Sonntag, 29. Januar 2017

Das unbeschreibbare Badezimmer oder auch "die Neue"

Gestern gab es für uns die Schlüssel für die neue Wohnung und ich habe die Gelegenheit gleich mal genutzt, um Fotos von dem unbeschreibbaren Badezimmer zu machen.

Erst einmal gibt es einen Blick von der Wohnungstür aufs Badezimmer:


Sehr schön zu erahnen ist auch die charmante Flurgestaltung, die vermutlich noch aus den 50er Jahren ist. Und ja, das ist wirklich der Blick aufs Badezimmer, wie ihr gleich noch sehen werdet.

In der Wohnung schaut der Blick ins Badezimmer dann so aus:


Eine kleine Stufe vom Flur ins Badezimmer, am Waschbecken vorbeiquetschen und dann nur noch zwei hohe Stufen, um zur Toilette zu kommen. Die Badewanne lässt sich neben der Toilette auch schon erahnen. Und hier seht ihr auch schon den Zugang zur Badewanne:


Das wird bestimmt sehr lustig, wenn man da mit nassen Füßen rauskrabbeln will. Ich bin schon sehr gespannt, wie lange wir brauchen, um uns daran zu gewöhnen.


Ganz gerade ist die Nische nicht, in die die Badewanne eingepasst wurde und ich bin sehr gespannt, ob ich mit dem Kopf unter die Dusche passe und wie viel Nässe die Decke abbekommt. Denn durch die ganzen Stufen habe ich mit meinen 1,80 m nicht wirklich viel Luft zwischen meinem Kopf und der Decke, wenn ich in der Wanne stehe.


Hier seht ihr das auf dem ersten Bild gezeigte Fenster noch einmal von innen, um zu beweisen, dass das erste Foto wirklich einen Blick aufs Badezimmer zeigte. ;)

***

Ich muss gestehen, dass wir gestern doch ziemlich geschockt waren vom Zustand der (im vergangenen Jahr "teilrenovierten") Wohnung. Nach der Schlüsselübergabe konnten wir die Zimmer zum ersten Mal in Ruhe und unbeobachtet anschauen und haben dabei so einige Baustellen entdeckt, die wir vor oder kurz nach dem Einzug noch in Angriff nehmen müssen. Das wird nicht nur einiges an Arbeit, sondern auch wieder Geld kosten, und ich habe es langsam so satt, Arbeit und Geld in vernachlässigte Mietwohnungen zu stecken, damit wir uns darin langfristig einigermaßen wohlfühlen können. Dummerweise ist uns auch bewusst, dass wir wirklich Glück gehabt haben, dass wir überhaupt in dieser Stadt so schnell eine neue Wohnung gefunden haben ...

Freitag, 27. Januar 2017

Regina Stürickow: Kommissar Gennat ermittelt - Die Erfindung der Mordinspektion

Über Regina Stürickow und ihre Veröffentlichungen rund um Berliner Kriminalfälle und Kommissar Gennat bin ich im vergangenen August das erste Mal gestolpert, als mein Mann und ich ein "Mörderisches Wochenende" verbrachten. Als Folge dieses Wochenendes und der intensiven Beschäftigung mit dem Film "M" von Fritz Lang landeten zwei neue Titel auf meiner Wunschliste, die beide inzwischen auch bei mir eingezogen sind. Einer davon ist "Kommissar Gennat ermittelt - Die Erfindung der Mordinspektion", und weil ich so neugierig darauf war, habe ich in den letzten Tagen bei jeder Gelegenheit darin gelesen. Wichtig ist es mir noch, anzumerken, dass "Kommissar Gennat ermittelt" die überarbeitete Neuauflage des 1998 erschienenen Titels "Der Kommissar vom Alexanderplatz" ist, wobei für diese aktuelle Veröffentlichung die Texte überarbeitet und neues Bildmaterial und weitere Kriminalfälle eingefügt wurden.

Kommissar Gennat war mir zwar schon länger ein Begriff, aber da ich ihn vor allem aus Romanen kannte, die die reale Person in fiktive Geschichten einbetteten, fand ich es spannend, mehr über diesen ungewöhnlichen Kriminalbeamten zu erfahren. Die Zeit, in der Ernst Gennat bei der Polizei arbeitete, war von vielen Umbrüchen geprägt. So ist er 1904 mit 24 Jahren in den Dienst der Polizei getreten und blieb bis zu seinem Tod im August 1939 bei der Kriminalpolizei. Während er also den Ersten Weltkrieg und das Ende der Kaiserzeit, die Weimarer Republik und die ersten Jahre des Nationalsozialismus erlebte, erwarb sich Ernst Gennat - in der Regel sogar relativ unabhängig von der aktuellen Politik - einen Ruf als unvergleichlicher Kriminalist und nutzte diesen, um zur Gründung der ersten Kriminalpolizeilichen Abteilung in Deutschland beizutragen (und diese im Laufe der Zeit weiterzuentwickeln).

Von politischer Seite aus scheint Ernst Gennat bis 1933 recht freie Hand gehabt zu haben, auch wenn er - dank seines mangelnden Ehrgeizes - nie in eine so hohe Position kam, dass er seiner Arbeit auf diese Art und Weise ohne wohlwollende Vorgesetzte hätte nachgehen können. Nach 1933 wurde es für die Mordermittlung deutlich schwieriger, weil die Kriminalpolizei nun auf der einen Seite zum politischer Handlanger wurde (und das häufig zur Freude derjenigen Ermittler, deren Gesinnung ebenso rechts war wie die neue Regierung) und es auf der anderen Seite keine Fahndungsaufrufe oder ähnliche Möglichkeiten für die Ermittlungsarbeit mehr gab, damit die Bevölkerung in dem Glauben gehalten werden konnte, dass es unter dem rechten Regime zu keinen großen Verbrechen mehr kommen würde.

Insgesamt ist mir im Laufe des Buches aufgefallen, wie wenig eigentlich über den Menschen Ernst Gennat bekannt ist. Es gibt Informationen über seine Eltern und seinen Bruder, über sein abgebrochenes Jurastudium und über seine extreme Vorliebe für Kuchen, die auch schon mal dazu führte, dass auf der Fahrt zu einem Tatort eben noch an einer Konditorei angehalten wurde. Aber von diesen wenigen Details abgesehen sind wohl wirklich nur Informationen über seine Arbeit als Kriminalist erhalten geblieben. Eine Errungenschaften bei seiner Arbeit war, dass es ihm extrem wichtig war, dass ein Tatort so erhalten blieb, wie er vorgefunden wurde, bis alle Fakten festgehalten werden konnten. Etwas, das heute selbstverständlich ist, während das damals vollkommen unüblich war. Auch die Einführung des sogenannten "Mordautos" - ein Fahrzeug mit allen notwendigen Gerätschaften für die ersten Arbeiten am Tatort sowie mobilem Arbeitsplatz für eine Sekretärin - wird ihm zugeschrieben. Dabei hat wohl nicht nur seine akribische Arbeitsweise, sondern auch die Tatsache, dass sich Gennat gut mit all den Kriminellen verstand, mit denen er zu tun hatte, zu seinen Ermittlungserfolgen geführt. Er gab den Tätern das Gefühl, er würde sie verstehen und nachvollziehen können, wie es zur Tat gekommen war. Und anscheinend hat er auch oft genug in seinen Berichten an die Staatsanwaltschaft erwähnt, welche mildernden Umstände zum Tragen kommen könnten, um zum Beispiel bei einem Mörder die Todesstrafe zu verhindern und ihn stattdessen nur zu lebenslanger Haft zu verurteilen.

Spannend fand ich in diesem Buch auch Details, die eher wenig mit der Person Ernst Gennat zu tun hatte, wie die Aussage, dass die Fotos, die damals an Tatorten gemacht wurden, großartiges Material für Historiker bieten, weil sie das Leben und Wohnen quer durch alle Bevölkerungsschichten genau abbildeten. Wenn man da mal genauer drüber nachdenkt, dann ist das wohl das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass man nicht durch Ausgrabungen, Gemälde und Haushaltsbücher Informationen über das Leben der Menschen bekommt (und das vor allem über Personen, die über ein gewisses Einkommen verfügten), sondern über detailliertes Festhalten des aktuellen Zustands einer Wohnung und der darin lebenden Menschen in Zusammenhang mit einem Kriminalfall.

Leider habe ich auch einige Kritikpunkte bei diesem Buch gefunden, die mich - obwohl ich die Lektüre sehr interessant und spannend fand - sehr gestört haben. Erst einmal mag ich es nicht, wenn man alte Fotos für eine Veröffentlichung so bearbeitet, dass einzelne Elemente rot aus den schwarzweißen Bildern herausstechen. Das ist unnötig reißerisch und lenkt von anderen Details ab, die ich persönlich in der Regel viel interessanter fand. Aber ob einen dieses Bildelement stört, ist ja Geschmackssache. Viel unangenehmer fand ich, dass Text und Foto häufig nicht zusammenpassten. So beschreibt die Autorin in einem Absatz ein Ereignis, bei dem alle zu dem Zeitpunkt aktiven Kriminalkommissare anwesend waren (inklusive Charakter, Arbeitsweise und zum Teil zukünftigem Werdegang der Personen), aber das folgende Foto wurde bei einer ganz anderen Gelegenheit aufgenommen und zeigt nur einen der erwähnten Männer. Ich vermute, dass solche Fehler durch die Überarbeitung der alten Auflage (und das eventuelle Auslaufen von Bildrechten) passiert sind, aber es ärgert mich sehr, wenn ich im Text zum Beispiel explizit auf einen Mann mit Goldrandbrille hingewiesen werde und er im ganzen Kapitel auf keinem einzigen Foto auftaucht.

Ebenso gab es stellenweise Probleme mit der Anordnung von Bild und Texte, weil dort lieber auf eine nicht so statische Präsentation gesetzt wurde statt auf die Lesbarkeit der historischen Dokumente und Zeitungsausschnitte. Kleine Textzeilen und Bilddetails, die im Falz liegen, sind nun einmal nicht erfassbar, wenn man nicht das ganze Buch dafür auseinandernehmen möchte, Und ich verstehe so eine Anordnung bei einem Sachbuch auch nicht, wenn man das Bild genauso gut auf eine Seite und den Text gegenüberliegend hätte platzieren können, so dass alles für den Leser problemlos zu erkennen gewesen wäre. Auch sonst wurden die Fotos meinem Gefühl nach oft unpassend platziert, wenn man zum Beispiel über einen bestimmten Kriminalfall liest und auf der gleichen Seite ein Bild zu sehen ist, das sich auf einen anderen Fall bezieht. Selbst wenn diese beiden Fälle oft genug zusammenhingen oder zeitgleich von Gennat in diesen Fällen ermittelt wurde, so konnte ich beim Lesen dieses Foto erst einmal nicht zuordnen und musste dann, wenn ich auf den nächsten Seite dann endlich den Bezug herstellen konnte, wieder zurückblättern, um das Gelesene mit dem Bild in Verbindung bringen zu können.

