Donnerstag, 29. Juni 2017

SuB-trahiert 2017 (2)

Langsam, aber stetig arbeite ich weiter an den Titeln auf meinem SuB, die schon seit über einem Jahr darauf warten gelesen zu werden. Manchmal kann ich selber nicht verstehen, warum bestimmte Romane von mir so lange "aufgeschoben" werden ...

1. Moira J. Moore: Resenting the Hero

Eine sehr gute Freundin von mir war von dieser Reihe sehr begeistert, so dass ich den ersten Band nach ihrer Empfehlung und dem Lesen des Klappentextes auf meinen Wunschzettel gepackt habe. Trotzdem lag der Titel am Ende über zwei Jahre auf meinem SuB, weil ich mir nicht wirklich sicher war, ob das Ganze was für mich wäre. Ich sollte wirklich keine Bücher auf die Wunschliste setzen, nur weil ich das Gefühl habe, dass meine Freundin sich freuen würde, wenn ich endlich mal ihrer Empfehlung folge - vor allem, wenn mir mein Bauchgefühl sagt, dass der Roman vermutlich nichts für mich wäre. HIER geht es zumr VerrissRezension.

(gelesen April 2017)


2. Lynn Kurland: Star of the Morning (The Nine Kingdom 1)

Noch ein Buch, das mir von der oben erwähnten Freundin empfohlen wurde und das dann ziemlich lange auf dem SuB liegen blieb, weil ich heutzutage einfach nicht mehr so oft und gern diese Variante (mittelalterlich wirkende Gesellschaft, großer böser Zauberer, der seit Jahrhunderten eine Bedrohung aus dem Norden darstellt usw.) von Fantasyromanen lese wie als Teenager. Aber da Lynn Kurlands Humor, die Charaktere, die leise und überzeugende Liebesgeschichte und sogar der lineare Aufbau der Handlung so erholsam und amüsant zu lesen waren, denke ich nun, dass ich den Titel deutlich früher aus dem Regal hätte ziehen sollen. Mehr dazu habe ich HIER geschrieben und die Fortsetzungen stehen schon auf der Wunschliste. *g*

(gelesen April 2017)


3. Mira Grant: Deadline (Newsflesh 2)
4. Mira Grant: Blackout (Newsflesh 3)

Obwohl ich so ein großer Fan von Seanan McGuire bin, bin ich sehr lange um den ersten Newsflesh-Band ("Feed") herumgeschlichen, weil Horror nicht wirklich mein Genre ist und ich normalerweise auch nicht so enthusiastisch bin, wenn es um Zombie-Geschichten geht. Als ich mich dann endlich an "Feed" wagte, war ich total begeistert (und erschüttert und fasziniert und amüsiert), aber das Ende war so heftig, dass ich erst einmal eine Pause benötigte. Die Pause hat sich dann - auch wegen einer Änderungen bezüglich der Protagonisten - ziemlich hingezogen, obwohl ein Teil von mir schon neugierig auf die weitere Entwicklung der Geschichte war. Im Juni habe ich mich dann mal zusammengerissen und die Trilogie am Stück gelesen. Es war heftig und emotional und einfach großartig und sehr erschreckend, wenn man überlegt, wie realistisch die Autorin mit dem Thema Virusinfektionen umgeht ...

(gelesen Juni 2017)

Dienstag, 27. Juni 2017

Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima (Manga)

Kazuto Tatsutas dreiteilige Mangareihe "Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima" ist genau das, was der Untertitel sagt. Als (finanziell) nicht gerade erfolgreicher Mangaka war der Autor gerade auf Jobsuche, als die Katastrophe rund um das japanische Atomkraftwerk passierte. Um etwas zu bewirken und zumindest eine Zeitlang ein gesichertes Einkommen zu haben, hat er als Arbeiter rund um die Kraftwerksruine angeheuert. Es wurden gute Stundenlöhne versprochen (die Realität sah später dann etwas anders aus) und irgendjemand musste ja dafür sorgen, dass das Gelände wieder gesichert wird. Aber Kazuto Tatsuta hat sich auch gefragt, wie es denn nun wirklich in Fukushima ist, denn von der Politik, den Medien und den Bürgerbewegungen habe es unzählige gegensätzliche Aussagen zu den Schäden und den Folgen gegeben, die das Atomunglück verursacht hat.

Spannend finde ich bei dieser Veröffentlichung auch, dass Kazuto Tatsuta (der diesen Manga unter Pseudonym veröffentlicht hat) mit seinen Geschichten ein japanisches Gesetz umgehen konnte, das nach der Katastrophe von Fukushima geschaffen wurde, um die Pressefreiheit einzuschränken. Dieses Gesetz ermöglicht es der japanischen Regierung, bestimmte Informationen als "vertraulich" einzustufen und Journalisten zu bestrafen, die darüber berichten. Doch ein Mangaka gilt als Künstler und nicht als Journalist, und so konnte Kazuto Tatsuta von seinen Erlebnissen berichten und die japanische Öffentlichkeit über die Vorgänge im Kraftwerk, den Alltag der Arbeiter und über die Erfahrungen und Ängste der Anwohner informieren.

Seinen ersten Einsatz (wegen der Strahlenbelastung sind nur kurze Beschäftigungszeiten möglich) hatte der Künstler im Frühsommer 2012 und der Manga beginnt damit, dass er einen typischen Arbeitstag eines Arbeiters in Fukushima zeigt. Das frühe Aufstehen, die vielen Strahlenkontrollen und die Schutzkleidung machen den Arbeitern gleichzeitig das Leben schwer und schützen sie. Doch dieser gefährliche Job ist eben auch Alltag für die vielen Männer, die das Gelände des Atomkraftwerks aufräumen, rückbauen und sichern. So ist es kein Wunder, dass an manchen Tagen eine juckende Nase viel schlimmer und präsenter ist, als der Gedanke an die Strahlung, der man dort während der Arbeitszeit ausgesetzt ist, und dass vor Ort die Gefahr größer ist, an einem Hitzschlag zu sterben als an der Strahlung.

Kazuto Tatsuta erzählt von den widerstreitenden Gefühlen derjenigen unter den Arbeitern, die aus der Region stammen. Auf der einen Seite haben sie im Tsunami oder durch die Sperrung der verstrahlten Gebiete alles verloren, auf der anderen Seite hatten sie und haben sie mit Tepco einen sicheren und gut zahlenden Arbeitgeber, ohne dessen Jobs diese ländliche Region nicht hätte überleben können. Besonders erschreckend fand ich, dass wohl immer wieder Leute ihre Dosimeter manipulierten, um länger arbeiten zu können, und ich hatte auch regelmäßig das Gefühl, dass der Erzähler und seine Kollegen - trotz aller Schutzkleidung und Kontrollen - etwas naiv an das Thema Strahlung herangingen. Aber gerade das ist ja auch das Interessante an so einem Erfahrungsbericht, denn so kann der Leser die Realität kennenlernen, unter der die Arbeiter in einem solch gefährlichen Gebiet arbeiten.

Interessant fand ich auch, dass der Mangaka immer wieder erwähnt, dass das alles nicht so schlimm sei, wie die Medien es darstellten. Allerdings stützt er seine Gedankengänge dabei auf Daten, die Tepco oder die Regierung in den Jahren nach dem Atomunglück veröffentlichten - und ich persönlich wäre da vermutlich viel kritischer angesichts der Tatsache, dass sich weder die japanische Regierung noch der Betreiber des Atomkraftwerks angesichts der Katastrophe von ihrer besten und vertrauenswürdigsten Seite gezeigt haben. Auf der anderen Seite war es auch angenehm, dass Kazuto Tatsuta versucht, keine Vorurteile zu haben. Er gibt sich Mühe, die verschiedenen Arbeitsbereiche so detailliert wie möglich darzustellen, und betont dabei den Alltag der Arbeiter und die Zusammenarbeit zwischen den Kollegen. Selbst bei seiner Darstellung der Sub-Unternehmer, unter denen es natürlich auch welche gibt, die sich auf Kosten der Angestellten bereichern wollen, versucht der Mangaka neutral zu bleiben und beide Seiten der Angelegenheit zu betrachten.

Ab dem zweiten Band gibt es auch Szenen, die sich mit den Hintergründen der Mangaveröffentlichung oder regionalen Besonderheiten rund um die Orte, in denen Kazuto Tatsuta während seiner Arbeit im Atomkraftwerk gelebt hat, beschäftigen. So erzählt er auch von den Bewohnern eines Altenheims, die sich danach sehnen, wieder in ihrer Häuser im Sperrgebiet ziehen zu können, von der offenen Bühne, auf der er ab und an mit seiner Gitarre auftrat, oder den unterschiedlichen Badehäusern, die er aufsuchte. Ich weiß nicht, ob ich einen Bericht über einen vergleichbaren Arbeitsplatz in einem unverseuchtem Gebiet so interessant gefunden hätte, aber ich fand es faszinierend, all diese kleinen und größeren Details zu erfahren.

Zuletzt noch ein Wort zum Zeichenstil des Mangaka: Die Zeichnungen sind sehr detailliert und realistisch gehalten und die verschiedenen Kapitel enthalten auch immer wieder Grundrisse oder Lagepläne, die es dem Betrachter ermöglichen, sich eine bessere Vorstellung von den verschiedenen Abläufen zu machen. Es gelingt Kazuto Tatsuta auch, die verschiedenen Kollegen - trotz der Atemmasken, die ja doch einen Großteil des Gesichts verdecken - so individuell zu zeichnen, dass man sie gut auseinanderhalten kann. Und immer wieder gibt es Panels, die von der Liebe des Zeichners zur Natur rund um Fukushima und von der unglaublichen Zerstörungskraft des Tsunamis zeugen. Insgesamt ist "Reaktor 1F" für einen Manga ziemlich textlastig, aber ich fand es definitiv nicht zu viel, weil es so interessant war. Außerdem mochte ich die kleinen Nebenbemerkungen, die zum Teil im Nachhinein von dem Mangaka eingefügt wurden, um auf spätere Entwicklungen hinzuweisen oder eine Szene mit einem vorherigen Ereignis zu verknüpfen.

