Dienstag, 29. November 2016

Jiro Taniguchi: Träume von Glück (Manga)

"Träume von Glück" bietet dem Leser im Gegensatz zu all den anderen Manga von Jiro Taniguchi, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, keinen durchgehenden Handlungsbogen, sondern mehreren Kurzgeschichten. Dabei steht in "Einen Hund besitzen", "Und nun ... eine Katze", "Blick in den Garten" und "Tage zu dritt" immer das gleiche namenlose Ehepaar im Mittelpunkt der Geschichte. In der ersten Geschichte erlebt man die beiden, während sie ihren alten Hund Tamu(tamu) beim Sterben begleiten. Immer wieder fragen sie sich, wie sie es dem Tier leichter machen können, immer wieder sinnen sie über neue Hilfsmittel nach, mit denen der Hund den Alltag besser bewältigen kann. Und natürlich steht die ganze Zeit die Frage im Raum, wann wohl der Zeitpunkt gekommen ist, dass der Hund wirklich stirbt und ob sein Leben trotz seiner Schwäche, seiner Appetitlosigkeit und all der anderen gesundheitlichen Probleme noch lebenswert ist. Ich muss gestehen, dass mir diese Geschichte auch so nahe gegangen wäre, aber nach den vergangenen 1,5 Jahren, in denen unsere Gedanken auch ständig um das Thema kreisten, habe ich beim Lesen eine Menge Tränen vergossen. Für den Mangaka war das Zeichnen dieser Geschichte ein Weg mit dem Verlust seines eigenen Hundes umzugehen und so ist es kein Wunder, dass es ihm gelingt all die verschiedenen Emotionen, die einen in so einer Situation bewegen, einzufangen. Die beiden Protagonisten sind abwechselnd verzweifelt, ratlos, traurig, hoffnungsvoll, überfordert ... und all diese Gefühle spiegeln sich in den feinen Zeichnungen auch wieder.

Die weiteren Kurzgeschichten sind deutlich weniger bedrückend und basieren - wenn ich nach dem Nachwort von Jiro Taniguchi gehe - auf ebenso persönlichen Erlebnissen. Durch eine Bekannte, die sich um ausgesetzte Tiere kümmert, kommt das Ehepaar zu einer erwachsenen Perserkatze. Das Tier ist nicht besonders hübsch, sehr träge und putzt sich nicht so sehr, wie es notwendig wäre, aber Boro (Lumpen) wächst den beiden trotzdem schnell ans Herz. Nach und nach gewinnen sie das Vertrauen der zurückhaltenden Katze und finden heraus, was dem Tier gefällt und was sie nicht mit sich machen lässt. Ich fand es schön, wie viel Mühe sich die beiden mit der - eigentlich ungewollten - Katze gegeben haben und wie sie mit den verschiedenen Herausforderungen umgegangen sind, die ihr neues Familienmitglied mit sich gebracht hat. Und ich muss gestehen, dass ich die Katze anhand der Zeichnungen auch wirklich nicht hübsch, aber irgendwie liebenswert finde. ;) Auf jeden Fall ist es wunderbar zu verfolgen wie die beiden Protagonisten im Laufe dieses Kapitels wieder fröhlicher werden. Sie vermissen ihren Tamu immer noch, aber Boro bringt neues Leben ins Haus und benötigt Zuwendung und Fürsorge - was ihren Menschen genauso gut tut wie der Katze.

"Blick in den Garten" bringt weitere Szenen mit Boro, aber die Geschichte erzählt auch von dem blinden Nachbarhund der Protagonisten, der genauso alt ist, wie ihr eigener verstorbener Hund war. Auch hier wird deutlich, dass die Nachbarin alles dafür tut, damit ihre Hündin einen guten Lebensabend verbringen kann. Ich mag die Tierliebe, die in all diesen Geschichten mitschwingt. wobei Jiro Taniguchi nicht verschweigt, dass die Fürsorge für so ein bedürftiges Tier einen auch schon mal an seine Grenzen bringen kann. "Tag zu dritt" entfernen sich dann ein bisschen von dem Tierthema, da in dieser Geschichte die Nichte der beiden Protagonisten für ein paar Tage zu Besuch kommt. Die Zwölfjährige ist von Zuhause ausgerissen, weil sie erst einmal damit fertig werden muss, dass ihre verwitwete Mutter einen neuen Mann heiraten will. Während das Mädchen die Zeit bei Onkel und Tante genießt, entdecken die beiden wie schön es sein kann, wenn ein Teenager im Haus wohnt. Zu dritt bemühen sie sich darum, diese gemeinsamen Tage so schön wie möglich zu gestalten - und auch wenn dabei ein wenig das Bedauern mitschwingt, dass die beiden keine eigenen Kinder haben, so beendet diese kleine Erzählung die Geschichtenreihe um dieses Ehepaar mit einem fröhlichen Ton. So traurig die erste Episode war und so erschütternd ich einige Zeichnungen darin fand, so sehr mochte ich es, wie sich das Leben der Protagonisten (und ihre Gesichter auf den Bildern) von Geschichte zu Geschichte aufhellte.

Auch in der letzten Geschichte, "Ort des Schicksals", spielt ein Tier eine wichtige Rolle, aber die Szenerie unterschiedet sich doch sehr von dem japanischen Vorort der anderen Kapitel. Dieses Mal begleitet man einen Bergsteiger in den Himalaya. Der Protagonist Okamoto war vor sechs Jahren Teilnehmer einer Expedition, die den Annapurna - einen der Achttausender - besteigen wollte. Doch das schlechte Wetter, die Erschöpfung und der Sauerstoffmangel brachten den Mann in Lebensgefahr und nur eine unerwartete Begegnung rettete ihn damals vor dem Tod. Sechs Jahre später ist sich Okamoto immer noch nicht sicher, ob es damals wirklich zu dieser ungewöhnlichen Zusammentreffen gekommen war oder ob er aufgrund der Umstände Halluzinationen hatte - und obwohl er seiner Frau versprochen hatte, dass die Expedition auf den Gipfel des Annapurna seine letzten sein würde, lässt ihn der Berg nicht los ... Ich muss gestehen, dass ich die Faszination am Bergsteigen normalerweise nicht nachvollziehen kann, aber Jiro Taniguchi schafft es jedes Mal - hier genauso wie bei "Die Stadt und das Mädchen" - Verständnis für diese Besessenheit bei mir zu wecken. Während ich die Geschichte lese, kann ich verstehen, warum sich jemand so extrem mit der Natur auseinandersetzen möchte, welche Befriedung es sein kann, wenn der eigenen Körper solch eine Leistung erbringt, und wie schön der Blick über (beinah) unberührte Natur ist. (Ich ignoriere jetzt mal all die Berichte, die von den Müllproblemen aufgrund der ganzen Extrembergsteiger im Himalaya zeugen. ;) )

Sonntag, 27. November 2016

Advent, Advent ... Vorweihnachts-Lesewoche: 1. Advent

Auch in diesem Jahr veranstaltet Ariana ihr "Adventslesen" - genauer gesagt ihre "Advent, Advent ... Vorweihnachts-Lesewochen" - und natürlich bin ich auch dieses Mal mit dabei. Da es in den letzten Wochen etwas hektisch bei mir war, habe ich mir dieses Jahr im Vorhinein gar keine Gedanken darüber gemacht, was ich lesen könnte. Allerdings hatte ich im Hinterkopf, dass ich vom letzten Jahr noch einige weihnachtlichen Geschichten auf dem eReader habe, die ich mir mal genauer anschauen könnte, wozu ich in dieser Woche allerdings noch nicht gekommen bin. Außerdem habe ich von Natira eine Anthologie mit Weihnachtsgeschichten, die von Charlotte McLeod zusammengestellt wurden, die ich mir heute wohl auch mal vornehmen werde.

So ganz bin ich noch nicht in Adventsstimmung, obwohl die letzte Woche eigentlich sehr nett und relativ geruhsam verlief. So war Natira für ein paar Tage in der Stadt, um uns zu besuchen, und wir hatten wirklich eine nette Zeit miteinander. Dabei hatte die arme Natira (vermutlich ohne zu wissen, was sie da tat) ihre Dienste als Chauffeurin angeboten und durfte uns/mich zu Wohnungsbesichtigungen und Einkaufstouren begleiten. (Und hat so auch dafür gesorgt, dass unsere gesammelten Weihnachtspäckchen schon abgeschickt werden konnten.) Außerdem gab es gemütliche Sofastunden, leckeres Essen und viel Zeit zum Schwatzen. :) Mittwoch war dann wieder ein normaler Arbeitstag für mich, während mein Mann Donnerstag und Freitag frei hatte (und mir ein bisschen beim Abarbeiten der To-do-Liste helfen konnte), damit wir den "jährlichen Verwöhntag für die Winterkatze" (klingt das nicht viel netter als Geburtstag? ;) ) richtig begehen konnten. So gab es am Freitag auch einen Besuch im Lieblingscafé, um gemütlich zu frühstücken, und dann habe ich mit ganz vielen lieben Menschen telefoniert, die an mich gedacht haben.

Dummerweise haben diese entspannten Tage nicht dafür gesorgt, dass meine To-do-Liste kleiner wird, also wird die "staade Zeit" (wie Ariana sie bezeichnet) bei uns weder ruhig noch besinnlich, aber die kommenden Sonntage will ich mir auf jeden Fall frei nehmen und mich mit Winter-/Weihnachtsgeschichten (egal, ob in Buchform oder vielleicht als Film) beschäftigen. Und da zur Adventszeit für mich auch gehört, dass man Zeit mit seinen Liebsten verbringt, darf mein Mann sich über weitere Brettspielrunden mit mir freuen. Ursprünglich hatte ich auch vor an einem der nächsten Sonntage Plätzchen zu backen, weil ich das gern mache und es im Dezember einfach dazu gehört. Aber nachdem unsere Küche gerade vor lauter süßen Mitbringseln aus den Nähten platzt, habe ich das gestrichen.