Außerdem meint Regina Stürickow im Vorwort, dass sie hier und da Details frei ergänzt habe, und auch das hätte es für mich nicht gebraucht. Natürlich liest es sich flüssiger, wenn einem ein Kriminalfall als Geschichte inklusive Nebenbemerkungen zum Charakter des Opfers oder des Täters erzählt wird, aber das sorgt bei mir auch immer dafür, dass ich mich frage, welche Details nun aus den Polizeiakten stammen und welche die Autorin hinzugefügt hat. Ich möchte mich bei einem Sachbuch nicht fragen, welcher Teil nun "wahr" ist und welcher Teil "ergänzt" wurde. Ebenso stören mich Elemente wie ein fiktives Interview mit Ernst Gennat. Auch wenn es viele Artikel gibt, die die Meinung des Polizisten zu den diversen Themen und Fällen wiedergaben und ich davon ausgehen kann, dass die ihm zugeschriebenen Antworten auf die Fragen stimmig sind, so brauche ich kein Interview als "Zusammenfassung" seiner Ansichten und Aussagen, wenn ein solches Interview so nie stattgefunden hat.

Das klingt jetzt alles sehr nörgelig und ich muss zugeben, dass ich mich beim Lesen wirklich häufig geärgert habe. Aber trotz dieser Kritikpunkte hat sich "Kommissar Gennat ermittelt" für mich wirklich gelohnt, weil ich so viele Details über das Leben (in Berlin) zwischen 1904 und 1939 erfahren habe. Auf die Veränderungen in der Polizeiarbeit geht Regina Stürickow eher allgemein ein, ich vermute mal zugunsten der Autorin, dass da gar nicht so viele Informationen über schrittweise Weiterentwicklungen erhalten geblieben sind. Stattdessen bekommt man als Leser Dinge erzählt wie die Tatsache, dass Ernst Gennat bei dem Versuch, eine umfassende Verbrecherdatei aufzubauen, auch schon mal die abgeschlossenen Fälle anderer Dienststellen anforderte und dann "vergaß", sie zurückzugeben. Solche Elemente finde ich interessant, weil sie einem eine Vorstellung von dem Charakter eines Menschen vermitteln.

Auch finde ich es spannend, wenn die Autorin statistische Zahlen zum Beispiel zur Einfuhr von Milch und Eiern nach Berlin in den Text einfügt, um die wirtschaftliche Entwicklung in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts aufzuzeigen und zu erklären, warum es zu einer solchen Steigerung der Kriminalitätsrate kam. Und so sehr ich den Umgang mit dem Bildmaterial kritisiert habe, so faszinierend fand ich doch in der Regel die Fotos. Es ist eben ein Unterschied, ob man nur liest, dass eine sechsköpfige Familie plus "Untermieter" in einer 1-Zimmer-Wohnung lebt, oder ob man ein Foto von diesem Zimmer betrachten kann und eine konkretere Vorstellung davon bekommt, unter welchen Umständen die Menschen in dieser Wohnung gehaust haben. So interessant ich dieses Buch fand, so werde ich mit dem Lesern von "Mörderische Metropole Berlin" von der selben Autorin noch ein bisschen warten, da ich davon ausgehe, dass es die eine oder andere Überschneidung mit "Kommissar Gennat ermittelt" geben wird.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Patricia C. Wrede: The Seven Towers

"The Seven Towers" von Patricia C. Wrede habe ich zu Weihnachten bekommen und da ich mich gerade chronologisch durch die Veröffentlichungen der Autorin lese, durfte der Roman (der 1984 veröffentlicht wurde) auch schnell wieder den SuB verlassen. Der Klappentext sagt zu diesem Buch:
"Seven Players,
Seven Kingdoms,
Seven Towers 
Eltiron, Prince of Sevairn: caught in a web of his father's intrigues.
Crystalorn, Princess of Barinash: promised in marriage to a prince she's never seen.
Ranlyn, the desert rider: forced to choose between friendship and honor.
Jermain, the outlaw: exiled from court for the crime of telling the truth.
Vandaris, the soldier: who left the life of luxury to wield a sworld and lead an army.
Carachel, the Wizard-King: who does not understand the awesome power he commands.
And Amberglas, the sorceress: who may not be quite as confused as she seems ... 
Seven Players in a game of deadly magic.
Seven Kingdoms at the edge of destruction.
Seven Towers holding a dark and dreadful secret."
Auf den ersten Blick erzählt Patricia C. Wrede mit "The Seven Towers" eine klassische High-Fantasy-Geschichte, wobei die Autorin nicht sehr viel Wert auf einen ausführlichen Weltenbau legt. So sprechen alle Beteiligten die selbe Sprache, obwohl sie aus verschiedenen Königreichen kommen, und über die Landschaft erfährt man vor allem, dass sie überall aus viel Wald besteht, im Süden eine Wüste (und im Südosten ein großer Sumpf) ist und im Westen ein Meer das Land begrenzt. Die fehlenden Hintergründe habe mich bei diesem Buch aber nicht gestört, weil der Schwerpunkt eindeutig auf den Charakteren liegt. Dabei lernt man im Laufe der Handlung die sieben im Klappentext erwähnten Figuren immer besser kennen, auch wenn man die Geschichte nur aus der Perspektive von Eltiron und Jermain erlebt.

Interessant fand ich, dass Patricia C. Wrede sehr viele High-Fantasy-Klischees verwendet und damit experimentiert. So gibt es den schwachen Prinzen, der von einem machtgierigen Berater seines Vaters manipuliert wird, den geheimnisvollen Wüstenkrieger, der über mehr Wissen verfügt als die anderen und einem strengen Ehrenkodex folgt, eine aufmüpfige Prinzessin, eine verwirrt scheinende, aber überaus mächtige Zauberin und viele andere Dinge, die so typisch für klassische Fantasygeschichten sind. Obwohl all diese Figuren auf den ersten Blick so typisch zu sein scheinen, gelingt es der Autorin für jede einen Hintergrund anzureißen, der nicht ganz so klischeehaft ist wie man erwarten würde. Dabei gelingt es Patricia C. Wrede nicht immer die richtige Balance zwischen dramatischer Geschichte und amüsanten Momenten zu finden, aber insgesamt hat es mir gefallen, wie die großen Enthüllungen immer wieder durch die kleineren - fast alltäglich anmutenden - Szenen durchbrochen wurden.

Ebenso fand ich es spannend, welche Wendungen die Handlung nahm. Zu Beginn wird man als Leser in die Geschichte geworfen und muss sich erst einmal mit all den Namen und Ländern zurechtfinden. Nach und nach lernt man die verschiedenen Personen und ihren aktuellen Stand kennen, um im Laufe der Zeit dann mehr über ihre Absichten zu erfahren und welche Schritte sie gehen, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei gibt es einige Dinge, die man schon vorherahnen kann, aber da die Autorin durch die Perspektivwechsel die schrittweisen Enthüllungen ganz gut dosiert, ist man den verschiedenen Charakteren nie soweit voraus, dass man die Figuren und ihre Handlungen als dumm oder frustrierend empfindet. Das Vorahnen sorgt eher dafür, dass man nur noch eben ein Kapitel liest, um zu schauen, ob man mit seinem Verdacht richtig liegt. (Gemeinerweise sind die einzelnen Kapitel auch noch so kurz, dass "nur noch ein Kapitel" bei mir gern mal die Schlafenszeit etwas weiter verzögert hat. *g*)

Insgesamt habe ich mich wieder gut unterhalten gefühlt und kann wie immer darauf verweisen, dass ich die Charaktere und den Humor von Patricia C. Wrede ebenso sehr mag wie ihre Grundideen für ihre Romane und welche - für die Entstehungszeit ungewöhnlichen - Wege sie beim Erzählen ihrer Geschichten geht. Aber ich muss auch zugeben, dass "The Seven Towers" für mich einer der Titel der Autorin ist, die ich im Vergleich zu ihren aktuelleren Werken, spürbar schwächer finde. Das macht den Roman immer noch zu einem interessanten Buch, aber vermutlich werde ich den Titel deutlich weniger häufig für ein erneutes Lesen aus dem Regal ziehen als z.B. "The Raven Ring", "Die Drachenprinzessin", "A Matter of Magic" oder "Socery and Cecelia".

Montag, 23. Januar 2017

Seanan McGuire: Dusk or Dark or Dawn or Day

Seanan McGuires neuste Veröffentlichung "Dusk or Dark or Dawn or Day" ist wie "Sparrow Hill Road" eine Geistergeschichte, spielt aber in einer Welt, wo die Geister ganz anderen Gesetzen unterliegen als Rose es als Hitchhiker-Ghost tat. Ich muss gestehen, dass ich dieses Mal sehr lange überlegt habe, ob ich mir wirklich das Taschenbuch zulegen soll, denn das Preis-/Leistungsverhältnis (gerade dann, wenn man es mit dem eBook-Preis vergleicht) ist schon recht unausgewogen bei 183 Seiten für 15 Euro. Aber nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, musste ich die Geschichte dann doch in einer "greifbaren" Ausgabe haben. In "Dusk or Dark or Dawn or Day" kann man verfolgen, wie Jenna - die vor 43 Jahren gestorben ist - versucht herauszufinden, was es mit den von einem Tag auf den anderen verschwundenen Geistern New Yorks auf sich hat. Es ist bei einer so kurzen Geschichte schwierig etwas über den Inhalt zu sagen, ohne dabei zu viel über die Handlung zu verraten, deshalb belasse ich es bei dem Satz mit den verschwundenen Geistern.

Besonders spannend fand ich die Regeln, die Seanan McGuire für ihre Geister in dieser Geschichte entworfen hat. So kann man davon ausgehen, dass sehr, sehr viele Menschen zu früh sterben (auch wenn niemand weiß, wie überhaupt festgelegt wird, was zu "früh" ist) und als Geister dann "Lebenszeit" nachholen müssen, bis sie endgültig weitergehen können. Wobei niemand weiß, was mit ihnen passiert, wenn der Tag kommt, an dem sie endgültig sterben. Da Geister nicht von sich aus altern, müssen sie diese "Lebenszeit" von den noch Lebenden nehmen. Was nicht bedeutet, dass diejenigen, denen "Lebenszeit" genommen wurde, früher altern, sondern sie bleiben im Gegenteil länger jung. Natürlich gibt es Personen, die herausgefunden haben, dass man Geister im Prinzip als Jungbrunnen benutzen kann, und die dieses Wissen missbrauchen. Vor allem vor Hexen müssen Geister auf der Hut sein, denn bei diesen hat ein Geist keine Kontrolle darüber, ob er Lebenszeit gibt oder nimmt, während er bei "normalen" Menschen derjenige ist, der das Geben und Nehmen von Zeit kontrolliert.

