, was ihr heute machen werdet!

Update 11:15 Uhr

Während Natira und Kiya den Vormittag etwas entspannter verbringen als ich, war ich in den letzten Stunden brav und fleißig. ;) Seit einiger Zeit habe ich mir angewöhnt meinen Handywecker zu stellen, um mich daran zu erinnern, dass ich regelmäßig trinken muss. Wenn ich das nicht mache, dann bringe ich es fertig erst wieder ans Trinken zu denken, wenn mein Kreislauf mir signalisiert, dass er innerhalb der nächsten Minuten komplett runterfährt, wenn ich mich nicht sofort hinsetze und erhole. Das Handy in der Hosentasche hat mich dann dazu gebracht, darüber nachzudenken, dass ich darüber eigentlich so gut wie nie kommuniziere, allerdings erst nachdem eine eintreffende SMS mir einen riesigen Schrecken eingejagt hat. *g* Ich bin es definitiv nicht gewöhnt, dass das Gerät einen anderen Ton als das Wecksignal von sich gibt. Ansonsten habe ich gerade in meiner Trinkpause die letzten Seiten von "Deep Secret" von Diana Wynne Jones ausgelesen und bleibe dabei, dass ich ihre Kinderbücher bezaubernder finde, auch wenn mich dieser Titel ganz gut unterhalten hat.

Update 14:30 Uhr

Inzwischen gab es dann auch mal Frühstück für mich ... oder Mittagessen ... auf jeden Fall Reste von gestern. ;) Dabei habe ich weiter meinen eReader durchwühlt, auf der Suche nach der nächsten "Unterwegslektüre". Etwas genervt war ich von dem Vorwort zu einem Cozy, bei dem ich das Gefühl hatte, dass mir der Schreiber 1. die ganze Zeit erzählt, dass die Autorin viel besser ist, als andere Cozy-Autorinnen (die ab den 20er Jahren in England Krimis geschriebne hätten) und vollkommen zu unrecht vergessen, nur weil ihre Bücher nie neu aufgelegt wurden und 2. gab es gefühlte sechs Seiten mit mit welchen blaublütigen Personen die - ebenfalls adelige - Dame alles verwandt gewesen wäre (inklusive der Erwähnung, dass ihre Cousine auf der Hochzeit von King George VI. gewesen sei). Die Geschichte selber habe ich dann gar nicht erst angelesen. *g*


Jetzt geht es mit dem Hörbuch (stimmt, hatte ich noch gar nicht erwähnt, ich höre gerade "Die große Agatha Christie Geburstags-Edition"  genauer gesagt "Die Kleptomanin") auf den Ohren wieder an die Arbeit.

Update 17:30 Uhr

Nur ein kleines Lebenszeichen von mir ... Inzwischen höre ich "Karibische Affäre" von Agatha Christie bei der Arbeit, bin ziemlich geschafft und habe natürlich trotzdem noch nicht alles erledigt bekommen. Ich dreh jetzt aber erst einmal eine kleine Kommentarrunde und dann ist mein Mann, der gerade nach Hause gekommen ist, so liebt und hilft mir ein bisschen. Was ich heute nicht schaffe, kommt halt wieder auf die morgige To-do-Liste ...

Update 21:30 Uhr


Heute wurde es dann doch etwas sehr spät mit dem Essen. Erst vor einer halben Stunde war ich fertig mit dem Kochen - dafür haben wir alles geschafft, was ich heute zu erledigen hatte. Unser heutiges Abendessen düfte JED eigentlich vertraut vorkommen. Durch ihren Herbstlesenbeitrag bin ich auf das Rezept mit dem "mediterranen Sauerkraut und Schupfnudeln" gekommen. Es war sehr lecker und wird bestimmt noch einmal gemacht. :)


Jetzt gieße ich gerade unter etwas erschwerten Bedingungen meine Blümchen und wenn ich damit fertig bin, schauen wir endlich die letzten drei Folgen der zweiten "iZombie"-Staffel. Ich weiß nicht, ob ich heute noch einmal online gehen werde, aber morgen schaue ich bestimmt noch einmal, was ihr heute so gemacht habt. Ich hoffe, ihr hattet heute einen schönen Tag. :)

***

Heutige Mitleser:

Kiya
Natira
Ina

Sonntag, 30. Oktober 2016

Herbstlesen im Oktober (11) - Sonntag

Heute ist also schon der letzte "Herbstlesen"-Tag gekommen - der Monat ist wieder überraschend schnell vorbei gegangen ... Lasst uns diesen letzten Tag noch rundum genießen und möglichst viel entspannende und unterhaltsame Dinge tun. :)

Für mich bleibt heute noch die letzte Kurzgeschichte aus "Urban Allies" und ich werde auf jeden Fall "Deep Secret" von Diana Wynne Jones beenden. Ansonsten habe ich keine weiteren Pläne (vom Wäschewaschen und Kochen einmal abgesehen) und schaue einfach, worauf ich Lust habe.

Ein bisschen ärgert es mich, dass ich momentan nichts zum Handarbeiten habe. Aber ich habe viele UFOs erst einmal stillgelegt, weil sie für die aktuelle Wohnung gedacht waren - und es sich deshalb nicht lohnt daran weiter zu arbeiten - und neue Sachen will ich gerade nicht anfangen. Ich denke aber, ich werde mit meinen Büchern, Spielen und eventuellen Filmen genügend Dinge finden, mit denen ich mir die Zeit angenehm vertreiben kann. Ich wünsche euch jetzt schon mal einen schönen Start in den Tag und bin gespannt, was ihr heute alles so machen werdet. :)

Update 11:30 Uhr

Die Wäsche ist inzwischen in den Trockner gewandert, mein Frühstück habe ich auch gegessen und dabei weiter in "Deep Secret" gelesen. Ich muss zugeben, dass mir das ganze Chaos bei der Fantasy-Convention deutlich mehr Spaß macht, als der Weg dahin. Auch die Protagonisten werden mir langsam sympathischer, seitdem sie mehr mit anderen Menschen interagieren müssen. Und auch wenn "Urban Allies" schon bei der Hand liegt, werde ich wohl doch noch etwas länger bei "Deep Secret" bleiben, bis es Zeit wird die Katze zu füttern und den Teig für das heutige Abendessen vorzubereiten.


Besteht eigentlich interesse daran, dass ich morgen einen "Halloween"-Beitrag veröffentliche, damit ihr dort verlinkt werden könnt? Viel zum Lesen werde ich nicht kommen, aber bei all der Arbeit gibt es immer noch kleine Pausen, in denen ich eh zu Laptop und Buch greife.

Update 17:00 Uhr



Seit dem letzten Update habe ich nicht nur noch etwas in "Deep Secret" gelesen (solange es um die Convention geht, amüsiere ich mich prächtig, sobald es in eine andere Welt geht, erlahmt mein Interesse rapide, obwohl ich das dortige "Personal" eigentlich sympathisch finde - faszinierend), Chistie gefüttert, das Abendessen vorbereitet, etwas mit dem DS gespielt, die Wäsche zusammengelegt und verstaut, Christie fotografiert, einen Mini-Marmorkuchen gegessen und "Waponized Hell", die letzte Kurzgeschichte aus "Urban Allies", von  Jonathan Maberry und Larry Correia gelesen. In der Geschichte müssen Captain Joe Ledger (der zu einer Spezialabteilung der US-Armee gehört, die sich sonst gegen Terroristen mit biologischen Waffen vorgehen) und Special Agent Franks (der zu einer Monster bekämpfenden Spezialabteilung der selben Armee gehört) zusammenarbeiten, um eine ungewöhnliche Bedrohung in der Nähe von Mosul zu bekämpfen. Das war nicht so schlecht zu lesen, aber wie ich schon bei Larry Correias ersten Roman rund um die Monsterbekämpfenden "Elitesoldaten" feststellen musste, macht mich das Ganze einfach nicht mehr so recht an.


Damit habe ich auch die letzte Geschichte aus "Urban Allies" gelesen und finde es wieder einmal spannend, dass ich die Figuren und Ideen von Urban-Fantasy-Autorinnen häufig deutlich reizvoller finde als von ihren männlichen Kollegen. Ein paar Autorinnen und Reihen sind auf meine Merkliste gewandert - mal schauen, ob und wann ich darauf zurückgreife. Jetzt aber drehe ich erst einmal eine Blog- und Kommentarrunde und schaue, was die anderen so heute Nachmittag gemacht haben. :)

Update 21:15 Uhr


Nach der Blogrunde blieb nicht mehr so viel Zeit bis zum Kochen und während die Mangold-Tarte im Ofen war, habe ich schon mal grob den morgigen Tag geplant und danach noch ein bisschen mit dem DS gespielt. Beim Essen gab es eine Folge "Alpha Alpha" - eine sehr skurrile Serie von 1972, die mein Mann vor einiger Zeit für sich entdeckt hat. Die schaut er jetzt auch weiter, während ich wieder zum Buch greife. Vor gibt es aber wieder eine Runde durch die Blogs ... :)



Update 23:45 Uhr

Dank sehr ausgiebiger Blog- und Kommentarrunde hatte ich nicht mehr sehr viel Zeit zum Lesen und nun ist der Tag für mich auch vorbei. Ich möchte mich noch einmal dafür bedanken, dass ihr an den letzten Wochenenden so viel Zeit mit mir verbracht und euer Wochenende mit mir geteilt habt. Es war wieder sehr schön mehr über Leben, eure Bücher und all die anderen Dinge, die euch in diesem Monat beschäftigt haben, zu erfahren. Ich wünsche euch einen wunderbaren Start in die Woche - ein paar von euch haben ja an den kommenden zwei Tagen frei und verlängern die erholsame Lesezeit noch ein bisschen - und hoffe, dass wir uns in einem Jahr hier wieder zum Herbstlesen treffen! :)

***

Heutige Mitleser:

Sarah
Kiya
Sam
Elena
JED
Natira
Anette
Ina

Samstag, 29. Oktober 2016

Herbstlesen im Oktober (10) - Samstag

So sehr ich den Herbst sonst liebe, in diesem Jahr finde ich ihn eher anstrengend und bin froh, wenn wir die nächsten Wochen hinter uns gebracht haben. Umso mehr freu ich mich gerade auf die Wochenenden, an denen ich keine Termine und (kaum) Verpflichtungen habe und mich einfach mit Laptop und Buch auf dem Sofa einrollen kann.

