Dienstag, 30. Januar 2018

Lynda Mullaly Hunt: Wie ein Fisch im Baum

Über "Wie ein Fisch im Baum" von Lynda Mullaly Hunt bin ich bei Tine gestolpert, die von dem Roman sehr angetan war, und so habe habe mir dann den Titel über die Onleihe besorgt. Die Geschichte wird aus der Sicht der elfjährigen Ally Nickerson erzählt, deren Leben davon geprägt ist, dass sie nicht lesen und schreiben kann. Dass das Mädchen in den vergangenen sieben Jahren sieben verschiedene Schulen besucht hat, macht die Sache nicht leichter, und dass Allys Lehrer denken, dass sie aufsässig ist und sich nur mehr Mühe geben muss, erst recht nicht. Denn jedem - außer Ally - ist eigentlich bewusst, dass sie nicht dumm ist. Sie ist schlagfertig, sie kann gut mit Zahlen umgehen und logisch denken. Sie hat ein besonderes Talent zum Zeichnen und beobachtet aufmerksam ihre Umgebung. Nur im Unterricht versucht sie, sich unsichtbar zu machen, und hat diverse Strategien entwickelt, damit sie nicht ständig offenbaren muss, wie schlecht sie im Lesen und Schreiben ist.

Diese ständigen Bemühungen, unsichtbar zu bleiben, sorgen auch dafür, dass Ally keine Freunde hat, obwohl sie in ihrer Klasse die eine oder andere Person sympathisch findet. Nicht einmal nach Schulschluss fühlt sich Ally richtig frei, denn dann muss sie in dem Restaurant, in dem ihre Mutter kellnert, an der Theke sitzen und Hausarbeiten machen - und aufpassen, dass niemand sie dabei erwischt, dass sie stattdessen lieber zeichnet. Richtig glücklich scheint sie nur zu sein, wenn sie Dinge mit ihrem großen Bruder Travis unternehmen kann. Travis liebt alles, was mechanisch ist, und urteilt nicht über Allys Probleme, aber so gut das Verhältnis zwischen den beiden auch ist, so reicht das doch nicht aus, um Ally durch ihren Schulalltag zu bringen. So kämpft sie sich jeden Tag durch viele Stunden, in denen sie - obwohl sie so gern für alle unsichtbar bleiben würde - immer wieder aufgefordert wird, etwas zu lesen oder zu schreiben. Um nicht immer wieder vor der gesamten Klasse zu scheitern, stellt Ally dann lieber etwas an, das den Unterricht so sehr behindert, dass sie zur Direktorin geschickt wird, um sich einen Tadel für ihr Benehmen abzuholen.

Erst als mit Mr. Daniels ein neuer Lehrer Allys Klasse übernimmt, ändert sich Schritt für Schritt Allys Leben. Mr. Daniels nimmt sich Zeit, um auf die individuellen Persönlichkeiten seiner Schüler einzugehen, und versucht gemeinsam mit ihnen an ihren Problemen zu arbeiten, ohne sie vor ihren Mitschülern bloßzustellen. Dabei braucht auch er Zeit, um überhaupt herauszufinden, was mit Ally los ist und wie er ihr helfen kann, besser zurechtzukommen. Ich mochte es sehr, wie Lynda Mullaly Hunt Mr. Daniels dargestellt hat. Er ist nett und aufmerksam und versucht all seinen Schülern Selbstbewusstsein und ein Gefühl für die eigenen Stärken mitzugeben. Dabei ist er nicht unfehlbar, sondern sorgt auch schon mal unabsichtlich dafür, dass sich Ally schlecht fühlt oder dass eine unangenehme Situation in der Klasse ausartet, obwohl sie hätte vermieden werden können.

Überhaupt beweist die Autorin ein wunderbares Händchen für Figuren. Nicht nur Ally, sondern auch die vielen Nebenfiguren können durch vielschichtige Charaktere überzeugen. Ich habe die diversen Eigenheiten von Allys Mitschülern sehr genossen, wenn zum Beispiel Albert mal wieder einen wissenschaftlichen Vortrag gehalten hat, wenn Keisha sich für jemanden oder etwas eingesetzt hat, wenn Oliver mal durch die Gegend hüpfte oder Suki von ihrem japanischen Großvater erzählte. Natürlich gibt es auch einige unangenehme Personen in Allys Umfeld, aber auch bei denen schimmert hier und da eine menschliche Seite oder ein Grund für ihr Verhalten durch. Vor allem zeigt Lynda Mullaly Hunt mit den vielen verschiedenen Figuren, dass Ally nicht die einzige ist, die im Alltag Probleme hat. So lernt Ally im Laufe der Geschichte nicht nur, mit ihren eigenen Schwächen umzugehen, sondern auch, dass sie in der Lage ist, anderen beizustehen, wenn diese mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Die gesamte Geschichte wird dabei von der Autorin in einer einfachen, aber wunderbar bildreichen Sprache erzählt. Für Ally ist es natürlich, sich Dinge zu merken, wenn sie dazu Bilder oder Filme in ihrem Kopf abspeichert, und so verarbeitet sie auch viele Szenen in ihrem Alltag, indem sie sie in solche bildhaften Elemente umsetzt. So hatte ich beim Lesen nicht nur viel Spaß mit den vielen Bildern und Filmen in Allys Kopf, sondern es hat mir auch geholfen zu verstehen, wie Ally die Welt wahrnimmt und welche Herausforderung das Lesen für sie mitbringt. Obwohl das Leben für Ally nicht einfach ist und es dementsprechend die eine oder andere Szene in diesem Roman gibt, die einen beim Lesen wütend oder traurig macht, ist "Wie ein Fisch im Baum" eine überraschend lustige Geschichte. Ally ist witzig und schlagfertig und selbst in ihrer Verzweiflung hat sie sich immer wieder Sachen ausgemalt, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Ich habe die Geschichte wirklich gern gelesen (und prompt "Ich hab mich nie so leicht gefühlt", den Debütroman der Autorin, auch noch auf meine Merkliste in der Bibliothek gesetzt).

Sonntag, 28. Januar 2018

Was schön war (2)


Erlebt, wie sich drei Grundschüler
auf den Öffentlichen Bücherschrank stürzen
und die Kinderbücher rausfischen,
die ich kurz vorher dort hineingestellt hatte.



Die ersten Rezepte
aus dem neuen Kochbuch ausprobiert
und die Ergebnisse gemocht.



Ein neues Spiel bekommen
und schon beim ersten Antesten
viel Spaß gehabt.



Mehrere Aufträge beendet,
die sich alle miteinander länger hinzogen
und mehr Arbeit machten,
als bei Auftragsannahme zu erwarten war.

Freitag, 26. Januar 2018

Yoko Ogawa: Der Herr der kleinen Vögel

Ich habe keine Ahnung mehr, wo ich über "Der Herr der kleinen Vögel" von Yoko Ogawa gestolpert bin, aber die Inhaltsangabe klang nett und die Autorin wollte ich auch schon länger ausprobieren, also habe ich den Roman in der Onleihe vorgemerkt. In der letzten Woche konnte ich die Geschichte dann lesen und habe mir immer wieder ein Kapitel vorgenommen. "Der Herr der kleinen Vögel" war für mich definitiv kein Roman, den ich in einem Zug runterlesen konnte. Ich musste mir für all die kleinen Begebenheiten rund um die beiden namenlosen Brüder Zeit nehmen und die verschiedenen Szenen nachklingen lassen.

Yoko Ogawa erzählt von zwei Brüdern, von denen der ältere eines Tages aufhört, auf Japanisch zu kommunizieren, um viele Monate später wieder anzufangen zu sprechen, allerdings nur noch in seiner eigenen Sprache. Eine Sprache, die nur sein kleiner Bruder versteht, die komplex ist und über eine eigene Grammatik, Personalpronomen und all die anderen Dinge verfügt, die eine Sprache ausmachen, in der man auch komplizierte Sachverhalte erklären kann. Doch selbst der jüngere Bruder lernt nie, diese Sprache fließend zu sprechen, sondern kann sie in erster Linie nur verstehen und bei Bedarf übersetzen. Die Eltern der beiden Brüder finden sich lange Zeit nicht damit ab, dass der ältere nicht mehr in ihrer Sprache mit ihnen kommuniziert, und stellen ihn einem Facharzt nach dem anderen vor. Doch keiner dieser Ärzte kann eine "reparierbare" Ursache für das Verhalten des Jungen finden.