Jenna fühlt sich nicht wohl damit, wenn sie ungefragt Lebenszeit von Menschen nimmt, und hat deshalb für sich ein System gefunden, mit dem sie sich dieses gestohlene Altern verdienen kann. Ihre Ansichten zu ihrem Dasein als Geist fand ich ebenso spannend wie die wenigen anderen Geister, die man als Leser der Geschichte kennenlernt. Dabei reißt Seanan McGuire die verschiedenen Figuren und ihr jeweiliges Schicksal nur soweit an, dass man eine Vorstellung von dem Charakter bekommt und Sympathie für ihn entwickeln kann. Überhaupt ist die Geschichte sehr begrenzt - sowohl vom Zeitrahmen her als auch von der Handlungsentwicklung her -, aber ich habe es geliebt all die kleinen atmosphärischen Momente mitzuerleben, in denen es um Familie, um Freundschaft, um Heimat und um den Versuch ging, dem eigenen Leben einen Sinn zu geben.

Vielleicht wäre es noch befriedigender gewesen Jennas Weg zu verfolgen, wenn die Geschichte doppelt so lang gewesen wäre und mehr Raum für all die magischen und absonderlichen Elemente geboten hätte. Aber ich mochte den Roman so wie er ist. Und ich fand es toll, wie all die kleinen Andeutungen und Aussagen zu den Hexen, zu den Regeln der Geister und vielen anderen Dingen meine Fantasie beim Lesen befeuert hat und brauchte eigentlich nicht mehr Details zu all den ungewöhnlichen Ideen, die in "Dusk or Dark or Dawn or Day" von der Autorin verwendet wurden. Ich mag es, wie jede (Geister-)Geschichte von Seanan McGuire so viele weitere Schichten zu beinhalten scheint. Hätte ich die Fähigkeit Geschichten zu erzählen, dann könnte allein schon dieser dünne Roman Inspiration für ganz viele neue (eigenständige) Erzählungen bieten.

Wer nun vielleicht Lust auf die Geschichte hat und kein solches Seanan-McGuire-Fangirl ist wie ich, sollte wohl eher nach dem eBook (je nach Format kostet das gerade zwischen 1,60 und 2,60 Euro) schauen.

Samstag, 21. Januar 2017

Während Christie ...

... ihren neuen Ruheplatz so sehr genießt, dass ich mich nicht traue, die Kartons zu den anderen zu stellen, ...



... ging es für mich in dieser Woche weiter mit dem Packen. Außerdem hat die Nachbarin/neue Vermieterin den gesamten Mittwoch in unserer Wohnung verbracht, um einen Handwerker nach dem anderen durchzuschleusen, damit diese Angebote für Umbauarbeiten nach unserem Auszug machen können. So lästig das für mich und so stressig das für Christie war, so spannend war es auch mitzubekommen, welcher Handwerker welche Maßnahmen als unumgänglich bezeichnete. Bei der Gelegenheit konnte ich mir gleich die Waage der Nachbarin leihen und einmal alle schon gepackten Kartons wiegen. Dummerweise habe ich mir dabei prompt den Rücken etwas verdreht und muss nun etwas mehr aufpassen, wenn ich Kartons packe und staple.

Das Wochenende werden wir mit dem Vergleichen der diversen Umzugsfirmen-Angebote verbringen (auch hier spannend, dass die Preise bei den Angeboten bis zu 2000 Euro auseinanderklaffen) und in einer Woche bekommen wir die Schlüssel zur neuen Wohnung. So langsam wird es konkreter, auch wenn ich gerade an dem Punkt bin, an dem ich bezweifle, dass wir das alles bis Mitte Februar auf die Reihe bekommen. Aber irgendwie ging es bislang bei jedem Umzug ...

Freitag, 20. Januar 2017

Patricia C. Wrede: A Matter of Magic

"A Matter of Magic" von Patricia C. Wrede beinhaltet die beiden Romane "Mairelon the Magician" und "The Magician's Ward". Obwohl es keine Jahresangaben in den Geschichten gibt, bezeichnet die Autorin die Romane als "Regency Magic" - und die Welt fühlt sich (ebenso wie die Beziehung, die die Menschen zu Magie haben,) sehr nach den "Cecelia und Kate"-Büchern an und auch die Erwähnung des "Royal College of Wizards" in London deutet auf das gleiche Setting hin. (Und wenn ich nach dem Umzug wieder Zugriff zu meinen Cecy-und-Kate-Romanen habe, muss ich mal nachschauen, ob mindestens eine der zum College gehörigen Personen auch da erwähnt wird.)

Protagonistin der beiden Geschichten ist die siebzehnjährige Kim, die ihr gesamtes bisheriges Leben in den Slums von London verbracht hat. Dabei hat die Frau, bei der sie aufgewachsen ist, darauf geachtet, dass Kim von allen für einen Jungen gehalten wird, weil sie so für die "Pflegemutter" nützlicher war. Als Kim klein war, hat sie zusammen mit einer Bande anderer Kinder auf den Straßen die Geldbeutel von Passanten geleert, aber seitdem die "Pflegemutter" tot ist, versucht Kim auf legalere Weise ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei ist sie vollkommen auf sich allein gestellt, was nicht gerade einfach ist, weil die diversen Banden Bedarf für einen Jungen mit ihren flinken Händen hätten. (Und wenn sie wüssten, dass Kim ein Mädchen ist, hätten sie gleich doppelte Verwendung für sie - ich mag, dass die Autorin solche Elemente in ihren Romanen nicht ausspart.)

So kann Kim nicht widerstehen, als sie von einem Mann engagiert wird, um in den Wagen eines reisenden Zauberers einzubrechen. Vor allem, da die Bezahlung hoch genug ist, dass sie Monate davon leben könnte, und ihr Auftraggeber nicht mehr von ihr wünscht, als dass sie eine genauen Blick auf das Inventar des Schaustellers wirft und ihm darüber Bericht erstattet. Obwohl eine innere Stimme sie warnt, dass so ein Einbruch nicht gerade ein kluger Schritt ist, lockt sie die Aussicht auf einen Neuanfang, den sie mit dem versprochenen Geld wagen könnte. Doch dummerweise wird sie von dem Magier Mairelon erwischt, wie sie seine Sachen durchsucht, und findet sich zu ihrer eigenen Überraschung kurz darauf in seinen Diensten wieder. Schnell erfährt sie, dass Mairelon auf der Suche nach einer Gruppe von magischen Gegenständen ist und deshalb von diversen Parteien gejagt wird.

Mehr möchte ich über die Handlung der beiden Romane gar nicht sagen, weil es einfach zu viel Spaß macht selber all die Details und Hintergründe zu entdecken. Ich kann aber noch mitteilen, dass der Zauberer Mairelon natürlich nicht nur die erwartbaren Bühnentricks beherrscht, sondern auch über echte magische Fähigkeiten verfügt. Wobei ich persönlich die Bühnentricks in der Geschichte häufig deutlich nützlicher fand als die Magie. ;) Anfangs entwickelt sich die Handlung eher gemächlich, während Kim, Mairelon und sein Diener Hunch einander besser kennenlernen, Kim Unterricht bekommt (was dank ihrer Grammatik und ihrer Verwendung von Diebesslang schon etwas sehr Eliza-Doolittle-haftes hat) und die Weichen für die weiteren Ereignisse gestellt werden.

Doch je mehr Figuren eingeführt werden, desto mehr Vorfälle gibt es, bei denen Kim mehr Aufregung erlebt als ihr lieb ist. Dabei beweist Patricia C. Wrede ein Händchen dafür eine Situation so auf die Spitze zu treiben, dass ich mich dabei wunderbar amüsiert habe. Es gibt so viele Charaktere in der Geschichte, die alle gegeneinander arbeiten und einander bespitzeln, und dann wieder Figuren, die ganz eigene Motive für ihre Handlungen haben und komplett ahnungslos sind, was überhaupt vorgeht - und gerade deshalb natürlich immer wieder die Pläne aller anderen durchkreuzen. Bei vielen anderen Autoren wäre mir das vielleicht zu viel geworden, aber hier habe ich mich - vor allem am Ende der jeweiligen Romane - wunderbar unterhalten gefühlt und lieber bis tief in die Nacht hinein gelesen als das Buch gerade an einer so amüsanten Stelle aus der Hand zu legen.

Kims Diebesslang ist in der Regel gut zu verstehen, etwas mehr Probleme hatte ich bei der Dialogzeilen von Mairelons Diener Hunch, aber insgesamt kam ich bei den Dialogen eigentlich immer ganz gut mit. Außerdem muss ich zugeben, dass mir "Mairelon the Magician" ein bisschen besser gefallen hat als "The Magician's Ward", weil der zweite Roman sehr viele Szenen hat, die in der Londoner Gesellschaft spielen, was gut geschrieben ist, aber nicht so erfrischend war wie Kims Ansichten über das Landleben, die man im ersten Band mitbekommt. Wenn ich mich richtig erinnere, dann erwähnte Patricia C. Wrede in einem ihrer Bücher, dass sie Georgette Heyer sehr gern liest, und in diesen beiden Romanen gibt es so einige Momente, in denen man das meiner Meinung nach auch merkt. So habe ich das Ganze nicht nur für sich genommen genossen, sondern mir beim Lesen auch immer mal wieder Gedanken gemacht, ob die Autorin gerade auf ein paar meiner Georgette-Heyer-Lieblingsszenen anspielt oder nicht.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Paige Shelton: Farm Fresh Murder (A Farmers Market Mystery 1)

Obwohl ich gerne Cozies lese, probiere ich relativ selten neue Reihen aus, was dazu führt, dass ich schon lange keine Neuentdeckung mehr gemacht habe. Dabei habe ich früher gerade bei den "themenbezogenen" (also mit einem Schwerpunkten wie Quilten, Buchhandlungen oder ähnlichem versehenen) Cozies so einige Autoren gern gelesen. Trotzdem wurde ich neugierig, als Seanan McGuire vor einiger Zeit über Twitter meinte, dass die "A Farmers Market Mystery"-Reihe ihre Lieblings-Cozy-Reihe wäre, und so habe ich den ersten Band auf den Wunschzettel gesetzt. Inzwischen habe ich "Farm Fresh Murder" gelesen und mich so gut unterhalten gefühlt, dass ich die weiteren Teile auf meinen Merkzettel gesetzt habe. (Außerdem vermute ich nach dem Lesen, dass ein Teil von Seanan McGuires Begeisterung darauf zurückzuführen ist, dass sowohl Blaubeeren als auch Kürbisse regelmäßig erwähnt und von der Protagonistin wertgeschätzt werden. *g*)