Trotz einer gut gefüllten To-do-Liste habe ich es in dieser Woche geschafft mich durch "Das rote Schaf der Familie" von Susanne Kippenberger zu lesen. Ich finde es lustig, dass ich bis zu Hermias Rezension zu diesem Titel nichts von der Familie Mitford gehört hatte und nun ständig über Erwähnungen der verschiedenen Familienmitglieder stolpere (- vermutlich auch deshalb, weil gerade eine Biografie zu Unity Mitford in Deutschland erschienen ist). Auf jeden Fall ist es beim Lesen spannend, dass ich nicht nur eine sehr skurrile und faszinierende Familie kennenlernen, sondern auch wieder einige vorhandene Wissensinseln zu Politik und Geschichte miteinander verbinden konnte.

Da ich mir nicht sicher bin, ob ich mich neben der Geräuschkulisse, die mein Mann so am Wochenende produziert, auf ein weiteres Sachbuch konzentrieren kann, weiß ich noch nicht, ob ich heute noch mit "Syrien verstehen" von Gerhard Schweizer anfange oder lieber zu einer etwas fluffigeren Lektüre greife. Diese "fluffigere Lektüre" wäre dann "Deep Secret" von Diana Wynne Jones", in dem ich in den letzten Abenden vor dem Schlafengehen immer ein paar Zeilen gelesen habe, und ein weiterer Jiro-Taniguchi-Manga bietet sich auch an, dann könnte ich den am Mittwoch zur Bibliothek zurückbringen. Außerdem möchte ich die nächste Geschichte aus "Urban Allies" lesen und ich habe versprochen, dass wir heute eine weitere "Mechs vs. Minions"-Mission spielen (dieses Mal mit zwei Figuren pro Spieler Oo).

Update 13:00 Uhr


Den Großteil des Vormittags habe ich damit zugebracht meinen FeedReader zu leeren und Kommentare zu schreiben. Danach gab es dann Frühstück für mich - eine mit einer Creme aus Feta, Zwiebeln, Kräutern und Gewürzen gefüllte Teigtasche vom gestrigen Abendessen - und die vorletzte Geschichte aus "Urban Allies". "Crossed Wires" wurde geschrieben von Jeff Somers und Stephen Blackmoore und dreht sich um Lem Vonnegan und Eric Carter. Lem ist eine Art Magier, der von einem Bekannten beauftragt wird, eine seltsame Spiritistin unter die Lupe zu nehmen, die nicht nur eine Verbindung mit seiner verstorbenen Mutter geschaffen hatte - sondern auch zu seinem (noch überaus lebendigen) Vater. Eric Carter hingegen ist Totenbeschwörer und wird damit beauftragt herauszufinden, wer einen Obdachlosen auf sehr ungewöhnliche Weise getötet hat. Ich fand es faszinierend die verschiedenen Magiesysteme der beiden Autoren kennenzulernen und eine solche Geschichte aus zwei so unterschiedlichen Perspektiven zu erleben, vor allem da die beiden Autoren am Ende noch einen tollen Kniff in die Handlung gebracht haben. Doch, das hat mich gut unterhalten, auch wenn ich mich bei aller Faszination nicht dazu gedrängt fühle, jetzt sofort Bücher der Autoren auf meinen Wunschzettel zu setzen. ;)


Beim Bearbeiten meines Frühstücksfotos ist mir noch ein Foto in die Finger gefallen, das ich in der Woche gemacht habe. Ich war fest entschlossen ein paar herbstliche Bilder festzuhalten, habe aber bei meinem Gang kaum herbstliche Motive gefunden. Die Bäume verfärben sich zwar langsam, aber nur sehr wenige sehen schon so richtig herbstlich aus. Erstaunlich viele sind noch - wenn auch sehr matt - begrünt. Das ist in diesem Jahr schon etwas seltsam, finde ich. Immerhin ist es lustig, dass das da oben auf dem Foto kein Park ist, sondern nur ein schmaler Streifen zwischen zwei sehr hässlichen Massenwohnungsbauten. Was so ein Bildausschnitt doch für einen Einfluss auf die Wahrnehmung haben kann ...

Jetzt werden wir erst einmal das Kätzchen füttern und danach geht es mit "Mechs vs. Minions" los. Mein armer Mann scharrt schon mit den Hufen, weil ich so lange brauche und wir noch nicht spielen. ;)

Update 17:30 Uhr




Uff! Ich weiß nicht, warum die "Mechs vs. Minion"-Runden bei uns so viel Zeit benötigen - angeblich spielen die meisten Leute gerade mal halb so lange wie wir an einer Mission. Aber wir tauschen uns auch viel darüber aus, welche Folgen welcher Zug hat und welche Optimierungen wir angehen wollen. Und wenn man das dann noch für zwei Spielfiguren pro Person macht, dauert es eben seine Zeit. Auf jeden Fall war es wieder sehr, sehr lustig. Mir macht das Spiel großen Spaß und angenehmerweise passen sogar alle Spielelemente auf unseren Wohnzimmertisch - das ist bei anderen Spielen oft schon mal ein Problem. (Weshalb wir zwei Extratischchen im Nebenzimmer haben, die aber natürlich inzwischen von mir mit Buchstapeln vollgestellt wurden. *g*) Am Ende wurde es wirklich herausfordernd, weil mit jedem Zwischenziel der Schwierigkeitsgrad hochgestuft wurde. Aber wir haben es trotzdem geschafft unser Ziel zu erreichen und die Mission gewonnen, auch wenn es keinen Zug länger hätte dauern dürfen, weil wir sonst doch verloren hätten. Doch, das war wirklich lustig. :D Aber eine Mission reicht mir auch pro Wochenende und sei es auch nur, weil es nicht bequem ist an dem Tisch zu spielen. ;)


Jetzt drehe ich noch eine Blog- und Kommentarrunde und dann lese ich, bis ich mit dem Kochen anfangen muss in "Deep Secret" von Diana Wynne Jones. Ich finde das Buch wirklich unterhaltsam, aber inzwischen ist mir der Gedanke gekommen, dass ich vielleicht deshalb Mitte der 90er aufgehört habe die Autorin zu lesen, weil sie damals verstärkt Bücher für erwachsene Leser geschrieben hat und ich die lange nicht so atmosphärisch finde wie ihre Kinder- und Jugendbücher.

Update 21:30 Uhr

Sehr viel Zeit hatte ich nach der Kommentarrunde nicht, um noch zu lesen, bevor ich mit dem Kochen anfangen musste. So gern ich das Rote-Beete-Risotto mag, so selten koche ich es, weil es einfach seine Zeit benötigt. Aber lecker ist es. :) Während des Kochens habe ich schon mal angefangen "Blümchen zu gießen", bin aber nicht ganz fertig und mache damit gleich noch ein paar Minuten weiter.


Und während des Essens haben wir die Aufnahme der heutigen Sendung "Koch im Ohr" geschaut. Dieses Mal haben sich die Kandidaten deutlich weniger unbeholfen angestellt, weil die beiden Köche einfach sehr ruhig und gut erklärt haben. Das hat es zwar auch etwas weniger lustig, aber auch deutlich weniger hektisch gemacht. Noch finde ich die Sendung unterhaltsam.


Oh, und ich habe versucht zwischendurch Christie zu fotografieren, die mir vor allem beim Nachtisch sehr genau zugeschaut hat. Dummerweise hätte sie lieber etwas von meinem Zitronenquark abbekommen, als dass sie Lust gehabt hätte still zu halten. *g*

Update 01:25 Uhr

So richtig scheine ich heute nicht müde zu werden, also habe ich bis vor einigen Minuten in "Deep Secret" gelesen und freu mich sehr darüber, dass die Convention endlich begonnen hat. Bislang habe ich die Ereignisse nur aus Sicht der weiblichen Hauptfigur erlebt und amüsiere mich über das seltsame Hotel Babylon, die Personen, die sich in all den vielen Spiegeln spiegeln, (und denen, die das nicht tun), die Convention-Besucher, die allgemein sehr sympathisch zu sein scheinen - auch wenn einige davon so freundlich sind, dass es schon bedrohlich wirkt -, und Marees Austausch mit ihrem Cousin Nick über die Dinge, die sie sehen und erleben. Bevor ich zu Rupert wechsel, gehe ich aber wohl doch besser ins Bett. Die Tag-abschließende-Kommentarrunde habe ich schon gedreht. Es war heute wieder sehr schön mit euch! :)

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Heutige Mitleser:

Sarah
Neyasha
Kiya
Ina
JED
Sam
Hermia
Anette
Elena

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Adrian McKinty: Der katholische Bulle (Sean Duffy 1)

Den Roman "Der katholische Bulle" von Adrian McKinty hatte glencolumbscille auf ihrem Blog rezensiert und mich so auf den Titel neugierig gemacht. Der "Nordirlandkonflikt" hat meine gesamte Kindheit hindurch einigen Raum in den Nachrichten eingenommen und ich habe früher Filme gesehen und Romane gelesen, in denen es um dieses Thema ging. Allerdings ist das schon lange her und nur selten gab es bei diesen Geschichten eine differenziertere Darstellung der Ereignisse. In der Regel fehlten die Grautöne und stattdessen wurden dem Zuschauer oder dem Lesenden entweder Helden oder Terroristen und keine Menschen mit Stärken und Schwächen oder gar so etwas wie einem Alltag präsentiert.

Adrian McKinty hingegen zeigt in dem ersten Roman rund um Sean Duffy wie es ist, wenn man in einer Stadt lebt, in der Protestanten gegen Katholiken, IRA gegen UVF und Polizisten gegen alle kämpfen. Seine Hauptfigur ist schon für sich ein Angriffsziel, da er trotz seines katholischen Glaubens zur Polizei gegangen ist. Sean Duffy hofft, er könne so etwas dazu beitragen den Terrorismus in Belfast zu stoppen, doch dass das illusorisch ist, ist eigentlich von Anfang an klar. So ist Sean Duffy eigentlich ganz erleichtert, als er den Auftrag bekommt einen Mord aufzuklären, der anscheinend begangen wurde, weil das Opfer schwul war. Doch natürlich ist es nicht einfach herauszufinden, wer den Mann ermordet hat. Vor allem, da Sean Duffy sich doch bald wieder inmitten der verschiedenen politischen Lager findet, da das Opfer angeblich ein niedrigrangiger Handlanger der IRA war, und sich die Ermittlungen dadurch erschweren, dass keine politische Partei überhaupt zugeben mag, dass ein Homosexuelle in ihren Kreisen verkehrte. Schließlich darf man dabei nicht vergessen, dass Homosexualität zu dieser Zeit in Irland noch verboten war. Außerdem wird bald ein zweites Mordopfer gefunden, das mit hoher Wahrscheinlichkeit vom selben Täter getötet wurde, was aber die Sache für Duffy nicht einfacher macht.