Sonntag, 25. Juni 2017

Mal wieder ein Lesetag

Nachdem wir in der letzten Woche einige "tropische" Nächte hatten, arbeite ich immer noch daran die Temperatur in der Wohnung wieder unter 30 Grad zu bekommen, also nicht wundern, dass dieser Beitrag morgens um halb fünf online geht. Das Wohnungsklima ist der Nachteil an diesem Altbau: Es dauert etwas, bis die Wärme in der Wohnung ist, aber wenn sie da ist, dann bleibt sie auch. Also beginnt mein Tag momentan um vier Uhr, wenn ich meinen schlafenden Mann in den einen Teil der Wohnung sperre und dort alle Fenster aufreiße, während ich Christie in der anderen Wohnungshälfte Gesellschaft leiste. Obwohl heute für mich (und hoffentlich noch ein paar andere Blogger) ein Lesetag ist, werde ich mir die Zeit bis zum Aufstehen meines Mannes (und dem fertigen Durchlüften der Wohnung) mit Anime gucken vertreiben - ich mag kein Licht anmachen und es ist noch nicht hell genug, um problemlos lesen zu können.

Was meine Buchauswahl für heute angeht, so bin ich noch etwas unentschlossen. Ich habe "Fair Play" von Tove Jansson aus der Onleihe ausgeliehen und lese/pausiere außerdem gerade "Blackout" von Mira Grant. Letzteres gefällt mir gut, aber es ist eine ziemlich informationslastige Geschichte mit vielen medizinischen (Virologie) und politischen Elementen, auf die ich mich nur einlassen mag, wenn ich mich angemessen darauf konzentrieren kann. Ich könnte mich natürlich auch meinem SuB widmen oder schauen, ob eine meiner Leihgaben mich fesseln kann. Auswahl habe ich ja. ;)

Diesen Beitrag werde ich wie immer im Laufe des Tages aktualisieren und eventuelle Mitleser am Ende des Posts verlinken, wenn sie sich in den Kommentaren melden.


Update 6:00 Uhr


Ich bin gerade so glücklich, dass es nachts wieder unter 20 Grad sind und genieße die 1,5 Stunden, in denen ich morgens im kühlen Luftzug sitze wirklich sehr.

Bislang habe ich nicht viel gelesen, sondern vor allem meine Zeit mit "Blood+" vertrieben. Ich hatte die Manga-Reihe gelesen, als sie vor einigen Jahren in Deutschland veröffentlicht wurde (und finde es immer wieder lustig, dass ich viel eher zu Horror greife, wenn es ein Manga ist), hatte aber bislang nie die Zeit gefunden die Anime-Serie zu sehen. In der letzten Woche war es dann aber doch mal soweit, dass ich damit angefangen habe, und ich bin inzwischen bei Folge 37 - und sehr fasziniert davon, welche Extra-Handlungsstränge in dem Anime auftauchen.


Irgendwie lustig, dass ich momentan zwei verschiedene Varianten von Zombie-Geschichten konsumiere, obwohl das eigentlich nicht mein Thema ist. *g* Was mich zu "Blackout" von Mira Grant (Seanan McGuire) bringt, in dem ich inzwischen doch etwas weitergelesen habe. Viel möchte ich zu dem Roman eigentlich gar nicht sagen, da es der dritte Teil der Reihe ist, aber ich bin etwas irritiert davon, wie die Autorin die Grundvoraussetzung für diesen Handlungsstrang angelegt hat. Eigentlich vertraue ich darauf, dass sie etwas richtig Gutes draus macht, und die zwischenmenschlichen Aspekte der Geschichte sind faszinierend und sehr, sehr gut, aber trotzdem weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll.

Update 9:15 Uhr


Zum Frühstück habe ich "Fair Play" von Tove Jansson angelesen. Die Autorin erzählt - soweit ich das bislang beurteilen kann - in dem Buch keine Geschichte, sondern gibt nur kleine Einblicke in das Leben von Jonna und Mari. Die beiden Frauen sind Künstlerinnen, die in Ateliers leben und arbeiten, die durch einen langen Dachboden voneinander getrennt sind. Tove Jansson beschreibt die Figuren in in kleinen Momenten, durch den Alltag ihrer schon Jahrzehnte andauernden Freundschaft (oder Beziehung?) und bislang finde ich es wunderbar, wie die beiden einander ergänzen. Mari wirkt zwar auf den ersten Blick etwas blass, während Jonna sehr dominant zu sein scheint, aber ich glaube, sie haben beide ihre Stärken und Schwächen, die die jeweils andere nur zu gut kennt.

Aktuell passt mir das Buch sehr gut und ich mag die Geschichten jetzt einfach weiterlesen, ohne mir groß Gedanken über die klare und schöne Sprache und die vielen Sätze, die in mir nachklingen zu machen. Ich bin mir aber auch sicher, dass ich das Buch in den nächsten Tagen ein zweites Mal in die Hand nehmen werden, um die eine oder andere Szene oder den einen oder anderen Satz noch einmal bewusst rauszupicken und genauer zu betrachten.


Update 13:00 Uhr

Ach, verflixt! Erst bin ich über meinem Buch eingeschlafen (was okay ist, was ich aber lieber "kontrollierter" machen würde), dann wollte ich das Abendessen vorbereiten und musste feststellen, dass mir Hartweizengrieß fehlt. Jetzt gibt es heute also Tiefkühl-Pizza und mein Mann wird morgen auf dem Heimweg den Grieß kaufen. Das ärgert mich ein bisschen, weil ich Samstag für das Essen frisches Gemüse gekauft habe und das nun bis Dienstag im Kühlschrank liegenbleibt. Aber nun gut, ich kann es nicht ändern.


Nach meinem kleinen Schläfchen werde ich jetzt erst einmal schauen, wie die anderen den Vormittag so verbracht haben und danach meine Gemüsebouillon genießen und "Fair Play" beenden. Bislang gefallen mir die vielen kleinen Kapitel mit Mari und Jonna sehr gut. Die beiden Frauen sind seit Jahrzehnten zusammen und ich habe sie bislang in den unterschiedlichsten Momenten kennengelernt. Einmal mussten sie mit ungewohltem Besuch auf ihrer Sommerinsel fertig werden, einmal hat Jonna einen Western genossen, während sich Mari fragte, warum die Freundin so viel Freude an diesen Filmen hat und ein anderes Mal haben die beide über eine Geschichte unterhalten, an der Mari schrieb. Ich weiß immer noch nicht, ob Mari wirklich eine Künstlerin ist und wenn ja, was sie genau macht. Jonne hingegen ist ein Allround-Talent und stürzt sich immer wieder mit Begeisterung auf neue Dinge, nur um sie dann für das nächste Projekt zur Seite zu legen. Ich finde es spannend mehr über diese beiden Frauen rauszufinden - gerade weil in den einzelnen Kapiteln nicht viel passiert, denn so konzentriert sich alles sehr auf die beiden Figuren. Die Erzählweise und die Konzentration auf die beiden Frauen erinnert mich sehr an "The Summer Book" von Tove Jansson - was mir ja auch gut gefallen hatte.


Update 17:45 Uhr

Inzwischen habe ich "Fair Play" von Tove Jansson beendet und sehr genossen. Vor allem das letzte Kapitel wirft einen sehr schönen Blick auf die Freundschaft der beiden Frauen (die übrigens beide über 70 Jahre alt sind). Am Ende frage ich mich schon, wie viele Aspekte an dieser Geschichte vielleicht aus Tove Janssons Leben stammen. Ich seh schon, ich werde wirklich mal eine Biografie von ihr auf meinen Wunschzettel setzen müssen. *g*


Da ich mich zu zufrieden fühlte, um mich in ein illegales Labor, politische Intrigen und ein vom Zombies eingenommenes Florida zu stürzen, habe ich erst mal zu "The Yard" von Alex Grecian gegriffen. Ich hatte von seiner "Scotland Yard Murder Squad"-Reihe vor einem Jahr den vierten Band in die Finger bekommen und sehr gern gelesen und nun ist anscheinend der richtige Zeitpunkt gekommen, um mich mit den Anfängen von Inspector Days Karriere zu beschäftigen. ;) Die "Murder Squad" ist eine noch relativ frische Polizeieinheit, die aus den Ereignissen rund um die Jack-the-Ripper-Morde vor einem Jahr resultierten. Inspector Day ist erst seit einer Woche bei dieser Truppe und darf schon den Mord an einem Kollegen untersuchen, was ihn ziemlich unsicher macht. Ich mochte schon beim vierten Teil die Figuren und die Beschreibungen des historischen Londons und kann nach den ersten Kapiteln sagen, dass der Autor anscheinend von Anfang an ein Händchen für genau diese Aspekte gehabt hat. Und während ich es normalerweise nicht so gerne mag, wenn man auch Passagen aus Sicht des Mörders erlebt, kann ich hier damit leben, weil der Autor es gut macht.

Nachdem ich mich also versichert hatte, dass "The Yard" gut anläuft, war ich dann auch wieder in der Stimmung für "Blackout". Wenn meine Konzentration gut genug bleibt, um mich mit all den Details rund um die ethischen/wissenschaftlichen/konspirativen Elemente der Geschichte auseinanderzusetzen, dann bleibe ich bis zum Abendessen auf jeden Fall bei dem Buch.