Die Hauptfigur in "Farm Fresh Murder" ist Becca Robins. Becca ist Mitte Dreißig, zweimal geschieden und lebt zusammen mit ihrem Hund Hobbit allein auf einer alten Farm, die sie von Verwandten geerbt hat. Dort baut sie Beeren und - in deutlich geringerem Umfang - Kürbisse an, verarbeitet ihrer Produkte zu Marmelade und anderen Konserven und verkauft diese auf dem Bauernmarkt in der Nachbarschaft. Die Handlung beginnt an einem ganz normalen Morgen, an dem Becca in ihrer Scheune steht und Marmelade einkochen will. Doch stattdessen muss sie auf einen Notruf ihrer Zwillingsschwester Allison reagieren, die als Marktleiterin des Bauernmarkts damit fertig werden muss, dass einer ihrer Händler ermordet wurde. So schlimm der Mord auch für Becca ist, die sich Gedanken um die Zukunft des Marktes und der anderen Händler nach einem solchen Ereignis macht, so sorgt sie sich doch vor allem um den alten Abner Justen, der verdächtigt wird, den Mord begangen zu haben. Um Abners Unschuld zu beweisen (und ihre eigene Neugier zu befriedigen), beginnt Becca auf eigene Faust zu ermitteln.

Was die Handlung angeht, so fand ich jetzt nicht, dass sich dieser Cozy groß von anderen modernen gemütlichen Kriminalgeschichten unterscheidet. Es war nett zu verfolgen, wie Becca immer mehr über die anderen Händler und ihre Vergangenheit herausfindet, aber auch, wie sie sich Gedanken über ihre Farm und ihre Arbeit macht. Trotzdem war das alles jetzt nicht so besonders, dass das der Grund wäre, warum ich die Reihe weiterlesen mag. Aber mir lag der Humor der Autorin, zum Beispiel wenn es um den einen oder anderen peinlichen Moment für Becca während der Ermittlungen geht, weil das ohne Fremdscham-Anteil für mich als Leser einfach nur amüsant war und ich immer wieder beim Lesen vor mich hingekichert habe. Auch mochte ich das Verhältnis der verschiedenen Figuren zueinander. Zum Teil bestehen Freundschaften zwischen den verschiedenen Händlern, aber es gibt auch Szenen, in denen Becca feststellen muss, dass sie über Menschen, mit denen sie Tag für Tag zusammenarbeitet und mit denen sie sich gut versteht, eigentlich überhaupt nichts weiß.

Dazu kommt noch das Thema "Beziehungen" rund um Becca. Als Singlefrau ist es jetzt nicht so unerwartet, dass im Laufe der Geschichte ein Mann auftaucht, der sich für sie interessiert. Aber ich fand es so angenehm, wie Paige Shelton damit umgeht und dass sie ihre Protagonistin auch in Betracht ziehen lässt, dass der attraktive und sympathische Mann ein möglicher Verdächtiger ist. Auch mit dem ermittelnden Polizisten entwickelt sich so etwas wie eine freundschaftliche Beziehung. Das führt dazu, dass er sie - und das ist zwischen den beiden abgesprochen - benutzt, um an Informationen heranzukommen, aber auf der anderen Seite beantwortet er auch mal ihre Fragen , wenn er das verantworten kann. Trotzdem zieht er auch ganz klare Grenzen, wenn es um Aspekte geht, die einfach Sache der Polizei sind und eine Zivilistin nichts angehen. Irgendwie erschreckend, dass ich das Gefühl habe, ich müsste betonen, dass diese beiden Dinge in diesem Roman so angenehm vernünftig und erwachsen behandelt wurden, aber das ist eben leider nicht selbstverständlich.

Dazu kommt noch eine angenehme und flüssig zu lesende Schreibweise, die dafür sorgte, dass ich auch trotz der einen oder anderen Ablenkung die Geschichte zügig lesen konnte. Die Hintergründe des Mordes hätten zwar etwas weniger klischeehaft sein können und auch die Auflösung ließ sich weit vor dem Ende des Romans erahnen, aber das hat mich bei all den netten und unterhaltsamen Szenen und den sympathischen Figuren nicht gestört. Ich werde mir jetzt nicht die gesamte Serie auf einmal beschaffen, aber ich bin mir sicher, dass ich in absehbarer Zeit den zweiten Band lesen und vielleicht auch eine der anderen Reihen der Autorin ausprobieren werde.

Montag, 16. Januar 2017

Reiko Momochi: Daisy aus Fukushima (Manga)

"Daisy aus Fukushima" ist ein Manga von Reiko Momochi nach dem Roman "Pierrot" von Teruhiro Kobayashi, Darai Kusanagi und Tomoji Nobuta. Ich kann nicht beurteilen, wie nah sich die Mangaka an den Roman hält, aber sie war vor dem Zeichnen des Manga in Fukushima und hat mit Menschen gesprochen, die die Naturkatastrophe und das daraus folgende Atomunglück miterlebt haben und Tag für Tag mit den Folgen fertig werden müssen. Protagonistin des Manga ist Fumi, die 2011 gerade erst ihr letztes Schuljahr begonnen hat. Eigentlich sollte sich ihr Leben in diesem Jahr ausschließlich um die Vorbereitungen auf die Abschlussprüfungen und die Bewerbungen an den diversen Universitäten drehen, stattdessen schafft sie es wochenlang nicht, aus dem Haus zu gehen, weil sie nicht weiß, wie sie mit der Angst vor der Strahlung umgehen soll.

In den folgenden Monaten müssen Fumi und ihre drei Freundinnen Moe, Mayu und Akaya versuchen, trotz all ihrer Ängste wieder in einen einigermaßen normalen Alltag zu finden. Doch einfach ist das nicht bei all den Herausforderungen, denen sich die Mädchen stellen müssen. So müssen sie nicht nur um ihre Gesundheit und die ihrer Angehörigen fürchten, sondern auch um die finanzielle Zukunft ihrer Familien. Obwohl alle vier direkt in Fukushima leben und somit nicht von der Flutwelle betroffen waren, sorgt die Strahlung dafür, dass weder Landwirtschaft noch Tourismus weiterlaufen können. Zusätzlich gilt es die diversen Flüchtlinge zu versorgen, die durch die Katastrophe alles verloren haben.

Obwohl Fumi die Hauptfigur in dem Manga ist, erlebt man als Leser durch die vielen verschiedenen Personen, mit denen sie Kontakt hat, die unterschiedlichsten Schicksale. Manche Elemente, wie die gesundheitlichen und finanziellen Probleme, die Enttäuschung über das Verhalten der Politiker und der Betreiberfirma des Atomkraftwerks, das Festklammern an der Hoffnung, das man bald wieder zurück in seine zerstörte Heimat darf, oder das Auseinanderbrechen von Beziehungen angesichts all der Belastungen, habe ich erwartet. Andere Sachen empfand ich schon als sehr japanisch, wie zum Beispiel die Reaktion des Freundes einer Schülerin, der in Tokyo lebt (mehr möchte ich da nicht ins Details gehen, um nicht zu viel über die Handlung zu verraten), oder den - im Nachwort erwähnten - Selbstmord einer älteren Dame, die der Gesellschaft nach der Katastrophe nicht zur Last fallen wollte.

Doch natürlich ist nicht alles schlecht im Leben der vier Schülerinnen. Die Mädchen versuchen sich umeinander zu kümmern und füreinander da zu sein. Angesichts der Prüfungen, die im letzten Schuljahr auf sie zukommen, hatten die Freundinnen eigentlich ihre Band "Daisy" aufgelöst, doch nun machen sie wieder zusammen Musik, um sich von all den negativen Nachrichten und Erlebnissen abzulenken. Über die Band finden die vier neue Freunde und können anderen Menschen ein bisschen Aufmunterung bringen. So entstehen nicht nur neue Freundschaften und Beziehungen, sondern auch neue Perspektiven und Anstöße für die Zukunft.

Ich mochte es sehr, von den verschiedenen Erlebnissen und Schicksalen der vier Mädchen zu lesen. Ich habe gelacht und geweint, war wütend und glücklich, denn egal, wie schrecklich die Ereignisse rund um Fukushima waren und sind, so gibt es doch immer auch Momente, in denen Freundschaft. Liebe und Hoffnung stärker sind als die Sorgen um die Zukunft. Aber ich frage mich nach dem Lesen des Manga (wie schon in den vergangenen 30 Jahren), wie eine Regierung den Einsatz von Atomenergie nach all den Erfahrungen damit noch verantworten kann.

Die Zeichnungen von Reiko Momochi sind in der Regel sehr ästhetisch und entsprechen gerade bei der Darstellung der Teenager in vielem dem Manga-Klischee (große Augen, spitze Gesichter, schlanke Körper). Aber die Mangaka zeigt in "Daisy aus Fukushima" auch sehr realistische Zeichnungen vom Katastrophengebiet und wunderschöne Landschaften rund um die Stadt Fukushima. Auch bei der Darstellung der vielfältigen Emotionen, die die verschiedenen Charaktere bewegen, konnte mich Reiko Momochi überzeugen, da es ihr durch das feine Mienenspiel der Figuren gelingt, auch zwiespältige Gefühle sehr gut anzudeuten. Ansonsten sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass dieser Manga in japanischer Leserichtung veröffentlicht wurde. Mich persönlich stört das nicht, aber ein paar Leute haben in den Kommentaren bei meinen Jiro-Taniguchi-Rezensionen angemerkt, dass sie damit Probleme haben.

Was die sonstige Qualität des Manga angeht, so bin ich inzwischen daran gewöhnt, dass bei EMA regelmäßig Druckfehler vorkommen. Ich finde es trotzdem ärgerlich, dass der Verlag nicht einmal bei einer Veröffentlichung, die auch die Aufmerksamkeit von Lesern auf sich ziehen könnte, die normalerweise nicht zum Manga greifen, das Lektorat richtig auf die Reihe bekommt. Mich haben die diversen Tippfehler wirklich gestört, die das Lesen zum Teil erheblich erschwert haben und deutlich zeigten, dass manche Elemente ohne einen weiteren korrigierenden Blick einfach per Copy&Paste in die verschiedenen Sprechblasen übertragen wurden. Ansonsten ist die Druckqualität gut und abgesehen von einer Stelle (wo sie im Falz liegt) kann man die vorhandenen Fußnoten auch problemlos lesen.