Soviel also zur vergangenen Woche und den allgemeinen Plänen für die Adventszeit. Jetzt packe ich erst einmal einen Bagel zum Auftauen in den Ofen, drehe eine kleine Blogrunde und werfe einen ersten Blick auf die vorhandenen weihnachtlichen Geschichten, um gemütlich in den heutigen 1. Advent zu starten. Ich wünsche euch eine schöne Adventzeit und viele schöne Stunden mit Menschen und Tätigkeiten, die euch gut tun!


Update 13:45 Uhr


Den Vormittag habe ich eigentlich zum Großteil online verbracht und den FeedReader geleert und bei den anderen Adventslesern vorbeigeschaut. Zum Frühstück habe ich mir allerdings wirklich die erste Geschichte aus der Weihnachtskrimi-Anthologie gegönnt und muss zugeben, dass ich von Charlotte McLeods "Blüten zur Weihnachtszeit" etwas enttäuscht bin. Die Autorin versucht zu Beginn den Leser in ihrer Balaclava-Welt einzuführen, ohne dass das wirklich nötig wäre, und kann einfach schon allein aufgrund der Kürze der Geschichte all die Elemente, die ich sonst an ihren Romanen so mag, gar nicht ausspielen. Manche Erzählweisen brauchen eben Zeit und einen behutsamen Aufbau der Handlung und dafür lässt einem eine Kurzgeschichte eben wenig Raum. Ich hoffe, dass die anderen Geschichten mich mehr unterhalten. Aber jetzt gibt es für meinen Mann und mich erst einmal eine Brettspiel-Runde. :)


Update 19:00 Uhr

Uff, die heutige "Mechs vs. Minions"-Runde war etwas herausfordernd. Wir hatten uns heute Mission 7 (von insgesamt 10) vorgenommen und mussten dabei verhindern, dass die vielen, vielen Minions ein bestimmtes Gebiet überrennen, während wir gleichzeitig vier Kristalle, die über das Spielbrett verteilt zu finden waren, nacheinander in dieses Gebiet bringen mussten. Bei diesem Spiel ist es so, dass die Bewegungen und Angriffe der Spielfigur durch Karten, die man zu Beginn einer Runde zieht und dann mit eventuell schon in früheren Runden gezogenen Karten kombiniert, gesteuert werden. Dummerweise hatten wir heute bei unseren ersten zwei Versuchen mit dieser Mission so gut wie keine Bewegungskarten in die Finger bekommen, so dass wir jedes Mal sehr schnell gescheitert sind. Beim dritten Versuche hatten wir dann deutlich mehr Glück beim Kartenziehen und so konnte sich meine Figur erst einmal zum Zielgebiet bewegen und alle Minons angreifen, die sich näherten, während mein Mann mit seiner Figur nach und nach Kristalle einsammelte und in Sicherheit brachte. Beim letzten Kristall bot es sich an, dass er die Verteidigung übernahm, während ich übers Spielfeld flitzte. Am Ende waren wir auf jeden Fall erfolgreich - und erstaunlich erledigt von all dem Planen und Denken. *g* Es hat aber wieder eine Menge Spaß gemacht, auch wenn ich zwischendurch etwas frustriert war, weil ich schon zu Spielbeginn sehr müde war und dann nicht so gut damit umgehen konnte, dass wir so viel Pech hatten, wenn es um das Ziehen der Karten und das Würfeln ging.


Danach bin ich in die Küche geflitzt und habe mir einen schönen großen Pott Tee gekocht und eine Auswahl an Leckereien auf einen Teller geworfen. Während mein Mann an seinem Spielbericht für das Brettspielforum getippt hat, habe ich mir den eReader geschnappt und nach den Speicher durchsucht. Hängengeblieben bin ich bei "The Christmas Bake Off" von Abby Clements, eine Kurzgeschichte, die es wohl mal umsonst für den Kindle gab (und immer noch umsonst ist, wie ich gerade sehe) und die nett war. Erzählt wird die Geschichte eines Backwettbewerbs in einem kleinen Ort in Yorkshire aus mehreren Perspektiven und so lernt man als Leser eine Handvoll Personen kennen, die ihr Gebäck bei dem Wettbewerb eingereicht haben und die unterschiedliche Gründe haben, warum sie gern gewinnen würden (oder warum ihnen ein Gewinn egal ist). Das war nett, wenn auch natürlich durch die Vielzahl an Figuren und die Kürze der Geschichte sehr oberflächlich. Aber immerhin hatte ich schon mal einen kleinen Ausflug in eine gemütliche Kleinstadt mit Weihnachtsdekoration, liebenswerten Bewohnern, Schnee für eine Schneeballschlacht und dem Duft nach Tannengrün und Zimt. ;)

Da "The Christmas Bake Off" mit gerade mal 25 Seiten schnell gelesen war, habe ich dann noch die zweite Kurzgeschichte in der Weihnachtsanthologie ("Mörderische Bescherung" - ich sollte mir den Titel mal merken) angelesen, war aber dann nicht in der Stimmung für den Protagonisten und habe lieber zu "Sales.Force." von Kristine Kathryn Rusch gegriffen (die vorletzte Geschichte aus der Urban-Fantasy-Anthologie "Shadowed Souls"). Ein bisschen frage ich mich, ob die Geschichte in einer bestehenden Serienwelt der Autorin angesiedelt ist, aber auch ohne Hintergrundwissen war sie gut verständlich und stellenweise sehr berührend. Außerdem mochte ich die verschiedenen Wendungen, die die Handlung nahm.

Bevor ich mich gleich in die Küche begebe, um unser heutiges Abendessen ("Allgäuer Kartoffelsuppe") aufzuwärmen und abzuschmecken, versuche ich noch ein paar Kommentare zu beantworten und Blogs zu besuchen. :)

Update Montag

Gestern nach dem Essen habe ich noch etwas kommentiert und mich noch eine Weile mit einer Mischung aus 3DS (Blümchen gießen), lesen und schwatzen wachgehalten, während im Hintergrund zwei Folgen der letzten Gilmore-Girl-Staffel liefen. Da ich zum Geburtstag ein Netflix-Guthaben geschenkt bekommen habe, um die neuen vier Folgen schauen zu können, müssen wir erst einmal etwas unsere Erinnerungen an die letzten Entwicklungen in der Serie auffrischen, bevor wir weiterschauen können. *g* Dummerweise sind wir beide immer wieder dabei eingenickt und so ging es für uns früh ins Bett, ohne dass ich diesen Beitrag noch einmal aktualisiert habe.

Freitag, 25. November 2016

Jenny Han: To all the boys I've loved before

Über "To all the boys I've loved before" von Jenny Han bin ich bei Sunny gestolpert. Genauer gesagt hat ihre Rezension zu dem Hörbuch dafür gesorgt, dass ich mir den Roman in der Bibliothek vormerken ließ, nachdem ich vorher schon etwas drumherum geschlichen war. Oh, und trotz des englischen Titels habe ich die deutsche Übersetzung (von Birgitt Kollmann) gelesen. Die Geschichte wird von der sechzehnjährigen Lara Jean erzählt, deren Leben sich durch die Tatsache, dass ihre große Schwester Margot zukünftig in Schottland studieren wird, sehr verändert. Seit dem Tod der Mutter vor einigen Jahren hat sich Margot immer um alles gekümmert, hatte alle Termine im Blick, hat sich um die Einkäufe, den Haushalt und ihre beiden jüngeren Schwestern gekümmert und dafür gesorgt, dass der Vater als Arzt nicht zu viele Wochenendschichten übernimmt. Doch nun muss Lara Jean versuchen Margots Position auszufüllen und sich allein um die kleine Schwester Kitty und all die anderen anfallenden Verpflichtungen kümmern.

Da ist es nicht gerade hilfreich, dass die fünf "Anti-Liebesbriefe", die Lara Jean in den vergangenen Jahren an die Jungs geschrieben hat, in die sie einmal verliebt war, aus ihrem Versteck verschwinden und den betreffenden Jungen mit der Post geschickt werden. Denn unter diesen fünf Liebesbriefen war auch einer an den Nachbarjungen Josh, der bis zu Margots Abreise noch der Freund von Lara Jeans großer Schwester war. In ihren Briefen hatte Lara Jean alles aufgeschrieben, was sie an den betreffenden Jungen mochte (und zum Teil, was sie an ihnen nicht leiden konnte), sie war so ehrlich, wie sie nur sein konnte, weil sie ja davon ausging, dass niemand je diese Briefe zu lesen bekäme, und mit dem Schreiben dieser Briefe hat sie jedes Mal mit dem Verliebtsein in diese Person abgeschlossen. Doch nun wissen die Jungen von all den Gefühlen, die Lara Jean für sie hatte, und mehr als einer spricht sie auf das an, was sie in ihrem Brief an ihn geschrieben hat.

Mir hat es unheimlich viel Spaß gemacht Lara Jean dabei zu begleiten, wie sie mit all dem auf einmal aufkommenden Chaos in ihrem Leben umgeht. Lara Jean ist normalerweise ein sehr ängstliches Mädchen, schon die Fahrt zum Einkaufszentrum überfordert sie, weil sie sich ständig ausmalt, was alles passieren könnte, aber nun muss sie sich all den Jungen stellen, die mit ihr über die Briefe reden wollen. Besonders bei Josh ist es ihr peinlich, da sie sich sicher ist, dass er und ihre Schwester Margot doch eigentlich zusammengehören, auch wenn sich Margot von ihm getrennt hat. Um Josh zu zeigen, dass sie überhaupt nicht mehr an ihm interessiert ist, lässt sich Lara Jean auf so manch verrückte Aktion ein und entdeckt dabei Seiten an sich, die sie sich selber nicht zugetraut hätte.