Grundsätzlich mochte ich Sean Duffy als Protagonisten, auch wenn ich mir wünsche, dass Autoren nicht immer auf den gebildeten, intelligenten jungen Mann, der aus idealistischen oder persönlichen Gründen trotz anderer Berufsaussichten zur Polizei geht, zurückgreifen würden. Sean Duffy hat ursprünglich Psychologie studiert, liebt Musik und ist stolzer Besitzer eines kleinen Häuschens in einer durch und durch protestantischen Straße im Norden von Belfast. Für ihn gehört es zur morgendlichen Routine sein Auto nach Bomben abzusuchen, bevor er losfährt, oder Umwege zu fahren, wenn auch nur der Verdacht im Raum steht, dass auf der Straße eine Falle lauern könnte. Diese Aspekte hat der Autor sehr schön dargestellt. Für Sean Duffy und seine Kollegen ist der Terror schon so lange Alltag, dass sie manchmal ihre Vorsichtsmaßnahmen vergessen, obwohl sie doch zur Routine gehören, dass sie schon am Klang einer Explosion sagen können, was da hochgegangen ist, und dass sie sich nicht genötigt fühlen ihre Ermittlungen zu unterbrechen, nur weil in einer andere Ecke der Stadt eine Bombe ausgelöst wurde.

Diese Mischung aus "wir haben schon zu viel gesehen" und "wir kommen gegen die vielen verschiedenen Parteien, die Macht in den Händen halten, nicht an" führt zu einer harten und desillusionierenden Arbeitsrealität. Trotzdem geben Duffy und seine Kollegen ihr Bestes (auch wenn das im Vergleich zu modernen Vorgehensweise manchmal stümperhaft wirkt oder die verschiedenen Abteilungen nicht besonders gut zusammenarbeiten) und beißen sich mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit, Frustration und Gleichgültigkeit gegenüber Gefahren durch die verschiedenen Hindernisse. Die Geschichte ist rau und hart und voller Menschen, die sich gegenseitig beweisen müssen, dass sie das Sagen haben. Auch Sean Duffy ist nicht ohne Fehler, sei es, dass er seine Zeitungen kostenlos bekommt, weil er versprochen hat mit dem lokalen Schutzgelderpresser ein Wörtchen zu reden, oder weil er ohne Durchsuchungs- oder Verhaftungsbefehle bei seinen Ermittlungen vorgeht. Aber er gibt sich Mühe und ihm ist es wichtig herauszufinden, was mit den ermordeten Personen passiert ist. Zum Teil spielt da auch persönlicher Ehrgeiz mit, aber vor allem geht es ihm um so etwas wie Gerechtigkeit in einer Zeit, in der man jederzeit umkommen kann, weil die religiösen und politischen Überzeugungen deines Nachbarn von den eigenen abweichen.

Ein wenig hat mich der Roman an die BBC-Serie "Life on Mars" (nur halt ohne die Mysteryelemente) erinnert - und das ist nicht die schlechteste Assoziation, die eine Geschichte bei mir auslösen kann. ;)

Dienstag, 25. Oktober 2016

Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street (Oona Crate Mystery 1)

"The Wizard of Dark Street" von Shawn Thomas Odyssey habe ich schon eine ganze Weile auf meinem englischen SuB, genauer gesagt, seitdem ich das Buch bei Kiya entdeckt hatte. Nachdem mich der Roman bei einem ersten Anlesen nicht packen konnte, habe ich mich Anfang des Monats beim Herbstlesen noch einmal daran gewagt und mich dieses Mal gleich festgelesen. Die Geschichte dreht sich Oona Crate, die in der Welt der Dark Street etwas ganz Besonderes ist. Die Dark Street ist eine fantastische Gesellschaft, die sich - abseits der "normalen" Welt - auf einem Elfenpfad entwickelt hat. Dabei unterscheiden sich die Dark Street und das New York im Jahr 1877, mit dem die ungewöhnliche Straße verbunden ist, gar nicht so sehr voneinander, abgesehen davon, dass den Bewohnern der Dark Street bewusst ist, dass Magie existiert.

Genau genommen gibt es sogar verschiedene Arten von Magie und die, die vor allem in der Dark Street praktiziert wird (auch wenn sie inzwischen ziemlich aus der Mode gekommen ist, weil die Technik der Magie den Rang abläuft), ist erlernte Magie. Theoretisch kann jeder Magie erlernen, es benötigt nur viel Übung und einen guten Lehrmeister, doch als Lehrling des Zauberers der Dark Street hat man Zugang zu den meisten Geheimnissen dieser Parallelwelt. Nur Oona, die der aktuelle Lehrling des Zauberers ist, möchte ihre Aufgabe gern niederlegen. Das Mädchen träumt von einer Zukunft als Privatdetektivin und möchte nichts mit Magie zu tun haben. Dummerweise ist Oona nicht nur klug und gewitzt, sondern auch die einzige lebende Person, die über natürliche Magie verfügt. Das bedeutet, dass die Fähigkeit zu zaubern Oona angeboren ist - auch wenn sie natürlich noch lernen muss mit ihrer Magie umzugehen. Doch Oonas Erfahrungen mit der Magie waren bislang nicht sehr gut und so möchte sie sich lieber auf ein anderes Berufsfeld konzentrieren.

Als es aber während der Suche nach einem neuen Lehrling für den Zauberer der Dark Street zu ungewöhnlichen Vorfällen kommt, muss Oona alle ihre Talente bemühen, um die Täter zu finden und die Rätsel rund um gestohlene Kleider, verschwundene Pflastersteine und natürlich den Angriff auf den Zauberer aufzuklären. Dabei steht ihr der sprechende Rabe Deacon, der in seinem Gehirn ganze Enzyklopädien gespeichert hat, mit all seinem Wissen zur Seite. Die beiden sind ein gutes Team, doch vor allem steht natürlich Oona im Mittelpunkt der Handlung. Sie muss sich im Laufe ihrer Ermittlungen deutlich weiterentwickeln und dabei so einige Ängste hinter sich lassen, wobei ich es besonders nett fand, dass Oona - trotz all ihrer Leidenschaft für die Tätigkeiten einer Privatdetektivin - sich nicht blind in Gefahren stürzt, sondern sich immer bewusst ist, welche Risiken sie eingeht.

Oonas Fähigkeiten und die Besonderheiten der Dark Street führen zu einer hübschen Mischung aus fantastischen Elementen, Kriminalfall und skurrilen Protagonisten. In gewisser Weise fühlte sich diese Art von Geschichte sehr vertraut an, was das Lesen von "The Wizard of Dark Street" zu einer sehr entspannenden Angelegenheit machte. Ich fand es schön die Dark Street kennenlernen zu können und ich mochte Oonas Art sich Gedanken um sich und ihre Umgebung zu machen. Einzig Oonas Gegenspieler fand ich nicht so ganz überzeugend, was ich etwas schade finde, wenn man bedenkt, dass er vermutlich auch in der Fortsetzung der Reihe noch eine Rolle spielen wird. Aber da ich mich sonst sehr wohlgefühlt habe mit Oonas hartnäckiger und neugieriger Art und all den kleinen und ungewöhnlichen Details rund um das Leben in der Dark Street, habe ich den zweiten Band schon auf der Wunschliste stehen.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Herbstlesen im Oktober (9) - Sonntag

Gestern war es für mich erstaunlich entspannt für ein Herbstlesen-Tag - ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich nicht das übliche "Samstagvormittag will ich noch schnell, schnell was erledigen"-Gefühl hatte oder an der nicht ganz so großen Teilnehmerzahl, die für kurze Blogrunden gesorgt hat.

Heute steht irgendwann noch das verschobene Treppenhausputzen an, außerdem wollen mein Mann und ich heute Vormittag sein neues Brettspiel "Mechs vs. Minions" ausprobieren. Er hat mir versprochen, dass es keine stundenlangen Spielrunden bringt und ich muss gestehen, dass ich von den vielen kleinen Figuren ganz hingerissen bin. Ich will ihn unbedingt dazu bringen, dass wir alle 100 aufstellen, um einmal den ganzen Umfang erfassen zu können. *g*

Ansonsten bin ich gestern Abend relativ weit in "Veiled Magic" von Deborah Blake gekommen und würde die Geschichte heute gern beenden. Auch wenn das bedeutet, dass ich mir spätestens bei meinem Termin am Mittwoch wieder überlegen darf, welches eBook ich weiterlese oder als nächstes anfange oder ob ich doch eine der Kurzgeschichten in Angriff nehme ... Achja, mit "Urban Allies" geht es natürlich heute auch weiter, mal schauen, ob ich mir die nächste Geschichte wieder zum Frühstück vornehme, das passt immer so schön von der Länge her.

Da Neyasha und Natira gestern "Wochenendbeiträge" veröffentlicht haben, sind sie schon verlinkt. Alle anderen Mitleser werden eingefügt, wenn sie sich in den Kommentaren gemeldet haben. Ich hoffe, es finden sich heute wieder ein paar Leute, die mitlesen wollen. :) Habt einen schöne und entspannten Tag und lasst euch von nichts und niemanden ärgern!

Update 10:00 Uhr

Heute ist einer dieser Tage, an denen alles irgendwie zäh zu laufen scheint. Immerhin haben wir inzwischen das Treppenhaus geputzt und ich habe weiter in "Veiled Magic" gelesen und es gab sehr dramatische Entwicklungen (ist schon klar, dass die sympathische Nebenfigur in den Tod rennt, nicht wahr?). Aufs Frühstück habe ich noch keinen Appetit und zum Spielen fühle ich mich noch nicht wach genug. Ich glaube, heute habe ich mir dieses "Möp"-Gefühl eingefangen, das mich schon die letzten Wochen verfolgt hat. Vielleicht kann ich es unter der Dusche ertränken ...

Update 14:15 Uhr

Ein Mech im Kampf gegen hundert Minions. :D
Uff ... nach dem Duschen haben wir das Spielfeld für "Mechs vs. Minions" aufgebaut und angefangen uns durch das Tutorial und die erste Mission zu arbeiten. Das Spiel macht mir wirklich Spaß, aber wir haben es fertiggebracht, uns bei unserer Mission in eine Patt-Situation zu bringen. Jedes Mal, wenn wir das Spielfeld so weit geräumt haben, dass wir unser Ziel (eine mysteriöse , bombenformige, tickende Energiequelle zum Reparaturfeld zu bringen) theoretisch gut erreichen könnten, kommt die nächste Minionswelle ... Noch haben wir nicht verloren und basteln an unseren Spielstrategien rum, in der Hoffnung, dass wir doch noch gewinnen.