Update 22:15 Uhr

Mein letztes Update für heute - es war wieder sehr schön mit euch und ich freu mich schon auf kommende Lesetage! :)

Ich habe wirklich noch einiges in "Blackout" weiterlesen können, bis mein Mann die Pizza servierte und es Zeit wurde zum "dümpeligen Fernsehprogramm" zu wechseln. Heute war das die letzte Folge von "Skin Wars" - eine amerikanische Sendung rund um eine Gruppe von Body Paintern, die verschiedene Herausforderungen bewältigen müssen, bis am Ende einer von ihnen 100.000 Dollar gewinnt. Den Wettbewerbsgedanken dabei und den (zum Glück sehr kleinen Soap-Opera-)Anteil bräuchte ich nicht, aber ich finde es sehr spannend, was alles beim Body Painting möglich ist. Es ist Jahre her, seitdem ich Body-Painting-Kunstwerke auf Messen gesehen habe, und es ist irre, wie sehr sich diese Kunstrichtung entwickelt hat. Vor allem finde ich bei der Sendung spannend, dass man ganz gut verfolgen kann, wie sich ein Kunstwerk von der Grundierung bis zu den Details entwickelt.

Jetzt ist es aber definitiv Zeit ins Bett zu gehen - ich hoffe nur, die Person, die gerade unter dem Fenster Pfeife raucht, verzieht sich bald, so dass ich ungestört mit offenem Fenster einschlafen kann, während mein Mann im Wohnzimmer die Katze bewacht.

Habt einen guten Start in die Woche! :)

***

Heutige Mitleser:

Sayuri
Kiya
Natira

Freitag, 23. Juni 2017

Fantasy und die Darstellung von Beziehungen

Schon seit Längerem denke ich über die unterschiedliche Darstellungsweise von gesellschaftlich kontroversen Themen in Fantasyromanen nach. Einen Teil meiner Gedanken hatte ich schon im "Henry vs. Maia" niedergeschrieben - und ich bleibe dabei, dass ich einen nicht so plakativen Umgang mit Themen wie Sexualität, Rassismus, Gleichberechtigung, Feminismus und Ähnlichem bevorzuge, weil mich das zum Denken statt zum Konsumieren anregt.

Noch schöner allerdings finde ich die Fantasywelten, in denen es ganz alltäglich ist, wenn eine Familie nicht unbedingt aus einem Mann, einer Frau und einer dazugehörigen Zahl von Kindern bestehen muss. Welten, in denen Lebensweisen normal sind, die in unserem Alltag bemerkenswert oder gar verpönt sind. Ich glaube, meine Vorliebe für solche Fantasywelten hängt damit zusammen, dass ich als Teenager einige Romane gelesen habe, in denen das so war. Das bekannteste Beispiel ist dabei vermutlich Marion Zimmer Bradley (bei der ich für diesen Beitrag das Privatleben von ihrem Werk trenne möchte), deren Darkover-Geschichten in einer Welt spielten, die bei weitem nicht perfekt war, aber in denen Homo- oder Bisexualität ebenso häufig vorkamen wie polyamore Beziehungen.

Solche Welten haben meine Sicht auf dieses Thema sehr geprägt und dafür gesorgt, dass es für mich egal ist, wer wen wie liebt, solange alle Beteiligten alt bzw. reif genug sind, um sich bewusst für ihre Art der Beziehung zu entscheiden und zufrieden damit sind. Wie sehr meine Vorstellung von Normalität von der Realität abweicht, habe ich erst relativ spät festgestellt. Als Teenager stand ich noch auf dem Standpunkt, dass es doch nur einige wenige engstirnige Menschen geben könnte, die ein Problem mit der Sexualität anderer Leute haben könnten - und ich muss zugeben, dass ich mit jedem Jahr, das ich älter werde, überrascht bin, wie engstirnig und kleinkariert Menschen sind und wie sehr sie gegen Lebensmodelle kämpfen können, die nicht ihrer eigenen Vorstellung entsprechen.

Meine eigene Naivität bringt mich hingegen wieder zu den Romanen und der Frage zurück, wie Autoren mit dem Thema umgehen sollten. Da in unserer realen Welt nicht nur Vorurteile, sondern zum Teil regelrechte Kreuzzüge gegen Menschen mit vermeintlich nicht der "Norm" entsprechenden Beziehungen geführt werden, darf das Thema meiner Meinung nach in fiktiven Geschichten auch nicht unter den Tisch fallen. Aber ich frage mich, ob es hilfreicher ist, wenn ein Autor dem Leser eine Welt präsentiert, in der es eben selbstverständlich ist, dass Menschen nun einmal unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse habe, wenn es um Beziehungen geht, um dieses Bild zur "Normalität" werden zu lassen. Oder ob es wichtiger ist, bewusst aufzuzeigen, welche Missstände herrschen, um vielleicht den einen oder anderen Leser dazu zu bringen, sich in seinem Umfeld denjenigen entgegenzustellen, die nur ihre eigene konservative Weltsicht als akzeptablen Lebensentwurf dulden.

Montag, 19. Juni 2017

Leseeindrücke - Die "Cozy"-Variante (1)

Vor einigen Wochen habe ich das kostenlosen eBook-Bundle "Sleuthing Women - 10 First-in-Series Mysteries" runtergeladen, weil ich hoffte, ich würde über Autorinnen in diesem Genre stolpern, die mir gut gefallen. Um meine Gedanken zu den zehn Romanen festzuhalten und auch mal zwischen den verschiedenen Titeln Vergleiche ziehen zu können, gibt es (aufgrund der Menge) gleich zwei Sammelposts mit "Leseeindrücken". Der zweite Teil wird freigeschaltet, wenn ich die nächsten fünf Romane gelesen habe - nach den ersten fünf Titeln brauche ich erst einmal wieder Abwechslung beim Lesen. ;)


1. Lois Winston: Assault With a Deadly Glue Gun (An Anastasia Pollack Crafting Mystery 1)

Hätte mir jemand vorher gesagt, was Anastasia Pollack in dieser Geschichte alles erleben würde, ich hätte vermutlich die Finger von dem Roman gelassen, weil ich das Ganze für zu überzogen gehalten hätte. Lois Winston hält definitiv kein Maß, wenn sie ihrer Protagonistin Schwierigkeiten bereiten will. So ist Anastasia dank ihres verstorbenen Mannes überschuldet und darf sich mit einem Kredithai rumschlagen. Außerdem teilt sie sich das Haus nicht nur mit ihren beiden Teenager-Söhnen, sondern auch mit ihrer Schwiegermutter (überzeugte Kommunistin und Besitzerin eines französischen Bulldogge), ihrer Mutter (angebliche Nachfahrin des russischen Zarenhauses und Halterin einer Perserkatze) und einem geerbten, Shakespeare-zitierenden Papagei. Da das Ganze noch nicht genug ist, wird auch noch Anastasias Kollegin ermordet und die Polizei ist sich sicher, dass sie die Mörderin ist.

Trotz dieser extrem überzogenen Handlung war "Assault With a Deadly Glue Gun" wirklich nett zu lesen und ich habe immer wieder vor mich hingeschmunzelt, weil einfach klar war, dass an der nächsten Ecke wieder irgendeine Katastrophe auf Anastasia warten würde, die zu weiteren Komplikationen führt. Außerdem mochte ich, dass die Protagonistin sich nicht unterkriegen ließ und je nachdem stoisch, wütend oder schlagfertig mit den verschiedenen Situationen und Figuren umging. Es fühlte sich beim Lesen auch überraschend stimmig an, dass Anastasia die einzige normale und bodenständige Person inmitten lauter skurriler Gestalten und Ereignisse war. Ich bin selbst ganz überrascht, wie entspannend und unterhaltsam ich diesen Roman fand, wo ich doch sonst gern mal von überzogenen Elementen genervt bin.


2. Jonnie Jacobs; Murder Among Neighbors (A Kate Austen Suburban Mystery 1)

"Murder Among Neighbors" war nett zu lesen, solange ich dabei war, aber danach auch schnell wieder vergessen. Ich muss aber zugeben, dass ich es mochte, wie Jonnie Jacobs das Leben ihrer Protagonistin ausbalancierte. Kate Austen hat eine Tochter, die ihr sehr wichtig ist und mit der es auch so was wie Alltag in der Geschichte gab. Aber dieser Alltag behinderte die Handlung nicht, sondern sorgte dafür, dass die "Ermittlungen" vorwärts ging. So gab es zum Beispiel Gespräche mit anderen Müttern oder mit Kindermädchen von Schulfreundinnen, in denen Kate neue Informationen über ihre ermordete Nachbarin sammeln konnte,

Auch hält sich Kate nicht für besser als die Polizei, sondern sie erzählt dem ermittelnden Polizisten in der Regel jedes Detail, das sie herausgefunden hat (inklusive Informationen, von denen sie sich nicht sicher ist, ob sie überhaupt relevant sein könnten). Zum Teil hängt das natürlich auch damit zusammen, dass sie sich zu dem Ermittler hingezogen fühlt und ein Verhältnis mit ihm beginnt, aber es liest sich so, als ob sie auch ohne diese Beziehung kein Problem damit gehabt hätte, alles der Polizei zu überlassen. Ich fand es schön, mal wieder ein Buch mit einer angenehm normalen, sympathischen und vernünftig handelnden Protagonistin zu lesen.