Doch obwohl sich ein Großteil der Handlung um Lara Jean (eher nicht vorhandenes) Liebesleben dreht, ist "To all the boys I've loved before" für mich eher eine Geschichte rund um das Verhältnis der drei Schwestern zueinander und um Lara Jeans Entwicklung, nachdem ihr Leben nicht mehr so von ihrer großen Schwester beeinflusst wird. Auf einmal ist da keine Margot mehr, die sich darum kümmert, dass Lara Jean alles auf die Reihe bekommt, sich um Praktikumsplätze bewirbt oder ähnliche Dinge tut. Jetzt muss sie alles allein hinkriegen und sehr oft ihren ganzen Mut zusammennehmen, um sich einer Herausforderung zu stellen. Dabei scheitert Lara Jean häufig an ihren eigenen Ansprüchen, möchte sie doch eigentlich genauso perfekt sein wie Margot (es zu sein scheint). Jenny Han erzählt Lara Jeans Geschichte voller überraschender Wendungen, witziger Szenen und liebenswerter Figuren, was nicht nur dazu führte, dass ich den Roman an einem Tag durchgelesen hatte, sondern auch dazu, dass ich mich dabei ganz wunderbar amüsiert und wohlgefühlt habe.

Mittwoch, 23. November 2016

Diana Wynne Jones: The Merlin Conspiracy (Magids 2)

Während "Deep Secrets" in der Regel als Fantasy für erwachsene Leser eingestuft wird, zählt der zweite Magids-Band anscheinend wieder zu den Jugendbüchern von Diana Wynne Jones. Auf die Idee zu dem Roman ist die Autorin gekommen, als ein Leser sie fragte, was denn aus Nick Mallory (der eine Nebenfigur in "Deep Secrets" war) geworden sei. Trotzdem kann man die beiden Bücher eigentlich vollkommen unabhängig voneinander lesen kann, obwohl man hier etwas über Nicks Familie erfährt, dass erst am Ende des ersten Romans enthüllt wird. In "The Merlin Conspiracy" wird die eine Hälfte der Geschichte von Nick Mallory erzählt, während die zweite Hauptfigur Roddy (genauer gesagt Arianrhod) Hyde ist, die in einer Welt lebt, die unserer in vielen Dingen sehr ähnlich ist, die aber über eine Menge Magie verfügt und in der England von einem König regiert wird, der das ganze Jahr über durch sein Land reist (unter anderem um dafür zu sorgen, dass die Magie im Gleichgewicht bleibt).

Mir hat "The Merlin Conspiracy" deutlich besser gefallen als "Deep Secret", unter anderem weil ich mit Roddys Heimatwelt deutlich besser zurecht kam als mit dem Koryfonic-Imperium. Roddy gehört zu dem Tross des Königs und reist seit ihrer Geburt mit der Bus-Karawane durchs Land. Als Tochter des königlichen Wettermagiers gehört sie zum Hofstaat, auch wenn das in ihrem Alter nicht mehr bedeutet als auf Wunsch anwesend zu sein und sich gut zu benehmen und ansonsten nicht im Weg rumzustehen. Ihr bester Freund ist Grundo, ein etwas jüngerer Junge, der von seiner Mutter und seiner Schwester regelmäßig gemobbt wird. So hat es sich Roddy zur Aufgabe gemacht Grundo vor seiner Familie zu beschützen - was zu Beginn der Geschichte dazu führt, dass die beiden Jugendlichen hinter einen Komplott kommen, bei dem eine mächtige Magierin und ihre Verbündeten das sensible Gleichgewicht der Magie für ihre eigenen dunklen Zwecke ausnutzen wollen.

Auf der Suche nach Hilfe stolpert Roddy über Nick, der aufgrund unglücklicher Umstände dem Schattenpfad zwischen den Welten folgt und somit verpflichtet ist, drei Personen zur Seite zu stehen, bevor er den Pfad wieder verlassen kann. Nick hat sich seit den Ereignissen in "Deep Secret" nicht viel verändert. Noch immer ist er fasziniert von der Magie und träumt davon selber eines Tages ein Magid zu werden, während er auf der anderen Seite alles dafür tut, um bloß keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Doch im Laufe seiner Reise muss er feststellen, dass all seine Handlungen Konsequenzen (vor allem für andere) haben, selbst wenn er das Gefühl hat, er würde doch nichts tun und sich weiterhin geschickt durch alle Herausforderungen mogeln.

Für mich beinhaltet "The Merlin Conspiracy" wieder ganz viel dieser ganz speziellen Diana-Wynne-Jones-Atmosphäre. Es gibt ganz viele skurrile und witzige Szenen, die für den Außenstehenden unfassbar erscheinen, während sie für die Beteiligten eigentlich vollkommen alltäglich sind, Außerdem finden sich fantastische Orte und Menschen in der Geschichte, die man sofort ins Herz schließt, während man bei all den amüsanten Momenten trotzdem immer wieder schlucken muss, weil die Autorin mit erschreckender Leichtigkeit gravierende Probleme streift, die ohne großes Umdenken auf unseren Alltag und unsere Welt übertragen werden können. Ich mochte es auch sehr, wie sie keltische Elemente in ihre Geschichte einbaut, ohne diese dabei groß zu erklären oder sich starr an eine bestimmte Vorstellung zu halten. Insgesamt war "The Merlin Conspiracy" (trotz aller gesellschaftskritischer Ideen) wieder einmal eine wunderbare Wohlfühllektüre, die meine Lust auf Diana-Wynne-Jones-Romane nur weiter angefacht hat.

Montag, 21. November 2016

Jiro Taniguchi: Vertraute Fremde (Manga)

Die Grundidee ist bei "Die Sicht der Dinge" und "Vertraute Fremde" von Jiro Taniguchi eigentlich die gleiche. In beiden Geschichten geht es darum zurückzugehen und entscheidende Aspekte seiner Kindheit aus einer anderen Perspektive heraus zu betrachten. Doch während der Protagonist in "Die Sicht der Dinge" durch all die Erzählungen der Trauergäste bei der Totenfeier seines Vaters an viele Aspekte aus seiner Kindheit erinnert wird und so - wenn auch leider zu spät - ein ganz neues Bild von seiner Familie gewinnt, reist der Architekt Hiroshi Nakahara durch die Zeit. Oder wie sonst kann man es sich erklären, dass er sich nach einem Besuch am Grab seiner vor 23 Jahren verstorbenen Mutter in seinem 14jährigen Körper wiederfindet? Als Vierzehnjähriger - ausgestattet mit dem Wissen und den Erfahrungen eines Erwachsenen - bekommt Hiroshi die Gelegenheit seine Familie (vor allem seinen Vater, der damals spur- und kommentarlos verschwunden ist,) aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen und viele Dinge zu hinterfragen, die ihm als Jugendlicher gar nicht aufgefallen waren.

Vor allem kann Hiroshi es kaum glauben, wie glücklich seine Familie damals war. Gemeinsam mit seiner Großmutter, seinen Eltern und seiner kleinen Schwester verbringt er die Monate von der Kirschblüte bis zum Ende der Sommerferien und stellt nur immer wieder fest, wie liebevoll seine Eltern miteinander umgehen und wie viel harmonischer sein Familienleben im Vergleich zu dem seiner Klassenkameraden ist. Nur manchmal vergisst er, dass er kein 14jähriger mehr ist, und genießt es, wieder so leicht und frei zu sein wie ein Teenager. Doch die meiste Zeit grübelt er darüber, wie sehr seine Zeitreise wohl seine Umgebung beeinflusst und wie er herausfinden kann, was seinen Vater bewegt und was diesen dazu bringen wird, seine Familie zu verlassen. Dabei verplappert sich Hiroshi auch ab und an, vor allem gegenüber einem Mitschüler, dem er so einiges über die Zukunft und welche Ereignisse noch kommen werden erzählt.

Ich fand es sehr stimmig, dass Hiroshi nicht ganz normal in sein altes Leben als Teenager schlüpfen kann. Er hat sich in all den Jahren, die seitdem vergangen sind, stark verändert, hat viel gelernt (weshalb ihm jetzt die Schule überraschend leicht fällt) und ist natürlich von Erfahrungen geprägt worden, die er als Schüler nicht hätte vorhersehen können. So fällt es seiner Umgebung natürlich auf, wie sehr er sich verändert hat, auch wenn sie keine andere Erklärung für diese Veränderungen haben als die Pubertät und dass er langsam erwachsen wird. Es gibt viele Dinge, die ich an dem Architekten (vor allem in seinem normalen "erwachsenen" Alltag) nicht sympathisch fand. Er scheint recht egoistisch zu sein, trinkt zu viel und all die Sensibilität, die er während seiner Zeitreise für die Menschen in seiner Umgebung aufbringt (wenn ihm sein eigener Kummer die Aufmerksamkeit dafür übrig lässt), fehlt ihm ansonsten wohl vollständig. Aber diese vielen verschiedenen Seiten machen ihn zu einem realistischen Protagonisten - ebenso wie sein Scheitern an vielen Stellen in der Geschichte.

So erzählt Jiro Taniguchi wieder eine sehr leise und nachdenklich machende Geschichte von einer Familie in den 50er Jahren in Japan (und ja, auch sie spielt wieder in der Nähe von Tottori), ohne dass ich - obwohl ich gerade erst "Die Sicht der Dinge" gelesen hatte - das Gefühl hatte, er würde sich wiederholen. Hiroshi denkt über all die Veränderungen nach, die die kommenden Jahre für Japan bringen, erfährt aber auch mehr über die Folgen des Zweiten Weltkriegs für seine Eltern und beschäftigt sich für die Träume und Hoffnungen seiner Schulkameraden. Dabei schwebt über der ganzen Geschichte, selbst bei den lustigen oder besonders harmonischen Momenten, eine melancholische Stimmung, die einen immer wieder die Handlungen der verschiedenen Figuren hinterfragen lässt. Dass die Zeichnungen diese Atmosphäre wunderbar unterstützen und voller liebevoller Details und Feinheiten sind, die einem die Zeit und die Charaktere besonders deutlich vor Augen führt, muss ich vermutlich nach den Rezensionen zu Jiro-Taniguchi-Manga in den letzten Wochen gar nicht mehr betonen.