Ich bin mir sicher, dass so eine Spielrunde deutlich schneller geht, wenn wir geübter sind und bestimmte Sachen von uns nicht mehr nachgeschlagen werden müssen, weil wir dann sicher sind, wie die kurzen Angaben auf den Karten auszulegen sind. Wobei es da oft um Kleinigkeiten geht wie die Frage, ob man bei einem Spielzug von drei Schritten bei jedem Schritt Schaden verursacht oder erst am Endpunkt dieses Zugs. Wie gesagt, es macht Spaß, ist lustig und herausfordernd, ohne einem dabei das Gefühl zu geben, dass es einen überfordert. Trotzdem mussten wir jetzt dringend eine Pause einlegen, um mich und das Kätzchen zu füttern. So dampft jetzt ein heißer Kakao neben mir (darauf hatte ich schon die ganze Woche Lust) und ich knabbere an meinem Frühstück, während ich das Update schreibe.


Jetzt gibt es noch eine Runde durch die Blogs (sorry, dass ich heute Vormittag gar nicht vorbeikam) und dann schaffen wir es hoffentlich, unsere Bombe Energiequelle ans Ziel zu bringen!

Update 19:45 Uhr

Zwei Züge! Wir waren nur zwei Züge vom Sieg entfernt, als wir eine Pause einlegten! Mein Mann musste sich nur dazu durchringen einen Angriff zu opfern und schon war es ganz leicht das Ziel zu erreichen. *g* Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht und ich freu mich sehr, dass dieses Spiel nun unsere Sammlung erweitert. Vermutlich werden wir am kommenden Wochenende die nächste Runde mit "Mechs vs. Minions" einlegen. :D

Ansonsten habe ich "Veiled Magic" ausgelesen und muss zugeben, dass ich das Ende ein bisschen schwach fand. Wenn ich nicht wüsste, dass es der Debütroman von Deborah Blake ist, würde ich vermutlich nichts weiter von der Autorin lesen. Aber ich kenne bessere Urban-Fantasy-Romane von der Autorin und kann verzeihen, dass sie dem Leser am Ende dieser Geschichte ein bisschen das Gefühl gibt, als wäre ihr die Luft ausgegangen. Vielleicht wollte sie damit auch nur auf eine (bislang wohl nicht veröffentlichte) Fortsetzung hinleiten, aber so fand ich es unbefriedigend.

Außerdem habe ich noch meine Blümchen gegossen (also "Animal Crossing" gespielt) und ein bisschen auf dem Sofa gedöst, nachdem die vergangene Nacht etwas kürzer war als erhofft. Jetzt gart das Abendessen (Ofengemüse) im Ofen, ich habe eine Blogrunde gedreht und nun stecke ich endlich meine Nase in "Urban Allies". Da möchte ich heute auf jeden Fall noch eine Geschichte lesen, wenn ich mich schon in der Woche immer zurückhalte. ;)

Update 23:00 Uhr


Da ich zwischendurch ein bisschen abgelenkt wurde, hat das Lesen von "Spite House" von C.E. Murphy und Kat Richardson ein bisschen länger gedauert. Eine der Ablenkungen bestand darin, dass ich mehr über die Reihen herausfinden wollte, die die beiden Autorinnen geschrieben haben, und dann musste ich auch noch die beiden ersten Bände auf meinen Wunschzettel setzen. Falls also noch Zweifel besteht: Ich mochte die Geschichte und die beiden Protagonistinnen Harper Blaine und Joanna Walker. Die beiden Frauen betreten unabhängig von einander ein Spukhaus und treffen in der Eingangshalle aufeinander und arbeiten von da an zusammen, um das Haus von seinem Fluch zu befreien. Ich mochte den freundschaftlichen Ton zwischen Jo und Harper und ich mochte die wenigen Dinge, die man über die jeweiligen Urban-Fantasy-Welten der beiden Reihen mitbekommen hat. Mein armer Wunschzettel leidet gerade wirklich sehr ... ;)


Jetzt dreh ich noch eine letzte Blog- und Kommentarrunde, bevor der Tag für mich zu Ende geht. Ich wünsche euch einen schönen Start in die Woche und hoffe, dass wir uns am nächsten Wochenende vielleicht wiedersehen.


Heutige Mitleser:

Neyasha
Natira
Ina
Anette
Jacy Green
Hermia
JED

Samstag, 22. Oktober 2016

Herbstlesen im Oktober (8) - Samstag

Nachdem ich am Montagabend immer noch keine Lust hatte, wieder zu meinen Büchern zu greifen, habe ich "Kulurgeschichte des Klimas" von Wolfgang Behringer und "Die Hälfte der Sonne" von Chimamanda Ngozi Adichie dann doch abgebrochen und mich lieber auf "Die phantastische Suche nach der Überallkarte" von Carrie Ryan und John Parke Davis konzentriert. Ein fluffiges Kinderbuch passt doch besser in eine stressige Woche! Und weil es so gut passte, habe ich den Roman dann auch im Laufe der Woche ausgelesen. ;) Ansonsten ist mir aufgefallen, dass ich hier eigentlich nie die eBooks aufliste, in denen ich so während der letzten Wochen gelesen habe. Dabei war ich so viel mit Bus und Bahn unterwegs und hatte so viele Wartezeiten, dass ich da so einige Seiten verschlungen habe. Aber irgendwie zähle ich eBooks immer noch anders als gedruckte Veröffentlichungen ... Aktuell lese ich auf dem Reader übrigens "Veiled Magic" von Deborah Blake und obwohl dieser Urban-Fantasy-Roman "gewöhnlicher" ist als ihre Baba-Yaga-Geschichten, fühle ich mich gut unterhalten.

Bevor ich mich heute wieder mit einem Buch auf dem Sofa einrolle, muss ich noch den Wochenendeinkauf hinter mich bringen, das Treppenhaus putzen und backen werden ich heute Vormittag auch noch. Wir lesen uns also erst später wieder - dann werde ich auch die ersten Mitleser verlinken, wenn sich bis dahin jemand in den Kommentaren mit einem aktuellen Beitrag gemeldet hat. Habt einen schönen Start in den Tag! :)


Update 11:30 Uhr


Der Einkauf ist erledigt und das Putzen des Treppenhaus haben wir verschoben, da die Nachbarn den heutigen (sehr regnerischen!) Tag nutzen, um ihren Garten winterfest zu machen und somit ständig durch Keller und Erdgeschoss laufen und eine Spur aus Blättern, Erde und Regen hinterlassen. Also gab es schon Frühstück für uns und dazu habe ich die nächste Geschichte aus "Urban Allies" gelesen. "Blood for Blood" wurde von Charlaine Harris und Christopher Golden geschrieben und dreht sich um Davia Lynley-Chivers und Peter Octavian, die in einer Feenwelt aufeinandertreffen und feststellen, dass sie ein gemeinsames Ziel an diesen Ort geführt hat. Die Geschichte war irgendwie nett, aber nichts, was sich bei mir einprägen würde oder dafür sorgen würde, dass ich mehr von den beiden Autoren lesen möchte. Da ich gerade von Christie in Beschlag genommen werde, bleib ich noch etwas auf dem Sofa, bevor ich in die Küche wandere.


Update 15:30 Uhr

Seit dem letzten Update habe ich ein bisschen vor mich hingewuselt und mich doch noch um ein bisschen Haushalt gekümmert, die Karamell-Scones gebacken (ich bin sehr gespannt, was das beim Essen wird - die Größe ist schon ... sehr groß, aber ich habe mich - wie immer beim ersten Backen - genau an das Rezept gehalten), etwas mit dem 3DS gespielt und in "Reflections" von Diana Wynne Jones gelesen. Da die Autorin sich (inzwischen) regelmäßig in ihren Texten wiederholt (sie hat die Reden und Artikel für diese Veröffentlichung nicht überarbeitet und konnte beim Schreiben der jeweiligen Texte ja nicht davon ausgehen, dass jemand ihre früheren Reden und Artikel schon kannte), muss ich mir die neuen Informationen ein bisschen aus der Masse picken. Aber ich finde es trotzdem immer spannend etwas über ihre Ansichten zum Schreiben (von fantastischen Kinderbüchern) und ähnliche Themen zu finden.


Jetzt drehe ich erst einmal eine Blogrunde, danach topfe ich die Wäsche von der Maschine in den Trockner und hoffe, dass mein Mann dann seinen Mittagsschlaf beendet hat, damit wir die Scones probieren können.


Update 17:15 Uhr

Inzwischen haben wir die Scones probiert und ich muss gestehen, dass ich sie nicht unbedingt noch einmal backen muss. Wobei ich mir auch nicht unbedingt etwas unter Karamell-Scones vorstellen konnte, als ich sie HIER entdeckte. Meinem Mann war schon der erste Probebissen nicht "geschmackvoll" genug, also hat er sich auf sein Stück Johannisbeer-Gelee getan. Ich finde den sehr feinen, süßen Geschmack eigentlich ganz lecker, aber nicht so besonders, dass ich dafür so viele Zutaten verwenden müsste (also viele Zutaten im Vergleich zu meinen normalen britischen Buttermilch-Scones). Das Putzen des Treppenhaus haben wir auf morgen verschoben, da die Nachbarn immer noch aktiv sind. Dafür haben wir zwischendurch den Inhalt unseres Kellers kontrolliert, weil die Nachbarin eine "Bitte darauf achten, dass die Haustür richtig geschlossen ist. Uns wurden schon ein Fahrrad und Werkzeug geklaut."-Nachricht an die Tür geklebt hat. Wir haben bislang unseren Keller immer unverschlossen gelassen, weil wir nur sechs Mietparteien im Haus sind und eigentlich kein Fremder "unkontrolliert" Zugang zum Haus hat (wenn denn die Tür richtig ins Schloss gezogen wird). Ich klebe auch jedem Handwerker auf den Fersen, den ich ins Haus lasse, bis er wieder gegangen ist. Nun, bei uns ist auf jeden Fall nichts geklaut worden, aber ich frage mich schon, wie das bei den Nachbarn passieren konnte.


Nachdem wir am vergangenen Wochenende die Sendung "Koch im Ohr" (ZDF) entdeckt hatten, haben wir auch die heutige Folge geschaut und fanden es ganz lustig zu verfolgen, wie ein Koch nur per Anweisungen zusammen mit einem vollkommenen Küchenlaien ein Gericht zustande bringen muss. Ein bisschen gemein ist es, dass die Zutaten in der Studioküche nicht belabelt sind, so dass die kochende Person über Geruch und Geschmack herausfinden muss, ob er die richtige Zutat in den Händen hält - wobei ich zugeben muss, dass es auch irgendwie amüsant ist, wenn der Koch versucht zum Beispiel über das Fließverhalten eine Flüssigkeit zu identifizieren, die sein Kandidat gerade in den Topf kippt. Bis zum Abendessen gibt es für mich noch eine Blogrunde (bei der heute relativ kleinen Teilnehmerzahl geht das ja ungewohnt schnell) und ein paar Zeilen in meinem Buch.