Nach dem Tod der Eltern kümmert sich der jüngere um den älteren Bruder. Zusammen leben die beiden ein ruhiges und bescheidenes Leben, das ebenso von den Bedürfnissen (und Einschränkungen) des Älteren geprägt ist wie von seiner Liebe zu den Vögeln. So liegt im Haushalt der beiden Brüder immer ein Vogelbestimmungsbuch bereit und wird ebenso täglich benutzt wie Salz- und Pfefferstreuer oder der Putzlappen, mit dem der Tisch abgewischt wird. Dreiundzwanzig Jahre lang teilen die beiden sich nach dem Tod der Eltern den Haushalt, bis der altere der beiden Brüder stirbt. Für den jüngeren Bruder wird das Leben nach dem Tod des Bruders noch ein bisschen ruhiger, etwas einsamer, aber auch freier als vorher. Nun muss er sich nicht mehr jeden Moment seines Tages an den Rhythmus seines Bruders anpassen, sondern kann in seiner Mittagspause in die Bibliothek gehen oder mit dem Blick auf den Rosengarten bei der Arbeit sein Essen im Grünen zu sich nehmen. Hin und wieder lernt er neue Menschen kennen, die ihn ein kleines Stückchen begleiten und sein Leben in größerem Ausmaß bereichern, als sie selbst vermuten würden.

Ich mochte diese ruhige Erzählung rund um die beiden Brüder sehr. Es passiert nichts Großartiges in der Geschichte, es gibt keine nennenswerte Entwicklung, keine Dramen und keine jubelnden Höhepunkte, nur eine wunderbare Hommage an ein unauffälliges, bescheidenes Leben, geschrieben in einer berührend schlichten Sprache, die schöne, klare Bilder im Leser hervorruft. Natürlich bleibt ein so zurückhaltender Charakter wie der jüngere Bruder - von den Kindern der Nachbarschaft liebevoll "Der Herr der kleinen Vögel" gerufen - nicht von den Vorurteilen und Verdächtungen seiner Umgebung verschont. Aber auch wenn es ihm unangenehm ist, dass jemand etwas Negatives über ihn denken könnte, so scheinen selbst diese Phasen sein Leben nicht groß zu beeinträchtigen.

Das beherrschende Thema dieses Romans ist die Liebe zu den Vögeln, die der ältere an den jüngeren Bruder vererbt. Ich mochte diese Momente sehr, in denen einfach nur beschrieben wurde, wie die beiden geduldig lauschen, bis einer der Vögel in ihrem Garten anfing zu singen, wie sie den Gesang genossen und sich Gedanken über die verschiedenen Zwitschertöne machten. Diesen Genuss an der Anwesenheit und dem Gesang von Vögeln bewahrt sich der jüngere Bruder bis zu seinem eigenen Tod und findet in diesen vermeintlich kleinen Momenten Freude, Trost und ein Mittel gegen die Einsamkeit. Mit "Der Herr der kleinen Vögel" erzählt Yoko Ogawa eine wunderbar ruhige, leicht melancholische Geschichte, die dafür gesorgt hat, dass auch ich beim Lesen ruhiger wurde und mehr "bei mir" war.

Sonntag, 21. Januar 2018

Lese-Sonntag im Januar

Heute ist wieder der dritte Sonntag im Monat und somit Lesetag! Ich hoffe, dass es für mich mit dem Lesen heute klappt, nachdem ich in den vergangenen Tagen mit Entscheidungsproblemen zu kämpfen hatte. Es gab in den vergangenen Wochen so viele schöne neue Bücher für mich, dass ich regelmäßig vor den Buchstapeln stand und am Liebsten alle Titel gleichzeitig angefangen hätte. Statt mich für eines der Bücher zu entscheiden, habe ich dann lieber zu den Bibliothekstiteln gegriffen - deren Rückgabe wurde nach den langen Weihnachtsferien eh fällig. Nur "Mister Aufziehvogel" habe ich mal wieder nicht geschafft ... Murakamis Bücher bekomme ich wohl wirklich nur beendet, wenn ich mich auf die Sachbücher beschränke. ;)

Ich beginne heute morgen mal mit "The Wolves of Willoughby Chase" von Joan Aiken. Davon habe ich gestern zumindest die Einleitung gelesen, in der Lizzy Aiken darüber schrieb, wie und warum ihre Mutter die Geschichte zehn Jahre unterbrechen musste, bevor sie sie endlich beenden konnte. Der Folgeband war vor sehr vielen Jahren das erste Buch von Joan Aiken, das ich gelesen habe, und die Figur des Simon hat allein schon deshalb einen besonderen Platz in meinem Herzen. Mal schauen, wie mir diese Geschichte gefällt, in der Simon "nur" eine Nebenrolle innehält (wenn ich recht informiert bin).


Update 12:00 Uhr

Bislang bin ich mit "The Wolves of Willoughby Chase" sehr zufrieden. Ich mag Bonnie und Sylvia und ich verspüre angemessenen Abscheu für die neue Gouvernante Miss Slighcarp. Joan Aiken erzählt hier eine sehr klassische Geschichte inklusive Waisenkind, das von der Familie der reichen liebevollen Cousine aufgenommen wird, und bei der man schon weiß, dass spätestens in dem Moment alles mögliche Schreckliche passieren wird, sobald die Eltern des reichen Mädchens das Land verlassen. Bislang ist alles sehr britisch und wunderbar atmosphärisch mit den rundherum im Schnee drohenden Wölfen, die die größte Gefahr in diesem Land darzustellen scheinen und die sogar den Zugverkehr beeinflussen, da man sich nie sicher sein kann, dass sie nicht einen Zug stoppen und in ihn eindringen oder bei einem Halt die aussteigenden Passagiere überfallen.


Obwohl mir der Roman gerade so gut gefällt, habe ich trotzdem noch zwei weitere Bücher in Reichweite gelegt. Vermutlich bleibe ich bei meinem Kinderbuch, aber wenn mich die Lust auf ein anderes Genre überkommt, kann ich später eine Geschichte aus "Dark Cities" lesen oder mit "The Murder at the Vicarage" anfangen. Ein bisschen hängt das auch davon ab, was für eine Atmosphäre durch die Musik entsteht, die mein Mann momentan über Kopfhörer hört. Obwohl er mich nicht beim Lesen stören will, bekomme ich doch noch recht viel davon mit. *g*


Update 16:30 Uhr

Seit dem letzten Update habe ich "The Wolves of Willoughby Chase" beendet und die Geschichte bis zum Ende sehr genossen. Kiya hat zwar recht damit, dass in dem Buch nicht so viel mehr passiert als schon im Klappentext angekündigt, aber da ich den Klappentext nicht mehr so präsent hatte und Joan Aikens Erzählweise genossen habe, passt das gut für mich. Insgesamt war das - trotz all der dramatischen Ereignisse, die Bonnie und Sylvia zugestoßen sind, - wirklich eine Wohlfühlgeschichte und ich habe mich über das Wiedersehen mit Simon sehr gefreut.


Außerdem haben wir eine Runde "Tao Long" gespielt. Das Spiel entspricht eigentlich nicht unserem Beuteschema, da es auf eine Weise strategisch gespielt werden muss, die uns nicht so liegt. Aber da ein Kollege von meinem Mann zwei Exemplare von dem Spiel geliefert bekam und es wirklich hübsch ist, hat mein Mann es ihm für den halben Preis abgenommen. Bei "Tao Long" jagen sich zwei Drachen über ein Spielbrett voller Hindernisse und Portale (es gibt verschiedene Anordnungen für die Spielrunden) und der Drache, der am Ende alle seine Gliedmaßen verloren hat, muss leider aufgeben. Da mein armer Dilong am Ende nur noch aus einem Kopf bestand, konnte der weiße Tianlong am Ende triumphieren. (So ein 6er-Angriff ist aber auch etwas fieses, wenn man doch eigentlich kurz vor dem Sieg steht. ;) )