Samstag, 19. November 2016

Nancy Mitford: Liebe unter kaltem Himmel

Nachdem ich die Jessica-Mitford-Biografie gelesen hatte, habe ich mal geschaut, welche Bücher von den Mitford-Schwestern wohl in unserer Bibliothek zu finden sind und mir dann "Liebe unter kaltem Himmel" von Nancy Mitford ausgeliehen. Der Roman soll deutliche biografische Bezüge haben und ich bin mir sicher, dass ich einige Sachen (wie den Kleiderschrank der jüngeren Cousinen, bestimmte Ansichten und Verhaltensweisen von dem Onkel und der Tante der Protagonistin usw.) dem realen Leben von Nancy Mitford und ihrer Familie zuordnen konnte. Doch auch ohne diese Bezüge ist "Liebe unter kaltem Himmel" eine eigentlich recht unterhaltsame Geschichte, die sich rund um die Familie Montdore dreht. Erzählt wird die Handlung dabei von der ruhigen und relativ "normalen" Fanny, die - aufgrund der Tatsache, dass ihre geschiedenen Eltern die Erziehung ihrer Tochter der Verwandtschaft überlassen haben, - von Kindesbeinen an sehr viel Zeit mit Lord und Lady Montdore und deren Tochter Polly (Leopoldina) verbringt.

Dabei kam mir Fannys Erzählton - obwohl sie spätestens nach ihrem Debüt in London in die Gespräche der Erwachsenen mit einbezogen wird - häufig sehr naiv vor. Obwohl sie sich so viel mit dem Leben ihrer Verwandten beschäftigt, wird sie immer wieder von all den Entwicklungen und Neuigkeiten überrascht. Aber diese Naivität ist ebenso wie ihre Gutmütigkeit auch der Grund, warum man ihr so gerne zuhören, wenn sie von all den Menschen und ihrem Leben erzählt. Dabei interessiert sie vor allem das Schicksal ihrer Cousine Polly, die von klein auf verhätschelt und verwöhnt wird und in deren Zukunft ihre Eltern sehr große Hoffnungen setzen. So große Hoffnungen, dass natürlich alles dafür getan wird, dass Polly, als sie ins passende Alter kommt, angemessene und einflussreiche junge Männer kennenlernt. Schließlich gibt es nichts wichtigeres für ein junges und adeliges Mädchen als einen Mann mit guter Herkunft und guten Aussichten zu heiraten und dann dafür zu sorgen, dass er beruflich so erfolgreich wird, wie es ihrer Position angemessen ist. Doch schnell fällt ihrer ehrgeizigen Mutter auf, dass Polly so gar kein Interesse für all die vielversprechenden jungen Männer aufbringen kann, was für einige Unruhe im Haus der Montdore. sorgt.

Ich fand es wirklich nett dem plaudernden Ton von Fanny zu folgen, während sie von den verschiedenen Eigenheiten ihrer Familienmitglieder berichtet oder erzählt, wie ihr Verhältnis zu den Montdores ist und wie es dazu kam, dass sie in bestimmte Ereignisse eingeweiht wurde. Sehr viel passiert dabei nicht, aber es gibt so viele treffende und skurrile Momente, dass ich mich gut unterhalten fühlte. Was mir allerdings an der Geschichte nicht gefiel, ist der Umgang mit einer bestimmten Person. Dieser Mann ist dafür bekannt, dass er gern mit kleinen Mädchen spielt und für Fanny waren diese Spiele immer unangenehm. Aber als höfliches kleines Mädchen, das gelernt hat, dass es erwachsene Menschen respektvoll behandeln muss, hat Fanny natürlich mitgespielt, wenn sie dazu aufgefordert wurde. Aber Fanny scheint die einzige zu sein, der dieser Mann unangenehm ist. Ihre Cousinen scherzen über die Spiele dieses "Onkels", es gibt Anspielungen, dass ein Mädchen (das von ihren älteren Schwestern im unklaren darüber gelassen wird, was zwischen Mann und Frau nach der Hochzeit passiert) nur diesen Mann fragen müsste und dann gäbe es nicht nur eine Erklärung, sondern auch Anschauungsunterricht.

Noch schlimmer finde ich aber Fannys ältere Verwandtschaft, wo nicht nur ganz lässig darüber geredet wird, dass dieser Typ seine Spielchen mit der eigenen Tochter getrieben hat, sondern auch, dass eine (später in der Handlung vorkommende) Beziehung für ihn die gerechte Strafe dafür sei, dass er die Hände nicht von kleinen Mädchen lassen konnte. Dass das Verhalten dieses Mannes einfach als "normales" exzentrisches Verhalten gewertet wird und dass niemand das Gefühl hat, man müsse die Kinder vor ihm beschützen oder ihn vielleicht sogar aus der Gesellschaft ausschließen, finde ich sehr schwierig. Natürlich ist mir bewusst, dass dieser Roman zu einer Zeit geschrieben wurde, in der man Kinder selten vor Erwachsenen in Schutz nahm, und anscheinend reicht es da auch, dass dieser Herr eine gewisse Grenze dann doch nicht überschreitet. Ich habe mich zwischendurch schon gefragt, ob das vielleicht bewusst so unkritisch von Nancy Mitford dargestellt wurde, um zu betonen, was da vor den Augen der gesamten Verwandtschaft passiert, aber dafür ist mir der Ton in dem Roman (und in gewisser Weise auch das Ende) zu heiter. So war für mich "Liebe unter kalten Himmel" leider kein ungetrübtes Vergnügen, obwohl ich viele Szenen und Figuren wirklich unterhaltsam fand.

Donnerstag, 17. November 2016

Diana Wynne Jones: Deep Secret (Magids 1)

"Deep Secrets" von Diana Wynne Jones gehört zu den Bücher, die ich im Oktober während des Herbstlesens gelesen habe. Nachdem ich den ganzen Monat über immer wieder in "Reflections" gestöbert hatte, hatte ich solche Lust mehr Diana-Wynne-Jones-Bücher zu lesen, dass ich mir diesen Band (und "The Merlin Conspiracy", den weiteren Magids-Roman,) besorgt habe. Ich muss gestehen, dass ich "Deep Secret" nicht ganz so bezaubernd finde, wie viele andere Romane (vor allem die Kinderbücher) der Autorin, obwohl die Geschichte wieder voller fantastischer Einfälle und Details strotzt und ich den Humor darin sehr genossen habe.

Die Handlung dreht sich auf der einen Seite um Rupert Venables, der als Magid für mehrere Welten verantwortlich ist. So muss er sich auch um die Probleme des Koryfonic-Imperium kümmern, das gleich aus mehreren Welten besteht, als ein Attentat dazu führt, dass der Herrscher inklusive all seiner hochrangigen Berater, Militärbefehlshabern und Adeligen getötet wird. Dabei ist es vor allem wichtig, herauszufinden, wo die inkognito aufgezogenen Erben des verstorbenen Herrschers verblieben sein könnten, um dann einen von ihnen auf den Thron zu setzen (auf dass dieser sich dann mit dem ganzen Ärger rumschlagen darf). Auf der anderen Seite muss Rupert nach dem Tod seines Meisters einen Ersatz-Magid finden, den er ausbilden kann, damit die vorgegebene Anzahl an Magids erhalten bleibt. Doch es ist nicht so einfach auf der Erde eine Person aufzustöbern, die in der Lage ist Magie zu wirken und die die nötigen moralischen Voraussetzungen für diesen Job mitbringt. Die aussichtsreichste Kandidatin scheint Maree Mallory zu sein, doch ein erstes Aufeinandertreffen der beiden überzeugt Rupert davon, dass seine Suche noch lange nicht am Ende ist. Die zweite Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, ist die von Maree, deren Leben gerade schon kompliziert genug ist und die es gar nicht gebrauchen kann, dass ein seltsamer Unbekannter sie verfolgt ...

Obwohl mir beide Protagonisten eigentlich sympathisch waren, gab es gerade am Anfang einige Momente, in denen sie mir etwas auf die Nerven gingen, weil sie so sehr auf ihre eigene kleine Weltsicht konzentriert waren, dass sie sich ständig selber im Weg standen. Meinem Gefühl nach hätten sich eine Menge Schwierigkeiten vermeiden lassen, wenn diese beiden Figuren ihren Gesprächspartnern mal richtig zugehört hätten oder ohne vorgefasste Meinungen an eine Herausforderung herangegangen wären. Außerdem fand ich es nicht so schön, dass viele Hintergründe schon sehr, sehr früh offensichtlich war, während Rupert immer noch im Dunklen irrte. Ich lasse mich lieber von der gesamten Handlung überraschen und nicht nur von den kleinen Momenten. ;) Aber ich muss auch zugeben, dass es wirklich viele nette kleine Szenen gab, die überraschend und amüsant waren. Vor allem während der SFF-Convention merkt man genau, dass Diana Wynne Jones vermutlich viele Ereignisse, die sie selber bei Conventions erlebt hat, aufgegriffen hat. Auf jeden Fall kommen einem das Chaos und bestimmte Figurentypen sehr vertraut vor, wenn man schon mal bei einer Con war.

Dazu kommt noch eine faszinierende Idee zum Thema Parallelwelten, die zum Teil "Neyward" und zum Teil "Ayeward" ausgerichtet sind (d.h. weniger oder mehr Magie besitzen), und ein sehr spöttischer Unterton, wenn es um "klassische" Fantasyelemente geht. Ich denke, es ist kein Zufall, dass Diana Wynne Jones einen so ironischen Fantasyroman kurz nach der Veröffentlichung von "The Tough Guide to Fantasyland" geschrieben hat und ich kann ihre Motivation wirklich nachvollziehen. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass es ihr an vielen Stellen wichtiger war mit klassischen Storyelementen zu spielen und die Absurdität dieser Standardzutaten für High-Fantasy-Romane zu betonen, als wirklich eine Geschichte zu erzählen oder gar eine Atmosphäre zu schaffen, die den Leser an ihren Roman fesselt. Dabei kann man viele Aspekten in "Deep Secret" wiederfinden, die ich sonst so an ihren Geschichten so sehr mag. So gibt es zum Beispiel diese Mischung aus Alltagsszenen und Magie, die ich als so typisch für die Autorin empfinde und die ich sonst so sehr genieße, auch in diesem Roman. Aber hier fangen mich diese Szenen nicht so auf wie sonst.

Ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass die Handlung großteils in unserer modernen Welt (naja, modern, wenn man den Entwicklungsstand von 1996 in Betracht zieht) spielt, denn das war bei "Enchanted Glass" auch der Fall und trotzdem habe ich die Geschichte als deutlich atmosphärischer empfunden. Genau genommen fand ich sogar die Ereignisse auf unserer Welt fesselnder als die, die in Koryfonic spielten - obwohl das natürlich alles miteinander verbunden war. Ich glaube, Diana Wynne Jones hat sich bei "Deep Secret" davon hinreißen lassen, dass sie einen amüsanten Weg gefunden hat, über all die Dinge zu spötteln, die sie gerade so sehr an Fantasyromanen stören, dass sie sich ein bisschen zu sehr darauf konzentriert hat. Und obwohl ich das auch witzig finde und ähnliche Geschichten auch schon bei anderen Autoren genossen habe, vermisse ich hier einfach diesen ganz besonderen Diana-Wynne-Jones-Touch, der sonst dafür sorgt, dass ihre Romane mir so ans Herz wachsen.

Dienstag, 15. November 2016

Jiro Taniguchi: Ein Zoo im Winter (Manga)

Auch "Ein Zoo im Winter" ist ein Manga von Jiro Taniguchi und wurde von mir im Oktober aus der Bibliothek ausgeliehen, weil ich mehr von dem Mangaka lesen wollte. Die Geschichte dreht sich um Mitsuo Hamaguchi, der 1966 gerade am Anfang seines Berufslebens steht. Obwohl er immer schon gern gezeichnet hat, nimmt er nach seinem Schulabschluss eine Stelle bei einem Textilfabrikanten in Kyoto an, weil das schließlich der vernünftige Weg ist. Gemeinsam mit seinen Arbeitskollegen wohnt er in einem Apartment bei seinem Arbeitgeber und um am Wochenende etwas Ruhe zu haben, geht er in den Zoo und zeichnet all die Tiere, die dort leben.

Besonders glücklich ist Hamaguchi mit seinem Leben nicht, hatte er doch ursprünglich gehofft, man würde ihn in der Designabteilung der Firma beschäftigen und er könne auch beruflich sein Zeichentalent einsetzen. Doch obwohl er nicht zufrieden ist, fehlt lange Zeit der Anlass, um dieses sichere Leben hinter sich zu lassen. Erst als er Ärger mit seinem Chef bekommt und ihm ein Freund eine Stelle als Assistent bei einem erfolgreichen Mangaka vermittelt, traut sich Hamaguchi den solideren Job hinter sich zu lassen und einen Schritt auf seinen Traumberuf zuzugehen. Er zieht nach Tokyo und verbringt von nun an viele Tage und Nächte am Zeichenbrett, um die Entwürfe seines neuen Arbeitgebers auszuarbeiten. Doch bei all der Arbeit und den Ablenkungen, die Tokyo zu bieten hat, dauert es wieder lange, bis Hamaguchi endlich darüber nachdenkt selber kreativ zu werden und eigene Geschichten zu erzählen.

Es gibt mehrere Aspekte, die ich an diesem Manga wirklich mochte. Einmal gewinnt man einen spannenden Einblick in den Alltag eines Mangaka in den 60er Jahren , als die Mangaindustrie so richtig anlief, dann bekommt man auch viel über den japanischen Alltag und die Mentalität der Menschen mit. Jiro Taniguchi konzentriert sich auch bei diesem Manga wieder auf einen ruhige zurückhaltenden Mann. Dabei benimmt sich Hamaguchi häufig unbeholfen und erweckt im Leser das Gefühl, er müsse erst einmal seinen Platz in der Welt finden. Auch erscheint er im Gegensatz zu seinen Kollegen lange Zeit antriebslos und ohne Ehrgeiz, aber das finde ich eigentlich ganz sympathisch, und es gibt Jiro Taniguchi die Möglichkeit viele verschiedene kleine Schicksale in die Handlung einfließen zu lassen, die nichts mit dem Protagonisten zu tun haben und die sein Leben nur am Rande streifen. Dabei gibt es auch eine kleine Liebesgeschichte, die ich mit all ihrer Tragik als "typisch japanisch" empfinde und die es für mich nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber wenn ich solche Liebesgeschichten nicht tolerieren könnte, würde ich nicht so viele Manga lesen und immer wieder Anime schauen.

Dass ich Jiro Taniguchis detaillierten und realistischen Zeichenstil mag, dürfte inzwischen nichts Neues mehr sein, und auch hier konzentriert er sich wieder sehr auf die vielen kleinen Elemente, die seine Darstellungen so real wirken lassen. So gibt es viele ruhige Panels, in denen Hamaguchi über etwas nachdenkt oder eine Szene beobachtet, aber auch einige Zeichnungen, in denen deutlich wird, dass der zurückhaltende junge Mann von all dem Trubel um sich herum etwas überfordert ist. Dabei gelingt es Jiro Taniguchi immer wieder die einzelnen Figuren (und davon gibt es nicht so wenig in dieser Geschichte) mit wenigen Strichen zu charakterisieren und unverwechselbar zu machen. Ich finde es spannend, wie man bei einem kurzen Blick auf eine Zeichnung schon das Gefühl hat, man könne vorhersagen, was für ein Charaktere diese neu eingeführte Figur hat.

Sonntag, 13. November 2016

Tamie Dearen: Her Best Match (The Best Girls Series 1)

Ich finde es immer wieder faszinierend zu sehen, dass manche Geschichten mich so auf die Palme bringen, während ich mich von anderen so gut unterhalten fühle. Während "Love Like You've Never Been Hurt" mich wirklich geärgert hat, habe ich "Her Best Match" von Tamie Dearen wirklich genossen. Protagonistin des Romans (den es in den letzte Wochen umsonst als eBook gab) ist Anne Best, eine 45jährige Witwe aus Texas mit zwei erwachsenen Töchtern, die vor 15 Jahren ihren geliebten Mann bei einem Autounfall verloren hat. In den Jahren nach dem Tod von Tom war Anne damit beschäftigt ihre beiden Töchter Emily und Charlie (Charlotte) aufzuziehen. Doch nun, da die beiden Mädchen aus dem Haus sind, sucht Anne neue Herausforderungen und hat sich deshalb mit ihrem Lebenslauf bei einer Personalvermittlung registrieren lassen.

Überraschenderweise bekommt sie daraufhin eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in New York, wo bei einer international agierenden Firma die Stelle der Chefsekretärin neu besetzt werden soll. Obwohl Anne sich keine Chancen ausmalt und sich nicht erklären kann, wieso sie zu dem Gespräch geladen wurde, tritt sie die Reise an, weil es nun mal eine Gelegenheit ist, sich New York anzuschauen, ohne einen Cent für den Flug ausgeben zu müssen. Natürlich bekommt sie den Job als Sekretärin und stürzt sich wenig später in die Herausforderungen, die die neue Arbeitsstelle so mit sich bringt. Zusätzlich betätigt sie sich bei all ihren neuen Bekannten und Arbeitskollegen als Beziehungsvermittlerin - schließlich ist sie sich sicher, dass sie ein hervorragendes Händchen hat, wenn es darum geht einzuschätzen, wer zu wem passen würde.

Während für den Leser von Anfang an klar ist, dass ihr neuer Boss Steven der perfekte Partner für Anne wäre, braucht sie etwas, um ihn überhaupt sympathisch zu finden. Abgesehen davon ist Anne fest davon überzeugt, dass sie nur die Augen aufhalten muss, um eine passende potenzielle Frau für Steven zu finden. Dabei hat Tamie Dearen meiner Meinung nach ein überraschend gutes Händchen für Situationen, in denen er mal privat mit Anne reden möchte, während sie mit den Gedanken vollkommen woanders ist (in der Regel, weil sie so sehr darum kreist, dass sie ihren neuen Job - trotz fehlender schulischer Qualifikationen - richtig machen möchte). Außerdem gibt es da noch Henri, einen attraktiven französischen Geschäftspartner von Steven, der hemmungslos mit Anne flirtet und ihr zum ersten Mal seit 15 Jahren das Gefühl gibt, sie könne sich doch vielleicht irgendwann einmal wieder auf einen Mann einlassen.

Nach ca. 3/4 des Buches gibt es eine kurze Phase, in der Steven Anne gern näher kommen würden, während sie lauter Gründe findet, warum sie sich nicht auf ihn einlassen sollte, warum er es mit ihr nicht ernst meinen könnte und überhaupt. Aber das ist zum Glück wirklich nur eine kurze Phase und hat mich nicht so sehr gestört, auch wenn mir lieber gewesen wäre, wenn Tamie Dearen darauf verzichtet hätte. Danach kommen allerdings lauter Szenen, in denen Anne so sehr mit sich und ihrem Gefühlschaos beschäftigt ist, während alle die Menschen, mit denen sie sich in den letzten Wochen angefreundet hat, alles daran setzen, um sie und Steven zusammen zu bringen. Für mich brachte dies viele weitere Szenen, bei denen ich fröhlich vor mich hingekichert habe, während rund um Anne mit liebevollen Hintergedanken intrigiert und manipuliert wurde.

Insgesamt war "Her Best Match" ein wunderbar unterhaltsamer und entspannender Liebesroman, bei dem für mich der größte Kritikpunkt eigentlich darin liegen würde, dass dem Leser all die Szenen in den ersten Tagen in New York unterschlagen werden, in denen Anne die verschiedensten Menschen kennenlernt, so dass es am Anfang so wirkt, als ob von einem Kapitel auf das nächste auf einmal lauter neue Leute auftauchen. Aber da man sich auch daran schnell gewöhnt, habe ich mit diesem Roman genau die leichte Ablenkungslektüre gefunden, die ich gesucht habe.