Update 21:30 Uhr

Das Kochen hat heute doch mal wieder mehr Zeit in Anspruch genommen, als ich erwartet hatte. Dafür hatte ich dabei lauthals Tina Turner auf den Ohren (und die Gespräche aus der Nachbarküche zu übertönen) und habe hemmungslos beim Kochen mitgetanzt. *g* Zu Essen gab es heute Pasta mit Spinat-Walnuss-Pesto, nachdem ich eigentlich dieses Rezept ausprobieren wollte, aber heute beim Einkaufen keine schöne Petersilie bekam und dann doch keinen Knoblauch mehr im Haus hatte und überhaupt etwas improvisieren musste.


Vor dem Kochen gab es noch ein paar Seiten in "Veiled Magic" von Deborah Blake. Das ist - wie oben schon erwähnt - eine relativ gewöhnliche Urban-Fantasy-Geschichte, aber ich finde die Figuren nett und die Welt ist auch nicht schlecht, die die Autorin sich ausgedacht hat. Unterbrochen habe ich das Lesen, nach einer erfolgreichen Rettungsaktion, die von einem Berserker, einer Hexe und einem Halbdrachen ausgeführt wurde. Irgendwie ist es eine typische "egal, wofür die Protagonistin sich entscheidet, sie wird immer eine mächtige Gruppe gegen sich aufbringen"-Handlung, aber da man schließlich herausfinden will, wie die Figur eine Lösung für ihre (natürlich im Laufe der Geschichte immer komplizierter werdende) Situation findet, bleibt man doch neugierig auf die weitere Entwicklung.

Während im Hintergrund "Escape from New York" läuft (leider ohne Untertitel, weshalb ich den Dialogen großteils nicht wirklich folgen kann - sprecht doch mal klareres Englisch!), dreh ich noch eine Blogrunde und schaue, wie es den anderen so ergangen ist. :)

***

Heutige Mitleser:

Hermia
Neyasha
Ina
Anette
Alysande (in den Kommentaren)
Natira

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Jiro Taniguchi: Die Stadt und das Mädchen (Manga)

Vor ein paar Jahren hatte ich mit dem Zweiteiler "Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß" meine erste Veröffentlichung von Jiro Taniguchi in die Finger bekommen und war ganz hingerissen von dem zurückhaltenden und realistischen Zeichenstil und der ruhigen Erzählweise des Mangaka. Seitdem habe ich einige Titel des Zeichners auf meinem Wunschzettel, aber gelesen habe ich bislang nur Leihgaben. So auch "Die Stadt und das Mädchen", das ich in der örtlichen Bibliothek ausleihen konnte und während des ersten "Herbstlesen"-Wochenendes gelesen habe.

Der Protagonist Shiga ist Extrem-Bergsteiger und lebt relativ abgeschieden in den japanischen Bergen in einer Hütte. Vor vielen Jahren hat Shiga seinen besten Freund Tatsuhiko Sakamoto bei einem Unglück verloren, als dieser sich (ohne Shiga) an die Besteigung des Dhaulagiri, eines Achttausender, wagte. In dem Notizbuch, das man bei der Leiche fand, bat Sakamoto darum, dass sich Shiga um seine Frau Yoriko und seine Tochter Megumi kümmern möge - und das hat der Bergsteiger auch immer getan. So ist es selbstverständlich für ihn nach Tokio zu reisen, als er eine Nachricht von Yoriko erhält, dass die 15jährige Megumi spurlos verschwunden ist. Die Polizei scheint das Verschwinden des Mädchens nicht ernst zu nehmen und so macht sich Shiga selber auf die Suche.

So recht weiß der Bergsteiger nicht, wie er an Informationen über das Mädchen herankommen soll. Er kennt Megumi vor allem von ihren Besuchen in den Bergen und da ist der letzte schon einige Zeit her. Aber Shiga ist kein dummer Mensch und hangelt sich bei seiner Suche systematisch von einem Hinweis zum nächsten und beweist dabei eine Hartnäckigkeit, die man bei einem Extremsportler wohl auch voraussetzen kann. Dabei lässt sich Jiro Taniguchi Zeit die Geschichte zu entwickeln, während man als Leser Shigas Weg verfolgt und nur langsam mehr über seine Freundschaft zu Sakamoto und sein Verhältnis zu dessen Witwe und Tochter erfährt.

Ich persönlich mag diese anfangs schon fast gemächlich wirkende Erzählweise, weil mir das die Gelegenheit bietet die Zeichnungen zu betrachten, die Figuren kennenzulernen und mir meine eigenen Gedanken über all die Sachen zu machen, die nicht ausgesprochen werden, aber zwischen den Zeilen mitschwingen. Auch habe ich das Gefühl, dass der Mangaka seine Protagonisten verständnisvoll behandelt. Die Antagonisten sind verachtenswert und das wird auch deutlich, ohne dass es betont ausgesprochen werden muss, die Protagonisten hingegen haben Schwächen und Fehler - aus denen sie vielleicht entwachsen können, aber vielleicht eben auch nicht -, weil sie einfach menschlich sind. Wirklich temporeich wird die Geschichte nicht, aber es gibt spannende Szenen und interessante Charaktere. Außerdem wächst im Laufe der Seiten das Gefühl, dass die Zeit drängt, dass Megumi vielleicht doch in größerer Gefahr schwebt und dass es notwendig sein könnte radikalere Schritte zu gehen, um mehr über ihren Verbleib herauszufinden.

Jiro Taniguchis Zeichenstil passt hervorragend zu seiner Art eine Geschichte zu erzählen. Seine Bilder sind zurückhaltend und voller Details (gerade bei den Hintergründen), seine Figuren werden in einem klaren, aber realistischen Stil dargestellt und die Anordnung der Panels passt zu dem ruhigen Tempo der Handlung. So verwendete der Mangaka bei den aufregenderen Passagen seiner Geschichte auch keine rasanten Schnitte oder eine dynamische Bildaufteilung, sondern betont die Anspannung bei den Figuren oder Gefahren durch Detailvergrößerungen oder eine genauere Darstellung von Bewegungsabläufen. Mir gefällt dies sehr gut, weil es zu einer eher unterschwelligen Spannung führt und mir immer noch genügend Raum lässt, um mir meine Gedanken über die Handlung und die Figuren zu machen.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Iris Grädler: Am Ende des Schmerzes (Hörbuch)

"Am Ende des Schmerzes" von Iris Grädler ist die Fortsetzung von "Meer des Schweigens", wobei man die Titel unabhängig voneinander hören bzw. lesen kann. Die Autorin setzt auch bei dieser Geschichte auf drei Handlungsstränge, die lange Zeit unabhängig voneinander laufen und bei denen man sich als Hörer lange fragt, wie sie zusammengehören. Die Handlung beginnt damit, dass Collin Brown zu einem Autounfall gerufen wird, bei dem ein LKW-Fahrer mit seinem Fahrzeug ein verlassenes Pförtnerhaus gerammt hat. Als die Aufräumarbeiten beginnen, wird das Skelett eines Babys in dem alten Gebäude gefunden. Nun muss Collin ermitteln, wer früher an diesem Ort gelebt hat und welche Personen als mögliche Eltern für das getötete Kind in Frage kommen, und auch seine (ehemalige) Mitarbeiterin Sandra bekommt es an ihrem neuen Arbeitsplatz mit - auf den ersten Blick geringfügigen - Fällen zu tun, die irgendwie mit der ganzen Geschichte verwoben sind.

Parallel dazu kann man die Geschichte von Jill mitverfolgen, die früher eine erfolgreiche Turnierreiterin war, bis sie bei einem Vielseitigkeitswettbewerb mit ihrem Pferd stürzte und sich schwer verletzte. Seit diesem Sturz hat sie gemeinsam mit ihrem Vater einen Hof betrieben. Doch nachdem ihr Vater einen Schlaganfall hatte und ihre Schwester nun als Alleinbevollmächtigte über den Hof regiert, muss Jill zusehen, wie Claire all das verkauft, was Jill wichtig ist.  Der dritte - und kleinere - Handlungsstrang dreht sich um Evelyn, die auf den ersten Blick überhaupt nichts mit den Vorgängen in England zu tun hat. Die Deutsche lebt - mehr oder weniger - zufrieden mit ihrem älteren (und sehr wohlhabenden) Mann zusammen und scheint einzig für das Sammeln von kostbaren Puppen so etwas wie Leidenschaft zu entwickeln.

Auch bei "Am Ende des Schmerzes" konzentriert sich Iris Grädler wieder auf eine ausführliche und unaufgeregte Darstellung der Charaktere, wobei die Autorin nur sehr langsam enthüllt, warum welche Figur sich wie entwickelt hat und welche Entscheidungen das Leben dieser Personen geprägt hat. Dabei wird aber von Anfang an deutlich, dass weder Jills, noch Evelyns Vergangenheit besonders harmonisch verlaufen ist - und für Jill bietet auch die Gegenwart wenig erfreuliches. Einzig ihre Liebe zu ihrem Turnierpferd Diamond bringt sie durch einen beschwerlichen Alltag, aber auch dieses Tier wird von ihrer Schwester zum Verkauf angeboten.

Ich muss gestehen, dass das große Geheimnis hinter all den Ereignissen recht offensichtlich war - vor allem, da schon Jills Persönlichkeit viel verraten hat -, aber das hat mich nicht daran gehindert gespannt den verschiedenen Entwicklungen zu lauschen. Mir geht es bei diesen Geschichten weniger darum mitzuermitteln, als um die Art und Weise wie man mehr über die Charaktere erfährt und wie all die Details am Ende ineinandergreifen. Auch finde ich es spannend, die verschiedenen Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen. Allerdings muss ich zugeben, dass es für mich bei den Collin-Brown-Hörbüchern schwierig ist, wenn ich längere Pausen mache, weil ich durch die regelmäßigen Perspektivwechsel und die vielen Charaktere erst wieder darauf kommen muss, welche Figur jetzt in welchem Zusammenhang mit welchen Ereignissen steht. Bei einem Roman würde mir das leichter fallen, weil ich mal eben ein paar Seiten zurückblättern und querlesen könnte.