Update 20:00 Uhr


Zu meinen Nachmittagskeksen (liebevoll serviert von meinem Mann Oo) habe ich das Vorwort von "Dark Cities" gelesen und dann beschlossen, dass heute nicht der richtige Tag für mich ist, um Horrorgeschichten, die in Großstädten spielen, zu lesen. Also ging es mit "The Mureder at the Vicarage" von Agatha Christie weiter, was perfekt für einen gemütlichen Nachmittag passte. Sehr weit bin ich nicht gekommen, bislang wurden gerade mal alle Personen vorgestellt und man bekommt eine Ahnung von ihren Beziehungen zueinander. Aber für mich passt die vertraute Geschichte heute perfekt und ich finde es schön sie mal im Original zu lesen. Als mir dann die Augen beim Lesen zufielen, habe ich mir eine Stunde Sofaschlaf gegönnt und bin danach in die Küche, um das heutige Abendessen vorzubereiten. Da das Essen eine Weile im Ofen benötigt, reichte die Zeit noch für dieses Update und eine kleine Blogrunde bei den anderen. Zum Essen gibt es bei uns gleich vermutlich die "Inspector Barnaby"-Folge der vergangenen Woche - womit ich immerhin das Thema "britische Gemütlichkeit" für den gesamten Tag fast durchgehend durchgezogen hätte. ;)


Update 23:00 Uhr 


Wie schon angekündigt gab es zum Essen den Barnaby der vergangenen Woche und da der Film länger lief als wir zum Essen benötigen, habe ich danach meine neue Nachbarin Monika besucht - so viel Aufmerksamkeit brauchen die Ermittlungen in Midsomer dann doch nicht. ;)






Danach habe ich meine Aufmerksamkeit wieder den Ereignissen in St. Mary Mead zugewandt und mich wie immer über Inspector Slack geärgert, der einfach nicht zuhört, wenn man ihm etwas über Uhren erzählen will. Ich mag Agatha Christies Erzählweise und ihre Figuren einfach. :) So langsam wird es trotzdem Zeit ins Bett zu gehen. Ich wünsche euch allen einen guten Start in die Woche!

Mittwoch, 17. Januar 2018

Rachel Caine: Stillhouse Lake (Stillhouse Lake 1)

Im Dezember gab es das eBook "Stillhouse Lake" von Rachel Caine für gerade mal 99 Cent, und weil ich die (ersten Bände der) Morganville-Reihe der Autorin so mag, dachte ich, ich könnte auch mal einen Thriller von ihr ausprobieren. Auf Deutsch ist das Taschenbuch übrigens vor ein paar Tagen mit dem Titel "Die Angst schläft nie" (ich hasse deutsche Thriller-Titel wirklich) erschienen, falls jemand nach meiner Rezension Lust auf die Geschichte, aber keine Lust auf Lesen eines englischen Buches hat. ;) Die Handlung beginnt damit, dass Gina Royal, die ihre beiden Kinder von der Schule abgeholt hat, ihr Haus von der Polizei umstellt vorfindet. Vor den Augen der Kinder wird sie verhaftet, ohne überhaupt zu wissen, was los ist. Erst später findet Gina heraus, dass man - dank eines unvorsichtigen Autofahrers, der das Gebäude gerammt hatte, - in der Holzwerkstatt ihres Mannes die Leiche einer jungen Frau gefunden hat und dass diese nicht das erste Opfer von Melvin Royal war.

Jahre später versucht Gina unter ihrem neuen Namen "Gwen Proctor", mit ihrem Sohn Connor und ihrer Tochter Lanny ein neues Leben in einem verfallenen Haus am Stillhouse Lake in Tennessee zu beginnen. Hinter ihr liegen 1 1/2 Jahre Untersuchungshaft, da sie verdächtigt wurde, Anteil an den Taten ihres Mannes gehabt zu haben, und weitere Jahre, in denen sie mit den Kindern von einem Ort zum nächsten und von einer Identität zur anderen wechselte, um denjenigen zu entkommen, die auch nach ihrer Freisprechung Jagd auf sie machten. Gwen fürchtet vor allem um das Leben ihrer Kinder, da online von ihren Peinigern immer wieder dazu aufgerufen wird, diese zu missbrauchen oder zu töten, um ihrer Mutter zu zeigen, wie es sei, wenn man ein Familienmitglied auf grausame Weise verliert. Doch nachdem sie so oft umgezogen sind und so oft den Namen gewechselt haben, wird es endlich Zeit, etwas sesshafter zu werden und den Kindern wieder etwas Stabilität zu bieten.

Natürlich wird es nicht so einfach für Gwen, Fuß am Stillhouse Lake zu fassen. Alle drei sind von den vergangenen Jahren traumatisiert, und Gwen ist nicht mehr in der Lage, einem anderem Menschen zu vertrauen, nachdem ihr Ehemann sich als Serienkiller entpuppt hat. Immer wieder schärft sie den Kindern ein, dass sie all die eingeübten Vorsichtsmaßnahmen nicht außer Acht lassen dürfen, immer wieder führt sie "Notfallübungen" durch und jeden Tag schwebt über Lanny und Connor die Furcht, dass sie wieder von einer Stunde auf die andere ihr neues Zuhause inklusive der wenigen liebgewonnenen Gegenstände, die eine Flucht erschweren würden, verlassen müssen. Als dann auch noch im See die Leiche einer jungen Frau gefunden wird und Gwen und ihre Kinder als Zeugen die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich ziehen, steht Gwen wieder vor der Entscheidung, ob sie fliehen oder die Ermittlungen durchstehen will, auch wenn das bedeuten könnte, dass ihre wahre Identität aufgedeckt wird.

Dass Rachel Caine gut schreiben kann, wusste ich schon vor diesem Buch. Ich war aber trotzdem überrascht davon, wie sehr mich "Stillhouse Lake" fesseln konnte. Die Handlung an sich ist gar nicht so ungewöhnlich, ich stolpere in (amerikanischen) Thrillern häufiger über Protagonistinnen, die in irgendeiner Weise Opfer waren und nun eines Verbrechens verdächtigt werden und/oder befürchten müssen, dass ihre Vergangenheit sie einholt, weil sie (wieder) ins Visier der Polizei geraten sind. Was "Stillhouse Lake" für mich zu einer besonderen Geschichte gemacht hat, war auf der einen Seite Gwens Charakter. Man erlebt im Prolog, wie ihre Welt von einem Moment auf den anderen auf den Kopf gestellt wird. Sie hat keine Ahnung, was ihr Mann getan hat, und während sie überhaupt zu begreifen versucht, was los ist, wird sie als Mittäterin verhaftet. Ohne dass Rachel Caine lang und breit beschreibt, wie diese Jahre für Gwen verlaufen sind, wird deutlich, welch ein einschneidender Einschnitt dies für ihr Leben bedeutete und welch gravierende Entwicklung sie danach in kürzester Zeit durchmachen musste, um die folgenden Monate zu überstehen und ihren Kindern so viel Sicherheit wie möglich (was nicht gerade viel war) gewährleisten zu können.

Gwen ist misstrauisch, abweisend, bewegt sich auf illegalen Pfaden, denkt ständig über Fluchtrouten und Verteidigungsmöglichkeiten im Falle eines Angriffs nach und versucht trotzdem irgendwie, eine liebevolle und nicht überbehütende Mutter zu sein - letzteres zugegeben nicht sehr erfolgreich. Eine große Rolle in Gwens Leben nach "dem Ereignis" spielt das Internet, denn dort sammeln sich all die Personen, die glauben, dass Gwen an den Taten ihres Ex-Mannes beteiligt war, die Rache für die Opfer wollen (egal, ob Gwen nun mitschuldig war oder nicht) und diejenigen, die Gwen und die Kinder bedrohen und verfolgen, weil es ihnen einen Kick gibt. Die Szenen, in denen sich die Protagonistin Tag für Tag einloggt, um zu schauen, ob einer dieser Verfolger einen Hinweis auf ihren Aufenthaltsort gefunden hat, ob vielleicht ein Foto aufgetaucht ist, mit dem man sie oder eines der Kinder identifizieren könnte, oder um einfach nur die aktuellsten Drohungen zu archivieren und (anonym) an die zuständigen Polizeistellen weiterzuleiten, fand ich unglaublich bedrückend.

Gerade weil sich solche Online-Lynch-Mobs in der Realität selbst zu den belanglosesten Themen finden, fiel es mir beim Lesen erstaunlich schwer, mit diesem Aspekt von Gwens Leben umzugehen. So ist es lange Zeit auch eher diese ständig schwelende Bedrohung für Gwen und ihre Kinder, die für Spannung sorgte, als die aktuellen Ereignisse rund um den See. Natürlich bedrückt der Mord an einer jungen Frau die Protagonistin und es ist nicht schön, von der Polizei als Verdächtige behandelt zu werden, aber all die unschönen "Nebeneffekte", die dies für Gwen und die Kinder mit sich bringt, sind viel schlimmer zu verfolgen. Am Ende gab es dann auch noch einen dramatischeren Showdown, und als ich an der Stelle angelangt war, war ich regelrecht erleichtert, weil aus einer nicht greifbaren Bedrohung ein realer Angreifer geworden war, gegen den Gwen direkt vorgehen konnte.