Freitag, 11. November 2016

Susanne Kippenberger: Das rote Schaf der Familie

Durch Hermias Rezension bin ich vor ein paar Wochen auf "Das rote Schaf der Familie - Jessica Mitford und ihre Schwestern" von Susanne Kippenberger gestoßen und konnte die Biografie dann auch recht schnell aus der Bibliothek ausleihen. "Das rote Schaf" ist die Bezeichnung, die Jessica "Decca" Mitford für sich selber passend gefunden hatte und auch gern für ihre erste Autobiografie als Titel verwendet hätte - und um sie dreht sich diese Biografie. Aber man kann nicht über Decca Mitford schreiben, ohne dabei auch über die restliche Familie Mitford zu reden. Ich finde es spannend, dass mir bis vor kurzem der Name Mitford so gar nichts sagte, (auch wenn ich jetzt im Nachhinein einige Anspielungen auf die Familie in britischen Veröffentlichungen wiedererkenne), obwohl die Familie in Großbritannien aus gutem Grund überaus bekannt ist.

Decca wurde 1917 geboren und erlebte so nicht nur den Spanischen Bürgerkrieg, den Zweiten Weltkrieg, die Kommunistenhatz und die Rassenunruhen in den USA, ebenso wie den Protest gegen den Vietnamkrieg und vieles andere, das das vergangene Jahrhundert politisch geprägt hat, sondern sie hatte auch zu all diesen politischen Ereignissen eine ausgeprägte Meinung. Als Sprössling einer - nicht gerade reichen (der Vater hatte kein Händchen für Geschäfte) - britischen Adelsfamilie wuchs Decca inmitten einer großen und turbulenten Familie und unter nicht ganz gewöhnlichen Umständen auf. So verweigerten die Eltern ihren sechs Töchter den Schulbesuch (während der einzige Sohn selbstverständlich ein Internat besuchte) und schotteten sie insgesamt von der Außenwelt ab (wenn man von den Besuchen der weitläufigen Verwandtschaft absieht) bis es Zeit wurde für die Präsentation als Debütantin in der Londoner Gesellschaft.

Vielleicht ist es angesichts dieser Kindheit nicht verwunderlich, dass sich die sechs Mädchen (großteils) recht extrem entwickelten. Während sich die älteste Mitford-Schwester Nancy einen Namen als Autorin machte (und ihr Leben lang verzweifelt versuchte Beziehungen mit Männern zu führen, die sie nicht liebten,) und die zweite Schwester Pam als Kind davon träumte ein Pferd zu sein, wurde die dritte Schwester Diana zur Geliebten (und späteren Ehefrau) des Gründers der ersten nationalistischen Partei Großbritanniens und zur großen Verehrerin Hitlers. Letzteres führte dann wohl auch dazu, dass die vierte Schwester Unity sich zu einem der größten "It-Girls" der Nazis entwickelte und alles tat, um ihre Freundschaft zu Hitler und seinen Bundesgenossen zu fördern. Im Gegensatz zu diesen beiden Schwestern setzte sich Decca schon früh für kommunistische Ideen ein, was letztendlich dazu führte, dass sie - noch nicht einmal volljährig - mit ihrem Cousin und späteren Ehemann Esmond davon lief, um über den Spanischen Bürgerkrieg zu berichten. Um die jüngste Schwester dieser Familie nicht unter den Tisch fallen zu lassen, sei hier auch noch erwähnt, dass Debo (Deborah) einen Herzog heiratete und maßgeblich daran beteiligt war einen der größten und bekanntesten Herrensitze Englands zu erhalten.

Ich fand diese Mischung aus privaten Details über Decca, aber auch den ganzen großen Rest ihrer Familie (weil man eine Mitford-Schwester eben nicht ohne die anderen porträtieren kann), und politischen Engagement und Ereignissen sehr spannend zu lesen. Dabei hatte ich nicht das Gefühl, dass Susanne Kippenberger etwas beschönigen würde. Decca Mitford muss eine faszinierende, aber auch sehr schwierige Person gewesen sein. Eine Frau, der ihr politisches Engagement extrem wichtig war, während sie in vielen anderen Bereichen des Lebens eine unbekümmerte Haltung an den Tag legte, und ein Mensch, der nicht so leicht verzeihen konnte. So hat sie zum Beispiel während des Zweiten Weltkriegs den Kontakt zu ihrer Schwester Diana und ihrem Vater abgebrochen und nie wieder richtig aufgenommen, weil diese mit den Nazis sympathisierten, hatte aber trotzdem - solange diese lebte - ein überraschend gutes Verhältnis zu Unity, der sie ihre Heldenverehrung für die deutschen Kriegstreiber anscheinend problemlos verzeihen konnte.

Ihr politisches Engagement und ihre (oft überspitzten) Veröffentlichungen sorgen dafür, dass man anhand von Deccas Leben ein überraschend umfassendes Bild der Zeit von 1935 bis in die 90er bekommt. Spannend fand ich auch die Zusammenarbeit zwischen Decca und ihrem zweiten Mann Bob Treuhaft, der ein jüdischer Anwalt und - ebenso wie Decca - während der McCarthy-Ära Mitglied der kommunistischen Partei war und später die Bürgerrechtsbewegung mit seiner Arbeit unterstützte. Hermia schrieb in ihrer Rezension, dass man bei einem Roman ein solches Leben als unrealistisch abgetan hätte und sie hat da natürlich recht. Aber bei einer Biografie ist es nur faszinierend, wie viel diese Frau erlebt hat und wie viele Menschen sie gekannt hat, deren Namen aus den Geschichtsbüchern nicht mehr wegzudenken sind. Dabei gelingt es Susanne Kippenberger in der Regel ganz gut mit all den Informationen und Personen zu jonglieren, ohne den Leser zu überfordern (nur Anfangs hatte ich etwas Probleme dank der vielen Spitznamen, die die Mitford-Schwestern auch füreinander hatten), und ein realistisch wirkendes Bild von den verschiedenen Menschen zu zeichnen, ohne sie zu sehr zu verteufeln oder zu erhöhen.

Meine beiden größten Kritikpunkt an der Autorin sind vielleicht die, dass Susanne Kippenberger 1. Agatha Christies Miss Marple anscheinend nur in der Filmversion von Margaret Rutherford kennt und sich in der zweiten Hälfte des Buches regelmäßig darauf bezieht, ohne dabei deutlich zu machen, dass sie sich eben auf diese Filmfigur und nicht auf die Romanfigur stützt (was allerdings in all den Beispielen, die sie verwendet schrecklich deutlich wird). Und dass ich 2. selten so viel Namedropping erlebt habe, ohne dass die Namen der erwähnten Personen wirklich genannt wurden, wenn sie nicht gerade häufiger in dieser Biografie vorkamen oder eine wichtige (politische) Rolle im Weltgeschehen spielten. Oft heißt es nur "die Cousine von", "der Schwager von" oder "die Frau von" (zum Beispiel als es um Dianas Bekanntschaft zu der "Frau von James-Bond-Erfinder Ian Fleming" ging), aber eigene Namen haben diese Personen - wenn ich nach diesem Buch gehen kann - wohl nicht gehabt. ;)

Mittwoch, 9. November 2016

[Kulinarisches] Mangold-Tarte

(Für 4 Personen bzw. für eine 28er Springform)



Teig:

150 g Mehl (Typ 550)
100 g Hartweizengrieß
1/4 Päckchen Trockenhefe
5 g Salz
ca. 140 ml lauwarmes Wasser
1,5 EL (Oliven-)Öl

Die trockenen Zutaten gründlich mischen, dann mit Wasser und Öl verkneten und zwei Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Füllung:

500 g Mangold
150 g geriebenen Gouda (mittelalt)
4 Eier Größe M (oder 3 Eier Größe L)
200 ml Sahne
Salz
Pfeffer

Den Mangold putzen, Blätter und Stiele trennen, die Stiele kleinschneiden und in einer Pfanne andünsten. Währenddessen die Mangoldblätter in "mundgerechte" Stücke schneiden und kurz in die noch warme Pfanne werfen. (Ich mache das in der Regel, wenn ich den Teig angesetzt habe und lasse das Gemüse dann einfach bis zum Fertigstellen der Tarte in der Pfanne.)

Wenn der Teig gegangen ist, muss er noch einmal kräftig durchgeknetet werden. Die Springform einfetten, dann den Teig grob ausrollen, so dass er deutlich größer ist als der Springformboden. Den Teig lose in die Springform legen (er muss nicht überall auf dem Boden liegen und die Ränder müssen noch nicht ausgeformt sein - wenn man das als erstes macht, wird es nur nervig, weil der Teig ohne Füllung an den Rändern immer nach innen fällt) und das Gemüse auf den Teig geben und gleichmäßig verteilen. Dann den Rand lose einschlagen, bis er nur noch ca. 1 cm oberhalb der Gemüsefüllung endet. Den geriebenen Käse auf das Gemüse geben und in einer Schüssel die Eier mit der Sahne gründlich verquirlen (einfacher ist es, wenn man erst die Eier gründlich durchmischt und dann die Sahne zugibt). Die Eier-Sahne-Mischung kräftig mit Salz und Pfeffer würden und über den Käse gießen.

Das Ganze dann ca. 45 Minuten bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) im unteren Drittel des vorgeheizten Ofens backen, bis die Tarte goldbraun ist und ein Holzstäbchen bei einer Stäbchenprobe sauber aus der Mitte der Tarte gezogen werden kann.