Samstag, 14. Januar 2017

Mein Mann ...

... ist nicht nur der für mich liebste Mensch der Welt, sondern auch der Mensch, der mich am Besten kennt. Umso mehr haben mich in dieser Woche zwei Dinge verwundert. Zum einen weiß er, dass ich sehr eigen bin, wenn es um die Konsistenz meines Essens geht - und hat mir doch am Donnerstag etwas zum Naschen mitgebracht, das von eher zweifelhafter Konsistenz ist:


Überreicht wurde das hübsche Ding zusammen mit einer sehr ausführlichen Beschreibung davon, wie es sich beim Essen im Mund anfühlt und wie sehr er sich nun vorstellen könnte, dass es genau so sein müsste, Augen zu essen. Außerdem könne er nun sehr gut den Ekel der einen Fernsehköchin nachvollziehen, die in einer Sendung Schafsaugen probieren und dann nachkochen musste. *schluck*

***

Außerdem meinte mein Mann in dieser Woche, dass ich momentan nicht so viele eBooks (es waren eh nur drei Kurzgeschichten!) lesen sollte, weil der Reader ja wohl vermutlich während des Umzugs meine einzige Quelle für Lesestoff wäre ...

Da war ich schon etwas sprachlos. Allerdings muss ich zugeben, dass es zur Zeit bei all den (Bücher-)Stapeln hier im Haus nicht so einfach ist zu erahnen, dass ich schon einen extra Stapel habe mit "Büchern, die ich während der Umzugszeit lese und die im Rucksack mitgeschleppt werden". Auf der anderen Seite kennt er mich doch seit mehr als fünfzehn Jahren und hat schon zwei Umzüge mit mir mitgemacht und hätte das vorraussehen können. :D

Freitag, 13. Januar 2017

Robin Stevens: Murder Most Unladylike (A Murder Most Unladylike Mystery 1)

Die "A Murder Most Unladylike Mystery"-Reihe von Robin Stevens habe ich bei Kiya entdeckt, die den dritten Band der Reihe während des Herbstlesen gelesen hatte (und überhaupt für meinen Geschmack viiiel zu viele interessante Jugendkrimis liest ;) ). "Murder Most Unladylike" wird aus der Perspektive von Hazel Wong erzählt, die im Jahr 1934 gemeinsam mit ihrer Klassenkameradin Daisy Wells versucht, einen Mord aufzuklären, der an ihrem Internat Deepdean passiert ist. Genau genommen stolpert Hazel eines Abends in der Turnhalle über die Leiche der Naturwissenschaftslehrerin Miss Bell, doch als sie wenig später gemeinsam mit Daisy und einer Aufsichtsschülerin zurückkehrt, ist die Leiche verschwunden und niemand - abgesehen von Daisy, die in diesem Schuljahr von Detektivromanen besessen ist - glaubt Hazel.

Da Daisy davon überzeugt ist, dass sie - als Leiterin der "Wells & Wong Detective Society - perfekt dazu geeignet ist, den geheimnisvollen Mord an Miss Bell und das ebenso mysteriöse Verschwinden der Leiche aufzuklären, beginnen die beiden Mädchen, unauffällig im ganzen Internat nach Spuren und Motiven zu suchen. Gemeinsam sammeln sie kleine Informationsbrocken von ihren Mitschülerinnen, und Hazel hält - als Schriftführerin der Society - jeden Gedanken und jedes Detail zu den Ermittlungen in ihren Aufzeichnungen fest. Nach und nach finden die beiden Mädchen immer mehr über die verschiedenen Geheimnisse ihrer Lehrerinnen (und natürlich des Kunstlehrers!) heraus. Und obwohl die beiden - je nach Vorliebe für die verschiedenen Personen - immer mal wieder die Augen vor einem offensichtlichen Hinweis verschließen, macht es sehr viel Spaß, ihre Ermittlungen zu verfolgen und mehr über das Internat, die Gepflogenheiten in dieser Schule, die Lehrerinnen und natürlich die beiden Mädchen zu erfahren.

Anfangs fragt man sich nämlich schon ein bisschen, warum Hazel und Daisy überhaupt so gut miteinander befreundet sind und warum sich Hazel so viel von Daisy gefallen lässt. Aber im Laufe der Zeit erzählt Hazel davon, wie es für sie war, von Hongkong nach Deepdean zu kommen, wie ihr erster Eindruck von Daisy war und wie sie die Mitschülerin immer besser kennenlernte. Daisy kommt nicht zu Wort, aber allein durch die ganzen Dialoge mit Hazel und die lebhafte Schilderung ihrer Gestik und Mimik kann man sich ein sehr gutes Bild von dem selbstbewussten Mädchen machen. Gerade durch ihre Gegensätzlichkeit ergänzen sich die beiden Schülerinnen ganz hervorragend, wenn es um ihre Ermittlungen geht. Ich habe "Murder Most Unladylike" sehr genossen - und prompt die Fortsetzungen auf den Merkzettel gesetzt -, obwohl ich für meine Verhältnisse sehr viele Tage an dem Roman gelesen habe und zwischendurch stellenweise sogar das (zum Glück vorhandene) Personenregister anschauen musste, um die verschiedenen Lehrerinnen und Schülerinnen wieder zuordnen zu können.

Ich mochte diese Mischung aus erstaunlich stimmigem Kriminalfall an einem Mädcheninternat, der ebenfalls realistischen Beschreibung der Freundschaft zwischen Hazel und Daisy und den Rückblicken, die den Leser über Hazel und ihr neues Leben in England informieren. Für die junge Asiatin gibt es sehr viel Befremdliches in diesem Mädchen-Internat in den 30er Jahren und natürlich begegnet sie auch immer wieder Vorurteilen von Seiten ihrer Mitschülerinnen (kein Wunder, wenn man überlegt, dass zu der Zeit in Groschenromanen asiatische Verbrecherbanden ein großes Thema waren). Umso amüsanter fand ich für mich die Passagen, in denen Hazel erzählt, wie sie dann doch ihren Weg im Internatsalltag und Freundinnen fand, mit denen sie nun ein Zimmer teilt.

Auch wenn mein Geldbeutel nicht so begeistert sein wird, so freue ich mich doch sehr, dass ich noch (mindestens) vier weitere Bände mit Hazel und Daisy vor mir habe. Ich bin gespannt, was für Fälle die beiden Mädchen beim nächsten Mal aufklären müssen und zu welchen ungewöhnlichen (und skrupellosen) Methoden Daisy bei ihren Ermittlungen greifen wird.

Mittwoch, 11. Januar 2017

SuB-timierung - 2. Halbjahr 2016

Ich hatte im Juli schon mal einen Halbjahresstand zu meinem SuB-trahiert im Jahr 2016 gepostet, wobei es mir weniger darum ging, den SuB zu minimieren, als darum, einen Überblick darüber zu bekommen, welche Bücher ich zügig lese und welche lange auf dem SuB verweilen. Ich hoffte und hoffe, dass ich damit langfristig eine bessere Vorstellung davon bekomme, welche Titel ich mir wirklich anschaffen sollte und welche Art von Büchern ich nur ausleihen muss. Wobei es bei Titeln schwierig wird, die mich sehr interessieren, die ich mir trotzdem nicht kaufen würde, die ich aber auch nicht auf anderem Weg in die Hände bekomme.

Zum Jahresanfang (also 2017) habe ich meine Definition von SuB-"Altlasten" geändert, und zwar von "ein Buch, das seit sechs Monaten darauf wartet, gelesen zu werden" zu "ein Buch, das seit zwölf Monaten darauf wartet, gelesen zu werden". Erstaunlicherweise hatte das gar keine so großen Auswirkungen auf die Anzahl der Altlasten, die ich auf dem SuB habe. Anscheinend lese ich ein Buch entweder innerhalb der ersten sechs Monate, nachdem ich es bekommen habe, oder es bleibt viele Monate/Jahre auf dem SuB. Verständlich, denn schließlich gibt es in der Zwischenzeit neue interessante Titel, die ich mir zulege, und wenn ein Buch schon so lange wartet, dann kann ich es auch noch etwas länger liegen lassen.

Nachdem ich es spannend fand zu sehen, welche Bücher ich so in den ersten sechs Monaten 2016 gelesen hatte, wollte ich mir das auch für die zweite Jahreshälfte anschauen. Dabei gilt weiterhin, dass ich im vergangenen Jahr nicht "normal" gelesen habe, weil mein Bedürfnis nach leichter, anspruchsloser Wohlfühllektüre besonders ausgeprägt war. Womit man vielleicht behaupten könnte, dass dieser Post überflüssig ist, weil die daraus gewonnenen Erkenntnisse vermutlich für mich nicht allgemein gültig sind. Aber da ich es trotzdem spannend finde, wohin es mich in den letzten sechs Monaten mit meinen Büchern gezogen hat, mache ich mir trotzdem die Mühe. ;)

Der Juli brachte die Renovierung einer der Nachbarwohnungen inklusive der damit verbundenen Lärmbelastung mit sich, was zu sehr vielen simplen Kriminalromanen und ein paar Urban-Fantasy-Romanen (zum Antesten der Autoren) geführt hat. Immerhin habe ich es trotzdem geschafft, drei Sachbücher zu lesen, die ich mir von Natira geliehen hatte und im August über einen Boten zurückbringen lassen wollte.

Im August ging es dann weiter mit einem Reread von gleich zehn Julia-Quinn-Romanen (plus einem Neuzugang), dazu kamen Krimis, ein Jugendbuch, drei fantastische Romane und ein Sachbuch, mit dem ich schon etwas mehr Zeit verbracht habe. Wenn ich das so sehe, wundert es mich auf einmal doch nicht mehr, dass ich regelmäßig gefragt werde, wie all diese Lesestunden in meinem Alltag so zusammenkommen. Aber irgendwie klappt es in der Regel doch, dass ich täglich zum Buch greife.

Anscheinend brauchte ich dann im September wieder mehr Abwechslung und griff zu sehr unterschiedlichen Büchern. Neben den üblichen Verdächtigen (noch mal zwei Liebesromane, Krimis, Fantasygeschichten) gab es noch Jugendbücher und diverse Titel, die ich der Allgemeinen Belletristik zuordnen würde, sowie eine Biografie, eine Sammlung von Zeitungskolumnen und eine Zusammenfassung von Briefen. Obwohl die Bücher sehr, sehr unterschiedlich waren, waren sie eigentlich alle recht locker zu lesen und keines davon war sehr umfangreich oder anspruchsvoll.