Falls es bislang noch nicht deutlich geworden ist: "Stillhouse Lake" ist eine wirklich spannende Geschichte, die mich beim Lesen wirklich gefesselt hat. Neben all den bedrückenden Elementen gibt es übrigens auch sehr schöne Szenen, in denen Gwen so etwas wie freundschaftlichen Austausch mit ihren Nachbarn oder Bekannten hat. Da aber auch diese Szenen immer von der Frage durchdrungen sind, ob man dem Gegenüber vertrauen kann oder was die anderen wohl von Gwen denken würden, wenn sie ihre wahre Identität wüssten, vertiefen diese nur die beklemmende Atmosphäre, die den Roman durchdringt. Nach aller Begeisterung muss ich aber auch noch einen kleinen Kritikpunkt an der Handlung einbringen, da eine Person in Gwens Umfeld in meinen Augen als potenzieller Verdächtiger ziemlich auffällig war. So schlimm war das aber nicht, da Rachel Caine genügend weitere "verdächtige" Figuren in die Geschichte eingebaut hat, so dass man sich nie so ganz sicher sein konnte, ob einer oder mehrere Bekannte nicht ebenfalls mehr über sie und über die Morde am Stillhouse Lake wissen. So gibt es gerade nur einen einzigen Grund, warum ich mir nicht schon die Fortsetzung gekauft habe, und der ist, dass ich meinen Bücheretat für den Monat schon sehr großzügig ausgereizt habe. 

Montag, 15. Januar 2018

Bruce Coville: Always October (Hörbuch)

"Always October" von Bruce Coville ist eigentlich die perfekte Halloween-Geschichte (für Kinder), aber da ich gerade nicht so oft Hörbücher höre, kam ich erst im Dezember dazu, mir dieses Hörbuch anzuhören. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Jacob "Jake" Dolittle und Lily Carker erzählt. Dabei macht Lily den Anfang, da sie der Meinung ist, dass sie ihre Geschichte erzählen müssten, bevor sich Jake in ein Monster verwandelt - und wenn sie nicht mit dem Aufschreiben anfängt, dann bekommt ihr Freund das Ganze bestimmt nicht auf die Reihe. Jacob und Lily kennen sich schon viele Jahre, haben sich aber erst miteinander angefreundet, nachdem Jakes Vater vor einiger Zeit bei der Erforschung einer Höhle verschwand. Beide Kinder lieben Horrorgeschichte, besonders die, die von Jacobs Großvater geschrieben wurden (bevor auch dieser vor vielen Jahren verschwand - es liegt wohl in der Familie) und in denen er von einer Welt voller Monster erzählt, die angeblich "Always October" heißt.

Da Lilys Großvater die Aufsicht über den örtlichen Friedhof hat, liegt es nah, dass die beiden Kinder eine Horrorbibliothek in einem der Mausoleen anlegen und dieses Mausoleum als Geheimversteck nutzen, um sich ungestört über all die Dinge austauschen zu können, die sie beschäftigen. Kurz nachdem es während einer stürmischen Nacht zu seltsamen Vorfällen in der "Mausoleums-Bibliothek" kam, wird vor Jacobs Tür ein Säugling ausgesetzt. Während er natürlich davon ausgeht, dass seine Mutter das fremde Kind den Behörden übergibt, beschließt diese, dass sie sich um "Little Dumpling" (kurz LD) kümmern wird, bis seine Mutter ihn wieder abholt. So kommt Jake zu einem liebenswerten kleinen Bruder, der trotz seiner ungewöhnlichen Eigenschaften (die sich vor allem bei Vollmond zeigen) sofort Jacobs Beschützerinstinkt weckt. Wenig später finden Jake und Lily heraus, dass LD eigentlich aus Always October stammt, und um LD eine sichere Zukunft zu gewährleisten, müssen die beiden durch die Monsterwelt reisen. Dort versucht gerade eine Gruppe von Monstern die Verbindung zwischen der Menschenwelt und Always October zu zerstören, was nicht nur die Opferung von LD erfordern, sondern auch für beide Welten das Ende bedeuten würde.

Das Hörbuch von "Always October" dauert ungefähr acht Stunden und ich habe jede einzelne Minute davon genossen. Lily ist eine großartige Protagonistin mitsamt ihrer Begeisterung für Horrorgeschichten, ihrer Abenteuerlust und ihrer absoluten Loyalität zu ihren Freunden und ihrem nicht ganz einfachen Großvater. Auch Jake habe ich mit all seinen Macken und Ängsten sehr ins Herz geschlossen, gerade weil für ihn die vielen Herausforderungen, die die Reise durch Always October so mit sich bringt, besonders schwierig zu bewältigen waren. Unterstützt werden die Kinder durch eine ganze Gruppe von Helfern - besonders hervorheben möchte ich dabei Luna Marie Eleganza VI. -, die mir alle miteinander ans Herz gewachsen sind. Die Handlung ist spannend, amüsant und voller wunderbarer fantastischer Einfälle. Bruce Coville verwendet zwar ein paar Elemente, die nicht gerade "neu" in diesem Genre sind, wie zum Beispiel die Bibliothek der Albträume, aber das hat mich in keinem Moment gestört, weil "Always October" wunderbar kurzweilig war und mir jede einzelne Figur (na ja, abgesehen natürlich vom Bösewicht) ans Herz gewachsen ist.

Normalerweise bin ich nicht so begeistert, wenn ein Hörbuch von Kindern/Jugendlichen eingelesen wird, aber Nancy O'Connor und Zac Fletcher machen ihre Sache sehr gut und es hat mir Spaß gemacht, ihnen zuzuhören. Welche Sprecher die erwachsenen Figuren (Monster ebenso wie Menschen) übernommen haben, wird zwar im letzten Track von Bruce Coville (der ebenfalls einem der Charaktere seine Stimme verleiht) aufgezählt, aber da ich weder bei Audible noch bei Full Cast Audio eine Liste gefunden habe, beschränke ich mich hier auf die Aussage, dass auch diese Personen ihre Arbeit sehr gut gemacht und somit für mich zum Hörvergnügen beigetragen haben.

(Für diejenigen, die die Trickfilm-Serie "Die Trolljäger" kennen: Bruce Covilles Romanvorlage zu "Always October" ist ein paar Jahre älter als die Serie, aber einige Figuren und die Atmosphäre dieses Hörbuchs haben mich sehr daran erinnert.)

Samstag, 13. Januar 2018

Hayley Long: Sophie Soundso

Über das Buch "Sophie Soundso" von Hayley Long bin ich bei den Nominierungen für Dezember für "Das Jahr der Königskinder" bei Anja gestolpert. Es gab zwar keine überzeugenden Argumente oder gar inhaltliche Aussagen zu dem Roman in dem Beitrag zu lesen, aber der Titel allein hat mich neugierig genug gemacht. Kurz vor Weihnachten konnte ich das Buch dann in der Bibliothek ausleihen, habe einen ersten Blick hineingeworfen und war erst einmal irritiert. Und fasziniert. Und verwirrt. Und nahm mir dann vor, dass ich mir mehr Zeit und etwas mehr Ruhe für Sophies ungewöhnliche Erzählweise nehmen würde. Denn Sophie ersetzt die gesamte Geschichte hindurch Substantive durch Wörter, die eine vollkommen andere Bedeutung haben, was mich beim Lesen immer wieder stutzen ließ und dafür sorgte, dass ich stellenweise ein paar Seiten brauchte, um herauszufinden, welches richtige Wort da eigentlich in den Satz gehört. Das hat mich in überraschend hohem Grad beim Lesen gestört, obwohl man Sophies "Ersatzwörter" in der Regel schnell auf die Reihe bekommt, ihre Geschichte problemlos verstehen kann und wirklich nur wenige Wörter für mich nicht gleich erschließbar waren. Vor allem hat mich aber irritiert, dass ich keinen Grund für diese Erzählweise fand, bis am Ende des Romans in einem Gespräch deutlich wird, weshalb sie ihre Geschichte auf diese Weise aufgeschrieben hat.