Was Gabriele Blum angeht, so mag ich ihre Art die Krimis von Iris Grädler zu lesen. Die präsentiert die Geschichte ruhig und unaufgeregt und passt sich der gemächlichen Erzählweise der Autorin an. Bei mir sorgt das dafür, dass mich manche Passagen gerade deshalb tief berühren, weil mir niemand vorgibt, wie ich dabei zu fühlen habe. Außerdem fand ich es angenehm, dass die Sprecherin jeder Figur - und es kommen nicht so wenige vor - einen eigenen Ton verliehen hat, ohne dabei in übertriebene Extreme zu gehen.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Herbstlesen im Oktober (7) - Sonntag

Tja, das war wohl gestern nix mit mir und meinen beiden Bibliotheksbüchern. Bei "Kulturgeschichte des Klimas" kann ich ja noch verstehen, dass ich gerade keine Aufmerksamkeit dafür habe, aber "Die Hälfte der Sonne" von Chimamanda Ngozi Adichie lässt sich eigentlich flüssig lesen. Ich bin nur so genervt von den Gedanken der männlichen Protagonisten. Es gibt drei Figuren, die man durch die Geschichte begleitet und während man durch den Houseboy Ugwu die Perspektive eines zwar intelligenten, aber ungebildeten und armen Mannes erlebt, der durch seinen neuen Arbeitgeber mit intellektuellem Gedankengut in Berührung kommt, erlebt man durch die Augen von Olanna (die die Freundin von Ugwus Master ist) das Leben einer wohlhabenden und gebildeten Frau im Nigeria der 60er Jahre. Und ich finde es eigentlich spannend, dass ihr theoretisch so viele Möglichkeiten offen stehen, dass sie andererseits trotzdem nur ein Handelsobjekt für ihre Eltern zu sein scheint. Der dritte Protagonist ist der britische Journalist Richard, der fasziniert ist von der nigerianischen Kultur, der sich in England nie daheim fühlte, der mit Olannas Zwillingsschwester eine Beziehung hat und eben aus der Sicht des Außenstehenden erzählt. Das könnte alles sehr, sehr spannend sei und es gibt auch interessante Details, aber Ugwu ist ein Teenager, dessen Gedanken sich für meinen Geschmack viel zu oft um Frauen/Mädchen drehen und wie es wohl wäre mit einer Frau zusammen zu sein (und der deswegen auch gern seinen Master und Olanna in der Nacht belauscht), während Richard Probleme beim Sex hat, die ihn natürlich sehr beschäftigen. Noch überlagert das für mich die eigentliche Handlung des Romans und ich weiß nicht, ob ich gerade die Geduld habe weiterzulesen. Erst einmal werde ich wohl zu einer weiteren Kurzgeschichte aus "Urban Allies" greifen und mir dann überlegen, mit welchem Buch es weitergeht ...


Auch heute verlinke ich diejenigen am Ende des Beitrags, die sich bei mir mit einem Kommentar unter diesem Post melden. Wobei ich diejenige, die gestern schon fürs gesamte Wochenende einen Beitrag verfasst habe, verlinkt habe.

Update 11:00 Uhr

Bislang startete der Tag für mich relativ gemütlich und gelesen habe ich nur "The Lessons of Room 19" von Weston Ochse und David Wellington, die sechste Kurzgeschichte aus "Urban Allies". David Wellington kannte ich bislang nur unter seinem Pseudonym David Chandler, wo mir "Die Metropole der Diebe" eigentlich gut gefallen hatte (gut genug, um sie auf die Fortsetzungsliste zu setzen, aber nicht so gut, dass ich sie mir schon angeschafft hätte ;) ) Zu Beginn der Geschichte kann man als Leser verfolgen wie Jack Walker, ein Mitglied des "SEAL Team 666" (eine Serie von Weston Ochse), versucht in einem Hotelzimmer mit Hilfe einer Garderobe den Geist seiner verstorbenen Verlobten Jen zu beschwören. Kurz darauf wird Laura Caxton (eine "Vampirjägerin") von einer mysteriösen Person damit beauftragt Jack heil aus dem Hotel zu holen. Ich mochte die Geschichte, vor allem die Idee mit den "Witchbillies" (zaubernde Hillbillies), die anscheinend aus den Laura-Caxton-Romanen kommen, obwohl mir Jacks Part stellenweise etwas zu sehr "ich bin ein Seal, ich bin ein Held, selbst wenn es mich umbringt" war.

Ansonsten habe ich mich nur etwas online rumgetrieben, mit Christie geschmust und mich treiben lassen. Jetzt wird es langsam Zeit für mein Frühstück und ich denke, ich werde währenddessen weiter in "Die Hälfte der Sonne" lesen und wenn es mich dann nicht packt, lege ich das Buch für heute zur Seite.

Update 13:45 Uhr


Argh! Gerade ärgert mich Chimamanda Ngozi Adichie wirklich! Es gab in der Handlung von "Die Hälfte der Sonne" einen Sprung von drei Jahren zum Tag des Militärputsches - soweit schön und gut, darauf hatte ich ja die ganze Zeit gewartet - und man bekommt diesen Tag durch die Augen von Ugwu mit, der den ganzen Diskussionen im Haus seines Arbeitgebers nicht so recht folgen kann. Stattdessen denkt er darüber nach wie schade es doch ist, dass Mister Richard nicht mehr zu Besuch kommt, dass es vor drei Jahren zu einem großen Streit gekommen war, dass Olanna und sein Master sich beinah getrennt hätten und dass das wenige Monate vor Geburt des Babys gewesen war. Bevor ich als Leser irgendwas über diesen Streit und das Drama vor drei Jahren erfahre, geht Ugwu ins Bett, schläft mit der Nachbarin, die noch vorbeikommt, und beendet den Tag. Ich gehe zwar davon aus, dass ich im Laufe der Geschichte erfahre, was passiert ist, aber dass die Autorin mir diese Ereignisse vorenthält und nur zu Beginn dieses neuen Abschnitts Ugwu kurz daran denken lässt, frustriert mich sehr.


Wenn ich nicht immer wieder den Roman aus der Hand legen würde, weil ich das Gefühl habe, dass sämtliche interessanten Passagen durch Elemente unterbrochen würden, die mich ärgern, wäre ich schon längst mit dem Buch durch. Ganz habe ich die Geschichte auch noch nicht aufgegeben, aber jetzt brauche ich erst einmal etwas, das mich weniger frustriert. Vielleicht lese ich weiter in "Faith" (die erste Superhelden-Comicserie, die mich nach jahrelanger Superheldenüberdrüssigkeit *g* dazu bringen konnte, mal wieder US-Comic-Hefte zu kaufen), da haben sich inzwischen auch ein paar Ausgaben angesammelt.

Update 16:30 Uhr


Jupp, "Faith" war genau das Richtige, um mich aus meiner mieseligen Stimmung zu reißen! :) "Faith" ist ein Spin-Off, früher war die Figur - mit dem Superheldennamen "Zephyr" - Teil der "Renegades", aber nach einigen dramatischen Ereignissen (wenn ich den Andeutungen in der Geschichte glauben darf ;) ), hat Faith Herbert beschlossen, dass sie ihren Weg als Superheldin allein gehen muss. Aufgewachsen ist Faith als Waisenkind, großgezogen wurde sie von ihrer Großmutter und ihre Hobbies waren Comics und Serien und überhaupt all die Dinge, die etwas "nerdig" sind. Als Teenager entdeckte sie dann, dass sie selber auch Kräfte hat, die es ihr unter anderem ermöglichen, zu fliegen. Inzwischen lebt Faith in L.A., arbeitet tagsüber als "Summer Smith" für einen Blog, der sich mit Klatsch und Tratsch beschäftigt, und versucht nachts, die Welt zu retten ... na ja ... oder zumindest ein paar gestohlene Hundebabies ... ;)


Es gibt zwei Dinge, die ich an diesen Comics besonders mag. Einmal entspricht Faith optisch nicht gerade dem üblichen Superheldinnen-Klischee - und es scheint ihr vollkommen egal zu sein. Und dann gibt es sehr viele popkulturelle Anspielungen, womit man mich ja auch jedes Mal erwischt. Faith versucht einfach ihr Bestes zu geben, verliert sich manchmal in Tagträumen (die zum Teil auch ihren Ex-Freund betreffen), begeistert sich für Serien, Filme und Comics und hat keine Hemmungen, während eines Video-Chats mit einem Typen, den sie sehr gern mag, in einer unvorteilhaften Haltung auf dem Sofa zu hängen und zu essen. Auch wenn sie nicht gerade glücklich damit ist, dass sie als Superheldin so viele Menschen schon hat sterben sehen (und sich dafür verantwortlich fühlt), so scheint sie ansonsten in sich zu ruhen und strahlt wunderbar viel Selbstbewusstsein aus. Dazu kommt noch ein Humor, der mich immer wieder zum Schmunzeln bringt, und schon kann ich über die eine oder andere nicht so ansprechende Zeichnung (gerade wenn es um die Gesichter geht) locker hinwegsehen.

Die ersten vier Hefte enthalten eine übergreifende Storyline, in der es um eine rätselhafte Gruppe geht, die Menschen entführt, die mit großer Wahrscheinlichkeit übernatürliche Fähigkeiten haben. Die Geschichte ist mehr nett als spannend, aber ich denke, es ging dabei auch mehr darum, Faith für diejenigen einzuführen, die sie vorher noch nicht gekannt haben (so wie ich), und zu zeigen, wie sie jetzt lebt - und zu schauen, ob ein Spin-Off mit der Figur sich verkaufen würde. Da das anscheinend der Fall ist, wurde für die zweite Staffel auch keine begrenzte Heft-Anzahl vorgegeben - mal schauen, wie lange das wohl gehen wird. :D Oh, und das Heft neben meinem Apfelkuchen ist ein Crossover mit "The Adventures of Archer and Armstrong", bei dem es um einen Tag geht, den Archer und Faith gemeinsam verbringen. Sehr knuffig! :)


Update 21:30 Uhr

Reisomelett mit Erbsen

Seit dem letzten Update habe ich Abendessen gekocht und gegessen und eine Blog- und Kommentarrunde gedreht. Ich finde es schön, von den verschiedenen Tätigkeiten zu lesen, die die verschiedenen Mitleser heute so gemacht haben - und dazu noch all die unterschiedlichen Bücher! :)

Mein Mann schaut gerade "Dredd", während mir gleich mal meine "Heizungsbibliothek" vornehmen werde. Ich denke, es schadet nicht, wenn ich mir mal die Zeit nehme und die einzelnen ausgeliehenen Bücher in Ruhe anlesen. Vermutlich kann der einen oder andere Titel Mittwoch ungelesen wieder zurückgebracht werden oder vielleicht lese ich mich ja sogar doch noch an einem der Bücher fest.