Der Oktober wurde dann ganz ohne Absicht zu meinem Monat der Kinderbücher, wenn ich mir so anschaue, was ich da gelesen habe. Insgesamt waren es zwei Krimis, ein Liebesroman, zwei Fantasyromane, zwei Sachbücher und insgesamt zehn (fantastische) Kinderbücher. Wobei mir auffällt, dass ich mit meinen eigenen Büchern deutlich mehr Freude hatte als mit den Romanen, die ich spontan aus der Kinderbibliothek ausgeliehen hatte, um sie mal anzutesten. Da scheine ich inzwischen in der Regel ein gutes Händchen beim Kauf der Kinderbücher für meinen eigenen Bestand zu haben.

Im November war das Verhältnis zwischen Krimi, Jugend- bzw. Kinderbuch und Fantasy wieder recht ausgewogen - wobei mir gerade auffällt, dass ich in der zweiten Jahreshälfte relativ häufiger zusätzlich zu den gelesenen Romanen zu Kurzgeschichten gegriffen habe oder gleich eine Anthologie bei mir einzog, die ich dann recht schnell las.

Der Dezember endete wieder mit vielen (fantastischen) Kinder- und Jugendbüchern und Fantasyromanen, wobei - durch das Adventslesen und mein Bedürfnis nach Kurzgeschichten und Kitsch - noch ein Haufen weihnachtlicher Liebesgeschichten hinzukam. Dieser Neigung gehe ich nur einmal im Jahr nach und in der Regel reicht es mir da vollkommen, wenn ich dafür auf kostenlose eBooks zurückgreife, so dass ich die Weihnachtsgeschichten nicht als SuB-relevant ansehe.

Auch wurde der größte Teil der gelesenen Krimis aus diesem Halbjahr, von mir wieder aus der Bibliothek ausgeliehen. Hier zeigt es sich wieder, dass mir das Ausleihen für die meisten Kriminalromane vollkommen ausreicht. Nicht deshalb, weil ich die Bücher vermutlich nie wieder lesen würde (einige Titel habe ich wiederholt aus der Bibliothek geliehen), sondern weil es mir da nicht wichtig ist, die Romane zu besitzen. Verbinde ich aber etwas Besonderes mit einem Krimi - wie zum Beispiel mit denen von Agatha Christie -, dann ist es mir schon wichtig, dass ich eigene Ausgaben davon im Regal stehen habe. Überhaupt neige ich eher dazu, Cozies zu kaufen, als etwas härtere Krimis, die häufig weniger atmosphärisch und härter geschrieben sind, obwohl ich solche Titel auch regelmäßig lese.

***

Tja, und zu welchem Schluss komme ich nach diesem Jahr nun?

Urban Fantasy mag ich immer noch sehr gern lesen. Wobei ich vertraute Reihen - gerade wenn ich da auf dem aktuellen Stand bin - schneller lese als die Titel, die ich zum Antesten gekauft habe. Dabei habe ich beim Antesten so einige wirklich tolle neue Autoren kennengelernt und mit den Romanen schöne Lesestunden verbracht. Da ich auf das Kennenlernen neuer Autoren nicht verzichten möchte, sollte ich mir diese Romane wohl etwas gezielter vornehmen, damit sie nicht zu lange auf dem SuB liegen bleiben.

Bei Kriminalromanen reicht es, wenn ich mir die aus der Bibliothek ausleihe. Cozies hingegen kann ich mir hingegen ruhig kaufen, die Lust darauf ist mir noch lange nicht vergangen - selbst wenn es sich dabei um Geschichten handelt, die ich schon sehr oft gelesen habe, kann ich sie immer wieder genießen.

Die Kinder- und Jugendbücher, die ich mir in diesem Jahr gekauft habe, gehörten zum Großteil zu denen, die fantastische Elemente aufwiesen. Darunter gab es so viele Geschichten, die mich beim Lesen wirklich glücklich gemacht haben, dass ich darauf definitiv auch nicht verzichten möchte. Und da diese Liebe zu den fantastischen Kinder- und Jugendbüchern schon so lange anhält, dass die ersten Exemplare davon meine große Schwester für mich aus der Bibliothek geliehen hat, kann ich da wohl auch weiter hemmungslos zugreifen.

Bei den "normalen" Kinder- und Jugendbüchern gab es für mich in diesem Jahr auch einige großartige Geschichten, aber so sehr ich das Lesen genossen und bei so manchem Buch emotional vollkommen absorbiert war, so habe ich nicht das Gefühl, ich müsste diese Romane besitzen. Das ist nichts Neues für mich, aber ich finde es schön festzustellen, dass es auch in diesem Jahr dabei geblieben ist. Oh, und das gilt auch für den Großteil der Titel aus der Allgemeinen Belletristik, die ich in diesem Jahr (und den vergangenen Jahren) gelesen habe.

Bleiben noch die Sachbücher ... Hier würde ich behaupten, dass es sehr vom Buch und von der Verfügbarkeit abhängt. Ich finde so viele Themen interessant und stolpere - dank der diversen Sachbuchbesprechungen auf meinen "Stammblogs" - über so viele spannende Titel, dass es dumm wäre, wenn ich mir jedes einzelne Buch kaufen würde. Zum Glück kann ich viele Titel in der Bibliothek ausleihen und das reicht mir häufig auch. Nur manchmal finde ich ein Thema oder einen Autor interessant genug, dass ich das Buch haben möchte, obwohl ich es ausleihen könnte (so ging es mir z. B. mit Astrid Lindgrens Tagebüchern), oder ich es kaufe, weil ich auf andere Weise nicht an ein Exemplar herankomme. Dabei habe ich in den letzten Monaten eigentlich ein gutes Händchen bewiesen. Die einzigen Sachbücher, die noch auf dem SuB liegen, sind entweder schon sehr lange da (und fühlen sich deshalb nicht so dringend an) oder sind in einer Schrift/einem Format gedruckt, das ich sehr anstrengend finde und für das ich gerade keine Geduld habe. Aber solange ich das Thema immer noch spannend finde, mache ich mir da keine Sorgen.

Klingt ja so weit alles ganz gut ... und doch weiß ich nicht, ob es für die Zukunft reicht, wenn ich mich auf meine Lieblingsuntergenres beschränke, um auf dem SuB langfristig nur noch Bücher zu haben, die ich theoretisch alle gleichzeitig lesen möchte. Aber ich versuche auf jeden Fall, weiterhin bewusst mit meinen Neuzugängen umzugehen. Dann müsste ich nur noch lernen, bei den Leihgaben häufiger "Nein" zu sagen und in der Bibliothek wirklich nur die Sachen mitzunehmen, die ich vorgemerkt hatte, und nicht immer sofort einen Titel vorzumerken, wenn ich darüber auf einem Blog gestolpert bin. *g* Mal schauen, ob das funktioniert ... ;)

Montag, 9. Januar 2017

Patricia C. Wrede: The Lyra Novels

Vor einiger Zeit habe ich eine Liste mit Buchtiteln von Lieblingsautoren erstellt, die ich noch nicht in meinem Bestand habe. Gerade bei Autoren, die ich für mich entdeckt habe, als ich noch keine englischen Romane las, habe ich einige Lücken, da eben nicht alle Titel ins Deutsche übersetzt wurden. Die Lyra-Romane von Patricia C. Wrede gehören zu diesen Büchern und so habe ich mir vor einigen Wochen die fünf Bände als eBook-Bundle gekauft, um meine Sammlung zu vervollständigen. Die Lyra-Romane enthalten Geschichten, die alle in der Welt Lyra spielen, aber - trotz des einen oder anderen Querverweis - eigentlich unabhängig voneinander zu lesen sind.

"Shadow Magic" von 1982 ist der erste Roman, den Patricia C. Wrede überhaupt geschrieben und veröffentlicht hat und man merkt der Geschichte ihr Alter und die Unerfahrenheit der Autorin an vielen Stellen auch an. Allerdings habe ich auch immer wieder Szenen gefunden, in denen schon der Humor von Patricia C. Wrede durchblitzt, und auch schon in diesem ersten Buch gelingt es ihr Charaktere zu erschaffen, die sich realistisch anfühlen und die ihren eigenen Kopf haben. Die Handlung an sich ist ein High-Fantasy-Klassiker: In einer Grenzstadt wird die Tochter des Fürsten entführt und während ihr Bruder und sein Freund sich aufmachen, um sie zu retten, entdeckt sie, dass sie besondere Fähigkeiten hat, die am Ende gebraucht werden, um das Land vor seinen Erzfeinden zu retten. Wie gesagt, die Geschichte ist ziemlich simpel, aber es hat mir Spaß gemacht den Roman zu lesen, weil ich die Figuren mochte und weil ich bei den Dialogen immer wieder schmunzeln musste. Diese Ausgabe wurde übrigens von Patricia C. Wrede vor der Neuveröffentlichung etwas überarbeitet, weil ihr zwar immer noch die Geschichte gefällt, die sie damals geschrieben hat, aber ihr Stil sich natürlich deutlich verändert hat. Wie genau die Bearbeitung vorging, kann man anhand des Beispielkapitels sehen, wo die Autorin Satz für Satz erklärt, welche Teile sie warum gestrichen oder umgeschrieben hat. Den Teil fand ich auch sehr spannend, weil er einen noch einmal etwas aufmerksamer auf den Satzbau und die Erzählweise blicken lässt.

"Daughter of Witches" von 1983 spielt in einem Land, das sehr weit weg von der kleinen Grenzstadt des ersten Romans zu sein scheint. Und nicht nur mit dem Setting, sondern auch mit der Geschichte entfernt sich Patricia C. Wrede etwas von dem, was in den 80ern bei den High-Fantasy-Romanen weit verbreitet war, auch wenn bestimmte vertraute Elemente natürlich trotzdem vorkommen. So ist die Protagonistin eine Sklavin (auf Zeit), in einer Stadt, die von einem Tempel regiert wird, und in der Frauen ihr Leben hinter einem Schleier führen. Zwei Ereignisse sorgen dafür, dass das Leben dieser jungen Frau auf den Kopf gestellt wird: Fremde bleiben - obwohl sie während dieser Zeit aus der Stadt verbannt wurden - während eines religiösen Festes in dem Gasthaus, in dem Ranira lebt, und einer hochrangiger Priester will die Sklavin zu seiner Tempelhure machen. Obwohl Ranira wenig Einfluss auf das hat, was mit ihr geschieht, versucht sie doch jede Entscheidung zu durchdenken und beweist immer wieder, dass sie nicht ganz hilflos ist. Ich mochte es auch, dass man als Leser sehr lange nicht erfuhr, was die Fremden überhaupt in die Stadt gebracht hat. Es wäre unglaubwürdig gewesen, wenn die Reisenden Ranira früher eingeweiht hätten, und so konnte man sich seine eigene Gedanken um ihre Motive machen. Bei der Wahl des Bösewichts hätte die Autorin ruhig noch etwas kreativer sein können, aber alles in allem habe ich mich - trotz des Alters der Geschichte und des relativ einfachen Aufbaus - gut unterhalten gefühlt. 