3. Judy Alter: Skeleton in a Dead Space (A Kelly O’Connell Mystery by Judy Alter 1)

"Skeleton in a Dead Space" hätte eigentlich meine Art von Cozy sein müssen, da es nicht nur um den Fund eines Skeletts geht, sondern auch um alte Häuser, Renovierungen und Einrichtungen. Doch Judy Alter hat es geschafft, mir mit ihrer Protagonistin so auf die Nerven zu gehen, dass ich das Buch beinah abgebrochen hätte und nur dabei bleib, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass sich 245 Seiten so hinziehen können. Man begleitet Kelly O'Connell als Leser nicht nur bei sämtlichen Alltagserledigungen (sehr viel die beiden Töchter hin und her fahren und ein schlechtes Gewissen haben, weil sie ihnen ständig Fast Food zu essen gibt, statt richtig zu kochen, sowie die - nicht sehr realistisch dargestellte - Arbeit als Marklerin), sondern darf dank der Ich-Perspektive auch all ihre Gedanken zum Skelett-Fund mitverfolgen.

Gedanken, die nahelegen, dass die Protagonistin das Gefühl hat, sie sei die einzige Person, die ein Interesse daran hat, dass die Tote identifiziert und ihr Mörder gefunden wird. Dabei gibt es nicht einen einzigen Moment, in dem die Polizei (speziell der mit ihr befreundete Polizist Mike) Desinteresse oder Unfähigkeit zeigt. Ich bin mir auch sicher, dass die Polizei ebenfalls in der Lage ist, alte Datenbanken nach Hauseigentümern und Steuerunterlagen zu durchsuchen - und das sogar, ohne die beiden Töchter der Protagonistin in Gefahr zu bringen. Je besser ich Kelly kennenlernte, desto weniger konnte ich diese Figur leiden und desto weniger konnte ich ihre Motive, ihre Gedanken und ihre Taten nachvollziehen. Ne, das war definitiv kein Roman für mich - vor allem, da ich gerade erst mit "Murder Among Neighbors" ein so viel besseres Beispiel einer "ermittelnden Mutter" hatte!

Oh, noch einen Aufreger hielt der Roman für mich bereit, da die Autorin anscheinend irgendwann die Geschichte von der 3. Person in die Ich-Perspektive umgeschrieben hat - und dabei ab der Hälfte der Kapitel beim Nachbearbeiten diverse Sätze übersehen hatte, bei denen man dann raten durfte, ob die Protagonistin oder irgendjemand anders gerade redet. Das passierte auch gern mal innerhalb eines Satzes mit gerade mal neun Wörtern inklusive Nebensatz - und trieb mich beim Lesen alle paar Minuten auf die Palme.


4. Maggie Toussaint: In for a Penny (A Cleopatra Jones Mystery 1)

Uuuund Auftritt der unerträglichen Protagonistin Nummer 2! Ich weiß nicht, was ich beim Lesen schlimmer fand: Die Tatsache, dass Cleo in dem Moment, in dem sie beim Golfspielen über eine Leiche stolpert, ihre Libido wiederfindet und sich am liebsten an Ort und Stelle vom Golftrainer vernaschen lassen würde, oder dass sie auf der einen Seite ach so rational sein soll (sie ist Steuerberaterin) und auf der anderen Seite grundsätzlich jede Person verdächtigt, der Mörder/die Mörderin zu sein. Außerdem gibt es auch in dieser Geschichte eine total amüsant gemeinte Mutter, die der Protagonistin das Leben schwer macht, nachdem Cleo nach ihrer Scheidung mit ihren beiden Töchtern dort eingezogen ist. Und dazu noch die beste Freundin, die in mir das Gefühl aufkommen lässt, dass die beiden Frauen nur deshalb befreundet sind, weil Cleo neben ihrer Freundin besser dasteht - oder sollten all die Momente, in denen sich die beiden am liebsten gegenseitig an den Hals gegangen wären, lustig sein? Überhaupt fürchte ich, dass ganze viele Szenen, die ich unerträglich fand, weil sie von der Dummheit/Ignoranz/Verklemmtheit der Protagonistin zeugten, humorvoll gemeint waren. Nachdem ich mich dabei ertappte, dass ich nach ein paar Absätzen das Buch immer aus der Hand legte, weil ich Cleo nicht länger ertragen konnte (und jedes Mal auch noch meinem Mann erzählte, wie bescheuert die letzten Absätze waren), habe ich den Roman abgebrochen. Das Durchhalten hätte sich hier höchstens gelohnt, wenn ich ein "Kapitelweise" daraus hätte machen wollen.


5. Camille Minichino: The Hydrogen Murder (A Periodic Table Mystery 1)

Nach den vorherigen beiden Romanen war "The Hydrogen Murder" eine Wohltat! Die Protagonistin Gloria ist eine 55jährige Physikerin, die ihre Stelle in einer Forschungseinrichtung erst einmal an den Nagel gehängt hat, um nach 30 Jahren Abwesenheit in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Gloria will sich ein Jahr gönnen, um darüber nachzudenken, was sie mit ihrem Leben anfangen will. In der Zwischenzeit wohnt sie über dem Bestattungsinstitut von Freunden und arbeitet unter anderem als wissenschaftliche Beraterin für die Polizei. So wird sie auch herangezogen, als ein Physiker in seinem Labor erschossen wird, und kann der Polizei nicht nur mit ihrem beruflichen Wissen nutzen, sondern den Ermittlern auch den einen oder anderen privaten Einblick auf die Beteiligten gewähren, da sie viele davon durch gemeinsame Forschungsprojekte kannte.

Es war so schön, endlich mal wieder eine Geschichte mit einer vernünftigen, realistisch dargestellten, intelligenten Protagonistin zu lesen. Der Fall selbst dreht sich auf den ersten Blick vor allem um die Frage, ob bei der Forschung, die der Tote mit seinem Mentor betrieb, alles mit rechten Dinge zuging, was einige - auch für den Laien gut erklärte - Passagen über Physik mit sich bringt, die ich erstaunlich interessant fand. Auch fand ich es schön, dass Gloria zwar in die Ermittlungen involviert war - und unbedingt herausfinden wollte, wer ihren Bekannten umgebracht hatte -, aber gleichzeitig auch sehr bemüht war, keine Grenzen zu überschreiten. Glorias Privatleben hängt zwar in der Schwebe, aber das ist ein bewusst von ihr gewählter Zustand, und der Polizist, mit dem sie zusammenarbeitet, ist weder ein Idiot noch ein unwiderstehlicher Adonis. Sie fühlt sich zwar sehr zu ihm hingezogen und würde ihn gern besser kennenlernen, aber ganz ohne Teenie-hafte Schwärmerei, ohne irgendwelchen idiotischen Aktionen oder andere Dinge, die mich bei andere Romanen so gern die Palme hochtreiben. Insgesamt war ich überraschend zufrieden mit dieser Geschichte und könnte mir vorstellen, langfristig noch mehr von der Autorin zu lesen.

Samstag, 17. Juni 2017

Christie-Fotos


Nachdem Christie in den letzten Wochen zwar nicht mehr so panisch war, aber immer noch den Großteil des Tages in irgendwelchen Verstecken zugebracht hat, scheint sie so langsam in der neuen Wohnung angekommen zu sein. In dieser Woche habe ich zum ersten Mal gesehen, dass sie einfach entspannt irgendwo lag und nicht beim kleinsten Geräusch im Treppenhaus oder auf der Straße aufschreckte. Sie ließ sich nicht mal davon aus der Ruhe bringen, dass ich nach einer kurzen Schmuserunde aufstand und die Kamera holte, obwohl sie sich ja eigentlich nicht gern fotografieren lässt. Es ist schön zu sehen, dass sie so langsam den Umzug verkraftet hat. :)


Freitag, 16. Juni 2017

Henry vs. Maia oder Wie sollte ein Autor wichtige Themen in seinen Roman einflechten?

In den letzten Tagen habe ich - ohne es zu planen - gleich zwei Romane gelesen, in denen die Protagonisten achtzehnjährige Adelige waren, die von ihrer Familie im besten Fall nicht geachtet und im schlimmsten Fall sogar geschlagen wurden. Beide Figuren mussten im Laufe der Geschichte erwachsener und reifer werden, beide wurden von Autorinnen erschaffen und in beiden Büchern gab es neben so einigen humorvollen Momenten auch Szenen, die sich mit Themen wie Rassismus, Gleichberechtigung, Homosexualität und Machtmissbrauch beschäftigten.

Doch während mich Henry in "Cavaliersreise" durch seine egozentrische und ignorante Art von diesen Themen eher ablenkte, gab mir Maia in "Der Winterkaiser" das Gefühl, er würde durch sein zurückhaltendes Wesen diese Elemente im Roman erst recht betonen. Ich finde es sehr faszinierend, wie unterschiedlich Mackenzie Lee und Katherine Addison ihre Geschichten erzählen und wie viel mehr mich die zurückhaltende Erzählweise von Katherine Addison berührt hat. Natürlich liegt die Differenz schon darin begründet, dass die "Cavaliersreise" für ein jüngeres Publikum geschrieben wurde und die Autorin mehr Wert auf absurde und amüsante Szenen legte und ihren Protagonisten als extrovertierten Tunichtgut angelegt hat, während "Der Winterkaiser" von der zurückhaltenden und unsicheren Hauptfigur, einem komplizierten politischen Gefüge und der Enthaltung sämtlicher Actionszenen lebt.