Update 22:30 Uhr

Gerade mal eine Stunde hat es gedauert, um einen Großteil meiner Bibliotheksausleihen anzulesen und irgendwie finde ich es nett, inmitten all der Bücher zu sitzen und alles mal in die Hand zu nehmen und mir Gedanken darüber zu machen. Ich frage mich nur, wo kommen eigentlich all die Bibliotheksbücher her? ;)

Immerhin muss ich "Letzte Ernte" und "Tödliche Oliven" von Tom Hillenbrand gar nicht erst anlesen, da weiß ich, was auf mich zukommt und warte nur auf den zweiten Band, damit ich mir mit den Krimis ein paar nette Lesestunden gönnen kann. Und den Großteil der Jiro-Taniguchi-Manga, die da auf der Heizung liegen, habe ich auch schon gelesen. *g*

"Alea Aquarius - Der Ruf des Wassers" von Tanya Stewner war eine Spontanausleihe, weil ich dachte, es wäre nett ein fantastisches Kinder-/Jugendbuch zu lesen, bei dem das Meer eine wichtige Rolle spielt. Aber ich fürchte, bei dem Roman macht es sich bemerkbar, dass ich nicht die Zielgruppe bin. Wenn ich lese, dass die Hauptfigure eine seltsame Krankheit hat, nicht mit Wasser in Berührung kommen darf, immer Handschuhe trägt und seltsame Stellen hinter den Ohren hat, dann finde ich es schon mehr als offensichtlich, was mit ihr los ist. Dazu kommen noch hölzerne Dialoge und eine unglaublich passende zufällige Begegnung mit drei Minderjährigen, die allein mit einem Schiff übers Meer segeln ... Pfff ... Immerhin muss ich zugeben, dass sich die Geschichte schnell liest. *g*

"Meines Vaters Land - Geschichte einer deutschen Familie" von Wiebke Bruhns ist eines der Bücher, die ich auf einem Blog gefunden habe. Der Inhalt klang gut (eine Journalistin, die sich intensiv mit ihrem Vater auseinandersetzt, der hingerichtet wurde, weil er an einem Attentat gegen Hitler beteiligt war), die Form hingegen finde ich schwierig. Der Prolog liest sich gut und einige Teile des folgenden Kapitels ebenfalls, aber dummerweise habe ich Probleme mit den Passagen, in denen die Autorin die Gedanken und Gefühle beschreibt, die sie bewegt haben, während sie sich mit ihrer Familiengeschichte beschäftigte. Da verwendet sie Formulierungen, die ich als richtig schlechten Stil empfinde. So aufgebläht und künstlich verschwurbelt. Da werde ich wohl Mittwochmorgen spontan entscheiden, ob ich dem Buch noch eine Chance gebe.

"Syrien verstehen - Geschichte, Gesellschaft und Religion" von Gerhard Schweizer scheint nicht nur sehr interessant zu sein, sondern ist auch flüssig geschrieben. Das werde ich auf jeden Fall behalten und lesen und hoffe, dass mein Kopf in den nächsten Wochen mit der kleinen Schrift und der Masse an Namen und Fakten fertig wird. Ähnliches gilt auch für "Die Herrscher der Welt - Wie Mikroben unser Leben bestimmen" von Bernhard Kegel - nur ist da die Schrift nicht so klein. ;)

Auch "Die Weltensegler - Die phantastische Suche nach der Überallkarte" von Carrie Ryan und Johne Parke Davis war eine Spontanausleihe. Bei dem Klappentext konnte die Geschichte nur fürchterlich oder nett sein, nach dem Anlesen denke ich, dass sie nett wird. Vermutlich bleibe ich heute Abend dabei, wenn mich nicht noch ein anderes Buch packt. Schön, wenn sich ein kinderbuch als überraschend nett herausstellt.

"Das rote Schaf der Familie" von Susanne Kippenberger liest sich ebenfalls gut an und darf bleiben, aber davon war ich auch ausgegangen, da Hermia so angetan von dem Titel war. "Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln" von Christoph Peters (Wo bin ich denn über den Titel gestolpert? Den hatte ich auf jeden Fall vorgemerkt, aber ich weiß nicht mehr warum ...) ist eher ein Wackelkandidat. Wenn ein Autor bei einem so dünnen Band am Anfang so oft den Erzählstil wechselt, braucht es bei mir schon eine bestimmte Stimmung, um mich darauf einzulassen. Heute Abend passt es mir definitiv nicht.

Dafür, dass ich gerade so viel um die Ohren habe, habe ich ganz schön viele Sachbücher ausgeliehen. Das ist einfach der Nachteil, wenn man auf einer Vormerkliste steht und nicht abschätzen kann, wie lange es dauert bis man einen Titel ausleihen kann ... Jetzt aber gönne ich mir erst einmal einen gemütlichen Restsonntag mit einer letzten Kommentarrunde und der Suche nach der Überallkarte. :)

Ich wünsche euch schon mal einen schönen Start in die Woche. Schön, dass ihr dabei gewesen seid! :)

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Heutige Mitleser:

BücherFähe
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Kiya
Hermia
Jacy Green
JED
Natira
Ina
Elena

Samstag, 15. Oktober 2016

Herbstlesen im Oktober (6) - Samstag

Mein letztes Wochenende war ja schon sehr von meinen Nachbarn geprägt - ich hoffe, dass das heute nicht schon wieder der Fall ist ... Montag hatte ich noch "Twig im Dunkelwald" von Paul Stewart beendet und muss gestehen, dass mich die Geschichte nicht ganz so gepackt hat. Es gab ansprechende Zeichnungen, hübsche Details und natürlich viele fantastische Einfälle, aber einiges kam mir zu gewollt vor oder erinnerte mich zu sehr an Veröffentlichungen anderer Autoren oder gar an Filme. Laut Kiya sollen die Fortsetzungen besser werden, aber momentan weiß ich noch nicht, ob ich die antesten mag.

In der Woche habe ich mich dann vor allem auf "Kulturgeschichte des Klimas" von Wolfgang Behringer und "Die Hälfte der Sonne" von Chimamanda Ngozi Adichie konzentriert - der Abgabetermin für die beiden Titel rückt bedrohlich nahe und meine Lesezeit ist gerade etwas knapper als mir lieb ist. ;) Deshalb werde ich wohl heute meine Nase auch wieder in diese Bücher stecken. Ansonsten möchte ich mich auf jeden Fall weiter mit "Urban Allies" beschäftigen - wenn ich mich beim Lesen auf die Samstage und Sonntage beschränke, reicht die Anthologie für das gesamte Herbstlesen. Ansonsten habe ich heute Vormittag noch eine Backrunde (Apfelkuchen!) auf der To-do-Liste und kann mich den Rest des Tages wirklich aufs Lesen konzentrieren. Ich wünsche uns allen schon mal viel Spaß am heutigen Samstag und erholsame Stunden!

Wie immer werden alle, die mitmachen mögen, am Ende des Beitrags verlinkt, wenn sie sich hier per Kommentar melden. :)

Update 11:45 Uhr

Eine Studie in Zartgelb. *g*
Den Apfelkuchen habe ich inzwischen gebacken (und bin nicht so ganz glücklich mit den Streuseln) und zum Frühstück eine Geschichte aus "Urban Allies" gelesen. "Takes All Kinds" von Diana Rowland und Carrie Vaughn hat mir wirklich viel Vergnügen bereitet. Dabei war die eigentliche Handlung (ein Paar Werwölfe findet ein brennendes Auto mit einer Leiche auf einer Straße und will herausfinden, wer den Mord begangen hat) nicht so spannend und interessant, aber ich mochte das Aufeinandertreffen von Kitty (Werwölfin und Radiomoderatorin, die sie für paranormale Lebewesen engagiert) und Angel und wie die beiden Frauen miteinander umgehen, nachdem sie herausgefunden haben, wer und was die andere ist.


Bevor ich mich gleich zu Christie aufs Sofa kuschel und eine Blog- und Kommentarrunde drehe, beziehe ich noch eben die Betten neu und werfe die Bezüge in die Waschmaschine.


Update 16:00 Uhr

Apfelkuchen "Oma Snoopy"
Irgendwie gleitet mir heute die Zeit durch die Hände. Seit dem letzten Update habe ich eigentlich nur online gelesen, etwas mit dem 3DS gespielt, Christie gefüttert. die Betten frisch bezogen und ein Stück Kuchen gegessen. So viel zu meinem Lesetag ... ;) Der Apfelkuchen ist übrigens lecker, aber das Zutatenverhältnis bei den Streuseln stimmt wirklich nicht. Sie erinnern eher an die Zucker-Butter-Kruste bei einem Butterkuchen als an klassische Streusel. Da würde ich beim nächsten Mal doch auf ein anderes Rezept zurückgreifen.


Ansonsten macht Christie mich gerade ziemlich glücklich, während sie neben mir auf dem Sofa sitzt und ihren Oberkörper auf mein Knie gelegt hat. Auch wenn es traurig ist, dass der Verlust ihrer Katergesellschaft dafür sorgt, dass sie auf einmal so viel Nähe sucht, genieße ich es sehr, dass sie in den letzten Wochen so sehr auf uns zugekommen ist. Ich darf sie sogar regelmäßig hochnehmen und kurz durchknuddeln, auch wenn ich natürlich weiterhin aufpassen muss, dass ich ihre Laune richtig einschätze und ihre "Gutmütigkeit" nicht zu sehr strapaziere. Aber wir hätten nie gedacht, dass Christie jemals zu einer Kuschelkatze werden würde (wobei sie schon früher im Herbst nichts gegen menschliche Körperwärme hatte).

Da der Posteingang schon wieder voll ist, drehe ich noch "schnell" eine Kommentarrunde und schnappe mir dann aber wirklich eins meiner Bücher!