"The Harp of Imach Thyssel" von 1985 dreht sich um einen Barden, der gemeinsam mit seinem besten Freund eine magische Harfe findet. Die Magie, die von der Harfe ausgeht, verändert nicht nur das Verhältnis der beiden Männer zueinandern, sondern wird auch von vielen weiteren Parteien gesucht. Während ich die Handlung an sich wieder etwas einfach fand, habe ich viele kleine Elemente wirklich genossen. So konnte man in dieser Geschichte nicht so einfach sagen, wer gut und wer böse ist, außerdem gibt es eine großartige Ruine und ich mochte die Darstellung der einen Familie mitsamt der verschiedenen Geschwister und ihres Verhältnis zueinander. Auch hier lässt einen die Autorin ziemlich lange im Dunkeln, wenn es um die Motive der verschiedenen Charaktere geht, was für mich in der Regel in Ordnung war, aber bei einer Partei ein bisschen gestellt wirkte. Insgesamt finde ich es spannend, wie unterschiedlich die verschiedenen Geschichten sind und welche Eigenheiten die verschiedenen Länder Lyras aufweisen.

Bei "Caught in Crystal" von 1987 ist mir vor allem ins Auge gefallen, dass die Protagonistin eine Mutter ist. Ich habe vor ein paar Jahren schon mal angemerkt, dass Mütter in Fantasyromanen eigentlich keine Rolle spielen und dass ich das schade finde. Umso netter fand ich es, dass hier die Hauptfigur nicht nur eine Mutter ist, sondern dass ihr Muttersein für die Geschichte selber eigentlich keine so große Rolle spielt, obwohl ihre Kinder ständig präsent sind und ihr erster Gedanken häufig die Frage ist, ob ihre Kinder in dieser oder jener Situation gefährdet sind. So gibt es viele "ich muss die Kinder beschäftigt halten"-Gedanken, aber auch eine Menge Momente, in denen sich diese Figur mit den aktuellen Gefahren oder mit ihrer Vergangenheit - jupp, die Frau hatte ein Leben, bevor sie Mutter wurde! :D - beschäftigt. Ich glaube nicht, dass ich so eine Protagonistin schon einmal in einem Fantasyroman gesehen habe und ich habe schon so viele davon gelesen. Ansonsten spielt die Handlung deutlich vor den anderen Lyra-Romanen und obwohl auch hier viele traditionelle High-Fantasy-Elemente vorkommen, fand ich die Geschichte wieder sehr unterhaltsam zu lesen.

"The Raven Ring" ist von 1994 und gerade wenn man die fünf Romane so hintereinander liest, fällt deutlich auf, wie sehr sich Patricia C. Wrede weiterentwickelt hat. Die Figuren sind stimmiger, die Handlung ist komplexer und ich mochte die Sicht der Protagonistin auf das ihr unvertraute Stadtleben. Überhaupt finde ich es sehr cool, was die Autorin aus der Grundidee (eine Kriegerin aus den Bergen geht in die Stadt, um die Habseligkeiten ihrer verstorbenen Mutter, die als Söldnerin gedient hat, heimzuholen) gemacht hat und wie die Protagonistin mit den Herausforderungen, die das unvertraute Stadtleben und die Folgen, die der Tod ihrer Mutter für sie hat, mit sich bringt, umgeht. Ich habe auch selten eine Kriegerin erlebt, die ich so stimmig fand. So ist sie weder unmenschlich noch fehlerfrei, analysiert aber so gut wie jede Situation und jeden Menschen, dem sie begegnet, mit den Augen einer Kriegerin. Was auch dazu führt, dass sie immer wieder ihre eigenen Schwächen und Fehler registriert und versucht daraus zu lernen.

Insgesamt war es wirklich sehr spannend die Entwicklung der Autorin und ihrer Welt über diese fünf Romane zu verfolgen. Aber auch unabhängig davon hat mir das Lesen der fünf Geschichten sehr viel Spaß gemacht. Aus heutiger Sicht sind die Bücher vielleicht etwas sehr simpel erzählt, aber ich fand sie unterhaltsam, mochte die verschiedenen Figuren und den Weltenbau und die kleinen ungewöhnlichen Ideen, die Patricia C. Wrede verwendet hat

Samstag, 7. Januar 2017

Unsere Christie ...

... ist sich noch nicht so ganz sicher, was sie von den ganzen Umzugsvorbereitungen hält, die bei uns in den letzten Tagen losgingen.


Aber die ganzen leeren Kartons, die sich durch die Wohnung bewegen, findet sie eindeutig großartig. ;)

Donnerstag, 5. Januar 2017

Kate Milford: Greenglass House

Nachdem ich mit "Bayou Magic" im Dezember gerade erst ein richtiges Sommerbuch gelesen hatte, bildete "Greenglass House" von Kate Milford mit einer Geschichte voller Schnee, Kaminfeuer und heißer Schokolade einen ziemlich starken Kontrast. Im Mittelpunkt der Handlung steht Milo, der Sohn der Betreiber des Greenglass House. Das ist eine Pension, die vor allem von Schmugglern frequentiert wird. Die Geschichte beginnt am ersten Tag der Winterferien und Milo freut sich darauf, dass er und seine Eltern das Haus endlich einmal für sich haben. Denn diese wenigen Tage vor Weihnachten sind traditionell die einzige Zeit des Jahres, in denen sich normalerweise keine Gäste einfinden und in denen es sich die Familie Pine hemmungslos in allen Räumen gemütlich machen kann. Doch bevor Milo mit seinen Eltern in die gewohnte Ferienroutine verfallen kann, trifft auch schon der erste von mehreren unerwarteten Gästen im Greenglass House ein.

Für Milo ist es mehr als irritierend, dass er die sehnsüchtig erwartete Zeit mit seinen Eltern nun nicht mehr genießen kann. Ihn stört nicht nur die Durchbrechung der üblichen Routine, sondern er findet die verschiedenen Gäste auch mehr als seltsam. Jeder von ihnen scheint ein Geheimnis zu hüten, manche scheinen sich zu kennen, ohne dies zugeben zu können, und vor allem kommt es zum ersten Mal, seitdem Milos Eltern die Pension betreiben, zu Diebstählen. Dabei wirkt nicht nur jeder Gast verdächtig, sondern auch die Gegenstände, die entwendet werden, passen nicht in das übliche Beuteschema eines Diebes. Gemeinsam mit seiner neuen Freundin Meddy entwickelt Milo ein Spiel, das ihnen helfen soll, hinter die geheimnisvollen Vorgänge im Greenglass House zu kommen.

Ich mochte Milo und seine Freundin Meddy sehr gern und ich fand es spannend mitzuerleben, wie Milo sich entwickelte, während er in seiner Rolle als "Negret" (das ist sein Spiel-Charakter) nicht nur all die Vorgänge im Haus genau beobachtet, sondern auch immer wieder aktiv in die Geschehnisse eingreift. Gemeinsam mit Meddy, die ihn immer wieder zu Aktionen herausfordert, die er sich allein nie getraut hätte, macht sich Milo auf die Suche nach den gestohlenen Gegenständen, bringt die Gäste dazu, abends Geschichten zu erzählen, oder sucht nach Verbindungen zwischen den aktuellen Ereignissen und der Vergangenheit des Hauses als Heim eines der berühmtesten Schmugglers der Region. Und während Milo innerhalb des Hauses viele kleine Abenteuer erlebt, fällt draußen der Schnee in solchen Mengen, dass die unfreiwillige Gemeinschaft innerhalb der Pension gezwungen ist, sich immer enger auf die Pelle zu rücken - egal, ob sie miteinander auskommen oder nicht.

Dabei beschreibt Kate Milford das Haus, die Gäste und das Wetter in wunderschön atmosphärischen Szenen, bei denen deutlich wird, dass der Winter bei aller Schönheit auch Gefahren mit sich bringt, wenn zum Beispiel die Veranda oder die Feuerleiter durch eine Eisschicht kaum noch betretbar sind, der Generator ausfällt oder alle Zugänge zum Greenglass House gesperrt sind. Im Kontrast dazu stehen die Momente, in denen sich Milo hinter dem Weihnachtsbaum versteckt und die Gäste beobachtet, eine heiße Schokolade vor dem Kamin genießt oder sich mit einem Buch einrollt und sich in die Legenden seiner Heimatstadt vertieft. Ich habe es genossen, von all diesen Momenten zu lesen, ebenso wie die Tatsache, dass man mit Milo zusammen das ungewöhnliche Haus immer besser kennenlernt. Denn obwohl Milo dort aufgewachsen ist, bekommt er durch all die Ereignisse eine ganz neue Sicht auf das Greenglass House und die Geschichte, die mit dem Gebäude verbunden ist.

Eine weitere Sache, die die Autorin wunderbar in den Roman eingebaut hat, ist Milos Beschäftigung mit seiner Herkunft. Da er - im Gegensatz zu seinen Eltern - chinesischer Abstammung ist, ist es selbst für Außenstehende offensichtlich, dass er adoptiert wurde. Er liebt seine Eltern und weiß, dass sie ihn lieben, und er möchte eigentlich an seinem Leben nichts ändern. Auf der anderen Seite fragt er sich schon, was mit den Eltern war, die ihn gezeugt haben, warum sie ihn ausgesetzt haben und wie sein Leben wohl verlaufen wäre, wenn er mit Menschen aufgewachsen wäre, die ihm allein schon äußerlich ähnlich wären. Dabei hat Milo oft ein schlechtes Gewissen, dass er sich so viel mit seiner Abstammung beschäftigt, obwohl er doch so liebevolle Eltern hat und zufrieden sein könnte.

So sehr ich all die behaglichen Beschreibungen vom Greenglass House mochte, so faszinierend ich die seltsamen Gäste fand und so sehr ich wissen wollte, worauf das Ganze hinausläuft, so muss ich zugeben, dass ich die erste Hälfte hindurch den Roman auch gut aus der Hand legen konnte. Dabei hat mich das Greenglass House nie ganz verlassen, aber die Erzählweise ist anfangs so geruhsam und voller liebevoller Details, dass ich mich nicht gedrängt fühlte, weiterzulesen. All diese Menschen waren schließlich sicher durch all die Schnee- und Eismassen in der Pension eingeschlossen und trotz all der skurrilen Umstände und ungewöhnlichen Diebstähle schien es keine Gefahren für irgendjemanden zu geben. So habe ich mir Zeit mit dem Roman gelassen und mich beim Wiederaufnehmen des Buches jedes Mal wieder über ein Wiedersehen mit den verschiedenen Charakteren gefreut und mich behaglich mit Milo vorm Kamin eingerollt und geschaut, welche neuen Informationen die kommenden Seiten für mich so bereithalten würden. Zum Ende hin zog das Tempo in der Handlung dann etwas mehr an, aber insgesamt erzählt Kate Milford mit "Greenglass House" eine angenehm entspannte und behagliche Geschichte, die auch gut in kleinen Stückchen genossen werden kann.