Aber gerade weil sich Katherine Addison so viel Zeit nimmt, um die gesellschaftliche und politische Situation in ihrer fantastischen Welt zu präsentieren, fand ich die kleinen Momente so eindringlich, in denen klar wird, dass Frauen allgemein deutlich niedriger gestellt sind als Männer, dass die Ächtung von Homosexualität dazu führt, dass ein Kleriker, der Männer liebt, an seinen Gefühlen und Taten fast zerbricht, und dass selbst die höchste Position im Reich keinen Schutz vor Rassismus darstellt. Beide Autorinnen zeigen auch, dass unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden, je nach Position der betroffenen Person oder nach Haltung des Gegenübers. Es reicht eben nicht, wenn die eigene Umgebung "tolerant" ist, wenn das nicht zu einem allgemeinen Bewusstsein für die Probleme und damit zusammenhängenden Veränderungen in der Gesellschaft führt.

Was mich dann wieder auf die unterschiedliche Herangehensweise der beiden Autorinnen bringt. Vielleicht braucht es ja die plakative Erzählweise von Mackenzie Lee in "Cavaliersreise", um beim Leser ein Bewusstsein für sogenannte kritische Themen zu schaffen und es geht nur mir so, dass ich davon eher abgeschreckt werde und das Buch mit einem "das hätte man besser machen können"-Gefühl beende. Ich weiß, dass mich das als Kind weniger gestört hätte, denn da habe ich genügend Bücher gelesen, die ihre Botschaft mit erhobenem Zeigefinger verbreiteten. Auf der anderen Seite kann ich auch sagen, dass die Romane, die subtiler mit gewichtigen Themen umgingen, bei mir länger hängenbleiben, weil sie mich dazu bringen, mir meine eigenen Gedanken zu machen, statt einfach nur zu konsumieren, was mir der Autor vor die Nase setzt.

Ich würde wirklich gern wissen, ob es euch ähnlich geht wie mir. Stört es euch, wenn solche Themen immer wieder betont in einem Roman angesprochen werden? Oder seid ihr so dankbar, dass überhaupt kontrovers diskutierte Themen aufgegriffen werden, dass ihr auch mit einer plakativeren Präsentation leben könnt?

Mittwoch, 14. Juni 2017

Katherine Addison: Der Winterkaiser

Es fiel mir am Anfang schwer, in die Handlung von "Der Winterkaiser" von Katherine Addison hereinzukommen, da die Autorin eine ungewöhnliche Gesellschaft geschaffen hat und es nach den ersten Seiten nur so vor unvertrauten Namen und Posten am Kaiserhof wimmelt. Trotzdem hat mich der Roman von Beginn an gepackt, weil ich den Protagonisten Maia sehr mochte und gespannt war, was aus ihm wird. Maia ist der ungeliebte Sohn des Elfenkaisers und seiner verstorbenen Koboldfrau. Nach dem Tod seiner Mutter wurde der Junge von einem Cousin aufgezogen, dem diese Aufgabe als Bestrafung zugeteilt wurde. So hat Maia bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr kaum etwas vom Hofleben mitbekommen (und in erster Linie gelernt, mit der Abneigung seines Cousins umzugehen), als sein Vater, seine drei älteren Brüder und sein Neffe bei einem Luftschiff-Unglück ums Leben kommen und Maia als einziges überlebendes männliches Mitglied der Familie zum Kaiser gekrönt wird.

Maia ist sich mehr als bewusst, dass er keine Ahnung von den Dingen hat, die er als Kaiser wissen sollte, ebenso wie dies seinem Hofstaat bekannt ist. Doch während einige treue Gefolgsleute versuchen, ihrem neuen Kaiser zur Seite zu stehen, gibt es eine unheimlich große Menge an Adeligen und Beamten, die seine Unwissenheit ausnutzen wollen. Dazu kommt noch ein Lordkanzler, der nur seine eigenen Interessen im Sinn hat - und dem es am liebsten wäre, wenn der neue Kaiser keine eigene Meinung hätte, die ihm dabei im die Quere kommt. Auch Maias Verwandte, von denen er die meisten in den Tagen vor seiner Krönung das erste Mal trifft, sind - im besten Fall - misstrauisch, wenn es um den unerfahrenen Kaiser geht. Komplizierter wird die Situation für den jungen Monarchen, als Ermittlungen ergeben, dass der Luftschiff-Absturz die Folge eines Attentats war und kein Unglück.

Ich bin wirklich hingerissen von diesem Fantasy-Roman, obwohl ich normalerweise deutlich actionreichere Lektüre bevorzuge. In "Der Winterkaiser" hingegen scheint auf den ersten Blick fast nichts zu passieren, denn die gesamte Handlung dreht sich nur um die wenigen Wochen, die dem Absturz des Luftschiffs folgen und in denen Maia einen Weg finden muss, um als Kaiser zu überleben. Als Leser erlebt man die gesamte Geschichte aus Maias Perspektive und kann so die ganze Verwirrung, die Angst und die Überforderung des jungen Mannes mitfühlen. Er hat keinerlei Erfahrungen mit der Welt am Hof machen können und keine Ahnung von all den politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die seine Beschlüsse mit sich bringen können, und muss trotzdem vom ersten Tag an folgenschwere Entscheidungen treffen.

So besteht die Handlung vor allem aus vielen, vielen kleinen Szenen, in denen Maia auf die verschiedensten Elfen, Kobolde und Halbelfen trifft und sich ein Bild von den Personen und der Situation machen muss. Es gibt sehr viele Dialoge, sehr viele politische Elemente, sehr viele Intrigen und sehr viele kleine Momente, in denen Maia über sich hinauswachsen muss. Letzteres ist es, was den Roman für mich so großartig gemacht hat. Bei all seiner Unsicherheit beweist Maia mehr Rückgrat, als man es bei einem so jungen Mann erwarten könnte. Er ist natürlich zwischendurch auch wehleidig, verängstigt und zornig, aber da ihm bewusst ist, wie viel Macht ein Kaiser hat, bemüht er sich, diese nicht zu missbrauchen und bedacht und richtig zu handeln.

Katherine Addison hat in diesem Roman selbst bei den Momenten in der Geschichte auf Tempo oder Dramatik verzichtet, bei denen sie das hätte einflechten können. So gibt es zwar Attentate auf den neuen Kaiser, aber auch hier dreht sich die Handlung vor allem um Maias Innenleben, um seine Bemühungen, mit den Taten fertig zu werden, Haltung zu bewahren und Entscheidungen zu treffen, die zum Besten für sein Reich und die Personen um ihn herum sind. Ich mochte diese unaufgeregte Erzählweise sehr gern, ebenso wie die verschiedenen Figuren rund um den jungen Kaiser. Denn auch wenn keiner von ihnen in einer Position ist, die es ihm erlauben würde, Maias Freund zu werden, so sind viele darunter, die ihm bei seiner Aufgabe helfen wollen, und das ist schön zu verfolgen.

Mein einziger Kritikpunkt bei "Der Winterkaiser" sind die Namen der vielen verschiedenen Figuren. Zwar gibt es am Ende des Romans eine Erläuterung zum Aufbau der Namen, aber das half mir in der Regel nicht weiter, wenn ich beim Lesen mal wieder über eine Figur stolperte, die das letzte Mal vor ein paar Kapiteln vorkam und deren Namen - da zum Teil der Titel, die Funktion bei Hof oder die Familienzugehörigkeit die Anrede bestimmten - ich nicht gleich zuordnen konnte. Irgendwann habe ich einfach aufgegeben und darauf gewartet, dass die folgenden Textpassagen mir genügend Informationen gaben, um die Person wiederzuerkennen. Auch das zusätzliche Namensverzeichnis war da keine große Hilfe, weil die Figuren entweder gar nicht aufgeführt waren oder nicht unter dem Stichwort zu finden waren, unter dem ich sie suchte. Davon abgesehen fand ich den Roman wirklich toll und finde es großartig, wie die Autorin die verschiedenen Charaktere angelegt hat.

Montag, 12. Juni 2017

Mackenzie Lee: Cavaliersreise - Die Bekenntnisse eines Gentlemans

Über "Cavaliersreise - Die Bekenntnisse eines Gentlemans" von Mackenzie Lee bin ich bei Anja gestolpert, die betonte, dass der Roman eine gelungene Mischung aus gewichtigeren Themen (Bisexualität/Gleichberechtigung/Rassismus) und Abenteuerroman bietet, und mich damit neugierig gemacht hat. Ich muss gestehen, dass ich anfangs meine Probleme mit dem achtzehnjährigen Erzähler Henry hatte, denn auf den ersten Blick wirkt er wie ein undankbarer, verwöhnter Säufer, der nur an sein nächstes Vergnügen denkt. Einzig das Wissen um seine heimliche Liebe zu seinem Jugendfreund Percy und die Tatsache, dass man auf den ersten Seiten schon mitbekommt, wie gestört das Verhältnis zwischen Henry und seinem Vater ist, hat mich neugierig auf diesen Charakter gemacht.

Nachdem Henry aus Eton geflogen ist, soll er gemeinsam mit Percy auf eine Grand Tour durch Europa gehen. Auf dieser Reise - die gleichzeitig dazu dient, Percys Schwester Felicity in eine Bildungsstätte für junge Damen zu bringen - soll Henry beweisen, dass er sich benehmen und nützliche Kontakte für seinen Vater knüpfen kann. Doch weder das anständige Benehmen noch das Knüpfen von angemessenen Bekanntschaften oder gar ein enthaltsames Leben liegen Henry, und so gelingt es ihm, innerhalb kürzester Zeit von einer Katastrophe zur nächsten zu wanken, bis er halbnackt aus Versailles fliehen muss. Doch dieser Auftritt am Hof des französischen Königs ist erst der Auftakt einer langen Reihe von ungewöhnlichen Vorfällen, die Henry auf seiner Reise durch Europa erlebt.