Nachtrag: Und jetzt hat mein Mann "Koch im Ohr" (ZDF) angemacht und das ist soooo lustig! Ich fürchte, jetzt muss ich erst einmal die Sendung schauen. :D

Update 19:15 Uhr


Mein Mann hat es heute wirklich raus eine Atmosphäre zu schaffen, in der mir das Lesen sehr schwer fällt. Aber auch Wolfgang Behringer ist nicht ganz unschuldig daran, dass ich schon so lange am Anfang von "Kulturgeschichte des Klimas" hänge. Die ersten Kapitel beschäftigen sich mit den Quellen, die von der Veränderung des Klimas in der Vorzeit zeugen, und dann mit dem Holozän und ... ich muss gestehen, dass ich das sogar grundsätzlich interessant finde, aber wenn der Autor so durch die klimatischen, geologischen und "sozialen" Veränderungen rast und ich die ganze Zeit nur noch Holozän, Klimaoptikum, Atlantikum und Neolithikum (und das waren nur die kursiv geschriebenen Wörter in dem einen Absatz, über den ich gerade wieder weggenickt bin), dann verweigert mein Kopf gerade die Aufnahme. Was natürlich dazu führt, dass ich ständig Absätze noch einmal lesen muss und das ärgert mich dann auch wieder. Eigentlich sollte es nicht so viel Zeit kosten 350 Seiten zu lesen.

Update 21:45 Uhr


So recht klappt es heute mit mir und dem Lesen wirklich nicht. Nach dem letzten Update habe ich zu "Die Hälfte der Sonne" von Chimamanda Ngozi Adichie gegriffen. Damit bin ich zwar ein Stückchen voran gekommen, aber so ganz glücklich bin ich damit auch nicht. Ich wünsche mir so langsam wirklich, dass der Bürgerkrieg endlich beginnt, weil ich nicht länger lesen mag wie der Houseboy Ugwu ständig über die Freundin seines Masters fantasiert (oder über ein Mädchen aus seinem Dorf, das er aufgrund der verwandtschaftlichen Nähe eh nicht heiraten darf) und dabei ihre halb abgenagten Fleischknochen ablutscht oder wie der Journalist Richard über seine Erektionsstörungen verzweifelt, obwohl er seine neue Freundin doch so anziehend finden (während sie sich als die hässliche Schwester sieht, mit der die Männer vor allem wegen des Geldes ihres Vaters zusammen sein wollen).

Da mein Mann zur Zeit "Schlag den Star" laufen hat, wird es wohl nicht mehr viel mit Lesen - auch wenn ich die Werbepausen ganz gut dafür nutzen kann. Aber morgen ist ja ein neuer Tag und vielleicht komme ich dann mit meinen Büchern besser voran. Auf jede Fall werde ich vor dem Schlafengehen noch kurz schauen, wie es den anderen heute Abend so ergangen ist, falls sie sich nicht eh schon für die Nacht verabschiedet haben. :)

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Heutige Mitleser:

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Donnerstag, 13. Oktober 2016

S.J. McCoy: Love Like You've Never Been Hurt (Summer Lake 1)

"Love Like You've Never Been Hurt" ist der erste Band der Summer-Lake-Romane und war Bestandteil eines dreiteiligen Bundles, das es mal umsonst als eBook gab. Da ich das Gefühl hatte, ich könnte man wieder einen netten, vorhersehbaren und wenig anspruchsvollen Liebesroman benötigen, hatte ich zugegriffen. Theoretisch hätte das Buch diese Kriterien auch erfüllt, wenn die Geschichte und die Charaktere nicht so unfassbar schrecklich gewesen wären. Vor allem ging mir die Protagonistin Emma auf die Nerven. Das fing schon beim ersten Zusammentreffen mit ihrem männlichen Gegenpart Jack an, als sie einen Blick auf ihn warf und sich sicher war, dass er jemand ist, der reihenweise Frauen flachlegt und dem man nicht vertrauen kann. Sie kennt den Mann nicht, findet nur, dass er großartig aussieht, gut riecht und schöne Augen hat und geht trotzdem davon aus, dass er grundsätzlich ein betrügender Mistkerl ist. Selbst als sie herausfindet, dass der Typ der langjährige Geschäftspartner ihres besten Freundes aus Kindheitstagen ist, kommt sie nicht auf den Gedanken ihren Freund zu fragen, was für ein Mensch Jack ist oder sich zu überlegen, ob ihr Freund jahrelang mit einem Mann zusammenarbeiten könnte, der bedenkenlos Frauen ausnutzen würde.

Aber Emma hat nicht nur wahnsinnige Vorurteile gegen gutaussehende Männer, die sich durchgehend nett, humorvoll und aufmerksam präsentieren, sie ist auch seit zehn Jahren wahnsinnig erfolgreich in ihrem Job als Drehbuchautorin, obwohl sie ihre Tätigkeit hasst. Denn Emma tut nichts anderes, als andere Leute Romane in eine verfilmbare Version umzuschreiben. Was so unbefriedigend ist. Und wofür sie in L.A. leben muss, obwohl sie die Stadt schrecklich findet und sich ständig nach dem kleinen Ort am Summer Lake sehnt, in dem sie aufgewachsen ist und wo noch ihr Großvater lebt. Außerdem hat sie ständig so viel zu tun und ihre Agentin überhäuft sie andauernd mit Aufträgen, obwohl Emma ihre Arbeit doch gar nicht machen mag. Und weil alles so doof ist, überlegt sich Emma, dass sie sich doch den Sommer freinehmen könnte, um ein Buch zu schreiben. Einfach so. Sie hat vorher anscheinend noch nie darüber nachgedacht, dass sie doch einen Roman schreiben könnte. Sie hat keine Idee, die sie verwirklichen möchte. Sie will einfach nur ihren Job hinter sich lassen und mal etwas anderes schreiben als andere Leute Geschichten. Was ich grundsätzlich verstehen kann, ich kapiere nur nicht, warum diese Figur zehn Jahre gebraucht hat, um auf die Idee zu kommen.

Auch Jack hat mich überraschend schnell auf die Palme gebracht, obwohl er anfangs wie ein sympathischer und verständnisvoller Mann wirkt und im Gegensatz zu Emma eigentlich sehr aufmerksam ist und versucht auf ihre Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Aber egal wie blöd Emmas Gründe für ihre "ich vertraue keinen gutaussehenden netten Männern und will keine Beziehung"-Politik sind, so kann ich einen Mann, der erst sagt, er akzeptiere es, dass sie nur Freundschaft will, und dann jede Gelegenheit nutzt um der Frau auf die Pelle zurücken, auch nicht als sympathischen Protagonisten annehmen. Wäre er wirklich ein netter und vertrauenswürdiger Mensch, dann würde er sie nicht immer wieder küssen oder seine Hände so auf ein Geländer legen, dass sie dazwischen gefangen wird oder ähnliches. Bei so einem Verhalten ist es mir egal, ob Jack ein liebevoller großer Bruder, ein verantwortungsvoller Geschäftspartner, ein guter Kumpel und in vielen anderen Dingen wirklich aufmerksam und rücksichtsvoll ist. Mir ist auch egal, dass das "nur" ein Buch ist und von vornherein klar ist, dass die beiden eh am Ende der Geschichte ein Liebespaar sind. Das Verhalten ist nicht okay.

Angesichts dieser Kritikpunkte sind all die anderen Dinge, die mich geärgert habe, eigentlich nur Kleinigkeiten. Ich war z.B. bereit hinzunehmen, dass mir ständig erzählt wird, wie viel Emma zu tun hat und wie hart sie immer arbeitet - und dass es trotzdem kein Problem ist innerhalb einer Woche mal eben den Sommer frei zu nehmen. Ich konnte sogar damit leben, dass Emma keinen Moment lang darüber nachdenken muss, dass ein Sommer ohne Arbeit eben auch einen Sommer ohne Einkommen bedeutet. Allerdings fand ich es schon arg seltsam, dass sie anscheinend vergessen hat, dass sie ein Haus am Summer Lake besitzt, bis sie ein Freund daran erinnert, dass sie doch darin wohnen könnte. Wenn mir aber jemand erzählen will, dass zwei Männer, die in der Baubranche arbeiten, bis zum Herbst nicht viel zu tun haben und deshalb spontan wochenlang in ihrer Millionenfirma ausfallen können, um ein privates Projekt durchzuziehen (für das sie natürlich auch einen Handwerkertrupp mitbringen müssen, der anscheinend bis zu diesem Zeitpunkt beschäftigungsfrei rumhing), dann fängt es an an mir zu nagen. Ich erwarte ja nicht, dass ein simpler Liebesroman realistisch ist, aber wenn sich in einer Geschichte die Ungereimtheiten häufen und dazu noch die Charaktere entweder farblos (wie die Nebenfiguren in diesem Buch) oder nervig (wie die Protagonisten) sind, dann macht es wirklich keinen Spaß mehr.

Vor allem in der zweiten Hälfte ging es nur noch darum, dass Emma bei jeder Gelegenheit davon ausgeht, dass Jack sie enttäuschen wird und eigentlich lieber mit anderen Frauen als mit ihr zusammen wäre, während jede andere Figur in der Geschichte Emma davon zu überzeugen versucht, dass ihr Verhalten irrational ist und sie diejenige ist, die sich selber wehtut. Eine Runde lang hätte ich das ja noch akzeptieren können, aber 150 Seiten in Dauerschleife Dialoge lesen zu müssen, in denen immer wieder jede vorkommende Person versucht vernünftig mit Emma zu reden, während ihre gesamte Reaktion aus Selbstmitleid, "ich will mit niemandem reden" und "er ist ja so sexy, aber er wird mir das Herz brechen" besteht, ist überraschend anstrengend. Dummerweise habe ich es nicht fertig gebracht den Roman abzubrechen, weil ein Teil von mir immer noch davon ausging, dass das doch nicht alles gewesen sein konnte und dass da irgendwo noch so etwas wie eine Geschichte auf mich warten würde.

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Nebenbemerkung 1:
Erschreckenderweise bin ich sogar versucht den zweiten Band auch noch anzufangen, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie die Autorin irgendeinen Konflikt oder sonstige Handlung heraufbeschwören kann, wenn sich die Handlung um diese beiden netten, vernünftigen und superduper harmonischen Nebenfiguren geht, die einander im Prinzip schon während "Love Like You've Never Been Hurt" gefunden hatten.

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Nebenbemerkung 2:
Ooookay, der große Konflikt im zweiten Teil ("Work Like You Don't Need The Money") besteht darin, dass sie denkt, sie wäre ihm gesellschaftlich und finanziell nicht ebenbürtig - sie besitzt ja nur eine Boutique mit mehreren Angestellten und kein Bauunternehmen -, weshalb eine Beziehung ja eh nicht funktionieren könnte, während er eigentlich keine Beziehung will, weil er noch vier Jahre arbeiten muss, bevor er seine Firma soweit hat, dass er sie zugunsten einer Familiengründung vernachlässigen kann. Kann mir bitte irgendwer verraten, warum diese Bücher auf den diversen Plattformen so gut bewertet werden, wenn ich nach drei Kapiteln schon wieder so genervt von den Protagonisten bin, dass ich am Liebsten meinen eReader verbrennen würde?