Montag, 7. November 2016

Diana Wynne Jones: Reflections (On the Magic of Writing)

Die Schriftstellerin Diana Wynne Jones sollte inzwischen allen ein Begriff sein, die regelmäßig meinen Blog lesen, nachdem ich in letzter Zeit wieder regelmäßig über ihre Bücher geredet habe. Leider ist die Autorin 2011 an Krebs gestorben, aber sie hatte vor ihrem Tod noch genügend Zeit, um über ihr literarisches Erbe nachzudenken. Ein Ergebnis dieser Überlegungen ist die Veröffentlichung von "Reflections (On the Magic of Writing)" gewesen. In dem Buch hat Diana Wynne Jones diejenigen ihrer Aufsätze, Artikel und Reden gesammelt, die sich rund um Bücher und das Schreiben (speziell um das Schreiben von fantastischen Kinderbüchern) drehen und von denen sie glaubte, dass sie für eventuelle Leser interessant sein könnten.

In der Inhaltsangabe meiner Ausgabe ist von "über 25 Texten" die Rede und ich muss gestehen, dass ich es auch schwierig finde eine genaue Anzahl zu nennen, weil zum Beispiel ein Text aus 3 Teilen einer Rede besteht und weil es zusätzlich noch Texte gibt, die über Diana Wynne Jones geschrieben wurden. So ist das Vorwort (in meiner Ausgabe) zum Beispiel von Neil Gaiman, der über die Autorin als Person und über die Qualität ihrer Arbeit schreibt, dazu gibt es noch einen weiteren Text über Diana Wynne Jones und ihre Bücher von Charles Butler als Einleitung und natürlich eine kurze Einleitung von der Autorin selber. Außerdem wird diese Sammlung noch durch ein Interview mit ihr (zu dieser Veröffentlichung) und zwei Texte von ihren Söhnen, die nach ihrem Tod geschrieben wurden, ergänzt. Bei so vielen kürzeren und längeren Texten fällt es mir schwer eine allgemeine Meinung abzugeben, denn natürlich schwanken die Qualität und der Nutzen dieser Texte für mich ganz persönlich. Auch gibt es bestimmte Elemente, die in dieser Sammlung immer wieder vorkommen - gerade wenn Diana Wynne Jones auf ihre Kindheit eingeht -, weil die Autorin natürlich nicht davon ausgehen konnte, dass jemand, der eine Rede von ihr hört oder einen Artikel liest, schon einmal Hintergrundinformationen über ihre Arbeit bekommen hat.

Aber selbst bei den Passagen, die mich weniger interessierten oder die für mich zu sehr in die Theorie abdrifteten, um mich wirklich packen zu können, fand ich es spannend, welche Aspekte Diana Wynne Jones in ihrer Arbeit beachtet hat und auf welche Elemente sie bei anderen Autoren Wert legte. Doch vor allem wird in all diesen Texten ihre Liebe zum Schreiben und ihre Lust am Erschaffen magischer Welten deutlich und die Sorgsamkeit, mit der sie Geschichten für Kinder kreiert. Überhaupt ruft sie in ihren Texten immer wieder dazu auf, dass man Kinder nicht unterschätzen soll - in dem Zusammenhang fand ich es spannend, dass Diana Wynne Jones der Meinung war, dass man bei Romane für Erwachsene viel mehr wiederholen muss, weil diese nicht so aufmerksam lesen wie Kinder - und dass man beim Schreiben von Kinderbüchern eine hohe Verantwortung hat, weil Kinder auch durch das Lesen so viel lernen und es zum Beispiel schrecklich ist, wenn man sie durch bestimmte Wendungen in Geschichten entmutigt ihre Fantasie zu benutzen. Interessant fand ich dabei, dass sie der Meinung war, dass zu ihren Anfängerzeiten in Fantasybüchern für Kinder ganz oft betont wurde, dass nur Kinder solch fantastische Abenteuer erleben könnten, während Erwachsenen der Zugang (z.B. nach Narnia) verboten ist - bei mir hat das die Frage aufgeworfen, ob es deshalb für viele Leute vollkommen akzeptabel ist, dass Kinderbücher fantastische und magische Elemente enthalten, während Fantasyromane für Erwachsene von den selben Personen gern als Schund abgetan werden.

Selbst ohne die immer wieder auftauchenden Erwähnungen ihrer eigenen Romane (als Beispiele für bestimmte Erzähl-Elemente oder wenn sie über eine Grundidee spricht), habe ich jetzt nach dem Lesen von "Reflections" unglaublich große Lust mich noch einmal mit den Geschichten von Diana Wynne Jones auseinanderzusetzen, weil ich es so fesselnd finde, wie viele Gedanken sich die Autorin über die verschiedenen Elemente und Figuren gemacht hat und weil ich mir sicher bin, dass das, was beim Lesen so nett und leicht aussieht, nur durch sehr viel Arbeit (und Freude) entstehen konnte. Lustig finde ich auch, dass sie viele Aspekte in ihren Geschichten erwähnt, die ich ganz anders wahrgenommen habe, die aber trotzdem für mich genau richtig funktionieren. In Zukunft werde ich mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nach dem Lesen eines Diana-Wynne-Jones-Roman diesen Titel zücken und all die Textstellen nachschlagen, in denen die gerade gelesene Geschichte erwähnt wird, und schauen, was die Autorin selber zu dem Buch zu sagen hatte und welche Ebenen in ihrer Erzählung mir vielleicht durchgegangen sind.

(Und nachdem ich dies geschrieben hatte, griff ich zu einem Diana-Wynne-Jones-Roman - "Deep Secret" -, zu dem ich dann nach dem Lesen so gut wie keine Erwähnung in "Reflections" finden konnte ... *g*)

Samstag, 5. November 2016

Jiro Taniguchi: Die Sicht der Dinge (Manga)

Obwohl Jiro Taniguchi die Handlung aus "Die Sicht der Dinge" frei erfunden hat, gibt es doch sehr viele persönliche Elemente, die der Mangaka in dieser Veröffentlichung verarbeitet hat. So spielt die Geschichte in Tottori - der Stadt, in der Jiro Taniguchi aufgewachsen ist - und er hat für viele Szenen auf Kindheitserinnerungen oder Gefühle, die er Jahre später so empfunden hat, zurückgegriffen. So gab es für den Mangaka ebenso wie für den Protagonisten Yoichi eine Spanne von 15 Jahren, in der er seine Heimatstadt nicht besuchte und erst wieder das Vertraute zwischen all den Veränderungen, die es in dieser langen Zeitspanne gegeben hat, neu entdecken musste.

Für Yoichi ist der Anlass für die Heimkehr an seinen Geburtsort sehr traurig, da er an der Totenwache für seinen Vater teilnehmen soll. Dabei wird für den Leser von Anfang an deutlich, dass sich der Mann seinem verstorbenen Vater nicht sehr nahe gefühlt hat und eigentlich gar nicht erst die Reise antreten möchte. Doch je länger er all den Menschen auf der Totenwache zuhört, die von ihren Erinnerungen an seinen Vater erzählen, desto mehr denkt auch er über seine Familie nach. Es kommen ihm Szenen und Ereignisse in den Sinn, an die er seit vielen Jahren nicht gedacht hat und die er - aus der Sicht des Erwachsenen und mit mehr Wissen über seine Eltern - auf einmal ganz anders wertet als früher.

So kann der Leser nach und nach mehr über Yoichi und seine Familie herausfinden, was nicht nur zu einer wunderschönen (wenn auch häufig melancholischen) und sehr sensibel erzählten Familiengeschichte führt, sondern auch einen faszinierenden Einblick in das Leben dieser japanischen Küstenstadt in den 50er Jahren bietet. Dabei sticht ein Ereignis besonders hervor: Das große Feuer vom 17. April 1952, das einen Großteil der Stadt in Schutt und Asche legte. Ein historisches Foto von diesem Feuer ist auch zu Beginn des Buches zu finden und es ist erschreckend, wie wenig nach diesem Brand von der Stadt noch vorhanden war. Für Yoichis Familie bedeutet dieses unglaubliche Feuer nicht nur den Verlust aller Besitztümer, sondern auch die allmähliche Zerrüttung der Ehe seiner Eltern. Dabei fand ich es sehr spannend, wie die einzelnen Familienmitglieder mit allen der Veränderungen umgingen und wie nach und nach die ganze Stadt wieder aufgebaut wurde.

Wie so oft bei einem Jiro-Taniguchi-Manga sind es aber vor allem die kleinen Szenen und Details, die mich besonders berühren. Die kleinen Elemente, die mir das Gefühl geben, ich bekäme einen Einblick in den (historischen) japanischen Alltag, faszinieren mich einfach besonders. Wobei ich es hier spannend fand, dass es eine Erinnerung von Yoichi gibt, in der es um die Amerikaner als Besatzungsmacht in Japan geht. So ist mir das bislang weder in Filmen, noch in Manga untergekommen, auch wenn die amerikanischen Soldaten - gerade in Veröffentlichungen aus den 50er und 60er Jahren - immer mal wieder auftauchen. Aber normalerweise stolpere ich eher entweder über Kriegsschiffe in den Häfen (und Bemerkungen dazu) oder feiernde US-Soldaten in Clubs und weniger über so eine kleine Szene, die den Besatzungsalltag deutlich macht.

Über Jiro Taniguchis Zeichenstil muss ich vermutlich nicht mehr viel sagen. Auch hier legt er Wert auf eine realistische und detaillierte Darstellung und ich bin immer wieder fasziniert davon, wie fein er die Gefühlsregungen bei den verschiedenen Personen darstellt. Sein einziger Schwachpunkt ist das Zeichnen von (geöffneten) Mündern, die sind oft nicht hübsch anzuschauen, aber damit kann ich definitiv leben. ;)

Donnerstag, 3. November 2016

SuB-trahiert (5)

Nachdem es im April eigentlich ganz gut mit dem SuB-trahieren lief, geht es seitdem nur schleppend voran.  Aber ich will mir ja damit auch keinen Druck mehr machen. Ich denke weiterhin regelmäßig an den SuB, lese auch relativ zeitnah die Neuzugänge (was ja für mich auch schon ein Erfolg ist) und habe nicht mehr so viele ungelesene Titel im Regal stehen, dass mir mit der Anzahl unwohl ist. Auch wenn die Zahl der "Alt-SuB"-Titel im Juli deutlich angestiegen ist, weil das der Monat war, ab dem auch die noch nicht gelesenen Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke auf einmal zu den "Altlasten" zählten.