Dienstag, 3. Januar 2017

Neuzugänge Dezember 2016

Nachdem es im November schon so einen gewaltigen SuB-Zuwachs bei mir gab, hat Weihnachten für weitere Buchstapel mit Neuzugängen gesorgt. Ich finde es schön, dass ich mit so einem tollen Vorrat an Büchern ins neue Jahr starten kann, auch wenn ich wieder ein paar "Altlasten" über den Jahreswechsel mitgeschleppt habe, die ich eigentlich mal endlich gelesen haben wollte. Aber nach all den Jahren gewöhne ich mich so langsam daran, dass meine eigenen Bücher hinter all den Leihgaben zurückstehen und deshalb eben länger als erhofft im Regal stehen.


Bishop O'Connell: The Stolen
Jennifer Estep: Cold Burn of Magic
Patricia C. Wrede: The Seven Towers
Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima Teil 2 (Manga)
Johanna Rundel: Shibori - Färben auf Japanisch


Paige Shelton: Farm Fresh Murder (A Farmers Market Mystery 1)
Holly Webb: Lily (Lily 1)
Holly Webb: Lily and the Shining Dragon (Lily 2)
Holly Webb: Lily and the Prisoner of Magic (Lily 3)
Holly Webb: Lily and the Traitor's Spell (Lily 4)
Sarah Kuhn: Heroine Complex


Julia Quinn: The Secrets of Sir Richard Kenworthy (Smythe-Smith 4)
Agatha Christie: Miss Marple - The Complete Short Stories
Gail Carriger: Curtsies and Conspiracies (Finishing School 2)
Reiko Momochi: Daisy aus Fukushima (Manga)
Regina Stürikow: Mörderische Metropole Berlin - Authentische Fälle
Susan Briscoe: The Ultimate Sashiko Sourcebook - Patterns, Projekts and Inspirations

Seht ihr übrigens die Holzfigur neben meinen Neuzugängen? Die hat meine Mutter auf einem Weihnachtsmarkt aufgetan und da sie immer der Meinung ist, dass ich nicht genügend Deko im Haus habe, gab es die Figur zu Weihnachten. Nun rätseln mein Mann und ich seit dem 24. Dezember, was diese Figur wohl darstellen soll.

Sonntag, 1. Januar 2017

Gelesen: Oktober, November und Dezember 2016

Frühere Statistiken sind unter "Diverses" zu finden.

Bücher:
  1. Deborah Blake: Veiled Magic
  2. Stephanie Burgis: Kat, Incorrigible (Kat, Incorrigible 1)
  3. Jim Butcher (Hrsg.)/Kerrie L. Hughes (Hrsg.): Shadowed Souls (Anthologie)
  4. Tamie Dearen: Her Best Match (The Best Girls 1)
  5. Sandra Edwards/Regina Duke: Lovers Lane - Die Weihnachts-Liebesgeschichten-Sammlung
  6. Jenny Han: To all the boys I've loved before
  7. Tom Hillenbrand: Rotes Gold (Xavier Kieffer 2)
  8. Tom Hillenbrand: Letzte Ernte (Xavier Kieffer 3)
  9. Tom Hillenbrand: Tödliche Oliven (Xavier Kieffer 4)
  10. Mona Ingram: A Family for Christmas
  11. Tove Jansson: Herbst im Mumintal
  12. Diana Wynne Jones: Reflections (On the Magic of Writing)
  13. Diana Wynne Jones: Deep Secret (Magids 1)
  14. Diana Wynne Jones: The Merlin Conspiracy (Magids 2)
  15. Susanne Kippenberger: Das rote Schaf der Familie - Jessica Mitford und ihre Schwestern
  16. Adrian McKinty: Der katholische Bulle (Sean Duffy 1)
  17. Kate Milford: Greenglass House
  18. Nancy Mitford: Liebe unter kaltem Himmel
  19. Joseph Nassise (Hrsg.): Urban Allies (Anthologie)
  20. Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street (Oona Crate Mystery 1)
  21. Shawn Thomas Odyssey: The Magician's Tower (A Oona Crate Mystery 2)
  22. Shawn Thomas Odyssey: The Magician's Dream (Oona Crate Mystery 3)
  23. Ivo Pala: Der Drache hinter dem Spiegel
  24. James Patterson mit Gabrielle Charbonnet: Witch & Wizard - Verlorene Welt
  25. Jewell Parker Rhodes: Bayou Magic
  26. Carrie Ryan und John Parke Davis: Die Weltensegler 1 - Die phantastische Suche nach der Überallkarte
  27. Carrie Ryan und John Parke Davis: Die Weltensegler 2 - Das unglaubliche Geheimnis der Wunschmaschine
  28. Paul Stewart: Twig im Dunkelwald (Die Klippland-Chroniken 1)
  29. Tanya Stewner: Alea Aquarius 1 - Der Ruf des Wassers
  30. Holly Webb: Emily Feather and the Secret Mirror (Emily Feather #2)
  31. Holly Webb: Emily Feather and the Chest of Charms (Emily Feather #3)
  32. Holly Webb: Emily Feather and the Starlit Staircase (Emily Feather #4)
  33. Patricia Wentworth: The Astonishing Adventure of Jane Smith
  34. Patricia Wentworth: The Coldstone
  35. Patricia Wentworth: Hole and Corner
  36. Patricia C. Wrede: Shadow Magic (The Lyra Novels 1)
  37. Patricia C. Wrede: Daughter of Witches (The Lyra Novels 2)
  38. Patricia C. Wrede: The Harp of Imach Thyssel (The Lyra Novels 3)
  39. Patricia C. Wrede: Caught in Crystal (The Lyra Novels 4)
  40. Patricia C. Wrede: The Raven Ring (The Lyra Novels 5)
  41. Banana Yoshimoto: Moshi Moshi
  42. A Heartwarming Christmas (Anthologie)

Kurzgeschichten:
  • Deborah Blake: Wickedly Magical
  • Deborah Blake: Wickedly Ever After
  • Abby Clements: The Christmas Bake Off
  • Tamie Dearen: The Best Is Yet To Come (The Best Girls 0)
  • Fiona Gibson: How the In-Laws Wrecked Christmas
  • Shira Glassman: Fearless (A Sweet Lesbian Contemporary Romance)
  • Mathias Küfner: Mission Rentier
  • Seanan McGuire: The Voice of Lions
  • Seanan McGuire: Fall Like Snow
  • Seanan McGuire: In the Before, When Legends Were True

Comics/Manga:

Hörbücher/Hörspiele:
  • Agatha Christie: Die Kleptomanin (Hörbuch)  - gelesen von Friedhelm Ptok
  • Agatha Christie: Karibische Affäre (Hörbuch) - gelesen von Regina Lemnitz
  • Agatha Christie: Das unvollendete Bildnis (Hörbuch) - gelesen von David Nathan

Angefangene und abgebrochene Bücher/Hörbücher zähle ich in der Monatsstatistik nicht mit. Dafür kommen auch die Titel auf die Liste, die ich innerhalb kurzer Zeit doppelt lese (oder höre).

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Vorausgesetzt, dass ich mich nicht verrechnet oder in den verschiedenen Listen etwas vergessen habe, dann habe ich im Jahr 2016 insgesamt 179 Bücher, 17 Kurzgeschichten, 40 Comics/Manga und 10 Hörspiele/Hörbücher konsumiert.

Januar-SuB 2017

Ähm ... irgendwie hatte ich eigentlich nicht erwartet, dass ich in dieses Jahr mit einem so stolzen SuB-Stand starte. Aber es ist auch schön zu wissen, dass ich noch eine Weile etwas von meinen Geburtstags- und Weihnachtsgeschenken haben werde. ;)

Für meine Statistik gibt es hier noch die Anzahl der gelesenen Titel vom Dezember, die sich auf 12 Bücher, 5 Kurzgeschichten und 1 Manga belaufen. Mal schauen, wie viele Auszeiten ich mir im Januar zum Lesen gönnen kann.

  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  3. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  4. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent
  5. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  6. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes - A Memoir by Lady Trent
  7. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  8. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  9. Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
  10. Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
  11. Stephanie Burgis: Renegade Magic (Kat, Incorrigible 2)
  12. Stephanie Burgis: Stolen Magic (Kat, Incorrigible 3)
  13. Gail Carriger: Curtsies and Conspiracies (Finishing School 2)
  14. Agatha Christie: Curtain - Poirot's Last Case
  15. Agatha Christie: Miss Marple - The Complete Short Stories
  16. Jennifer Estep: Cold Burn of Magic
  17. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  18. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  19. Alex Grecian: The Yard
  20. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  21. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  22. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  23. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  24. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  25. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  26. Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
  27. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  28. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  29. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  30. Diana Wynne Jones: The Islands of Chaldea
  31. Diana Wynne Jones: A Tale of Time City
  32. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  33. Sarah Kuhn: Heroine Complex
  34. Lynn Kurland: Star of the Morning
  35. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  36. Seanan McGuire: Dusk or Dark or Dawn or Day
  37. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  38. Bishop O'Connell: The Stolen
  39. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  40. Cindy Pon: Serpentine
  41. Julia Quinn: The Secrets of Sir Richard Kenworthy (Smythe-Smith 4)
  42. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  43. Philip Reeve: Larklight
  44. John Scalzi: Fuzzy Nation
  45. Paige Shelton: Farm Fresh Murder (A Farmers Market Mystery 1)
  46. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  47. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  48. Robin Stevens: Murder Most Unladylike
  49. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  50. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  51. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  52. Charles den Tex: Die Zelle
  53. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  54. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  55. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  56. Holly Webb: Lily (Lily 1)
  57. Holly Webb: Lily and the Shining Dragons (Lily 2)
  58. Holly Webb: Lily and the Prisoner of Magic (Lily 3)
  59. Holly Webb: Lily and the Traitor's Spell (Lily 4)
  60. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child
  61. Patricia C. Wrede: A Matter of Magic
  62. Patricia C. Wrede: The Seven Towers
  63. Xinran: Gerettete Wort
  64. Xinran: Wolkentöchter
  65. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

62 Titel auf dem SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)