Grundsätzlich ist diese ungewöhnliche Erzählweise zwar ein netter Kniff der Autorin, aber auch ohne dieses Element hätte die Geschichte rund um Sophie für mich gut funktioniert. Die gesamte Handlung hindurch ist Sophie auf der Suche nach ihrer eigenen Identität, was für einen Teenager - Sophie ist 14 Jahre alt, als sie die Geschichte erzählt, - nicht ungewöhnlich ist, aber bei ihr besondere Gründe hat. Sophie lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrem siebenjährigen Bruder Hercule in einem Mehrfamilienhaus in Brüssel. In der ruhigen Straße, die schon bessere Zeiten gesehen hat, scheinen sich all ihre Erinnerungen zu sammeln, und doch gibt es immer wieder Momente, bei denen sie sich fragen muss, ob eine Szene aus ihrer Vergangenheit stammt oder etwas ist, das sie mal im Fernsehen gesehen hat. Wenn sie ihre Eltern nach solchen Erinnerungen fragt oder nach all den anderen Dinge, die in ihrem Leben anders zu sein scheinen als im Leben ihrer Klassenkameraden, dann bekommst sie ausweichende oder verwirrende Antworten. Und je mehr sich diese seltsamen Momente häufen, desto mehr fragt sich Sophie, welches Geheimnis ihre Eltern verbergen und wer sie selbst eigentlich ist.

Dabei werden die Ereignisse von Sophie nicht chronologisch erzählt, so dass man den Teil der Geheimnisse, an den sich das Mädchen teilweise sogar erinnern kann, schon zu Beginn des Romans erfährt. Diese Vorgeschichte macht einen als Leser aber nur neugieriger auf die Hintergründe rund um die ungewöhnliche Ankunft von Sophie und ihrer Mutter in Belgien. So wird die Handlung von Hayley Long in fünf Teile aufgeteilt, die Sophies Suche nach der Wahrheit und ihr Verarbeiten der ganzen Informationen darstellen. Die Betitelung der verschiedenen Teile - "Sophie im Schockstress", "Sophie Nirgendwer", "Sophie Sherlock", "Sophie Pratt" und "Sophie Soundso" fassen Sophies Weg auf der Suche nach den Ereignissen in der Vergangenheit und dem Grund für die Lügen ihrer Eltern schön zusammen. Ich mochte Sophie wirklich gern und ich habe sie gern auf ihrem Weg begleitet. Auch gefiel es mir, wie die Autorin Sophies Verhältnis zu ihrer Familie oder zu ihrer besten Freundin Comet dargestellt hat. Denn gerade weil Sophie eigentlich so behütet aufgewachsen ist, fällt es ihr so schwer, mit den Geheimnissen in ihrem Umfeld umzugehen. Und als Sophie anfängt nachzuforschen und Antworten auf all die vielen Fragen findet, die sie beschäftigen, da hat sie zwar Angst vor dem, was sie enthüllt, lässt sich davon aber nicht abhalten und ist sogar reif genug, um Unterstützung, die ihr angeboten wird, auch anzunehmen.

Ich muss gestehen, dass ich es schwierig finde, mehr zu dem Buch zu schreiben, weil ich Angst habe, dass ich zu viel zur Handlung verrate. Denn das Besondere an "Sophie Soundso" ist eben nicht nur die ungewöhnliche Erzählweise, sondern auch all die kleinen Szenen, in denen man Sophie, ihre Familie und ihre Freunde (und Nachbarn) kennenlernt und die Momenten, in denen sie nicht weiß, wie sie damit umgehen soll, dass ihre Eltern auch nur Menschen mit Schwächen und Fehlern sind. Würde ich hier erzählen, was mich an diesen Passagen so berührt, amüsiert oder bedrückt hat, müsstet ihr den Roman nicht mehr lesen, was wirklich schade wäre, denn ich habe wirklich schöne Stunden mit Sophie und ihrer Suche nach ihrer Identität verbracht und mir am Ende aus mehr als einem Grund ein Tränchen verdrücken müssen.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Karen Foxlee: Ophelia and the Marvelous Boy

Über "Ophelia and the Marvelous Boy" von Karen Foxlee bin ich durch den Twitteraccount von Stephanie Burgis gestolpert und die Leseprobe hatte mir dann so gut gefallen, dass ich den Roman auf meine Geburtstagswunschliste gepackt hatte. Ich hatte während des Adventslesens schon ein bisschen zu der Geschichte geschrieben, aber ich wollte noch eine "richtige" Rezension auf dem Blog haben, weil mir der Roman so gut gefallen hatte. Die Handlung wird vor allem aus der Sicht der elfjährige Ophelia Jane Worthington-Whittard erzählt, die die drei Tage vor Weihnachten mit ihrem Vater und ihrer älteren Schwester in einem ungewöhnlichen Museum festsitzt. Ophelias Vater Malcolm Whittard ist Experte für Schwerter und wurde von der Museumsleitung engagiert, um die Ausstellung "Battle: The Greatest Exhibition of Swords in the History of the World" bis zum Weihnachtstag eröffnungsreif zu machen, nachdem der dafür verantwortliche Kurator überraschend verschwand. Da Ophelias Mutter vor ein paar Monaten gestorben ist, müssen sie und ihre Schwester Alice ihren Vater begleiten.

Ein bisschen hofft Ophelias Vater, dass seine Töchter in einer wunderschönen weihnachtlichen Stadt, in der immer Schnee liegt, ihren Kummer über den Tod der Mutter ein wenig vergessen können. Doch statt gemeinsam Eislaufen zu gehen oder auf andere Weise ihre Zeit zu genießen, verbringen die Schwestern die Tage voneinander getrennt. Und während Alice sich mithilfe ihrer Musik von der Welt zurückzieht, erkundet Ophelia das Museum - bis sie durch ein Schlüsselloch einen geheimnisvollen Jungen in einem der Zimmer des Museums entdeckt. "The Marvelous Boy" - wie der Junge laut der Beschriftung an seiner Tür genannt wird - behauptet, er würde Ophelias Hilfe benötigten, um die Welt zu retten. So richtig weiß das Mädchen nicht, was sie von dem Jungen und seinem Anliegen halten soll. Ophelia ist eine sehr vernünftige Elfjährige, die sich lieber auf Wissenschaft stützt, als an etwas so wenig Greifbares wie Magie zu glauben. Aber sie ist auch hilfsbereit und neugierig und erledigt genau deshalb all die seltsamen Aufgaben, die ihr der Junge aufträgt.

Ich habe Ophelias Erlebnisse sehr gern verfolgt. Das Mädchen ist neugierig und wissensdurstig, aber auch ängstlich (was noch durch ihr Asthma verstärkt wird) und seit dem Tod der Mutter sehr unsicher. Durch die verschiedenen Herausforderungen, die Ophelia bewältigen muss, um den geheimnisvollen Jungen zu befreien, überwindet sie immer wieder von neuem ihre Ängste. Doch sie lernt nicht nur mit ihren Ängsten umzugehen, sondern sie verarbeitet auch so langsam den Verlust ihrer Mutter. Nebenbei bekommt sie immer wieder von dem mysteriösen Jungen ein Stückchen seiner Geschichte erzählt, so dass man auch mehr über seinen Hintergrund erfährt. Dabei bleibt der Junge selbst die ganze Zeit über namenlos, und auch als Charakter bekommt er keine besondere Tiefe von der Autorin verliehen. Ich fand diese wenig intensive Beschreibung des Jungen sehr passend, denn auf der einen Seite ist seine Geschichte durch und durch märchenhaft, und auf der anderen Seite spielt er als Person in erster Linie die Rolle des Auslösers für Ophelias Entwicklung und braucht keinen komplexeren Hintergrund.

Es hat mir Spaß gemacht, mit Ophelia durch das Museum zu streifen. Je mehr Ecken des Gebäudes man zusammen mit dem Mädchen entdecken konnte, desto mehr erfuhr man auch über seine Familie, seine Ängste und Sehnsüchte. Dazu kommen noch all die unheimlichen und gefährlichen Elemente, die vom Einfluss der Schneekönigin zeugen. Besonders bei diesen Passagen beweist die Autorin ein wunderbares Händchen für Atmosphäre und Figuren - meine Lieblingsszene in der Geschichte spielte in einem Korridor voller Geistermädchen und ist wunderbar herzzerreißend geschrieben. Ich mochte auch die Passagen mit Ophelia und ihrer Familie, denn obwohl es relativ wenige Momente gibt, in denen sie gemeinsam mit ihrem Vater oder Alice etwas erlebt, so ist ihre Familie doch ständig in ihren Gedanken präsent. Dadurch, dass Ophelia ihrer Familie so wichtig ist, bangt man als Leser natürlich auch um diese beiden Charaktere, die selbstverständlich keine Ahnung von dem Kampf gegen die Schneekönigin und den unheimlichen Machenschaften dieser Person haben. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich "Ophelia and the Marvelous Boy" aufgrund der sympathischen und realistischen Protagonistin, der wunderbaren Atmosphäre und all der kleinen magischen Elemente wirklich gern gelesen habe.