1. Bernd Perplies: Magierdämmerung 3 - In den Abgrund

Der dritte Teil der "Magierdämmerung"-Reihe von Bernd Perplies. Ich mochte den ersten Band sehr gern - vor allem den recht rasanten Anfang -, beim zweiten Teil ist dann mein Interesse erstaunlich schnell erlahmt und deshalb stand der Abschlussband so lange im Regal und wartete darauf, dass ich mir entweder noch einmal den Auftakt anschaue oder irgendwann Lust hätte, auch ohne eine Auffrischung des Hintergrundwissens einen Versuch mit dem Abschlussband zu wagen. Da ich keine Lust hatte in den Tiefen meiner Kartons nach Band 1 zu suchen, ist es dann letzteres geworden. Überraschenderweise kam ich dann ganz gut wieder in die Handlung und konnte sogar die verschiedenen Personen relativ problemlos den unterschiedlichen Parteien zuordnen. In gewisser Weise hat es mir anfangs vermutlich sogar geholfen, dass ich bei einer Figur nicht mehr genau wusste, ob der nun ein treuer Mitstreiter oder ein Verräter ist, denn das hat mich auf einen Handlungsstrang neugierig gemacht, bei dem ich im zweiten Band das Interesse schon verloren hatte. Insgesamt war "In den Abgrund" nett zu lesen, aber trotzdem ist für mich Bernd Perplies inzwischen ein Autor, bei dem ich die Grundideen oft toll finde, dem es aber nicht gelingt mein Interesse bis zum Ende einer Trilogie zu fesseln.

(gelesen im Juni)


2. Silvia Roth: Querschläger (Hendrik Verhoeven und Winnie Heller 2)

Der Roman war mal als eine Aufmerksamkeit von einem Arbeitskollegen bei mir eingezogen. Obwohl ich ab und an deutsche Krimis lese, hat mich die Geschichte rund um einen Amoklauf an einer Schule jahrelang nicht genügend gereizt, um das Buch auch zu lesen. Nachdem ich dann zum Sommeranfang so viele Kriminalromane gelesen hatte, dachte ich Anfang Juli, dass es Zeit wird sich diesem Roman zu widmen. Nach einer etwas zähen Anfangsphase, in der ich erst einmal mit den Figuren warm werden musste, hat sich die Geschichte flüssig lesen lassen. Nichts besonderes, aber unterhaltsam, solide erzählt und definitiv besser, als die meisten deutschen Krimis, die ich in den letzten Monaten in der Hand hatte. Besonders die Charaktere mochte ich im Laufe der Zeit immer lieber. Sie haben ihre Ecken und Kanten, sind aber nicht übertrieben dargestellt. Und auch wenn im Leben der Protagonistin Winnie Heller einiges schief gelaufen ist und sie deshalb einige Altlasten mit sich schleppt, so fand ich die Frau stimmig und - bei aller Kratzbürstigkeit - sympathisch dargestellt. Da "Querschläger" der zweite Band der "Hendrik Verhoeven und Winnie Heller"-Reihe ist, habe ich mir nach dem Lesen noch den ersten Teil der Reihe in der Bibliothek vorgemerkt und ebenfalls als unterhaltsam und solide gemacht empfunden.

(gelesen im Juli)

3. Alfred Bekker: Drachenerde-Saga 2 - Drachenring
4. Alfred Bekker: Drachenerde-Saga 3 - Drachenthron

Ich mochte den ersten Band der "Drachenerde Saga", als ich ihn 2008 gelesen hatte, obwohl die Geschichte nicht gerade innovativ war und ich ein paar Kritikpunkte hatte. Trotzdem habe ich mich in den letzten Jahren immer für andere Bücher entschieden statt die Fortsetzungen zu lesen. Nachdem ich mich in diesem Sommer dabei ertappt habe, dass ich die beiden Romane drei Monate lang von einem Leseplatz zum nächsten räumte und immer wieder an der Einleitung des zweiten Bandes scheiterte, wurde es Zeit die Titel auszusortieren. So langsam sollte ich mir merken, dass mich nur noch sehr, sehr wenige High-Fantasy-Romane reizen.

(aussortiert im September)

5. Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street

Es kommt mir komisch vor, dass dieses Buch zu den "Altlasten" gehört. Aber ich habe nun mal beschlossen, dass sechs Monate die Zeitspanne sind, die ein Buch meines SuBs zur "Altlast" machen. Beim ersten Anlesen war ich nicht in der richtigen Stimmung für die Geschichte, beim Herbstlesen hat es hingegen gut mit mir und Oona gepasst.

(gelesen im Oktober)

6. Holly Webb: Emily Feather and the Chest of Charms (Emily Feather 3)

Auch bei diesem Titel kommt es mir seltsam vor, dass ich ihn beim "SuB-trahieren" auflisten kann. Aber ich habe so lange auf den zweiten Band gewartet, dass "Emily Feather and the Chest of Charms" nun über ein halbes Jahr auf dem SuB ruhte. Ich mag die Serie wirklich gern. Emily lebt in einem Haus voller Magie, hat eine tolle Familie und ihre Erlebnisse sind eine Mischung aus Alltagsproblemen und fantastischen Elementen - eindeutig Wohlfühllektüre.

(gelesen im Oktober)

Mittwoch, 2. November 2016

Neuzugänge Oktober

Ich muss gestehen, dass ich in den letzten zwei Monaten den Buchetat etwas raufgesetzt habe, weil ich das Bedürfnis nach Frustkäufen hatte. Außerdem will die "Reihenvervollständigungsliste" so gar nicht kleiner werden, wenn man nur 20 Euro pro Monat ausgibt. Dass ich die Liste regelmäßig ergänze, hat hingegen selbstverständlich keinen Einfluss auf ihre Länge ... ;)


Im Oktober gab es also folgende Neuzugänge für mich:

1. Diana Wynne Jones: Deep Secret
2. Diana Wynne Jones: The Merlin Conspiracy

Im Moment versuche ich mich beim Kauf von Diana-Wynne-Jones-Titeln auf die Bücher zu beschränken, die sich weder als deutsche Kinderbücher in meinem Besitz befinden, noch von mir früher als Bibliotheksausleihen gelesen wurden. Diese beiden Bände kannte ich noch nicht und da ich die Ausgaben so hübsch finde, wanderten sie doch recht schnell in meinen Einkaufskorb. "Deep Secrets" habe ich dann in den letzten Tagen gelesen, mit "The Merlin Conspiracy" habe ich erst angefangen.

3. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes (A Memoir by Lady Trent)

Der vierte Band rund um Lady Trent und ihr abenteuerliches Leben als Drachenforscherin. Damit habe ich die Reihe (vorerst) vollständig.

Für den November habe ich schon "Shadowed Souls" vorbestellt, aber sonst werde ich mich angesichts der zu erwartenden Buchgeschenke in den nächsten Wochen hoffentlich wieder mehr zurückhalten. Auf der anderen Seite habe ich da noch einen Bücherscheck, der natürlich dringen eingelöst werden müsste, wenn ich das nächste Mal in die Stadt komme ... ;)

Dienstag, 1. November 2016

November-SuB 2016

Obwohl ich wieder viel um die Ohren hatte, habe ich im Oktober auch wieder eine Menge gelesen. Für mich gilt zur Zeit anscheinend, dass ich bei Stress nicht weniger, sondern nur deutlich weniger anspruchsvoll lese. Das hat regelmäßig auch bedeutet, dass der Schlaf etwas kurz kam, aber mit dem hat es in den letzten Monaten eh nicht so gut geklappt und da schiebe ich die kurzen Nächte lieber auf ein nettes Buch als auf einen Kopf voller Gedanken. ;) Insgesamt habe ich also im Oktober 18 Bücher, 2 Kurzgeschichte, 8 Comics, 4 Manga und 1 Hörbuch verschlungen. Für den November habe ich keine besonderen (Lese-)Pläne, aber es wäre schön, wenn ich vor dem zu erwartenden SuB-Zuwachs der nächsten Wochen noch ein paar Titel vom SuB gelesen bekäme.


Deutscher SuB:
  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  3. Brom: Krampus
  4. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  5. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  6. Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
  7. Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
  8. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  9. Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
  10. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  11. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  12. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  13. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  14. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  15. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  16. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  17. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  18. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  19. Charles den Tex: Die Zelle
  20. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  21. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  22. Xinran: Gerettete Wort
  23. Xinran: Wolkentöchter
  24. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

21 Titel auf dem SuB


Englischer SuB:
  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent
  3. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes - A Memoir by Lady Trent
  5. Stephanie Burgis: Kat, Incorrigible
  6. Jim Butcher (Hrsg.)/Kerrie L. Hughes (Hrsg.): Shadowed Souls
  7. Agatha Christie: Curtain - Poirot's Last Case
  8. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  9. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  10. Alex Grecian: The Yard
  11. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  12. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  13. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  14. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  15. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  16. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  17. Diana Wynne Jones: The Merlin Conspiracy
  18. Diana Wynne Jones: The Islands of Chaldea
  19. Diana Wynne Jones: A Tale of Time City
  20. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  21. Lynn Kurland: Star of the Morning
  22. Kate Milford: Greenglass House
  23. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  24. Shawn Thomas Odyssey: The Magician's Tower
  25. Cindy Pon: Serpentine
  26. Philip Reeve: Larklight
  27. Jewell Parker Rhodes: Bayou Magic
  28. John Scalzi: Fuzzy Nation
  29. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  30. Robin Stevens: Murder Most Unladylike
  31. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  32. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child
  33. Patricia C. Wrede: A Matter of Magic

22 Titel auf dem englischen SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)