Mackenzie Lee hat eine Geschichte voller absurder und amüsanter Szenen geschaffen, die aber überraschenderweise alle in die Zeit passen, in der die Handlung spielt. Sowohl die Cavaliersreise als auch Wegelagerer, Interesse für Alchemie oder Kaperfahrer sind Dinge, die einem jungen Adeligen im 18. Jahrhundert auf seiner Reise durch Europa hätten begegnen können. Doch natürlich sind das alles nur Stationen auf Henrys Weg zum Erwachsenwerden. Je mehr man über den jungen Mann erfährt, desto mehr wächst er einem ans Herz, auch wenn man ihn regelmäßig schütteln will, weil er mal wieder die dümmste Entscheidung fällt, die in einer Situation möglich wäre. Umso angenehmer ist es, dass seine Reisegefährten deutlich vernünftiger und reifer sind als Henry.

Während Felicity anfangs ein wenig farblos wirkt und erst nach und nach zeigt, dass sie eine energische und intelligente Frau mit vielseitigen Interessen ist, beweist Percy von Beginn an, dass er mehr Hirn hat als Henry. Dabei gelingt es der Autorin regelmäßig, aufzuzeigen, dass Percys Position als Mischlingskind eines englischen Gentlemans schwierig ist, wenn er zum Beispiel mal wieder aufgrund seiner Hautfarbe als Diener angesehen wird oder anderem rassistischem Benehmen begegnen muss. Allerdings waren das auch die Passagen im Buch, die mir am wenigsten gefallen haben. So gut und richtig es ist, dass solche Themen in Romanen angeschnitten werden, so wurde das  Ganze für meinen Geschmack in "Cavaliersreise" doch etwas zu plakativ gehandhabt.

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass mit dem Titel eine Zielgruppe "ab 16 Jahren" angestrebt wurde, oder ob Mackenzie Lee diese Erzählweise angesichts ihres etwas begriffsstutzigen Protagonisten passend fand, aber mir als Leser war das manchmal zu viel. Mir hätte es gereicht, wenn die Autorin es bei den Szenen belassen hätte, in denen man sieht, wie es den Beteiligten ergeht. Stattdessen werden diese Themen immer wieder in lang und breit in Dialogen mit Henry aufgegriffen , die nur selten zu wirklichen Gesprächen zwischen den verschiedenen Figuren führten und vor allem beweisen, wie egozentrisch Henry durchs Leben geht. Das empfand ich beim Lesen eher als Ablenkung vom Thema, weil es dazu führte, dass ich mich vor allem über Henrys Ignoranz aufregte, während ich mich ansonsten gut unterhalten gefühlt habe.

Samstag, 10. Juni 2017

Schon wieder Samstag?

Irgendwie habe ich gerade jegliches Zeitgefühl verloren. Es gibt zur Zeit keine Termine, die ich im Auge behalten muss, und meine Tage unterscheiden sich nur dadurch, dass mein Mann an den Wochenenden tagsüber daheim ist und an den Wochentagen eben nicht. Es gibt nichts Dringendes auf der To-do-Liste. Viele Sachen bleiben liegen, weil vorher noch andere Dinge passieren müssen, die nicht in meiner Hand liegen.


So vertreibe ich mir meine Freizeit mit dem Nähen von Vorhängen und fluche dabei kräftig vor mich hin, weil der dreifachgewebte Verdunklungsstoff mit der Hand nicht gut zu nähen ist. Ständig verrutscht der Stoff oder die Nadel zieht Fäden. Aber inzwischen habe ich mich schon von dem Gedanken an gerade Nähte und "schön" verabschiedet und freue mich stattdessen auf den Tag, an dem alles vor den Fenstern hängt und die Wohnung mit einem Griff vor der Sonnenwärme geschützt werden kann.


Ansonsten lese ich und lese und lese, während mein Mann mir abends mit seiner aktuellen Serie einen Ohrwurm verpasst, den ich den ganzen Tag nicht wieder loswerde. Wenn ich ehrlich bin, dann mag ich diese entspannten, zeitlosen Tage. Aber sie sorgen auch dafür, dass ich nicht so viel zu erzählen habe ...

Da ich die Spiegelung so mag, darf das Foto auch in den Blog.

Freitag, 9. Juni 2017

Tanya Huff: Sing the Four Quarters (A Quarters Novel 1)

Tanya Huff gehört ja zu den Autorinnen, von denen ich mir nach und nach noch die fehlenden Titel besorgen will. Die "Quarters Novel" gibt es leider nur noch als relativ teure ältere TB-Ausgaben oder als eBooks (immerhin mit einem Extra-Band mit Kurzgeschichten). Da ich mir immer gut überlege, ob ich wirklich Geld für ein eBook ausgeben will, war ich sehr glücklich, als Natira mich vor ein paar Wochen darauf aufmerksam machte, dass es an dem Tag "Sing the Four Quarters" umsonst für den Kindle gab. "Sing the Four Quarters" ist ein klassisches High-Fantasy-Buch und obwohl ich das Genre nur noch selten lese, habe ich diesen Roman wirklich genossen (und werde mir definitiv auch die anderen Bände noch zulegen).

Das Königreich, in dem die Geschichte spielt, bedient sich ganz klassisch der Barden, um zu spionieren, Nachrichten zu verbreiten und Verträge zu bezeugen. Natürlich machen diese Barden auch Musik, wobei sie in der Lage sind, mit ihrer Stimme und ihren Instrumenten Naturgeister (Kigh) zu beeinflussen. Manche Barden haben nur Einfluss auf ein Element, andere hingegen - wie die Protagonistin Annice - können alle vier "Quarter" singen, wenn auch in unterschiedlicher Stärke. Normalerweise ist es für eine Familie eine große Ehre, wenn ein Kind das Talent zum Barden zeigt, doch bei Annice war ihre Verwandtschaft nicht darüber erfreut, dass sie so ein großes musikalisches Talent besaß.

Annice ist die jüngste Schwester des aktuell herrschenden Königs und hat ihren Bruder nur durch eine List - die ihn in seinen Augen vor seinem sterbenden Vater und dem gesamten Land entehrt hat - dazu gebracht, sie Bardin werden zu lassen. Eine der Bedingungen, die ihr Bruder damals stellte, war, dass sie von dem Tag, an dem sie die Ausbildung beginnt. alle Rechte als Prinzessin abgibt und niemals ohne Erlaubnis des Königs Kinder bekommen würde. Dummerweise kommt Annice von ihrer letzten Reise schwanger wieder und muss nun einen Weg finden, um das ungeplante Kind und ihre eigene Haut vor ihrem Bruder zu retten. Damit Annice' Leben nicht zu einfach wird, wird sie auch noch in eine Intrige verwickelt, die dazu führt, dass Pjerin (der Erzeuger ihres Kindes) des Hochverrats angeklagt wird. Gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Stasya versucht Annice, ihr Kind, ihren Liebhaber und ihr Land zu retten, was zu einer amüsanten, berührenden und spannenden Geschichte führt, die ich rundum genossen habe.

Tanya Huff hat ein Händchen für Dialoge und Szenen, die mich zum Schmunzeln bringen. Ich mag ihre Protagonisten und ich mag es, wie selbstverständlich es in dieser Welt ist, dass zwei Frauen zusammenleben (und eine davon trotzdem Sex mit Männern haben mag). Auch die Charaktere fand ich insgesamt stimmig. Keiner von ihnen ist makellos, aber selbst bei den "Bösewichten" kann man nachvollziehen, warum sie handeln, wie sie es tun. Und nachdem ich mich vor einiger Zeit darüber beschwert habe, dass Mütter in Fantasyromanen so gut wie nie eine tragende Rolle haben, ist es umso schöner, eine stimmige Darstellung einer schwangeren Frau in dieser Geschichte zu erleben. Annice ist zwar schwanger, aber das hält sie nicht davon ab, ihre Mission zu verfolgen. Dass ihr dabei ständig schlecht ist, erleichtert ihr die Sache nicht, und dass ihr verändertes Gewicht dazu führt, dass sie nicht die gewohnten Strecken pro Tag durchs Land laufen kann, erschwert die Angelegenheit nur noch mehr. Ihr Baby ist ihr wichtig, aber um es auf die Welt bringen zu können, kann sie nicht einfach abwarten und hoffen, dass schon alles gut wird.

Es schwierig nicht zu viele Details zu verraten und doch zu erwähnen, wie viele kleine Elemente mir an dieser Geschichte gefallen haben. Tanya Huffs Welt fühlt sich - ebenso wie die Figuren - realistisch an, ohne dass ich das Gefühl habe, sie hätte zu viel Raum in die Beschreibung dieser Welt gesteckt. Oft sind es scheinbar kleine Dinge, die zu Spannung führen, während man sich gleichzeitig beim Lesen wunderbar darüber amüsiert, dass zwei Figuren zusammen reisen müssen, die sich die ganze Zeit kabbeln. Und obwohl es ein paar kleinere Wendungen gibt, die vorhersehbar waren, weil es genügend Andeutungen für diese Entwicklungen gab, so hat die Autorin das Ganze am Ende so verpackt, dass es einfach Spaß macht zu sehen, auf welche Weise sich die Vorahnungen des Lesers erfüllen. Ich finde es einfach schön, wenn eine bewährte Autorin mich am Ende eines Buchs wieder so zufrieden zurücklässt. Das einzige Ärgerliche ist, dass ich frühestens im Herbst die weiteren Bände kaufen kann, weil ich natürlich mal wieder meinen Etat langfristig verplant habe. ;)

Mittwoch, 7. Juni 2017

Emily Larkin: Unmasking Miss Appleby (Baleful Godmother 1)

Ich hatte vorher weder etwas von der Autorin noch von dem Roman gehört, als ich Ende Mai über einen "habe ich genossen, gibt es gerade kostenlos"-Link bei Twitter gestolpert bin. Weil sich die Inhaltsangabe nett anhörte, habe ich die Geschichte auf meinen eReader geladen und wollte sie dann nur kurz anlesen. Inzwischen habe ich vier Titel aus der Baleful-Godmother-Reihe gelesen und freue mich, dass ich noch mindestens zwei weitere Bücher vor mir habe. ;)

Emily Larkin hat mit "Unmasking Miss Appleby" einen wunderbaren Historical geschrieben, der mehrere ungewöhnliche Elemente aufweist. So beginnt die Geschichte an dem Tag im Jahr 1805, an dem die Protagonistin, Charlotte Appleby, ihren 25 Geburtstag feiert und sich auf einmal ihrer Feen-Patentante gegenübersieht. Wie jede vernünftige Frau glaubt sie eigentlich nicht an Feen und hatte auch keine Ahnung, dass eine Vorfahrin dafür verantwortlich ist, dass jedes weibliche Mitglied ihrer Familie von einer Fee einen Wunsch gewährt bekommt. Doch nachdem Charlotte sich sicher ist, dass die unheimliche Frau, die in ihr Zimmer eingedrungen ist, wirklich eine Fee ist, geht sie sehr sachlich und überlegt an die Sache heran und entscheidet sich letztendlich für die Gabe der "Metamorphose".