Dienstag, 9. Januar 2018

Kate Leth und Megan Levens: Spell on Wheels (Comic)

Den Sammelband des Comics "Spell on Wheels" habe ich mir zum Geburtstag gewünscht, nachdem ich ihn mehrmals in meiner US-Timeline auf Twitter gesehen hatte. Die Geschichte rund um drei Hexen, die auf der Suche nach einem Dieb durch Amerika fahren, klang, als ob sie genau in mein Beuteschema passen würde. Kate Leth (Story) und Megan Levens (Zeichnungen) lassen die Handlung in dem Moment beginnen, in dem ein junger Mann in das Haus der drei Hexen Andy Highsmith, Jo(lene) Nguyen und Claire Bettany einbricht. Die drei jungen Frauen sind zu diesem Zeitpunkt bei der Arbeit ("Sister Witches - Tattoo & Tarot"), als sie spüren, dass jemand in ihr Heim eindringt, doch sie sind zu weit weg, um etwas dagegen zu unternehmen. Endlich zu Hause angekommen, müssen sie feststellen, dass der Eindringling nicht nur einen Großteil ihrer magischen Vorräte mitgenommen, sondern auch einen mächtigen Zauber gestohlen hat.

Auf der Suche nach ihrem geraubten Eigentum stolpern sie über den "Goblinmarkt", eine dubiose Internetseite, auf der (unter anderem) ein Teil ihrer Sachen von einem anonymen Anbieter verkauft wird. Um mehr Informationen über den Dieb zu bekommen, beschließen Andy, Jo und Claire, die Käufer ihrer Besitztümer aufzusuchen, in der Hoffnung, dass sie so am Ende auch den gestohlenen Zauber wieder in ihre Obhut bringen können. Die Handlung an sich ist in "Spell on Wheels" ziemlich simpel, da die drei Hexen nach dem Einbruch wirklich nur von einem Käufer zum nächsten fahren, um dem Dieb auf die Schliche zu kommen. Aber ich mochte die Ereignisse rund um die verschiedenen Käufer wirklich gern und noch mehr mochte ich die kleinen Szenen, die das Verhältnis von Andy, Jo und Claire zueinander beleuchten.

Dieser Band beinhaltet fünf Einzelhefte und so entwickelt sich die Geschichte auch über fünf Episoden, die vom Einbruch über das Zusammentreffen mit drei Käufer des Goblinmarkts bis zur Konfrontation mit dem Dieb gehen. Am Anfang lernt man Andy, Jo und Claire etwas besser kennen - die drei Hexen leben nicht nur zusammen in einem Haus, sondern teilen sich auch eine Jahrmarktbude, in der sie zahlenden Kunden ihre Fähigkeiten anbieten - wobei schon bei der ersten Szene mit den Frauen deutlich wird, dass sie sich auch mal über den Wunsch eines Kunden hinwegsetzen, wenn sie der Meinung sind, dass diese Person einen anderen Zauber nötiger hätte. Die drei sind sehr unterschiedlich, aber sie kümmern sich umeinander - besonders Jo und Claire, die sich anscheinend schon seit vielen Jahren kennen.

Kate Leth hat mit Jo, Claire und Andy drei wunderbare Freundinnen geschaffen, die sich mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen sehr schön ergänzen. Auch mag ich es, dass die drei Protagonistinnen in diesem Comic die verschiedenen sexuellen Präferenzen ihre Freundinnen ebenso akzeptieren wie die anderen Eigenheiten und Fähigkeiten, die zu der jeweiligen Person gehören. Dazu gehört auch, dass man als Leser nie das Gefühl hat, sie würden die verschiedenen magischen Begabungen unterschiedlich werten. Trotzdem gibt es natürlich während dieser Reise auch die eine oder andere Auseinandersetzung, die nicht nur damit zu tun hat, dass die drei Frauen den ganzen Tag im Auto aufeinanderhocken, sondern eben auch damit, dass sie Situationen und Menschen verschieden beurteilen. Einig sind sie sich aber darin, dass man denjenigen helfen muss, die ihre Hilfe benötigen, selbst wenn diese Personen unrechtmäßig in den Besitz von magischen Familienerbstücken der drei Hexen geraten sind. Ebensowenig scheuen sie aber auch davor zurück, gegen jemanden anzukämpfen, der seine Macht missbraucht.

Sympathische Protagonistinnen, eine abwechslungsreiche Handlung und Dialoge, die mich oft genug zum Schmunzeln gebracht haben, haben "Spell on Wheels" zu einer wunderbar kurzweiligen Lektüre gemacht. Dazu kommen noch die Zeichnungen von Megan Levens, die mir auch gut gefallen haben. Der Zeichnerin gelingt es nicht nur, jeder Figur eine individuelle Gestik und Mimik zu verleihen und selbst die ungewöhnlicheren Figuren glaubwürdig erscheinen zu lassen, sie schafft auch (gemeinsam mit der Koloristin Marissa Louise) wunderbar atmosphärische Kulissen für die Handlung - egal, ob die Szene dabei in einer ausgelassenen Party, in einem klassisch-amerikanischen Vorort-Heim oder einem verfallenen Haus im Wald spielt. Ich hoffe sehr, dass langfristig noch weitere Bände mit den drei Hexen erscheinen, denn ich würde die drei Frauen und ihre Welt gern noch ein bisschen besser kennenlernen.

Sonntag, 7. Januar 2018

Was schön war (1)

Was in dieser Woche schön war:


Ein Päckchen mit Erinnerungen an einen
New-York-Aufenthalt vor 18 Jahren
und das Probieren des Inhalts. ;)


Gemütliche Stunden mit Mann und Katze
und ein Tierarztbesuch mit guten Blutwerten.


Ein wunderschöner, wenn auch
dank der schnellziehenden Wolken
leider unfotografierbarer Vollmond.


Und noch eine Frühstücksverabredung
mit der ehemaligen Nachbarin
im Lieblingscafé.

Freitag, 5. Januar 2018

Christian Carayon: Dunkler See der Angst

Ich weiß nicht mehr, wo ich über "Dunkler See der Angst" von Christian Carayon gestolpert bin - vermutlich über Twitter, denn in meinem Feedreader finde ich den Titel bei keinem der abonnierten Blogs. Obwohl ich mit französischen Autoren nur selten warm werde und auch skeptisch bin, wenn es in einer Geschichte um die Tötung mehrerer Kinder geht, die vor Jahren passierte und nie richtig aufgeklärt wurde, wurde ich auf diesen Titel neugierig. Dank der schnellen Verfügbarkeit über die Onleihe konnte ich es mir auch nicht noch einmal anders überlegen und habe so in den Tagen rund um Weihnachten einige Stunden mit diesem Roman verbracht.
"Mein Leben ist von Stillstand geprägt. Ich bewege mich nur vorwärts, wenn mir nichts anderes übrig bleibt. Ansonsten stehe ich nach Möglichkeit auf der Bremse, notfalls laviere ich. Ich sehe auf meinem Weg so viele Hürden, Fallstricke und Gefahren. Sich immerzu verwunderbar zu fühlen, kostet Kraft. Man trägt schwer am Gewicht der Feigheit." (1. Absatz des 3. Kapitels von "Dunkler See der Angst")
Zu Beginn der Geschichte erzählt der Protagonist Marc-Édouard, dass der Auslöser für seine Recherchen rund um die Morde in Basse-Misère sein Psychiater war. Dieser hatte das schon dreißig Jahre zurückliegende Ereignis als Wurzel all der Ängste des Geschichtsprofessors ausgemacht und gemeint, dass nur eine Auseinandersetzung mit dem schrecklichen Vorfall seinem Patienten helfen könne. Obwohl Marc-Édouard die Therapie daraufhin abbricht, lässt ihn der Gedanke nicht los, dass er als Historiker sich mit den Morden in Basse-Misère und den Auswirkungen, die diese auf das gesamte Tal hatten, beschäftigen könnte. So bezieht er das Haus, in dem früher seine Großeltern gelebt hatten, und recherchiert detailliert die Ereignisse rund um das Wochenende, an dem das Sommerfest des Club Nautique stattfand und an dem am Sonntagmorgen die drei Leichen sowie ein weiteres schwer verletztes Kind auf einer kleinen Insel im See gefunden wurden.

Marc-Édouard erinnert sich selber an nur wenige Details aus dieser Zeit. Er war noch relativ jung (Fünftklässler), als die Kinder ermordet wurden, und kannte die Opfer eigentlich nicht. Trotzdem prägte diese schreckliche Tat von nun an sein Leben, sei es, weil seine Eltern ihn übermäßig behüteten vor lauter Angst, dass der unbekannte Mörder auch ihr Kind in die Finger bekommen könnte, oder weil die vielfältigen Gerüchte und Verdächtigungen solche Blüten trieben, dass sich der junge Marc-Édouard in der Gesellschaft seiner Nachbarn nicht mehr sicher fühlte. So ist es für ihn auch als erwachsener Mann belastend, sich mit den Ereignissen zu beschäftigen, die in dieser einen Nacht stattfanden, während er auf der anderen Seite mit den Augen eines Historikers im Laufe seiner Recherchen Unstimmigkeiten in den Aussagen der Beteiligten sowie neue Hinweise findet.

Ich muss gestehen, dass ich die Geschichte an sich recht spannend fand. Die Handlung wird sehr gemächlich erzählt und lange Zeit passiert nichts anderes, als dass Marc-Édouard immer wieder um dieselben Tatsachen und Personen kreist, dabei immer wieder die bekannten Fakten wiederholt und nur wenig neue Informationen entdeckt. Aber da ich es interessant fand, ein Verbrechen mal unter dem Aspekt der Folgen für diejenigen, die eigentlich nicht direkt von der Tat betroffen sind, zu betrachten, fand ich diese gemächliche und repetitive Erzählweise angemessen. Auch mit der Ausdrucksweise des Autors hatte ich keine Probleme, obwohl ich ja sonst französische Romane aufgrund der Blumigkeit der Sprache nicht so gern lese. Dafür war die Sicht, die der Protagonist auf die Welt an sich hat, für mich manchmal etwas schwierig, da mir Marc-Édouard mit seiner Ich-Bezogenheit, seinem ausweichenden Wesen und seiner Besessenheit von den Opfern nicht sehr sympathisch war. Aber da konnte ich noch nachvollziehen, warum Christian Carayon diese Figur so angelegt hat.

Ein wirkliches Problem hatte ich hingegen im Laufe der Geschichte mit all den Bewohnern von Basse-Misère und ihren kleinen dreckigen Geheimnissen, die von der Polizei und später von Marc-Édouard aufgedeckt werden. Denn wenn ich nach dieser Geschichte gehe, dann ist Sex die einzige Triebfeder für jegliche Art von Fehlverhalten. Der Autor hat sich viel Zeit genommen, um lang und breit zu beschreiben, wer sich von wem angezogen fühlte, wer mit wem ein Verhältnis hatte, wie "erwachsen" der Körper des dreizehnjährige Teenagermädchen, das zu den Opfern gehörte, schon war und welche Wirkung dieser Körper auf all die Männer im Club Nautique hatte. Je mehr Details man als Leser über die verschiedenen Figuren erfuhr, desto schlimmer wurde es, denn entweder war eine Person verdächtig, weil sie bekannt dafür war, dass sie von Bett zu Bett hüpfte (und das vielleicht sogar mit Bettgefährten, die nicht dem anderen Geschlecht angehörten), oder es stellte sich heraus, dass jemand doch ganz überraschend ein Alibi hatte, weil derjenige zum Zeitpunkt der Tat gerade mit jemandem Geschlechtsverkehr hatte, mit dem er nicht verheiratet war.

Am meisten hat mich in der Beziehung das Ende gestört, denn obwohl Marc-Édouard herausfindet, wer die Morde auf der kleinen Insel im See begangen hat, und obwohl er genaue Informationen über Tatablauf und Motive bekommen könnte, bleibt er bei der Version der Geschichte, die er sich selbst anhand der Indizien "erdacht" hat. Seine erdachte Variante bietet selbstverständlich eine "Erklärung" für die Verstümmelungen eines der männlichen Opfer sowie für die Vergewaltigung des weiblichen Opfers, aber er kann sich nicht sicher sein, dass sie tatsächlich richtig ist. Hier hätte ich erwartet, dass er - gerade angesichts der Tatsache, dass er Historiker ist und dass er so lange geradezu besessen von der Wahrheit hinter den Morden von Basse-Misère war - am Ende genau wissen möchte, was in dieser einen Nacht passiert ist, doch er nimmt die Gelegenheit, seine Theorie endgültig bestätigt zu bekommen, nicht wahr. Es hätte mir ein einziger Satz gereicht, in dem Marc-Édouard anmerkt, dass durch die erhaltenen Informationen seine Version der Geschichte zum Großteil bestätigt wurde. Mir ist auch bewusst, dass der "Krimianteil" in der Geschichte nur eine Krücke ist, um die Entwicklung eines schwachen und unglücklichen Protagonisten zu einem mutigeren und zufriedeneren Menschen anzustoßen. Aber das ändert nichts daran, dass ich mich darüber ärgere, dass ein eigentlich vielversprechendes Kriminalroman nach dem Lesen so viel Frustration bei mir hinterlässt.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Sachbücher 2017

Da ich es im vergangenen Jahr so angenehm fand, dass ich dank der "Sachbücher, die ich auch ohne Challenge in diesem Jahr gelesen habe"-Liste eine Übersicht über meine Sachbücher des Jahres hatte, habe ich auch in diesem Jahr wieder eine Liste geführt. Sehr lang ist sie nicht geworden, da ich zwar viele Sachbücher angefangen, aber noch nicht beendet habe.

1. Regina Stürickow: Kommissar Gennat ermittelt - Die Erfindung der Mordkommission

2. Xinran: Wolkentöchter

3. Jared Diamond: Guns, Germs and Steel - A Short History of Everybody for the Last 13.000 Years

4. Rebecca Solnit: Wenn Männer mir die Welt erklären
Gut geschrieben und lesenswert, aber sehr viel Neues habe ich in den Texten nicht gefunden. Dafür bin ich neugierig auf andere Veröffentlichungen der Autorin geworden - zu schade, dass es von ihr nicht mehr im Bibliotheksbestand gibt.

5. Haruki Murakami: Von Beruf Schriftsteller

6. Regina Stürickow: Mörderische Metropole Berlin - Authentische Fälle

7. Emilia Smechowski: Wir Strebermigranten

8. Paul Hawkins: Bad Santas and Other Creepy Christmas Charakters
Interessante Details rund um den Weihnachtsmann (und andere adventliche Figuren), aber ich muss gestehen, dass mich dieses Sachbuch nicht übers Lesen hinaus beschäftigt hat. Auch fehlte mir ein bisschen der Drang zum Weiterlesen, wenn ich es aus der Hand gelegt hatte, was ich etwas schade finde.

***

Ich hoffe ja, dass ich in diesem Jahr wieder ein paar mehr Sachbücher lesen werde. Drei sehr verlockende habe ich in den letzten Wochen geschenkt bekommen, ein weiteres ist gerade in der Bibliothek vorgemerkt ... Mal schauen, was das 2018 mit den Sachbüchern so wird.

Montag, 1. Januar 2018

Gelesen: Oktober, November und Dezember 2017

Frühere Statistiken sind unter "Diverses" zu finden.