Seit vor einigen Jahren ihr Eltern gestorben sind, lebt sie als unbezahlte/s Hausmädchen/Gesellschafterin/Gouvernante im Haushalt ihres Onkels. Und obwohl dieser ihrem Vater versprochen hatte, dass Charlotte von ihrer Tante in die Londoner Gesellschaft eingeführt würde, hat der Onkel sein Versprechen nie eingehalten. So wünscht sich Charlotte nichts mehr, als irgendwie auf eigenen Füßen stehen und sich ihren Unterhalt selbst verdienen zu können. Durch die Gabe der Metamorphose ist sie nun in der Lage, sich in einen jungen Mann zu verwandeln und sich als Sekretär bei Lord Cosgrove zu bewerben. Sie ist sich sicher, dass sie die Arbeit gut verrichten kann - schließlich hat sie für ihren Vater schon eine ähnliche Position eingenommen. Allerdings war ihr nicht bewusst, wie wenig sie über das Leben als Mann in der Londoner Gesellschaft weiß und wie schwierig es werden würde, sich nicht zu verraten.

Lord Cosgrove (Marcus) hingegen ist dringend auf der Suche nach einem neuen Sekretär, nachdem sein früherer Angestellter bei einem Anschlag im Park schwer verletzt wurde. Dieser Anschlag galt dem Adeligen - und ist nur ein Ereignis in einer ganzen Reihe von Unerfreulichkeiten, die von eingeschlagenen Glasfenstern und Unrat auf seiner Türschwelle bis zu nächtlichen Angriffen reichen. Marcus selbst weiß nicht, wer für all diese Taten verantwortlich ist, verfügt aber über eine lange Liste von Verdächtigen, die aus politischen oder privaten Gründen etwas gegen ihn haben. Zu seiner großen Überraschung ist der junge Christopher Albin nicht nur bereit, die Stellung bei ihm als Sekretär anzunehmen, obwohl die Position nicht ohne Risiken ist, sondern Christopher kommt im Laufe der Zeit auch immer wieder an Informationen heran, die dem Lord wirklich helfen. Natürlich weiß Marcus nicht, dass sein neuer Sekretär eigentlich eine Frau ist und erst recht nicht, dass Charlotte ihre Gabe der Verwandlung nutzt, um für ihren neuen Arbeitgeber zu ermitteln.

Es gibt eine ganze Menge Dinge, die ich an diesem Roman mochte. Nicht nur fand ich die Protagonisten sympathisch, ich konnte ihr Verhalten in der Regel auch gut nachvollziehen (was ja nicht immer bei einem historischen Liebesroman gegeben ist) und mochte es, dass Charlotte ihre neu entdeckte Freiheit so wichtig war (und zwar so sehr, dass ihr ihr Job wichtiger ist als ihre Gefühle für ihren Arbeitgeber). Überhaupt ist Charlotte angenehm intelligent und vernünftig und testet - wenn sie die Zeit und Möglichkeit hat - jede neue Gestalt erst einmal, bevor sie sie wirklich einsetzt. Auch der "Beziehungsteil" ist überraschend stimmig, wenn man bedenkt, dass Charlotte Marcus ja anfangs nur in männlicher Gestalt kennenlernt. Durch Lord Cosgrove entdeckt sie Ecken von London, von denen sie zuvor nie gehört hat, was nicht nur dazu führt, dass sie sich stellenweise sehr naiv anstellt, sondern auch, dass sie Einblick in das Leben und Denken von Männern bekommt, wie es für ihre Zeit und Stellung nun mal ungewöhnlich ist.

Das bringt sie dazu, dass sie Schritte ergreift, um Marcus - in ihrer realen Gestalt - näher kennenzulernen, die ich stimmiger finde, als in so manch anderem Roman. Auch verrate ich wohl nicht zu viel, wenn ich schreibe, dass es mehr als eine Sexszene zwischen den beiden Protagonisten gibt - und dass dieser Körperkontakt nicht von Anfang an für die beiden großartig und wiederholenswert ist. Für Charlotte ist der erste Sex in ihrem Leben sogar so unangenehm, dass sie es dabei durchaus belassen würde, wenn er nicht bei einem weiteren Treffen die Initiative ergreifen würde. Der Krimianteil ist jetzt nicht so wahnsinnig ausgefeilt, bietet Emily Larkin aber genügend Gelegenheiten, um die verschiedenen Figuren vorzustellen und Charlotte in die unterschiedlichsten Stadtteile von London zu führen - und damit ihre Geschichte nicht nur in gehobenen Adelskreisen spielen zu lassen. Ich habe mich wirklich wunderbar mit "Unmasking Miss Appleby" amüsiert und mehr als einmal beim Lesen vor mich hingekichert, weil für Charlotte die Zusammenarbeit mit Marcus nicht immer einfach war und sie ständig auf der Hut sein musste (oder mitten ins Fettnäpfchen trat).

***

Zum Schluss noch eine Anmerkung zu den weiteren drei Teilen, die ich bislang gelesen habe:
Sowohl "Resisting Miss Merryweather" (Baleful Godmother 2), als auch "Claiming Mister Kemp" (Baleful Godmother 4) sind deutlich kürzer als "Unmasking Miss Appleby" und "Trusting Miss Trentham" (Baleful Godmother 3), was sich auch auf die Qualität der Geschichten auswirkt. "Resisting Miss Merryweather" war nett, aber nicht mehr als ein langer Anhang zum ersten Band, damit eine der Nebenfiguren noch ein Happy End bekommt. Sowohl die Tatsache, dass Miss Merryweather erst zum Schluss ihre magische Gabe bekommt, als auch die Handlung an sich haben mich nicht so sehr überzeugen können wie die Geschichte von Charlotte und Marcus.

"Trusting Miss Trentham" habe ich hingegen wieder rundum genossen und mochte die Charaktere ebenso wie die Geschichte (inklusive den Ermittlungen rund um die Frage, wer bei einer Schlacht in Portugal wohl die Engländer verraten haben mag). Und obwohl "Claiming Mister Kemp" einige Dinge aus "Trusting Miss Trentham" wiederholt, so fand ich es schön mal eine Liebesgeschichte zwischen zwei Männern zu lesen, die in dieser Zeit spielt. Das ändert nichts daran, dass auch hier die Handlung etwas dünn ist und das Ganze ebenfalls geschrieben wurde, damit auch hier zwei Nebenfiguren noch etwas mehr Raum bekommen, als es in dem dritten Band der Reihe möglich war.

Es gibt noch vier weitere Geschichten, die Jahrhunderte vor den "Baleful Godmother"-Romanen spielen und erzählen, wie es überhaupt zu der Verbindung zwischen dieser Familie und den Feen kommt. Aber bislang kann ich dazu noch nichts sagen, weil ich erst einmal wieder etwas Abwechslung benötigte. Wer aber neugierig auf die Autorin und "Unmasking Miss Appleby" geworden ist, kann den ersten Baleful-Godmother-Band und "The Fey Quartet" kostenlos bekommen, wenn er sich für Emily Larkins Newsletter anmeldet.

Montag, 5. Juni 2017

Kelly Thompson und Brianne Drouhard: Mega Princess 1-5 (Comic)

Auf "Mega Princess" wurde ich durch meinen Mann aufmerksam, als er mir den US-Comic-Katalog hinhielt und meinte, dass das doch was für mich sein könnte. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht mehr über die Comics, als dass mir die Protagonistin auf dem ersten Cover gefiel und dass es inhaltlich um eine Prinzessin ging, die gern ein Detektiv sein wollte. Inzwischen habe ich die ersten fünf Hefte (und damit den Handlungsstrang rund um den verschwundenen Prinzen) gelesen und bin schwer verliebt in Prinzessin Maxine I. und ihr grumpiges Pony Justine.


Die Geschichte beginnt am zehnten Geburtstag der Prinzessin, wo sie - statt weiter in Ruhe in ihrem Baumhaus spielen zu können - an einem Reittunier teilnehmen muss. Max findet "Prinzessin-sein" ziemlich langweilig, genauso wie die damit verbundenen Pflichten, und würde lieber ein viel aufregenderes Leben führen. So träumt sie von einer Tätigkeit als Detektivin und erfindet coole Ausstattungen für ihr - damit nicht gerade glückliches - Pony, die das Tier für Verfolgungen und Kämpfe optimieren soll. Dummerweise stehen Max nicht mehr Mittel zur Verfügung als jedem anderem Mädchen ihres Alters, und so besteht die erdachte Ausstattung bislang nur aus bemalten Pappkartons, einem Besen und anderen Elementen, die von der Kreativität des Mädchens zeugen.