Bücher:
  1. Ben Aaronovitch: Der Galgen der Tyburn (Peter Grant 6)
  2. Kelly Barnhill: The Girl Who Drank the Moon
  3. Marie Brennan: A Natural Historiy of Dragons - A Memoir by Lady Trent 1
  4. Marie Brennan: The Tropic of Serpents - A Memoir by Lady Trent 2
  5. Anna Campbell: The Christmas Stranger
  6. Christian Carayon: Dunkler See der Angst
  7. Gail Carriger: Waistcoats and Weaponry (Finishing School 3)
  8. Gail Carriger: Manners and Mutiny (Finishing School 4)
  9. Jennifer Carson: Tangled Magick (Hapenny Magick 2)
  10. Karen Foxlee: Ophelia and the Marvelous Boy
  11. G. R. Gemin: Milchmädchen
  12. Paul Hawkins: Bad Santas and Other Creepy Christmas Charakters
  13. Tamara Ireland Stone: Mit anderen Worten: ich
  14. Beverly Jenkins: Bring on the Blessings (Blessing Novels 1)
  15. Sarah Kuhn: Heroine Worship (Heroine Complex 2)
  16. Emily Larkin: The Spinster's Secret (Midnight Quill 2)
  17. Haruki Murakami: Von Beruf Schriftsteller
  18. Erica Ridley: The Vicount's Christmas Temptation (Dukes of War 1)
  19. Karen Rose: Eiskalt ist die Zärtlichkeit (Chicago-Serie 1)
  20. Karen Rose: Das Lächeln deines Mörders  (Chicago-Serie 2)
  21. Karen Rose: Des Todes liebste Beute  (Chicago-Serie 3)
  22. Karen Rose: Der Rache süßer Klang  (Chicago-Serie 4)
  23. Karen Rose: Nie wirst du entkommen  (Chicago-Serie 5)
  24. Karen Rose: Heiß glüht mein Hass (Chicago-Serie 6)
  25. Karen Rose: Dornenmädchen (Cincinnati-Serie 1)
  26. Karen Rose: Dornenkleid (Cincinnati-Serie 2)
  27. Karen Rose: Every Dark Corner (Cincinnati-Serie 3)
  28. Karen Rose: Todesherz (Baltimore-Serie 1)
  29. Karen Rose: Todeskleid (Baltimore-Serie 2)
  30. Karen Rose: Todeskind (Baltimore-Serie 3)
  31. Karen Rose: Todesschuss (Baltimore-Serie 4)
  32. Karen Rose: Monster in the Closet (Baltimore-Serie 5)
  33. Karen Rose: Feuer (Minneapolis-Serie 2)
  34. Karen Rose: Todesstoß (Minneapolis-Serie 1)
  35. Karen Rose: Todesschrei (Philadelphia-/Atlanta-Serie 1)
  36. Karen Rose: Todesbräute (Philadelphia-/Atlanta-Serie 2)
  37. Karen Rose: Todesspiele (Philadelphia-/Atlanta-Serie 3)
  38. Emilia Smechowski: Wir Strebermigranten
  39. Regina Stürickow: Mörderische Metropole Berlin - Authentische Fälle
  40. Banana Yoshimoto: Tsugumi
  41. Banana Yoshimoto: Kitchen

Kurzgeschichten:
  • Stephanie Burgis: The Dragon with an Unbearable Family
  • Stephanie Burgis: Girl in Boots
  • Seanan McGuire: Heart of Straw

Comics/Manga:
  • Adachitoka: Noragami 1 (Manga)
  • Ari Folman/David Polonsky: Das Tagebuch der Anne Frank (Comic)
  • Ryu Fujisaki: Hoshin Engi 1 (Manga)
  • Kate Leth/Megan Levens/Marissa Louise: Spell on Wheels (Comic)
  • Rin Mikimoto: Close to Heaven 1 (Manga)
  • Rin Mikimoto: Close to Heaven 2 (Manga)
  • Rin Mikimoto: Close to Heaven 3 (Manga)
  • Rin Mikimoto: Close to Heaven 4 (Manga)
  • Rin Mikimoto: Close to Heaven 5 (Manga)
  • Fumio Obata: Irgendwo zu Hause (Manga)
  • Carly Usdin/Nina Vakueva: Hi-Fi Fight Club 1 (Comic)
  • Carly Usdin/Nina Vakueva: Hi-Fi Fight Club 2 (Comic)

Hörbücher/Hörspiele:

Angefangene und abgebrochene Bücher/Hörbücher zähle ich in der Monatsstatistik nicht mit. Dafür kommen auch die Titel auf die Liste, die ich innerhalb kurzer Zeit doppelt lese (oder höre).

***
Vorausgesetzt, dass ich mich nicht verrechnet oder in den verschiedenen Listen etwas vergessen habe, dann habe ich im Jahr 2017 insgesamt 161 Bücher, 48 Kurzgeschichten, 57 Comics/Manga und 21 Hörspiele/Hörbücher konsumiert.


Das hier ist übrigens erst einmal der letzte Beitrag mit meiner Quartalsleseliste. In diesem Jahr versuche ich mich mal an einer Gesamtliste, die ich unter dem Header einrichten werde. Mal schauen, wie das so klappt. ;)

Januar-SuB 2018

Im Dezember habe ich zwar viel gelesen, aber da ich mich vor allem auf eher seichte Thriller gestürzt habe, hat sich dieses Lesen kaum auf den SuB ausgewirkt. Dafür ist er dank der vielen Weihnachtsgeschenke kräftig angewachsen und weißt nun die stolze Zahl von 64 Titeln auf. So viel Bücher hatte ich schon lange nicht mehr ungelesen im Regal liegen, aber da die ja auch bis zum Jahresende wieder reichen müssen, ist es gut, dass mein Vorrat so groß ist.

Ich habe bislang noch keine Lesepläne für den Januar, vermute aber, dass ich mich den Großteil der Zeit nicht entscheiden kann, ob ich mich auf all die Romanen stürzen soll, die in den letzten Jahren in Umzugskartons verstaut waren, oder ob ich mich all den schönen neuen Büchern widmen soll. Es wird Zeit ein intensiveres Wiedersehen mit meinen alten Schätzen zu feiern, aber die Neuzugänge sind auch so verflixt verlockend. ;)

  1. Joan Aiken: The Wolves of Willoughby Chase
  2. Joan Aiken: The Serial Garden - The Complete Armitage Family Stories
  3. Tracie Baptiste: The Jumbies (The Jumbies #1)
  4. Kelly Barnhill: The Witch's Boy
  5. Elizabeth Bear: Karen Memory
  6. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 - Schlussakkord für einen Mord
  7. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 - Tote Vögel singen nicht
  8. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk - A Memoir by Lady Trent
  9. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes - A Memoir by Lady Trent
  10. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings - A Memoir by Lady Trent
  11. Marie Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  12. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  13. Jim Butcher u.a.: Urban Enemies (Anthologie)
  14. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  15. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  16. Agatha Christie: Murder at the Vicarage
  17. Jennifer Estep: Poison Promise (Elemental Assassin 11)
  18. Christopher Golden u.a.: Dark Cities (Anthologie)
  19. Mira Grant: Into the Drowning Deep
  20. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  21. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard's Murder Squat 3)
  22. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  23. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  24. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  25. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  26. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  27. Rachel Hartman: Seraphina
  28. Jim C. Hines: Die Buchmagier - Angriff der Verschlinger
  29. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  30. D. B. Jackson: Thieve's Quarry (Thieftaker #2)
  31. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  32. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  33. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  34. Diana Wynne Jones: Cart and Cwidder (The Dalemark Quartet 1)
  35. Diana Wynne Jones: The Spellcoats (The Dalemark Quartet 3)
  36. Diana Wynne Jones: Drowned Ammet (The Dalemark Quartet 2)
  37. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  38. Diana Wynne Jones: Homeward Bounders
  39. Kelly Jones: Murder, Magic, and What We Wore
  40. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  41. Jennifer Mathieu: Moxie - Moxie Girls Fight Back
  42. Seanan McGuire: Beneath the Sugar Sky (Wayward Children) 
  43. Kate Milford: The Boneshaker 
  44. Bishop O'Connell: The Stolen
  45. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  46. Laura Powell: The Last Duchess (A Silver Service Mystery 1)
  47. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  48. Tamora Pierce: Tortall - A Spy's Guide
  49. Cindy Pon: Serpentine
  50. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  51. Philip Reeve: Larklight
  52. Joan G. Robinson: When Marnie Was There
  53. John Scalzi: Fuzzy Nation
  54. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  55. A.C.H. Smith: Jim Henson's The Dark Crystal
  56. Robin Stevens: Arsenic for Tea (Murder Most Unladylike 2)
  57. Robin Stevens: First Class Murder (Murder Most Unladylike 3)
  58. Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand
  59. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  60. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  61. Charles den Tex: Die Zelle
  62. Rob Thomas: Veronica Mars - The Thousand Dollar Tan Line
  63. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  64. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  65. Xinran: Gerettete Wort
  66. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

64 Titel auf dem SuB


(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)