Immerhin bekommt jede Prinzessin zu ihrem zehnten Geburtstag von einer guten Fee eine besondere Gabe verliehen. Und da die Fee Amber, die Max zu ihrem Ehrentag aufsucht, noch recht ungeübt in ihrem Job ist, verfügt das Mädchen kurz darauf nicht nur über alle erdenklichen Prinzessinen-Gaben auf einmal, sondern bekommt auch noch die erträumte Ausrüstung für Justine. Beides muss Max wohlüberlegt einsetzen, als sie sich auf die Suche nach ihrem entführten kleinen Bruder macht. Ihre Ermittlungen führen sie durch diverse Reiche - und bringen sie dazu, eine Menge über sich und all die anderen Bewohner ihrer Welt zu lernen.

Es gibt so viele Elemente, die ich an diesen Comics mag. Max ist ein selbstbewusstes und mutiges kleines Mädchen, das zielstrebig seinen Traum verfolgt. Und auch wenn man am Anfang eher das Gefühl hat, dass sie die Entführung ihres kleinen Bruders als Abenteuer empfindet, so ist ihr schon bewusst, dass der kleine Bobs in Gefahr ist, und sie macht sich große Sorgen um ihn. Sehr schön finde ich auch, dass Max von ihren Eltern so unterstützt wird. Ihre Mutter ist zwar eine "klassische Prinzessin" und fände es angenehmer, wenn Max "mädchenhaftere" Interessen hätte, aber man merkt deutlich, dass sie das kleine Mädchen nicht verbiegen will (auch wenn sie darauf besteht, dass Max ihren Prinzessinnen-Pflichten nachkommt).

Neben Max ist ihr Pony der große Star der Comics. Justine ist ein ungemein grumpiges Wesen, was mehr als verständlich ist, wenn man sieht, wie Max sie anfangs behandelt. Doch da zu den Prinzessinen-Gaben auch die Fähigkeit gehört, Tiere zu verstehen, muss Max sich im Laufe der Zeit nicht nur mit Justine anfreunden (und dabei so einige sarkastische Bemerkungen überstehen), sondern auch einsehen, dass selbst ein grumpiges Pony so seine Stärken hat. Die Geschichte ist wirklich witzig, Max und Justine sind ein großartiges Team, die fantastische Welt ist - inklusive all der popkulturellen Anspielungen auf unsere Welt - wunderbar und ich fand es sehr unterhaltsam, wie Max im Laufe der Handlung doch noch Verwendung für all die Prinzessinen-Gaben findet, die in ihrem Detektiv-Leben eigentlich keinen Platz haben. ;)

Wenn ihr Lust habt, mehr über "Mega-Princess", die Autorin und die Zeichnerin, die feministischen Elemente und sonstige Hintergründe zu erfahren, dann könnt ihr HIER ein Interview mit den beiden Künstlerinnen (und noch ein paar Bilder aus dem Comic) finden.

Samstag, 3. Juni 2017

Caroline Carlson: Der weltbeste Detektiv

Ich weiß nicht mehr, wo ich über "The World's Greatest Detective" von Caroline Carlson gestolpert bin, aber ich weiß noch, dass ich die Inhaltsangabe vielversprechend fand. Als ich nun die Gelegenheit hatte, die deutsche Ausgabe zu lesen, habe ich mich sehr gefreut. Die Geschichte dreht sich um den elfjährigen Toby Montrose, der vor einiger Zeit seine Eltern verloren hat und nun von einem Verwandten zum nächsten geschoben wird. Seine letzte Chance, dem Waisenhaus zu entgehen, ist sein Onkel Gabriel Montrose, der als Detektiv arbeitet und gemeinsam mit vielen Konkurrenten in der Schnüfflergasse lebt. Toby tut alles in seiner Macht stehende, damit Onkel Gabriel zufrieden ist, aber er muss Tag für Tag beobachten, wie vor der Tür des berühmten Detektivs Hugo Abercrombie die Klienten Schlange stehen, während bei seinem Onkel nur Rechnungen und Mahnungen eintrudeln. Als Toby es dann auch noch fertig bringt, die einzige potenzielle Klientin seit Wochen zu vergraulen, ist er bereit, alles zu unternehmen, damit er an Geld kommt, um für Onkel Gabriel von Nutzen zu sein.

So setzt Toby alle Mittel in Bewegung, um an dem großen Detektivwettbewerb teilzunehmen, der von Hugo Abercrombie ausgerufen wurde. Während Onkel Gabriel verreist ist, um in einem schon älteren Fall Nachforschungen anzustellen, gelingt es Toby die Anwesenheit seines Onkels in Coleford Manor vorzutäuschen und als "Detektivassistent" von Onkel Gabriel Teil der Ermittlungen rund um einen fiktiven Mordfall zu werden. Dummerweise stolpert Toby aber schon an seinem ersten Abend in dem Herrenhaus über eine echte Leiche, so dass aus dem spielerischen Wettbewerb eine Angelegenheit um Leben und Tod wird. Zum Glück findet er in der gleichaltrigen Ivy, die auf Coleford Manor lebt und eine begeisterte Detektivin ist, eine Verbündete, die mit ihm gemeinsam die Ermittlungen aufnimmt.

Ich muss zugeben, dass ich mich beim Lesen von "Der weltbeste Detektiv" wirklich gut unterhalten habe. Ich mochte die vielen verschiedenen (skurrilen) Charaktere, ich mochte Toby und ich konnte mich im Laufe der Zeit sogar mit Ivy anfreunden. Auch war der Kriminalfall rund um den ermordeten Hugo Abercrombie gut erzählt, obwohl die verschiedenen Hintergründe stellenweise etwas arg durchsichtig waren - aber der Roman wurde ja auch für eine jugendliche Zielgruppe geschrieben und ich halte der Autorin wirklich zugute, dass sie trotzdem eine recht solide Krimihandlung konstruiert hat. Was mich aber im Laufe der Zeit immer mehr störte, war die Welt, in der die Geschichte spielte. Ich fand es unstimmig, dass es zwar Polizei gab, aber die Detektive viel mehr bei einem Mord zu sagen hatten. Das Ganze ging so weit, dass die Polizei drei Tage vor den Toren des Herrenhauses warten musste, bis sie endlich hereingelassen wurden (weil die Detektive noch keinen Schuldigen gefunden hatten).

Die Welt fühlte sich stellenweise sehr britisch an und es gibt auch einige Anspielungen auf klassische britische Kriminalromane, aber die Autorin erwähnt in der ganzen Zeit nur drei Länder (inklusive dem, in dem Toby und sein Onkel leben) und alles, was man über das Heimatland von Toby erfährt, ist, dass dort alle Detektivgeschichten mögen und Detektive sein wollen, während im Nachbarland nicht einmal Kriminalromane gelesen werden und man in Land Nummer drei Ausgrabungen machen kann. Die Welt, die Caroline Carlson da geschaffen hat, ist einfach unrund. Sie ist nicht skurril genug, um für sich zu funktionieren, aber auch nicht normal genug, dass man sie als Teil unserer Welt akzeptieren könnte. Diese Unstimmigkeiten haben mich nicht daran gehindert die Geschichte zu genießen - und ich bin mir sicher, dass viele (gerade jugendliche) Leser darüber hinwegsehen können -, aber sie sorgen dafür, dass ich froh bin, dass ich den Roman nur geliehen und nicht gekauft habe.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Juni-SuB 2017

Auch im Mai war es mir in der Regel viel zu warm, um etwas anderes zu machen als zu lesen. Wobei der Besuch von Natira immerhin eine Woche lang dafür gesorgt hat, dass ich jeden Tag unterwegs war (und insgesamt fünf Kinofilme geschaut habe - ein Hoch auf klimatisierte Kinos!). Auch habe ich mich wegen des anstehenden Besuchs beim Lesen vor allem auf all Natiras Leihgaben konzentriert und deshalb in diesem Monat kein Buch vom SuB gelesen. (Ich würde ja jetzt gern sagen, dass ich alle Leihgaben los bin - aber natürlich gab es neuen Nachschub ...) Insgesamt kam ich so auf 17 Bücher, 7 Comics und 7 Manga. Zum Hörbuch habe ich schon wieder nicht gegriffen, da muss ich mir wirklich mal überlegen, wie ich die auch ohne Garten wieder in meinen Alltag einbinde. Für den Juni habe ich zwei Reihen vom SuB im Hinterkopf - mal schauen, ob ich darauf in den nächsten Tagen auch wirklich Lust habe.

  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  5. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes - A Memoir by Lady Trent
  6. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings - A Memoir by Lady Trent
  7. Stephanie Burgis: The Dragon with a Chocolate Heart
  8. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  9. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  10. Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
  11. Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
  12. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  13. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  14. Alex Grecian: The Yard
  15. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  16. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  17. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  18. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  19. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  20. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  21. Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
  22. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  23. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  24. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  25. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  26. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  27. Diana Wynne Jones: The Ogre Downstairs
  28. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  29. Claire Legrand: Some Kind of Happiness
  30. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  31. Bishop O'Connell: The Stolen
  32. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  33. Cindy Pon: Serpentine
  34. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  35. Philip Reeve: Larklight
  36. John Scalzi: Fuzzy Nation
  37. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  38. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  39. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  40. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  41. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  42. Charles den Tex: Die Zelle
  43. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  44. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  45. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  46. Xinran: Gerettete Wort
  47. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

43 Titel auf dem SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)